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Ein Walach versteht die Welt nicht mehr…

Herr Walach von der Viadrina versteht laut seines letzten Blog(?)-Eintrags nicht, warum es eigentlich alle auf ihn abgesehen haben. Es sei ja wie im Mittelalter, als die Wissenschaftsfundamentalisten einen gleich auf dem Scheiterhaufen verbrannten. Wissenschaft sei die neue Religion und jeder, der auch nur ein wenig aus der Reihe tanze, werde von der Inquisition verfolgt. Die GWUP hat ihn dafür auch gleich auf die Schippe genommen.

Was uns aufgefallen ist: Herr Walach hat mit seinem letzten Kommentar gezeigt, dass er entweder nicht versteht, warum die Arbeit grottenschlecht ist oder es weiß, sich nun aber herauswinden will. Jeder möge selbst entscheiden, was davon schlimmer ist.

Das Wissenschaftsverständnis des Herrn Walach

Herr Walach hat anscheinend einen sehr eigenen Wissenschaftsbegriff. Er scheint zu glauben bzw. argumentiert, dass Wissenschaft Denkverbote auferlege. Wenn man sich dann mit ungewöhnlichen Dingen beschäftige, werde von den „Wissenschaftsfundamentalisten“ auf einem herumgetrampelt. Gewisse Dinge dürfe man einfach nicht untersuchen, denn dann sei man Esoteriker.

Sein Institut scheut sich dagegen nicht, sich als „einzelner Kämpfer“ diesen Denkverboten entgegenzustemmen und mit Dingen zu beschäftigen, für die andere keinen Mut aufbringen. Aus Furcht vor den Fundamentalisten vermutlich.

Was Herr Walach dabei allerdings geflissentlich ignoriert, ist die Grundlage bereits vorhandenen Wissens. Neues Wissen zu schaffen bedeutet, dass man versucht, bestehendes Wissen zu erweitern und zu verbessern. Es ist ein Prozess, bei dem Ziegel auf Ziegel gelegt und nicht in der Garage nach Drachen gesucht wird.

Selbst Einstein, der mit seinen Theorien die Newtonsche Physik „abgelöst“ hat, schuf nichts völlig Neues. Wir berechnen Beschleunigungen und Geschwindigkeit im Alltag immer noch nach Newton. Erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten (z.B. in der Raketentechnik) wird Einstein relevant. Die Formeln Einsteins widersprechen dabei Newtons Formeln nicht. Sie verfeinern sie nur. Eine neue wissenschaftliche Theorie muss alles bisher Beobachtete erklären können, idealerweise besser und genauer.

Auch die vielen Atommodelle der Vergangenheit waren immer nur Verfeinerungen der vorhergehenden. Die vorherigen waren nicht falsch, wurden aber durch bessere abgelöst.

Herr Walach möchte aber wohl am liebsten die Regeln brechen und eine neue Physik einführen. Mit seiner Argumentation könnte man auch begründen, dass es sinnvoll sei zu untersuchen, ob es gegen Hodenkrebs hilft, sich den Kopf zu rasieren und mit Marmelade einzuschmieren. (Einige pseudomedizinische Behandlungen sind übrigens tatsächlich derart abstrus.)

Wenn plötzlich 2 + 2 = 5 gelten soll (eine vernünftige Definition der Symbole vorausgesetzt), dann bekommt man es tatsächlich mit Wissenschaftsfundamentalisten zu tun. Zumeist trifft der gelehrige Schüler auf einen solchen/eine solche in der ersten Klasse der Grundschule und lernt, dass es ein Fundament gibt, auf dem man aufbaut. Andere brauchen offenbar etwas länger.

Das Thema der Arbeit

Herr Walach meint des Weiteren, dass auf ihm und dem Autor der Arbeit herumgehackt werde, weil das Thema der Arbeit abstrus ist. Das Thema ist zwar tatsächlich sehr eigen, aber das ist nur ein Stück des Kuchens. Forschung an seltsam erscheinenden Themen passiert dauernd.

Es gibt z.B. eine wissenschaftliche Arbeit, die sich mit Fäkal-Druck bei kackenden Pinguinen beschäftigt. So abartig sich das anhören mag: es ist eine gute Arbeit und wesentlich interessanter als der Titel vermuten lässt. Dass die Arbeit den Ig-Nobelpreis bekommen hat, drückt dabei nicht aus, dass die Arbeit schlecht sei, sondern die Jury sich wohl herzlich über Titel/Thema amüsiert hat.

Oder um in den esoterischen Bereich zu kommen: der Wasserverschwurbler Grander hat einige Diplomarbeiten bezahlt, die sich mit seinem nutzlosen Wasserdrehdingsda beschäftigten. Die Arbeiten haben zwar den zahlenden Auftraggeber nicht befriedigt, aber sie waren wissenschaftlich im Wesentlichen korrekt.

Diese Beispiele sollen illustrieren, dass man sich mit ungewöhnlichen Themen wissenschaftlich beschäftigen kann, ohne kritisiert zu werden.

Das Problem

Das Problem der Arbeit ist nicht ein einzelner Punkt, sondern das Gesamtpaket. Eine Masterarbeit muss wissenschaftlichen Standards genügen. Florian Freistetter hat mit einem schönen Blogbeitrag bereits die meisten Probleme der Arbeit und der Argumentation Walachs skizziert. Das Thema ist unplausibel im Quadrat, die Form erinnert an einen Schulaufsatz, die diversen Probleme mit der Statistik hätten dem Gutachter auffallen müssen, dazu diverse Fehler wie eine Lichtgeschwindigkeit von 3.000 km/h.

Was uns aber am schwerwiegendsten erscheint, ist das Unvermögen der Herren Walach und Schmidt einzusehen, wo das Problem liegt. Es erscheint uns zwar wahrscheinlich, dass beide in Zukunft vorsichtiger sein werden – aber wohl nicht aus dem ehrlichen Bedürfnis, bessere Arbeit zu leisten, sondern um sich nicht der „Verfolgung durch die Wissenschaftsfundamentalisten“ auszusetzen.

Wer bei dem Ganzen wirklich draufzahlt, sind 6.500 Studenten an der Viadrina, die mit „Hogwarts an der Oder“ leben müssen.

  1. skep
    9. Mai 2012, 11:54 | #1

    Bei Walach vermute ich eine Einstellung a la: Der Zweck heiligt die Mittel. Er wird persönlich ne Menge für Schwachsinn halten, ist aber von den ganzen grenzdebilen Leuten abhängig, die ihn unterstützen. Daher muss er sich denen andienen, den die Spinner bezahlen den Studiengang und halten das für ne echte Weiterbildung. Nicht die Skeptiker. Systemfehler würd ich sagen 😉

  2. Mephisto
    9. Mai 2012, 11:57 | #2

    Mit diesem Blog-Eintrag hat sich Herr Walach m.E. selbst die Maske vom Gesicht gerissen: wer anderen Dogmatismus und Selbstgerechtigkeit vorwirft und selbst derart dogmatisch, undifferenziert und selbstgerecht argumentiert, beweist damit nur die eigene Unfähigkeit mit berechtigter Kritik umzugehen und seine eigenen Überzeugungen auf den Prüfstand zu stellen.

  3. skep
    9. Mai 2012, 14:07 | #3

    tja, oder das ist alles schlaue Strategie. Walach muss ja wie gesagt nicht von der Wissenschaftscommunity akzeptiert werden, die nehmen ihn eh nicht ernst, sondern von den ganzen Esoterikern und Pseudowissenschaftlern und da kommt es immer gut, wenn man der Wissenschaft Dogmatismus vorwirft. Ich sag euch, der ist schlauer als wir Skeptiker denken, wir regen uns hier auf und der lacht sich ins Fäustchen ;-)) Klar, schlechte Presse ist nie gut, aber die Chance gleich mal nutzen um sich bei der Zielgruppe anzudienen.

  4. kopfkratz
    9. Mai 2012, 14:29 | #4

    Wikipedia zur Viadrina, die ersten 2 Sätze:
    „Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ist die östlichste Universität Deutschlands. Sie bietet Studien in Esoterik, Kulturwissenschaften, Jura und Wirtschaftswissenschaften an.“

    Ich glaube nicht, dass Walach das lustig findet.

    Als Studentenvertreter hätte ich schon die Streitaxt gezückt.
    Als Vater würde ich mir überlegen, ob ich mein Kind dorthinschicke. Schlechter Ruf und so.
    Als Rektor würde ich überlegen, wie ich Walach loswerde, da sich an ihm die Kritik kristallisiert.

    Nein, ich glaube nicht, dass Walach das lustig findet.

  5. Mephisto
    9. Mai 2012, 14:47 | #5

    skep :
    tja, oder das ist alles schlaue Strategie. Walach muss ja wie gesagt nicht von der Wissenschaftscommunity akzeptiert werden…

    Bis zu einem gewissen Grad schon, denn seine „Nische“ ist es ja der Esoterik (und damit auch ihren Vertretern) eine scheinbar wissenschaftliche Plattform zu bieten. Wird er in der Wissenschaftcommunity unglaubwürdig, kann er das nicht mehr leisten und das wäre das Ende seiner diesbezüglichen Karriere.
    Insofern kann ich in seiner Strategie (so man sein handeln als solche bezeichnen will) nichts Schlaues finden.

  6. Ponder
    9. Mai 2012, 15:30 | #6

    @ skep:

    Walach im O-Ton:

    Was entscheidet dann, was wissenschaftlich ist?

    Die Tatsache, ob Befunde publizierbar sind, die Resonanz, die sie in der wissenschaftlichen Gemeinschaft finden und damit die Aufmerksamkeit von Kollegen zu erwecken und diese zu weiterer Arbeit zu inspirieren.

    Wenn Walach von „Resonanz in der wissenschaftlichen Gemeinschaft“ spricht, dann impliziert dies nicht notwendiger Weise, dass er damit die Wissenschafts-Community meint, die wir dabei vor Augen haben.

    Im Gegenteil: diese Art Wissenschaftlichkeit wird von ihm ja gerade als „veraltet“ und quasi-religiös bezeichnet:

    …Wissenschaft ist für manche die neue Religion geworden.

    Solche Religionen, neue zumal, haben es an sich, dass sie über bestimmte Inhalte definiert sind. Was diesen Inhalten widerspricht, wird ausgegrenzt und verfolgt. Dann müssen Worthülsen herhalten, deren mächtigste, weil am wenigsten reflektierte der Begriff „unwissenschaftlich“ ist, gleich danach kommt „esoterisch“.

    Das Problem ist – das hat die wissenschaftshistorische und wissenschaftstheoretische Diskussion der letzten 50 Jahre klar gezeigt – man kann Wissenschaft nicht inhaltlich definieren.
    Wer das tut, hängt einem veralteten und damit „unwissenschaftlichen“ Begriff von Wissenschaft an…

    Mit dieser „quasi-religiösen“ und vor allem „unwissenschaftlichen“ Wissenschaft sucht Walach keinen argumentativen Austausch.
    Spätestens mit diesem Statement hat er sich aus jedem ernsthaften wissenschaftlichen Diskurs verabschiedet.
    Es reicht ihm, dass er innerhalb seines CAM-Genres publiziert und rezipiert wird, also „Resonanz“ erzeugt und „inspiriert“.

  7. 9. Mai 2012, 15:33 | #7

    Walach hat schon zu seinen Dozentenzeiten in Freiburg gern in der vorlesung Wissenschaftstheorie (!) den Psychologie-Ersties über „das Bewußtsein der Quanten“ referiert.

    Rausreden bringt nur dort was, wo es an Informationen fehlt…

  8. Rough NinJa
    9. Mai 2012, 17:43 | #8

    „Lichtgeschwindigkeit von 3.000 km/h.“

    Hohoho, das wußt ich ja im Kindergarten schon besser.

  9. Ponder
    9. Mai 2012, 18:20 | #9

    Das ist auch ein schönes Walach-Statement:

    …Der Hinweis auf mangelnde wissenschaftliche Fundierung ist ein Schuss in den Ofen.
    So manche komplementärmedizinische Methode hat mehr solide Wissenschaft hinter sich, als vieles, was in der Praxis an konventioneller Medizin betrieben wird…

    …Die Komplementärmedizin weist auf die Lücken und Paradoxa
    des momentan herrschenden Denk- und Therapiemodells hin. Statt Zeter und Mordio zu schreiben wäre es, glaube ich, an der Zeit, kühl und profund nachzudenken.
    Wer profitiert von einer Ausgrenzung der Komplementärmedizin?
    Warum hat sie sich den Weg in die akademische Welt erobert, entgegen erbitterten Widerstand meistenteils?
    Warum verlangen Patienten danach?
    Was bewegt gut ausgebildete Ärzte, Geld, Zeit und Aufwand zu investieren, um komplett neue Verfahren zu lernen, wo sie doch alle die Segnungen der modernen Pharmakologie zur Verfügung haben?
    Warum widmen ich und meine Kollegen, die auf ähnlichen – zeitlich befristeten – Stiftungslehrstühlen arbeiten, die wir alle gut ausgebildet sind, wertvolle Lebenszeit, opfern andere Karrieremöglichkeiten, um Komplementärmedizin zu beforschen?…

    http://www.europa-uni.de/de/forschung/institut/institut_intrag/pressespiegel/Der_Masterstudiengang/Leserbrief_Albrecht_Hat_die_Medizin_den_Verstand_verloren.pdf

  10. kumi
    9. Mai 2012, 19:29 | #10

    Ich habe (zum Thema Lichtgeschwindigkeit) eher was von 2200 km/h gelesen, was laut Masterarbeit 0,73% der Lichtgeschwindigkeit entspräche. Stimmt aber auch nur dann, wenn man das »/h« gegen ein »/s« austauscht. 🙂

  11. Statistiker
    9. Mai 2012, 20:56 | #11

    Es gibt zwei Möglichkeiten:

    a) walach ist ein geistiger Vollpfosten. Dann wäre er aufgrund mangelnder geistiger Fähigkeiten gar nicht in der Lage, den von ihm verzapften Dünnsinn zu begreifen und damit ein harmloser Irrer. Aber wie kommt er dann in einen solche Position?

    b) Er ist ein schamloser Lügner und Betrüger. Das würde erklären, wie er in diese Position gekommen ist. Da er absolut rational denkt, kann er seine eigene Irrationalität natürlich sehr gut begründen. Damit ist ein vorsätzlicher Betrüger, ein Scharlatan, der knallhart an der Grenze (oder darüber hinaus) des StGB handelt.

    Was ist wahrscheinlicher?????

  12. echt?
    9. Mai 2012, 20:59 | #12

    Die Uni hat sich von wissenschaftlichen Standards verabschiedet. Das ist zwar bitter für die Studies, aber für die Wissenschaft insgesamt ohne Relevanz. Lasst sie doch einfach ihren Unfug durchziehen. Vielleicht sollte man alle Pseudowissenschaft der deutschen Unis in F/O konzentrieren. Kassel könnte doch ihren Kuhhornexperten beitragen, Magdeburg auch ein paar Mediziner und auch Turtur und Meyl könnten mitwirken. Und die University of Global Scaling könnte doch auch andocken.

    Wollen wir mal eine Studienordnung entwerfen?

    Schlägt echt? vor

  13. Ponder
    9. Mai 2012, 21:08 | #13

    @ echt? :

    Die Uni hat sich von wissenschaftlichen Standards verabschiedet. Das ist zwar bitter für die Studies, aber für die Wissenschaft insgesamt ohne Relevanz

    Die Studis haben ganz schlicht verpeilt, was die Stunde schlägt.

    Offenbar besteht leider auch in der verfassten Studentenschaft nicht allzu viel Interesse, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, denn ein entsprechender Antrag wurde seitens des Studierendenparlaments kürzlich abgelehnt:

    http://www.stupa-viadrina.de/wp-content/uploads/2012/04/Beschlussbuch_Stand_26-04-2012.pdf
    auf S. 26 :

    126
    Der Antrag der SDS Fraktion eine Informationsveranstaltung zum Fach Komplementärmedizin durchzuführen wird mit 2 Für- und 6 Gegenstimmen bei 4 Enthaltungen abgelehnt.

    (Antragstext: Um Klarheit über den Studiengang „Komplementäre Medizin – Kulturwissenschaften – Heilkunde“ zu schaffen veranstaltet das StuPa zu Beginn des Sommersemesters 2012 eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema um die Mitglieder des Studierendenparlaments sowie interessierte Studierende und Nicht-Studierende in die Lage zu versetzen kompetenter zu diesem Studiengang Stellung beziehen zu können. Hierzu wird empfohlen eine_n Vertreter_in des InTraGs, eine_n hierzu kritisch Position beziehende_n Wissenschaftler_in und eine_n Vertreter_in der Europa-Universität Viadrina in einer Podiumsdiskussion miteinander diskutieren zu lassen. Die Moderation wird aus der Studierendenschaft übernommen. Die Koordination wird vom StuPa-Präsidium gemeinsam mit dem AStA-Referenten für Hochschulpolitik Innen – Partizipation und Vernetzung durchgeführt.)

  14. 1234
    9. Mai 2012, 21:21 | #14

    Wikipedia: „Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ist die östlichste Universität Deutschlands. Sie bietet Studien in Esoterik, Kulturwissenschaften, Jura und Wirtschaftswissenschaften an.“

  15. Ponder
    10. Mai 2012, 10:06 | #15

    Hier bringt Harald Walach seine Einschätzung zur Notwendigkeit von Qualitätsstandards in Forschung und Lehre auf den Punkt.

    Die Universitäten sollen nichtnur höchste Qualität in Forschung und Lehre erbringen. Diese muss auch durch ausgefeilte Systeme überprüft, bewertet und gesichert werden.
    Diese Qualitätssicherung nimmt zunehmend Züge an, die man auch hier und da in der Religion wieder finden kann…

    …Und nun hat doch glatt, ganz heimlich, welch dialektische Frechheit, genau jene Vernunft eine neue Religion geschaffen:

    Qualitätssicherung. Qualitätssicherung ist mehr als nur ein Hilfsmittel.
    Man muss daran glauben. Man muss sich an die vorgeschriebenen Rituale halten. Tut man es nicht, setzt es Strafen. Und wenn’s dumm geht, fliegt man
    raus, mindestens im englischen System. Qualitätssicherung fordert unbedingte
    Ergebenheit. Wie es sich für eine richtige Religion eben gehört.
    Sie hat ihre eigenen Hohenpriester, die Leiter irgendwelcher Agenturen und Qualitätsbeauftragte.
    Sie haben ihre höheren Weihen von? Naja, von wem wohl? Von oben eben.
    Sie haben ihr eigenes Glaubensbekenntnis: die Produktion immer besserer Produkte und immer höherer Qualität, ohne Ende, bis in den
    Himmel, bis in die Ekstase des Nichtmehrzuverbesserndenweilperfekten…

    S. 26 im pdf

    http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/Archiv/2009/05-2009.pdf

    Dass hier rhetorisch die wissenschaftliche „good practice“ gleichgesetzt wird mit den sicherlich manchmal fragwürdigen Vorgaben mancher „Qualitätsbeauftragter“ , das ist schon hanebüchen dreist!

  16. Mephisto
    10. Mai 2012, 10:29 | #16

    Vor allem plädiert der gute Herr Walach hier offen für Beliebigkeit in der Wissenschaft, denn wenn er sagt:

    Man muss sich an die vorgeschriebenen Rituale halten.

    …verunglimpft er nicht nur Kernpunkte wissenschaftlichen Arbeitens als bloßes Ritual, sondern kritisiert, dass es überhaupt Standards gibt, an die man sich halten soll oder – je nach Blickwinkel – muss.

  17. Ponder
    10. Mai 2012, 12:50 | #17

    Sebastian Hermann in der Süddeutschen Zeitung:

    …Derzeit zeigt der Kozyrev-Spiegel aber sehr reale Auswirkungen: An der Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder ist eine Masterarbeit zu den mit Alufolien ausgekleideten Röhren angenommen worden, die nach dem russischen Astronomen Nicolai Kozyrev benannt sind.

    In der Arbeit will der Autor Peter Conrad Hinweise dafür gefunden haben, dass die Konstruktion hellseherische Fähigkeiten verleiht. Das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften (Intrag) lobte die Masterarbeit als „hervorragende experimentelle“ Studie und löste damit Entrüstung in Blogs von Wissenschaftlern aus…

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/esoterik-an-der-viadrina-zu-tief-in-die-roehre-geschaut-1.1353433

  18. Ponder
    10. Mai 2012, 13:13 | #18

    Auch schön:

    Wer braucht schon einen Ghostwriter, wenn für ihn leibhaftige Geister die Masterarbeit schreiben? An der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder wurde nicht zum ersten Mal eine Masterarbeit geschrieben, die selbst minimale wissenschaftliche Anforderungen so weit verfehlt, dass sich eigentlich alle weiteren Diskussionen über wissenschaftliche Qualitätsstandards, Plagiate und Ghostwriter erübrigen…

    http://www.acad-write.com/news/details/artikel/besser-ghostwritern-als-schreibende-geister/

  19. K.D.Mueller
    12. Mai 2012, 07:13 | #19

    @Statistiker
    Möglichkeit 3: Er ist Gläubiger.

  20. Eso-Polizist
    12. Mai 2012, 15:39 | #20

    Ein Esoteriker braucht eigentlich keine technischen Hilfsmittel. Ein Esoteriker kann z. B. durch Traumdeutung in Verbindung mit Traumsteuerung wichtige Infos bekommen. Die orthodoxe Medizin muss durch Naturheilkunde und Eso-Heilen ergänzt werden. Z. B. können Krampfadern mit der Linser-Methode ohne Operation zerstört werden. Zudem sollen u. a. die herkömmlichen Autos durch 1 l-Autos ersetzt werden. Es gibt heute in der Esoterik viel Betrug. Am ehesten kann man Steinerianern vertrauen.

  21. Gelmir
    19. Mai 2012, 23:30 | #21

    Ein Esoteriker braucht eigentlich keine technischen Hilfsmittel.

    Und diesen Post hast du sicher auch ohne PC / Smartphone verfasst, ne?

    Meine Güte, abgrundtiefe Blödheit scheint tatsächlich ein esoterischer Grundzustand zu sein…

  1. 10. Mai 2012, 01:09 | #1
  2. 8. Juli 2012, 01:12 | #2
  3. 17. Juli 2012, 21:30 | #3
  4. 9. September 2013, 23:31 | #4