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Archiv für Juni, 2009

Wer kauft den Scheiß trotzdem?

27. Juni 2009 7 Kommentare

Originalzitat:

Rechtshinweis

Bei vielen alternativ- medizinischen Methoden ist die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Kriterien bis heute nicht zu beweisen. Dies gilt auch für alle Vitalation Produkte. Nach den Erkenntnissen der Schulwissenschaft existieren feinstoffliche Schwingungen sowie auh Orgon und Tachyon Energie nicht. Demnach hält die Naturwissenschaft es nicht für möglich, dass feinstoffliche Schwingungsfelder sowie auch Tachyon oder Orgon Energie, einen Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden haben.

Wir betonen ausdrücklich, dass wir keine Heilwirkungen versprechen. Die genannten Eigenschaften unserer Produkte beruhen alle auf Erfahrungen die im praktischen Umgang damit gemacht wurden. Sie können allerdings mit bisher anerkannten Messmethoden nicht bestätigt werden. Die Messverfahren welche die Wirkung nachweisen können, werden aber nach aktuellen wissenschaftlichen Standards nicht anerkannt. Ihr Interesse gilt also Produkten, die auf Außenseiterverfahren beruhen.

Aufgrund dieser Tatsache weisen wir darauf hinzuweisen, dass unsere Produkte nach derzeit wissenschaftlichen Erkenntnissen lediglich Placebowirkungen hervorrufen können.
Eine Verwendung zur Behandlung von Krankheiten oder gemäß des Medizinproduktgesetzes wird von uns ausdrücklich untersagt und ist auch nicht vorgesehen.

Wir übernehmen keinerlei Verantwortung dafür, ob die Geräte die von den Erfindern propagierten Fähigkeiten besitzen.Die Benutzung der Vitalation Produkte sollte nicht dazu führen bei gesundheitlichen Beschwerden die Behandlung durch den Arzt oder Heilpraktiker abzubrechen. Es werden von uns keine medizinischen Ratschläge gegeben. Wir übernehmen keine Haftung für die Wirksamkeit unserer Produkte. Für die Benutzung und die Wahl der richtigen Anwendung ist der Nutzer verantwortlich.

Wir bedanken uns für das in uns gesetzte Vertrauen und wünschen Ihnen alles Gute durch den Umgang mit unseren Produkten.
Bei Fragen mailen Sie uns bitte.
Herzliche Grüße
Ihr Vitalation Team

Noch Fragen Kienzle?

Bei http://www.vitalation.de/ gibt es:
Teslaplatten (nicht im Wiki, deswegen ein Link zum Anbieter, eine Art Eso-Bierdeckel)
Den Tensor – ein Gerät zum Aufspüren von Erdstrahlen
VitaLation VitaZellen (haben wir nicht im Wiki, deswegen ein Link zur Anbieterseite)
Tachyon Objekte
Zapper
kolloidales Silber

Und es gibt noch jede Menge weiterer Warnhinweise auf den Seiten:

Die Anwendung von Tensoren & Ruten bei gesundheitlichen Beschwerden ersetzt weder den Besuch eines Arztes noch rechfertigt sie den Abbruch einer bestehenden Behandlung! Die Ergebnisse die mit Tensoren & Ruten erziehlt werden sind nach wissenschaftlichen Kriterien bis heute nicht zu beweisen. Daher betonen wir, dass wir keine Heilwirkungen versprechen können. Die getroffenen Feststellungen beruhen auf unseren Erfahrungswerten.

Die Anwendung unserer Produkte bei gesundheitlichen Beschwerden ersetzt weder den Besuch eines Arztes noch rechtfertigen sie den Abbruch einer bestehenden Behandlung. Die Wirksamkeit unserer Produkte ist nach wissenschaftlichen Kriterien bis heute nicht zu beweisen. Daher betonen wir, dass wir keine Heilwirkungen versprechen können. Die getroffenen Feststellungen beruhen auf unseren Erfahrungswerten. Siehe Rechtshinweis.

Die Existenz von Tachyonenergie ist nach wissenschaftlichen Kriterien bis heute nicht zu beweisen. Daher betonen wir, dass wir keine Heilwirkungen versprechen können. Die getroffenen Aussagen beruhen auf Recherchen im deutschen und internationalen Raum.

Wie vertrauenswürdig ist eine Firma, die erst Heilung anpreist und dies dann im Kleingedruckten widerruft? die Bücher über die heilende Wirkung von Tachyonen und Heilung durch Orgonenergie nebst etlichen Voodoogerätschaften vertreibt, und im Kleingedruckten immer wieder auf die komplette Unwirksamkeit dieses ganzen Blödsinns hinweist?

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Die Pressure-Group der Anthroposophen bei der Arbeit

23. Juni 2009 62 Kommentare


Gestern erschien in dem vom Deutschen Bundestag herausgegebenen Wochenblatt “Das Parlament” eine Kritik von Philipp Bloms Werk “Der taumelnde Kontinent – Europa 1900 – 1914″.
Blom beschreibt in seinem Buch den turbulenten Wandel Europas in der Zeit zwischen 1900 und 1914. Dabei kommt auch die zu dieser Zeit sehr populäre esoterische Strömung mit einem ihrer Hauptvertreter, dem Gründer der Anthroposophie und Waldorfpädagogik Rudolf Steiner zur Sprache.

Der Verfasser der Buchkritik Nikolaus German schreibt wörtlich:
“Was auf die Gestalt Steiners einen Schatten wirft, ist indes weniger seine obskure Esoterik. Bedenklich ist vielmehr – was heute die wenigsten Steiner-Jünger wahrhaben wollen – dass dieser ‘traurige Prophet’ und ‘selbsternannte Visionär’ (Blom) ein ausgesprochener Rassist war, der die Überlegenheit der ‘arischen’ weißen Rasse predigte und die Minderwertigkeit der Schwarzafrikaner, der ‘triebhaften Neger’. Steiner siedelte die ‘Neger’ in seiner hierarchisch aufgebauten Rassenlehre knapp über, manchmal sogar unterhalb der Stufe von Tieren an. Das erweist Steiner als einen Geistesverwandten des national-sozialistischen Rassenwahns und arischen Herrenmenschentums. Freilich hatten sich damals die Ideen von Rasse und Volk in vielen Köpfen festgesetzt, selbst Intellektuelle waren nicht frei davon. Das betrifft auch den weit verbreiteten Antisemitismus.”
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Zehnkampf im Hochstapeln

20. Juni 2009 1 Kommentar

Protsch von Zieten, siehe Beitrag “Der Herr der Schädel” vom 18.06.2009, wurde gestern zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Über dieses recht milde Urteil – wenn man die Einzelstrafen bedenkt – waren Verurteilter und Verteidigung so erfreut, dass man auf Rechtsmittel verzichtete. Da auch der Staatsanwalt Rechtsmittelverzicht bekundete, ist das Urteil rechtskräftig. Protsch von Zieten muss alle Kosten des Prozesses tragen.

Er ist siebzig. Fast hätte er es mit seinen lebenslangen Aufschneidereien so weit gebracht, dass er mit vollen Bezügen eines C4 Professors in den Ruhestand hätte gehen können. Fast. Doch die beamtenrechtlichen Folgen des heutigen Urteils werden noch festzulegen sein. Es wird wahrscheinlich mindestens in eine Aberkennung der Ruhebezüge münden, die sich auf etwa 4500 Euro monatlich belaufen.

Da die Vorgänge und Behauptungen so ungewöhnlich und unglaublich sind, sind sie etwas breiter dargestellt.

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Der Herr der Schädel

18. Juni 2009 8 Kommentare

Gestern begann am Landgericht Frankfurt der Strafprozeß gegen Dr. Reiner Protsch von Zieten. Ein Rückblick: Protsch von Zieten war über dreißig Jahre, seit 1973, Leiter des Instituts für Anthropologie der Universität Frankfurt, bis er 2004 wegen Unregelmäßigkeiten suspendiert wurde. In diesen 30 Jahren hatte es, zumindest seit Mitte der 80er Jahre, immer wieder Hinweise gegeben, dass es an dem Institut nicht so ganz mit rechten Dingen zuging. Mitarbeiter wunderten sich über die staubigen, da unbenutzten Apparaturen, andere über Merkwürdigkeiten bei seinen Veröffentlichungen oder die Art und Weise, wie bei ihm promoviert wurde. Insbesondere etwa 80 Zahnärzten verhalf er zur begehrten Urkunde. Auch wenn der eine oder andere etwas geahnt oder sogar gesagt haben mag vor der allgemeinen Aufdeckung, so war Protsch von Zietens Mittel der Wahl immer „Angriff ist die beste Verteidigung“ und er war es gewohnt, damit auch durchzukommen. Fast alle Dekane der Biologie der Zeit, als er tätig war, können ein Liedlein davon singen, wie schnell aus einem Dissens ein aggressiv geführter Disput mit ihm wurde. Nicht wenige gaben nach Auseinandersetzungen mit ihm resigniert auf. So konnten in dem Klima von Einschüchterung der Mitarbeiter, Aufbrausen bei geringster Kritik von Kollegen und dem Umstand, dass der deutsche Professor, wenn er erst mal sitzt, wo er sitzt, kaum weg zu kriegen ist, jahrzehntelang Wissenschaftsbetrug und andere dunkle Machenschaften gedeihen.

Protsch von Zieten hatte schon einmal vor dem heute begonnenen Verfahren Ärger mit der Justiz. Er hatte einen weiteren schmückenden Doktortitel haben wollen und an der Universität Wien war man willens, das, was er als seine eigene Arbeit vorlegte, anzuerkennen. Pech nur, dass er so sicher war, dass der Titel zuerkannt wurde, dass er ihn bereits führte, bevor er erteilt worden war. Einen Strafbefehl von 18.000 DM wollte er nicht hinnehmen, woraufhin der Richter noch einen kleinen Zuschlag auf 27.000 DM verhängte. Wahrscheinlich war Protsch von Zieten in gewohnter Manier aufgetreten und der Richter hatte ihm dann zeigen müssen, dass auch jemand wie er sich an Recht und Gesetz halten muss.

Protsch von Zieten, der von sich selber gerne behauptete, er sei von 11 Doktorvätern betreut worden, darunter 2 Nobelpreisträger, war hinsichtlich der Ausschmückung seiner Person nicht schüchtern. So bezeichnete er sich als „Zehnkämpfer“, prahlte mit körperlicher und angeblicher geistiger Fitness und war doch in seinem eigentlichen Fach so schwach, dass er in den Vorlesungen vielfach grobe Fehler machte. Fehler, die eigentlich keinem Biologen passieren dürften, ja nicht mal einem interessierten Abiturienten. Aber da er ja an der „UCLA“ studiert hatte, wie er immer wieder stolz betonte, schauten wahrscheinlich auch die Kollegen weg. Ob diese Unterlagen von damals jemals jemand wirklich geprüft hat, steht noch heute aus. Jemand, der über Jahrzehnte so dreist und immer wieder neu lügt, hat vielleicht auch schon früher gelogen. Jemand, der, nachdem er eigentlich schon überführt ist, die Markierung aus Schädeln gefräst zu haben und sie als sein Eigentum ausgegeben zu haben, eine – gefälschte – Kaufurkunde an die Staatsanwaltschaft (!) nachlegt, ist einer, der uneinsichtig ist.

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Tollwut nach Petek-Dimmer

17. Juni 2009 37 Kommentare

Frau Petek-Dimmer ist Autorin des Buches “Rund ums Impfen” AEGIS Verlag 2004 ISBN 3-905353-58-X. Wir berichteten über diese Dame auch schon mal hier.

Aus diesem Buch S. 134f unter Tollwut:

Tollwuterkrankung Behandlung Zur Vorbeugung bei Verdacht:… Gesunde Lebensweise einhalten. Fussbäder und Darmreinigung nicht vergessen!… Bei Krankheitszeichen: Tollwut ist homöopathisch behandelbar. Konsultieren Sie einen homöopathisch praktizierenden Arzt (Meldepflicht). Schulmedizinisch wird die Impfung als Behandlung eingesetzt.

Quelle: http://www.impfinformationen.de/startseite/impfgegnerzitate.html

So so, homöopathisch behandeln will sie das…
Dieser Vorschlag ist an Hirnrissigkeit nicht zu überbieten.
Unbehandelte Tollwut verläuft immer tödlich (Vorsicht, das Video ist nicht angenehm!):

Wikipedia über Tollwut:

Etwa 55.000 Menschen sterben jährlich an Tollwut, die meisten davon in Indien. Die Hälfte der Todesfälle weltweit betrifft Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Ungefähr 10 Millionen Menschen werden jährlich nach einem Verdacht, sich der Tollwut ausgesetzt zu haben, behandelt.

Ohne vorherige Impfung und ohne Postexpositionsprophylaxe verläuft die Infektion innerhalb von 15 bis 90 Tagen – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – immer tödlich.

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Nazis und Impfleugner im ScienceBlogs-Shop

15. Juni 2009 29 Kommentare

Pornos im SpiegelOnline-Shop. Kokain im Edeka. Eigentlich verbindet man mit jedem Markennamen eine gewisse Qualitätsvorstellung. Die letzen beiden Schlagzeilen sind undenkbar. Die Überschrift “Nazis und Impfleugner im ScienceBlogs-Shop” müsste es eigentlich auch sein. Leider ist das aber Realität. Im ScienceBlogs-Shop findet man alles, was das esoterische Herz begehrt, von “Akashachronik”, L. Ron Hubbards “Dianetik” (der Bibel der Scientologen) über typische Heilsteinschwurbeleien bis zu den obskuren Impf- und Rassenvorstellungen des Gerhard Buchwalds, dessen Verschwörungstheorien wie “Impfen, Völkermord im 3. Jahrtausend” ebenso im Repertoire sind wie Hörbücher mit Eso-Nazi Jan van Helsing (Pseudonym von Jan Udo Holey).

All das auf den Webseiten des ScienceBlogs-Shops.
Die meisten Autoren der ScienceBlogs schreiben mit großem Engagement gegen solchen Unfug an. Da ist es ziemlich makaber wenn der verlinkte Laden die schrottigsten Bücher verhökert. Was soll man davon halten? Wer hat da was gedacht oder vielmehr nicht gedacht?

All das läuft unter dem Label ScienceBlogs, auch wenn letztlich irgend ein anderer Buchhändler dahintersteckt – SB gibt den Namen dafür her. Viel besser kann man eigentlich eine Qualitätsmarke nicht ruinieren.

Ich käme mir dort ziemlich verarscht vor als Blogger.

Wenigstens gilt nicht: Wer die Kapelle bezahlt, bestimmt die Musik. Man findet einige der besten Blogs Deutschlands dort. Mal sehen, was die Kollegen hierzu meinen?

Update: Simon Singh

13. Juni 2009 5 Kommentare

Simon Singh schrieb gemeinsam mit

Edzard Ernst das Buch “Trick or treatment” (deutsch “gesund ohne Pillen- Was kann die Alternativmedizin”). Darin wurden seriös und streng an Fakten orientiert alternativmedizinische Behandlungsmethoden einer Bewertung unterzogen. Etwas, was von Gläubigen und Anhängern ja immer wieder gefordert wird. Wenn es dann nicht so läuft, wie es die Quacksalber gern hätten, kommen sie üblicherweise nicht mit neuen belastbaren Fakten, sondern lassen die juristischen Muskeln spielen. Simon Singh hatte in einem Artikel im “Guardian” die chiropraktische Behandlung von Patienten als “bogus” bezeichnet. Die britische Chiropraktiker-Vereinigung (BCA) klagte daraufhin und die Zeitung nahm den Artikel aus dem Netz. Eine Verleumdungsklage kann in Großbritannien richtig teuer werden. Bisher musste man sich ziemlich mühsam auf englischen Seiten (und auf einigen deutschen Blogs) mit Informationen versorgen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Jetzt berichtet endlich auch “Die Zeit” darüber:

Eine Frage des Rückgrats
Christoph Drösser, 10 Juni 2009, DIE ZEIT

Sich mit der Lobby der Alternativmedizin anzulegen kann teuer werden – zumindest in
England

Hat Simon Singh die Chiropaktiker verleumdet?

Das Wort bogus ist eine hübsche englische Vokabel, für die es keine rechte deutsche
Entsprechung gibt. Im wissenschaftlichen Kontext wird das Adjektiv benutzt, um
zweifelhafte, unbewiesene, quacksalberische Praktiken zu beschreiben; aber auch dann, wenn
es um betrügerische Forscher geht. Was bedeutet es, wenn man die Therapien eines
Alternativmediziners als bogus bezeichnet? Unterstellt man ihm (a), dass er wider besseres
Wissen seine Patienten hinters Licht führt, oder (b) stellt man ihn nur als naiven Gläubigen
hin? …

Link zum Artikel
Der Artikel erschien auch in der gedruckten Ausgabe.

Die großartige Unterstützung für den coolen Typ wird über diese Seite “sense about science” koordiniert. Dort kann man sich auch ein Unterstützungsbanner für den eigenen Blog runterladen. Wir bekommen das hier im Esoblog sicher auch noch irgendwie gebacken.

Deutsche Blogs, die darüber geschrieben haben, finden sich hier:
“Der Fall Simon Singh” auf Diax´s rake
und
“Bogus Chiropractic Association: E-mail von Simon Singh” auf Kritisch gedacht

Es darf nicht sein, dass diese Debatte (wissenschaftlich wäre jetzt ein bisschen unangebracht) durch Maulkörbe der Anwälte von Priestern der glaubensbasierten Medizin unterdrückt wird. Die Patienten werden durch diesen Blödsinn schon lange genug gefährdet und geschädigt, auch in Deutschland:
“Gefangen im eigenen Körper”

Gefangen im eigenen Körper, SZ
Von Ekkehard Müller-Jentsch

Der Hausarzt verschrieb ihr Tabletten und Zäpfchen. Als diese nicht halfen, ging die Frau zu einem Heilpraktiker, der mit einem “chiropraktischen Griff nach Nelson” und ruckartigen Bewegungen der Halswirbelsäule die vermeintliche Verrenkung zu beheben versuchte.

Doch schon wenige Stunden später verfiel die Frau in das Locked-in-Syndrom. Seither wird sie in Spezialeinrichtungen gepflegt. Sie kann mit minimalen Kinn- und Lippenbewegungen einen Laserstrahl steuern, der über eine Buchstabentafel an der Wand fährt – ihre einzige Möglichkeit zu kommunizieren.

Nachtrag:
Den Zeitartikel gibt es jetzt doch online:
Link

Ein Nachruf. Germania lebt !

10. Juni 2009 36 Kommentare


…war der Aufmacher einer am 9.6.2009 überraschend erschienen Internet-Selbstdarstellung und Schlussabrechnung bei Jeet TV durch den angeblichen Initiator des KRR-Projekts des sogenannten Fürstentum Germania, Jessie Marsson. Germania lebt… – aber in Zukunft nur noch in irgendeinem südamerikanischen Land als Exilregierung Fürstentum Germania eines abgewirtschafteten staatenlosen ehemaligen Cateringbetreibers und nun angestellten time-sharing Kochs, dem offenbar die Verlockungen der räumlichen Entfernung zu Gläubigern zusagen. Das in den letzten Zügen liegende sogenannte Fürstentum Germania wurde von seinem angeblichen Initiator und mythomanen Clonprinzen ohne Wissen oder gar Zustimmung des weglaufenden Volkes nun als Ruine wie eine heiße bad-vibrations-Kartoffel fallengelassen. Dem eigenen Wunsch nach solle es nun gezielt dem Verfall anheimfallen, meinte Marsson. Nachdem die bürokratiesturen Bewohner aus freien Stücken auszogen und nur noch zwei Herren bestimmt und entschieden aus dem Fürstentum hinauskomplementiert wurden, wird in bekannter rechter Verdrehmanier die neue Legende einer angeblichen Deportation der Einwohner kreiert und ein Bezug zum Nationalsozialismus konstruiert. Umsonst die umsonst reingesteckte Aufräumarbeit, die vielen Handytelefonate, weiten Autoreisen, Retouchen von Bildern der Schrottimmobilie und Träume vom schnellen extraterritorialen Geld im Phantasieminischeinstaat. Und vorbei zunächst auch Träume absurde und menschenverachtende Lügen und Verschwörungstheorien im libertär-braunen Milieu fürstlich gebonkt verbreiten zu können, ohne sich rechtfertigen zu müssen.
Die viel beschworene geistige Führung hatte auf ganzer Linie versagt. Genauso wie herbeigesehnte spirituelle Kräfte und selbst Nocebo-Vodoo von menschenliebenden Trittbrettfahrern verpufften jämmerlich (oder hat einer der FG-Kritiker inzwischen Krebs?), während Marsson als immer verbissenere und in sich gefangene Karikatur eines Pseudologen auftritt, der mal nach Zaire will (den Staat gibt es schon lange nicht mehr) oder 18-jähriger höherer Offizier der US-Army mit Dienstgrad der britischen Navy in der Söldnerfirma Blackwater gewesen sein will und eine Briefkasten-limited leitete, die merkwürdigerweise den gleichen Namen wie sein Auftraggeber trägt. Aber der scheinbare Usurpator des Desasters und der Umsonstarbeiterei war ja gar nicht schuld: Man hatte ihn ja da rein manövriert und daher sei es nun auch das gute Recht des Besitzers als (‘‘wir Fürsten‘‘) den Scheiß einfach liegen zu lassen. Sollen sich doch andere drum kümmern. Hatten wir das nicht schon mal? Aber ja: Nachdem sich Wunderheiler Ryke Geerd Hamer vor Gläubigern nicht mehr retten konnte, gings damals ab ins Exil nach Rom. Auch Rechtsaußen-Alternativheiler Karl Probst verschwand nach Paraguay nachdem ihn eigene Patienten anzeigten, die sich in seinem Wartezimmer von ausliegender rechtsextremer Literatur belästigt und volksverhetzt fühlten.

Autor Roald Dahl widmet Buch seiner Tochter

9. Juni 2009 2 Kommentare

… und hofft, daß ihr viel zu früher Tod anderen Eltern als Mahnung dient.

Mitte der 80er Jahre arbeitet der bekannte Kinderbuchautor Roald Dahl den Tod seiner ältesten Tochter im Jahre 1962, als es noch keine Impfungen gegen Masern gab, auf. Auch knapp zweieinhalb Jahrzehnte später gibt es immer aktiver und aggressiver agierende Impfgegnerkreise. All jenen zur Warnung geben wir den folgenden Bericht Dahls wieder:

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Masern: eine gefährliche Krankheit
von Roald Dahl (1986)

Als meine älteste Tochter Olivia an Masern erkrankte, war sie sieben Jahre alt. Während die Erkrankung ihren scheinbar normalen Gang nahm, las ich ihr oft im Bett vor und entsinne mich, nicht sonderlich beunruhigt gewesen zu sein. Eines Morgens, als sie schon auf dem Weg der Besserung war, saß ich an ihrem Bett und zeigte ihr, wie man kleine Tiere aus bunten Pfeifenreinigern formt, doch als sie dann selbst welche formen wollte, bemerkte ich, daß ihre Finger nicht im Einklang mit ihren Gedanken arbeiteten und sie nichts zustande brachte.

“Fühlst Du Dich nicht gut?” fragte ich sie.
“Ich bin so müde”, antwortete sie.

Innerhalb der nächsten Stunde war sie nicht mehr bei Bewußtsein. Zwölf Stunden später war sie tot. Ihre Masern verwandelten sich in eine grauenhafte Masernenzephalitis und es gab nichts, das die Ärzte für sie tun konnten, um ihr das Leben zu retten. Das war 1962; doch auch heute, 24 Jahre später, können die Ärzte nicht viel tun, wenn die Masernerkrankung eines Kindes zu tödlichen Reaktionen führt, die denen gleichen, woran meine kleine Olivia verstarb.

Und doch haben Eltern heute die Möglichkeit, etwas für ihre Kinder zu tun, um solche Tragödien zu verhindern. Sie können darauf bestehen, daß ihre Kinder gegen Masern geimpft werden. 1962 hatten wir diese Option für Olivia nicht, da noch kein Impfstoff für Masern frei verfügbar war. Heute jedoch sind sichere und verträgliche Impfstoffe auf dem Markt und man muß als Familie nur den Arzt darum bitten, die Kinder zu impfen.

Die Ansicht, Masern seien eine gefährliche Krankheit, ist nicht sonderlich weitverbreitet. Aber glauben Sie mir, Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Meiner Meinung nach gefährden Eltern, die ihren Kindern Impfungen verweigern, das Leben ihrer Kinder massiv. In Amerika, wo die Impfung gegen Masern Pflicht ist, treten Masern – genau wie Pocken – fast nicht mehr auf. Hier in Großbritannien, wo es viele Impfverweigerer unter den Eltern gibt, die ihre Kinder nicht impfen lassen – sei es aus Unwissenheit oder Starrsinn oder Angst – werden jährlich hundertausende Erkrankungsfälle registiert.

Mehr als Zehntausend davon werden mit der einen oder anderen Art der Komplikation kämpfen müssen. Mindestens Zehntausend der Erkrankten werden Ohren- oder Lungenentzündungen entwickeln. Ungefähr 20 werden sterben.

LASSEN SIE DAS RUHIG ERSTMAL SACKEN.

Jedes Jahr sterben in Großbritannien um die 20 Kinder an Masern. Wie sieht es im Gegensatz dazu mit den mit einer Impfung verbundenen Risiken für unsere Kinder aus? Diese sind nahezu nicht existent. Das muß man sich bitte vorstellen. In einem Bezirk mit 300.000 Einwohnern wird nur eines der immunisierten Kinder alle 250 Jahre impfbedingt schwere Komplikationen durch die Masernimpfung erleiden! Die Chance liegt somit bei ungefähr eins zu einer Million. Ich denke, die Wahrscheinlichkeit, daß Ihre Kinder an einem Stück Schokolade ersticken, ist höher, als an der Masernimpfung ernsthaft zu erkranken.

Worüber um Alles in der Welt machen Sie sich also Sorgen? Es wird fast als Verbrechen dargestellt, wenn man einwilligt, seine Kinder impfen zu lassen. Im Idealfall verabreicht man die Schutzimpfung mit ungefähr 13 Monaten, aber es ist nie zu spät. Alle Kinder, die mit dem Schuleintritt noch nicht gegen Masern geimpft wurden, sollten ihre Eltern bitten, sie baldmöglichst impfen zu lassen.

Ich habe zwei meiner Bücher meiner Tochter Olivia gewidmet, das erste war ‘James und der Riesenpfirsich’. Als ich es schrieb, lebte sie noch. Das zweite, ‘Sophiechen und der Riese’, widmete ich ihr post mortem, nachdem sie den Masern erlag. Sie werden diesen Namen am Anfang beider Bücher lesen. Und ich weiß, wie sehr sie sich freuen würde, wenn sie wüßte, daß ihr Tod half, andere Kindern vor einem Teil der Krankheiten und dem damit verbundenen Sterben zu bewahren.

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Übersetzt aus dem Englischen von Frieda Freiberg
Geschrieben 1986 für eine Broschüre der Sandwell Gesundheitsbehörde (heute: Sandwell and West Birmingham Hospitals NHS Trust)

In memoriam an Olivia Twenty Dahl (geb. April 20, 1955 – gest. November 17, 1962)

Übersicht der Impfempfehlungen in Europa MRR (Masern, Mumps, Röteln)

Quelle: EUVAC.NET

Dank an Alexander Romanovich für das Bild.

Gäbe es EsoWatch in Buchform …

5. Juni 2009 10 Kommentare

könnte man schöne Geschichten erzählen:

K: Mami! Liest du uns heute abend wieder was vooar?
M: Aber nur wenn ihr brav wart!

(Stunden später und nach langem Geheule und Aus- und Anziehen)

K: Aaach! Nicht wieder aus dem dicken Buch!
M: Doch, doch, heute lese ich euch ein schönes Märchen vor.
K: Schon wieder das mit dem bösen Doktor, der die Leute mit der Seele heilt und die dann drauf reinfallen?
M: Nein. Wartet mal ab. Also, es war einmal ein gaanz armer Fürst. Der war so arm, dass er nicht mal ein Schloss oder Land hatte in dem er regieren konnte, und er wollte soo gerne als Fürst regieren – wie der Fürst von Monaco.
K: Ooooh!
M: Ja, da kam aber eines Tages ein reicher Clonprinz Jessi aus der Familie der Merowinger, der war nämlich Druidenzauberer …
K: Was iss das?
M: Das ist das was wir neulich hatten, erinnert ihr euch? Das, wo die Leute viel Geld bezahlen und eigentlich könnten sie es sparen, weil nicht mehr rauskommt wie nach einem Gespräch…
K: Kennen wa, heißt Homopati.
M: Ja, genau. Also der reiche Clonprinz kaufte dem armen Fürsten ein Schloss, aber das war ganz kaputt. Da hatte der Clonprinz eine Idee: Wir suchen arme Leute, die gerne in einem Schloss mit Fürsten wohnen wollen und wo sie üben können, später selbst Fürst zu werden und andere Leute regieren. Und die sollen das Schloss umsonst reparieren und können dann da Camping machen. Und dann haben die aber das Klo nicht reparieren können.
K: Igitt!
M: Tja, und dann sind die eben wieder ausgezogen und der Fürst brauchte sich auch nicht mehr darum kümmern und der Clonprinz konnte wieder druidenzaubern und Geschichten erzählen. Sooo und nun schlaft schön!
K: Oooh!
M: Also wenn ihr brav seid gibts morgen wieder ein Märchen: Das Märchen von den Schiffen die fliegen können, weil keine Luft drin ist.
K: Geilo! Aber das ist ist doch bestimmt nur ein Märchen oder? Wie ist die Kategorie?
M: Natürlich ist es ein Märchen, aber das erzähle ich morgen…

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