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Archiv für Juli, 2011

Über Entstehung von Theorien und ihre möglichen Weiterentwicklungen zu Glaubenssystemen.

27. Juli 2011 5 Kommentare

Immer diese Quanten. Hier hat jemand einen brillanten, ganz neuen Plan:

Dieser Post soll als Aufruf an Wissenschaftler aller Fachrichtungen verstanden werden, gemeinsam eine quantenmechanische Systemtheorie der sozialen Welt zu entwerfen. Die Grundprämissen sind mehr als simpel: Alles was wir aus der Physik wissen, können wir auch auf die soziale Welt übertragen.

Dass ein solches Unterfangen nur in launiger Esoterik enden kann, hält anscheinend niemanden davon ab, es immer wieder und wieder neu zu versuchen. Die Frage ist, warum? Folgender Text von Dr. Peter Zeller (für die Blogfassung leicht gekürzt) gibt einen erstaunlich passenden Kommentar dazu:

Theorien beginnen als Hypothesen und entstehen unter anderem aus Beobachtungen an und Experimenten mit der Natur. Die Theorie soll die Ergebnisse berechenbar machen, sie vielleicht sogar erklären. Zu Beginn ist die Hypothese über ein Phänomen meist einfach und entsprechend fehlerhaft; durch weitere Versuche wird sie verfeinert und konkretisiert. Wir sehen eine Mehr…

Homöopathische Diskussionskultur bei der DZVhÄ

24. Juli 2011 35 Kommentare

Vorneweg: DZVhÄ, eine Abkürzung, von der man instinktiv eher nicht wissen will, was sie bedeutet, heißt ausgeschrieben “Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte“.  Dieser Zentralorganverein hat nun einen Blog. Björn Bending hat da tapfer versucht, einen Überblick zur Lage zu geben: Homöopathie auf dem Prüfstand: Forschung, Praxis und Akzeptanz der Homöopathie in Deutschland – Ein Überblick.

Interessanter Versuch, aber leider mit typischer homöopathischen Rabulistik gespickt und logischen Fehlschlüssen:

“Der Umstand, dass bis dato kein mit dem heutigen Stand der Wissenschaft zu vereinendes, in sich schlüssiges Erklärungsmodel gefunden wurde, beweist nicht die Unwirksamkeit der Homöopathie. Salopp formuliert: Die Schwerkraft war bereits in Kraft, noch bevor Newton eine umfassende Theorie nachlieferte. Indes beweist ein fehlendes Modell natürlich auch nicht die Wirksamkeit der Homöopathie, es beweist zunächst einmal gar nichts.”

Wir gehen konform, dass das nichts beweist, und abgesehen vom hinkenden Vergleich liegt hier ein typischer Fehlschluss nach falscher Prämisse vor: Die Homöopathie hat ihre spezifische Wirksamkeit bisher – seit 200 Jahren – nicht belegt, daher benötigt man überhaupt kein Erklärungsmodell – siehe Ratioblog).

Es wird immer besonders lustig, wenn diese Glaubensgemeinschaft versucht, einen auf wissenschaftlich zu machen. Etwas klügere unter den Homöopathen haben das schon länger erkannt und suchen sich Lücken, z.B. in Form von sogenannten Outcome-Studien, die nichts anderes machen als vorher – nachher Aufnahmen, die in dieser betriebenen Form nur eine akademisch verbrämte Form des beliebten Null-Satzes “Wer heilt, hat recht.” persiflieren.

Aber zurück zum Thema: In den Kommentaren haben sich einige Leute gemeldet. Z.B. Ulrich Berger, der den Beitrag in seiner knappen Art recht trocken auseinander nahm. (Siehe Kommentar 1).  Kommentar 3 stammt von “merdeister”. merdeister ist auch bei uns im Forum registriert (und nein, wir wissen nicht, wer er/sie ist) und offenbar Autor im Blog Die Ausrufer.

Die furchtbare Angst vor Argumenten

Nun wurde merdeister per Mail informiert, dass er nur mehr unter Angabe von Name und Telefonnummer dort Kommentare abgeben darf, wie er in unserem Forum berichtet:

Is ja nicht ja nicht so als wäre ich nicht von Euch darauf hingewiesen worden…  Schockiert

http://dieausrufer.wordpress.com/2011/07/23/randnotiz/

Kurzform: Man möchte nur mit mir reden, wenn ich sage, wie ich heiße.

(Siehe hier)

Man stelle sich nun vor, wir würden hier im Blog nur noch Kommentare zulassen, bei denen die Kommentatoren nur noch schreiben könnten, wenn sie Realname und Telefonnummer angeben. Analog in diversen anderen Foren oder Blogs, SB, ZEIT, SPON, etc. Ein langanhaltendes virtuelles Tock-Tock würde durchs Netz vibrieren, hervorgerufen durch das Tippen an die Stirn der Leser und Schreiber.

Wie kommt es zu so einem kommunikativ idiotischen Fehlverhalten?

Was hat nun die Blogbetreiber zu diesem merkwürdigen Schritt veranlasst?
Womöglich kommt man der Sache näher, wenn man sich das Impressum des Blogs anschaut. Redakteur ist ein gewisser Claus Fritzsche, ein Texter und Journalist (so darf sich jeder nennen), der seit Jahren auf Schwarzer Ritter der Alternativmedizin macht. Sein unzweifelbares Talent zum sinnlosen Schwurbeln, seine feste Überzeugung, dass das Abwerfen von bedeutungsschwangeren Substantiven schon irgendeinen Sinn ergeben wird, solange es nur viele sind – ist natürlich mit der homöopatischen Neuronensimulation sehr kompatibel.

Dass nun Herr Fritzsche auch einige Hyde-Blogs betreibt – zumindest behaupten das viele Stellen im Netz –, wo es mit dem Datenschutz nicht so genau genommen wird und gestalkt wird bis es kracht, ist den werten Damen und Herren der DZVhÄ wohl entgangen. Dem Herrn einen Namen und eine Telefonnummer zu geben, wäre ungefähr so intelligent wie einem Stalker die Hausschlüssel zu überreichen.

Naja, Schwamm drüber.

Liebe Homöopathen, seid halt mal ehrlich

Keiner hat doch was dagegen, dass ihr Hahnemanns geistartige Kraft verehrt. Ihr dürft auch auf Lederrücken klopfen, bis es schmerzt. Auch die Vorstellung groß = klein, nichts = alles hat was. Was Philosophisches. Man kann sich auch super von Analogie zu Analogie hangeln, macht Spaß und viel Freude, wenn man im Flug den nächsten Ast sieht und erreicht.

Aber hört doch endlich auf, die Wissenschaft dafür missbrauchen zu wollen. Kein Hütchenspieler dieser Welt käme je auf die Idee, bei einem Mathematikkongress auftreten zu wollen.

Lesetipp: Logische Fehlschlüsse locker erklärt

20. Juli 2011 25 Kommentare

Wir schließen uns dem Blog Diax’s Rake von Jörg Rings an und empfehlen ebenso Michael Hohners Ratioblog, der in einer geplanten mehrteiligen Reihe die ganzen Möglichkeiten, falsch zu schließen und sich zu verrennen aufzeigt. Für den kritischen Menschen Basiswissen, dass sich aber darum immer wieder aufzufrischen lohnt.

Los geht es hier Mit Fehlschluss Nr.1, dem Non sequitur

Der steirische ESO – Jahresbericht 2011

19. Juli 2011 2 Kommentare

Wie schon einmal möchten wir unsere Eulenaugen in die Steiermark richten, wo auch dieses Jahr wieder der Logo ESO-Jahresbericht 2011 im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlicht wurde. Bei LOGO handelt es sich um einen Informationsdienst des Landes Steiermark (und diverser Partner), dessen Ziel es ist, Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie in allen Lebenslagen zu beraten. Nicht nur Esoterik und Sekten, auch Beratungen zu Geld, Wohnen, Arbeit, Sexualität und anderen Themen werden angeboten!

ESO.INFO-Leiter Roman Schweidlenka und Landesrätin Elisabeth Grossmann stellten den Bericht vor, der auch dieses Jahr wieder versucht die Situation in Graz und der Steiermark zu thematisieren.

Erfreulich ist, dass die Jugendgruppe der Metal-Fans eine starke Abwehrhaltung gegen die Rechte Szene zeigt und aktives demokratisches Interesse zeigt. Weniger positiv jedoch ist der Einfluss von Satanismus auf eine Minderheit von Jugendlichen, eine Philosophie die ein extrem unsoziales, mitleidloses Weltbild propagiert. Die ganze Thematik wird hier im Detail in einem längeren Dokument beschrieben.

Auch der “Weltuntergang 2012” mit dem Ende des Maya-Kalenders spielt eine Rolle, diverse Esoteriker setzen Menschen in der Steiermark unter Druck, Kurse und Seminare zu besuchen und sich von nicht spirituellen Personen loszusagen, da dies ihre einzige Chance darstelle, den Weltuntergang zu überleben:

“Konkret werden mit derartigen Drohbotschaften Ängste, Isolation von der Gesellschaft und regressive Bewusstseinszustände gefördert.”

Auch über das “Burn Out”-Syndrom wird Zugang zu Betroffenen gesucht. So erklärt z.B. der Psychologe Robert Betz, Therapeuten-Ausbilder, der Seminare wie „Die Engel nehmen uns an der Hand“ anbietet und mit einem geistigen, nicht inkarnierten Lehrer „P’taah“ kooperiert:

„Immer öfter hören und lesen wir heute von Menschen, die unter dem sog. ‚Burn-out-Syndrom’ leiden und es klingt in den Berichten über diese ‚ausgebrannten’ Menschen oft so, als seien sie das Opfer unserer Gesellschaft und es könne halt jeden erwischen. Ist es wirklich reine Glückssache, wenn man von dieser ‚Krankheit’ verschont wird? Nein. Diese ist – wie fast alle Krankheiten – vermeidbar, wenn der Mensch begreift, dass er der Schöpfer seiner Lebenswirklichkeit ist.“

Der genannte Robert Betz zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass er Chefetagen von der Verantwortung für Burnout befreit. Nein, auch der Seitensprung wird von ihm zum Geschenk erklärt. Man solle doch seinem Partner dankbar sein, weil er einen mit dieser wunderbaren “intensiven Gefühlserfahrung” beglückt.

Gewisse esoterische Kreise versuchen mit Fabelwesen zu punkten und verkaufen z.B. die Kraft des Einhorns und Öffnung der Chakren. Auch klärt uns der Bericht auf, dass für nur 43€ eine Fernweihung im Drachen-Reiki angeboten wird.

Ein weiteres Problem in Graz ist das zunehmende Auftreten fundamentalistisch religiöser Gruppierungen, die auch mit rechtem und verschwörungstheoretischem Gedankengut wie “Naturkatastrophen, Terrorismus, Schweinegrippe und Weltfinanzkrise” würden von FreimaurerInnen und „Weltjudentum“ verursacht.

In diesem Sinne wird auch vor dem Besuch des Esoterikers und Verschwörungstheoretikers Johannes Holey, dessen ideologische Überzeugung als braun bezeichnet werden muss, gewarnt.

Den gesamten Bericht findet Ihr hier. Wir möchten in diesem Sinne auch auf einige andere Themen, die von der Grazer Truppe aufgearbeitet wurden, aufmerksam machen:
Die braune Aura der Esoterik (Rechtsextremismus)
Die schwarze Szene (Satanismus, Vampirismus, Rechtsextremismus)
Wer fürchtet sich vorm weißen Mann? (Rechtsextremismus)

Alles Gute, liebes Logo-Team und weiter so! Lasst Euch nicht unterkriegen!

Hobbythek: Der Homöopathie-Fänger

18. Juli 2011 6 Kommentare

Haste och Anngst vor de Esoterika?
Villeischt jerade nen Kind jekrischt?
Und dannoch ne esoterische Hebamme, die Dir vor allet Anngst machen tut?
Und mit Jlobuli rumschmeißt?
Mehr…

KategorienHomöopathie, Satire Tags:

Die wundersame Vermehrung der Bücher

15. Juli 2011 19 Kommentare

Heute möchte ich ein Phänomen vorstellen, dass so mysteriös ist, dass selbst die mutigsten Esoteriker sich anscheinend bis jetzt nicht an eine Erklärung wagen: Die wundersame Vermehrung von Büchern.

Jedes mal, wenn ich meine Bücherregale betrachte, scheinen sie voller geworden zu sein, und obwohl ich unlängst einige Kisten voll Bücher aussortiert und weitergegeben habe, sehe ich mich gezwungen, bald ein weiteres Regal anzuschaffen. Dieses wundersame Wachstum steht ganz offensichtlich in keinem Verhältnis zu der relativ geringen Anzahl der Bücher, die ich in letzter Zeit gekauft habe. Noch unerklärlicher ist aber, dass ich gelegentlich in den hinteren Ecken der Bücherregale Bücher finde, von denen ich nicht gewusst habe, dass ich sie überhaupt besitze. Dies lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Die Bücher haben sich vermehrt!

Nun stellt sich natürlich die Frage, was die Ursache für diese Vermehrung ist. Fleißig wie ich bin, habe ich mir ein Beispiel an den gelegentlich sehr kreativen Esoterikern genommen und mir nicht nur eine, nein gleich drei Hypothesen dazu willkürlich zusammenphantasiert, äh, ich meine natürlich, sorgfältig ausgearbeitet.

Zunächst einmal erscheint es logisch, dass die Bücher sich ganz einfach von selbst vermehren. Viele Menschen sind der Ansicht, dass Bücher eine Art Seele besitzen und in gewisserweise ein eigenes Leben führen. Warum sollten sie sich dann nicht auch vermehren können?

Dafür spricht auch folgendes Erlebnis, dass ich vor einigen Wochen hatte: Ich holte auf der Suche nach einem vermissten Buch einige Kisten Bücher aus dem Schuppen, die ich vor einiger Zeit dort eingelagert hatte, um den sich immer weiter ausbreitenden Büchermassen Herr zu werden. (Bezeichnenderweise hinterließen sie dennoch keine merklichen Lücken im Regal.) Nachdem ich die Bücher ins Haus transportiert und sortiert hatte, stellte ich erstaunt fest, dass sich dazwischen 4 oder 5 schon etwas ältere Thriller eher unbekannter Autoren befinden, die ich, und da bin ich mir sehr sicher, in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen, geschweige denn in der Hand gehabt habe. Dies ließe sich wunderbar damit erklären, dass die Bücher sich im Schuppen ungestört vermehren konnten.

An  diesem Punkt bliebe nun noch die Frage übrig: Vermehren sich Bücher ungeschlechtlich oder geschlechtlich? Im zweiteren Fall: Kann man sie eventuell sogar gezielt züchten, indem man Literatur unterschiedlicher Genres miteinander kreuzt? All dies wäre bereits eine großangelegte buchbiologische Untersuchung wert, sobald die Buchbiologie, also die Lehre vom Leben der Bücher, als vollwertige Pseudowissenschaft anerkannt und ein entsprechender Lehrstuhl an der Viadrina eingerichtet wurde.

Allerdings muss berücksichtigt werden, dass es in den heutigen Zeiten sowohl aus ökonomischen als auch aus ökologischen Gründen unabdingbar ist, mit den vorhandenen Ressourcen sparsam umzugehen. Ich bin gerne bereit, mit gutem Beispiel vorranzugehen, indem ich eine Hypothese anwende, um gleich zwei bisher ungeklärte Phänomene abzudecken.

Es ist auffällig, dass Kugelschreiber, ganz im Gegensatz zu Büchern, dazu neigen, auf ebenso mysteriöse wie unauffällige Weise zu verschwinden. Egal, wie viele Kugelschreiber man kauft, als Werbegeschenk erhält oder sich ausleiht und vergisst, sie jemals wieder zurückzugeben: Nach einer Weile wird man unweigerlich feststellen, dass sich ihre Zahl merklich verringert hat. Und die meist verschwindend geringe Anzahl Kugelschreiber, die man als defekt oder leer entsorgt hat, reicht bei weitem nicht aus, um diesen Schwund zu erklären. Es scheint ganz so, als ob die meisten Kugelschreiber verschwinden, lange bevor sie unbrauchbar werden.

Was liegt also näher, als anzunehmen, dass Kugelschreiber dazu neigen, in einem unbeobachteten Augenblick eine materielle Transformation zu durchlaufen und die Gestalt eines Buches anzunehmen? Gewiss, einige zu rational denkende Zeitgenossen mögen sagen, dies sei vollkommen unmöglich. Ihnen sei gesagt: Ihr habt die Quantenmechanik vergessen, denn die macht alles möglich! Leider reicht der mir hier eingeräumte Platz bei weitem nicht aus, um die quantenmechanische Umwandlung vom Kugelschreiber zum Buch eingehend zu beleuchten, aber falls dahingehend noch Bedarf besteht, wendet euch bitte an einen Esoteriker eures Vertrauens. Der wird euch mit Freuden erklären, wie das alles funktioniert mit Quanten und so weiter.

Natürlich gibt es auch hier weiteren Forschungsbedarf. So wäre es sicherlich interessant zu wissen, ob Material und Aussehen eines Kugelschreibers Einfluss auf das daraus entstehende Buch haben, ob also aus einem billigen Werbekugelschreiber eher ein Groschenroman, aus einem teureren Modell aus Metall hingegen ein höherwertiger Hardcoverband wird. Ebenso müsste natürlich geklärt werden, wie es den Kugelschreibern gelingt, während der Verwandlung unbemerkt ins Bücherregal zu wandern.

Allerdings lässt sich der ökonomische Umgang mit Hypothesen noch wesentlich stärker optimieren. Bei genauerer Betrachtung wird nämlich deutlich, dass eine einzige Erklärung für praktisch alle unbeantworteten Fragen ausreicht: Es steckt eine große, böse Verschwörung dahinter!

Auch aus dieser Lösung ergeben sich allerdings weitere Fragen. Vor allem wäre natürlich wichtig zu erfahren, wer hinter dieser gigantischen Verschwörung steckt: Illuminaten, Sirianer, Bilderberger oder gar SIE höchstpersönlich?

Glücklicherweise gibt es aber in diesem Fall eine ebenso einfache wie geniale Möglichkeit, eine Antwort zu finden. Schon die alten Römer damals fragten: Cui bono? Auf Deutsch: Wer von einer Verschwörung profitiert, ist auch schuld daran.

Wer aber profitiert von einer heimlichen Büchervermehrung? Nun, bei näherer Betrachtung liegt das auf der Hand: Die Möbelindustrie! Die verdient schließlich nicht schlecht daran, wenn für immer mehr Bücher auch immer mehr Bücherregale erforderlich werden.

Nachdem ich nun also unumstößlich bewiesen habe, dass die Möbelindustrie einen quantenmechanischen Materietransformationsstrahler besitzt, mit dem sie heimlich Kugelschreiber in Bücher umwandelt, werde ich mich natürlich keineswegs auf den erreichten Lorbeeren ausruhen, sondern weiteren bisher ungeklärten mysteriösen Phänomenen nachgehen, zum Beispiel der Frage, warum Waschmaschinen dazu neigen, von einem jeden Sockenpaar genau eine Socke verschwinden zu lassen. Doch dazu vielleicht ein andermal mehr.

KategorienAllgemein, Satire Tags:

Ertappte Sünder… Charité und Elektrosmog

12. Juli 2011 15 Kommentare

Man kennt das von kleinen Kindern, die die Hände hinter dem Rücken verstecken, damit man die Marmelade an den Fingern nicht sieht. So ähnlich verhält sich gerade die Charité in Berlin bei einer umstrittenen Elektrosmogstudie.  In der Süddeutschen Zeitung vom 12.Juli 2011 ist ein schöner Artikel mit dem Titel: “Daten zu Handygefahr unter Verdacht”.  Schon einmal waren Mobilfunkuntersuchungen spektakulär besorgniserregend ausgefallen, schon damals handelte es sich um plumpe Fälschungen. Grund genug also, erst mal skeptisch zu sein. Und tatsächlich steht in dem erwähnten Artikel:

Doch trotz des anhaltenden Interesses an ihnen sind die drastischen Ergebnisse bis heute nicht in einem Fachjournal publiziert, wie sich dies für gute Wissenschaft gehört

Für Kenner der Materie ein weiteres Alarmsignal. Aber damit hört es nicht auf. Prof. Alexander Lerchl hat sich mit einigen Mühen die Originaldaten beschafft:

Seither steht für Lerchl zweifelsfrei fest: Die Ergebnisse der Arbeit wurden manipuliert; Daten, die nicht ins Bild vom gefährlichen Handy passten, wurden zurechtgerechnet, und Aufnahmen von geschädigten Zellen waren mitunter plumpe Fälschungen, wie der Spiegel am Montag berichtete.

Ob das Verschwindenlassen der Arbeit eine hinreichende Maßnahme ist, um das kostbare Gut Reputation zu schützen?

 

hier nachlesen: http://www.sueddeutsche.de/wissen/umstrittene-forschungsergebnisse-daten-zur-handystrahlung-gefaelscht-1.1119068

 

 

 

 

 

 

 

 

Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

11. Juli 2011 99 Kommentare

Übernommen, mit freundlicher Genehmigung von Andreas Lichte, von den Ruhrbaronen:

 

Prof. Hopmann

Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone.

 

Andreas Lichte: Sie kennen Prof. Klaus Prange noch von Ihrer Zeit an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel?

Stefan T. Hopmann: Ja, als einen der analytisch streng, sprachlich präzise schwierige Zusammenhänge beschreiben kann – garniert mit trockenem norddeutschem Humor …
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Wiki-Watch: Wer bewacht die Wächter?

3. Juli 2011 44 Kommentare

Im Herbst 2010 wurde das Projekt Wiki-Watch mit dem hehren Ziel der Qualitätssicherung in der Wikipedia ins Leben gerufen. Angeblich als “Arbeitsstelle im Studien- und Forschungsschwerpunkt ,Medienrecht’ der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).”, als Forschungsprojekt geführt von dem Journalistik-Professor Wolfgang Stock.

Wie allerdings jetzt bekannt wurde, wurde der Account von Stock durch Mitarbeiter der Wikipedia überprüft und einige Auffälligkeiten festgestellt. Wiki-Watch soll: “… in zahlreichen Konfliktthemen um Religion, Homosexualität und Politik mittels zahlreicher Accounts massiv versucht haben, Artikel in ihrem Sinne zu manipulieren und zu beeinflussen.“. In einem 11 Seiten langen Dossier der Wikipedia Mitarbeiter wird ein interessantes Bild der Vorgänge gezeichnet. Ein Artikel, der zum Schaden einer Pharmafirma gewesen wäre, wurde mehrfach “optimiert”, andere Artikel geschönt.

Stock erklärte der FAZ, dass er in einem 8-Personen Haushalt gelebt hätte und man mit mehreren Laptops gearbeitet habe und vielleicht nicht immer der angemeldete Benutzer mit der Person hinter dem Laptop übereingestimmt haben könnte …

Auf der anderen Seite wurde auf der Wiki-Watch Seite die “Qualität” der Artikel bewertet.

Wie sich weiter herausstellte, hat Wiki-Watch niemals Etatmittel von der Universität erhalten und wird ausschließlich von unbekannten “Dritten” finanziert. Die Homepage ist auf die Privataddresse von Wolfgang Stock registriert und gehört ihm damit als Privatperson und nicht der Universität. Ebenso verhält es sich mit dem Logo. Auf die gleiche Adresse ist auch die Homepage von Convincet GmbH, bei der Stock Geschäftsführender Gesellschafter ist, gemeldet. Convincet wirbt mit folgendem Text:

„Wir unterstützen Sie bei Ihrer Interessenvertretung im politisch-gesellschaftlichen Kontext. Ziel ist es, Ihren unternehmerischen Erfolg durch gezielte Interventionen zu sichern und Krisen vorzubeugen. Extrem schnelle und flexible Reaktion auf neue Themen und Problemstellungen ist dabei selbstverständlich.“

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …

Die FAZ, die einen Artikel zum Thema verfasst hatte, wurde in der Zwischenzeit mit Klage bedroht und entfernte den Artikel von ihrer Webseite. Aber im Sinne des “Streisand-Effekts” finden Sie den Artikel natürlich bei uns: hier.

Und weil es dieses Wochenende kein Rätsel gab, hier noch ein kleines:

Rätselfrage: Wie nennt man das, wenn jemand für Geld Artikel manipuliert und gleichzeitig als Qualitätswächter auftritt? Uns ist kein geeigneter Begriff eingefallen.

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Edit: Das Dossier wurde verlinkt

 

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