Im amerikanischen Bundesstaat Tennessee wurde gerade ein harter Schlag gegen Wissenschaft und Vernunft geführt. Nachdem die so genannte “Affenverordnung” (wie sie von Kritikern spöttisch genannt wird) letzte Woche durch den Senat ging, wurde sie nun durch das Repräsentantenhaus bestätigt.
Bei der Verordnung geht es darum, Lehrern zu erlauben, die “wissenschaftlichen Stärken und Schwächen” von “kontroversen Themen” wie “Evolution, Ursprung des Lebens, Globaler Erwärmung und dem Klonen von Menschen” zu diskutieren. Dahinter steckt im Wesentlichen, dass die “Kontroverse” gelehrt werden soll, was auf gut Deutsch heißt: Kreationismus/Intelligent Design.
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Die Pocken, eine Geißel der Menschheit, die mehr als 300 Millionen Menschenleben gefordert hat, ist heute lange ausgerottet. Aber der Weg dahin war steinig.
Kaum hatte Edward Jenner, heute auch als “Begründer der Immunologie” bezeichnet, im Jahre 1798 die Methode publiziert, die dann als Impfung bekannt wurde, formierten sich ihre Gegner und lehnten diese strikt ab.
Die Gründe waren vielfältig. Kleriker mahnten, es sei nicht christlich zu impfen, da der Impfstoff vom Tier stamme; in der Bevölkerung herrschte generelles Misstrauen in die Medizin; Impfgegner schrieben Pamphlete, dass es prinzipiell nicht funktionieren könne; Eltern machten sich Sorgen wegen der Narben am Arm …

Impfgegner Propagandabild von 1802
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Vor einigen Tagen hat ja Dr. Rath in Berlin (und zuvor in anderen Städten) einen Vortrag zu seiner Zellularmedizin gehalten.
Ein kritischer Blogger hat sich den Vortrag angesehen und einen sehr schönen Bericht darüber geschrieben. Sehr spannend. Vielen Dank an die GWUP für den Tipp. Ein toller Beitrag, der versucht objektiv Veranstaltung und Stimmung zu beschreiben.
Als Fazit bleibt (bei uns) Bitterkeit, im Gedanken daran, mit wie wenig Rath durchkommt, um den Leuten sein Zeug anzudrehen. Und es ist auch kein Wunder, dass er am Ende nicht gewillt ist, Fragen zu beantworten …
Wer kennt sie nicht, die Skandale in südlichen Ländern, ob aus Büchern, Filmen oder aus dem echten Leben.
Man meint zu wissen, wie gefährlich es sein kann, sich gegen vorherrschende Strukturen von Korruption, Geldgier und Betrug stark zu machen, solange sie sich nicht vor der eigenen Haustüre abspielen.
Ob in Neapel die Müllberge zum Himmel stinken, der Drogenhandel und die Prostitution florieren, oder gar Staatspräsidenten in Bunga-Bunga-Skandale mit zwielichtigen Gestalten einschlägig bekannter Organisationen verwickelt sind – eines ist ihnen allen gemein, es geht ums große Geld.
Mitverdienen will jeder, und wo es was zu holen gibt, da ist die Käuflichkeit der eigenen Meinung nicht weit entfernt.
Die Wenigen, die sich trauen, dem Treiben zu widerstehen, gar noch riskieren den Mund aufzumachen, leben gefährlich und die Methoden, eben diese Leute mundtot zu machen, sind nicht gerade zimperlich. Wer sich nicht dem allgegenwärtigen “Gesetz des Schweigens” unterwerfen will, sondern seine Energie, sein Geld und sein Wissen dafür einsetzen möchte, über die Machenschaften besagter Organisationen aufzuklären, sieht sich plötzlich und ohne öffentliche Rückendeckung möglicherweise in der Position des David, der gegen eine ganze Horde Goliaths antreten darf. Mehr…
Stellen wir uns ein großes Schwimmbecken mit vielen Kindern drin vor. Der Boden des Beckens ist höhenverstellbar, und aus irgendeinem Grund senkt er sich langsam. Kinder, die schwimmen können, finden das lustig. Die, die es nicht können, werden langsam panisch. Der Bademeister schmeißt den Nichtschwimmern Schwimmhilfen zu, die sie dankbar annehmen. Am Rande des Beckens sitzt ein Philosoph und fragt den Bademeister, warum er das tut. “Damit sie nicht ertrinken”, antwortet dieser. Der Philosoph erwidert: “Das ist doch nicht nötig. Mit dem Zappeln und Schreien wollen sie doch nur Aufmerksamkeit für sich erregen. Gehen Sie doch einfach einen Kaffee trinken, und wenn Sie in 10 Min. wiederkommen, wird alles ruhig sein.” Mehr…
Und weil es uns gerade aufgefallen ist, diese Woche sind Sekten Thema bei 3sat:
Sonntag
David Wants to Fly ist sehr sehenswert!
Vor kurzem hatte eine Studie von Daryl Bem, Professor emeritus an der Cornell University, für sagen wir mal: “milde Aufregung” gesorgt.
Dieser hatte behauptet, dass “Präkognition” – also die Fähigkeit, in die Zukunft zu blicken -, existiert. Mit seinen Experimenten an 1.000 Versuchspersonen wollte er gezeigt haben, dass diese besser bei Tests abschnitten, wenn sie im Nachhinein “übten”.
Natürlich fanden sich sofort Kritikpunkte an der Studie, aber wie es nun in der Wissenschaft so üblich ist, wurde das Wichtigste Experiment unabhängig wiederholt, um Nachweise für den genannten Effekt zu finden. Jeder Skeptiker wird wahrscheinlich ob des Ergebnisses total verblüfft sein: “Nichts.”
Der Effekt, den Bem beobachtet hatte, konnte nicht repliziert werden. Wiederholbarkeit ist jedoch eines der Hauptkriterien wissenschaftlicher Experimente und ohne Wiederholbarkeit hat man “Nichts”.
Bem selbst ist davon wenig beeindruckt. In einem Kommentar schrieb er, es sei “premature to conclude anything about the replicability” und vor allem:
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Seit kurzem nervt im Fernsehen (und manchen Zeitschriften) eine extrem penetrante Werbung für ein Abnehmmittel namens Slimming Shots – Shot for Slim, bei dem man angeblich mit der Kraft der Artischockenherzen abnehmen kann. Der Name ist im wesentlichen eine Variation des im englischen Raum verbreiteten Diät-Produkts “Slim Shots” (ob das wirkt oder nicht, sei dahingestellt) und versucht wohl, von der Namensähnlichkeit zu profitieren.
Für nur 49,99 Euro bekommt man 7 Fläschchen von dem Zeug, und wenn man sofort bestellt, noch einmal 7 gratis dazu (fällt auf diesen Werbeschmäh noch irgendwer rein?) – mit anderen Worten: man bekommt 14 Flaschen für 50 Euro.
Jeden Tag nur ein Fläschchen und man kann “alle drei Tage bis zu 2,5 kg Gewicht verlieren”. Für 100 Euro im Monat kann man offensichtlich ordentlich Diät machen. Wobei “bis zu” die Aussagekraft der dahinter stehenden Zahl auf Null reduziert …
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Wie die Australische Zeitung “The Age” berichtet, ist ein Entwurf eines Positionspapiers zur Homöopathie sozusagen in die freie Wildbahn entkommen. Dieser Entwurf wurde vom “National Medical Health and Research Council” (NHMRC) erstellt und findet klare Worte:
NHMRC‟s position is that it is unethical for health practitioners to treat patients using homeopathy, for the reason that homeopathy (as a medicine or procedure) has been shown not to be efficacious.
Es ist also unethisch mit Homöopathie zu behandeln, da es erwiesen ist, dass die Medizin/das Verfahren wirkungslos ist. Das Papier basiert im wesentlichen auf einem Bericht für das englische Unterhaus, der 2010 veröffentlicht wurde. Wenig überraschend findet dieser britische Bericht, dass Homöopathie wirkungslos ist. Der Quacksalber-Prinz Charles hat daraufhin vermutlich mit den ausgeprägten Ohren geschlackert, was nichts daran ändert, dass der Druck auf den Unsinn hoch geworden ist.
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