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Texas Republican Party – Lasst uns dumme Kinder haben

10. Juli 2012

Das haben sie zwar so nicht gesagt, aber wenn man das aktuelle Positionspapier der Republikanischen Partei in Texas liest, fragt man sich unwillkürlich, aus welchem Jahrhundert es wohl stammen könnte. Das strategische Ziel muss wohl Volksverdummung sein.

Classroom Discipline: We recommend that local school boards and classroom teachers be given more authority to deal with disciplinary problems. Corporal punishment is effective and legal in Texas.

Also liebe Lehrer, seid brav und schlagt die Kinder ein bisschen. Schlagen ist legal und wirksam. Die Wirksamkeit wurde auch schon untersucht, Kinder werden davon dümmmer und es wirkt sogar langfristig.

Foster Care ― We support eliminating bureaucratic prohibitions on corporal discipline and home schooling in foster homes.

Auch Pflegefamilien sollten ihre Kinder ohne bürokratische Hürden prügeln dürfen.

Und noch einen oben drauf:

UN Treaty on the Rights of the Child ― We unequivocally oppose the United States Senate’s ratification of the United Nations Convention on the Rights of the Child.

Die von der UN festgeschriebenen Kinderrechte sind natürlich auch was ganz, ganz Schlimmes. Darin steht zum Beispiel, dass Kinder ein Recht auf Bildung, auf Schutz und Förderung haben.

Abgesehen von der Züchtigung ist es auch ganz wichtig, dass Kinder gar nicht erst lernen, selbstständig zu denken:

Knowledge-Based Education: We oppose the teaching of Higher Order Thinking Skills (HOTS) (values clarification), critical thinking skills and similar programs that are simply a relabeling of Outcome-Based Education (OBE) (mastery learning) which focus on behavior modification and have the purpose of challenging the student’s fixed beliefs and undermining parental authority.

Auf keinen Fall darf den Kindern beigebracht werden, Überzeugungen zu hinterfragen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Gott bewahre! Interessanterweise erregt dieser Punkt im amerikanischen Raum sogar mehr Aufmerksamkeit als das Schlagen von Kindern. Das mag vielleicht daran liegen, dass körperliche Züchtigung in 19 Bundesstaaten der USA noch legal ist.

Aber den Kindern muss sehr wohl beigebracht werden, dass wissenschaftliche Theorien nicht zu glauben sind:

Controversial Theories – We support objective teaching and equal treatment of all sides of scientific theories. We believe theories such as life origins and environmental change should be taught as challengeable scientific theories subject to change as new data is produced. Teachers and students should be able to discuss the strengths and weaknesses of these theories openly and without fear of retribution or discrimination of any kind.

Wissenschaftliche Theorien sind unglaubwürdig, denn sie ändern sich ja, wenn neue Daten vorliegen. Überraschung, Überraschung: Das ist das, was Wissenschaft ausmacht. Dass das ganze ein Deckmantel für die Leere des Kreationismus ist, braucht man wohl nicht extra erwähnen.

Die Kinder sollen auch gute Patrioten werden und nicht durch diesen Multi-Kulti-Schnickschnack verwirrt werden:

American Identity Patriotism and Loyalty: We believe the current teaching of a multicultural curriculum is divisive. We favor strengthening our common American identity and loyalty instead of political correctness that nurtures alienation among racial and ethnic groups. Students should pledge allegiance to the American and Texas flags daily to instill patriotism.

Dass der Rest der USA als Einwandererstaat von je her “Multikulti” waren, ist in Texas wohl nicht bekannt. Sie machen sich dort offenbar sehr viele Sorgen um Rassen und ethnische Gruppen. Das ist vermutlich der Grund, warum sie auch die Forderung nach der Abschaffung des Voter Rights Act einsetzen:

Voter Rights Act – We urge that the Voter Rights Act of 1965 codified and updated in 1973 be repealed and not reauthorized.

Diese Verordnung ist etwas ganz, ganz Übles. Sie hat es ermöglicht, dass Nicht-Weiße wählen gehen dürfen. Genauer gesagt hat die Verordnung allgemein diskriminierende Einschränkungen gegen Wähler verboten und wurde zuletzt 2006 unter Präsident Bush um 25 Jahre verlängert.

Generell könnte man noch einiges zu diesem offiziellen Positionspapier der Republikanischen Partei sagen. Es ist fremdenfeindlich, für Quacksalber und gegen Impfungen, bekämpft die Frauenrechte und Homosexuelle, möchte die Umweltschutzbehörde (“We believe the Environmental Protection Agency should be abolished.”) am liebsten abschaffen, Studenten das Tragen von Waffen auf dem Campus erlauben und noch so einiges mehr. Hier eine weitere Zusammenfassung diverser irrer Punkte.

  1. Sven
    10. Juli 2012, 11:42 | #1

    Als klassisch Liberaler kann ich die Position der Republikaner in Texas gut nachvollziehen. Die Kinder gehören nicht dem Staat sondern ihren Eltern. Also sollten die Eltern auch über Erziehungsform und Lerninhalte entscheiden dürfen. Privatschulen und Heimunterricht bieten Schutz vor dem Staat und der Tyrannei der Mehrheit.

  2. Kurt
    10. Juli 2012, 11:49 | #2

    So berechtigt die Kritik vielfach ist, so polemisch und einseitig ist sie leider ebenfalls. Ein paar Beispiele:

    Körperliche Strafen sind nicht in 19 Staaten legal, sondern in 48. In 19 Staaten ist es lediglich an öffentlichen Schulen illegal.

    Kein Kind *muss* eine körperliche Strafe gegen den Willen der Eltern erdulden. Eltern werden gefragt, ob sie einer solchen Strafe zustimmen. Sind sie dagegen, bekommen die Kinder eine alternative Strafe. Dieser elementare Aspekt fehlt leider.

    So ist auch die Kritik an der Initiative für die Erlaubnis zur Prügelstrafe für Pflegeeltern polemisch und unbegründet. Pflegeeltern sollten die gleichen Rechte wie biologische Eltern haben. Wenn man gegen gegen die Erlaubnis zur Prügelstrafe von Eltern ist, sollte man generell gegen sie vorgehen, aber nicht hinten’rum andere Maßstäbe an Pflegeeltern anlegen.

    Das die texanischen Republikaner gegen die Unterzeichnung des UN-Kinderrechtskonvention durch den Bund sind, heißt noch lange nicht, dass sie auch gegen ein “Recht auf Bildung, auf Schutz und Förderung” sind. Das ist polemisch und moralisch einfach eine ganz miese Argumentation. Die BRD hat die Konvention übrigens auch nur unter Vorbehalten akzeptiert. Es ist übrigens rechtlich fraglich, ob die Konvention in den USA überhaupt gültig wäre, da sie in einigen Punkten verfassungsmäßige Rechte der Eltern einschränken würde. Diese Informationen hätten in den Artikel gehört.

    Und das sind nur ein paar Beispiele. Der Text ist durchzogen von Einseitigkeit, Aufgeblähtheit und Hetzerei. Anstatt sich auf die wesentlichen und kritikwürdigen Punkten zu beschränken, von denen es ja genug gibt, wird aufgebauscht. So verliert aber der Autor
    seine Glaubwürdigkeit und lenkt auch noch von den Kernpunkten ab. Der Text ist einziges Ärgernis. Hoffentlich geht mit dem alten Namen nun nicht auch noch die sonst hier übliche Qualität verloren.

  3. kopfkratz
    10. Juli 2012, 12:19 | #3

    Körperliche Strafen sind nicht in 19 Staaten legal, sondern in 48. In 19 Staaten ist es lediglich an öffentlichen Schulen illegal.

    Es ist also schlimmer, nicht besser? Ob die 19 ungenau recherchiert sind oder sich auf den Kontext “Schule” beziehen, ist mir persönlich egal. Aber zu sagen, dass der Artikel polemisch ist, weil es schlimmer ist als behauptet, ist etwas merkwürdig. Oder:

    Kein Kind *muss* eine körperliche Strafe gegen den Willen der Eltern erdulden. Eltern werden gefragt, ob sie einer solchen Strafe zustimmen. Sind sie dagegen, bekommen die Kinder eine alternative Strafe. Dieser elementare Aspekt fehlt leider.

    Ja, stimmt. Nur die Kinder zu schlagen, bei denen die Eltern das ok finden (und die vielleicht zu Hause auch geschlagenwerden). Gleich viel besser.

    So ist auch die Kritik an der Initiative für die Erlaubnis zur Prügelstrafe für Pflegeeltern polemisch und unbegründet. Pflegeeltern sollten die gleichen Rechte wie biologische Eltern haben. Wenn man gegen gegen die Erlaubnis zur Prügelstrafe von Eltern ist, sollte man generell gegen sie vorgehen, aber nicht hinten’rum andere Maßstäbe an Pflegeeltern anlegen.

    Stimmt. Alle sollten die gleichen Rechte/Pflichten haben. Da richtige Eltern ihre Kinder schlagen dürfen, sollen das Pflegeeltern auch können.

    Ich hoffe, ich bin nicht der einzige hier, der diese Rechtsauslegung etwas verstörend findet.

    UN-Kinderrechtskonvention [...] da sie in einigen Punkten verfassungsmäßige Rechte der Eltern einschränken würde. Diese Informationen hätten in den Artikel gehört.

    Im Gegensatz zu Dir lässt mich das ziemlich kalt ob die Kinderrechtskonvention die verfassungsmäßigen Rechte der Eltern beschränkt. Kinder zu schlagen ist ein Nogo.

    Der Text ist einziges Ärgernis.

    Ja, sowas in der Art habe ich mir bei dem Kommentar auch gedacht.

  4. Maxi
    10. Juli 2012, 12:40 | #4

    @Sven

    Die Kinder gehören nicht dem Staat sondern ihren Eltern.

    Frage an dich gemäß deiner Logik: Gehören meine Eltern eigentlich dann, wenn sie alt sind auch mir und darf ich sie schlagen, wenn sie mal wieder böse waren und mir nicht gehorchen wollten?

  5. Farin
    10. Juli 2012, 12:41 | #5

    @Sven: Hier geht es nicht um Schutz vor der Tyrannei des Staates sondern vor der Tyrannei der Realität.
    Das mit dem “personal freedom” ist ein buzz word und Strohmann, den die Republikaner hier nutzen um am rechten Rand und insbesondere bei der Tea Party und Evangelikalen Stimmen zu sichern. Das wird klar wenn man sich die Kernpunkte anschaut.
    Wenn es den Republikanern wirklich um Freiheit geht, warum dann der Punkt indem Sie sich gegen den Voters Right Act stellen? Gerade der sichert ja die persönliche Freiheit von millionen Amerikanern indem er sicherstellt das Sie sich am demokratischen Prozess beteiligen können.

    Was Privatschulen angeht: Gerade Schulen haben die Aufgabe Schülern einen Raum zu geben, indem Sie über Themen diskutieren und lernen,die Ihre Eltern nicht anschneiden. Die Schulen dürfen den Kindern nicht beibringen die Weltsicht Ihrer Eltern zu hinterfragen? Was wenn die Eltern glauben, dass Schwarze keine Bürgerrechte haben sollten? Oder wenn Sie radikale Muslime sind? Wenn Sie glauben das Beten ein gleichwertiger Ersaz für medizinische Versorgung ist.

  6. Kurt
    10. Juli 2012, 13:37 | #6

    Das mit dem “personal freedom” ist ein buzz word und Strohmann, den die Republikaner hier nutzen um am rechten Rand und insbesondere bei der Tea Party und Evangelikalen Stimmen zu sichern. Das wird klar wenn man sich die Kernpunkte anschaut.
    Wenn es den Republikanern wirklich um Freiheit geht, warum dann der Punkt indem Sie sich gegen den Voters Right Act stellen? Gerade der sichert ja die persönliche Freiheit von millionen Amerikanern indem er sicherstellt das Sie sich am demokratischen Prozess beteiligen können.

    Nur weil Sie Argumente vorschieben (es ihnen also nicht die Wichtigsten) sind, macht sie das noch lange irrelevant.

  7. Kurt
    10. Juli 2012, 13:38 | #7

    Es ist also schlimmer, nicht besser? Ob die 19 ungenau recherchiert sind oder sich auf den Kontext “Schule” beziehen, ist mir persönlich egal. Aber zu sagen, dass der Artikel polemisch ist, weil es schlimmer ist als behauptet, ist etwas merkwürdig./blockquote>

    Es mag Ihnen egal sein, ob Texte gut oder schlecht recherchiert sind, mir ist es nicht egal. Ich lasse mir nicht gerne unwahre Tatsachen erzählen. Die Tatsache, dass 48 Staaten körperliche Züchtigung in bestimmten Formen nicht verbieten, weist kundige Leser darauf hin, dass dies dann kein Problem der republikanischen Partei ist – sondern eines aller Parteien. Das passt natürlich zu dem beabsichtigten Tenor des Artikels, Republikaner alleine als dumm und rückständig darzustellen.

    Ja, stimmt. Nur die Kinder zu schlagen, bei denen die Eltern das ok finden (und die vielleicht zu Hause auch geschlagenwerden). Gleich viel besser.

    In der Tat. Ich finde es gut, dass Kinder von Eltern, die gegen Prügelstrafen sind, nicht bestraft werden können. Im übrigen habe ich den Punkt erwähnt, weil er einfach zu einer angemessenen Berichterstattung gehört. Es ist nun mal ein Unterschied, ob Lehrer alle Kinder schlagen dürfen oder nur einen Teil, nachdem eine Erlaubnis der Eltern vorliegt. Solche Informationen wegzulassen ist manipulativ.

    Stimmt. Alle sollten die gleichen Rechte/Pflichten haben. Da richtige Eltern ihre Kinder schlagen dürfen, sollen das Pflegeeltern auch können.
    Ich hoffe, ich bin nicht der einzige hier, der diese Rechtsauslegung etwas verstörend findet.</

    Ich finde es verstörender, dass sie nicht die gleichen Rechte Pflegeeltern zubilligen, die biologische Eltern haben und damit eine Zwei-Klassen-Elternschaft befürworten. Wer gegen Prügelstrafen ist, kann ja gegen Prügelstrafen sein und trotzdem sollte er gleiche Rechte für Pflegeeltern fordern. Man macht nicht ein Unrecht durch ein anderes Unrecht gut. Wer so einen simplen juristischen und moralischen Sachverhalt nicht nachvollziehen kann, sollte mal Kant lesen.

    Im Gegensatz zu Dir lässt mich das ziemlich kalt ob die Kinderrechtskonvention die verfassungsmäßigen Rechte der Eltern beschränkt. Kinder zu schlagen ist ein Nogo.

    Dir mag ja die Verfassung der USA egal sein, aber amerikanischen Politikern sollte man zugestehen, sich daran zu halten. Vor allem aber sind die Unterzeichnung der Konvention und das Schlagen von Kindern zwei vollkommen verschiedene Punkte. Man kann die gegen die Konvention und trotzdem für ein Verbot von körperlicher Züchtigung von Kindern und Jugendlichen.

  8. Kurt
    10. Juli 2012, 13:39 | #8

    Es ist also schlimmer, nicht besser? Ob die 19 ungenau recherchiert sind oder sich auf den Kontext “Schule” beziehen, ist mir persönlich egal. Aber zu sagen, dass der Artikel polemisch ist, weil es schlimmer ist als behauptet, ist etwas merkwürdig.

    Es mag Ihnen egal sein, ob Texte gut oder schlecht recherchiert sind, mir ist es nicht egal. Ich lasse mir nicht gerne unwahre Tatsachen erzählen. Die Tatsache, dass 48 Staaten körperliche Züchtigung in bestimmten Formen nicht verbieten, weist kundige Leser darauf hin, dass dies dann kein Problem der republikanischen Partei ist – sondern eines aller Parteien. Das passt natürlich zu dem beabsichtigten Tenor des Artikels, Republikaner alleine als dumm und rückständig darzustellen.

    Ja, stimmt. Nur die Kinder zu schlagen, bei denen die Eltern das ok finden (und die vielleicht zu Hause auch geschlagenwerden). Gleich viel besser.

    In der Tat. Ich finde es gut, dass Kinder von Eltern, die gegen Prügelstrafen sind, nicht bestraft werden können. Im übrigen habe ich den Punkt erwähnt, weil er einfach zu einer angemessenen Berichterstattung gehört. Es ist nun mal ein Unterschied, ob Lehrer alle Kinder schlagen dürfen oder nur einen Teil, nachdem eine Erlaubnis der Eltern vorliegt. Solche Informationen wegzulassen ist manipulativ.

    Stimmt. Alle sollten die gleichen Rechte/Pflichten haben. Da richtige Eltern ihre Kinder schlagen dürfen, sollen das Pflegeeltern auch können.
    Ich hoffe, ich bin nicht der einzige hier, der diese Rechtsauslegung etwas verstörend findet.</

    Ich finde es verstörender, dass sie nicht die gleichen Rechte Pflegeeltern zubilligen, die biologische Eltern haben und damit eine Zwei-Klassen-Elternschaft befürworten. Wer gegen Prügelstrafen ist, kann ja gegen Prügelstrafen sein und trotzdem sollte er gleiche Rechte für Pflegeeltern fordern. Man macht nicht ein Unrecht durch ein anderes Unrecht gut. Wer so einen simplen juristischen und moralischen Sachverhalt nicht nachvollziehen kann, sollte mal Kant lesen.

    Im Gegensatz zu Dir lässt mich das ziemlich kalt ob die Kinderrechtskonvention die verfassungsmäßigen Rechte der Eltern beschränkt. Kinder zu schlagen ist ein Nogo.

    Dir mag ja die Verfassung der USA egal sein, aber amerikanischen Politikern sollte man zugestehen, sich daran zu halten. Vor allem aber sind die Unterzeichnung der Konvention und das Schlagen von Kindern zwei vollkommen verschiedene Punkte. Man kann die gegen die Konvention und trotzdem für ein Verbot von körperlicher Züchtigung von Kindern und Jugendlichen.

  9. 10. Juli 2012, 13:50 | #9

    > Students should pledge allegiance to the American and Texas flags daily to instill patriotism.
    Ich sag nur Catch 22, great Loyality Oath Campaign…

  10. kopfkratz
    10. Juli 2012, 14:21 | #10

    Uff. Zerhaut. Ihr habt das Problem mit den Umlauten immer noch.

    @Kurt Es ist mir nicht egal ob Texte gut oder schlecht recherchiert sind. In meiner Interpretation bezieht sich das “19″ auf den Kontext Schule und fertig. Hätte man sicher genauer formulieren können.

    Meinetwegen ist es mit 48 Bundestaaten dann also ein Problem aller Parteien. Na und? Wenn einer ein Pamphlet rausbringt, wo er offen fördert Kinder zu schlagen, gehört er dafür kritisiert. Ist mir ehrlich gesagt völlig egal, welcher politischen Partei oder Meinungsgruppe oder was auch immer er angehört.

    “Ich finde es gut, dass Kinder von Eltern, die gegen Prügelstrafen sind, nicht bestraft werden können [...] Es ist nun mal ein Unterschied, ob Lehrer alle Kinder schlagen dürfen oder nur einen Teil, nachdem eine Erlaubnis der Eltern vorliegt. Solche Informationen wegzulassen ist manipulativ.”

    Was für ein Schwachsinn. Da ist überhaupt kein Unterschied. Kinder zu schlagen ist ganz einfach verwerflich. Und das mit irgendwelchen Mascherln zu versehen macht es nicht besser.

    “Ich finde es verstörender, dass sie nicht die gleichen Rechte Pflegeeltern zubilligen, die biologische Eltern haben und damit eine Zwei-Klassen-Elternschaft befürworten.

    Finde ich jetzt nicht wirklich verstörend, aber ich sehe ein, daß man das gerade ziehen könnte. Aber dann sollte man das auch so schreiben.

    Wer gegen Prügelstrafen ist, kann ja gegen Prügelstrafen sein und trotzdem sollte er gleiche Rechte für Pflegeeltern fordern. Man macht nicht ein Unrecht durch ein anderes Unrecht gut. “

    Blödsinn. Da steht explizit: “Es sollen doch alle die Kinder schlagen dürfen”. Lies dir den Text doch nochmal durch:

    “Foster Care – We support eliminating bureaucratic prohibitions on corporal discipline and home schooling in foster homes.”

    Da geht es nicht darum die Rechte von Pflegeeltern gleichzuziehen sondern ihnen das Recht zum Prügeln zu verschaffen.

    Es mag in deiner Welt ja so sein, daß Eltern ihre Kinder besitzen wie Möbelstücke und machen können was sie wollen, in meiner hat man als Elternteil Verantwortung für die Kinder. Niemand sollte Kinder schlagen dürfen. Und jede Argumentation, die das verteidigt oder mit kruder Logik relativiert finde ich eher abscheulich.

  11. 10. Juli 2012, 14:30 | #11

    Wo wir gerade beim Thema sind:
    Habt Ihr bei Zettel schon gelesen, wie sozial Obama und Romney im Privatleben sind?

    http://zettelsraum.blogspot.de/2012/07/der-sozial-denkende-obama-der-sozial.html

  12. Felix
    10. Juli 2012, 15:53 | #12

    Sven :
    Als klassisch Liberaler kann ich die Position der Republikaner in Texas gut nachvollziehen. Die Kinder gehören nicht dem Staat sondern ihren Eltern. Also sollten die Eltern auch über Erziehungsform und Lerninhalte entscheiden dürfen. Privatschulen und Heimunterricht bieten Schutz vor dem Staat und der Tyrannei der Mehrheit.

    Kinder GEHÖREN NICHT ihren Eltern; sie sind heranwachsende Menschen mit eigenen Rechten. Die Kinder wachsen nicht zu Herren über ihre eigene Insel heran, sondern zu Bürgern eines Staates. Als solche sollten sie ausgerüstet sein, ihren Mitmenschen nicht zu schaden. Daher hat meiner Ansicht nach der Staat sogar die Pflicht, darauf zu achten, dass Eltern ihre Kinder nicht zum Beispiel zu Soziopathen oder verblödeten Theo-Faschisten heranziehen. Was, wenn nicht Garant einer funktionierenden, prosperienden Gesellschaft, ist “der Staat” denn sonst?
    Eltern wissen NICHT automatisch am Besten, was gut für ihre Kinder ist. Die Kinder haben genau so ein Recht auf Chancen und Lebensziele. Eltern haben nicht das Recht, in dem Viertel der Lebenszeit, in dem sie für den Schutz ihrer Kinder verantwortlich sind, deren Leben so einzuschränken, dass sie für die restlichen 50, 60 Jahre nur dazu fähig sind das zu tun, was sich die Eltern vorstellen.

    Die Tyrannei der Mehrheit – also in den Südstaaten der ungebildeten, rassistischen, weißen Bevölkerung – ist exakt das Ziel der Republikaner, denn das ist ihre Wählerbasis und damit Garant für Macht und nicht zuletzt Einkommen, der etwas gebildeteren, reichen, rassistischen weißen Oberschicht.

  13. Felix
    10. Juli 2012, 16:03 | #13

    Anon coward :
    > Students should pledge allegiance to the American and Texas flags daily to instill patriotism.
    Ich sag nur Catch 22, great Loyality Oath Campaign…

    Laut Mitteilung einer Lehrerin, die ich kürzlich las, wird an manchen Schulen gleich zweimal täglich gelobt. Natürlich verfassungswidrig mit christlicher Gottesformel. Die Verfassung schert viele Amerikaner nur genau bis dorthin, wo sie die religiöse Dominanz der Mehrheit zur Gleichwertigkeit reduziert.

  14. Optimist
    10. Juli 2012, 16:39 | #14

    Es ist richtig schade, dass Psiram offline war, als das mutige Kölner Beschneidungsurteil öffentlich wurde. Es gibt auch Lichtblicke über die es sich zu berichten lohnt! Gewalt gegen Kinder darf nicht durch irgendwelche Religionen oder Traditionen legitimiert werden.

  15. Groucho
    10. Juli 2012, 16:52 | #15

    Optimist :

    Es ist richtig schade, dass Psiram offline war, als das mutige Kölner Beschneidungsurteil öffentlich wurde.

    Ich finde es nicht mutig. Es ist die einzig mögliche Entscheidung innerhalb der bestehenden Gesetze.

    Es gibt auch Lichtblicke über die es sich zu berichten lohnt! Gewalt gegen Kinder darf nicht durch irgendwelche Religionen oder Traditionen legitimiert werden.

    Stimmt.

  16. Sven
    10. Juli 2012, 18:03 | #16

    Felix :
    Kinder GEHÖREN NICHT ihren Eltern; sie sind heranwachsende Menschen mit eigenen Rechten. Die Kinder wachsen nicht zu Herren über ihre eigene Insel heran, sondern zu Bürgern eines Staates.

    Sie gehören den Eltern natürlich nicht in demselben Sinne, wie ihnen ein Auto gehört. Die Eltern kommen in aller Regel in der Gesellschaft zurecht und können sich deshalb Kinder leisten, jedenfalls war das in den Zeiten vor dem ausufernden Wohlfahrtsstaat so. Warum sollen ihre Kinder nicht auch in der Gesellschaft zurecht kommen?

    Als solche sollten sie ausgerüstet sein, ihren Mitmenschen nicht zu schaden. Daher hat meiner Ansicht nach der Staat sogar die Pflicht, darauf zu achten, dass Eltern ihre Kinder nicht zum Beispiel zu Soziopathen oder verblödeten Theo-Faschisten heranziehen. Was, wenn nicht Garant einer funktionierenden, prosperienden Gesellschaft, ist “der Staat” denn sonst?

    Weil schon die Eltern so schlimme Soziopathen waren, haben sie einen Ehepartner gefunden? Damit die Gesellschaft nicht durch Kriminelle zerstört wird, reicht ein Nachtwächterstaat aus.

    Eltern wissen NICHT automatisch am Besten, was gut für ihre Kinder ist. Die Kinder haben genau so ein Recht auf Chancen und Lebensziele. Eltern haben nicht das Recht, in dem Viertel der Lebenszeit, in dem sie für den Schutz ihrer Kinder verantwortlich sind, deren Leben so einzuschränken, dass sie für die restlichen 50, 60 Jahre nur dazu fähig sind das zu tun, was sich die Eltern vorstellen.

    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Papi Staat hat kein Recht auf Freiheitsentzug, bei dem Kinder ein Viertel ihrer Lebenszeit in Staatschulen absitzen müssen und dann teilweise sogar als Analphabeten verlassen. Auch ohne Schule wollen Kinder lernen:
    http://www.freiwilligfrei.info/archives/2936

    Die Tyrannei der Mehrheit – also in den Südstaaten der ungebildeten, rassistischen, weißen Bevölkerung – ist exakt das Ziel der Republikaner, denn das ist ihre Wählerbasis und damit Garant für Macht und nicht zuletzt Einkommen, der etwas gebildeteren, reichen, rassistischen weißen Oberschicht.

  17. Sven
    10. Juli 2012, 18:07 | #17

    Groucho :

    Optimist :
    Es ist richtig schade, dass Psiram offline war, als das mutige Kölner Beschneidungsurteil öffentlich wurde.

    Ich finde es nicht mutig. Es ist die einzig mögliche Entscheidung innerhalb der bestehenden Gesetze.

    Ist sie nicht. Formaljuristisch ist nämlich auch Haareschneiden Körperverletzung. Die Eltern dürfen über ihr Kind entscheiden.

  18. Ratiomania
    10. Juli 2012, 19:11 | #18

    @ Sven

    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Papi Staat hat kein Recht auf Freiheitsentzug, bei dem Kinder ein Viertel ihrer Lebenszeit in Staatschulen absitzen muessen und dann teilweise sogar als Analphabeten verlassen. Auch ohne Schule wollen Kinder lernen:
    http://www.freiwilligfrei.info/archives/2936

    Okay und wenn man den Schulzwang abschafft gibts weniger Analphabeten (als jetzt ), da ja jeder genug Zeit hat mit seinen Kindern zu lernen bzw. sie zu lehren?

    Oder das Geld hat jemanden dafür einzustellen?

    Kurzum die Changenungleichheit wird auch geringer?

  19. Demos
    10. Juli 2012, 20:40 | #19

    @Cohen

    Republikaner – das sind doch die,
    die ihr Hauptquartier in Draculas Schloss haben.

  20. Sven
    10. Juli 2012, 21:01 | #20

    @Ratiomania
    Selbst in den Slums schicken Eltern ihre Kinder auf private Schulen, obwohl dort sicher keine die Schulpflicht kontrolliert: http://www.freiwilligfrei.info/archives/2795

    In der ersten Welt werden für die wirklich Bedürftigen private Hilfsorganisationen einspringen z. B. die Kirchengemeinden. Eine freie Gesellschaft muss aber immer mit Chancenungleichheit leben. Alle Versuche Changengleichheit herzustellen, führen zur Entmündigung.

  21. tachy
    10. Juli 2012, 23:12 | #21

    Als letzten Rettungsanker gibts ja das Fliegende Spaghettimonster!!

  22. nihil jie
    11. Juli 2012, 16:36 | #22

    @Sven

    Kinder gehören niemanden… nur so lange sie klein sind müssen sie beschützt, unterstützt und gefördert werden…

  23. bbi
    11. Juli 2012, 23:53 | #23

    Auߟer der Erziehungsfrage enthält es auch Punkte wie:

    - dass Homosexualität “an den Fasern der Gesellschaft zerrt” und zum “Zerbrechen der Familieneinheit” beiträgt und daher nicht als “akzeptabler alternativer Lebensstil” dargestellt werden dürfe. (leben in den USA so viele versteckte Homosexuelle, dass es ohne sie kaum noch Familien gäbe?).
    - dass Pornografie “den Fasern der Gesellschaft abträglich ist” und deshalb Gesetze gegen alle Formen davon durchgesetzt werden müssten.
    - dass der Unterricht über “kontroverse Theorien” der Wissenschaft, insbesondere über den Ursprung des Lebens und Umwelt-/Klima(?)änderungen, diese als “veränderlich” darstellen soll und verschiedene “wissenschaftliche” Theorien als gleichwertig, was wohl sehr in Richtung Gleichsetzung von Kreationismus/”Intelligent Design” mit der Evolution läuft
    - Es soll keine Sexualerziehung außer Abstinenz bis zur Heirat geben.
    - Durch Ablehnung des “Employment Non-Discrimination Act (ENDA)” sollen Arbeitgeber es leichter haben, Mitarbeiter zu feuern, wenn sie deren Lebensstil als “sündig” oder sexuell “unmoralisch” empfinden.

    - und, etwas lustig, sie wollen das “traditionelle Filibustern” im US-Senat, also unsinnige Dauerreden, um die Parlamentsarbeit zu erschweren, wieder einführen.

    Insgesamt sieht es aus, als ob zumindest die texanischen Republikaner sowas wie einen fundamentalistischen “Gottesstaat” wollen – wobei sie aber die Regierung direkt raushalten und statt dessen die Unterdrückungsaufgaben, z.B. bezüglich Sexualität, an gesellschaftliche, religiöse Institutionen übertragen wollen.

  24. Dani
    12. Juli 2012, 00:41 | #24

    @Sven
    Kinder gehören niemandem, nicht einmal ihren Eltern.
    Eltern verfehlen ihre Pflicht zur Erziehung, wenn sie ihnen “ihre Lehren” lehren.

    “Never teach children what to think, teach them how to think”

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