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Wenn Heilpraktiker ihr Unwesen treiben – Ein Horror-Erlebnisbericht einer Krebspatientin

Der folgende Artikel erschien am 29. Juni 2015 im Ratgeber-News-Blog. Wir sind der Ansicht, dass dieser Bericht möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden sollte, um sich der Gefahren „alternativer“ Krebstherapien bewusst zu werden.

Link zum Original-Artikel: https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2015/06/29/wenn-heilpraktiker-ihr-unwesen-treiben-ein-horror-erlebnisbericht-einer-krebspatientin/

 


 

Über den Größenwahn von Heilpraktikern und dass vor ihnen selbst schwerste Krankheiten wie Krebs nicht sicher sind, wissen wir längst Bescheid. Hier nun aber ein konkreter Fall einer Krebspatientin, die es einem Heilpraktiker zu verdanken hat, hier sogar ihrem eigenen Mann, bald sterben zu müssen.

Der Bericht ist nichts für schwache Nerven. Einfach unvorstellbar furchtbar, welches vermeidbare Leid dieser Frau widerfahren ist, die nun im Endstadium nicht nur rechtliche Konsequenzen und Gerechtigkeit fordert, sondern jeden vor den Allmachtsphantasien des Heilpraktikers und Überzeugungstäters Siegfried H. Reichardt und seinesgleichen warnen möchte.

Die große Ausnahme dieses speziellen Falles ist sicherlich die zusätzliche persönliche Beziehungsebene, was jedoch nicht davon ablenken sollte, dass Einstellung und Therapieansätze des Heilpraktikers heute überall zu finden sind und eigentlich die Regel darstellen.

Soll mir also niemand damit kommen, dass es sich um einen außergewöhnlichen Einzelfall handelt, auch wenn natürlich nicht jeder Heilpraktiker seine Grenzen so sehr überschreitet oder sich jeder Patient so hörig verhält. Von den nicht wenigen Opfern, meist eingeschüchtert und verschämt, hört die Öffentlichkeit nur eben nichts.

Einen herzlichen Dank an Frau Reichardt für ihre Courage und Offenheit!

Gesucht wird noch ein kompetenter Anwalt im Raum Stuttgart, dessen Fachgebiete sowohl Medizin- als auch Scheidungsrecht sind. Ansonsten ist Frau Reichardt, die sich in der Klinik befindet, dankbar für jeden Tipp, was ihr weiteres Vorgehen betrifft und wünscht sich eine weite Verbreitung ihrer Geschichte in jeglichen Medien.

Der Kontakt kann über mich hergestellt werden. (Anm.: Über Ratgeber-News-Blog)

Also liebe Leser, bitte teilen, rebloggen und Journalisten darauf aufmerksam machen!

Es ist so unendlich traurig und macht unheimlich wütend …

Mit diesem “Trauma”, werde ich noch die restliche Zeit meines Lebens zu tun haben, umso wichtiger erscheint mir, darüber zu schreiben.

Mein Name ist Susanne Reichardt, ich bin 55 Jahre alt und in zweiter Ehe, seit 2008, mit Siegfried Heinz Albert Reichardt, Heilpraktiker, verheiratet. Aus meiner ersten Ehe, die 27 Jahre hielt, habe ich fünf Kinder.

Als ich diesen Mann kennengelernt habe, hatte ich anscheinend eine “dunkelrosa” Brille auf. Für Fremde und Patienten ist er ein Mann mit unheimlich viel Fachwissen, da er stundenlang und überzeugend reden kann, in Wahrheit ist er aber ein notorischer Besserwisser, der keine andere Meinung neben sich duldet. Im privaten Umfeld ein regelrechter Tyrann, wenn es nicht nach seinem Kopf geht.

2010 habe ich in meiner linken Brust eine Veränderung in Form eines kirschkerngroßen Knotens festgestellt.

Mein Mann, der “Heilpraktiker” ist und nach eigenen Angaben über 20 Jahre Erfahrung mit Krebspatienten hat, hat mir versichert, daß es sich dabei nur um eine harmlose Zyste handelt. Meine Bitten, es bei einem Gynäkologen abklären zu lassen, wurden ignoriert (“die Ehefrau eines Heilpraktikers braucht keinen Arzt”, sagte er). Ich bekam von Ihm eine homöopathische Creme zur Behandlung (Antimas selz von Asconex) und habe fleißig eingecremt und dem auch vertraut.

Egal, wie ich argumentiert habe, ob es eventuell doch Krebs sein könnte, wurde ich darauf hingewiesen, daß ich doch überhaupt keine Ahnung von Medizin habe.

Bis zum August 2013 durfte ich zu keinem Arzt oder Gynäkologen, da das, laut seiner Meinung, alles nur Scharlatane sind und alle Ärzte ja mit der Pharmaindustrie zusammen arbeiten.

Die vermeintliche “Zyste” wurde aber immer größer, härter, war nicht mehr verschiebbar und ich hatte sehr viele Schmerzen. Zu der Zeit habe ich sehr viele Schmerztabletten genommen, die ich mir aber heimlich besorgen mußte, da dies von meinem Mann nicht erlaubt worden wäre.

Nach langen Auseinandersetzungen mit meinem Mann durfte ich dann zu einer praktischen Ärztin (Fr. Dr. F. in Kirchberg) um mir eine Überweisung für eine Frauenärztin zu besorgen. Die empfohlene Ärztin (Fr. Dr. D.) war in Bingen am Rhein.

Schon beim ersten Blick auf meine Brust sagte die Ärztin: das ist bösartiger Brustkrebs.

Nun wurden meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt und ich hatte endlich eine “Diagnose”. Trotzdem man im ersten Moment komplett geschockt ist, dachte ich damals, endlich hilft dir jemand, endlich nimmt jemand deine Ängste ernst und redet dir nicht nur ein, daß du dir das alles nur einbildest.

Die erste Reaktion meines Mannes war natürlich: Ärzte können sich auch täuschen…, es ist ja noch lange nichts bewiesen…, es passieren so viele Ärztefehler… usw.
Auf die Aussage hin: Du hast bei mir eine Falschdiagnose gestellt und somit verhindert, daß ich frühstmöglich behandelt werden konnte, kam die Antwort: ich habe in meiner Praxis keine bildgebenden Verfahren, also Ultraschall. Es waren für ihn immer die anderen schuld, er konnte sich immer sehr gut aus allem rausreden.

Für mich begann dann damals der Untersuchungsmarathon in der Radiologie in Bingen und in der Horst Schmidt Klinik in Wiesbaden, die auch ein Brustzentrum haben. Es wurde eine Mammographie gemacht, ein Ct Thorax, Ct Abdomen, ein Knochenzynthigramm und in der Brustsprechstunde von Fr. Dr. L. eine Stanzbiopsie.

So hatte ich im September 2013 schon alle Ergebnisse, mit dem Befund, daß der Tumor, der inzwischen exulcerierend (offen) war, bereits 6,4 x 5,1 x 7,2 cm groß war mit Infiltration des Sternum (Befall des Brustbeines). Die Lymphknoten und die rechte Brust waren unauffällig.

Als mögliche Therapie wurde mir eine Chemotherapie mit Taxol weekly, mit Avastin und mit dem Bisphoshponat Zometa vorgeschlagen. Dadurch hätte man erreicht, daß der Tumor kleiner wird und der Rest operativ entfernt werden konnte.
Mein Mann aber hat mir diese Therapie verboten, mit der Begründung: die wollen Dich nur umbringen…, es gibt Studien, daß kein Arzt an sich selber oder an einem Familienmitglied eine Chemotherapie machen würde…, außerdem bringt das alles garnichts für dich, sondern nur der Pharmaindustrie…

Für mich brach eine Welt zusammen. Ich hatte mir so sehr gewünscht, richtige ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu dürfen. Ich hatte soviel Hoffnung, aber es wurde mir nicht erlaubt.

Nochmehr wurde dieser egoistische Mensch in seiner Meinung bestätigt, als er erfahren hat, daß ich mir wegen meinem nicht mehr so guten Zahnstatus alle Zähne im Oberkiefer (entfernen lassen muß, um während der Zometabehandlung keine unerwünschten Nekrosen und Entzündungen zu bekommen, die dieses Mittel erzeugen kann.
Ab diesem Zeitpunkt war er voller Eifer dabei, mir immer wieder die negativen Seiten einer Chemotherapie zu erklären. Ich wurde jeden Tag mit meiner Krankheit konfrontiert, es gab kein “normales” Leben mehr, der Psychoterror artete in Psychofolter aus.

Im Oktober war ich für 9 Tage in der Biomed Klinik in Bad Bergzabern. Beim Vorgespräch mit Dr. M. wurde mein Therapieplan festgelegt, der aus einer metronomischen Therapie bestehen sollte, das heißt, naturheilkundliche Mittel in Kombination mit Xeloda, außerdem sollte ich noch Tiefen- und Oberflächenhyperthermie bekommen. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wußte, war, daß man diese Art von Behandlung alle 12 Wochen wiederholen soll, damit es etwas bringt. Das heißt viermal im Jahr nach Bad Bergzabern, aber auch das hat er mir verwehrt. Auf einmal war für diese lange Strecke unser Auto zu alt und ein Risiko so viele Kilometer zu fahren. Der Vorschlag von mir, den Zug zu nehmen, wurde verworfen.

Somit stand, nach meiner Entlassung aus dieser Klinik, für meinen Mann fest, daß er nun meine Behandlung übernimmt. Er wollte die Wundversorgung machen, alle “Medikamente” besorgen und mir eine Liste erstellen, was und wie ich etwas einnehmen soll.

Es waren in der Regel 35 bis 38 Tabletten täglich, Kapseln, Globuli oder Nahrungsergänzungsmittel, dazu noch zu einem Drink angerührtes Reishipilzpulver, Vitamine, Mineraltabletten, Schüssler Salze, Enzyme, Kolloide, Aprikosenkerne (bis zu 60 Stück am Tag), Kurkuma, Grüntee usw… auch das jetzt so umstrittene Mittel MMS, das den Magen verätzen kann mußte ich nehmen. Er hat auch über eine Bekannte, die Zahnärztin ist, die “Schwarze Salbe” besorgen lassen mit der ich den Tumor einschmieren sollte, damit der dann aus meinem Körper “fällt”. Jeden Tag sollte ich mit einem Teststreifen die Übersäuerung meines Körpers testen, war der Grenzbereich überschritten, gab es zusätzlich Alkala N. Immer wieder gab er mir auch was anderes, ich kam mir vor wie ein Versuchskaninchen. Meinen offenen Tumor habe ich immer selber reinigen und verbinden müssen.

Diese Form der “Therapie” habe ich ein Jahr lang durchgehalten mit dem Ergebnis, daß überhaupt kein einziges “Mittel” irgendeine Veränderung bewirkt hat. Im Gegenteil mir ging es immer noch schlechter, der Krebs nahm immer mehr Raum ein und die Schmerzen waren unerträglich. Ich hatte ein schweres Lymphödem (lt. Therapeutenliste der GfbK [Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V.], auf der mein Mann steht, bietet er Lymphdrainage an) und konnte den linken Arm kaum noch bewegen, außerdem Kurzatmigkeit und Herzrasen. Sobald ich eine Treppe laufen wollte, hatte ich auch im linken Bein schlimme Schmerzen, die er mit einem Retterspitzumschlag heilen wollte. Ich konnte mich dann nur noch im Schlafzimmer im Bett aufhalten, da ich überhaupt nichts mehr tun konnte.

Für meinen Mann stand fest, daß alles nur an mir liegen würde, da ich immer noch nicht “gesund” bin. Er hat sogar vermutet, daß ich seine “Medikamente” garnicht nehmen oder wegschmeißen würde, das war aber nicht so. Außerdem hat er mir empfohlen zu meditieren, Reiki zu machen oder den Heilstrom von Bruno Gröning in Anspruch zu nehmen. In der ganzen Zeit war er sehr herrschsüchtig und bestimmend. Durch den ausbleibenden “Heilerfolg” mußte er sich auch immer wieder andere erfundene Rechtfertigungen und Lügen ausdenken, aber er hätte niemals zugegeben, daß er seine Kompetenzen als Heilpraktiker überschritten hat. Er war immer der Meinung entweder eine naturheilkundliche Behandlung oder eine schulmedizinische. Ein Miteinander hätte es für Ihn nicht gegeben.

Im September 2014 war ich psychisch so fertig, daß ich keinen anderen Ausweg mehr sah, als dem Ganzen ein vorzeitiges Ende zu setzen. Für mich gab es nur noch diesen Ausweg, um endlich von den Schmerzen, seiner körperlichen Gewalt und dem täglichen Psychoterror befreit zu sein.

Ich besorgte mir eine Flasche Rotwein, Schlaftabletten hatte ich schon und einen Zettel, um einen Abschiedsbrief zu schreiben. Das merkte auch mein Mann und hat daraufhin kurzentschlossen den Notarzt angerufen und mich in die Psychiatrie einweisen lassen. Das war für ihn das Beste, was ich tun konnte, denn so konnte er überall erzählen wie geisteskrank ich doch nun auch schon bin.

Im Krankenhaus hat sich schon beim Vorgespräch mit einem Psychiater herausgestellt, daß ich im Kopf klar und gesund bin, aber sehr verzweifelt. Nachdem ich ihm auch noch geschildert habe, welche Umstände mich zu dieser Kurzschlusshandlung veranlasst haben, sagte er wortwörtlich: ich glaube, ihr Mann gehört hierher und nicht sie.
Er hat dann umgehend veranlasst, daß ich auf die gynäkologische Station aufgenommen wurde, da mein allgemeiner Gesundheitszustand sehr schlecht war.

Während meinem fast vierwöchigen Krankenhausaufenthalt in der Hunsrück-Klinik in Simmern, habe ich dann erfahren, daß der Krebs bereits so fortgeschritten war, daß ich nur noch 6 Wochen zu leben hätte. Auch wurde mir gesagt, daß ich nicht mehr laufen darf, da der linke Oberschenkelknochen schon so porös ist, daß er bei Belastung bricht. Das hieß: Rollstuhl.

Ich konnte und mußte von heute auf morgen mit einer Chemotherapie beginnen, da der Krebs sich im kompletten Oberkörper ausgebreitet hatte, durchs Brustbein hindurch und auch schon das Herz angegriffen hatte. Meine Herzleistung war deshalb sehr vermindert und es war bereits eine Wasseransammlung in einem Herzbeutel.

Nach dem Krankenhausaufenthalt wurde ich zur Kurzzeitpflege in das Seniorenheim Vitalis in Simmern untergebracht. Mein Mann hat mir versprochen, daß er mir während dieser Zeit im Erdgeschoss des Hauses ein Zimmer behindertengerecht ausbauen wird, in dem ich mit dem Rollstuhl zurechtkomme.

Am 03.11.2014 holte er mich dort ab und brachte mich nach Hause. Zu meinem Entsetzen war jedoch nichts fertig, alles war noch eine Baustelle. Ich konnte mich in diesem Zimmer überhaupt nicht aufhalten es herrschte dort ein Chaos von Schmutz, Werkzeug, alte Möbel, keine eingebaute Türen…usw. Diese ganzen Versprechungen entpuppten sich als die größten Lügen.
Im Seniorenheim hat er dem medizinischen Dienst noch versichert, daß er meine Pflege und Versorgung übernehmen wird, das habe ich schriftlich.

Mir blieb also nichts anderes übrig, als auf meinem Hinterteil die Treppe in den ersten Stock hochzurutschen, mich robbend ins Schlafzimmer zu begeben und dort meine Tage zu verbringen.

Ich bekam keine ärztliche Hilfe, der ambulante Pflegedienst, der meine Wundversorgung übernehmen sollte wurde von ihm abbestellt, die tägliche Trombosespritze hat er mir nicht gegeben, das habe ich dann selber gemacht, er hat mir bei der Pflege (waschen und anziehen) kein einziges Mal geholfen und nach zwei Tagen bekam ich dann auch kein Essen und Trinken mehr, das war dann am Donnerstag, dem 06.11.2014.

Mir ging es bis zum Abend diesen Tages so schlecht, da ich auch keine Schmerzmittel nehmen konnte, daß mir nichts anderes übrig blieb als die Polizei anzurufen und um Hilfe zu bitten. Als die kamen und meinen sehr kritischen Gesundheitszustand sahen alarmierten sie sofort den Notarzt. Mein Mann, den die Polizei gebeten hat, mir eine Tasse Tee zu bringen und er dazu außerstande war, mußte einen Alkoholtest durchführen lassen, durch den sich bestätigen ließ, daß er an diesem Tag (und nicht nur an diesem) 3,3 Promille Alkohol hatte.

Durch die “Rettung” der Polizei und des Notarztes überlebte ich die Nacht, die ich in der Notaufnahme des Krankenhauses verbracht habe, daheim wäre ich gestorben, er wollte mich buchstäblich “verrecken” lassen.

Die Polizei und die Ärzte im Krankenhaus haben mir nahegelegt, auf keinen Fall zu meinem Mann zurückzukehren. Somit haben meine Kinder und ich beschlossen, daß ich in ihrer Nähe, eventuell in einem Pflegeheim, unterkommen soll. Sie haben mich dann am Sonntag, den 09.11. aus dem Krankenhaus abgeholt und nach Stuttgart mitgenommen, zuvor in Metzenhausen, bei meinem Mann, noch den Rollstuhl, den Toilettenstuhl, ein bißchen frische Wäsche und zwei dicke Jacken geholt. Ich konnte in Stuttgart bis Anfang Mai bei meinem Schwiegersohn wohnen.

Das Fazit von allem ist, daß ich als Ehefrau und seine Patientin keine Chance hatte, meine eigenen Entscheidungen zu treffen, da er mit seiner dominanten Art auch keine Widerworte geduldet hätte, ich war eine Gefangene in seinem “System”. Mir wurde alles genommen, was das Leben lebenswert macht, so auch der Kontakt zu meinen Kindern und Freundinnen, den er strikt unterbunden hat. Er hat mit meiner “Gesundheit” ein ganz ganz böses Spiel betrieben und ist sich auch jetzt immer noch keiner Schuld bewußt. Er hat nie eingesehen, daß sein “Fachwissen” nicht ausreicht um mir helfen zu können. Er hätte mir freiwillig nie erlaubt mich schulmedizinisch behandeln zu lassen, obwohl ein Heilpraktiker schwer kranke Patienten zum Arzt schicken muß (VGH Bad-Wü vom 02.10.2008 Aktenzeichen 9S 1782/08). Für neue Therapieformen aus der Schulmedizin war er nie offen.

Ich habe ihn, seit ich in Stuttgart bin wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung angezeigt. Mein letzter Wunsch ist (ich bin im Endstadium), daß dieser Mensch nie mehr einen Hilfesuchenden “behandeln” darf.

 

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Dieser Artikel ist ebenfalls auf folgenden Seiten erschienen oder zitiert worden:

  1. Eigenrot
    8. Juli 2015, 16:37 | #1

    Schauerliche Geschichte. Da werden ja wirklich alle Vorurteile (Alkoholismus, Glaube an widersprüchliche Lehren, Heilsüberzeugung) in einen Topf geworfen um ein schreckliches Bild von ihrem Ex-Mann zu zeichnen. Klingt für mich nach einem eher psychischen Problem. Die gute Frau sollte nicht versuchen, ihr persönliches Familiendrama zu nutzen um einen ganzen Berufsstand in den Dreck zu ziehen.

  2. Nebsler
    8. Juli 2015, 17:13 | #2

    wenn ich Krebspatient wäre und nichts mehr zu verlieren hätte, wüsste ich was ich tun würde. Nein, nicht die Justiz in Anspruch nehmen.

  3. pelacani
    8. Juli 2015, 17:47 | #3

    @Eigenrot
    Wir haben überlegt, Eigenrot, ob wir Deinen Post durchlassen. Aber wir dachten uns, dass Deine Schäbigkeit die beste Werbung für Heilpraktiker ist, die man sich denken kann.

  4. editor
    8. Juli 2015, 18:50 | #4

    @eigenrot- sag mal bist du durchgeknallt? Die Dame hat Brustkrebs mit multiplen Metastasen.
    Und durch ihren misshandelnden Macho-Heilpraktiker natürlich auch ein psychisches Problem, welches aber als ganz normale Reaktion einer verzeifelten Frau erscheint.

    Wie wärs wenn du mal selbst in Behandlung gehst? Es gibt sicher Tabletten dagegen!

  5. Seb
    8. Juli 2015, 19:18 | #5

    @Nebsler
    Ich fürchte, dass dieser Weg angesichts des gesundheitlichen Zustands der Dame vermutlich verschlossen ist, es sei denn man möchte Dritte hinzuziehen. Verständlich wäre es allemal.
    @pelacani
    Es bedarf in der Tat keiner großen Anstrengung damit aus Eigenrot ein Eigentor wird.

  6. duester
    8. Juli 2015, 22:38 | #6

    Eigenrot :Klingt für mich nach einem eher psychischen Problem.

    Das kann man doch aufgrund eines Berichts, der zudem noch in einer belastenden menschlichen Ausnahmesituation geschrieben wird doch wohl kaum verantwortungsbewusst diagnostizieren. Für mich klingt dein Kommentar etwas nach der „Krebspersönlichkeit“-Denke: Jahrelang waberte die Vorstellung durch die Gegend, dass Optimisten die Krankheit nicht nur besser bewältigen, sondern auch noch seltener erkranken. Totaler Schwachsinn, denn woher will man wissen, ob die gedrückte Grundstimmung nicht Folge statt Ursache der Krankheit ist?

    Ich muss zugeben, dass mir beim ersten Lesen auch als Erstes Formulierungen wie „Er hat mir verboten …“ und „Er hat mir nicht erlaubt …“ ins Auge gestochen sind und ich mir zuerst auch gedacht habe, dass sie eine gewisse Eigenverantwortung nicht ganz von sich weisen kann, denn immerhin handelt es sich um eine erwachsene Frau und nicht um ein unmündiges Kind. Aber hoffentlich kann Frau Reichhardt ihr Leben beschließen, ohne sich mit solchen Selbstvorwürfen zu quälen, denn die Konsequenzen für sie stehen in keinem Verhältnis zur ursprünglichen Handlung. Selbst wenn sie sich früher hätte emanzipieren können, sie verliert nicht das Recht auf unvoreingenommene und sachliche medizinische Beratung und emotionale Unterstützung in der Krankheitssituation, gerade von ihrem Ehemann und insbesondere dann, wenn der sich auch noch rühmt einen Gesundheitsberuf „erlernt“ zu haben. Jemand, der die eigene ideologische Verblendung vor das Leben eines Angehörigen stellt, ist ein Egoschwein – und Vertreter des Berufsstandes, die in so einem Moment ohne jede Empathie das Opfer verurteilen, werfen kein gutes Licht auf eben jenen Berufsstand. Sprich: Eigentor, klarer Fall.

  7. 9. Juli 2015, 01:42 | #7

    @duester,
    es gibt aber Beziehungskonstellationen, in denen einer der Beteiligten meist recht systematisch dafür sorgt, daß der andere nach und nach von seinem sozialen Umfeld isoliert wird. Zusätzlich wird das Selbstbewußtsein, die Urteilsfähigkeit untergraben, Freiräume allmählich beschnitten etc., so daß der andere manipulierbarer ist bzw. immer besser manipuliert werden kann. Es ist dann sehr schwer, aus einer solchen Situation wieder herauszufinden, da das meist schon jahrelang läuft.
    Schau z.B. mal hier:
    http://de.sott.net/article/1018-Der-Psychopath-Teil-7-Symptome-Checklisten-fur-Psychopathie

    (NB: der eine genannte Punkt, die mangelnde/fehlende Empathie, kommt einem dann schon wieder recht eigentormäßig vor…)

  8. Libertaequitas
    9. Juli 2015, 01:44 | #8

    “ […] immerhin handelt es sich um eine erwachsene Frau und nicht um ein unmündiges Kind.“

    Da hast du natürlich Recht. Allerdings stand betreffende Frau unter dem Einfluss eines (augenscheinlichen) Psychopathen. Und diese haben in der Regel ein ganz besonderes Talent, Menschen für sich zu vereinnahmen und zu manipulieren. Das erinnert mich an die vielen anderen Fälle häuslicher Gewalt, bei denen die betroffenen Frauen immer wieder zu ihrem gewalttätigen Ehemann zurückkehren. Aus objektiver Sicht ist das völlig unverständlich. Aber man muss sich in diese Frauen hineinversetzen – Aus deren Sicht sind diese Männer (ab einer gewissen Beständigkeit der Beziehung) integraler Bestandteil ihres Lebens. Sie können dann nicht mehr einfach „Tschüss, ich trenn‘ mich!“ sagen. (Das gilt natürlich auch in umgekehrter Weise)

  9. Libertaequitas
    9. Juli 2015, 01:51 | #9

    @ pelacani:

    Den Post von „Eigenrot“ stehen zu lassen, ist vollkommen richtig! Indem er die Schilderungen der Frau als Resultat ihrer „psychischen Probleme“ diffamiert, gleichzeitig aber die geschilderten „Heilpraktiken“ ihres Mannes unkommentiert stehen lässt, schießt er sich selbst ein veritables Eigentor.

  10. Libertaequitas
    9. Juli 2015, 02:01 | #10

    @ Halbmond:
    Hab deinen Post zu spät gesehen – besser hätte ich es nicht formulieren können! 🙂
    [Fehler editiert/G.]

  11. Libertaequitas
    9. Juli 2015, 02:01 | #11

    *formulieren. Schade, dass es hier keine Edit-Funktion gibt…

  12. duester
    9. Juli 2015, 10:27 | #12

    @ Halbmond & Libertaequit:

    Das sehe ich gar nicht so sehr anders als ihr. Gerade wenn der Mann schon jahrelang immer in die gleiche Kerbe gehauen und eine Rollenverteilung forciert hat, in der er als der Allmächtige/Allwissende auftritt, ist der Moment, in dem sie einen Knoten in der Brust fühlt, nicht die richtige Gelegenheit, um sich „aufzubäumen“. Stattdessen hätte er die menschliche und berufliche Verpflichtung gehabt, seine Überzeugungen zur Therapie bei Krebs zu hinterfragen. Mit der „Eigenverantwortung“ wollte ich eigentlich nur ausdrücken, dass eine differenzierte Sichtweise nicht das Gleiche wie ein zynisches und menschenverachtendes „Selbst Schuld!“ ist. Denn man sollte schon aufpassen, dass man ihn nicht dämonisiert: Sein Verhalten war menschlich zum K***, aber er hat sie auch nicht in den Keller gesperrt und so den Arztbesuch verhindert. Als Frau möchte ich mich dann schon dagegen wehren, wenn einer anderen Frau die Fähigkeit zum kritischen Denken so ganz abgesprochen wird (und gerade der Bericht beweist ja, dass Frau Reichardt kritisch denken kann). Und wie ich auch geschrieben habe: Dass sie zu Beginn der Krankheit seine „Therapieempfehlungen“ nicht in Frage gestellt hat, ist mir nur beim ersten Lesen aufgefallen, denn viel erklärt sich auch daraus, dass sie seiner „Ausbildung“ vertraut hat (s. der Satz zur Verpflichtung des Heilpraktikers bei ernsthaften Erkrankungen an Ärzte zu verweisen). In Summe ging es mir eben darum Stereotype zu vermeiden und vor allem eine Unterscheidung zu den Fällen zu machen, in denen es um Schutzbefohlene ging, die keine Optionen hatten. Denn ohne diese Unterscheidung müsste man z.B. auch Frau Pilhar von jeder Verantwortung für die Gesundheit ihrer Tochter freisprechen, denn auch in dem Fall kan man von der Manipulation durch Psychopathen sprechen.

  13. Bernd
    9. Juli 2015, 10:50 | #13

    „Über den Größenwahn von Heilpraktikern und dass vor ihnen selbst schwerste Krankheiten wie Krebs nicht sicher sind, wissen wir längst Bescheid.“
    Kann man aus der Schilderung eines skandalösen Einzelfalls tatsächlich die Schlussfolgerung ziehen, dass Heilpraktiker (alle oder zumindest mehrheitlich) vom Größen- oder sonsteinem Wahn befallen sind?
    Und was soll der Satz „dass Einstellung und Therapieansätze des Heilpraktikers heute überall zu finden sind und eigentlich die Regel darstellen.“ bedeuten? Ein Heilpraktikers hat eine Einstellung? Schlimm wäre, er hätte keine.

  14. Gisander
    9. Juli 2015, 11:15 | #14

    @ Bernd:

    Nur mal aus Interesse: welches ist denn die raison d’être des Heilpraktikers – abgesehen von der Vermarktung von Methoden, die ihre Wirksamkeit nicht belegen können? Alles andere gibt’s ja schon beim Arzt, beim Physiotherapeuten etc.

    Mir fällt offen gesagt keine ein. Heilpraktiker wird man folglich, weil man dem eigenen Glauben mehr vertraut als der Beweislage – die Fälle des Scheiterns in anderen Berufen oder der Hoffnung auf leicht verdienten Lebensunterhalt beiseite. Wenn das kein Ausdruck von Hybris ist!

  15. Bernd Schneider
    9. Juli 2015, 11:42 | #15

    @Bernd
    ….google mal „Heilpraktiker“ und „Krebs“ in den gefundenen homepages und Forenbeiträgen findest Du „Größen- oder sonsteinen Wahn“ soviel du willst. Ansonsten ist auch diieser Artikel sehr informativ. http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/alternativmedizin-weissbrot-gegen-krebs-1.2349722

    Dass viele Heilpraktiker ziemlich selbstbewusst ihre Befugnisse übertreten, erlebte ich vor einigen Jahren während einer Heilpraktiker-Ausbildung. Immer wieder kam es zu grotesken Situationen, die mich bereits damals dem Heilpraktikerwesen entfremdeten. So wurden Studenten esoterisch indoktriniert und Verschwörungstheorien verbreitet. Ganz massiv wurde in den Seminaren Impfangst geschürt.

    Es wurde stets behauptet, Heilpraktiker verfügten über Wahrheiten, vor denen die meisten Menschen die Augen verschlössen. Daher sei es auch die Aufgabe von Heilpraktikern, aufklärerisch tätig zu sein. Die Folgen dieses esoterischen Missionierungseifers sind inzwischen deutlich zu spüren. Gerade in der gut situierten Mittelschicht, wo viele auf alternativmedizinische Angebote schwören, kursieren die abenteuerlichsten Mythen.

  16. sumo
    9. Juli 2015, 12:29 | #16

    erinnert sei auch an die damalige „Hart aber fair“ Sendung zum Thema Masern. Da trat eine Heilpraktikerin mit Adelstitel auf (nur erwähnt, weil sie darauf bestand, daß „von“ nicht zu vergessen), diese Tante hatte die Hybris, sich als Kollegin vom gleichfalls anwesenden Dr.von Hirschhausen zu betrachten. Ärzte studieren 6-9 Jahre, Heilpraktiker kann man in einem Jahr werden, wenn man den Kreuzchentest besteht.

  17. Groucho
    9. Juli 2015, 14:16 | #17

    sumo :
    Heilpraktiker kann man in einem Jahr werden, wenn man den Kreuzchentest besteht.

    Ein Jahr? Wer halbwegs gut auswendig lernen kann, schaft das locker in 3 Monaten, auch ohne vorher nur irgendwas über den menschlichen Körper zu wissen. Die Prüfungsfragen stehen alle im Netz, schaft man die Prüfung nicht, kann sie beliebig wiederholt werden. Jede Krankenschwester hat eine deutlich höhere Qualifikation. Dafür darf der HP dann chirurgische Eingriffe vornehmen und iv spritzen, was die Krankenschwester natürlich nicht darf. Einen Patienten braucht man davor weder gesehen noch angefasst zu haben.

    Nach analoger Rechtsordnung müsste man eigentlich sofort eine Verkehrspilotenlizenz bekommen, wenn man am PC im Flugsimulator ein Flugzeug einmal landen kann. Das Ganze ist mehr als absurd.

    Und solche Leute bezeichnen sich dann als „Kollegen“ von Ärzten. Wenn da die Bezeichnung „Größenwahn“ nicht passt, wo sonst?

  18. duester
    9. Juli 2015, 15:15 | #18

    Bernd :Ein Heilpraktikers hat eine Einstellung? Schlimm wäre, er hätte keine.

    Um die Sache mit der Einstellung von (zumindest zwei) Heilpraktikern mal zu visualisieren: https://www.psiram.com/ge/index.php/Datei:Naturheilzentrum_Bottrop.jpg

    Ich hab natürlich nicht die geringste Ahnung, warum jemand HP wird – aber so ein paar Schlussfolgerungen zur Motivation kann man ja schon aus den Eigenschaften des Berufs ziehen. Wenn jemand wirklich helfen und durch medizinische und pflegerische Leistungen die Lebensqualität anderer Menschen erhöhen will, dann wären doch die Pflegeberufe (speziell die Altenpflege) naheliegender. Sind halt mit fordernden Ausbildungswegen, belastenden Arbeitsbedingungen und geringer Entlohnung verbunden. Wenn es jemand um den Wellness-Aspekt und die Gesundheitspflege geht, warum dann nicht eine Selbstständigkeit im Kosmetik- oder Spa-Bereich? Beinhaltet aber hohe Investitionskosten, engmaschige Kontrolle durch die Gewerbeaufsicht und echte Konkurrenz ohne den „Für die Gesundheit ist nichts zu teuer“-Sternenstaub. Wenn sich jemand die Zeit für das Individuum nehmen möchte, die Ärzte nach eigenen Aussagen nicht haben, gäbe es die Psychotherapie als Betätigungsfeld: Lange Ausbildung, Supervision und emotionale Stabilität als Voraussetzungen. Wenn man das Gesundheitswesen als inhuman wahrnimmt und da ansetzen möchte, könnte man in die Richtung soziale Arbeit, Seelsorge oder in den Bereich Case Management gehen: Wenig Anerkennung, belastende Erfahrungen durch die Konfrontation mit Menschen in persönlichen Krisensituationen. Und schließlich: Wenn man von der Wirksamkeit einer Methode überzeugt ist, die in der wissenschaftlichen Medizin nicht ausreichend berücksichtigt wird, wenn man also meint einen Wissenvorsprung zu haben, der die Menschheit weiterbringen kann, würde man dann in der Wissenschaft oder der klinischen Forschung nicht mehr bewegen als in der eigenen kleinen Praxis mit begrenzter Reichweite? Wissenschaft ist halt ein sehr riskanter Karriereweg, nicht zuletzt, weil die Ausbildung so lange dauert. Und sie stellt hohe Anforderungen an die kognitive Leistungsfähigkeit und Kritikfähigkeit, das ist nicht jedem gegeben.

    Also, was sind das für Menschen, die sich gegen eine lange Ausbildung und für eine niedrigschwellige Prüfung entscheiden, um sich ein weitgehend unkontrolliertes Tätigkeitsfeld zu erschließen, in dem sie sich kritischer Überprüfung von außen entziehen und sich gleichzeitig mit dem Nimbus des „besseren Arztes“ und allerhand Brimborium umgeben können?

    Genau: Menschen, die halt den einfacheren Weg bevorzugen.

  19. Bernd Schneider
    9. Juli 2015, 15:55 | #19

    @ duester
    …..yepp, und ein Privatflugzeug finanziert in dem man Spendenaktionen für behinderte Kinder iniziert die man dann auf einem „einfachen“ Weg „behandelt“.

  20. nihil jie
    9. Juli 2015, 23:57 | #20

    Irgendwie zieht mich der Artikel ziemlich runter. Ich hege große Zweifel an einer Mündigen und Aufgeklärten Gesellschaft. Aber vielleicht bin ich heute nur so, weil das Wetter nicht so richtig mitspielt.

  21. Libertaequitas
    10. Juli 2015, 02:05 | #21

    Wer nichts wird, wird Wirt. Oder eben Heilpraktiker. Entweder man schafft diesen Beruf ab, refomiert die Ausbildung dazu grundlegend oder beschneidet die Kompetenzen der Heilpraktiker radikal. Aber so kann das in einer aufgeklärten Gesellschaft nicht weitergehen.
    Bader und Feldscher (und nichts anderes ist ein Heilpraktiker) gehören ins Mittelalter.
    Jemand sollte mal diesbezüglich ein Volksbegehren ins Rollen bringen! (Ich weiß, das gibt es leider auf Bundesebene nicht. Zumindest nicht dazu. Schade!)

  22. Eisentor
    10. Juli 2015, 10:56 | #22

    Angehende Heilpraktiker sind nach mein Erfahrung Leute die anderen Leuten helfen wollen. An sich eine lobenswerte Einstellung. Um das ganze auch mit einem „Papier“ zu belegen, wird eben eine passende Ausbildung gesucht. Psychologie oder Medizinstudium kommen wegen der hohen Anforderungen nicht in Frage. Ausbildungen zur Krankenschwester oder Altenpfleger sind zu speziell und zu sehr „bedienende Tätigkeiten“(mir fällt kein besseres Wort ein). Wenn dann noch eine gewisse esoterische Grundbelastung vorliegt ist der Schritt zur Heilpraktiker „Ausbildung“ nicht weit. Je nachdem wo der angehende Heilpraktiker seine „Ausbildung“ macht ist die Zeit bis zur Prüfung absehbar und trotzdem kann man noch einen Arsch voll Zusatzqualifikationen erwerben. Die Idee Leuten helfen zu wollen, was erst mal nicht schlecht ist, und ein geringer (verglichen mit „ordentlichen“ Ausbildungen) Aufwand ist die Hauptmotivation, denke ich. Außerdem kann man anschließend auf die 1000 Zusatzqualifikationen hinweisen die man in irgend welchen Wochenendseminaren erworben hat.

    Beachte sollte man auch das ein Teil der Heilpraktiker „Ausbildung“ ja darin besteht zu lernen in welchen Fällen er die Patienten an einen richtigen Arzt weitergeben muss. Krebs gehört da dazu, meines Wissens. Eine „begleitende“ Behandlung ist aber erlaubt. Die Heilpraktiker sind (leider) im beschriebenen Fall auch relativ fein raus, da sich dieser Heilpraktiker nicht an die Regeln gehalten hat.

    Heilpraktiker „Ausbildung“ habe ich bewusst immer in Anführungszeichen geschrieben da es sich nicht um eine Ausbildung wie bei anderen Ausbildungsberufen handelt. Ich habe gerade erst etwas ältere Heilpraktiker „Ausbildungsunterlagen“ durchgearbeitet und die Oberflächlichkeit mit der die Themen behandelt werden hat mich wirklich erschreckt.

  23. AlteWeser
    10. Juli 2015, 11:35 | #23

    Was ich nicht verstehe ist, dass manche hier nicht trennen zwischen der Persönlichkeit des „Heilers“ und dessen Methoden. Das Erleben dieser Frau zeigt für mich die Unwirksamkeit der Therapieversuche des Heilpraktikers und sollten eine Warnung davor sein, seine Hoffnung auf alternative Therapien zu setzen.

    Was zwischen diesen Menschen sonst auf der persönlichen Ebene geschah, ist doch eine ganz andere Sache und unwichtig bei der Betrachtung der angewandten Therapien.

  24. duester
    10. Juli 2015, 11:59 | #24

    AlteWeser :Was ich nicht verstehe ist, dass manche hier nicht trennen zwischen der Persönlichkeit des „Heilers“ und dessen Methoden.

    Die Frage, wie weit man das trennen kann, ist ja gerade Gegenstand der Diskussion. Der Ehemann war der Auffassung im Besitz einer unumstößlichen Wahrheit zu sein und hat lieber in Kauf genommen, dass seine Frau schweren gesundheitlichen Schaden erleidet, als Zweifel an „seiner“ Wahrheit zuzulassen. Ein verantwortungsbewusster Mensch hätte deutlich gemacht, dass er zwar von der Wirksamkeit seiner Therapien selbst überzeugt ist, aber – da er ja nur ein Mensch ist – auch irren kann. In diesem Fall wurden dagegen alle Aussagen kategorisch formuliert: „Nein, du brauchst keinen Arzt, ich weiß das besser und wenn der Knoten weiter wächst, dann liegt das nur daran, dass du mir nicht ausreichend glaubst!“. Das lässt Rückschlüsse auf die Persönlichkeitsstruktur zu. Die Formulierung Psychopathie wurde schon geäußert, maligner Narzissmus (nicht als psychologische Diagnose, sondern als Bewertung des Verhaltens) trifft es vermutlich auch. Und von dort geht es zu der Frage, ob da ein systematisches Element enthalten sein könnte: Handelt es sich nur um die Beziehung zwischen zwei Menschen, die havariert ist, sondern gibt es eine Art öffentliches Interesse, weil dieser Fall wieder und wieder auftreten kann? Zieht die HP-Ausbildung vielleicht überzufällig viele Menschen mit unterentwickeltem Verantwortungsbewusstsein an? Sind Heilpraktiker, die unwirksame Therapien propagieren und dafür den Verlust von Menschenleben in Kauf nehmen, die absolute Ausnahme oder ein regelmäßiges Phänomen? Gibt es eine Verpflichtung des Gesetzgebers im Sinne des Verbraucherschutzes stärker in die „Ausbildung“ von HP eunzugreifen? Und nicht zuletzt: Das Desaster ist ja nicht entstanden, weil der Ehemann tatsächlich Ehemann war und sich selbst zurückgenommen hat. Stattdessen hat er immer wieder auf seine berufliche Position hingewiesen und ist dabei der Verpflichtung, die aus dem Beruf entsteht, nicht nachgekommen. Kurz: Das ist zwar ein individuelles Drama, aber es könnte prototypisch für viele HP-/Patienten-Beziehungen sein.

  25. AlteWeser
    10. Juli 2015, 13:19 | #25

    : Das ist zwar ein individuelles Drama, aber es könnte prototypisch für viele HP-/Patienten-Beziehungen sein.

    Ok, das *könnte* sein. Ist sicher diskussionswürdig.

    Aber der Schwerpunkt für mich ist, dass ein Mensch per alternativer „Therapie“ zu Grunde gerichtet wurde. Als weiterer Gegenbeweis zu dem, was ich manchmal lese, an Homöopathie sei noch niemand gestorben.

    Die Wirkungslosigkeit der Therapie ist sicher, diese problematische Beziehung HP/Patient nur möglich.

  26. Gisander
    10. Juli 2015, 15:57 | #26

    Ein individuelles Drama ist es deshalb geworden, weil hier ein ernstes, lebensbedrohliches Leiden vorlag – und nicht eine Heuschnupfenbekämpfung oder irgendeine Komplementär-Krankheit. Das Problem ist tatsächlich grundsätzlich.

    Eine Behandler-Patienten-Beziehung, die auf Seiten des Behandlers auf Überlegenheit kraft Tradition, Überlieferung, Legende, bis hin zu Magie und Spiritualität beruht, anstatt auf erprobter Evidenz, ist im Kern charismatisch. Meistens bleiben die unausweichlichen Fehlshläge folgenlos, denn: siehe oben. Der charismatische Behandler müsste ansonsten schon bereit sein, sein Charisma zu leugnen, wenn es einmal ernst wird. Das fällt natürlich schwer. Das ist dann auch die Quelle so grotesker Selbstüberschätzungen wie die der „Homöopathen ohne Grenzen“, die ihre Zuckerli allen Ernstes an Malaria- und Ebolakranke verteilen wollen.

    Frau Reichardt hatte alles Pech auf einmal. Eine richtig ernste Erkrankung; den Charismatiker in unmittelbarer Nähe, sogar als Ehemann unter einem Dach; und den auch noch felsenfest von sich überzeugt. Man hätte ihr in ihrer Lage lieber den aalglatten Zyniker gewünscht, der mit seinem Heilungstrara „nur“ Kasse machen will und Betriebsunfälle nicht gebrauchen kann – und nicht den Überzeugungstäter.

  27. Eisentor
    10. Juli 2015, 16:19 | #27

    @Gisander Behandler-Patienten-Beziehung sollte eigentlich nie mit einer wie auch immer gearteten Abhängigkeits-Beziehung einhergehen.

  28. 12. Juli 2015, 23:02 | #28

    Oh mein Gott… ich kann mir kaum das Märtyrium vorstellen was diese Frau da durchleben musste. Ich habe selbst beobachtet wie meine Mutter unter Brustkrebs litt und starb, doch ihr stand mein Vater fest zur Seite. Jetzt kann man der Frau wirklich bloß noch einen ruhigen letzten Abend in Gesellschaft ihrer (echten) liebsten Menschen wünschen.
    Ich hoffe sehr das größere Medien diese Geschichte aufgreifen und über diesen Heilpraktikerscharlatanismus objektiv berichten und dieser Mann ins Gefängnis kommt, damit ihrem letzten Wunsch genüge getan wird.

  29. inci
    14. Juli 2015, 09:41 | #29

    Bei aller Tragik – wieso ist diese Frau nicht einfach zu einem Arzt gegangen?
    Das wird mir nicht so ganz klar.

  30. Seb
    14. Juli 2015, 12:03 | #30

    inci :
    Bei aller Tragik – wieso ist diese Frau nicht einfach zu einem Arzt gegangen?
    Das wird mir nicht so ganz klar.

    Warum bleiben Mann oder Frau bei einem Partner der sie mißhandelt (bzw. kehren immer wieder zurück)? Es wird eine Mischung aus Abhängigkeit/Hörigkeit und schierer Angst gewesen sein. Für „normale“ Menschen genau so schwer zu fassen wie z.B. dass jemand ernsthaft glaubt Zuckerkügelchen und Salbe könnten Krebs heilen.

  31. Martin
    15. Juli 2015, 13:09 | #31

    Der Bericht liest sich für mich sehr ähnlich, wie der Brief von Penelope Dingle and Francine Scrayen. http://www.abc.net.au/austory/content/2011/s3260776.htm
    Ein Brief, den man in Steinblöcke einmeißeln und diese jedem ähnlichen Homöoheipraktidingsbums um den Schädel trümmern müsste.

    Und an das Psiram-Team: „Über den Größenwahn von Heilpraktikern und dass vor ihnen selbst schwerste Krankheiten wie Krebs nicht sicher sind, wissen wir längst Bescheid. “

    Das ist natürlich falsch. DAS schwerste Krankheiten wie Krebs vor Heilpraktikern absolut sicher sind, weil die Krankheit keinen Einfluß zu fürchten hat, ist ja grade das Problem….

  32. pelacani
    15. Juli 2015, 14:46 | #32

    Ich ziehe mir mal die Psiram-Jacke an: ja, diese Formulierung ist ein wenig missverständlich. Richtig wäre gewesen; „dass Patienten mit schwersten Krankheiten“ nicht sicher sind.

  33. duester
    16. Juli 2015, 14:38 | #33

    inci :Bei aller Tragik – wieso ist diese Frau nicht einfach zu einem Arzt gegangen?Das wird mir nicht so ganz klar.

    Das ist der Punkt, den ich auch am schwierigsten zu verstehen finde. Ich vermute, dass es einfach eine unheilvolle Mischung aus mehreren Aspekten war: Ein Mann, der schon jahrelang suggeriert hat, dass er im Besitz der vollen Weisheit ist, die emotionale Erschütterung durch den Knoten (vollkommen rationale Menschen fallen bei Krankheitsängsten auf Quacksalber rein, einfach weil man in so einem Moment glauben möchte) und schließlich das Vertrauen darauf, dass er es schon sagen würde, wenn die Behandlung seinen Horizont übersteigt (zumal er dazu ja gesetzlich verpflichtet ist). Die Reue, nicht zum Arzt gegangen zu sein, muss schwer zu ertragen zu sein und ich vermute, dass dieser Bericht genau das bewirken soll: Ein Appell an andere in vergleichbarer Situation es anders zu machen.

  34. Groucho
    16. Juli 2015, 15:01 | #34

    duester :
    (vollkommen rationale Menschen fallen bei Krankheitsängsten auf Quacksalber rein, einfach weil man in so einem Moment glauben möchte)

    Das ist der Punkt. Sobald man emotional betroffen ist, hat es die Vernunft schwer. Deswegen gehen selber erkrankte Ärzte ja auch zu Kollegen (wenn es keine Kleinigkeit ist), operieren Chirurgen meist ungern Familienangehörige, erklären sich Richter für befangen. Diesen Umstand überhaupt zu realisieren ist bereits eine Leistung, die nicht immer gelingt.

    Besonders heimtückisch ist zudem bei Brustkrebs, dass man mit so einem Knoten erstmal nicht weiter beeinträchtigt wird, sich das Ganze im Anfangsstadium wunderbar verdrängen lässt – bis es zu spät ist.

  35. Zeitz A.
    17. Juli 2015, 09:26 | #35

    Also tut mir leid, wie man sich so unterjochen kann – da fehlen mir die Worte. Die Geschichte klingt zwar gruselig, aber wo bleibt die Eigenständigkeit dieser Frau??? Die keine Eintscheidungen treffen kann und sich so unterordnet. Die Geschichte klingt sehr einseitig. Aber wir wissen ja, es gibt immer zwei Seiten und da würde sich manches dann auch relativieren. Dass die beiden außerdem persönlich verbandelt sind, macht die Einfärbung noch subjektiver für mich!

  36. 17. Juli 2015, 11:08 | #36

    @Zeitz A.
    Hätte der Mann weniger falsch gehandelt, wenn die Frau sich schneller von ihm abgewandt und zu einem Arzt gegangen wäre? Nein! Es wäre nur nicht zu diesen schlimmen Folgen gekommen. Also was soll dieser Hinweis auf die Hörigkeit der Frau und die Subjektivität ihrer Sichtweise an der grundlegenden Kritik am Handeln des Heilpraktikers ändern?
     
    Unterstellst Du der Frau, die ganze Geschichte erlogen zu haben? Denn wenn nicht, sieht die Sache doch so aus, dass auch wenn der Bericht nicht hundertprozentig objektiv sein sollte, immer noch genügend Anhaltspunkte übrigbleiben, die eine Kritik an diesem Herrn Heilpraktiker (inkl. der Denkweisen, die man auch bei anderen Vertretern seines Berufes findet) scharf zu kritisieren.

  37. TV
    17. Juli 2015, 12:37 | #37

    In dem zitierten Blogbeitrag wird erwähnt, dass besagter HP auf der Behandlerliste der „Ges. f. biol. Krebsabwehr“ steht. Mich würde interessieren, ob das dort geändert wurde.

    Ich bin selber von Brustkrebs betroffen, und habe auf der „Biokrebs“-Page auch hilfreiche Infos gefunden, deshalb die Frage. Zwar lasse ich meinen Krebs durchaus begrenzt schulmedizinisch behandeln. Aber erst, nachdem ich mich selbst über Studien und medizinische Details schlau gemacht habe, was für Nichtmediziner ziemlich mühsam ist. Die schulmedizinischen Therapien sind bekanntermaßen aggressiv. Man muss bei (fortgeschrittenem) Krebs also immer entscheiden oder balancieren zwischen „Nichtstun ohne aggressive Nebenwirkungen“ und „Behandeln mit aggressiven Nebenwirkungen“. Eine HP-Behandlung fällt i.w. unter das Nichtstun, nur dass man sich dabei die Illusion einreden kann, nicht selber entschieden zu haben. („Man wird behandelt“, also passiv, statt: „Man entscheidet aktiv über seine Behandlung.“)

    Der beschriebene HP hat sich selbstredend kriminell verhalten.

  38. Groucho
    17. Juli 2015, 14:23 | #38

    @TV: Sie sind hoffentlich in einem Brustzentrum wenigstens in Betreuung? Sich selber schlau machen ist natürlich immer gut, aber in der kurzen Zeit (ab der man erkrankt ist) schlauer zu werden als die ganzen Spezialisten dort, das ist selten möglich. Die „schul“medizinischen (welch doofes Wort) Behandlungsmethoden sind ja heutzutage sehr individuell auf die Notwendigkeit der Behandlung zugeschnitten. Ja, wenn man Pech hat, sind da aggressive Methoden dabei: Chirurgie, Chemo, Bestrahlung. Wobei die „Chemo“ heutzutage kein Vergleich mehr zu früher ist, wo manche Betroffenen meinten, bevor sie sowas nochmal machen, wollen sie lieber gleich sterben. Aber generell gilt leider: Eine aggressive Erkrankung lässt sich nun mal selten mit Kamillentee heilen.

    Was Sie tun und lassen, ist natürlich ihre persönliche Entscheidung. Ich möchte nur anmerken, dass es ein riesen Glück ist, mit so einer Erkrankung in der heutigen Zeit zu leben. Noch vor 30 Jahren war das ein fast sicheres, schnelles Todesurteil, heute kann man ca. 90% der Behandelten als praktisch gesund wieder ins Leben „abgeben“.

    Aber das wissen Sie vermutlich eh alles und ich wünsche viel Kraft, das gut zu überstehen!

  39. TV
    17. Juli 2015, 15:12 | #39

    @Groucho: Danke für die Ermutigung! 🙂 Ich nehme die normale medizinische Infrastruktur in Anspruch, kein Grund zur Sorge. Diagnose (von vornherein metastasiert) und OP liegen über 3 Jahre zurück, und es geht mir sehr gut. Leider ist es nur so, dass auch onkologisch Ausgebildete dazu neigen, meine Befunde, Op-Bericht usw. nicht sorgfältig zu lesen, wenn überhaupt. (Ich lebe in einer Großstadt mit prinzipiell vorhandener med. Kompetenz!) Stattdessen aus dem Bauch heraus („aus der Erfahrung heraus“) Medikamente vorschlagen, deren Nebenwirkungen in Widerspruch zu meinen Lebensschwerpunkten stehen und deren Studienlage nicht auf meine Situation passt. Das unterscheidet sich aus Patientensicht nur wenig vom Glaubensvorgehen im alternativmedizinischen Bereich. Deswegen recherchiere ich halt medizinisch selber und übersetze mir das Fachchinesisch. That’s it. (Und bespreche das dann mit den Ärzten, bevor ich entscheide. 😉 ) Solche Erfahrungen können natürlich dazu beitragen, dass Menschen, die weniger intellektuell veranlagt sind als ich, in die Arme von Scharlatanen getrieben werden.

    Meine zugegebene Affinität zu komplementärmedizinischen Maßnahmen aus dem körpertherapeutischen und psychologischen Bereich wurzelt darin, dass ich in meinem Fall eine starke psychosomatische Komponente der Krankheit wahrnehme. Ohne natürlich zu wissen, was Ursache, was Wirkung ist. Nichtsdestoweniger können derlei Begleittherapien die Lebensqualität erheblich verbessern. Tatsächlich könnte ich mir evtl. vorstellen, dass der Krebs und die Abhängigkeit der Frau aus dem Artikel zwei Seiten einer systemischen Erkrankung sind oder waren, man das also nicht wirklich trennen kann. Optimalerweise wäre beides zugleich behandelt worden. Sie hat wirklich mein Mitgefühl.

  40. Groucho
    18. Juli 2015, 00:05 | #40

    @TV: Alles klar, Du schaffst das schon! Das Affine zur Komplementärmedizin – ein riesen Thema, wer wen warum zu wem treibt. Wenn Du Lust hast, registriere Dich doch im Forum, da kann man sich sinnvoller austauschen. Im Kommentarbereich hier ist das unlustig.

  41. uta
    22. Juli 2015, 13:47 | #41

    @sumo Stimmt! Bei der Sendung konnte man gut nachvollziehen, wie eine 1-2 jährige Ausbildung zum Heilpraktiker im Vergleich zum 6-9 jährigen Medizinstudium aussieht. Bei Menschen aus diesen Heilberufen entsteht dann leider ein gefährliches Halbwissen, was zu Impfphobie, Virenleugnen und Pharmaverschwörungstheorien führt. Traurig!

  42. Habra
    25. Juli 2015, 19:19 | #42

    Beim Ratgeber-News-Blog sind 3 Posts zugunsten des HP Reichardt erschienen, die lediglich über das Verhältnis der Eheleute Reichardt etwas aussagen, selbstverständlich mit anwaltlicher Drohung des Herrn Reichardt.
    Für die Leser hier ist eigentlich unwesentlich, ob Frau Reichardt mit ihrem Ehegatten in irgendwelchem Streit liegt oder lag; das was für die Leser hier unverständlich ist, dass es sich ein Heilpraktiker überhaupt anmaßt, schwerste Erkrankungen (und dazu zählt für mich auch der Krebs) angemessen behandeln zu können. Welche Qualifikation hat ein Heilpraktiker, die ein Onkologe nicht hat? Bei der Diagnose: welche Qualifikation hat ein Heilpraktiker, die ein Facharzt für Allgemeinmedizin nicht hat?

    Für mich kommen eigentlich nur zwei Möglichkeiten in Frage, wie mit dem „Beruf“ des Heilpraktikers künftig verfahren werden könnte:

    Möglichkeit 1: Der Heilpraktiker darf künftig ausschließlich Krankheiten behandeln, die lediglich das Wohlbefinden des Patienten beeinträchtigen. Selbstverständlich sind alle invasiven Eingriffe sowie die Gabe oder Empfehlung von Medikamenten (auch rezeptfreie) für Heilpraktiker verboten. Er muss in der Lage sein, behandlungsbedürftige Krankheiten zu erkennen und muss dann den Kunden an den Facharzt für Allgemeinmedizin überweisen. Eine Dokumentationspflicht ist selbstverständlich.

    Möglichkeit 2: Eine mindestens 4 jährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten und geprüften Heilpraktikerschule mit regelmäßigen Erfolgskontrollen und einer staatlich überwachten Prüfung. Selbstverständlich gilt auch hier das Verbot der Behandlung von ansteckenden oder gefährlichen Krankheiten und eine Dokumentationspflicht.

    Ich gehe nämlich davon aus, dass dieser berichtete Fall kein Einzelfall ist, sondern bei genauerer Recherche bundesweit wahrscheinlich mehrere gleichgelagerte Fälle verursacht durch den Größenwahn von Heilpraktikern aufgedeckt werden dürften. Das Selbstverständnis, das manche HP von ihrer Tätigkeit haben, grenzt an Arroganz und Verächtlichmachung von Personen mit langjähriger fundierter Ausbildung. Ich wiederhole mich mal wieder: Beim Heilpraktiker werden die Erfolge gezählt und beim Arzt die Mißerfolge.

  43. pelacani
    25. Juli 2015, 19:28 | #43

    Habra :

    Möglichkeit 2: Eine mindestens 4 jährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten und geprüften Heilpraktikerschule mit regelmäßigen Erfolgskontrollen und einer staatlich überwachten Prüfung. Selbstverständlich gilt auch hier das Verbot der Behandlung von ansteckenden oder gefährlichen Krankheiten und eine Dokumentationspflicht.

    Ich verstehe die Intention, aber ich glaube nicht, dass das ein praktikabler Vorschlag ist. Zum einen läuft er letztlich darauf hinaus, so etwas wie den Feldscher wiederzubeleben, und zum anderen folgen aus der staatlichen Anerkennung auch gewisse Ansprüche, z. B. auf geregelte Vergütung. Wie Du richtig schreibst: gibt es streng genommen keine Versorgungslücke, die den Beruf des Heilpraktikers rechtfertigt. Es hat andere Gründe, warum es Heilpraktiker gibt (und Vergleichbares immer geben wird, unabhängig von jeder staatlichen Regulation – so viel Kulturpessimismus leiste ich mir).

  44. pelacani
    25. Juli 2015, 20:31 | #44

    Habra :

    Möglichkeit 1: Der Heilpraktiker darf künftig ausschließlich Krankheiten behandeln, die lediglich das Wohlbefinden des Patienten beeinträchtigen. Selbstverständlich sind alle invasiven Eingriffe sowie die Gabe oder Empfehlung von Medikamenten (auch rezeptfreie) für Heilpraktiker verboten. Er muss in der Lage sein, behandlungsbedürftige Krankheiten zu erkennen und muss dann den Kunden an den Facharzt für Allgemeinmedizin überweisen. Eine Dokumentationspflicht ist selbstverständlich.

    Es ist schon auf theoretischer Ebene schwierig zu definieren, welche Krankheiten „lediglich das Wohlbefinden des Patienten beeinträchtigen“, und praktisch dürfte das nicht durchführbar sein. Schließlich geht der Patient nicht mit Krankheiten, sondern mit Symptomen (oder manchmal auch nur Befürchtungen) zum Arzt/Heilpraktiker. Ich kenne keine Untersuchungen dazu, aber die Fälle, in denen der Patient statt zum Arzt nur zum HP geht, dürfen vermutlich selten sein. Die Fähigkeit, „behandlungsbedürftige Krankheiten zu erkennen“, wäre an eine vernünftige Ausbildung gebunden, für die aber eigentlich kein Bedarf besteht, s. o. Und die Dokumentationspflicht ist weitgehend sinnlos, solange der Heilpraktiker realiter keine Ahnung hat, worauf es ankommt.
    Was ist statt dessen zu tun? Ich weiß es auch nicht.

  45. Groucho
    25. Juli 2015, 21:10 | #45

    Er muss in der Lage sein, behandlungsbedürftige Krankheiten zu erkennen

    Das wirklich schwierige ist doch im Zweifelsfall die Diagnose und nicht die Behandlung, bei er man sich an Leitlinien hält. Um das zu können, muss man mindestens eine Ahnung der Bandbreite der Möglichkeiten haben. Dieses Wissen wird weder verlangt noch geprüft. Dieser Berufsstand gehört schlichtweg abgeschafft, es ist ein einziger Anachronismus. Meinetwegen mit Bestandsschutz, aber einfach nur abschaffen. Da ist nichts zu retten.

  46. Habra
    25. Juli 2015, 21:22 | #46

    @ Pelacani
    Klar, es entsteht keine Versorgungslücke im Gesundheitswesen, wenn der HP verboten würde, aber leider sind in der Politik sowohl das Verbot wie auch die von mir genannte Möglichkeiten 1 und 2 illusorisch. Die wenigsten politischen Entscheidungsträger sind in der Lage, die Qualifikation eines HP einzuschätzen. Die Lobby ist zu gut. Die Möglichkeit 2 wurde von mir eigentlich deswegen vorgeschlagen, um eine Reduktion des HP-Unwesens zu erreichen. Und diejenigen, die das schaffen, zumindest annähernd die Qualifikation des Feldschers erreichen.
    Und Möglichkeit 1 sollte eigentlich eine lukrative aber sehr gefährliche Behandlungsmöglichkeit verhindern: In unserem Gemeindeblatt finden sich immer wieder Kleinanzeigen über durch HP durchgeführte Krampfaderbehandlung durch Einspritzen einer Salzlösung (das heißt dann Krampfaderbehandlung nach Dr. [mir fällt der Name nicht mehr ein]). Oder in anderen Zeitschriften Lobhudeleien über die „Ausleitung“ von Schwermetallen mittels Na-Ca-EDTA-Lösung, intravenös durchgeführt von HP und natürlich auch die Akupunktur. „Wellness“-Behandlungen durch HP sind für mich akzeptabel, aber selbst dafür gibt es qualifiziertere Behandler.
    Das Schlimme ist, der durchschnittliche Mitbürger hat keine Ahnung, wie einfach die Überprüfung zum HP ist. Er wähnt einen HP genauso qualifiziert wie einen richtigen Arzt. Als Unterschied wird höchstens noch erwähnt, dass er den HP selbst zahlen muss. Erst, wenn ich versuche klarzumachen, dass ein HP lediglich 45 von 60 Ankreuzfragen (wobei im Gegensatz zur Führerscheinprüfung immer nur ein Kreuz gesetzt werden muss, um eine Frage richtig zu beantworten) richtig beantworten muss und dann für ihn noch ein mündliches Gespräch beim Gesundheitsamt erforderlich ist, kommen leise Zweifel auf, ob ein HP der richtige Ansprechpartner bei Erkrankungen ist.
    Aber Deinen Pessimismus muss ich teilen, bei einem Verbot des HP-Unwesens werden irgendwelche sonstigen Heiler auftauchen, die es schaffen, das Verbot geschickt zu umgehen.
    Ich wüsste leider auch keine Möglichkeit, wie man das HP-Wesen vernünftig regulieren könnte.

  47. Groucho
    25. Juli 2015, 22:14 | #47

    Ich wüsste leider auch keine Möglichkeit, wie man das HP-Wesen vernünftig regulieren könnte.

    Abschaffen.

    „Wer innerhalb eines Systems/Ideologie argumentiert, ist bereits Opfer dieses/dieser geworden“ (Autor vergessen, sinngemäß)

    Es gibt am Heilpraktikerwesen nichts zu verbessern. Wer Menschen behandeln will, soll Medizn studieren. Danach kann er immer noch genug Unsinn machen und versuchen, mit Geistern oder sonstwas zu heilen.

    Sorry, ich hab da einen dicken Hals. Die Frau liegt im Sterben, und der HP gibt weinerliche Kommentare von sich und fängt auch noch an, psychiatrische Diagnosen zu stellen.

    https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2015/06/29/wenn-heilpraktiker-ihr-unwesen-treiben-ein-horror-erlebnisbericht-einer-krebspatientin/#comment-6518

    Und nein, das ist kein Spezialfall. Die meisten HP schaffen es nur, die ernsthaft Erkrankten rechtzeitig (für sie, aber nicht den Patienten) an die Klinik weiterzureichen, dass es nicht weiter auffällt.

  48. Habra
    25. Juli 2015, 22:53 | #48

    @ Groucho
    Volle Übereinstimmung.
    Aber leider ist die Lobby zu gut und es gibt ausreichend „alternativ“medizinisch Angehauchte, die lautstark in der Politik mitreden (nicht nur Grüne, auch bei den anderen Parteien sind die vorhanden), so dass ein Verbot illusorisch ist. Was Quacksalberei (nicht nur in der Medizin) angeht, bin ich Pessimist.
    Aber dieser Typ, durch dessen Arroganz bei gleichzeitiger absoluter Unfähigkeit eine Frau nun im Sterben liegt, sollte eigentlich der Politik einen Regelungsbedarf (z.B. Abschaffung) beim HP-Unwesen überdeutlich aufzeigen. Aber siehe oben.
    Aber ich schilderte ja bereits das durchschnittliche Ansehen der HP in der Bevölkerung. Ab und an musste ich mir schon anhören, dass ich das ja gar nicht beurteilen könne, ich sei ja nur Diplomchemiker, der von Medizin keine Ahnung haben könne.

  49. Groucho
    26. Juli 2015, 11:17 | #49

    @Habra: Du hast natürlich genauso recht. Ist so ein ähnliches Thema wie Impfpflicht, wo ich eigentlich auch eher der Aufklärung statt des Zwanges zuneige. Ist halt immer die Frage, mit welchen Forderungen man den bestmöglichsten Konsens erreicht. Realistisch und jenseits der Emotionalität gesehen bin ich eigentlich sogar für eine Kassenzulassung der HPs, gleiche Spielregeln für alle, was u.a. eine Dokumentationspflicht und Haftung mit einschließt. der Spreu wird sich dann ganz schnell vom Weizen trennen.

  50. Spielkind
    26. Juli 2015, 15:45 | #50

    Wie abartig ist das denn bitte? Der hat allen Ernstes immer noch die Stirn, solche Dinge ins Netz zu kübeln? Wenn man wenigstens eine psychiatrische Überprüfung zur Pflicht machen würde, so wie die Idiotentests beim Autofahrer, damit solche Größenwahnsinnigen wenigstens ausgeschlossen werden können, wäre ja schon ne Menge gewonnen. Wie sehen eigentlich die Strafen aus, wenn man als HP ohne Unbedenklichkeitsbescheinigung praktiziert?

  51. Groucho
    26. Juli 2015, 16:52 | #51

    Heilpraktiker gelten vor dem Gesetz als medizinische Laien.

  52. Rudolph Heinrich
    26. Juli 2015, 21:14 | #52

    Heilpraktiker SIND in der Regel medizinische Laien!

    Jahrzehntelang hatte ich mit dieser Berufsgruppe geschäftlich zu tun. Zu 99% handelt es sich um Menschen, die sich selbst maßlos überschätzen und selbst mit einfachen medizinisch-biologischen Fragestellungen überfordert sind. Beispiel: HPs dürfen – leider – Injektionen verabreichen. Eine junge HP-in – gerade Abitur gemacht! – meinte, dass sie niemals Spritzen setzen würde. Nun gut, aber das war ihre Begründung: „In der Natur gibt es keine Injektionen.“ Auf meinen Einwand, wie es denn mit den Stechmücken, Bienen, Wespen usw. wäre: Achselzucken.
    Unter den vielen hundert HPs, die ich kennenlernen durfte, gab es vielleicht ein halbes Dutzend – eher weniger – die gute medizinische Kenntnisse hatten und sich auf die Behandlung von Krankheiten beschränkten, bei denen sie sich gut auskannten. Meist handelte es sich dabei um HPs, die bereits in einem Pflegeberuf oder als medizinische Assistenten im weitesten Sinne gearbeitet hatten.
    Der Gesetzgeber sollte die Zulassung zu diesem Beruf wesentlich erschweren, indem die Mindestanforderungen strenger überprüft werden und eine psychiatrische Überprüfung zur Voraussetzung gemacht wird.
    Am besten wäre es, diesen „Beruf“ ganz aussterben zu lassen…

  53. 26. Juli 2015, 21:33 | #53

    Also, eine Frau die so schreiben kann ist zu blöd um aus dem Haus zu gehen und sich einen Arttermin zu machen? Ich bitte Euch! Schwachsinn. Da sollen Heilpraktiker diffamiert werden. Fertig!

  54. pelacani
    26. Juli 2015, 21:43 | #54

    Klärchen :

    Ich bitte Euch! Schwachsinn.

    Nein, kein Schwachsinn. Das hat mit Intelligenz nichts zu tun.

  55. Rudolph Heinrich
    27. Juli 2015, 09:05 | #55

    Klärchen: Schwachsinn – nein. Jedenfalls nicht auf Seiten des HP…

    Abgesehen davon, dass in diesem speziellen Fall das persönliche Vertrauen des Ehepartners schamlos ausgenutzt wurde, gleichen viele HP ihre medizinischen Unkenntnisse dadurch aus, dass sie in geradezu krimineller Manier ihre Patienten psychisch unter Druck setzen: „Wenn Sie zu einem Arzt gehen, müssen Sie sterben!“ Das habe ich mit eigenen Ohren gehört.
    Mit Manipulationen dieser Art halten viele HPs ihre Patienten bei der Stange und pressen auch bei aussichtslosen Fällen noch den letzten Euro aus den Opfern. Gerade im Bereich der Krebstherapie wird den Patienten Angst vor der Schulmedizin eingejagt und eine Heilung mit „sanften Methoden“ vorgegaukelt. Es folgt die übliche Abzocke mit Kaffeefahrt-Methoden.

    Schwachsinn? Nein, in diesem speziellen Fall eher zu viel Vertrauen und zu wenig Kritik.

    Aber sonst?
    Schwachsinn? Ja – bei denen, die darauf hereinfallen.

  56. 27. Juli 2015, 11:07 | #56

    Rudolph Heinrich :
    Am besten wäre es, diesen „Beruf“ ganz aussterben zu lassen…

    Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich den HP-Beruf hier mal verteidigen würde ;), aber mir scheint der Grundgedanke hinter diesem Beruf durchaus vernünftig: Für die große Masse der Alltags-Wehwehchen braucht man doch nicht unbedingt voll ausgebildete Mediziner und mit vernünftigen HPs könnte man die medizinische Versorgung „in der Fläche“ sehr verbessern und gleichzeitig die Ärzte so weit entlasten, dass sie wieder ausreichend Zeit für ihre Patienten hätten.
     

    In der Praxis sieht die Sache bei uns leider anders aus und da ist die Kritik sehr berechtigt! Ein HP muss gewisse Grundkenntnisse in Biologie und Medizin haben und das sollte auch staatlicherseits sichergestellt werden. Auch sollten harte Strafen drohen, wenn man als HP seine Patienten wider besseren Wissens nicht zu einem Arzt überweist und zu guter Letzt darf dieser Beruf kein Einfallstor für esoterische Scheintherapien bleiben!
     

    Insofern: Ja, in der heutigen Form sollte der HP-Beruf abgeschafft werden, aber richtig aufgezogen, könnte er meiner Meinung nach durchaus Gutes bewirken.
     

  57. pelacani
    27. Juli 2015, 11:57 | #57

    Mephisto :

    aber mir scheint der Grundgedanke hinter diesem Beruf durchaus vernünftig: Für die große Masse der Alltags-Wehwehchen braucht man doch nicht unbedingt voll ausgebildete Mediziner

    Vernünftig? Auf den ersten Blick vielleicht; aber undurchführbar. Eine solche „Filterfunktion“ kann der Heilpraktiker nicht ausfüllen, selbst wenn er in einer fernen Zukunft dazu befähigt wäre; außer man schafft das Recht auf freie Arztwahl ab. Selbst da, wo ein solcher gestaffelter Zugang sinnvoll ist, hat er sich unter den derzeitigen Bedingungen in Deutschland als nicht durchsetzbar erwiesen. Im Gegenteil: der aktuelle Trend geht in eine umgekehrte Richtung. Psychotherapeuten und Fachärzte können ohne Überweisung vom Hausarzt tätig sein – mit der Konsequenz einer Ressourcenverschwendung. Sage ich jetzt mal.

    Die „Daseinsberechtigung“ des Heilpraktikers leitet sich aus ganz anderen Umständen ab. Der ratsuchende Patient ist unzufrieden, weil der Arzt „nichts findet“, oder weil die Prognose trotz der Fortschritte der Medizin schlecht ist. Unausweichlich tendiert der Patient dann dazu, nichts unversucht zu lassen: es könnte ja ein Fitzelchen „Wahrheit“ in den volltönenden Versprechungen (Natur, Ganzheitlichkeit usw.) sein. (Nur wer noch nie auf eine Werbung hereingefallen ist, hat das Recht, hier anderer Ansicht zu sein). Wenn ein Heilpraktiker seine Möglichkeiten realistisch einschätzen könnte, dann wäre er überflüssig (d. h. er würde die Nachfrage nicht bedienen können).

  58. 27. Juli 2015, 14:16 | #58

    @pelacani
    Mein lieber Schwan, äh Pelikan, äh Pelacani! 😉 Ich schrieb doch schon (wenn auch mit anderen Worten), dass ich genau die derzeitigen Bedingungen in Deutschland für das Problem halte. So wie das Heilpraktikertum derzeit beschaffen ist, wird es die von mir beschriebene Rolle natürlich nicht ausfüllen können, aber mit einer entsprechend anspruchsvolleren Ausbildung und unter entsprechender staatlicher Kontrolle, sehe ich eigentlich nicht, warum das nicht funktionieren sollte.

  59. pelacani
    27. Juli 2015, 14:27 | #59

    @Mephisto: vgl. #43, #44. Wenn die Wahl stünde: geregelte Ausbildung oder Abschaffen, dann bin ich für Abschaffen. Jetzt müssen wir nur noch die politischen Mehrheiten besorgen. 😉 Nur wäre das eben nicht der Abschied von der Glaubensmedizin: die in Paramedizin machenden Ärzte wären, nebenbei, eine lästige Konkurrenz los.

  60. 27. Juli 2015, 16:45 | #60

    @pelacani
    Okay, das ist nicht mein Spezialgebiet und ich will es da nicht auf eine Diskussion ankommen lassen, aber Du scheinst davon auszugehen, dass es keinen Bedarf für so etwas wie HPs gibt. Worauf basiert diese Ansicht? Ich dachte wir haben in ländlichen Gebieten einen Ärztemangel?

  61. pelacani
    27. Juli 2015, 17:04 | #61

    Mephisto :

    Ich dachte wir haben in ländlichen Gebieten einen Ärztemangel?

    In erster Näherung: nein, nicht so sehr, dass man deswegen eine Heilpraktiker-Ausbildung forcieren sollte. So sehr sollte man sich vom Kanonendonner der Standespresse nicht irritieren lassen.

  62. Habra
    27. Juli 2015, 21:13 | #62

    Frau Reichardt wird auf dem Ratgeberblog gerade massiv angegriffen, einerseits von einer Frau U., die den Bericht von Frau Reichardt selbstverständlich als Racheaktion für familiäre Zwistigkeiten sieht, und sie stellt fest, dass bei Frau Reichardt die richtige Mischung aus „Naturheilmethoden“ und Medizin stattgefunden habe. Und ein Herr B. schimpft auf die bösen Leute, die ohne Nachzudenken auf den armen Herrn Reichardt herumhacken. Dazu wieder anekdotisch über den Krebstod seiner Mutter, die angeblich durch die Chemotherapie getötet worden sei. Deshalb komme für ihn nur noch der Heilpraktiker infrage, weil ihm seine Gesundheit wichtig sei. (Zum Krebs muss ich sagen, dass meine Mutter am 1. Januar dieses Jahres im Alter von 82 Jahren an einem Rezidiv verstorben ist. Vielleicht wäre sie noch am Leben, wenn sie – wie ich im Nachhinein erfuhr – nicht lediglich nur die Chemo- sondern auch die Strahlentherapie in Anspruch genommen hätte, jedenfalls war sie 4 Jahre lang nach der Brust-OP und Chemotherapie beschwerdefrei und konnte bis zum Tode ein eigenständiges Leben führen. Die Strahlentherapie wollte sie nicht, da sie von anderen medizinisch nicht qualifizierten Personen vor den Nebenwirkungen gewarnt wurde. )

    Wenn der Heilpraktiker nur einen Funken Verstand hätte, würde er die Klappe halten und auch keine anderen Poster vorschicken, um die – selbst für mich als Laien erkennbare – absolute Fehlbehandlung – selbst, wenn sie nur begleitend und nicht Haupttherapie gewesen wäre – (was haben eigentlich Aprikosenkerne, MMS, schwarze Salbe etc. in einer medizinischen Behandlung zu suchen?) zu rechtfertigen. Ich kann nur hoffen, dass der Bericht von Frau Reichardt und die Verteidigungsversuche des Herrn Reichardt einem Gesundheitspolitiker, der keine Angst vor der Lobby der Heilpraktiker hat, bekannt werden.
    Ohne den Bericht von Frau Reichardt hätte er wahrscheinlich im Bekanntenkreis sowieso die böse „Schul“medizin für den Tod seiner Frau verantwortlich gemacht.

    Und kurz an Herrn B., falls er hier nicht mitliest: Selbstverständlich können Sie jederzeit dem HP vertrauen, spätestens, wenn der HP merkt, dass die Krankheit doch lebensgefährlich ist, wird er Sie zum richtigen Mediziner schicken und anschließend feststellen, dass die Schulmedizin versagt hat.

  63. Gisander
    28. Juli 2015, 09:42 | #63

    Wie ich weiter oben schon mal schrieb: ein Überzeugungstäter, die gefährlichste Variante. Dass es sie gibt, lässt mich Pelacanis Urteil zustimmen: abschaffen.

    Zumindest in der heutigen Form. Was ich mir allenfalls vorstellen könnte, wäre, als Entlastung der Ärzteschaft, ein Berufsbild als eine Art Sammelbecken für ausführende Tätigkeiten nach ärztlicher Diagnose und entsprechender ärztlicher Verordnung; ein Berufsbild, in dem z.B. Physiotherapeuten, Masseure und ähnliches mitaufgehen könnten, das durch eine solide Ausbildungsordnung grundiert und mit einer handfesten Prüfung abgeschlossen wird: ein nichtärztlicher Heilberuf. Lasst ihn meinetwegen auch Medikationen überwachen oder verordnete Injektionen setzen, wenn’s denn nur ordentlich gemacht wird.

    Das würde auch manchen Hansel fernhalten, dem als Beruf nicht besseres einfällt als „irgendwas mit Gesundheit“ und damit auf seine Zeitgenossen losgeht.

  64. duester
    28. Juli 2015, 11:58 | #64

    Mephisto :

    Rudolph Heinrich :Am besten wäre es, diesen „Beruf“ ganz aussterben zu lassen…

    Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich den HP-Beruf hier mal verteidigen würde ;), aber mir scheint der Grundgedanke hinter diesem Beruf durchaus vernünftig: Für die große Masse der Alltags-Wehwehchen braucht man doch nicht unbedingt voll ausgebildete Mediziner und mit vernünftigen HPs könnte man die medizinische Versorgung „in der Fläche“ sehr verbessern und gleichzeitig die Ärzte so weit entlasten, dass sie wieder ausreichend Zeit für ihre Patienten hätten. 

    Hmmmh. Das erinnert ein bisschen an Kulturen ohne flächendeckende medizinische Versorgung. In verschiedenen afrikanischen Länder werden Heiler aufgesucht, weil das Gesundheitssystem nicht leistungsfähig ist. Die schließen dann zwar eine Lücke, aber die Kosten sind hoch: Mit den notwendigen und hilfreichen medizinischen Leistungen (z.B. in der Geburtsthilfe) zusammen wird dann ein ganzer Wust glaubens- und erfahrungsbasierter Dummfug gemacht. Gesundheitsökonomisch und -politisch wäre da vielleicht eher die Frage zielführend, ob das wirklich die beste Alternative ist. Wahrscheinlich nicht, denn es gibt eine ganze Reihe von Modellen, die viel besser funktionieren, um dieses Problem zu lösen, wie z.B. die „registered nurses“ in den USA: Krankenschwestern, aber in der Regel mit Hochschulstudium und weitreichenden Kompetenzen, teilweise sogar in eigener Praxis. Das funktioniert z.B. in der Betreuung chronischer Krankheiten sehr gut und entlastet die Ärzte, die sich dann stärker auf die Diagnose konzentrieren können. In D. wäre in jedem Fall eine Aufwertung der Pflegeberufe und der therapeutischen Disziplinen möglich – und damit würde der Bedarf für eines neues HP-Berufsbild wahrscheinlich verschwinden. Das Problem beim HP ist ja, dass die Mischung aus medizinischem Nimbus und esoterischem Brimborium tragischerweise Menschen anzieht, die sich vielleicht eher in einem kreativen Beruf versuchen sollten – weil sie … äh … nicht die stringentesten Denker sind.

    Ich glaube auch, dass es einen Bedarf für HP gibt und dass man den Berufsstand kaum verbieten kann (s. unser Nachbarn hinter den Bergen: In Österreich gibt es keine HP – dafür aber „Energetiker“ und anderes Kröppzeugs), aber das ist mMn eher eine Form der Negativlegitimation: Wenn die Ausübung der Tätigkeit so reguliert ist, dass sichergestellt ist, dass kein Schaden entsteht, dann sollte nicht durch Verbote in die Vertragsfreiheit eingegriffen werden.

  65. 28. Juli 2015, 14:56 | #65

    @duester
    Hättest Du meinen Beitrag richtig gelesen, müssten wir jetzt nicht über Namen streiten 😉 Das was Du als quasi „bessere Alternativen“ zum HP nennst, ist doch im Prinzip die selbe Stoßrichtung, die ich für eine Reform des HP-Berufs vorschlug. Ob das Ganze dann Heilpraktiker, registered nurse oder Knäckebrot heißt, ist doch eigentlich egal.
     
    Und was die Versorgungslage angeht: Es geht ja nicht nur darum, dass für jeden ein Arzt da ist, sondern auch darum, wie viel Zeit der pro Patient hat und dass es dahingehend in unserem Gesundheitssystem Defizite gibt, dürfte unumstritten sein. Ob ein HP-/registered nurse-/Knäckebrot-Beruf 😉 ein geeignetes Mittel wäre, um da für Abhilfe zu sorgen, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen, aber meinen Vorschlag mit Wunderheilern in Afrika zu vergleichen finde ich zumindest gewagt.

  66. duester
    28. Juli 2015, 16:12 | #66

    Mephisto :Ob ein HP-/registered nurse-/Knäckebrot-Beruf ein geeignetes Mittel wäre, um da für Abhilfe zu sorgen, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen, aber meinen Vorschlag mit Wunderheilern in Afrika zu vergleichen finde ich zumindest gewagt.

    Ich wollte dir nicht auf den Schlips treten, sorry – und ich meinte auch nicht den klassischen „Wunderheiler“ in Afrika. Sondern schon medizinisch gebildete Personen, die, weil es eben keine flächendeckende Versorgung gibt, über ihre Kompetenzen hinausgehen. Am Ende hast du Recht: Es gibt Bedarf. Wie man allerdings diesem Bedarf entsprechen kann, also ob es ein neues Berufsbild braucht oder ob vorhandene Strukturen ausgebaut werden können – da sind wir dann uneins. Ob die Bezeichnung wirklich so egal ist, möchte ich auch bezweifeln: Der Begriff „Heilpraktiker“ ist schon ziemlich besetzt – da würde es Jahre dauern, bis die Patienten nicht mehr Alternativmedizin erwarten. Aber „Knäckebrot“ finde ich gut. Braucht noch ein bisschen Aufwertung durch einen akademischen Grad und natürlich eine geschlechtergerechte Variante. Wie wär’s mit „Dipl. Knäckebrot/-in“? 😉

  67. pelacani
    28. Juli 2015, 16:33 | #67

    Man muss das Fahrrad nicht neu erfinden;
    http://www.med.uni-freiburg.de/studium/Pflegewissenschaft_B.Sc.
    aber das ist natürlich nicht der Garaus für den Heilpraktiker.

  68. Rollerwagen
    28. Juli 2015, 22:36 | #68

    Wisst Ihr was ????
    Mein Papa ist qualvoll letztes Jahr in den Händen von Allopathen gestorben…
    an Krebs…
    aber das ist ja okay…
    da darf man nicht meckern…
    da ist ja das non plus ultra
    chemodreck, sich verstrahlen lassen…
    ganz suuuupi !!!!
    dumme diskussion hier…jeder soll sich so behandeln lassen wie er es möchte…

  69. pelacani
    29. Juli 2015, 07:05 | #69

    @Rollerwagen
    Wenn Du ernst genommen werden willst, solltest Du Dir einen anderen Tonfall angewöhnen. Was sind „Allopathen“? Mit Chemodreck meinst Du wahrscheinlich MMS.

    …jeder soll sich so behandeln lassen wie er es möchte…

    Das hat Dein Vater offenbar getan. Die Strahlen- und/oder Chemotherapie kann oftmals lindern oder das Leben um einige Monate verlängern.

  70. 29. Juli 2015, 10:07 | #70

    @ Rollerwagen: Leider können Ärzte nicht jeden Patienten retten. Ich selbst habe auch mehrere nahe Verwandte und eine gute Freundin trotz erheblicher ärztlicher Bemühungen verloren. Auch Krebs, alle drei. Ohne ärztliche Behandlung (also Operationen, Strahlen- und Chemotherapie) wären alle drei früher gestorben, und eine davon mit noch schlimmeren Schmerzen als sie trotz stärkster Schmerzmittel immer noch hatte.

    Wenn die Leute dann trotz allem sterben, ist das schlimm. Es ist furchtbar, das mitanzusehen. Und dass die Medizin ihnen nicht besser helfen kann, ist tragisch. Aber das spricht doch nicht gegen die „Allopathie“. Auch wenn die evidenzbasierte Medizin nicht allwissend ist und nicht alles heilen kann, ist sie allemal besser als irgendwelcher esoterische Hokuspokus, der entweder gar nichts bewirkt (Zuckerkügelchen) oder noch aktiv schadet („Schwarze Salbe“).

    Jedenfalls „Allopathen“ keine Freudentänze über der Krankenakte jedes Patienten, den sie „ins Jenseits befördert“ haben.

  71. 29. Juli 2015, 11:16 | #71

    @gnaddrig
    Fehlt ein tanzen zwischen Jedenfalls und „Allopathen“ im letzten Absatz.

  72. AlteWeser
    29. Juli 2015, 12:44 | #72

    Rollerwagen :
    Wisst Ihr was ????
    Mein Papa ist qualvoll letztes Jahr in den Händen von Allopathen gestorben…
    an Krebs…

    Das heisst jetzt, in den Händen eines Heilpraktikers wäre er nicht gestorben? Oder weniger qualvoll?

    Heilpraktiker verdienen ihr Geld mit Pseudomedizin. Wenn es dann richtig ernst wird, dann gehen die Patienten doch zum Arzt. Denn gestorben wird dort. So bleibt die Statistik der Heilpraktiker auch schön sauber.

  73. duester
    29. Juli 2015, 13:37 | #73

    @Rollerwagen
    Hallo Rollerwagen,

    erstmal möchte ich dir mein Beileid aussprechen. Dein Kommentar hinterlässt bei mir Eindruck, dass du noch relativ jung bist – aber egal wie alt du bist, wenn ein Elternteil stirbt, ist man immer zu jung. Die Tatsache, dass du den Begriff „Allopathen“ verwendest, lässt mich darauf schließen, dass du dich mit Homöopathie beschäftigst oder zumindest den Tod deines Vaters mit einem Homoöpathen diskutiert hast. Weil dein Vater offenbar wissenschaftliche Therapien in Anspruch genommen hat (Chemotherapie und Bestrahlung, richtig?), aber trotzdem gestorben ist, kann ich deine Wut gut verstehen. Leider ist Krebs eine heimtückische Krankheit und eine wissenschaftliche Therapie ist keine Garantie für Heilung. Aber bitte, vermeide den Fehler, vom Einzelfall auf alle zu schließen: Die wissenschaftliche Medizin bietet keine Sicherheít, aber sie bietet sehr gute Heilungschancen und sehr gute palliativmedizinische Maßnahmen. Auch wenn sie nicht rettet, sie kann das Leben oft um wertvolle Monate verlängern. Die nicht-wissenschaftlichen Heilverfahren versprechen viel, halten aber wenig. Wenn dir ein Homoöpath versichert hat, dass er deinen Vater geheilt hätte, woher nimmt er diese Sicherheit? Er kann die Uhr nicht zurückdrehen, deswegen kann seine Aussage nicht überprüft werden. Es gibt gute Belege dafür, dass moderne Chemotherapie und Bestrahlung mehr Menschen rettet, als Alternativen wie ältere Verfahren oder auch das Nichts-Tun. Es gibt aber keinen einzigen Beleg dafür, dass sich irgendeine alternativmedizinische Maßnahme als besser als das Nichts-Tun erwiesen hat. Wahrscheinlich wäre dein Vater früher und/oder schmerzhafter gestorben, als unter wissenschaftlicher Therapie. Hoffentlich kannst du irgendwann die Wut und die Trauer über den Verlust deines Vaters von deiner Einstellung zur wissenschaftlichen Medizin loslösen, damit du oder deine Angehörigen bei einer zukünftigen Krankheit ihre bestmögliche Chance auf Heilung wahrnehmen können.

  74. Beware
    30. Juli 2015, 16:34 | #74

    Einen Bedarf für irgendwelche Hilfsmediziner kann ich nicht erkennen.
    Wer akute Beschwerden hat, bekommt bei seinem Hausarzt kurzfristig einen Termin.
    Wer glaubt, dass die Malaise keinen Arztbesuch rechtfertigt, kann sich in jeder Apotheke beraten lassen.
    Und wer so krank ist, dass er nicht mehr laufen kann, wählt 112.
    Wo ist da jetzt die Versorgungslücke?

  75. 31. Juli 2015, 11:58 | #75

    @Beware
    Wie schon erwähnt, kann man die „Versorgungslücke“ darin sehen, dass die Ärzte kaum noch Zeit für ihre Patienten haben, zumindest wenn es sich um gesetzlich versicherte handelt. Dafür gäbe es natürlich auch noch andere Lösungen, aber auch die sind nicht hundertprozentig.

  76. andi
  77. Groucho
    16. August 2015, 19:00 | #77

    Heute: SpiegelTV, RTL, 22:25.

  78. Kautz
    8. September 2015, 06:48 | #78

    Wahrlich eine schreckliche Geschichte. Mein größtes Beileid für diese Frau. Alternative Heilmethoden bei Krebs und anderen lebensbedrohlichen Krankheiten gehören verboten! Ist so eine Regelung überhaupt möglich?

    Ich bin aber der Ansicht, dass hier nicht die alternativen Heilmethoden Schuld sind, sondern der wahnhafte Narzissmus des Mannes. Die Waffe wurde zum Mord und nicht zum Sportschießen missbraucht.

    Alles Gute an die Frau und viellecht schafft sie es ja. Ich wünsche es ihr von ganzem Herzen!

  79. Irina Noel
    27. Oktober 2016, 22:24 | #79

    „Es überrascht mich ständig, wie viel Cannabisöl gegen meinen Krebs kämpft – ohne Nebenwirkungen oder Risiken. Neben der Tötung meiner Krebszellen, die für mich der wichtigste Faktor ist, hilft Cannabisöl auch bei Schmerzen und Übelkeit. Tatsächlich verbessert sich die Lebensqualität überall. Dank [Schlangenölverkäufer’s] Cannabis-Öl, das ich beschaffte Und mit meiner wachsenden Erfahrung auf der Seite Erweiterung der klinischen Studie Daten, finde ich mich mehr und mehr zuversichtlich, in Cannabis-Öl und ich bin jetzt CANCER FREE und damit die gemeinsame Nutzung dieser Aussage. Kontaktieren Sie ihn per E-Mail: [Wir lassen diesen unverfrorenen SPAM mal stehen, aber die mail-Adresse nehmen wir natürlich heraus. – p.] Das für Ihre eigene Heilung Gott segnen Sie [, Sie dumpfbackiger Bauernfänger]“

    Mit freundlichen Grüßen
    Irina Noel