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Homöopathie, oder der Wahnsinn in Zeiten der Moderne

ubu-roi

„Offener Brief: Kampf der Ideologen gegen die Homöopathie“

 

So titelt ein äh offener Brief, den man besser nicht geöffnet hätte:

Verfasser sind Monika Gerhardus, 1. Vorsitzende UDH Hessen und Dr. rer. nat. Klaus Zöltzer 2. Vorsitzender UDH Hessen (UDH = Union Deutscher Heilpraktiker)

Weil das ja ein offener Brief ist, darf man das wohl sagen. Auch, dass ein Vor- oder Zweitsitz nichts an der Realität ändert, außer vielleicht an der Stuhlhöhe.

“Wer offen für alles ist, kann nicht ganz dicht sein” – ein Spruch, der etwas abgegriffen ist; aber ernsthaft: was könnte es besser treffen? Homöopathen vertreten eine Sichtweise der Welt, wie sie vor 200 Jahren noch als mittelinteressante Hypothese hätte durchgehen können. Doch selbst da gab es schon den ersten doppelblinden Versuch, der auch heutigen Standards entspricht: den Nürnberger Kochsalzversuch. Auch damals war es nicht zwingend, leicht gaga zu sein. Inzwischen haben wir Thermometer, mit denen wir die Körpertemperatur messen können (Hahnemann kannte das nicht), wir wissen, was Bakterien sind, wie Viren funktionieren, können gar Gensequenzen entschlüsseln, kennen extrem komplexe Zusammenhänge in der Zellstruktur, können einzelne Moleküle identifizieren, und wir wissen oft, was das eine mit dem anderen macht und noch viel, viel mehr. All das ficht Homöopathen nicht an, selbst wenn sie eine wissenschaftliche Ausbildung hatten. Es tropft alles ab am Teflon der Überzeugung, eine tiefere Erkenntnis geistartiger Art zu haben, obwohl selbst Hahnemann nur von Symptombehandlung sprach; eine tiefere Erkenntnis gar ausschloss. Wer sich für diesen Kindergarten des Denkens interessiert: Ist nicht verboten. Aber behauptet bitte nicht, dass das irgendwas mit Wissenschaft zu tun hätte.

Aber so sind sie, unsere heutigen Überzeugungsglaubulisierer: Sie unterstellen denen, die nach schlichten Belegen fragen, Irrationalität, während sie selbst glauben, ein Stoff wirke umso mehr, je weniger davon da ist. Aber nur, wenn man ihn passend auf einen ledernen Buchrücken schlägt. Oder die Kundschaft nach dem Tapetenmuster ihres Kinderzimmers in ihrer Babyphase fragt, um dann eine Sepsis zu übersehen. Ganzheitlich halt.

Man kann blutweinende Madonnen anbeten, sich nackt selbstpeitschend zu einer Wüstendurchquerung aufmachen. Alles kein Problem. Aber bitte, liebe Homöopathen, behauptet doch nicht, dass das irgendwas mit Wissenschaft zu tun hätte.

Wie viel Schwarzes Bilsenkraut  in D1-Potenzierung muss man eingeworfen haben, um das zu behaupten? Muss man wirklich die zweihundert Jahre der erfolglosen Studien immer noch ignorieren, die noch nie einen Wirksamkeitsnachweis erbrachten, und dann irgendwelche verzweifelten „Quantenhypothesen“ herbeifabulieren, die nicht einmal entfernt ein mathematisches Modell liefern? Seid ihr wirklich so unfähig zu begreifen, was ein Bias ist: die allzu menschliche Eigenschaft, sich selbst zu bescheißen?

Meine Güte, der Postmodernismus floriert, macht Wanderzirkusse auf, lasst bärtig-grimmige Männer auf Leiterwagen die Erlösung von Krankheit verkünden, hüpft mit klingelnden Narrenkappen durch die Innenstädte – hey, das dürft ihr doch alles! Aber behauptet bitte nicht, dass das irgendwas mit Wissenschaft zu tun hätte.

Aber nein, ihr wollt wissenschaftlich sein. Habt ihr den gar keine Ehre im Leib, wie z.B. Natalie Grams, euch einfach einzugestehen, dass man ziemlich blöd war, das Offensichtliche nicht zu sehen? Kann jedem mal passieren. Habt ihr nie ein Buch über Wahrnehmungspsychologie gelesen? Ist euch nie aufgefallen, dass die Welt nicht funktionieren könnte, wenn sich widersprechende Naturgesetze gleichzeitig wirken sollten?

Macht was ihr wollt, schmort in eurer irren Denkhölle. Aber behauptet bitte nicht, dass das irgendwas mit Wissenschaft zu tun hätte.

Inszeniert einen Homöopathietag und eine Nacht auf dem Brocken. Alles ok. Aber bitte, missbraucht nicht dauernd unser wunderbar zartes Pflänzchen der Erkenntnis, die Methode der Wissenschaft. Ihr gehört da nicht dazu. Haut ab. Ihr seid parasitär, euch interessiert Erkenntnis nicht, ihr wollt nur so tun, als ob. Weil ihr seit 200 Jahren glaubt, alles zu wissen. Ihr habt keine Demut vor dieser wunderbar komplexen Welt; ihr glaubt, dass wirres Denken und geistige Pfauenräder euch einen Zugang zu Herrschaftswissen verschaffen. Dürft ihr gerne. Aber behauptet bitte nicht, dass das irgendwas mit Wissenschaft zu tun hätte.

Ach ja, die “Argumente” in dem offenen Brief:

Homöopathie wirkt! Dabei ist die Frage des Placebo-Effekts nebensächlich, wie jeder gute Therapeut weiß.

Nach allen Studien in den letzten 200 Jahren wirkt sie eben nicht. Warum muss man so dreist lügen? Warum ist ein Therapeut gut, wenn er noch nicht mal Placebo mitnehmen will? 

Wiederholte Umfragen unter Patienten zeigen,

Wiederholte Umfragen unter Zuschauern von Zaubervorstellungen zeigen, dass die Leute sich unterhalten fühlten.

Und damit tritt schließlich auch die Frage nach dem wissenschaftlichen Nachweis in den Hintergrund.

Natürlich. Solange man glaubt, lebt man ja auch noch, also ist Glaube der Weg zur Unsterblichkeit.

Die Weinerlichkeit ist schlimm:

Der neuerliche Angriff auf die Homöopathie – einem Therapieverfahren mit verfeinerten (potenzierten) Mitteln aus Pflanzen, Mineralien, Metallen oder anderen biologischen Grundstoffen, die regulierende Selbstheilungstendenzen zu verstärken – ähnelt einem dogmatischen Glaubenskrieg.

Himmel, macht doch was ihr wollt, geht zusammen auf einem Teppich fliegen, wunderbar. Aber sagt halt einfach nicht, dass so etwas Wissenschaft sei. Potenziert doch bitte mal die verbliebenen Latten an eurem Zaun. Man muss doch auch innerhalb des homöopathischen Denkgebäudes zu einer gewissen Konsistenz in der Lage sein, und nicht einen Konsens zwischen nass und trocken als “trass” verkaufen wollen. Steht halt endlich zu eurer Magie!

So richtig ätzend an euch Homöopathen ist übrigens das Vorgaukeln, den anderen verstehen zu wollen, während man nur die eigene Befindlichkeit mit dem Zucker der Machtausübung futtert. Das ist euer eigentliches Prinzip: Alles individuell, nichts quantifizierbar, nichts belegbar, die Deutungshohheit. Recht haben, wenn es gut ging. Sonst war das Krankenhaus schuld. Und immer kann man sich in der eigenen Größe suhlen, die leider, leider keiner quantifizieren kann, aber wissenschaftlich will man natürlich sein. Ihr seid Lügner und Betrüger, in denkfauler Selbstverliebtheit in den Spiegel starrend, und von Bigotterie muss man noch nicht mal anfangen zu sprechen, weil sie so offensichtlich ist. Ihr kleinen Könige, bei denen die Sonne immer nur aufgeht, weil zum Glück euer Wecker rechtzeitig klingelt.

 

  1. 1. März 2016, 18:05 | #1

    […] Therapieverfahren mit verfeinerten (potenzierten) Mitteln aus Pflanzen, Mineralien, Metallen oder anderen biologischen Grundstoffen […]

    (Hervorhebungen von mir)

    Ich denke, dazu muss man nichts, aber auch gar nichts sagen.

  2. 1. März 2016, 19:20 | #2

    „Potenziert doch bitte mal die verbliebenen Latten an eurem Zaun.“

    Hmmmmm…. Hieße das nicht, dass noch weniger Latten am Zaun bleiben? Und ist das nicht schon das übliche Verfahren in der Homöopathie? Also: je weniger Latten am Zaun, desto rationaler – oder so.

  3. Groucho
    1. März 2016, 19:23 | #3

    Halbmond :

    „Potenziert doch bitte mal die verbliebenen Latten an eurem Zaun.“

    Hmmmmm…. Hieße das nicht, dass noch weniger Latten am Zaun bleiben? Und ist das nicht schon das übliche Verfahren in der Homöopathie? Also: je weniger Latten am Zaun, desto rationaler – oder so.

    Da wäre als Erstes zu klären, ob man die Homöopathie als Erkrankung sieht oder nicht.

  4. Daarin
    1. März 2016, 20:50 | #4

    Da wäre als Erstes zu klären, ob man die Homöopathie als Erkrankung sieht oder nicht.

    Bitte nicht! Wenn es eine Erkrankung wäre könnte es ja nur eine geistige sein… und geistige Erkrankungen würden bei etwaigen Straftaten (die ich natürlich niemandem unterstellen will) strafmildernd wirken!

  5. Daarin
    1. März 2016, 21:13 | #5

    So, ich schau denn auch mal in den Text, sehe tatsächlich dass die Behauptung, es gäbe ja so viele Wirksamkeitsnachweise, mit einem Link unterlegt ist und klicke drauf… ich bereite mich darauf vor mich erleuchten zu lassen und was bekomme ich? Ein einziger Link… Zurück!

    Dann wird eine Metastudie verlinkt in der tatsächlich drin steht, dass Homöopathie einen minimalen medizinischen Effekt haben könnte. Mal davon abgesehen dass es eine Metastudie ist und die von den Studienerstellern der eigentlichen Studien abhängt…

    Dann werden wohl Datenbanken für Homöopathische Studien verlinkt, frei nach dem Motto „Such dir doch selbst meine Argumente!“

    Bei dem zweiten Punkt ist mir dann wieder Dieter Hildebrandt eingefallen: „Leute, fresst Scheiße! Millionen Fliegen können nicht irren!“

    Ahh… und dann kommt auch schon der dritte Punkt: „Und damit tritt schließlich auch die Frage nach dem wissenschaftlichen Nachweis in den Hintergrund.“ Was denn jetzt? Ich könnt es wissenschaftlich nachweisen aber eigentlich ist das egal? Oder doch eher ihr könnt es nicht nachweisen und darum ist es egal? Das mit der Anesthesie, dass man da auch nicht wisse wie sie funktioniert ist eine schöne Nebelkerze in doppelter Hinsicht: Sie sugeriert, dass man das bei Homöopathie ja auch nicht wisse, aber das sie eben funktioniert. Und sie behauptet, dass die „Ideologen“ mit zweierlei Maß messen. Dass der Fehler darin liegt dass aber durchaus erwiesen werden kann das Anesthesie wirkt, während dieser Nachweise mir zumindest bei Homöopathie immer noch fehlt muss ich wohl nicht erwähnen. Und nein, eine Umfrage unter Patienten, die man vielleicht genauso gut hätte fragen können ob ihnen das Hauen mit einem Hammer auf den Fuß geholfen hat, ist kein Nachweis.

    „Warum sollte dieses Prinzip für die Homöopathie nicht gelten?“ Antwort: Es gilt, wenn ihr einen Nachweis über die Wirksamkeit liefern könnt. Ihr wisst schon, ich gebe zehn Patienten das Zeug und sie schlafen ein, ich behaupte bei anderen zehn Patienten dass ich es ihnen gebe, gebe ihnen aber nur Traubenzucker und sie bleiben wach.

    Rhetorisches Schmankerl: „Der neuerliche Angriff auf die Homöopathie – […] – ähnelt einem dogmatischen Glaubenskrieg. Im Sinne eines vernünftigen Umgangs mit unterschiedlichen Standpunkten ist Polemik oder Diffamierung der Funktionäre wenig sinnvoll.“ Merkt ihr selber, oder? Und der Nutzen für die Patienten wird nicht übergangen, sondern ist der Mittelpunkt des Ganzen. Genau da liegt das Problem, ich habe noch keinen Beleg für einen Nutzen des Patienten gesehen. Also im Vergleich zu normalem Zucker.

    Und euren Appell an die Medien könnt ihr auch gleich an Herrn Plasberg weiter schicken. Nein, ich habe Regividerm nicht vergessen und werde es auch wohl nicht mehr verzeihen können.

  6. Lemurian
    2. März 2016, 02:19 | #6

    Immer wieder schön zu lesen wenn Idiologen andere Menschen der Idiologie bezichtigen bloß weil sie diesen anderen Menschen nicht ihre Weltsicht aufzwingen können! ^^

    Willkommen im 21. Jahrhundert…das Jahrhundert Aroganz und der Intolleranz!

    Dabei sah die Zukunft nach dem Jahr 2000 in den 90er Jahren sooo rosig aus: Alle Respektieren sich, alle haben sich lieb…aber stattdessen zerfetzt sich die halbe Menschheit im Streit um Weltansichten, Religionen und wer eine andere Weltsicht hat wird gemobbt, ausgelacht, lächerlich gemacht (hier Deutschland) und in einigen arabischen Ländern wird ihnen der Kopf abgeschnitten!

    Manchmal denke ich es wäre besser für diese Welt wenn die gesamte Menschheit sich auslöscht, ausstirbt und einer besseren Spezies Platz macht die diesen Planeten und alles darauf besser zu schätzen weiß.
    Das könnten vielleicht die Spezies der „Kopffüßer“ sein von denen einige aktuell gerade lernen wie man sich im seichten Wasser (also schon fast an Land) bewegt…und wer weiß: ein paar 100 Millionen Jahren wenn es keine verfickten Menschen mehr gibt dann sind vielleicht diese knuddeligen Weichtiere zu Landgängern geworden und bewohnen die Erde.

    Hoffen wir das sie es besser machen!!!

  7. jolietjake
    2. März 2016, 06:31 | #7

    Daarin :
    ….

    Äh, ja. Homöopathie funktioniert nicht. Wissen wir.
    Kann man auch kürzer ausdrücken.

  8. Robert
    2. März 2016, 09:59 | #8

    Richtig ist was hilft. Daran ändert auch dieser Artikel nichts.

    Mir als Wissenschaftler stößt es nur immer wieder unangenehm auf, wenn Menschen, welche es eigentlich besser wissen sollten, so einen geistigen Ausrutscher hinlegen.

    Wir wissen in erster Linie, dass wir sehr vieles nicht wissen. Und mit dem Glauben an unser weniges Wissen den Glauben anderer zu beschimpfen ist unterste Schublade und erinnert doch gerade an das im Artikel beschrieben Mittelalter mit ihren kirchlichen „Wissenschaftlern“.

  9. Gisander
    2. März 2016, 10:41 | #9

    Nee, Robert, es ist umgekehrt: was hilft, ist richtig. Was nicht hilft, kann man ausprobieren, und stell Dir vor: man hat es sogar schon ausprobiert. Dumm nur: Homöopathie gehörte immer dazu. Muss man nicht glauben, kann man wissen.

  10. pelacani
    2. März 2016, 10:42 | #10

    Robert :

    Richtig ist was hilft. Daran ändert auch dieser Artikel nichts.
    Mir als Wissenschaftler […]

    Es berührt eigentümlich, dass Dir als Wissenschaftler der Inhalt des Artikels so unklar geblieben ist. Die Frage ist doch ganz offensichtlich: Wie stelle ich fest, ob etwas hilft? Anhand der Deklamation der Verkäufer, oder anhand von Untersuchungen, die mögliche Fehlerquellen systematisch auszuschalten versuchen?

  11. Omikronn
    2. März 2016, 13:30 | #11

    @Robert:
    Die Homöopathie hilft nicht, denn sie funktioniert nicht, das ist mehrfach nachgewiesen.

    Beim einen Satz muss ich dir allerdings recht geben. Es stösst wirklich unangenehm auf wenn Menschen, welche es eigentlich besser wissen sollten, so einen geistigen Ausrutscher hinlegen.

    Als Wissenschaftler solltest du es besser wissen…

  12. Groucho
    2. März 2016, 19:21 | #12

    Robert :

    Richtig ist was hilft.

    Toll, eine Variante von „Wer heilt hat recht“

    Daran ändert auch dieser Artikel nichts.

    Erschütternd, von jemandem, der sich als Wissenschaftler sieht, sowas zu lesen. darum geht es doch in dem Artikel. Es ist schlicht nichts festzustellen, dass was wirkt, was nicht auch ein Gespräch, ein Gummibärchen oder sonstige Empathie bewirken könnte. Das ist schön und gut, nur hat das eben mit Wissenschaft nichts zu tun, dem krampfhaften Versuch, die Homöopathie wissenschaftlich zu machen mit Quanten, Informationen, Verballhornung aller gängigen bekannten Beschreibungen von dem, was wir Naturgesetze bezeichnen.

    Mir als Wissenschaftler stößt es nur immer wieder unangenehm auf, wenn Menschen, welche es eigentlich besser wissen sollten, so einen geistigen Ausrutscher hinlegen.

    Der geistige Ausrutscher ist doch wohl eher der, krampfhaft nach Argumentationen wissenschaftlicher Art zu suchen, wo es bisher keinerlei Hinweis gibt, dass da überhaupt etwas vorhanden wäre.

    Wir wissen in erster Linie, dass wir sehr vieles nicht wissen. Und mit dem Glauben an unser weniges Wissen den Glauben anderer zu beschimpfen ist unterste Schublade und erinnert doch gerade an das im Artikel beschrieben Mittelalter mit ihren kirchlichen „Wissenschaftlern“.

    Das ist Quatsch. Wir wissen immerhin soviel, dass widersprechende Aussagen nicht gleichzeitig wahr sein können. Handy, GPS, Higgsteilchen nachweisen, selbst Gravitationswellen, das geht. Wenn nun Homöopathen Dinge behaupten, die dem diametral entgegenstehen, weil sie meinen, Wissenschaft zu betreiben, dann sollen sie es bitte belegen. Können sie aber nicht. Und um nichts anderes geht es in dem Artikel. Sie dürfen gerne Magie betreiben, mag manchen helfen. Es ist halt nur keine Wissenschaft. Wer hier wie Sie mit „wir wissen doch so wenig“ argumentiert, hat, mit Verlaub, Wissenschaft nicht verstanden. Auch Newtons Gleichungen werden in 100000 Jahren noch gelten, auch, wenn Einstein das für Spezialfälle verbessert hat. So, wie Homöopathen, und anscheinend auch Sie denken, gehen sie davon aus, dass man plötzlich entdeckt, dass es gar keine Schwerkraft gibt. Der Mensch gar nicht aus Zellen, sondern winzigen Eichenholzklötzchen besteht. Da kann ich nur den Eingangsspruch zitieren „Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein“ und des weiteren mal wieder etwas das Wissen über Wissenschaftstheorie aufzufrischen, falls je vorhanden. Sorry, aber das muss man tatsächlich bezweifeln.

  13. elender
    2. März 2016, 21:30 | #13

    Robert :
    Mir als Wissenschaftler stößt es nur immer wieder unangenehm auf, wenn Menschen, welche es eigentlich besser wissen sollten, so einen geistigen Ausrutscher hinlegen.

    Naja, auch wer sich selbst als Wissenschaftler bezeichnen mag, muss das nicht unbedingt sein. Feynman hat das Problemchen als Cargo-Kult-Wissenschaft(ler) bezeichnet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult-Wissenschaft

  14. 2. März 2016, 21:36 | #14

    „Mir als Wissenschaftler“- im anonymen Internet ist das eines der blödesten und plumpesten Scheinargumente überhaupt.
    Zu 99% ist es auch noch eine Lüge. 😀

  15. echt?
    3. März 2016, 10:52 | #15

    Nur weil wir nicht alles wissen irgendeinen Müll zu glauben, ist keine Wissenschaft. Wenn man diese geldgierigen Scharlatane mal schütteln würde, was würde dann passieren?

  16. n00b
    4. März 2016, 11:59 | #16

    @Groucho
    diametral entgegenstehend? Moment…
    @Robert
    Richtig ist was hilft?
    Genau!
    Hilft Homöopathie konsistent besser als ein Placebo?
    Nein.
    Ist Homöopathie also „richtig“?
    Nein.
    Alternativmedizin ist immer nur so gut wie die Alternative und, da EBM per Definition besser als Placebo ist, kann man Alternativmedizin ohne Probleme abschaffen. Ich würde sogar sagen: Die Einstellung der Förderung von Alternativmedizin durch den Staat (Binnenkonsens etc.) ist alternativlos.
    Mfg der n00b

  17. nihil jie
    4. März 2016, 19:31 | #17

    wenn ich es gewusst hätte, dass ich hier bei euch mit Ideologen zu tun habe, wäre ich bei den Dogmatikern geblieben *g

  18. kdm
    5. März 2016, 12:38 | #18

    Mir gefällt am besten der Satz, den ich bisher in der berechtigen Kritik an der Glaubenslehre „Homöopathie“ vermisste und der so trefflich ist, dass ich ihn hier zitiere:

    „Recht haben, wenn es gut ging. Sonst war das Krankenhaus schuld.“

    („Wahrsager“ arbeiten genau so: Wenn’s zufällig mal geklappt hat, haben sie „den Beweis“)

  19. Groucho
    5. März 2016, 13:02 | #19

    @kdm: Man schätzt, das 70-90% aller Erkrankungen von selber wieder verschwinden. Man weiß natürlich als Betroffener nicht unbedingt, zu welcher Gruppe man gehört, von daher ist eine Abklärung meist sinnvoll. Genau sowas leisten gute Ärzte: Erkennen, wann es wirklich dringend ist einzugreifen. Und genau das leisten Homöopathen und Co eben nicht. Es ist ihr Geschäftsmodell, auf die 70-90% zu vertrauen. Das reicht auch völlig aus, um sich selber zu bescheißen und zu meinen, man täte was Nützliches.

  20. 5. März 2016, 22:48 | #20

    Und damit, Groucho, hast Du in sieben Zeilen begründet, wieso die Homöopathie nicht totzukriegen ist.

  21. editor
    6. März 2016, 12:46 | #21

    Ausweitung des Geschäftsmodells HP:

    aus einem Düngemittelprospekt für den Garten-

    Die Versorgung der Pflanzen mit natürlichen homöopathischen Mitteln, die nur geringfügige mengen von Wirkstoffen haben, auf der anderen Seite aber ein großes energetisches Potential für die Vitalisierung der Pflanzen bieten, ist der Schlüssel tum wirksamen dauerhaften ökologischen Pflanzenanbau. Hömöopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die vor 200 Jahren vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) begründet und in Praxis bestätigt wurde…..Homöopathie wirkt auf Basis des energetischen Einflusses auf die biologische Prozesse in den Pflanzen. Homöopathie für Pflenzen benutzt die gleichen Prinzipien wie Homöopathie für Menschen. Sie ist nur sinnvoll auf Pflanzen übertragen. Positive Effekte dieser Wirkungen sind vitale, gesunde und widerstandsfähige Pflanzen. Der Schlüssel zum Erfolg sind die Techniken der Potenzierung, Verdünnung und komplexe Kombinationen der Ursubstanzen…..

    Auf der HP der Firma steht das leider noch nicht – zumindest nicht in Deutsch

    http://homeogarden.com/de/

    Wem die Produkte zu teuer sind, einfach die Globuli der Hausapotheke im Garten verteilen- wirkt genauso.

  22. Groucho
    6. März 2016, 13:27 | #22

    gnaddrig :

    Und damit, Groucho, hast Du in sieben Zeilen begründet, wieso die Homöopathie nicht totzukriegen ist.

    @ Gnaddrig, es kommt ja noch hinzu, dass mit der Erhöhung des Gesundheitsstatus der Bevölkerung sich dieser Prozentsatz eher nach oben verschiebt. Da können Homöopathen und Co. lustig die Pausenclowns zur selbständigen Genesung spielen.

  23. The Doctor
    6. März 2016, 20:40 | #23

    Auch wenn sie vielleicht einigen hier schon bekannt sein sollte, aber man kann nicht genug Werbung dafür machen – die „Freiburger Erklärung zur Homöopathie“:

    https://www.gwup.org/inhalte/79-aktuelles/nachrichten/1754-freiburger-erklaerung

    Bitte möglichst zahlreich zeichnen. Und für die Mitarbeit im „Netzwerk Homöopathie“ werden immer noch fleissige (Schreib-)Hände gesucht.

  24. Peter
    8. März 2016, 12:15 | #24

    echt? :
    Nur weil wir nicht alles wissen irgendeinen Müll zu glauben, ist keine Wissenschaft. Wenn man diese geldgierigen Scharlatane mal schütteln würde, was würde dann passieren?

    Dann würde ganz viel Geld rausfallen! :p

  25. 8. März 2016, 12:27 | #25

    @Groucho
    So sieht das aus. Traurig aber wahr.

  26. Tourix
    24. März 2016, 01:17 | #26

    Ich weiß gar nicht was ihr rummeckert.
    Die Homöopathische Tropfen ist der mit Abstand am besten durchgeschüttelte Stoff den ich kenne.
    Dagegen ist selbst der Aquavit der einmal um die Welt geschippert wird harmlos.

  27. Groucho
    24. März 2016, 01:21 | #27

    Dagegen ist selbst der Aquavit der einmal um die Welt geschippert wird harmlos.

    Harmlos? Der schmeckt und wirkt wenigstens!

  28. Tourix
    24. März 2016, 01:42 | #28

    @Groucho
    Aquavit schmeckt ???
    Bäh !
    Da lob ich mir die homöopathische Tröpchen, denn ohne Geschmack geht alles rein.
    Das Problem ist nur, nach einem Schluck sind die Fläschchen leer 🙁

    Oh Mist, mein drittes Posting und ich habe mich als Säufer geoutet.
    (Man beachte mein gekonntes Denglish)

  29. Groucho
    24. März 2016, 15:13 | #29

    Tourix :

    @Groucho
    Aquavit schmeckt ???
    Bäh !

    Finde schon, so ab -20° abwärts.

    Da lob ich mir die homöopathische Tröpchen, denn ohne Geschmack geht alles rein.
    Das Problem ist nur, nach einem Schluck sind die Fläschchen leer :-(

    Oh Mist, mein drittes Posting und ich habe mich als Säufer geoutet.
    (Man beachte mein gekonntes Denglish)

    Macht nix. Wenigstens ein realer Grund, Homöopathika zu sich zu nehmen. Etwas teuer halt.

  30. Skepsis
    26. März 2016, 18:10 | #30

    Mir ist letztes eine Werbekampagne der DHU aufgefallen, mit der sie selbst alles schön auf den Punkt [url=http://cache.pressmailing.net/thumbnail/story_small/44357185-4e0a-4a6c-b949-b6bcdef4a529/dhu-schuessler-salze-starten-tv-kampagne]bringen.[/url].

    Es geht zwar um Schüßler-Salze, aber das ist ja der gleiche Humbug (ist das für die DUH nicht Abfall von der reinen Lehre, dafür zu werben?). Interessant finde ich die Darstellung: Modern gekleidete Frau neben altertümlich aufgemachtem Arzt/Apotheker/whatever vor altertümlicher Apothekeneinrichtung. Der Eindruck, der damit erweckt werden soll, schließt die grundlegende Kritik an Schüßler/Homöopathie schon ein: Wir bleiben unverändert bei dem Schwachfug, den wir schon seit über 150 Jahren propagieren. Fortschritt ist Rückschritt!

    Gruß

  31. Groucho
    26. März 2016, 18:32 | #31

    @Skepsis: Unter den Pharmaherstellern hat die DHU das goldene Los gezogen, bisschen in Reinraumtechnik investieren, und dann unter dem Schutz deutschen Gesetzes sämtliche teuren Zulassungsverfahren fröhlich umwedeln, ein paar feuchte Träume und rauschhafte Assoziationsketten reichen, um ein neues „Medikament “ auf den Markt zu bringen.

    Dass deren Marketingabteilung fröhlich vom Zügel gelassen wird – kein Wunder. Mich wundert allerdings, dass diese patriarchalische, idiotische Verklärung nicht bei den Feministinnen zu einem Aufschrei führt – da wäre er mal wirklich angemessen. Verkehrte Welt.