Home > Interview, Wissenschaft > Prof. Potrykus über Goldenen Reis

Prof. Potrykus über Goldenen Reis

who_ingo-TIME

Ingo Potrykus, Professor emeritus am Institut für Pflanzenwissenschaften der ETH Zürich, gehört zu den weltweit angesehensten Persönlichkeiten auf den Gebieten der landwirtschaftlichen, Umwelt- und industriellen Biotechnologie und erfand zusammen mit Peter Beyer den Goldenen Reis. Im Gegensatz zu normalen Reis hat er erhöhten Nährwert, da er Vitamin A liefert. Laut WHO leiden weltweit rund 127 Millionen Kinder im Vorschulalter an Vitamin-A-Mangel, bis zu 500.000 erblinden jedes Jahr und insgesamt sterben pro Jahr etwa 600.000 Kinder unter 5 Jahren daran.

Wir freuen uns sehr, dass Prof. Potrykus so freundlich war, uns ein paar Fragen zu beantworten. (To the English version)

Auf den Philippinen wird ja in Kürze die Zulassung von Goldenem Reis beantragt. Wie schätzen Sie die Aussichten dafür ein, bis wann könnte das abgeschlossen sein?
Die Zulassung wird in zwei Stufen erfolgen. Zulassung zum Verzehr, in wenigen Monaten, Zulassung zum Anbau, ein halbes Jahr später. Ich denke, dass beide Termine eingehalten werden.

Was wird dann passieren? Wie wird der Reis zu den Bauern gelangen?
Nach der Zulassung zum Verzehr wird Helen Keller International (eine seit 25 Jahren auf Vitamin-A-Mangel spezialisierte NGO), mit Hilfe einer Gates Foundation Finanzierung, in einer zweijährigen, gross angelegten Studie in den Philippinen die Wirksamkeit einer Golden Rice Intervention untersuchen und dokumentieren. Golden Rice wird nur nach dokumentierter Wirksamkeit an die Bauern abgegeben.

Wird die Bevölkerung den Goldenen Reis annehmen? Hier in Deutschland herrscht ja eine starke Ablehnung gegen die Technologie. Wie sieht es damit in Asien, speziell den Philippinen, aus?
Im Rahmen einer „social marketing“ Studie ist diese Frage sorgfältig untersucht worden. Die Farbe wird sogar als positiv empfunden, sobald bekannt ist, dass diese Farbe *Provitamin A“ bedeutet und damit einen Gesundheitsbonus bedeutet.

Als Sie die Idee zum Goldenen Reis hatten, hätten Sie mit soviel Widerstand gerechnet?
Nein. Es gab viele negative Überraschungen, obwohl ich seit 1985 mit der GMO Problematik vertraut war.

Kritiker schlagen ja vor, den Leuten in Entwicklungsländern beim Anlegen eigener Gemüsegärten zu helfen und ihnen Zugang zu Obst und Gemüse zu ermöglichen. Was halten Sie davon?
Niemand hindert sie, das zu machen. Trotz aller Förderung in dieser Hinsicht haben wir das Vitamin-A-Mangelproblem. Prof. Matin Qaim hat mit seinen Mitarbeitern nachgewiesen, dass Golden Rice die bei weitem kostengünstigste und nachhaltigste Intervention ist, die ausserdem die Hunderte von Millionen erreicht, die durch keine der anderen Interventionen erreicht werden.

Der Goldene Reis wurde ja in der ersten Version kritisiert, weil er zu wenig Vitamin A enthielt. Dieser Punkt ist zwar längst obsolet, aber was hielten Sie damals von dieser Kritik?
Sie war von Beginn unberechtigt. Wir können heute auf Grund der experimentellen Daten zur Verfügbarkeit von Provitamin A aus Reis nachweisen, dass 100g unseres ersten Golden Rice mit 1,6 Microgramm Provitamin A pro Gramm Endosperm ausgereicht hätten, den Vitamin A-Mangel auszugleichen. Diese Daten existieren leider erst seit 2010.

Gibt es Punkte der Kritik von z.B. Greenpeace, die Sie für berechtigt halten/hielten?
An Golden Rice? Nein! An der Verwendung von GMOs im Allgemeinen? Ja.

Was ist für Sie die absurdeste Behauptung, mit der der Goldene Reis angegriffen wurde?
Dass 8kg täglich gegessen werden müssten, um die erwünschte Wirkung zu erzielen. Es ist bewiesen, dass 40g pro Tag genügen.

Warum ging das nicht mit anderen Züchtungsmethoden; beispielsweise sind ja vor etwas mehr als einem Jahr in Afrika mit Provitamin A angereicherte Cassava und Süßkartoffeln aus dem HarvestPlus-Programm auf den Markt gekommen, die mit Smart Breeding und ohne Gentechnik gezüchtet wurden, und im Rahmen von HarvestPlus wird auch Zink in Reis angereichert. Warum war Gentechnik für die Schöpfung des Goldenen Reises notwendig?
Cassava, Süsskartoffeln, Kartoffeln enthalten natürlicher Weise Provitamin A im Stärkespeichergewebe. D.h., die Gene sind da und sind aktiv. In solchen Fällen kann traditionelle Pflanzenzüchtung das Merkmal verstärken. Bei Reis ist nichts da, das verstärkt werden könnte. Deswegen haben uns die Züchter gebeten, das mit Gentechnik zu versuchen.

Oder anders gefragt: Würden Sie heute wieder auf Gentechnik setzen oder würden Sie versuchen das Problem anders anzugehen?
Man hat alles Denkbare versucht. Es ging und geht bis heute nur mit Gentechnik.

Halten Sie es angesichts der Weiterentwicklung der biotechnologischen Methoden, die man in der Züchtung einsetzen kann – Zinkfingernukleasen, TALE-Nukleasen, Protoplastenfusion etc. -,  für sinnvoll und notwendig, die derzeitige Sonderstellung der Gentechnik infrage zu stellen?

Es gibt seit mindestens 15 Jahren keine wissenschaftliche Begründung für eine regulatorische Sonderbehandlung transgener Pflanzen. Dies wird immer wieder von wissenschaftlichen Akademien publiziert und wird seither mit bemerkenswerter Konstanz ignoriert.

Nach der Erfindung des Goldene Reises stellten Sie ja fest, dass Sie Verfahren aus 72 Patenten dazu angewendet hatten. Die Patentprobleme zu lösen war ja äußerst schwierig. Wie denken Sie heute über Patente? Notwendig für oder Hemmschuh der Innovation?
Das Lösen der Patente war nicht schwierig. Dank der Hilfe der Patentanwälte unserer Public-Private-Partnership konnte die Gesamtzahl auf 12 reduziert werden (die Patente, die in unseren Zielländern gültig waren). 6 davon gehörten unserem Partner (Syngenta), für die übrigen 6 hatten wir innerhalb kurzer Zeit freie Lizenzen für „humanitarian use“.
Wir konnten Golden Rice nur entwickeln, weil die Technologie patentiert war. Dadurch war sie öffentlich zugängig für die Forschung. Ohne Patente wäre die Technologie geheim gewesen.

Gibt es Patente, die Sie besonders gerne ablaufen sehen würden? Die Sie als besonders einschränkend empfinden?
Nein. Die Patente sind für unser humanitäres Projekt kein Problem. Das alles beherrschende Problem sind die Gesetze zum Umgang mit transgenen Pflanzen und die Anforderungen für ihre Genehmigung. Das müsste sofort ausser Kraft gesetzt werden. Es verhindert die Nutzung der Gentechnik by the public sector for public good (siehe Golden Rice) und ist verantwortlich für das Leiden und den Tod von vielen Millionen Armer.

Was halten Sie vom de facto Ausstieg Deutschlands aus der grünen Gentechnik? Verliert man damit nicht den internationalen Anschluss?
Das ist eine von mehreren sehr dummen, ideologisch-opportunistischen Entscheidungen, die Deutschland noch bereuen wird. Sich von einer Zukunftstechnologie, in der man einmal einen Spitzenplatz eingenommen hatte, zu verabschieden, weil man meint, sie im Augenblick nicht zu benötigen, ist sehr, sehr kurzsichtig.

Wie könnte man die Forschung zu Gentechnik an den Universitäten fördern? Haben junge Wissenschaftler im Bereich der Gentechnik in Deutschland überhaupt noch Perspektiven?
Nein, bei der herrschenden politischen Situation haben junge Wissenschaftler keine Perspektive.

Warum glauben Sie, wird Gentechnik von so vielen abgelehnt, wie könnte man die Technologie für die Bevölkerung ansprechender/verständlicher machen?
Indem man zeigt, dass die Gentechnik zum Nutzen der Allgemeinheit (dem Gemeinwohl, public good) durch Institutionen der öffentlichen Hand (Universitäten, public sector) zur Lösung von Problemen der Gemeinschaft eingesetzt wird – siehe Golden Rice – und nicht nur zur Verbesserung der Profite einiger international agierender „Multis“. Für die grosse Mehrheit ist Gentechnik mit Pflanzen gleich Profit für Monsanto. Dass dies so ist, ist nicht Folge der Technologie sondern Folge der extrem kostspieligen (und unbegründeten) Regulation der Technologie. Man müsste also die Regulation abschaffen, um Anwendungsvielfalt und Konkurrenz zu ermöglichen.

Und noch zwei Fragen ohne Gentechnikbezug:

Wie geht es Ihren Nistkästen?  Finden Sie noch Zeit dafür?
Die Nistkästen kann ich nicht mehr betreuen, weil ich mit fast 80 Jahren nicht mehr im steilen Gelände herumkraxeln kann.
Welche Projekte beschäftigen Sie sonst noch gerade?
Schauen Sie mal unter www.birdphoto-potrykus.ch Das ist nur ein Teil meiner Vogelbilder und –filme. Auch das wird im Alter etwas schwieriger. Mein Haupthobby ist weiterhin Golden Rice.

Weitere lesenswerte Interviews mit Prof. Potrykus:

Mehr zum Thema Goldener Reis:

Mehr zum Thema Gentechnik:

Mehr zum Thema Neue Züchtungsmethoden:

Außerdem sei noch auf ScienceBridge verwiesen, die Fortbildung und Informationen zum Thema Grüne Gentechnik anbieten:

  1. Ano Nym
    9. September 2013, 17:07 | #1

    Wir konnten Golden Rice nur entwickeln, weil die Technologie patentiert war. Dadurch war sie öffentlich zugängig für die Forschung. Ohne Patente wäre die Technologie geheim gewesen.

    Finde den Fehler!

  2. TH
    9. September 2013, 17:59 | #2

    Die Nachricht wird wohl nur wenige Pluspunkte bringen:

    http://www.shortnews.de/id/1049409/goldener-reis-vorbeugung-von-vitamin-a-mangel

    Die Leute sind ja in dieser Thematik extrem falsch informiert. Man muss eben alles versuchen, dass sich das ändert.

  3. Stöber
    9. September 2013, 18:10 | #3

    Wen interessiert der pseudogrün-esoterische Widerstand in Deutschland?
    Forschung, Entwicklung, bald auch Zulassung sind erledigt. Wenn die ersten Reisschüsseln verputzt sind, wird man schon bald die positiven Auswirkungen vor Ort haben.

    Da kann hierzulande noch so sehr gezetert werden, den Menschen, die diese Supplemente benötigen (und das sind nicht die wohlernährten Europäer) kann man das dann nicht mehr wegnehmen.
    Zum Glück dreht sich die Welt nicht um Berlin.

    ‚Bringt den Leuten doch bei, kleine Gemüsegärtchen anzulegen‘ – wie putzig. Den Kaffern muss man ja auch alles erklären, gell Schatzi?

  4. 9. September 2013, 18:52 | #4

    Ano Nym :

    Wir konnten Golden Rice nur entwickeln, weil die Technologie patentiert war. Dadurch war sie öffentlich zugängig für die Forschung. Ohne Patente wäre die Technologie geheim gewesen.

    Finde den Fehler!

    Ich habe ihn nicht gefunden.
    Präzisier doch mal bitte!

  5. blauäugig
    9. September 2013, 21:08 | #5

    @ Stöber

    Selten so gelacht Stöber. Für wie doof haltet ihr die Leute eigentlich?

    „Keine Spur von Vitamin-A-Mangel
    Als das Reporterteam auf die Philippinen reist, folgt das große Erstaunen. Es konnte kein einziges Kind ausfindig machen, das an einem sichtbaren Vitamin-A-Mangel leidet. Nicht einmal in Payatas, einem Armenviertel der Hauptstadt Manila, wo die Menschen vom Abfall der Metropole leben und alles andere als eine ausgewogene Ernährung haben. Auf Nachfrage bestätigt die zuständige lokale Ärztin Elmira Dizon: „Ich bin seit drei Jahren Doktor in Payatas. Ich habe noch keinen Fall von Vitamin-A-Mangel gesehen“.

    Die gleiche Antwort gibt auch das Gesundheitsdepartement der Provinz Bohol, einem offiziellen Vitamin-A-Mangel-Gebiet auf den Philippinen. Das ist erstaunlich, denn laut nationaler Statistik sollen 15 Prozent der gesamten philippinischen Bevölkerung mit Vitamin A unterversorgt sein. Die befragten Experten können sich diese Zahl nicht erklären. Sicher ist: Die Regierung gibt flächendeckend Vitamin A an Kleinkinder ab. Damit konnte die Unterversorgung in den letzten 15 Jahren drastisch gesenkt werden. Auch Förderungsprogramme für Bauern, damit sie vitaminreiches Gemüse und Früchte anpflanzen, haben zur Entschärfung des Problems beigetragen. Als das SRF-Team den Erfinder Ingo Potrykus darauf anspricht, meint er: „Das ist für mich nicht überraschend, denn Vitamin-A-Mangel ist nicht einfach zu dokumentieren, obwohl statistisch völlig sicher ist, dass diese Fälle existieren“. – na klar doch 🙂

    „Andere Länder könnten profitieren
    Natürlich gebe es andere Ländern wie beispielsweise Indien, in denen der Vitamin-A-Mangel viel gravierender sei, fügt er an. Warum sein Reis dann dennoch als erstes auf den Philippinen auf den Markt kommt? Man habe schon langjährige Kontakte auf den Philippinen, zu den beiden Reisforschungsinstituten IRRI und Philrice, die den „Golden Rice“ jetzt auf den Markt brächten, erwidert Potrykus.

    Entscheidend sei aber, dass die Bill & Melinda Gates Foundation auf die Markteinführung auf den Philippinen dränge. Die Foundation sei es auch, die die Kosten dafür übernehme, sie bestimme die globale Gesundheitspolitik entscheidend mit. Die Gates Foundation ist heute hinter den Vereinigten Staaten die zweitgrößte Geldquelle der WHO.“

    Und es wäre ein Leichtes das Problem kostengünstig anders zu lösen

    na denn Prost Mahlzeit!

    Ach ja die Gates Stiftung ist Großaktionär von? und eng verbandelt mit der Gates-Stiftung ist ?, na wer weiss es?????

    Und wer hat damit seine Pfoten auf den Philippinen ganz altruistisch und soooooo was von uneigennützig drin?

  6. Ano Nym
    9. September 2013, 22:30 | #6

    @ Cohen

    Ich habe ihn nicht gefunden.
    Präzisier doch mal bitte!

    Ist denn der Satz „Ohne Patente wäre die Technologie geheim gewesen.“ erweislich wahr?

  7. kopfkratz
    9. September 2013, 22:38 | #7

    @blauäugig:
    Das scheint aber auch ein ziemlich „blauäugiger“ Report zu sein. Potrykus mit Seralini kommen? Ernsthaft? Naja. Mut kann man nicht kaufen.

    Ich finde auch ziemlich mutig, sich von Greenpeace rumführen zu lassen. Ich würde die ja nicht mal nach der Uhrzeit fragen.

  8. kopfkratz
    9. September 2013, 22:46 | #8

    @Ano Nym:
    Ich würde vermuten, ja. Beweisen kann man das unmöglich.

    Aber solange Produkte nicht auf dem Markt sind, gilt: Silence is Golden. Und in den 90ern war praktisch noch nichts auf dem Markt. Siehe dazu z.B.:
    http://epub.ub.uni-muenchen.de/13511/1/37.pdf

  9. 9. September 2013, 23:32 | #9

    Ano Nym :@ Cohen

    Ich habe ihn nicht gefunden. Präzisier doch mal bitte!

    Ist denn der Satz „Ohne Patente wäre die Technologie geheim gewesen.“ erweislich wahr?

    Also ich wäre nicht bereit irgendwelche Technologien zu veröffentlichen bevor ich mein Produkt zur Marktreife gebracht habe. Ich würde alles mögliche tun, damit meine Konkurrenz nicht herausfindet wie ich die Technologie entwickelt habe, wie sie funktioniert, etc.. Und selbst vor gemeinnützigen Organisationen würde ich es verbergen, da es ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor wäre.

    Und ich wäre auch eher abgeneigt überhaupt ein Produkt raus zu bringen. Da ich als Leader das ganze Risiko trage. Die Follower brauchen dann ja nur ein wenig reverse engineering zu betreiben und haben mit deutlich weniger Aufwand ein homogenes Produkt, welches dann dazu führt dass die Preise so sehr Fallen, dass sich der ganze Aufwand (Zeit und Geld) für die Forschung lohnt. Sieht man doch wunderbar bei den Generikaherstellern.

  10. 9. September 2013, 23:35 | #10

    *… dass sich der ganze Aufwand (Zeit und Geld) für die Forschung NICHT lohnt.*

    So natürlich!

  11. Kamor
    10. September 2013, 01:24 | #11

    Veröffentlichte Patente enthalten in der Regel alle Informationen zur Herstellung. Nur dann existiert ein Schutz für den Einreicher. Was er nicht nennt ist dann nicht geschützt. Patentumgehungen sind ein beliebter Sport in der Industrie, und funktioniert auch manchmal wenn ein Patent schlampig formuliert ist :
    Beispiel : wenn ein Patentinhaber schreibt dass eine Reaktion bei 80 °C durchgeführt wird und der Nachahmer findet dass es bei 75 °C auch geht, dann darf er das tun ohne das Patent zu verletzen. Richtig muss man im Patent den ganzen möglichen Temp.- Bereich angeben um Umgehungen zu vermeiden.

    Es gibt auch „Geheim“- Patente : Der Patentantrag wird vor der Veröffentlichung zurückgezogen . Dadurch erreicht man zumindest die Dokumentation dass man als erster die Idee hatte und kann damit eine Patentierung durch andere gerichtlich anfechten.

    Generika kommen erst nach auslaufen des Patentschutzes auf den Markt

  12. naiv oder manipulativ?
    10. September 2013, 08:50 | #12

    kopfkratz :@blauäugig: Das scheint aber auch ein ziemlich “blauäugiger” Report zu sein. Potrykus mit Seralini kommen? Ernsthaft? Naja. Mut kann man nicht kaufen.Ich finde auch ziemlich mutig, sich von Greenpeace rumführen zu lassen. Ich würde die ja nicht mal nach der Uhrzeit fragen.

    Was war denn das für ’ne „lausige“ Nebelkerze?

    Das Strohmanargument „golden rice“ wäre das einzig günstig Finanzierbare, um den Vitamin A Mangel zu beseitigen ist doch wirklich ’ne Lachnummer. Wer daran glaubt, ist dem Glauben von Kreationisten nicht mehr fern 😉 .

    Allerdings, dass die ganze Geschichte auf den Philippinen jetzt von der Gates- Stiftung, einem Großaktionär von Monsanto, dermaßen vorangetrieben wird, ist doch augenscheinlich der Versuch, ein trojanisches Pferd mit ins Spiel zu bringen.

    Wer weiss ,was da so unter der Hand geflossen ist, dass der „Meister“ im Alter in Ruhe seine Nistkästchen hegen und pflegen darf…. ? 🙂 * grins*

  13. kopfkratz
    10. September 2013, 09:36 | #13

    @naiv oder manipulativ?:
    Wenn man Seralini zitiert, dann qualifiziert man sich automatisch selbst als ahnungslos. Da hat man ein paar ahnungslose auf die Philippinen geschickt und denen hat dann Greenpeace Märchen erzählt.

    Wenn wir schon Verschwörungstheorien backen, dann will ich auch: Ich glaube, dass das alles ein Komplott der milliardenschweren Vitamin-Zusatzindustrie gegen Golden Rice ist. Die sehen ihre Absätze gefährdet.

    Das ist ungefähr gleich bescheuert wie Monsanto, Monsanto im Kontext zu schreien.

    Klar hat sich seit dem letzten Unicef Bericht (http://www.unicef.org/immunization/files/Vitamin_A_Supplementation.pdf )gewaltig was getan, das HKI verteilt seit Jahren pro Jahr an 100 Millionen Kinder Vitamin A Kapseln.

    Um alle betroffenen Kinder weltweit zu versorgen geht man von Kosten von ca. 300 Millionen Dollar pro Jahr aus, während man bei Goldenem Reis nach der Entwicklung (die teuer war, ja) praktisch keine Kosten mehr hat, da Bauern das Saatgut frei nutzen, einkreuzen, alles dürfen.

    Für die Philippinen wurden für die ziemlich flächendeckende Versorgung vor Jahren Kosten von ca. 15 Millionen Dollar pro Jahr abgeschätzt.

    Aber laut Greenpeace gibt es das Problem gar nicht. Wie beweist man das? Man fragt eine Ärztin, die 3 Jahre in einem Gebiet arbeitet, in dem ziemlich sicher solche Kapseln verteilt werden.

    WIN. Es gibt ja gar kein Problem.

    Ich liebe Greenpeace. Btw.: Das arme, arme Greenpeace hätte die 300 Millionen Budget. Wenn die es zahlen, können wir gerne auf Golden Rice verzichten.

  14. Kamor
    10. September 2013, 13:43 | #14

    aus einem Spon- Blog :

    Das ist nicht ganz richtig. Ich lebe auf den Philippinen und in unserem Ort findet seit Anfang 2012 eine der 4 Freiland-Testpflanzungen statt. Diese Versuchsreihe wird voraussichtlich im Oktober abgeschlossen sein und es ist möglich dass vor der Markteinführung noch weitere Optimierungen getestet werden. Danach muß dann das Saatgut produziert werden. Es ist also völlig ausgeschlossen dass Golden Rice vor 2015 verfügbar sein wird.

    Es gab bislang nur eine einzige kleine Demonstration, das waren eine Handvoll saturierter Greenpeace-Spinner die in teuren SUVs aus Manila anreisten. Diese Leute gehen für ihre Ideologie im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen. Die lokale Bevölkerung ist zu über 99% für das Projekt und stolz darauf das ausgerechnet ihr Ort ausgewählt wurde.

    Trotzdem sind die Sicherheitsvorkehrungen enorm da unter allen Umständen verhindert werden muß dass irgendwelche Aktivisten auf die Felder gelangen und damit eine unkontrollierte Ausbreitung vor der Zulassung verursachen. Eine Verbreitung durch Pollenflug ist ausgeschlossen da dieser bei Reis nur wenige Meter beträgt und die nächsten regulären Reisfelder über 300 Meter

    http://forum.spiegel.de/f22/entwicklungslaender-mangelernaehrung-toetet-millionen-kinder-92293-2.html#post12905807

  15. naiv oder manipulativ?
    10. September 2013, 14:10 | #15

    @ kopfkratz

    genau, diese 300 Millionen Dollar könnte die Gates Stiftung, insbesondere nach der Zustiftung von Warren Buffet über 30 Milliarden aus der Portokasse bezahlen.

    Die machen Weltpolitik und sind de facto Großaktionär bei Monsanto!!! und nicht bei Grenpeace.
    Ich weiss gar nicht, was daran zu verschwören ist?

    John Vidal: Why is the Gates foundation investing in GM giant Monsanto?. The Guardian, 29. September 2010.

  16. mossmann
  17. kopfkratz
    10. September 2013, 17:47 | #17

    @naiv:
    Warum zur Hölle soll man unbedingt 300 Millionen pro Jahr ausgeben, wenn es ein anderes Produkt günstiger schafft? Ich verstehe das Prinzip nicht, das hinter dieser Idee steckt. Maximale Ineffizienz?

    Und:
    Die Gates Foundation, Großaktionär bei Monsanto? Mit 500.000 Stück? Ja, ganz bestimmt.
    Monsanto: Gehandelte Aktien (heute) 973.883 Stk.
    Marktkapitalisierung: 41,03 Mrd Euro.

    Ok, Monsanto ist eher ein Kleinbetrieb, zugegeben. Aber die paar Aktien sind trotzdem nur Kleingeld.

  18. Trick 17
    10. September 2013, 19:51 | #18

    @ kopfkratz

    die Problematik ist doch hinlänglich bekannt besonders bei den betroffenen Bauern.

    Mit einem Aktienbesitz von über 50 % des Tageshandelsvolumen weltweit und mit einem Wert von immerhin ca. 51 Millionen gilt man gemeinhin als privater Großaktionär. Was könnte man damit an wirklich sinnstiftenden Projekten initiieren, ich betone initiieren, denn der Impuls muss letztendlich von den Menschen vorort kommen; allein und a u t o m a t i s c h durch finanzielle Mikrofinanzkredite ist ja auch nicht viel gewonnen.
    Aber es scheint durchaus noch andere vielversprechende Projekte zu geben.
    http://www.taz.de/!23227/

    Allerdings da gebe ich dir Recht, die Verstrickungen von Gates z.B. in
    http://de.wikipedia.org/wiki/Alliance_for_a_Green_Revolution_in_Africa (GMO)

    sind noch flagranter. Da kann sich jeder sein eigenes Bild machen, zumindest anfänglich.

    Seit über 50 Jahren wird den Menschen etwas vorgemacht, wie bestimmte Technologie (derzeit Gen- Technologie) allein die Probleme der Entwicklungsländer lösen soll, aber nichts Wesentliches passiert, ausser das die Machtposition von Gates Foundation, Rockefeller Foundation & Konsorten zementiert wird. Höchste Gewinnmargen werden derzeit im Bereich GMO erwartet und „Golden Rice“ soll ein „Pfortenöffner“
    sein – Trick 17.

    Hier ein sehr ausgewogener Artikel in der Zeit aus 2011 – 4 Seiten
    http://www.zeit.de/2011/04/Afrika-Landwirtschaft-Ghana

  19. kopfkratz
    10. September 2013, 21:18 | #19

    @Trick 17:
    Ich nehme an, die sehr interessante Defintion des Begriffs Großaktionär war Ironie.

    Mit dem vielversprechende Projekt BIG in Namibia schaut es nicht so gut aus:
    http://www.dandc.eu/de/article/vielversprechendes-projekt-zu-bedingungslosem-grundeinkommen-ist-namibia-gescheitert
    Mal sehen, vielleicht wird der nächste Versuch ja was.

    In den letzten 50 Jahren ist also nichts wesentliches passiert? Soso. Du hast oben Ghana erwähnt. Die Lebenserwartung ist in den letzten 50 Jahren von 46 Jahren (1960) auf 61 hochgegangen.
    Die Kindersterblichkeit von 211 auf 78 gefallen.

    Natürlich ist Goldener Reis auch ein Werbeträger. Klar. Es ist ein tolles Produkt und die Biotechfirmen können zeigen was mit der Technologie möglich ist. Es stimmt sicher, dass Technologie weder Weltfrieden bringen noch Welthunger beheben kann. Das sind politische Probleme.

    Aber Technologie aus ideologischen Gründen abzulehnen ist dämlich.

    Btw.: Diskutiere ich eigentlich die ganze Zeit mit der selben Person mit wechselnden Namen (falls ja, sowas finde ich extrem unhöflich).

  20. Groucho
    10. September 2013, 22:00 | #20

    Btw.: Diskutiere ich eigentlich die ganze Zeit mit der selben Person mit wechselnden Namen (falls ja, sowas finde ich extrem unhöflich).

    Nicht nur unhöflich, sondern ein Grund zur Sperrung/Löschung. Ist hier innerhalb der Kommentare bereits das dritte Pseudo.

    Zitat aus unseren Blogregeln:

    4. Schreibe nicht unter ständig wechselnden Namen. Entsprechende Kommentare werden ggf. gelöscht.

  21. MagicGuitar
    10. September 2013, 22:00 | #21

    naiv oder manipulativ? :@ kopfkratz genau, diese 300 Millionen Dollar könnte die Gates Stiftung, insbesondere nach der Zustiftung von Warren Buffet über 30 Milliarden aus der Portokasse bezahlen.Die machen Weltpolitik und sind de facto Großaktionär bei Monsanto!!! und nicht bei Grenpeace. Ich weiss gar nicht, was daran zu verschwören ist?John Vidal: Why is the Gates foundation investing in GM giant Monsanto?. The Guardian, 29. September 2010.

    Achso, würde Gates das Geld Greenpeace in den Rachen schmeißen, dann wäre er einer von den Guten, oder was? Aber er setzt halt eher auf realistische Lösungen und sieht das Potenzial der Gentechnik und investiert also lieber in Monsanto (hab ich jetzt nicht nachgeprüft), also beim Feind.

    Das ist dieselbe Argumentation, derer sich Impfgegner immer bedienen: Würde Gates natürlich sein Geld bei ihnen anlegen und Hetze gegen die Impfung machen, dann wäre er ein Guter. Jetzt investiert er aber in die Impfung und für Aufklärungsprogramme und gehört deshalb per Definition zu den Bösen. Überhaupt scheint Gates und seine ganze Stiftung unglaublich „wissenschaftsgläubig“ zu sein.

    Bin ich froh, dass solch vernünftige Menschen Weltpolitik machen und eben nicht Greenpeace!

  22. Stöber
    10. September 2013, 22:43 | #22

    Ein treffender Kommentar on Slashdot:
    „In fact, you might say that „golden rice“ is a kind of shibboleth, a test to determine whether anti-GMO people are able to reason about topics well, or whether they are completely irrational in their fears. Greenpeace falls into the irrational category here.

    The benefits of the rice are so obvious that you have to be somewhat blind to completely oppose its use in Africa.“

    http://science.slashdot.org/comments.pl?sid=4188497&cid=44805767

  23. YorkTown
    10. September 2013, 22:43 | #23

    Nächste Woche ist Prof. Potrykus live in Köln zu erleben:
    http://www.ihk-koeln.de/Gruene_Gentechnik.AxCMS

  24. 11. September 2013, 03:39 | #24

    Potrykus ist als Nicht-Monsanto-Beteiligter denke ich eine gute Quelle gegen die Ansicht, dass Monsanto das einzige Unternehmen ist, das man langfristig durch die Erlaubnis der Gentechnik profitieren lassen würde. Aber ich finde auch, dass Greenpeace schon längst nicht mehr eine Umweltorganisation ist, sondern wurde von den wirtschaftlichen Anliegen der mit Greenpeace oft im Boot sitzenden Biobauern, Solartechnikunternehmen, etc. unterwandert, die Greenpeace hehres Ziel doch für sehr eigennützige Dinge missbrauchen.
    Ich habe eine sehr ähnliche Meinung zu dem Thema, und erst kürzlich einen Artikel dazu geschrieben, der dies etwas genauer untersucht. So versucht ein großer Verband von Biobauern in den USA offenbar, Monsanto „präventiv“ zu verklagen, mit dem selbst gestellten Ziel, dass Gentechnik komplett abgeschafft werden solle. Da ich noch nicht lang dabei bin, hoffe ich, dass meine schamlose Werbung nicht als Spam betrachtet wird.
    http://politischer.wordpress.com/2013/09/11/was-greenpeace-mit-monsanto-verbindet/

  25. Trick 17
    11. September 2013, 11:44 | #25

    Gates oder die „Rockefellers“ könnte mich nur überzeugen, wenn er/sie z.B. Projekte wie BIG oder:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1310283/

    unterstützen würde, gerne auch wissenschaftlich begleitet und ordentlich ausgewertet. Aber daran haben die abenländischen und altruistischen Conquistadores offensichtlich kein Interesse. Warum wohl nicht? 😉

    Wie blauäugig muss man sein?

  26. Stöber
    11. September 2013, 12:17 | #26

    @ Politreli

    Interessanter Text, die Betrachtung scheint mir wirklich ausgewogen und beleuchtet auch mal die anderen Interessenten.

    Zum Agent Orange könntest du noch einfügen, dass (afaik) nicht das Herbizid selbst sondern die Beiprodukte/Verunreinigungen für den Großteil der Schäden verantwortlich waren. Das lag mit Sicherheit auch an fahr/nachlässiger Produktion und mangelndem Interesse des Auftraggebers (dem Militär waren große, schnell verfügbare Mengen wohl wichtiger). Wäre mit jedem anderen contractor wohl genauso passiert…

  27. kopfkratz
    11. September 2013, 13:13 | #27

    @Trick 17: Tja, wie blauäugig kann man sein?

    Das im DR Radio von Dennis Garrity vorgestellte Projekt wird vom World Agroforestry Center durchgeführt. Und jetzt rate mal, wer da größter Sponsor ist …

  28. 11. September 2013, 13:47 | #28

    LOL!
    Ich spendier mal den Link:
    http://www.worldagroforestrycentre.org/about_us/our_investors

    Our investors

    The work of the World Agroforestry Centre is financed by donors who include governments, private foundations, international organizations and regional development banks. We receive both restricted and unrestricted funding which enables us to operate the Centre and achieve our targets.

    In 2010, our top 100 investors were:

    Bill and Melinda Gates Foundation
    United States of America (USAID)
    World Bank
    Ireland
    Belgium
    Denmark
    Canada (CIDA)
    Norway
    European Union

  29. trick 17
    11. September 2013, 15:17 | #29

    @ Cohen

    Das ist ja mal eine angenehme Überraschung!

    Ich bin ganz hin weg über das *lol* des kleinen Mannes. Kannst du auch noch nähere Informationen über die wahrscheinlich imposante Investitionssumme der gates foundation aber vor allen Dingen Informationen darüber, wie hoch denn die Investitionen der gaties für die Verbreitung von GMO sind.
    Allein bei der Alliance for a Green Revolution in Africa sind die gates mit ca. 1 Milliarde USD dabei und treiben damit gmo voran – also ich bin nach wie vor nicht g a n z überzeugt von Billy- Boy 😉 gemäß der Sentenz:

    „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ – Theodor W. Adorno

  30. 11. September 2013, 15:46 | #30

    Mit Dir diskutier ich nicht. Du kannst Dir Deine Zahlen schön selber zusammensuchen.

    Ich habe aber für alle anderen einen netten Link zu bieten:
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/selbsueberschaetzung-die-illusion-vom-grossen-durchblick-1.1757406

    Die letzten zwei Abschnitte:

    ….Manchmal reicht es sogar, wenn man ein paar Dinge mehr bedenken muss. Das zähmt den Extremisten, selbst wenn es nur um Gebäck geht. Die Psychologin Patricia Linville machte einmal ein Experiment mit Keksen. Eine Gruppe sollte lediglich zwei Eigenschaften des Gebäcks bewerten, die andere gleich sechs – etwa die Bissfestigkeit, den Geschmack oder die Butternote. Mussten die Probanden nur zwei dieser Dimensionen beurteilen, fiel ihr Votum extremer aus, sehr gut oder sehr schlecht.

    Mehr Eigenschaften zu bewerten, milderte die Urteile. Es strengt an, vieles zu bedenken. Genauso wie es eine kognitiv fordernde Aufgabe ist, exakte Erklärungen komplizierter Vorgänge zu liefern. Und alles, was sich mühsam oder kompliziert anfühlt, reduziert die Illusion von Wahrheit. Geistige Anstrengung zwingt die Hybris in die Knie. Aber wer will sich schon anstrengen?

  31. kopfkratz
    11. September 2013, 16:15 | #31

    @Trick 17:
    Ich glaube, dir fehlt es wirklich gröber an Hintergrundwissen:

    Das World Agroforestry Centre gehört zum CGIAR* Consortium, das wiederum ein Kind der Rockefeller Foundation und der Grünen Revolution ist. Das International Rice Research Institute, das den Goldenen Reis fördert, ist übrigens eine der Gründungsorganisationen. Die Gates Foundation ist seit 2009 CGIAR Mitglied.

    Was nun die Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) angeht, die hat 2008 180 Millionen Dollar von Gates & Rockefeller für ein „Soil Health Program“ bekommen. (Insgesamt dürfte bis heute ca. eine halbe Milliarde an die AGRA geflossen sein).

    Das Soil Health Programm ist wiederum eng verknüpft mit dem World Agroforestry Centre:
    http://www.agra.org/who-we-are/board–staff/staff-8/

    Bitte mache dich schlau. Du wirfst hier mit großen Namen und Zahlen um dich, offenbar ohne irgendeine Ahnung von diesen Organisationen zu haben.

    *CGIAR: Consultative Group on International Agricultural Research
    http://de.wikipedia.org/wiki/Consultative_Group_on_International_Agricultural_Research

  32. ajki
    11. September 2013, 19:29 | #32

    Woah! Psiram ist nun slashdot-noted.

    Das war ja mal ein scoop. Congrats!

  33. Trick 17
    11. September 2013, 20:46 | #33

    @ kopfkratz

    Meine Perseptive und meine Hintergrundinformationen sind sicherlich andere:

    „Die »Grüne Revolution«
    Die Geschichte des Begriffes »Grüne Revolution« geht bis in die 1960er Jahre zurück. Er wurde von William Gaud geprägt, damals Direktor der US-»Entwicklungshilfe«-Behörde USAID (United States Agency for International Development). Gaud hielt am 8. März 1968 in Washington eine Rede, in der er die »friedliche«, von den USA i n i t i i e r t e Grüne Revolution der »gewaltsamen Roten Revolution der Sowjets« gegenüberstellte und mit der die letztere eingedämmt werden sollte. Fünf Wochen zuvor hatte im Vietnamkrieg die Tet-Offensive begonnen. Die Grüne Revolution ist somit in Wirklichkeit eine K o n t e r r e v o l u t i o n.

    Das im Vietnamkrieg erlebte Fiasko der USA war der Höhepunkt in einer Kette von Ereignissen, die die amerikanische Vorherrschaft in (Süd-)Ostasien in Frage stellte. Zusätzlich zu der »Katastrophe«, daß China 1949 nach dem Bürgerkrieg nicht von Tschiang Kai Schek, sondern von der Kommunistischen Partei regiert wurde. Zudem hatte in den 1950er Jahren der Koreakrieg nicht den gewünschten Ausgang, die ehemalige US-Kolonie Philippinen wurde durch einen Guerillakrieg erschüttert, und in Indien fanden Brotrevolten statt. Auch der 1964 von den USA vom Zaun gebrochene Vietnamkrieg konnte nicht zu ihren Gunsten entschieden werden. Die Grüne Revolution war Teil der US-amerikanischen Bemühungen, die Hegemonie in dieser Region zurückzugewinnen. Diese Strategie wurde schon seit den 1950er Jahren verfolgt, auch wenn die öffentliche Erwähnung des Begriffs »Grüne Revolution« erst 1968 erfolgte. Die kurzzeitigen Erfolge dieser Grünen Revolution trug dazu bei, daß die sozialen Spannungen in dieser Weltregion nachließen.

    Wenn man heute zu Recht vom Scheitern dieser Grünen Revolution spricht, denkt man vor allem an die inzwischen eingetreten Ertragsrückgänge auf den ermüdeten Böden, die mit ihr verbundene Umweltverschmutzung und die Erschöpfung der Wasservorräte, deren Nutzung eine Voraussetzung für ihr Funktionieren war. Der hegemoniale Aspekt der »Grünen Revolution« des 20. Jahrhunderts ist weitestgehend in Vergessenheit geraten. Daß heute 200 Millionen chronisch unterernährte Inder auf einem Berg von 20 Millionen Tonnen Getreidevorräten sitzen, die nicht freigegeben werden, um die Preise nicht zu verderben, wirft ein Licht auf das soziale Versagen dieses landwirtschaftlichen Modells. Doch der Imageverlust, den die »alte« Grüne Revolution bislang erlitten hat, ist nur ein partieller, denn all das scheint nicht sonderlich zu stören. Zu stark sind die Bilder von den wiegenden Kornfeldern, und zu mächtig ist der Diskurs von der erfolgreichen Verhinderung einer akuten Hungerkatastrophe, insbesondere in Indien. Mithin war das Image der Grünen Revolution positiv genug, um den Begriff im Jahr 2006 erneut zu verwenden, als die Rockefeller- und die Bill- und Melinda-Gates-Stiftung gemeinsam die Gründung einer »Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika« (AGRA) bekanntgaben. Diese nach wie vor ungenügend beachtete Monsterallianz ist inzwischen in 14 afrikanischen Ländern aktiv und hat bis Ende 2011 insgesamt 380 Millionen Dollar für das Ziel ausgegeben, den profitablen Teil der afrikanischen Kleinbauernschaft in die globale Marktwirtschaft einzubinden.

    Gesäte Armut
    Die beiden Stiftungen (Gates seit einigen Jahren, Rockefeller schon seit langem) zeigen ein auffälliges Interesse am Thema Ernährung. Insbesondere wenn es sich dabei um Saatgut handelt und um die Frage, auf welche Art und Weise Nahrungsmittel produziert werden. Sowohl bei der alten, als auch bei der neuen, der afrikanischen Grünen Revolution geht es sowohl um die Erschließung neuer Märkte als auch um geostrategische Interessen, wobei die Analyse letzterer die Möglichkeiten dieser Themaseite übersteigen würde.“

    Das hört sich sehr schlüssig an und mal ganz nebenbei @ çohen- selbsternannte Experten gehen mir ziemlich am Popo vorbei. Für solche Experten zitiere ich sehr gern und sehr zutreffend Max Weber mit seiner Kritik an die gläubigen Wissenschaftler und angeblichen Experten 🙂 :
    „Die zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung bedeutet also nicht eine zunehmende allgemeine Kenntnis der Lebensbedingungen, unter denen man steht. Sondern sie bedeutet etwas anderes: das Wissen davon oder den Glauben daran: daß man, wenn man nur wollte, es jederzeit erfahren könnte, daß es also prinzipiell keine geheimnisvollen unberechenbaren Mächte gebe, die da hineinspielen, daß man vielmehr alle Dinge – im Prinzip – durch Berechnen beherrschen könne. Das aber bedeutet: die Entzauberung der Welt. Nicht mehr, wie der Wilde, für den es solche Mächte gab, muss man zu magischen Mitteln greifen, um die Geister zu beherrschen oder zu erbitten. Sondern technische Mittel und Berechnung leisten das. Dies vor allem bedeutet die Intellektualisierung als solche.““
    – Max Weber, Wissenschaft als Beruf, München 1919

  34. 11. September 2013, 22:15 | #34

    Und was hat diese Textwand mit dem Thema zu tun?

  35. Groucho
    11. September 2013, 22:20 | #35

    Solche Kornterrevolutionen sind ja auch übel. Statt wie üblich Millionen verrecken zu lassen, schafft man funktionierende Pläne zur Ernährung. Ganz link, sowas.

  36. Habra
    11. September 2013, 23:43 | #36

    Diese Textwand hat mit dem Thema eher nichts zu tun. Trick 17 (oder auch blauäugig) provozieren lediglich mit Copy and Paste (Guttenberg läßt grüssen) ein äußerst interessantes Thema.

    Man könnte aber zum Ausgleich eine wunderbare Verschwörungstheorie konstruieren:
    Monsanto zahlt Greenpeace dafür, dass Greenpeace aktiv gegen Gentechnik arbeitet und zur Tarnung auch Monsanto angreift. Ab und zu massiv gegen freigesetzte GMO agieren und Versuchsfelder zerstören. Monsanto kann mit seinen Versuchsfeldern weltweit ausweichen, die kleineren Konkurrenten in Deutschland oder Europa eben nicht. Damit hat sich Monsanto die europäische Konkurrenz vom Leibe geschafft. Aber das ist bestimmt nur eine VT.

    Wir in Europa können noch auf grüne Gentechnik verzichten. Noch. Aber gerade durch die Einschränkungen der Freisetzung von GMO’s verhindern wir in Europa Forschung und Entwicklung zugunsten einiger Großkonzerne. Und da wir wegen der Energiewende auf Mais für Biogasanlagen angewiesen sind, werden wir irgendwann einen gegen Maiszünsler und Maiswurzelbohrer resistenten Mais herstellen müssen.

    Und nun wurde mittels Gentechnik eine Reispflanze entwickelt, die Vitamin A erzeugt, was eben normale Reispflanzen nicht tun und soll kostenlos an arme Bauern in Vitamin-A-Mangelgebieten verteilt werden. Nach dem durch adminstrative Behinderungen und Zerstörung von Versuchsfeldern eine mögliche Zulassung nicht verhindert werden konnte, kommen unsere Weltverbesserer noch mit dem Argument, dass die Bauern doch zusätzlich Gemüse anpflanzen sollen. Wie sagte Marie-Antoinette 1789: Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.

    Und ähnliches Denken ist bei uns immer noch vorhanden, sogar noch viel schlimmer: Lest die Kommentare zum Spiegel-Artikel, den „Kamor“ mit seinem Kommentar verlinkt hat. Ich könnte k….

  37. kopfkratz
    12. September 2013, 00:02 | #37

    Was Trick 17 da macht, ist Trick 17. Man wechselt einfach immer, wenn man nichts Sinnvolles zu sagen hat, das Thema.

    Der Text ist übrigens auch Quatsch. Fängt schon damit an, dass in Gauds Rede die Grüne Revolution überhaupt nicht der Roten gegenübergestellt wird, geschweige denn „eingedämmt“. Was für ein Blödsinn. Der Autor von dem Text sollte Geschichte, Verzeihung lesen, lernen.

  38. Groucho
    12. September 2013, 00:35 | #38

    @ Trick 17: Das Abkippen von C&P-Texten in den Kommentaren widerspricht ebenso den Gepflogenheiten für den Kommentarbereich, und erst recht, wenn man noch nicht mal eine Quelle angibt.

    http://www.welt-ernaehrung.de/2013/08/19/bill-gates-in-afrika/

    5. Kommentare, die überwiegend aus längeren Zitaten bestehen, werden ebenfalls gelöscht.

    6. Bleib beim Thema! Off-Topic-Diskussionen bitte im Forum führen.

    Das ist jetzt der letzte Hinweis, sich hier an die wenigen Regeln zu halten.

  39. Wouter
    12. September 2013, 08:11 | #39

    @ Habra

    Es ist doch durchaus bemerkenswert, dass sich Kleinbauern in der „3.Welt“ gegen die altrusitischen Wohltäter zu Wehr setzen. Das ist doch kein Einzelfall.
    Weiterhin ist es durchaus vorstellbar dass in der Liga der Gates und Rockefeller Fouondation geostrategische Macht- Überlegungen eine Rolle spielen. Alles andere halte ich wirklich für blauäugig

    Wenn dich mir dann noch anschaue, dass Gates lt. der Bloomberg- Liste in 2013 mit 72,7 Milliarden USD wieder der reichste Mann der Welt ist, dann darf doch wohl ein kleinig wenig Zweifel an dem Philanthropen Gates und seinem besonderen Interesse an GOM- Verbreitung aufkommen. Wenn ich jetzt fies wäre, würde ich sagen: der Apfel fällt nicht weit vom Baum und mal auf den Vater von Gates hinweisen ;-).

    Ja und die Probleme sind in der Tat hauptsächlich politische Probleme und da tun Gates und Rockefeller nicht die Bohne, um wirklich was zu verändern, sondern da sichern sie sich ganz dreist ihre Pfründe. Die Rockefellers schon seit einer halben Ewigkeit.

    Aber ihr dürft selbstverständlich euren eigenen Glauben hegen und pflegen. 😉

  40. 12. September 2013, 09:12 | #40

    Das ist ein extrem plumper Versuch der Diskreditierung.
    Du bist zu 100% ein bezahlter Agent der Chemiemultis, die Angst um ihr milliardenschweres Geschäft mit Vitaminpillen haben.
    Schäm Dich!
    Drevil_million_dollars.jpg

  41. kopfkratz
    12. September 2013, 09:57 | #41

    @Wouter:
    Ist in diesem Fall gar nicht passiert. Die Feldzerstörung auf den Philippinen durch Bauern hat sich inzwischen als Falschmeldung rausgestellt. Laut Augenzeugenberichten waren zwar auch Bauern anwesend, aber der Mob bestand vor allem aus Aktivisten/Kids aus der Stadt.

    Es gibt auf den Philippinen ein starkes Tabu genannt Bosung, Reispflanzen darf man nicht vernichten. Die ganze Geschichte war in dieser Hinsicht absolut unglaubwürdig.

    Ansonsten hast du (gehe mal davon aus) schon bewiesen, dass du keinen Ahnung von den echten Zusammenhängen hast.

    Natürlich ist Welthunger ein politisches Problem. Aber mit „Dann sollen sie doch Karotten essen“ (frei zitiert nach einer Wanderanekdote) und Augenauswischerei ala Greenpeace wird man es nicht in den Griff bekommen.

    Wir könnten jetzt natürlich sofort alle ganz lieb zueinander sein (Instant Worldpeace!), uns alle optimal ernähren, Verschwendung minimieren und alles wäre total super. Viel weniger Fettleibige und alle hätten was zu essen. Willkommen im Märchenland.

    In der wirklichen Welt muss man technologie-agnostisch praktisch funktionierende Lösungen suchen. Die sind meist suboptimal, manchmal aber, wie in diesem Fall mit dem Reis sogar sehr elegant.

  42. Stöber
    12. September 2013, 10:24 | #42

    kopfkratz :@Wouter: Wir könnten jetzt natürlich sofort alle ganz lieb zueinander sein (Instant Worldpeace!), uns alle optimal ernähren, Verschwendung minimieren und alles wäre total super. Viel weniger Fettleibige und alle hätten was zu essen. Willkommen im Märchenland.

    Das hast du klasse ausgedrückt! Solche Spinnereien kommen auch gerne mal von ‚Marxisten/Kommunisten‘, die gegen den fiesen Kapitalismus vorgehen wollen. Wenn man dann nach konkreten Vorschlägen fragt, wie das ohne millionenfachen Massenmord und jahrzehntelangen Krieg gegen die halbe Welt klappen soll, kommt Obiges.

    Nichts gegen Ideale, aber irgendeinen praktikablen Weg zur Verwirklichung sollte es doch geben. Oder man findet sich wenigstens damit ab, dass der Weg das Ziel ist.

    Zum Reis kann man nur sagen: Diejenigen, die genau wissen, dass es nicht klappen kann sollen bitte denen nicht im Weg stehen, die es gerade tun.

  43. Wouter
    12. September 2013, 13:08 | #43

    ich wusste es doch schon immer: der gehört der Sekte Dawamahaar an und ist in den Grundfesten seines Glaubens erschüttert. 🙂

  44. Wouter
    12. September 2013, 13:20 | #44

    @ Stöber

    Jau Stöber, haben wir jetzt die bösen Kummunisten ausgegraben?

    Bei McCarthy war alles gut, oder wie?
    Der Kampf der Schwarzen richtete sich gegen die Rassentrennung und gegen rassistische Angriffe und Lynchmorde. – Das waren Zeiten.

  45. Wouter
    12. September 2013, 13:45 | #45

    @ kopfkratz

    „Insgesamt dominiert heute – bis auf wenige Ausnahmen – eine Sichtweise, die der Entwicklungspolitik und Entwicklungshilfe ein Scheitern attestiert. Eindrucksvolle Datenmengen, die versickernde Geldströme repräsentieren, werden zum Beleg für dieses Scheitern genauso aufgeboten wie Sterbeziffern, die sich trotz groß angelegter Hilfskampagnen kaum veränderten. Als ein wichtiger Grund für dieses Scheitern wird der über alle ideologischen Unterschiede der Geberländer hinweg verbreitete, gleichermaßen unerbittliche wie fatale Glaube an die Vorteile der Industrialisierung angesehen, den die Geber mit der Überzeugung von den je eigenen zivilisatorischen Fähigkeiten und der Geringschätzung des Wissens der Empfänger verbanden.“
    Quelle: http://docupedia.de/zg/Geschichte_der_Entwicklungspolitik#Historiografische_Meistererz.C3.A4hlungen_und_Deutungen

    Also wenn du das mal lesen würdest wirst du partiell beschrieben sehen, was ich angemerkt habe und nicht mehr blind an die Omnipotenz von aufdoktrinierten Heilsangebote verschiederer Organisationen und Staaten wie der GMO. Die Fakten sprechen seit 50 Jahren eine andere Sprache.
    Und: ich habe auch kein Patentrezepte aber so funktioniert offensichtlich nicht besonders gut.

  46. echt?
    12. September 2013, 15:02 | #46

    SONDERDINGS, äh Meldung

    Jessie Marsson in der Schweiz verhaftet.

  47. kopfkratz
    12. September 2013, 15:25 | #47

    @Wouter:
    Ich mag nicht mehr. Es wird immer schwammiger. Jetzt sind wir schon bei zeitgeschichtlichen Betrachtungen über das grundsätzliche Scheitern der Entwicklungshilfe.

    Lassen wir’s.

  48. Trick 17
    12. September 2013, 16:11 | #48

    @ Wouter

    ich denke auch: Die Positionen sind klar, wobei nicht nachzuvollziehen ist, dass man zeitgenössische Betrachtungen der Entwicklungshilfe nicht einbeziehen will. Ohne sie bleibt es bei der bemängelten Forschungslage noch nebliger und schwammiger.

    Ich verabschiede mich mal aus der Werbeveranstaltung für Golden Rice.
    Das Expertengremium vom psiram war allerdings nicht stichhaltig überzeugend.
    😉
    http://www.youtube.com/watch?v=dRznUl4di8A

  49. 12. September 2013, 18:56 | #49

    @ Wouter
    ich empfehle dir mal einen anderen Blogbeitrag auf psiram zu Gemüte zu führen:
    http://blog.psiram.com/2011/12/warum-bill-gates-mein-held-wurde/
    Früher und immer noch werden übelste Fehler in der Entwicklungshilfe gemacht, aber die Bill & Melinda Gates Foundation
    Dein verlinkter Text ist eig. ganz gut ausgewogen, so weit ich das beurteilen kannst, und du hast wohl den letzten Absatz deines verlinkten Abschnitts nicht gelesen.
    „Die hier genannten Studien waren weiterführend und bleiben nach wie vor zentral. Allerdings bergen sie das tiefgreifende Problem, dass hier die Machtwirkungen und die Havarien des Entwicklungsunternehmens auf Imperialismen und Systemkonflikte reduziert und zugleich die Akteure der Entwicklungspolitik vor Ort meist nur wenig untersucht werden.“

  50. 12. September 2013, 18:56 | #50

    ach Mist, ich bin zu blöd zum zitieren, der letzte Absatz sollte ein Zitat werden.

  51. 13. September 2013, 10:36 | #51

    Besser?

  52. trick 17
    13. September 2013, 18:22 | #52

    Mensch, diese bösen linken Professoren von der Sorbonne unterlaufen jetzt schon die gute deutsche Tagesschau mit ihren unfachlichen Verschwörungstheorien … hahahaha

    http://www.tagesschau.de/ausland/agrarsubventionen130.html

    … golden rice …. das lohnt sich 😉

  53. Bartimaeus
    26. September 2013, 00:01 | #53

    Heute lief, direkt nach der Akte Aluminium, eine Dokumentation über Goldenen Reis auf 3sat. Das ist die Kurzbeschreibung:

    Der Wunderreis
    Wie eine Schweizer Gentech-Erfindung Millionen
    von Kindern retten soll
    Film von Daniel Mennig

    Für Kinder, die erblinden, weil sie unterernährt sind und an Vitamin-A-Mangel leiden, hat der heute emeritierte ETH-Professor Ingo Potrykus den sogenannten „goldenen Reis“ entwickelt. Dieser Reis ist gentechnologisch hergestellt und enthält Provitamin A. Ein Gentech-Produkt im Dienste der armen Bevölkerung also, und nicht zum Profit der Agrarindustrie? Der goldene Reis hat in den vergangenen Jahren heftige Kontroversen ausgelöst. Jetzt steht er kurz vor der Marktzulassung. Auf den Philippinen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, und die Verantwortlichen zeigen sich angespannt.
    Für die Dokumentation „Der Wunderreis“ ist ein Filmteam des Schweizer Fernsehens auf die Philippinen gereist, um die letzten Vorbereitungsarbeiten auf den Versuchsfeldern zu dokumentieren und den Fragen nachzugehen: Wo und wie leben die Menschen, für die der goldene Reis gedacht ist? Wie sicher ist dieses Lebensmittel, und wie läuft das Bewilligungsverfahren? Wollen die Philippinos diesen Reis wirklich? Das Team ist mit spannenden Fakten und Meinungen zurückgekehrt und hat den Erfinder des goldenen Reises, Ingo Potrykus, damit konfrontiert. Dieser zieht Bilanz und verrät brisante Details, weshalb er sich über die bevorstehende Markteinführung seines goldenen Reises nicht nur freut.

    http://www.3sat.de/programm/?viewlong&d=20130925#2105

    In der Sendung darf Seralini seine Mäusestudie unkritisch vorstellen und auch Greenpeace nennt ein paar „Argumente“ gegen den Goldenen Reis. Noch ist die Sendung nicht in der Mediathek verfügbar: http://www.3sat.de/mediathek/?datum=20130925&cx=104

  54. Bartimaeus
    26. September 2013, 01:55 | #54

    Die Dokumentation wurde anscheinend schon einmal ausgestrahlt:
    http://www.youtube.com/watch?v=y1d_LmLb1_0

  55. Gisander
    26. September 2013, 18:17 | #55

    Bartimaeus :

    Heute lief, direkt nach der Akte Aluminium, eine Dokumentation über Goldenen Reis auf 3sat.

    Muss ein Themenabend in Sachen Wissenschaftsparodie sein.

  56. ogrim
    27. September 2013, 10:35 | #56

    Weiß hier zufälligerweiße jemand etwas über genaueres den „schwarzen Reis“ der bei 41:40 erwähnt wird?
    Ich dachte ja die Fähigkeit beta-carrotin im Korn zu bilden wäre sonst bei Reis nicht vorhanden und konnte deswegen nicht eingekreuzt werden?

  57. Bartimaeus
    27. September 2013, 15:58 | #57

    ogrim :Weiß hier zufälligerweiße jemand etwas über genaueres den “schwarzen Reis” der bei 41:40 erwähnt wird? Ich dachte ja die Fähigkeit beta-carrotin im Korn zu bilden wäre sonst bei Reis nicht vorhanden und konnte deswegen nicht eingekreuzt werden?

    Guck mal hier:

    2.2. Der Provitamin-A-Gehalt des lokalen schwarzen Reises

    Der Film suggeriert, ein lokaler schwarzer Reis sei eine Alternative zum Golden Rice. Wenn man aber bei der Aussage des lokalen Sortenspezialisten genau hinhört, merkt man schnell, wie schwach sein Argument ist. „Gemäss Forschern enthält der Schwarze Reis viel Provitamin-A. Der höchste Wert, den ein Forscher gefunden hat, ist 0.36 Milligramm pro Kilogramm. Das ist fast so hoch wie der Gehalt an Provitamin A wie beim Golden Rice.“ Angenommen diese Angabe stimmt (was zu bezweifeln ist, weil sonst die Reiszüchter längst einen Provitamin A-Reis gezüchtet hätten), dann liegt dieser Wert 100 fach niedriger als beim Golden Rice, d.h. die Menschen müssten 100 mal mehr davon essen! Das heisst statt 40 g Golden Rice 4 kg schwarzen Reis.

    Daniel Mennig lässt wohl diese ungenaue Aussage mit Absicht zu, um beim unkritischen Zuschauer den Eindruck zu wecken: Golden Rice ist unnötig, da jeder Philippino ja Zugang zu traditionellen Provitamin A Pflanzen hat. Dass dies nicht zutrifft, zeigt der von der WHO dokumentierte Vitamin A-Mangel.

    http://www.srgd.ch/ueber-uns/ombudsstelle/beanstandungen/detail/news/2013/05/13/30822-doksendung-der-wunderreis-verletzte-journalistische-sorgfaltspflicht-nicht/
    Dort gibt es auch eine Antwort auf die Kritik.

  58. 10. Oktober 2013, 10:40 | #58

    So sieht übrigens diese Vitamin-A-Mangel-Blindheit aus:
    http://farm6.staticflickr.com/5091/5492473278_c771ae3f53_o.jpg

  59. 16. Oktober 2013, 15:59 | #59

    Unglaublich gute Erfindung. Ich hoffe, dass sich das auch auf andere Grundnahrungsmittel übertragen lässt.

  60. 4. März 2014, 12:02 | #60

    Da kann man doch nur den Hut ziehen vor Prof. Potrykus! Wow… mehr fällt mir gar nicht mehr ein.

    Zitat:“ Ohne Patente wäre die Technologie geheim gewesen.“

    Da sieht man doch schon wieder, weshalb es auch gut sein kann Patente anzumelden

    VG
    Stefan Bitte keine Werbung einwerfen

  61. Küstennebel
    29. März 2014, 21:57 | #61

    http://www.deutschlandradiokultur.de/wundermais-mit-blindheit-geschlagen.993.de.html?dram:article_id=154462

    Nur mal zur Vollständigkeit halber. Mal ein kritischer nachvollziehbarer Beitrag zum Hype Pro Rice.

    Wenn es in dieser Welt darum ginge allen genug zu Essen zu geben, gäbe es wohl viele Probleme auf diesem Planeten nicht. Ich bin und bleibe Skeptisch.

    Beste Grüße

  62. pelacani
    29. März 2014, 22:21 | #62

    @ Küstennebel
    Na, das ist ja ein verlogener Text, den Du da gefunden hast. Dort heißt es:

    So lesen wir in einer Publikaton der Johns Hopkins Universität in Baltimore: „Masernblindheit ist die einzige Hauptursache für Blindheit unter Kindern in Ländern mit niedrigem Einkommen.“ Soweit das Zitat.

    Es wird an dieser Stelle keine Quelle angegeben, aber unten werden, gaanz wissenschaftlich, welche aufgeführt. Am ehesten kommt infrage:

    Semba RD, Bloem MW: Measels blindness. Survey of Ophthalmology 2004; 49: 243-255

    Dort heißt es im Abstract:

    Measles blindness is the single leading cause of blindness among children in low income countries, accounting for an estimated 15,000 to 60,000 cases of blindness per year. There is a close synergism between measles and vitamin A deficiency that can result in xerophthalmia, with corneal ulceration, keratomalacia, and subsequent corneal scarring or phthisis bulbi. High-dose oral vitamin A supplementation is recommended for all children with measles in developing countries.
    http://www.surveyophthalmol.com/article/S0039-6257%2803%2900179-6/abstract

    Das heißt übersetzt:

    Masern sind die führende Einzelursache für Blindheit … Es gibt ein enges Zusammenwirken mit dem Vitamin-A-Mangel … Hochdosierte Vitamin-A-Gaben werden für alle Kinder mit Masern in Entwicklungsländern empfohlen.

  63. Küstennebel
    3. Mai 2014, 13:57 | #63

    Danke für Ihren Hinweis.

    Ich habe kein Problem mit Genpfuscherei, ich ess einfach was ich mir leisten kann. Verstehen Sie mich also nicht falsch.

    Ich bleibe skeptisch heißt: Ein Wissenschaftler, der Gesetze abschaffen will, die den Schutz der Bevölkerung vor Unsicherheiten technischer Anwendungen fordert, dem traue ich gut und gerne hehre Motive zu. Das ist mir klar, das die meisten Menschen einfach nur helfen wollen.

    Das diese Leute mit ihrer Arbeit und ihren Zielen aber abhängig sind von einem Goodwill kapitalgewichtiger Geldgeber und dementsprechend deren Interessen bewußt oder auch unbewußt forcieren und in diesem Falle die grenzenlose Anwendung von genmodifizierten Pflanzen fordern, indem Sie die Gesetze zum Schutz der Konsumenten abschaffen wollen? Da sehe ich doch schon einen Interessenkonflikt der Geldgeber und edlen Patentspender.

    Nur weil eine Sache dem Guten dienen will, ist es nicht das Gute das sie bewirkt.

    Im Gegenteil, der edle Retter ist nicht selten nur die neue Sau, welche es auf die Futtertröge der alten Schweine abgesehen hat.

    Ob jemand zu wenig Geld hat um eine Schüssel normalen Reis zu kaufen, oder zu wenig Geld hat eine Schüssel mit golden Reis zu kaufen, macht, meine ich, keinen Unterschied.

    Zumal viele Hungerprobleme heute mit bewaffneten Konflikten, Vertreibungen, Massenelend zu tun haben. Ob die Simplifizierungsstrategie einfach nur möglicherweise tatsächlich bessere Produkte herzustellen und diese vielleicht sogar zu verschenken an Bauern da noch hilft?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger#Ursachen_des_Welthungers

    Ich hab einfach keine Ahnung. Aber ich glaube auch keinem Jubelperser. Ob der ein politisches Hemd trägt, einen weißen Kittel oder einen Talar ist mir egal.

  64. pelacani
    3. Mai 2014, 15:07 | #64

    @ Küstennebel
    Selbst wenn ich jeden dieser Sätze unterschreiben würde (was ich nicht tue): Das alles ist keine Antwort auf die einfache Frage: Könnte die Einführung des Golden Rice dazu beitragen, Blindheit von Kindern in Entwicklungsländern zu verhüten?

  65. Küstennebel
    3. Mai 2014, 17:58 | #65

    Das müssten entsprechende Studien belegen.

    Aber Tatsache in der Praxis ist erstmal die Frage, wieso das Zeug besser unter die Leute kommen sollte, die arm sind und sich keine Lebensmittel leisten können? Gäbe man denselben Leuten, die ja offenbar unter Mangelernährung leiden, genug zu Essen, dann hätten die diese Gesundheitsprobleme gar nicht! Das ist doch der Kern meines Gedankens.

    Ein Punkt für golden Rice, Mais und Co wäre simpel gedacht: Desto mehr Nährstoffe ein Nahrungsmittel hätte, mit dem sich jemand Mangel ernährt, desto besser wäre sein Auskommen.

    Ob das jetzt so eine sinnvolle Lösung ist? Armut verfestigen indem man die Armut besser verdaulich macht?

    Halbgare Lösungen.

    Ansonsten mag man es ja so positiv als Möglich sehen (tut der eigenen Seele gut 🙂 ) und davon ausgehen das es ein Baustein! bleibt in der Bekämpfung des Hungers, das es allen Beteiligten wirklich darum geht helfen zu wollen.
    Wenn das so ist, wird sich die Idee vermutlich durchsetzen, auch gegen politische und gesellschaftliche Widerstände.

    Verhüten ist ein bischen zu hoch gegriffen. Wenn dann vermindern. Das wäre auch schon etwas.

    Aber das würden normale Nahrungsmittel halt auch schaffen …

    Dürftige Linie für Genprodukte und die Vorwärts-Verteidigung durch die Moralkeule hat mit dieser Erkenntniss erhebliche Dellen.

    freundliche Grüße und viel Sonne Ihnen an diesem schönen Wochenende

  66. pelacani
    3. Mai 2014, 18:33 | #66

    Küstennebel :

    Das müssten entsprechende Studien belegen.

    Vor einiger Zeit ist festgestellt worden, dass es keine vergleichenden Studien gibt, die sicher belegen, dass Fallschirme Leben retten.

    die arm sind und sich keine Lebensmittel leisten können

    Wer so arm ist, dass er sich gar keine Lebensmittel leisten kann, dürfte in geschätzt 40 Tagen tot sein.

    Armut verfestigen indem man die Armut besser verdaulich macht?

    Halbgare Lösungen.

    Besser „halbgare“, wie Du das nennst, als perfekte, die am Sankt-Nimmerleins-Tag realisiert werden. Deine Vorstellung ist ist eine linke Illusion mit einem langen, langen Bart, in dem Blut klebt. Wenn es überhaupt eine Lehre gibt, die aus der Geschichte gezogen werden kann, dann ist es diese.

    Auch meinerseits freundlichen Gruß!

  67. YorkTown
    3. Mai 2014, 18:45 | #67

    @Küstennebel:
    a) Das Zeug kommt unter die Leute, indem es die Bauern als ganz normales Saatgut, zum selben Preis wie ihr normales Saatgut, kaufen und dann anbauen. Danach sind sie Selbstversorger!

    Wo ist das bitte eine Simplifizierungsstrategie, wenn man Leuten die Möglichkeit verschafft sich selbst zu helfen?

    b) Du vermischt Mangelernährung mit Nahrungsmangel. Selbst wenn man den Leuten einen Jahresvorrat normalen Reis vor die Tür stellen würde, würden sie danach immer noch unter Vitamin-A Mangel leiden.

    Es geht hier nicht um Menge, es geht um die richtigen Nahrungsmittel/Nährstoffe.

    c) Nochmal: Goldener Reis sorgt dafür, dass sich die Leute selbst versorgen können. Zur Zeit bekommen sie Hilfe von außen. Organisationen wie die Helen Keller Stiftung verteilen jedes Jahr zig Millionen Vitamin A Tabletten. Das wäre nicht mehr notwendig, mit doppelter Wirkung:

    Die Gelder könnten für etwas anderes verwendet werden und die Bauern wären wieder weniger auf Hilfsmittel angewiesen.

    c) Mit dem Argument, man sollte doch „die großen Probleme“ lösen, also Armut gleich beseitigen kann man alles abwürgen. Die Leute brauchen kein sauberes Wasser, sie verhungern sowieso. Und Malaria-Netze? Und Impfungen? Brauchen wir alles nicht. Lösen wir einfach das Armutsproblem und fertig. Oder fangen wir gleich mit Weltfrieden an, das kann auch nicht viel schwerer sein.

    Sorry, aber so geht das nicht. Man kann nur ein Problem nach dem anderen beseitigen und sich freuen, wenn wieder ein paar Menschen ein dauerhaft besseres Leben haben.

  68. Küstennebel
    3. Mai 2014, 23:53 | #68

    Simplifizierungsstrategie deshalb, weil diese Position „blindwütig“ Pro-Golden Rice oder ähnliche Produkte einfach nur auf der Basis argumentiert: Wir sind die Guten, wir wollen helfen, man läßt uns nur nicht!
    Und diese Moralkeule ist es, die mir sauer aufstößt.

    Man könnte auch einfach normale Nahrungsmittel liefern oder an der Armut etwas ändern.

    Zwei Eier pro Tag, oder ein Glas Milch pro Tag, also wenige Hühner, ein einziges Rind oder ähnliche Konstellationen, die Menschen wären gerettet und in den Städten wären Hühner auch eine Alternative – Das wäre erheblich umfassender, im Vergleich zu einer Schüssel Golden Rice sind zwei Eier Nährstoffbomben…

    Warum unbedingt der Reis? Warum nicht könnte man fragen. Ok. Vielelicht doch ein bischen, ein kleines bischen Geschäft mit im Spiel? Vielleicht werden doch bessere Alternativen nicht angeführt, betriebsblinde und oder abhängige Wissenschaftler doch an die Front geschickt um den Boden für die Geschäfte zu Ebnen? Der golden Rice nicht doch der Rammbock um mit moralinsaurer Predigt die Tür endlich weit auf zu kriegen für die Genmodifizierten Pflanzen?

    Wie gesagt sind nicht alle betroffenen Bauern bzw. können Reis anbauen. Der goldene Mais ist ja dann auch noch da, sorgt allerdings schnell auch für zuviel Vitamin A, aber das ist wohl erstmal nicht der Punkt.

    Ein erheblicher Teil der Betroffenen lebt in Armutsvierteln, in Städten. Weiterhin wie bereits gesagt ist die Mangelernährung durch den Reis nicht aufgehoben. Pur ohne Beilage dürfte die Aufnahme des Vitamin A relativ niedrig liegen.

    Weiterhin steht noch immer nicht (für mich) fest, das mögen die Fachleute irgendwie ergründen, ob dann die Maserninfektion oder der Vit A Mange die Ursache sind.

    Offenbar wurde die Bioverfügbarkeit (worüber ich mir nicht sicher war) zumindest ausreichend geklärt, nehme ich jetzt mal so hin.

    Bioavailability of the carotene from golden rice has been confirmed and found to be an effective source of Vitamin A for humans.[13][14][15]http://en.wikipedia.org/wiki/Golden_rice

    Stellt sich aber noch die Frage ob das auch ausreichend verfügbar ist, wenn die ganzen armen Schlucker dann nur den Reis haben … aber auch den wird nur der Bauer haben, solang er nicht zuviel braucht davon, dann werden nämlich die Lizenzgebühren offenbar fällig und da ist es dann mit der Menschenfreundlich offenbar zu Ende.

    Ich hab nix gegen Genmanipulation im Essen. Ich denke nicht das das schädlich ist, schließlich is fast alles Genfood und diese ganzen Manipulationswaren futtern wir seit Jahrzehnten (Mutationszüchtungen) wenn doch haben halt ein paar Millionen Menschen vielleicht irgendwann mal wieder Pech. Ändern können wirs eh nicht, die neuesten Techniken kommen so oder so. Heute oder Morgen.

    Ich will einfach nicht für dumm verkauft werden. Das ist eigentlich schon alles.

    Monsanto hat mal Agent Orange mitzuverantworten gehabt. Das Zeug diente dafür unter anderem Ernten zu vernichten. Das es so hochgiftig war? Tun wir mal so das es niemand wußte. Trotzdem die Frage:
    Ist dieser Konzern irgendwie moralischer geworden heute? Natürlich ist das alles ein einziges Agendasetting mit dem golden Rice. Und wenn Menschen noch bisl geholfen wird, können sich die Vorkämpfer noch selbst auf die Schulter klopfen und ehrlich darüber freuen, das glaub ich denen auch. Mich freut das auch.

    Letztlich ist es eh Wurscht was wir davon halten, darüber reden sich ganz andere die Köppe heiß .-).

  69. sumo
    4. Mai 2014, 00:44 | #69

    was die Masern jetzt damit zu tun haben, das mögest Du bitte mal genauer erklären.

    Ansonsten nochmal, wie bereits erklärt: Der Golden Reis(GR) ist genau wie üblicher Reis anzubauen, zu ernten usw. Es wird also Reis durch GR ersetzt, was bedeutet, daß die Menschen mit Hühnern deren Eier essen können, sie können Schweine züchten und verzehren, das alles ist genau wie jetzt, der GR ändert nichts an bestehender Armut, er versorgt aber die Esser mit einem essentiellen Stoff, der sonst entweder supplementiert werden müßte oder eben zu gesundheitlichen Störungen führt.
    Alle von Dir genannten Punkte haben nichts damit zu tun, ob man eine Tonne Reis durch eine Tonne GR ersetzt.

  70. 4. Mai 2014, 01:13 | #70

    Agent Orange war nicht dazu da, um Ernten zu vernichten, sondern um die scheiß behinderten Urwälder zu entlauben, in denen sich die behinderten terroristischen Vietcong in ihren behinderten Höhlen versteckten. Das Problem von Agent Orange war, dass durch die unerwartet hohe Nachfrage durch das US Militär es bei der Produktion zur Verunreinigung durch Dioxinen kam, die für die Folgeschäden etc. verantwortlich sind.
    Ansonsten hat die Monsantokarte hier nicht viel zu tun und Agent Orange erst recht nichts mit diesem Thema. Verweis auf einen anderen Blogartikel http://blog.psiram.com/2012/01/ist-monsanto-der-antichrist-und-wen-interessierts/

    In den betroffenen Gegenden haben die Leute viel zu oft _nicht_ die Wahl, was anderes als eine Schale Reis zu essen. Mangelnde Verfügbarkeit, also da die Bauern es selber einkreuzen dürften etc, würden die bei mangelnder Verfügbarkeit einfach so schon verhungert sein. Man kann natürlich weiterhin versuchen, mit Lebensmittellieferungen und Vitaminpillen vorzugehen, aber das ist verglichen mit selber Goldenen Reis einzukreuzen viel teurer und viel abhängiger von externen Helfern. Aber ja, „Hilfsorganisationen“ wie Greenpeace oder BUND sind überhaupt keine egoistischen Bastarde, die mehr Geld für medienwirksame Aktionen oder „Verwaltungsgebühren“ ausgeben als irgendwas möglicherweise positives für die Welt beizutragen. Da du den wikipediaartikel zu golden rice selber gefunden hast, http://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Reis#Prognostizierte_Gesundheits-_und_Wohlfahrtswirkungen
    Aber lieber auf ewig abhängig werden lassen, damit man immer schön traurige Bilder machen kann, um Spenden abzustauben.
    Golden Rice könnte eine der kleinen Schritte für die Bekämpfung von Mangelernährung und Armut werden, und gentechnisch verändertes Essen hat Amerikaner oder im Großteil der Welt bisher nicht zu unvorhergesehenen Katastrophen geführt etc.
    Hast ja sonst auch selber verlinkt, dass man Studien durchgeführt hat, die die Wirksamkeit vom golden rice gegen Vitamin A Mangel zeigen. „Echte“ Erfolge zeigen ist ja leider schwer, wenn irgendwelche massenmordenden Arschlöcher seit Jahren verhindern, dass golden rice den Menschen helfen kann und lieber Versuchsfelder zerstören gehen.

  71. pelacani
    4. Mai 2014, 09:26 | #71

    Küstennebel :

    Vielelicht doch ein bischen, ein kleines bischen Geschäft mit im Spiel?

    Hoffentlich.

    Zwei Eier pro Tag, oder ein Glas Milch pro Tag, also wenige Hühner, ein einziges Rind oder ähnliche Konstellationen, die Menschen wären gerettet

    Das ist eine leere Phrase, sofern Du gleichzeitig verhindern willst, dass es welche gibt, die daran verdienen können. Dein Denkfehler ist es, dass Du keinen Unterschied zwischen „Verdienen-Wollen“ und ungezügeltem Profitstreben, das über Leichen geht, machst. Die Alternative sind Appelle ans Bewusstsein; und wo es nicht besteht, muss es erzeugt werden. Inzwischen weiß man ja, wie das geht – und auch, wohin das führt.

    Ich will einfach nicht für dumm verkauft werden.

    Ich auch nicht. Deswegen finde ich die Desinformation, die von Greenpeace &Co. betrieben wird, so empörend. Ein Beispiel hatten wir ja mit dem von Dir in #61 verlinkten Text. Ich für meinen Teil bin erst zufrieden, wenn ich hinter jeglicher Aktivität das Geschäftsmodell erkennen kann. Erst dann kann ich für mich entscheiden, ob ich das für akzeptabel halte oder nicht.

    Preisfrage: was ist das Geschäftsmodell hinter Psiram? 😉

  72. YorkTown
    4. Mai 2014, 10:44 | #72

    Küstennebel :

    Vielelicht doch ein bischen, ein kleines bischen Geschäft mit im Spiel?

    Dazu hat Patrick Moore, dereinst Gründer von Greenpeace und heute ein scharfer Kritiker der Organisation, einen interessanten Gedanken gehabt. Er meinte, dass es ein Problem von GR sei, dass nichts daran verdient wird. Wenn es Firmeninteressen gäbe, hätten die den Reis schon lange durchgesetzt.

    GR ist für Bauern, die weniger als 10.000 US Dollar verdienen frei, sie dürfen den Reis auch jedes Jahr weiter anbauen. Ein durchschnittlicher Bauer auf den Philippinen verdient etwa 380 Dollar pro Jahr, da ist also noch recht viel Luft nach oben.

    Ich verstehe das Problem nicht. GR ist perfekt. Reis ist DAS Hauptnahrungsmittel Asiens, in China bei über 100kg pro Person pro Jahr, in Indonesien sogar 160 kg. Man erreicht damit praktisch jeden, gerade auch in den Armenvierteln.

  73. Küstennebel
    4. Mai 2014, 18:57 | #73

    @ YorkTown
    Wo ist das bitte eine Simplifizierungsstrategie, wenn man Leuten die Möglichkeit verschafft sich selbst zu helfen?

    Simplifizierend ist der GESAMTE ANSATZ.

    Darum finde ich den Text von Pollmer erfrischend. Weil er genau das nahe legt! Denn wenn es keinen Unterschied im VIt A Spiegel gibt zwischen Mangelernährten und Nicht-Mangelernährten (darauf bezieht Pollmer sich) und dann der Aspekt bedacht wird, das meistens die Infektionen und darunter Masern als eine Hauptursache der nachfolgenden Erblindung eine Rolle spielen, dann ist Ursache für die Blindheit die Masern und oder die Infektionskrankheiten und eben nicht der postulierte Vitamin Mangel, der nur Begleiterscheinung ist.

    Eine ausreichende energetische Ernährung wird durch diese Vitamingaben auch nicht erreicht, weil die Menschen auch mit golden Rice Mangel Ernährt bleiben werden und weiterhin im Dreck in den Vorstädten leben werden und im Müll sammeln müssen und schlimmstenfalls sogar Dreckige ungekochte Nahrungsmittel essen und sich Infektionen zuziehen werden.

    Insofern bleibt es offen welchen Effekt dieses Produkt haben wird. Von mir aus sollte man es wegen der Chancen dahinter durchaus ausprobieren, den Leuten das Saatgut geben. Die Chance auf die Heilung von Zehntausenden Menschen finde ich ausreichend dafür. Eine grundsätzliche Gefahr sehe ich da bei den Produkten ja nicht.

    @ pelacani
    Wer so arm ist, dass er sich gar keine Lebensmittel leisten kann, dürfte in geschätzt 40 Tagen tot sein.

    Besser “halbgare”, wie Du das nennst, als perfekte, die am Sankt-Nimmerleins-Tag realisiert werden. Deine Vorstellung ist ist eine linke Illusion mit einem langen, langen Bart, in dem Blut klebt. Wenn es überhaupt eine Lehre gibt, die aus der Geschichte gezogen werden kann, dann ist es diese.

    Das ist doch einer der springenden Punkte! Ein Mangelernährter Mensch wird auch mit golden Rice Mangel Ernährt bleiben! Damit ist das Immunsystem permanent im Arsch und durch den ständigen Streß der Bedrohung durch Hunger, Tod und Krankheit wird auch das Immunsystem extremer Belastung ausgesetzt.

    Der Reis wird vielleicht am Ansatzpunkt seiner Kernidee etwas ändern. Möglich. Aber an der Lage der Menschen an sich kann er dann doch nichts ändern.

    Nicht nur an der Linken Hand klebt Blut, auch der Rechte oder konservative Flügel, der mit dem Status Quo Geschäfte macht, hat sich mit Blut besudelt. Warum? Weil er dem bestehenden Zustimmung erteilt und erteilen muss um seine Ziele umsetzen zu können.

    Es ist die Frage ob das Ringen um eine Vision oder der Versuch über den Status Quo Veränderungen zu erzeugen sinnvoller ist. (Arno Gruen hat Realismus schon als Krankheit bezeichet und verdammt gute Gründe dafür … Aber das ist nicht das Thema hier)

    Ich weiß das nicht, ist nicht meine Aufgabe. Ich will nur versuchen golden Rice und die Auseinandersetzung darum verstehen und mir ein Bild machen 😉

    @ forenschlaefer

    Agent Orange wurde auch zur Vernichtung von Ernten eingesetzt. Zumindest ist das der Tenor überall und es wäre nichts neues, in einem Zermürbungskrieg gegen Partisanen ihnen so die Kampfkraft zu entziehen. Das es so giftig war, das stellte ich jetzt einfach nicht zur Debatte.
    Ich schrieb bewußt Monsanto MITzuverantworten. Es waren viele andere Firmen an der Produktion beteiligt, Monsanto ist hier nur Beispiel, nicht Buhmann.

    Auch muss ich Ihnen einmal beipflichten, das viel zu viel geredet wird, aber zu wenig wirklich geholfen. Denn das ist auch mein Argument: Wer wirklich den Bedürftigen helfen möchte, der kann das auch ohne golden Rice tun. Aber offenbar gibt es noch ganz andere Faktoren die eine Rolle spielen.

    Auch für Ihr Beispiel gilt, das die Mangelernährung als solche das Problem sein dürfte, weniger die Vitamin A Mangel-Hypothese. Denn wenn, wie gesagt, eine Infektion / Krankheit die Ursache für die Blindheit auslöst, stellt sich die Frage wie der Reis während dieser Krankheit helfen soll. Der Reis ist Reis und Nahrungsmittel, solange die Leute nicht genug zu essen haben, wird das wohl nicht unbedingt der Weg zum Erfolg sein, ihnen den Reis einfach nur schmackhafter zu machen. Wie ich weiter oben sagte, ist der Einsatz mir Recht. Ich würds auch selbst mampfen, sieht doch schick aus der Reis 🙂

    @ pelacani

    Warum will ich verhindern das jemand was verdient? Ist doch völlig Ok! Aber entweder gehts ums Gewinne machen oder man will helfen. Beides geht nicht. Vor allem nicht bei von Armut und Hunger betroffenen. Nun mag sich jeder seine Ideologien aussuchen. Neoliberalismus ist nicht mein Thema hier.

    Na, ich denke der Text ist besser als Sie postulieren. Das ist zwar kurz und knapp und bündig, aber Pollmers RAdiobeitrag geht auch immer nur wenige Minuten, dafür hat er immerhin einiges geliefert. Was er jetzt genau für eine These im Detail vertritt müssten Sie ihn dann fragen und wieso er diese Studien wählte, auch.

    Mit Greenpeace kann ich nichts anfangen. möglicherweise sind wir uns einig.

    Es geht auch nicht ums Erkennen eines Geschäftsmodells, sondern darum, die Motive und die Agenda einer solchen Erfindung wie golden Rice zu verstehen. Eigentlich geht es immer darum. Das so viele Menschen auf der Strecke bleiben, liegt in der Natur der Sache: Man kann einfach niemandem vertrauen.

    Versetzen Sie sich in die Lage einer bildungsmäßig einfach gestrickten Person, die die Zeitung aufschlägt. Da steht sowas von Goldener Reis. Für diese Person ist das alles nur wie ein Türgeschäft. Da klingelt einer und der will ihm etwas „verkaufen“. Nämlich Goldener Reis. Der soll die Welt retten, die armen vor Erblindung retten. Wieviel versteht er davon? Er kennt nur die Hysterie über Genfood, steht eine Seite weiter, dann noch fünf Meinungen darüber. Eine Seite weiter steht, die Umwelt geht kaputt, weil die Konzerne rücksichtslos agieren. Die Person hat auch Angst um sein Geld, seine Nahrungsmittel und weiß das ziemlich viele Leute ziemlich viel betrügen. Da steht also in dieser Veranschaulichung eine Grinsekatze vor der Türe und sagt: Wir sind die Frankensteins von heute, basteln an der Natur herum, unterschreiben Sie hier, dann dürfen wir das immer tun. GARANTIERT wird den Menschen dann gehofen und die Welt vor bösen Krankheiten bewahrt!

    Ehrlich, wer will den Leuten verübeln, wenn die dann flott die Tür zuknallen und sich verbarrikadieren hinter einer panisch-ängstlichen Mauer?

    Ich bin einfach nur skeptisch und werd diese Skepsis nicht richtig los, weiß nicht woran das liegt. An Genfood oder so nicht. Was ist es? Die negative Erwartungshaltung? Ich suche den Haken im Kleingedruckten, um die Veranschaulichung noch mal zu verwenden. Sonst nix. Ich denke das Angebot ist ok, aber irgendwo im Kleingedruckten ist immer ein Haken 😉

    @ YorkTown

    Sehr interessant Yorktown, danke.

    Stellen Sie sich doch mal vor, da wir heute genau wissen, zuviele Vitamine sind schädlich, führen zu Krebs und Co. Angereicherte Nahrungsmittel stellen sich dann doch als schlecht heraus, weil davon nach und nach immer mehr auf den MArkt kommen und kämen, wenn die Tür erstmal richtig weit offen ist.

    Aber was solls, man wollte ja helfen, das das dann doch wieder ins Gegenteil ausschlug…

    Vorher wußten wirs nicht, jetzt können wirs nicht mehr ändern…

    Jaja, ich weiß es selbst nicht… *seuftz

    Pollmer meint jedenfalls das der Reis ja nicht das Thema alleine ist. Den Reis pur essen die wenigsten, sondern in komplexeren Gerichten und in diesen ist auch genug Vitamin A verfügbar. Das Problem ist also nicht der Nährstoffmangel, sondern die Mangelernährung.

    Bin immer noch nicht unbedingt schlauer. Whatever. Danke für Ihrer aller Beiträge.

    Beste Grüße und hoffentlich einen schönen Sonntach Abend wünscht

    der Küstennebel, der einen Leuchtturm sucht 🙂

  74. 4. Mai 2014, 21:25 | #74

    Sag mal hast du 100 Jahre Medizingeschichte und die Entdeckung und Erforschung der Vitamine verpasst?
    „Vitamin A Hypothese“
    Wenn das nur eine Hypothese ist, kann die UNICEF ja aufhören, Vitamin A Tabletten zu verteilen,

    jetzt ernsthaft, nach der UNICEF http://www.who.int/nutrition/topics/vad/en/ kann allein durch die Versorgung mit genügend Vitamin A die allgemeine Sterblichkeit um 23% und bei Masern um bis zu 50% reduziert werden, diese Kinder haben trotz zu wenig Essen die Chance, aufzuwachsen und etwas im Leben zu erreichen.
    Ernähr dich mal wegen Prüfungsphase oder sonstwas monatelang nur von Tiefkühlpizza, Chips, Cola und Kaffee bei kaum Tageslicht, da wird dir der Arzt schön einen wegen der einseitigen Fehlernährung klagen, trotz mehr als ausreichend energetischer Zufuhr. Bei wikipedia kannst du ja mal ein bischen über Vitamine und Vitaminmangel nachlesen, Skorbut, Beriberi, Pellagra etc. sollten eig. gut bekannt sein.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_A#Hypovitaminose

    Weißt du, in der dritten Welt ist alles ein Problem, und wenn man wenigstens ein kleines davon (zum Teil) lösen könnte, würde das die Welt vllt ein bischen besser machen.

  75. pelacani
    4. Mai 2014, 22:11 | #75

    Küstennebel :

    Das ist doch einer der springenden Punkte! Ein Mangelernährter Mensch wird auch mit golden Rice Mangel Ernährt bleiben! … Aber an der Lage der Menschen an sich kann er dann doch nichts ändern.

    Hallo? Was soll denn diese religiöse Überhöhung? Wir reden hier über ein schlichtes Grundnahrungsmittel, nicht über himmlisches Manna oder Nektar und Ambrosia. Der Reis wird nicht die Lösung der Probleme der Menschheit sein.

    Nicht nur an der Linken Hand klebt Blut, auch der Rechte oder konservative Flügel, der mit dem Status Quo Geschäfte macht, hat sich mit Blut besudelt.

    Und deswegen sollte die Einführung des GR verwerflich sein? Diese Logik verschließt sich mir.

    Es ist die Frage ob das Ringen um eine Vision oder der Versuch über den Status Quo Veränderungen zu erzeugen sinnvoller ist. Arno Gruen hat Realismus schon als Krankheit bezeichet und verdammt gute Gründe dafür …

    Diese Ideologie lehne ich klar ab. Sie ist so bequem. Die edlen Visionen stehen konkreten Schritten im Wege, weshalb sie das wirkliche Elend effektiv konservieren. Bestenfalls.

    Warum will ich verhindern das jemand was verdient? Ist doch völlig Ok! Aber entweder gehts ums Gewinne machen oder man will helfen. Beides geht nicht.

    Der erste Satz widerspricht dem letzten total. Es ist das einzige, das realistisch und erstrebenswert ist: mit vernünftigen Tätigkeiten Geld verdienen. Alles andere ist Kokolores und kann nicht zu nachhaltigen Besserungen führen.

    Na, ich denke der Text ist besser als Sie postulieren. Das ist zwar kurz und knapp und bündig, aber Pollmers RAdiobeitrag geht auch immer nur wenige Minuten, dafür hat er immerhin einiges geliefert. Was er jetzt genau für eine These im Detail vertritt müssten Sie ihn dann fragen und wieso er diese Studien wählte, auch.

    Die zentrale These des Textes – ist er von Pollmer? – (Blindheit nicht durch Vitamin-A-Mangel bedingt) war mit einem einzigen Zitat/Literaturhinweis belegt, und das war so geschickt wiedergegeben, dass dessen eigentliche Aussage ins Gegenteil verdreht wurde. Ganz mieser Stil. Entschuldige mal, was soll denn sonst die zentrale These gewesen sein? Und wenn Du nicht erklären kannst, was statt dessen der Kerninhalt gewesen sein soll, warum hast Du den Text dann verlinkt?

  76. Küstennebel
    4. Mai 2014, 23:10 | #76

    @ forenschlaefer

    “Vitamin A Hypothese”

    Ich hätts wohl gleich in Anführungszeichen setzen sollen. Ich meinte damit, das es eine Hypothese sei, das mit golden Rice unbedingt die Zahl der Blinden zurück ginge.

    Reichlich unpräzise, ich weiß 😉

    @ pelacani

    An der Lage der Menschen wird sich nichts ändern – Damit meinte ich, das wenn, die These wahr ist, das die Mangelernährung selbst das Problem ist mit anderen Einflüssen, die golden Rice Fütterung auch nicht so viel bewerkstelligt. Es ändert sich unterm Strich nichts. Ob wirklich weniger Blindheit auftritt? Möglich halt, aber ändert nicht viel. Das Kind ist zwar nicht blind, aber drei Monate später tot wegen irgendwas anderem.

    Sacht mal allesamt!!

    LEST IHR WAS ICH SCHREIBE ODER PHANTASIERT IHR? Ich bin keiner vom Ideologischen VeganBlock der Greenpeace Selbstaufopferungsattentäter. Ihr könnt versuchen, meine Position zu verfolgen und mir Informationen schenken, wenn ihr wollt. Ich muss nicht überzeugt werden.

    Ich glaube sogar das die meisten mit dem Produkt betrauten Menschen das aus hehren Motiven tun, ich glaube sogar das einige Menschen in den Patent tragenden Firmen und die Manager der Firmen ehrlich und gerne dieses Projekt unterstützt haben.

    Nochmal für Langsammerker: Ich habe null Probleme oder auch keinerlei konkrete Einwände mit genverbastelter Ware, es ist mir so egal wie Ascorbinsäure, E 300.

    „Nicht nur an der Linken Hand klebt Blut, auch der Rechte oder konservative Flügel, der mit dem Status Quo Geschäfte macht, hat sich mit Blut besudelt.

    Und deswegen sollte die Einführung des GR verwerflich sein? Diese Logik verschließt sich mir.“

    Ich sagte nun schon oft genug das mir die Einführung scheißegal ist. Ich rede von der propagandistischen Anrüchigkeit, der (für mich) mangelnden Glaubwürdigkeit und einigem mehr, z.b. den Firmen im Hintergrund, dem Agendasetting, der Werbung für die Genveränderten Nahrungspflanzen und vielem mehr.
    ____

    Zu Pollmers Einwänden

    Wenn ich Pollmers Ansatz richtig verstanden habe, dann macht er nicht den Vitamin A Mangel für die Erblindungen selbst verantwortlich, sondern er macht die Infektionen und Masern dafür verantwortlich.
    Soll wohl heißen: Wenn WÄHREND der Maserninfektion keine Medikamente und keine Hochdosistehrapie und nicht genug Futter auf dem Teller ist, wird golden Rice hier nicht so viel leisten können, wie versprochen wird.

    Ausserdem nimmt er die Vitaminkritik auf und postuliert das die übermäßige Dosierung von Vitaminen kritisch bis hochgradig gefährlich ist. Denken Sie bitte daran das sein Artikel um den Mais geht und da sind auch Folsäure und Vit. C relevant. Folsäure ist aber auch ein Futter für die Parasiten bzw. Krankheitsüberträger. Das passt (soweit ich allgemein Pollmers Argumentationen kenne) zu seinen Standpunkten.
    Ähnlich argumentiert er mit einem niedrigen Eisenspiegel im Blut. Der korreliert offenbar mit Infektionshäufigkeit in einer Populationsdichte und ist dementsprechend für Pollmer ein Indiz eines Anpassungsprozesses, der den Parasiten und Keimen den Nährboden entzieht. Eisen sei auch für diese ein wichtiger Nährstoff, wenn sie den „Wirt“ befallen haben. (Sagt Pollmer, ich bin kein Biologe und kein Chemiker, ich erkläre Ihnen das nur soweit ich Pollmers Positionen kenne und ja die Sendereihe „Mahlzeit“ ist von Pollmer).

    Pollmer ist so weit mir bekannt auch weder für einen prinzipiellen Anbau noch gegen einen Anbau von genveränderten Produkten. Mehr kann ich da als halbinformierter Laie auch nicht zu sagen.
    Anderer Zusammenhang, aber auch „Maisgeschichten“ http://www.deutschlandradiokultur.de/giftiger-mais.993.de.html?dram:article_id=154542
    Da gehts halt nur darum, das man die Denkrichtung versteht, die Pollmer anlegt. Das ist ja hier der Punkt, das man seine Kritik offenbar einfach so abschmettert und seine Quellenangaben mit Skepsis betrachtet, obwohl bekannt ist, das er recht seriös arbeitet.
    ____

    Gewinne machen oder helfen?

    Der erste Satz widerspricht dem letzten total. Es ist das einzige, das realistisch und erstrebenswert ist: mit vernünftigen Tätigkeiten Geld verdienen. Alles andere ist Kokolores und kann nicht zu nachhaltigen Besserungen führen.

    Also entweder sage ich: Hier hast du etwas Reis, damit du satt bist.

    Oder ich sage: Geld her oder stirb!

    Beides geht nicht. Die Kombination mit einem besseren Produkt einem hungernden Menschen das nicht vorhandene Geld aus der Tasche zu ziehen ist genauso verdreht.

    Also ich sehe hier keinen Widerspruch. Entweder will ich einem Menschen helfen, dann schenk ich ihm den Reis. Oder ich will einen Gewinn machen, dann lass ich ihn sterben wenn er kein Geld hat.

    Beide Motive gehen nicht.

    Natürlich, und das ist unser jeweiliger Standpunkt, kann man sich mit einer Wirklichkeit arrangieren, in der es normal ist Menschen die kein Geld für Nahrung haben hungern zu lassen. Dann erst, dann kann man sagen das das vertreiben eines besseren Produktes die bessere Alternative ist.

    Ich werde mir das jedenfalls nicht zu eigen machen, da werden wir uns nicht einig.

    Das ändert nichts daran das ich keine Probleme mit dem Produkt habe und es sogar für gut befinde wenn Menschen sich da engagieren, wenn sie ehrlich und aufrichtig sind das zu tun, um so besser.

    Also ich habs jetzt erklärt was damit gemeint ist, soweit ich das verstehe mit dem Vitamin A Mangel, hatte ich weiter oben auch schon mal, oder? hm EGAL ;D

    MFG

  77. pelacani
    5. Mai 2014, 07:06 | #77

    Küstennebel :

    An der Lage der Menschen wird sich nichts ändern – Damit meinte ich, das wenn, die These wahr ist, das die Mangelernährung selbst das Problem ist mit anderen Einflüssen, die golden Rice Fütterung auch nicht so viel bewerkstelligt. Es ändert sich unterm Strich nichts. Ob wirklich weniger Blindheit auftritt? Möglich halt, aber ändert nicht viel. Das Kind ist zwar nicht blind, aber drei Monate später tot wegen irgendwas anderem.

    Sacht mal allesamt!!

    LEST IHR WAS ICH SCHREIBE ODER PHANTASIERT IHR?

    Liest Du, was wir schreiben? Zwischen „ändert nicht viel“ und „ändert nichts“ ist ein Riesenunterschied. Die Absurdität Deiner Auffassung wird Dir vielleicht deutlicher, wenn Du Dir das Kind einmal konkret vorstellst, dem Du sagen willst: Du stirbst sowieso, dann sei besser blind.

    Also entweder sage ich: Hier hast du etwas Reis, damit du satt bist.
    Oder ich sage: Geld her oder stirb!
    Beides geht nicht.

    Unsinn, zumindest als globale Formulierung. Die Vollversorgung mit importierten Lebensmitteln wird die heimische Nahrungsmittelproduktion niederkonkurrieren.

  78. 5. Mai 2014, 10:29 | #78

    http://www.childinfo.org/files/Vitamin_A_Supplementation.pdf
    hier wird auf Nützlichkeit, Verlauf und bisherige Erfolge etc. von Vitamin A-Programmen eingegangen, auch auf die Masernsterblichkeit auf Seite 8, aber die bisherigen Links scheinen ja schon nicht zu helfen.
    Ansonsten gab es schon Ernährungsstudien etc., dass golden rice effektiv ist, was du auch selbst verlinkt hattest. Die größte Heuchelei natürlich von Greenpeace
    http://www.taz.de/!101665/
    >Insgesamt 68 Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren nahmen an dem in der chinesischen Provinz Hunan durchgeführten Versuch teil. Ein Teil der Kinder bekamen den Gentech-Reis, die anderen als Vergleichsgruppe Spinat. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob und wie viel Provitamin A von den Kindern aufgenommen wird.
    Greenpeace sieht in dem Versuch mit den Kindern einen „Skandal internationalen Ausmaßes“. Die Kinder seien für den Versuch missbraucht worden. Denn der Reis ist bisher in keinem Land als Lebensmittel zugelassen. Auch gibt es von den chinesischen Behörden keine Importgenehmigung für den Gentech-Reis.
    http://www.deutschlandfunk.de/meldung-forschung-aktuell.678.de.html?drn:news_id=168077

    Ja lieber jedes Jahr paar Millionen Kinder erblinden und verrecken lassen, Studien für die Wirksamkeit fordern und diese jedes mal torpedieren.

  79. Küstennebel
    5. Mai 2014, 18:54 | #79

    @ pelacani

    Meines Erachtens unterscheiden wir uns in der Betrachtung, weshalb wir aneinander vorbei reden.
    Sie wollen einfach eine fachliche Einschätzung des Produktes und der Technik und forcieren das um jeden Preis und stellen gar keine moralischen Fragen, ausgenommen der Epressung: Entweder du bist einverstanden oder du bist ein Unmensch! – Was nicht ganz koscher ist, weil es ein Totschlagargument ist (auch @forenschl…)

    Ich stelle ausschließlich eine moralische Frage und will den agitativen Hintergrund erkennen, das fachliche mit dem Reis ist sekundär für mich und eher im Rahmen dessen interessant, ob der Reis wirklich helfen könnte, oder ob es Überlegungen geben kann, die die Glaubwürdigkeit der allgemeinen Thesen untergraben.
    Ich bleibe halt skeptisch, nicht mehr und nicht weniger. Allgmein weil ich dem ganzen System der Studien nicht sehr traue. Da wird zuviel beschissen und Statistikmanipulation betrieben oder irgendwelcher Kokolores zu Gunsten von Markt und Macht als Tatsache und Wahrheit verkauft. Ich bin eben keiner, der Studien selbst lesen kann bzw. auch noch inhaltlich verifizieren und nachrechnen. Darum ist das für mich nicht einfach hinzu nehmen, wenn das unter einigen Studien so oder so steht. Ich kann diesem „US-Wissenschaftler haben festgestellt…“ oder „WHO hat festgestellt …“ bzw. „… festgelegt“ eben nicht folgen. Mir reicht das einfach nicht. Leichtgläubigkeit ist doch hier im Forum / Diskussionsportal eher unerwünscht, oder?

    Nochmal, ich bin nicht für und nicht gegen das Getreide, ich will mich nur einfach so informieren. Und ob ich dafür oder dagegen bin, ist doch wohl unerheblich.

    Btw… Wer meint das jemand der gegen GVO Produkte ist, das dieser gleich als Mörder beschimpft wird, was ist denn dann mit den besonders Reichen Me3nschen, die allesamt soviel Geld zur Verfügung haben, das sie ohne Probleme jedem Menschen der hungert etwas abgeben könnten, ohne ärmer zu werden?

    Wer also dabei steht, ins Luxuslokal geht weil er es sich leisten kann, daneben Menschen verhungern läßt, die sich nicht mal das notwendige leisten können, der ist kein Mörder? Wer aber sagt, das ihm das anbauen Genveränderter Pflanzen nicht gefällt, aus irgendeinem ominösen Gefühl heraus, oder sogar mit begründeten Verdachtsmomenten, der ist ein Mörder?

    Das ist doch wohl keine koschere Argumentationsstrategie…

    @ forenschlaefer

    Achso… MEnschenversuche sind ok, Betrug auch. Also wenn alle Pro Reis so ticken, muss man sich nicht wundern, das Leute mißtrauisch werden.

    Die Leute sind völlig zu Recht entlassen.

    Macht saubere Arbeit, dann wird auch keiner mehr was zu nölen finden^^

    Das nächste mal melden Sie sich doch freiwillig für Blindversuche mit unbekannten eingeschmuggelten Substanzen ungeklärter Herkunft, die aussehen wie bekannte Lebensmittel…? Nicht? Also dann …

    So gehts nu wirklich nicht. Auch wenn ich nicht glaube, das das mit böser Absicht passierte, sondern eher vermute das sich einige Verantwortliche keine Gedanken um die Genehmigungen machten, da mag ich die rigorose Ablehnung einiger Ökospacken durchaus teilen.

    Kein Risikobewußtsein mehr bei der Wissenschaft?

    Ihre Argumentation erinnert mich an die leyenschen Kinderschutzgesetzargumentation.

    Erst behaupten das es hilft, dafür eine These zu einem Problem aufstellen, das es so vielleicht nicht gibt. Dann die allgemein akzeptablen Formeln aufstellen, Thesen mit genug Fürsprecher. Das ganze mixen wir mit ein bischen Koryphäenbeistand, wer widerspricht dann noch?
    Dann kommen noch menschliche Argumente, die als Totschlagsargumente mißbraucht werden.
    Am Ende wird nur noch gefragt: Du bist wohl gegen das Retten von Kindern?

    Sorry, so gehts wirklich nicht… Kein Wunder das ich mein Mißtrauen nicht los werde.

    ___

    Der andere Punkt, wie gesagt, da werden wir uns nicht einig. Das System ist nun mal marode. Man kanns nicht ändern indem man das System benutzt.

    „Unsinn, zumindest als globale Formulierung. Die Vollversorgung mit importierten Lebensmitteln wird die heimische Nahrungsmittelproduktion niederkonkurrieren.“

    Das ist allgemein eine Forderung des freien Marktes, dessen Kräfte sie einfordern. Der freie Markt ist ein Mördersystem. Kein Geld? Dann erfrier, verhungere, stirb halt. Das gilt auch wenn der Reis golden ist oder auch nicht.

    Entweder man hat das Geld, das Land oder die Möglichkeit, oder man hat es nicht.

    Ob die postulierte Verbesserung wirklich eine ist, ist für mich noch immer nicht klar.

    Der Background ist wohl für mich zu umfangreich, da fehlt mir ein Stückchen Bildung oder vielleicht Bildungsbereitschaft das abschließend zu klären.

    Bei Ihnen allen möchte ich mich trotz der unterschiedlichen Ansichten für die Hinweise und Meinungen bedanken.

    Bis zum nächsten Thema vielleicht

    Endlich wieder Sonne! Viel Spass beim Grillen!

  80. pelacani
    5. Mai 2014, 19:28 | #80

    @ Küstennebel
    Bei Deinem langen langen Text gibt es so gut wie keinen Satz, den ich unterschreiben würde, aber es ist müßig, ihn auseinanderzunehmen. Ich mache nur mal ein paar unsystematische Bemerkungen.

    Küstennebel :

    Ich stelle ausschließlich eine moralische Frage und will den agitativen Hintergrund erkennen, das fachliche mit dem Reis ist sekundär für mich

    Nein, Du stellst keine Frage, sondern Du möchtest Dir Deine schöne moralische Überlegenheit nicht durch Fakten kaputtmachen lassen.

    Ich bin eben keiner, der Studien selbst lesen kann bzw. auch noch inhaltlich verifizieren und nachrechnen. Darum ist das für mich nicht einfach hinzu nehmen, wenn das unter einigen Studien so oder so steht. Ich kann diesem “US-Wissenschaftler haben festgestellt…” oder “WHO hat festgestellt …” bzw. “… festgelegt” eben nicht folgen. Mir reicht das einfach nicht.

    Du kannst nicht selber Studien lesen. Und wenn Dir von seriösen Organisationen (z. B. UNESCO) die Ergebnisse der Studien in leicht fasslicher Form präsentiert werden, dann sagst Du einfach „glaub ich nicht.“ Dein Weltbild ist wasserdicht bis 1000 m Tiefe, da kann nichts eindringen.

    Btw… Wer meint das jemand der gegen GVO Produkte ist, das dieser gleich als Mörder beschimpft wird

    Ich habe es überprüft. Dies ist das erste Vorkommen des Wortes „Mörder“ auf der ganzen Seite mit 79 Kommentaren.

    Der freie Markt ist ein Mördersystem.

    Irrtum: wenn schon, dann wäre der monopolisierte und nicht der freie Markt das Mördersystem. Und welche genialen Alternativ-Vorschläge für eine Marktordnung in der Landwirtschaft ohne freien Markt hättest Du denn? Sowjetrussland zur Zeit des Kriegskommunismus oder in der Kollektivierung in den 30er Jahren? Nordkorea, heute?

  81. Küstennebel
    5. Mai 2014, 22:55 | #81

    Entschuldigung Pelacani

    Sie projizieren wirklich in meine Suche nach Informationen um mir ein Bild zu machen mehr hinein als nötig.

    Das halte ich Ihnen nicht vor, ich gehe einfach davon aus, das hier zu viele stumpfsinnige Ideologen anklopfen.

    Ich bin weder politisch interessiert, noch aktiv. Ich will einfach nur fachlich tragfähige Antworten und versuche mir ein Bild von der Welt zu machen, das so realistisch wie möglich ist, ohne einem negativen Konstruktivismus zu verfallen, wie es so oft passiert.

    Für mich gibt es quasi nie! eine abgeschlossene Thematik, sondern immer nur eine für mich ganz persönlich privat zu einem Zeitpunkt mit den vorhandenen Informationen warscheinlich richtigste Antwort.

    Im Grunde ist es meine ganz private „Metaanalyse“. Watt hat meine Sichtweise! (um mehr gehts mir hier nicht) der Dinge mit der Umsetzung irgendwo am anderen Ende der Welt zu tun? Zumal ich vielfach sagte: Ist mir recht, ich finds gut, sollen se machen/ausprobieren. Von mir aus, ich kauf das auch, mampf das auch wenn man das kriegen kann.

    Also: Runter kommen, nicht jeder will am Grabenkampf der Ideologien mitfeuern 😀

    Als Dr. der Reserve mit gepflegtem Rat für überarbeitete Bürger bekommst du von mir folgendes Rezept ausgestellt:
    6 Stunden Sonne,
    einen Grill mit Brutzelsteaks
    ein leckeres Bier
    dazu einen deftigen Reissalat!

    leider privatRezept :p

    Entspann dich bisle 😉

  82. 5. Mai 2014, 23:40 | #82

    Wenn Vitamin A Mangel nicht für einen Teil der Probleme verantwortlich wäre, würde ja auch das Vitamintablettenverteilen nichts bringen und nicht Erfolge bringen wie geringere Kindersterblichkeit, weniger Erblindung und weniger Komplikationen bei Masern.
    Zu den Essstudien, du hast selber verlinkt, dass nachgewiesen konnte, dass Vitamin A aus golden rice ausreichend dem menschlichem Körper zur Verfügung steht. Die Studie war auch nicht die erste, die mit golden rice durchgeführt worden war und wenn nicht Greenpeace und ähnliche westliche Wohlstandsmaden so aktiv Lobbyismus und Terrorismus betreiben würden, könnte es vllt schon mehr Ergebnisse geben.
    http://www.childinfo.org/files/Vitamin_A_Supplementation.pdf
    Willst oder kannst du die Zahlen und Fakten da kommentieren?
    Ansonsten der freie Markt ist eine ziemliche Erfolgsgeschichte.
    http://annualletter.gatesfoundation.org/de/

    Ansonsten genaueres Beispiel: In China und Vietnam geht es erst nach Öffnung des Marktes viel besser, Mao hat mit der Kulturrevolution wohl mehr Leute gekillt als Hitler und Stalin zusammen, in Vietnam ging es erst nach doi moi bergauf. Da fällt mir auf, in der UNICEF Studie konnte ja zwischen armen Ländern verglichen werden, bei denen in einem die Vitamin A Programm liefen und in anderen nicht, aber sonst vergleichbare Zustände sind. Bei deiner Theorie dürfte es ja keinen Unterschied gemacht haben.

  83. pelacani
    6. Mai 2014, 08:59 | #83

    Küstennebel :

    6 Stunden Sonne,
    einen Grill mit Brutzelsteaks
    ein leckeres Bier
    dazu einen deftigen Reissalat!

    Du scheinst ja schon länger auf der Party zu sein. Sei vorsichtig auf dem Bootssteg, ab Null Acht im Turm werden auch Dorfteiche gefährlich! 😉

  1. Bisher keine Trackbacks