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Trump ernennt Impfgegner zum Impfforscher

Mehrere US-Medien melden:

Der Impfgegner Robert F. Kennedy Jr. sagt, er werde den Vorsitz einer Impfkommission für den zukünftigen Präsidenten Donald Trump übernehmen.

Der kommende Präsident Donald Trump hat den Impfskeptiker Robert F. Kennedy Jr gebeten, den Vorsitz einer „Kommission zur Impfsicherheit und zur wissenschaftlichen Integrität“ zu übernehmen, sagte Kennedy zu Reportern nach einem Treffen im Trump Tower am Dienstag.
Politico.com

Damit würde wohl zum ersten Mal ein Impfkritiker in einer Position mit realer, politisch legitimierter Macht über die Medizin in den USA installiert. Der Absolvent der Politik- und Rechtswissenschaften Kennedy war in der Vergangenheit bereits über zehn Jahre lang als Anhänger der wissenschaftlich widerlegten Hypothese in Erscheinung getreten, dass kleinste Quecksilbermengen in Impfstoffen Impfungen zu Autismus führten [vgl. Kommentar #8]. Donald Trump ist ebenfalls Anhänger dieser unbelegten Hypothese, die vom Engländer Andrew Wakefield verbreitet wurde.

Kennedy ist auch der Meinung, dass es auf Seiten von Gesundheitsaufsichtsbehörden, Forschungseinrichtungen (CDC, FDA) und der pharmazeutischen Industrie eine Art Verschwörung gäbe, Zwischenfälle bei Impfungen zu vertuschen.

Diese Ernennung ist kein unglücklicher Zufall. Es gibt keinen vernünftigen Grund, an der Intention des verschwörungsaffinen President-elect zu zweifeln – er hat selbst eine lange Vorgeschichte der Impfgegnerschaft. Diese Personalentscheidung reiht sich zwanglos in die Reihe bisheriger Personalentscheidungen düsterer Vorbedeutung ein: Ein Apokalyptiker als Chefstratege im Weißen Haus, ein Leugner des menschengemachten Klimawandels als Umweltminister, eine Feindin von Bildungsstandards als Bildungsministerin, ein offen arbeitnehmerfeindlicher Konzernchef als Arbeitsminister, ein Gesundheitsminister, der Mitglied in einem dezidiert antiwissenschaftlichen Mediziner-Verein ist …

Dunkelheit, wohin man blickt.

  1. Karl
    11. Januar 2017, 03:34 | #1

    Sollte man da nicht wenigstens Kennedys‘ Mitgliedschaft bei den Demokraten anmerken?

  2. pelacani
    11. Januar 2017, 08:00 | #2

    @Karl
    Trump denkt pragmatisch, das haben Obama und Kissinger unabhängig voneinander festgestellt. Er nimmt eben die Fanatiker, woher er sie kriegen kann. Da geht keiner zum Arzt mit seinen Visionen, v. a. sein Chefstratege nicht.

  3. flurryman
    11. Januar 2017, 12:18 | #3

    @ pelacani

    Pragmatisch kann man das nennen. Mich erinnert das aber immer mehr an 1984, so vong Miniluv und Minitruth her.

  4. YorkTown
    11. Januar 2017, 17:01 | #4

    Mir macht die Betsy DeVos, designierte Bildungsministerin, fast mehr Angst.

    Wenn jemand sich darüber ärgert, dass Kirchen durch Schulen als Zentrum der Gemeinschaft verdrängt wurden (ok, das war ihr Ehemann, von dem es noch einige schlagkräftige Zitate auch zur Evolutionstheorie gibt) und „God’s kingdom“ vorantreiben will, öffentliche Schulen bekämpft und allen Eltern lieber die Chance geben will, ihre Kinder auch Privatschulen zu schicken, dann wird das dem Schulsystem sicher total helfen.

  5. DasKleineTeilchen
    11. Januar 2017, 18:36 | #5

    was für ein clusterfuck; fällt mir nix mehr zu ein.

  6. bko
    11. Januar 2017, 23:39 | #6

    DER Tom Price? auwei::
    https://en.wikipedia.org/wiki/Tom_Price_(U.S._politician)

    Member of:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Association_of_American_Physicians_and_Surgeons
    Zitat :
    that human activity has not contributed to climate change, and that global warming will be beneficial and thus not a cause for concern;[43][44]
    that HIV does not cause AIDS;[45]
    that the „gay male lifestyle“ shortens life expectancy by 20 years.[46]
    that there is a link between abortion and the risk of breast cancer.[11]
    that there are possible links between autism and vaccinations.[11]

    wow, Trump started ein Verdummungsprogramm ohne gleichen!

  7. pelacani
    12. Januar 2017, 22:03 | #7

    Karl :

    Sollte man da nicht wenigstens Kennedys‘ Mitgliedschaft bei den Demokraten anmerken?

    Steven Novella hat sie angemerkt:

    Donald Trump is the Republican president-elect, and now champion of the far right. Robert F. Kennedy Jr. is a staunch Democrat, a member of perhaps the most prominent family of that party, who just five months ago referred to Trump as “dangerous” and a “demagogue.” Yet they were recently able to meet over common ground. Unfortunately that common ground is belief in absurd conspiracy theories about the safety of vaccines.
    https://sciencebasedmedicine.org/trump-meets-with-rfk-jr-to-discuss-vaccine-safety/

  8. editor
    15. Januar 2017, 13:07 | #8

    Bitte korrigieren:

    Ja es gab die Hypothese, dass die organoquecksilber Verbindung Thiomersal (=Thimerosal), zu Autismus führt. Das ist längst widerlegt. Damit hat aber Wakefield nichts zu tun. Wakefield hat die Hypothese aufgestellt, dass der MMR Impfstoff Autismus verursacht – auch das ist extrem gut widerlegt. Nur MMR Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff aus attenuierten Viren. Lebendimpfstoffe enthalten kein Konservierungsmittel. Wäre das der Fall würde der Lebendimpfstoff sofort inaktiviert und unwirksam.

    Für Impfgegner, die ja klassische Verschwörungstheoretiker sind, MÜSSEN Impfstoffe Autismus verursachen, zuerst war es das Konservierungsmittel Thiomersal, dann der konservierungsmittelfreie MMR Impfstoff und nunmehr wird das aluminiumhaltige Adjuvans bei Totimpfstoffen beschuldigt Autismus zu verursachen.
    Und deswegen diskutieren ja Impfgegner (hochgesponsert von Impfgegnervereinigungen zB die Dwoskin Family Foundation)) bereits auf Kongressen warum alle Gesundheits-Behörden auf der Welt die Unwahrheit mitteilen. Muss ja so sein, sonst wäre es ja keine Verschwörungstheorie.

  9. pelacani
    15. Januar 2017, 13:58 | #9

    @ editor Danke für die Klarstellung.

  10. Trumper
    15. Januar 2017, 15:10 | #10

    Trump ist vor allem ein geschickter Verhandler, der ein Dutzend populäre Bücher geschrieben hat: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=413993 – ist ein Friedensnobelpreisträger, der, statt sie nicht zu impfen, in fremden Ländern Kinder umbringt und in acht Jahren ununterbrochen Krieg geführt hat, besser? Hat sich Wissenschaft je darum geschert, ob der Bildungsminister z.B. Kreationist war? Hauptsache, sein Kabinett ist unbestechlich (was sich erst noch weisen wird) statt eine Horde Kriegsverbrecher, wie in den vorigen zehn Administrationen.

  11. pelacani
    15. Januar 2017, 15:48 | #11

    Trumper :

    der ein Dutzend populäre Bücher geschrieben hat

    Kleine Korrektur: schreiben lassen hat. Den Rest Deines Unfugs erlasse ich Dir, weil ich heute friedlich gestimmt bin.

  12. Flo
    15. Januar 2017, 16:39 | #12

    Und wenn ich den Wolf zum Schäfer ernenne, brauche ich mich nicht drüber freuen, dass es kein Schaf ist, dass von Wölfen bestechbar wäre… Den Schritt hat Trump einfach übersprungen. Statt bestechliche Leute zu nehmen, hat er Leute genommen, die selber schon diese dämlichen Agendas haben. Wobei ich die Theorie, dass die unbestechlich sind, für sehr gewagt halte…

  13. Groucho
    15. Januar 2017, 16:55 | #13

    Es ist schon witzig, wie gerade ideologisch stramme Antiamerikanisten jetzt gerade in Trump eine Lösung sehen bzw,. sich das schönreden. In einem Film würde man das für einen schlechten Plot halten.

    Obama als Kriegsverbrecher, Trump als der heilige Erlöser. Völlig gaga.

  14. Sinapis
    16. Januar 2017, 19:23 | #14

    wie gerade ideologisch stramme Antiamerikanisten jetzt gerade in Trump eine Lösung sehen

    Wenn man Amerika generell als Problem sieht, kann das doch durchaus Sinn machen. Aber so schlimm wird es wohl selbst mit diesem Windbeutel nicht werden.

    Hey, eine Edit-Chance, nice.

  15. Martin Däniken
    16. Januar 2017, 20:44 | #15

    Es macht alles Sinn wenn man sich vorstellt Trump ist nordkoreanischer Agent-beerdigt Obamacare,macht nen Impfgegner zum Boss usw und
    „Makes Americka great again“
    Und die ganzen Paranoia-Vtler lieben ihn-What a mindfuck!

  16. fernsehgucker
    17. Januar 2017, 20:14 | #16

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Thiomersal_controversy

    Kennedy hat tatsächlich quatsch über hg geschrieben, es stand im rolling stone und auf salon.com.

    Nur wakefield hat da wohl nix zu suchen, er sah den vermeintlichen Schaden anders begründet, wenn ich mich recht erinnere.

  17. Stöber
    17. Januar 2017, 22:57 | #17

    Für mich ist dieses Herumgetrumpe ein nettes Popcornkino.
    Ich gebe gern zu, dass mich die entsetzt-panischen Ausflüsse unserer lieben Politiker in den Qualitätsmedien immer wieder aufs Neue amüsieren. Auch die Journalisten wetteifern derzeit offensichtlich darum, den ‚Irren aus dem Weißen Haus‘ in schillerndsten Farben zu zeichnen.

    Aber Popcorn beiseite: Sollte Trump aus den Vereinigten Staaten (mit Hilfe seiner Wähler) eine von schrägen Politikern geführte Bananenrepublik machen, die sich halb abschottet und halb als Elefant im internationalen Porzellanladen der Diplomatie tanzt, dann ist das für den Rest der Welt – insbesondere für das verpennte Europa – ein schöner Weckruf.

    Seit Untergang der Sovietunion hatten wir keinen so schönen Vorbildfeind mehr!

    Endlich lohnt es sich mal wieder, vernünftige Politik zu machen – man muss ja zeigen, dass auch ein Nicht-Trumper wirkungsvoll für das Wohl des Otto Normalverbraucher regieren kann. (Ampelfräuleins und Kitas in Kasernen haben in der jüngsten Vergangenheit nicht so überzeugt.)

    Ansonsten steht man halt weiter im Stau auf der 6-spurigen Autobahn der Politik und die AfD fährt derweil fröhlich hupend rechts auf dem Feldweg an einem vorbei.
    Irgendwen mit Toupet-Frisur finden wir hierzulande auch.

    Wir leben in interessanten Zeiten – obs ein Fluch ist oder letztlich ein Segen, das bleibt abzuwarten. Und mitzugestalten, wenns geht. Hauptsache, die Popcornreserven gehen nicht aus!

  18. alliance1979
    18. Januar 2017, 04:31 | #18

    @Stöber

    Das sehe ich mit Verlaub anders. Die USA stellen den zweit größte Binnenmarkt der Erde und nebenbei bemerkt, besitzen sie die produktivste Volkswirtschaft.
    Wenn Trump hier eine „Bananenrepublik“ etabliert, dann hat das rein ökonomisch schon extreme gravierende Auswirkungen auf den Rest des Planeten.

    Auswirkungen bei denen es auch mal sehr schnell, sehr viele neue Arbeitslose in ganz Europa geben kann. Es wäre in meinen Augen ein Novum in der Geschichte dieses Kontinents, wenn nicht gerade ökonomische Verwerfungen die Parteien am rechten und/oder linken Rand stärken würden.

    Auch andere Aspekte sind beängstigend. Nehmen wir mal den Klimawandel. Wenn die USA hier ausscheren, dann hat dies eben auch globale Auswirkungen und das 2 °C Ziel dürfte damit kaum noch zu erreichen sein.

    In seine Präsidentschaft fallen auch Nominierungen für den Supreme Court. Auch dies kann gravierende Auswirkungen auf die Geschichte der USA und damit auf diesen schönen Planeten haben. Und ich rede hier nicht nur von Roe gegen Wade, sondern von ganz anderen möglichen Entscheidungen die uns alle betreffen können.

    Ich denke die Medien übertreiben nicht, wenn sie Trump ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.
    Vielmehr glaube ich das viele Menschen die möglichen(!) Auswirkungen seiner Präsidentschaft massiv unterschätzen.
    Möglich weil man logischerweise nicht genau weiß, was dieser Mann genau machen wird und wie die Reaktionen darauf ausfallen.

    MfG

  19. Stöber
    18. Januar 2017, 07:29 | #19

    Den großen Markt USA wird man schon ersetzen können, zudem wird eine mögliche Abschottung nicht ohne Auswirkungen auf die Wechselkurse und den Status der Weltwährungen bleiben.
    Übrigens verkaufen sich dicke Oberklassenaustos aus Deutschland auch mit 35% Strafzoll, und wo du das Fass ‚Klimawandel‘ aufmachst, sollte das ja eigentlich positiv sein.

    Mir müsstest du auch bei der Gelegenheit erklären, was dich am Klimawandel so ängstigt. Der Wandel an sich – oder die Reaktionen darauf? Bei Letzterem stimme ich zu.
    Wer ein xy-Diagramm lesen kann und über die Laufzeit von Industrieanlagen weiß, der hat das 2/4/6°C-Ziel sowieso schon beerdigt. Schon mal aufgefallen: Alle beteuern und bekräftigen da nur und verweisen auf den nächsten teuren Klimagipfel. Bis sich da was tut, haben die Vogonen Schillers Glocke geschrieben.
    Für einen verantwortungsvollen Staat müsste aus obigem Verhalten automatisch der Plan B folgen: Wir bereiten uns auf den Wandel vor, setzen auf dezentrale und möglichst autarke Versorgung, gegen Witterungseinflüsse gehärtete Infrastruktur …und ein paar Pläne zu den erwarteten Bevölkerungswanderungen in der Schublade wären auch nicht verkehrt.

    Obama hat hinsichtlich Klimawandel genau nix erreicht und Hillary doch genauso. Ich weiß nicht, warum man jetzt ‚beängstigt‘ sein sollte, dass Trump gewonnen hat. Die Treibhausemissionen der USA sind im Weltvergleich unerheblich und keiner hatte jemals ernsthafte Pläne, die eigene Wirtschaftsleistung nennenswert für Klimaziele zu beschneiden.

  20. Pelacani
    18. Januar 2017, 08:18 | #20

    Stöber :Ich gebe gern zu, dass mich die entsetzt-panischen Ausflüsse unserer lieben Politiker in den Qualitätsmedien immer wieder aufs Neue amüsieren. Auch die Journalisten wetteifern derzeit offensichtlich darum, den ‚Irren aus dem Weißen Haus‘ in schillerndsten Farben zu zeichnen.

    Nein, sie tragen keine „schillerndsten Farben“ auf, dass macht Trump ganz alleine. Es genügt völlig, nur zu berichten.
    Hast Du Dir einmal angesehen, was das so für Minister sein werden, die er berufen wird? Hast Du das BILD-Interview gelesen? Er meint es so, wie er es sagt, das halte ich für sicher.
    Im Gegenteil, ich finde, „die Politiker“ und „die Journalisten“ sind eher zurückhaltend. Der BILD-Mann hat ihm gerade eine „steile Lernkurve“ bescheinigt – ich habe keine Ahnung, wie der auf so einen Unsinn kommt. 2 Tage nach dem BILD-Interview ist völlige Funkstille in meiner Tageszeitung. Still ruht der See.
    Ich sage Dir: genau das ist ein Zeichen dafür, dass es wirklich gefährlich ist. Solange nichts oder wenig auf dem Spiel steht, gelten die Gesetze des Haschens nach Aufmerksamkeit. Jetzt gelten die Gesetze der Panikvermeidung.