Psiram http://blog.psiram.com Realismus als Chance Tue, 27 Jan 2015 13:50:25 +0000 de-DE hourly 1 Roundup Ready® Soja – OHNE Patentehttp://blog.psiram.com/2015/01/roundup-ready-soja-ohne-patente/ http://blog.psiram.com/2015/01/roundup-ready-soja-ohne-patente/#comments Mon, 26 Jan 2015 21:45:35 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15343 Pinky&the Brain versuchen die Weltherrschaft zu übernehmenMan hört häufig als Argument gegen Gentechnik, dass diese ja mit Patenten behaftet und darum einfach grundsätzlich böse sei. In den Horrorvisionen grüner Ideologen streben die Saatgutkonzerne mittels Patenten die Weltherrschaft an, indem sie die Kontrolle über das Saatgut der Welt an sich reißen. Monsanto hat ja angeblich schon jetzt ein Monopol.

Abgesehen davon, dass selbst der Marktführer Monsanto nur 23% des Saatgutes weltweit liefert, also von einem Monopol noch ziemlich weit entfernt, ist der zugegebenermaßen rasant wachsende weltweite Saatgutmarkt nur ca. 20 Milliarden US-Dollar schwer. Zum Vergleich vielleicht: Der Industrie-Riese Apple macht jährlich 180 Milliarden Umsatz, der Automobil-Konzern Daimler 118 Milliarden und der Fast-Food Riese McDonalds immerhin noch 28 Milliarden.

Das sind einzelne Firmen, neben denen sich die ganze Saatgutindustrie irgendwie klein ausnimmt. Und wie das speziell mit den Patenten überhaupt funktionieren soll, bleibt auch völlig unklar.

Es ist ein Unsinns-Argument, das allein schon an folgender Tatsache scheitert: Die Laufzeit von Patenten beträgt in Europa und den USA 20 Jahre, d.h. auf jedem Patent klebt ein Ablaufdatum. Selbst wenn eine Firma tatsächlich DAS Wundersaatgut erfinden würde, könnte die Firma es nur 20 Jahre vermarkten.

Man bleibt bei der ganzen Argumentation eigentlich verständnislos zurück.

Wir wünschten uns natürlich auch, dass schon heute viel mehr Patente durch die öffentliche Hand bzw. von Universitäten gehalten würden. Aber dazu braucht es natürlich Forschung, Professoren, Studenten, aber auch Landwirte, die Wissen um die Möglichkeiten und auch Schwierigkeiten der Gentechnik errungen haben.

Wie aber z.B. HannoverGEN gezeigt hat, ist auch das nicht erwünscht. Bildung und Ausbildung zum Thema sind Firmen wie Greenpeace ein Dorn im Auge. Dann kann man Menschen mit Horrormaiskolben keine Angst mehr einjagen. Ohne die irrationale Furcht vor dem Unbekannten bleibt wenig übrig.

Jedenfalls kommt nun langsam die Zeit, da das ganze Patent-Argument ernsthaft zu bröckeln beginnt. Auch wenn Organisationen wie Greenpeace gerne suggerieren, dass Grüne Gentechnik etwas völlig “Unbekanntes” ist, gibt es sie doch schon mehr als 20 Jahre. Und die Uhr tickt, Patente laufen ab.

Das letzte US-Patent(
*) auf die erste Generation von Monsantos “berühmtem” Roundup Ready® Saatgut endet mit März 2015. Und es kommt noch besser!

Die Universität von Arkansas hat bereits mit Anfang Dezember eine freie Variante namens UA 5414RR einer glyphosatresistenten Sojabohne freigegeben. Sie wird an Interessenten ohne Extragebühr abgegeben und die können damit im Grunde machen, was sie wollen: z.B. auch Samen aufheben, um in der nächsten Saison Nachbau zu betreiben. (Mögliche Einschränkung: Die genaue Lizenz ist unklar, Biofortified vermutet, dass für die weitere Verwendung in der Pflanzenzucht eine Genehmigung durch die Universität nötig sein wird.)

Eine entsprechende Erklärung der Universität findet man hier: Kurzfassung oder Langfassung (Microsoft Word)

Monsanto (diese Monster!) habe der Universität Saatgut für die Zucht zur Verfügung gestellt und hat weiters zugesichert, den “Papierkram” bis Ende 2021 zu erledigen. Die EPA (Umweltschutzbehörde der USA) verlangt, dass die Genehmigungen für Saatgut-Technologien, speziell den Export, regelmäßig erneuert werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 1-2 Millionen Dollar pro Jahr.

Monsanto erlaubt Landwirten außerdem, dass mit ihren Sorten ab 2015 Nachbau betrieben wird, d.h. wenn man RR Soja von Monsanto gekauft hat, darf man die Ernte ohne weitere Gebühren in der nächsten Saison als Saatgut nutzen. Bei ihren eigenen Sorten können Hersteller diverse Restriktion vertraglich weiterhin festlegen. Daher ist es sehr wichtig, dass alternative Sorten durch Universitäten zur Verfügung gestellt werden.

Das macht Monsanto natürlich nicht ganz uneigennützig, sondern auf Druck der Agrarindustrie, die diese Sorten weiter auf dem Markt sehen will – egal, ob Monsanto damit noch viel Geld verdient oder nicht. Ab 2022 wird sich dann z.B. die American Soybean Association um die Genehmigungen kümmern müssen.

Unsere skeptischen Leser werden sich jetzt wahrscheinlich fragen: Wo ist der Haken?

Haken gibt es zwar im Grunde keinen, aber UA 5414RR ist nicht ganz so gut wie aktuelle Sorten. Nach Angaben der Universität ist der Ertrag etwa um 7% niedriger als der von aktuellem Top-Saatgut. Auch sind durch den extremen Einsatz von Glyphosat (Roundup Ready) in den letzten Jahrzehnten Resistenzen bei Unkraut auf dem Vormarsch, was den Wert dieser Eigenschaft natürlich schmälert.

Das ist natürlich nicht toll, aber das Saatgut wird zweifellos wesentlich billiger sein. Und speziell für die zweite Aussaat, die auch mit einem relativ hohen Risiko behaftet ist, dürfte es für viele Farmer eine interessante Alternative darstellen.

Vor allem aber ist es ein gutes Beispiel dafür, wie das mit Patenten läuft. Der Patenthalter hat 20 Jahre Zeit, “die Kuh zu melken”, danach gehört die Kuh der Allgemeinheit. Es ist zwar etwas komplizierter, aber nach und nach werden weitere Patente auf heute geschützte GVO-Sorten ablaufen. Die Firmen, sei es Monsanto, DuPont, Syngenta …, können sich auf ihren Produkten nicht ausruhen, sie stehen unter ständigem Innovationsdruck.

Die neue Sorte muss besser sein als die alte. Sonst kauft sie keiner. Vor allem nicht zu einem höheren Preis. Und die Weltherrschaft? Nun, das wird wohl auf diesem Wege nichts.

* Der Patentschutz auf Roundup Ready ist in anderen Ländern schon früher abgelaufen, z.B. in Kanada im August 2011.

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/roundup-ready-soja-ohne-patente/feed/ 0
Die Natur der Pestizidehttp://blog.psiram.com/2015/01/die-natur-der-pestizide/ http://blog.psiram.com/2015/01/die-natur-der-pestizide/#comments Thu, 22 Jan 2015 16:27:26 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15493 Greenpeace macht Stimmung gegen Pestizide.

Greenpeace macht Stimmung gegen Pestizide

Pestizide in Lebensmitteln: kaum ein anderes Thema sorgt mehr für Verunsicherung und latente Ängste bei Nahrungsmitteln, möchte man sich doch gesund ernähren und nicht durch Lebensmittel vergiftet werden. Einer der wichtigsten Gründe, warum pflanzliche Lebensmittel aus biologischem Anbau bevorzugt werden, ist eine vermeintliche Pestizidfreiheit. Pestizide gelten als Sinnbild einer an Profit orientierten Landwirtschaft, in der Erträge und Umsatz höher gewichtet werden als der Schutz von Mensch und Umwelt. Sie sind zu einem Synonym für verantwortungslosen Umgang mit der Natur geworden, sind sie doch scheinbar unnatürlich, chemisch und damit „problematisch“. Unter dieser Prämisse werden sie von den meisten Umweltschutzorganisationen abgelehnt. Neuerdings setzen auch die Grünen verstärkt auf dieses Thema, der BUND e.V. nutzt das Thema gerne, um Stimmung gegen die moderne Landwirtschaft zu machen. Warum diese Vorstellungen falsch sind und die Risikowahrnehmung in Bezug auf Pestizide verzerrt ist, wollen wir anhand der pflanzlichen Pestizide zeigen.

Chemie, von der Natur produziert

Zunächst einmal muss man sich vergegenwärtigen, was mit dem Begriff Pestizid überhaupt gemeint ist. Wikipedia definiert Pestizid allgemein als:

Bezeichnung für chemische Substanzen, die lästige oder schädliche Lebewesen töten, vertreiben oder in Keimung, Wachstum oder Vermehrung hemmen.

Etwas drastischer formuliert es der BUND:

Pestizide töten Pflanzen und Tiere – natürlich alles zum Nutzen einer möglichst effizienten Land- und Forstwirtschaft, für ordentliche Gärten, Wege, Parks und Grünanlagen.

Ja, Pestizide sind keine harmlosen Substanzen, sie dienen der Tötung oder Unterdrückung von Organismen, um anderweitigen Schaden abzuwenden. Im Bereich der pflanzlichen Pestizide geht es vor allem darum, Fraßfeinde zu vergraulen oder zu töten, Konkurrenz („Unkraut“) zu unterdrücken und vor allem Pilzinfektionen zu bekämpfen. Dies dient in erster Linie der Sicherung und Steigerung des Pflanzenwachstums und der Fruchtbildung.

Aber nicht nur der Landwirt profitiert von solchen Pestiziden, es sind – so banal das klingen mag – vor allem die Pflanzen selbst, denen die Pestizide nützen. Es fällt auf, dass die allermeisten Definitionen von Pestiziden nicht über deren Ursprung aufklären, es wird allenfalls erwähnt, es handele sich um „chemische Stoffe“.

Dabei produzieren Pflanzen selbst eine Menge schädlicher Substanzen – nicht nur, um sich vor Fraßfeinden zu schützen. Pflanzen wollen eben auch nicht gefressen werden und da sie nicht weglaufen können, haben sie geschickte Strategien zur Verteidigung entwickelt, zu denen auch die Giftstoffe gehören. Es fallen einem sicher schnell Beispiele ein, welche Pflanzen oder Früchte man lieber nicht essen sollte. Tollkirschen etwa enthalten hauptsächlich das Toxin Hyoscyamin, daneben aber auch beachtliche Mengen Solanin, wie viele Pflanzen aus der Familie, zu der beispielsweise auch die Tomaten und der Tabak gehören. Pflanzen mit hohen Mengen – für den Menschen giftigen – Verbindungen werden als Giftpflanzen bezeichnet, was klar zum Ausdruck bringt, dass sie für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind.

Auch Nahrungspflanzen enthalten pflanzliche Giftstoffe. In Holdunderbeeren ist das giftige Glycosid Sambunigrin enthalten, welches aber durch Kochen unschädlich gemacht werden kann. Gleiches gilt für das Phasin in vielen Hülsenfrüchten. Schädliche Oxalsäure ist in erheblichen Mengen in Rhabarber und Roter Bete enthalten. In Anis und Fenchel findet sich Estragol, in Tonkabohne und Waldmeister Cumarin und Pyrrolizidin-Alkaloide u.a. im Borretsch. Furocumarine sind in vielen Zitrusfrüchten und z.B. auch im Sellerie und in Petersilie enthalten. Dies können nur einige Beispiele sein, geht die Zahl der in Pflanzen gefundenen Stoffe, die schädliche Wirkungen auf andere Organismen haben, doch in die Tausende. Sie zeigen aber, dass der Begriff Pestizid nicht allein auf synthetische Stoffe reduziert werden kann.

Der amerikanische Biochemiker Bruce Ames hat schon vor knapp 25 Jahren darauf hingewiesen, dass natürliche Pestizide etwa 99,99 % aller in der pflanzlichen Ernährung vorkommenden Pestizide ausmachen. Die Liste der gefundenen Stoffe in den verschiedensten Pflanzen ist lang und voller kompliziert klingender Namen. Sie finden sich in beinahe allen Pflanzen in unterschiedlichen Mengen. Auch wenn es sich um Naturstoffe handelt, sind sie eben auch Chemikalien, nur dass sie auf biochemischen Wege entstanden sind. Dies sagt aber wenig über ihre Schädlichkeit aus.

Natur bedeutet nicht automatisch harmlos

Etwa 50% der darauf untersuchten natürlich vorkommenden Pflanzenpestizide erweisen sich im Tierexperiment als krebserregend. Dies entspricht in etwa dem gleichen Verhältnis, wie es für die synthetischen Pestizide festgestellt wurde. Dabei sind bei weitem nicht alle in Pflanzen vorkommenden Pestizide untersucht. Zum einen, weil die Anzahl beinahe unüberschaubar ist, zum anderen, weil sie als natürliche Bestandteile der Pflanze erst einmal nicht primär verdächtig sind. Neben der krebserregenden Wirkung sind in Fütterungsstudien auch erbgutverändernde (mutagene), embryonalschädigende (teratogene) und organschädigende Wirkungen beobachtet worden. Das deutet schon an, dass der Säugetier-Organismus nicht unbedingt besser mit natürlichen Pestiziden umgehen kann. Es scheint ein weit verbreiteter Irrtum zu sein, der Mensch hätte sich im Laufe der Evolution besser an natürliche Giftstoffe anpassen können. Dagegen sprechen eine Reihe von Erkenntnissen:

  • Die Mechanismen, mit denen der menschliche Körper mit Giften umgeht, um diese unschädlich zu machen, sind nicht spezifisch auf bestimmte Stoffe zugeschnitten, sondern allgemeinerer Natur. So reparieren die DNA-Reparatur-Enzyme Schäden verschiedenster Ursachen. Entgiftungs-Enzyme der Leber sind ebenso nicht auf bestimmte Stoffe, sondern vielmehr auf bestimmte Stoffklassen bzw. funktionelle Gruppen eingerichtet. Diese Generalisierung ist evolutionär eher günstig, da somit auf unterschiedliche und neue Schädigungen durch die Nahrung flexibel reagiert werden kann.
  • Natürliche Toxine sind krebserregend, obwohl sie häufig in Lebensmitteln vorkommen und auch schon lange Begleiter des Säugetiers sind. Dies wird besonders an den Schimmelpilzgiften, den Aflatoxinen, deutlich, die quasi allgegenwärtig sind, aber nichts desto trotz ein sehr hohes kanzerogenes Potential haben.
  • Die Art und die Zusammensetzung menschlicher Ernährung hat sich insbesondere in den letzten Jahrhunderten zum Teil dramatisch geändert. Viele neue Pflanzen und Früchte sind zusätzlich auf dem Speisetisch gelandet, damit auch viele neue Toxine. So enthalten alle Nachschattengewächse, zu denen – wie erwähnt – auch die Tomaten und Kartoffeln gehören, das giftige Solanin. Viele exotische Früchte enthalten Substanzen, die sich ebenfalls als karzinogen herausgestellt haben. Evolutionäre Anpassung an eine solch schnelle Änderung der Nahrungszusammensetzung ist aber nicht möglich.
  • Viele Pflanzen und deren Früchte sind durch neue Züchtungen überhaupt erst genießbar, was etwa an den vielen Kohlarten deutlich wird. Die Züchtungen zielen auf einen niedrigeren Toxingehalt ab, was aber mit einer verminderten Resistenz gegen Schadorganismen einhergeht. Die oft gepriesenen „alten Sorten“ verfügen nicht selten über einen erheblich höheren natürlichen Pestizidgehalt, was sie zwar resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge macht, aber eben auch wesentlich unverträglicher.
Ryanodin, ein natürliches Insektizid, das auch in geringen Dosen für den Menschen gefährlich ist.

Ryanodin, ein natürliches Insektizid, das auch in geringen Dosen für den Menschen gefährlich ist

Der letzte Punkt macht auch deutlich, warum die moderne Landwirtschaft kaum ohne zusätzliche Pestizide auskommt, selbst der biologische Landbau kommt nicht ohne aus (und verwendet dabei z.T. recht umweltschädliche Substanzen). Pestizideinsatz ist nicht nur eine Folge des Intensivanbaus, er ist eine Notwendigkeit, weil unsere Kulturpflanzen auf Verträglichkeit gezüchtet wurden. Der Landwirt übernimmt einfach das, was der Kulturpflanze abhanden gekommen ist.

Was Paracelsus schon wusste

Da wir hier bei Psiram sind, vergessen wir natürlich nicht, den ersten Grundsatz der Toxikologie zu erwähnen: Die Dosis macht das Gift! Dieser einfache Satz erklärt auch die vielen Missverständnisse, die im Zusammenhang mit Giften kursieren. Die niedrigen Gehalte an natürlichen – wie auch an synthetischen – Pestiziden in der Nahrung sind in aller Regel keine gesundheitliche Bedrohung. Es wird geschätzt, dass ein US-Amerikaner im Durchschnitt etwa 1500 mg pro Tag an natürlichen Pestiziden aufnimmt, die synthetischen Pestizide mit nur 0,09 mg machen im Vergleich dazu nur eine verschwindend geringe Menge aus. Schädliche Wirkungen werden bei den allermeisten Stoffen – ob natürlich oder synthetisch – wenn überhaupt, dann erst in wesentlich höheren Mengen festgestellt.

Die Hinweise, ob von Stoffen gesundheitliche Gefahren ausgehen, werden zumeist in Fütterungsstudien an Labortieren ermittelt. Dabei werden sehr hohe Dosen (maximal tolerierbare Dosis) der untersuchten Stoffe über einen sehr langen Zeitraum verfüttert. Durch welche Mechanismen es bei manchen Substanzen zu einer krebsfördernden Wirkung kommt, ist damit aber noch nicht geklärt. Krebserregende Substanzen können – müssen aber nicht – erbgutverändernd (mutagen) sein, was einen Hinweis auf die krebserzeugende Wirkung gibt. Es wird aber auch vermutet, dass allein die hohen Dosen, die mit der Nahrung verfüttert werden, eine Ursache sind. Hohe Konzentrationen an schädlichen Substanzen können chronische Entzündungen in Geweben auslösen, was ebenfalls zu Zellentartungen führen kann. Ob die sehr niedrigen Gehalte an schädlichen Substanzen ebenfalls solche Prozesse induzieren, ist strittig.

Pflanzen produzieren vielfältige Stoffe (sekundäre Pflanzenstoffe), neben für uns schädlichen Substanzen auch gesundheitsfördernde und krebsvorbeugende Substanzen. Diese heben nicht nur die schädigenden Wirkungen der natürlichen, sondern auch der synthetischen Pestizide zum Teil wieder auf. Pflanzen und deren Früchte verlieren ihre positiven gesundheitlichen Merkmale nicht dadurch, dass – in vernünftigem Maße – synthetische Pestizide gespritzt werden. Alle zugelassenen Pestizide müssen auf ihre toxikologischen Wirkungen hin untersucht werden, der Einsatz wird klar geregelt, es gelten die Regeln der guten landwirtschaftlichen Praxis zum sorgsamen Umgang mit solchen Mitteln, die schon allein aus wirtschaftlichen Gründen in aller Regel in vernünftigem Maße eingesetzt werden. Die Rückstände an synthetischen Pestiziden sind sehr gering und teilweise gar nicht mehr nachweisbar. Es besteht einfach nicht die Notwendigkeit, überteuertes Obst und Gemüse in Bioqualität zu kaufen, um sich gesund zu ernähren. Die synthetischen Pestizide sind in der verbleibenden Konzentration unbedenklich; immer wieder auf die ach so großen gesundheitlichen Risiken in Zusammenhang mit Pestiziden zu verweisen, ist reine Panikmache.

Chemicals_Infographic_Apples_LoveHearts_web

Die Natur ist eine riesige Chemiefabrik. Ein Apfel z.B. enthält unzählige Substanzen, manche könnte man auch zu den Schadstoffen zählen

“Pestizid” als Kampfbegriff

Dies ist weder ein Plädoyer für den übertriebenen Einsatz von synthetischen Pestiziden in der Landwirtschaft, noch wollen wir Panikmache betreiben, was Risiken pflanzlicher Ernährung angeht. Im Gegenteil: Pflanzen und deren Früchte sind wertvolle Grundlagen unserer Ernährung und haben insgesamt eine positive gesundheitliche Wirkung, trotz eines in aller Regel geringen Gehaltes an Pestiziden. Das Risiko gesundheitlich negativer Wirkungen ist nicht begründet, gerade auch in Bezug auf synthetische Pestizide. Das Risiko allerdings, durch allzu große Ängste im Umgang mit Nahrungsmitteln diese gegebenenfalls zu meiden und dadurch von den positiven gesundheitlichen Wirkungen nicht zu profitieren, ist der wirkliche Schaden.

Zum Schluss noch ein Beispiel, das zeigt, dass es beim Vergleich zwischen natürlichen und synthtischen Stoffen kein einfaches Schwarz-Weiß gibt. Senfölglycoside, die in vielen Kohlarten als Insektizide dienen, können neben schädlichen Wirkungen auf den Menschen auch gesundheitsfördernde Eigenschaften haben. Das aus einem Senfölglycosid gebildete Sulforaphan hemmt im Experiment das Tumorwachstum. Die gleiche Wirkung hatte das sehr umstrittene Totalherbizid Glyphosat im Experiment.

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/die-natur-der-pestizide/feed/ 47
Psychology of Vision III – “Wir kriegen euch alle”: Multitasking im Pyramidensystemhttp://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-iii-wir-kriegen-euch-alle-multitasking-im-pyramidensystem/ http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-iii-wir-kriegen-euch-alle-multitasking-im-pyramidensystem/#comments Wed, 21 Jan 2015 11:14:19 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15192 Wie wir bereits gesehen haben, setzt PoV mehrere Strategien ein, um Kundschaft anzulocken und zu binden. Mit den bereits erwähnten „Steps to Leadership“ wird vor allem in Kanada, aber auch in Deutschland und der Schweiz ein gut verdienendes Publikum aus der Wirtschaft angesprochen bzw. Personen, die sich für Führungsaufgaben qualifizieren möchten.

Chuck&Lency sind dankbar, dass sie genug zu essen haben

Chuck&Lency sind Deutschland dankbar, dass sie genug zu essen haben

Jedoch ist auch Staatsknete immer willkommen. Eine Anbieterin aus Nordrhein-Westfalen veranstaltet einen Steps-To-Leadership-Kurs an sieben Wochenenden sowie einem Samstag. Die Preisstaffelung beträgt € 1.390 als Einzelpreis, ein Paarpreis von € 1.200 pro Person sowie € 1.000 für Erwerbslose. Zusätzlich wird auf Zuschussmöglichkeiten hingewiesen:

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW gewährt bei vorliegen [sic] der Voraussetzungen für die Weiterbildung einen Zuschuss durch einen Bildungsscheck oder das Bundesministerium für Bildung und Forschung bei Vorliegen der Vorrausetzungen [sic] eine Bildungsprämie. […]
Das POV-Grundlagentraining ist durch das Land NRW für dieses Programm anerkannt. Das Angebt [sic] ist bei den Beratungsstellen bekannt.[1]

Was hat ein nicht anerkanntes, nicht validiertes Schneeballsystem ohne Peer Review, das sich mithilfe einiger Schlagworte einen pseudowissenschaftlichen Anstrich geben möchte, mit Bildung zu tun? Wie kann ein Landesministerium eine derartige Schwurbelei anerkennen? Werden im Ministerium auch mal die Hausaufgaben gemacht? Es fällt schwer, dies zu glauben – vor allem, wenn man sich die Beschreibung von PoV auf der Webseite der Kursanbieterin ansieht:

„Psychology of Vision ist ein von Dr. Chuck und Lency Spezzano entwickeltes bahnbrechendes Heilungsmodell, bei dem modernes psychologisches Know-how verbunden mit der menschlichen Gefühlswelt wirkt. Es zeigt klar und deutlich, wie unsere innere und äußere Welt miteinander verbunden sind, was uns die Kraft der Entscheidung zurück gibt, unser Leben zu ändern, aktuelle Herausforderungen zu erkennen und zu bewältigen.

Psychology of Vision setzt sich mit zwei Haupt-Elementen unseres Lebens auseinander: unseren Beziehungen und unserer persönlichen Eigenverantwortung.“[2]

Heilungsmodell? Beziehungen? Gefühlswelt? Bekommen wir in NRW auch einen Bildungsscheck für ein Jodeldiplom bei Loriot? (Wobei – Da hat man doch was Eigenes – das Loriot-Diplom vermutlich um Längen qualifizierter war.)

Neben den Steps To Leadership existiert ein weiteres Programm, bei dessen Darstellung auf den PoV-eigenen Webseiten bzw. den Seiten der anbietenden Trainer nicht deutlich wird, ob dieses „offiziell“ als PoV gilt oder nur ein tolerierter Nebenzweig ist, mit dem Trainer selbst ein bisschen Geld verdienen dürfen; auf der PoV-eigenen Webseite wird es jedenfalls neben anderen PoV-Programmen propagiert. Es handelt sich hierbei um „VisionWorks“, das ursprünglich von der englischen PoV-Trainerin Sue Allen entworfen wurde. Dieses Programm will PoV-Methoden in Schulen anwenden. Auch wenn die angeblichen Vorteile für die Schüler betont werden, richtet sich das Programm dennoch in erster Linie an Lehrerkollegien und Schulleitungen, die entsprechende Kurse absolvieren sollen, um als Multiplikatoren zu wirken und weitere Absolventen in Kurse zu schleusen.

Die englische VisionWorks-Seite listet insgesamt 17 Schulen auf, die nach diesem Programm arbeiten; auf deutschsprachigen PoV-Seiten findet sich keine entsprechende Liste, aber eine Schule veröffentlicht auf ihrer Webseite, dass sie VisionWorks in den 5. Klassen anwende.

Ein Hamburger Kindergarten wendet ebenfalls PoV an, obwohl zumindest VisionWorks erst ab einem Alter von 10 Jahren empfohlen wird. Von den im Branchenverzeichnis Cylex gelisteten 16 Schlagworten im Kurzprofil sind acht eindeutig PoV zuzuordnen; diese sind durch Großbuchstaben hervorgehoben. Dieser Kindergarten wirbt insbesondere mit seinem Angebot an Fremdsprachen; interessant wäre, ob den Eltern klar ist, dass ihre Kinder dort offenbar zusätzlich an ein Pyramidensystem mit eigenen sprachlichen Neudefinitionen herangeführt werden.

Kita Chefin vor Gericht

Chuck & Lency sind auch ihr dankbar, dass sie genug zu essen haben

Eine Mitarbeiterin des Kindergartens stand jedoch 2014 wegen Veruntreuung vor Gericht, weil sie in den Jahren 2007/2008 für diverse Esoterikseminare über € 41.000 aus der Firmenkasse ausgegeben hatte, was das Finanzamt offenbar veranlasste, die Steuerfahndung vorbeizuschicken. Diese Seminare hatten Titel wie „Restoration of Love“, „Alles ist Beziehung“ oder „Heilung des Inneren Kindes“ und fanden in Malaga und Honolulu statt.[3] Tatsächlich bot PoV in diesem Zeitraum z.B. ein entsprechendes Seminar „Restoration of Love“ an, das in Malaga stattfand; PoV-Schüler sind darüber hinaus zur Teilnahme an mindestens einem Seminar jährlich in Honolulu verpflichtet. Vor Gericht mochte die Mitarbeiterin auch Jahre später noch argumentieren, dass die Seminare angeblich der Persönlichkeitsentwicklung dienten und beharrte, sie habe ihre Entscheidung zum Wohle der Kinder gefällt.

Und auch sonst geht einiges nach dem Motto: „Legal – illegal – ganz egal“. Die als Kundenkontakt genannte Person auf der deutschen Webseite von VisionWorks stellt dort deutlich heraus, dass sie an der Universität Frankfurt beschäftigt ist: „Sie ist Leiterin einer Weiterbildungs- und Dienstleistungseinrichtung an der Goethe-Universität Frankfurt.“[4] Sie gibt sogar ihre universitäre Dienstanschrift als Kontaktadresse für VisionWorks-Interessenten an. Das heißt, dass sie ihre berufliche Position nutzt, um ihre Aktivitäten bei VisionWorks zu fördern – auf ihrer beruflichen Webseite erwähnt sie PoV dagegen nicht. Und offenbar an ihrem Arbeitsplatz genug Zeit hat, den Nebenjob gleich mit zu erledigen. Immerhin ist die Dame im Öffentlichen Dienst angestellt, da hoffen wir doch, dass der Arbeitgeber diese Nebentätigkeit auch genehmigt hat und noch mehr, dass diese auch im Einklang mit den Fakten geschildert wurde; allerdings wird der Arbeitgeber davon ausgehen, dass der Nebenjob nicht in die bezahlte Arbeitszeit fällt. Ein öffentlicher Arbeitgeber im Bildungsbereich und eine Nebentätigkeit in einem Pyramidensystem mit totalitären Anklängen (siehe unten) ist jedenfalls keine gelungene Kombination.

Auch in einem weiteren Fall nutzt eine deutsche Trainerin Level 1 ihre berufliche Tätigkeit als Betreuerin, um ihr Kursangebot für PoV aufzuwerten und führt Kurse auch in den Räumlichkeiten ihres Betreuungsbüros durch. Nach eigener Darstellung setzt diese Trainerin in den von ihr geleiteten Kursen und Seminaren „Techniken (z. B. Aufstellungen, Kartenlegen, Energiearbeit mit Engeln, etc.)“ ein, mit denen „ein Heilfeld in dem körperliche, geistig-seelische Blockaden gelöst werden können“ geschaffen werde. Ja sicher. Wenn wir einmal betreuungsbedürftig werden, möchten wir am liebsten eine (gerichtlich bestellte!) Betreuerin, die uns die Karten legt, um zu entscheiden, ob wir weiterhin im eigenen Haus wohnen dürfen oder ins Heim kommen. Da leuchtet doch die Seriosität aus jedem Knopfloch. Diese Trainerin erwähnt in ihrem Profil auf der PoV-Webseite ferner, dass sie ebenfalls eine Ausbildung als NLP-Trainerin habe.

Natürlich ist VisionWorks wie auch PoV nicht wissenschaftlich anerkannt; Peer Reviews oder eine Supervision gibt es nicht. Obwohl das Programm nach Eigendarstellung von Lehrkräften entwickelt wurde, finden sich auf der Webseite Aussagen, dass es für „Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren, also ab der 5. Klasse“ geeignet sei[5]. Es fällt schwer vorzustellen, dass Lehrkräfte offenbar so wenig Ahnung davon haben, wie alt Schüler in welcher Klassenstufe sind.

Aussagen zu Programminhalten sind vage gehalten und stellen sich eher als Universalschlüssel dar:

Das Verhalten im Unterricht wird sich verbessern, bessere schulische Resultate und stärkere Bindungen. Kollegium und Schüler werden sich weniger unter Stress fühlen. Die Schulgemeinschaft wird glücklicher.

Sie werden erleben, wie sich das Verhalten im Unterricht durch gesteigertes Selbstwertgefühl und besseres Selbstmanagement verbessert. Beziehungen im Kollegium werden sich deutlich verbessern. Klassen werden ruhiger, daher wird sich das Lernen bei allen verbessern.

In diesem Seminar werden wir die Ursachen des Verhaltens genau erkennen und aufzeigen, wie einfache Strategien Schülern ein neues Bewusstsein und Kraft für eine steigende Zahl von positiven Entscheidungen bezüglich ihres Verhaltens sowie wirksamere Wege ermöglichen, sich selbst und ihr Verhalten zu managen.

Neben bloßen Versprechungen (alles wird guuuuut besser) auch noch „einfache Strategien“ und Instantlösungen auf dem Abkürzungsweg anstelle von Entwicklungsprozessen. Dahinter steht ein mechanistisches Menschenbild, bei dem der gleiche Input in jedem Fall in derselben Zeit zum gleichen Output führen muss – wenn nicht, liegt der Fehler nicht im System, sondern beim Anwender (mehr Workshops, mehr Seminare…).

Gestresste Lehrkräfte werden mit den folgenden Slogans angesprochen:
„Optimierung der Klassenlehrerstunde durch einfache, sofort nutzbare Module
Verbesserung des Verhaltens und der Toleranz der Schüler
Etablierung einer gemeinsamen Sprache, um Konflikte und Meinungsunterschiede zu handhaben.“
[6]

Hier wird es nun gänzlich finster: „Optimierung“ mit „einfache[n] Module[n]“ bildet wiederum das mechanistische Menschenbild ab, aber das Etablieren einer gemeinsamen Sprache läuft letztlich darauf hinaus, diejenigen aus der Kommunikation auszugrenzen, denen diese gemeinsame Sprache aus umdefinierten Begriffen nicht geläufig ist – sowie darauf, dass die Anwender dieser Sprache aufgrund der Umdefinierungen nicht mehr problemlos mit Außenstehenden kommunizieren können, so dass Außenkontakte oftmals allmählich heruntergefahren werden. Und Konflikte und Meinungsunterschiede sollen „gehandhabt“ werden – offenbar lässt da Scientology grüßen! Wie sich die Toleranz der Schüler verbessern soll, wenn Meinungsunterschiede und Konflikte noch vor dem Entstehen aufgelöst werden sollen, kann ebenfalls nicht erläutert werden (man kann natürlich leicht tolerant sein, wenn alle dieselbe Meinung haben).

Dies läuft den offiziellen Bildungszielen zuwider, nach denen Schüler auf das Leben in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft vorbereitet werden sollen, in der Meinungsunterschiede normal sind und auch ausgehalten werden müssen und Konflikte ebenfalls nicht „gehandhabt“ werden, sondern Lösungen aktiv zu erarbeiten sind, die möglichst alle einschließen. Kinder und Jugendliche werden somit bei VisionWorks einem Programm ausgesetzt, das totalitäre Strategien anwendet und als Fortschritt propagiert. Hiermit stehen die Anbieter von VisionWorks jedoch nicht mehr auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Bei Scientology hat dies dafür gereicht, dass die angebliche Kirche von unseren Schlapphüten beobachtet wurde. Diesen Anspruch erhebt PoV zwar nicht, ist aber mit der Selbstdefinition „sowohl Heilungsmodell wie auch eine globale Gemeinschaft von Menschen, die dieses Modell lehren und praktizieren“ offenbar bereits auf dem langen Marsch. Globale Gemeinschaft? — „… und morgen die ganze Welt“?


[1]http://jeanette-weyer.de/8.html

[2]http://jeanette-weyer.de/8.html

[3]http://www.mopo.de/nachrichten/kita-chefin-veruntreut-41000-euro—honolulu-jutta–und-ihre-esoterik-trips,5067140,28044226.html, http://www.bergedorfer-zeitung.de/bergedorf/article131237073/Prozess-Kita-Chefin-Jutta-L-lehnt-Deal-ab.htm

[4]http://www.vision-works.org/wer-wir-sind/

[5]http://www.vision-works.org/was-ist-vision-works/was-ist-vision-works-programme/

[6]http://www.pov-int.eu/uber-uns/visionworks-%E2%80%93-das-schulprogramm/

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-iii-wir-kriegen-euch-alle-multitasking-im-pyramidensystem/feed/ 6
Psychology of Vision III – “We’ll get you all”: Multitasking in a pyramid schemehttp://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-iii-well-get-you-all-multitasking-in-a-pyramid-system/ http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-iii-well-get-you-all-multitasking-in-a-pyramid-system/#comments Wed, 21 Jan 2015 11:11:07 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15451 As we have seen before, PoV employs strategies to lure in clients and keep them. The courses for „Steps to Leadership“ address a higher income business audience resp. persons who intend to qualify for executive functions.

Chuck&Lency are grateful German clients keep their fridge filled

Chuck&Lency are grateful German clients keep their fridge filled

Chuck&Lency are grateful German clients keep their fridge filled

However, public funding is always welcome. A PoV vendor from Northrhine-Westfalia sells courses in Steps to Leadership lasting seven weekends and one Saturday. The prices asked are € 1,390 for one person, couples will pay € 1,200 per person, and unemployed persons will pay € 1,000. Additionally, possibilities of public funding and subventions are lined out:

The Department for Employment, Integration, and Social Issues of the federal state of NRW may grant subsidies provided certain prerequisites are being met (a so-called Educational Cheque), or the Department of Education and Research may grant a so-called Educational Premium. […] [1]

[1]

How does a non-recognised, non-validated pyramid scheme without peer review trying to give itself the air of a pseudo-scientific appearance go together with (gasp) education? How can a federal state department „recognise“ such a mumbo-jumbo? Are they getting their homework done in the department every now and then? Hard to believe, in particular when one reads the description of PoV as provided by this vendor:

“Psychology of Vision is a groundbreaking healing model developed by Dr. Chuck and Lency Spezzano combining modern psychological know-how with the human emotional world. It demonstrates clearly how our inner and outer worlds are connected, what gives us back the power of decision to change of life, to recognise current challenges and to handle them.

Psychology of Vision deals with two main elements of our life: our relationships and our personal individual responsibility.“[2]

Healing model? Relationships? Emotional world? Perhaps we can also apply for a subsidy for a highly scientific course in lawn mowing in Northrhine-Westfalia? (Perhaps a subsidy for a course in lawn mowing is more appropriate than one for PoV.)

Apart from Steps to Leadership, there is another programme, although from its descriptions on PoV websites it is hard to tell whether this is an „official“ part of PoV or a tolerated sideline which trainers may use to generate a little income. PoV websites propagate it along other PoV programmes. We are speaking of „VisionWorks“, originally developed by British PoV trainer Sue Allen. This programme intends to apply PoV methods in schools. Although the alleged advantages for students are being emphasised, the programme primarily addresses school administrations and staff who are expected to book courses to function as multipliers and channel further clients into these courses.

The English VisionWorks website names 17 schools allegedly working according to their programme; their German-language sites do not provide a similar list, but one school on their website informs they apply VisionWorks with their 5th grades.

A Hamburg kindergarten also applies PoV, although at least VisionWorks is said to be recommended from an age of 10 years plus. An ad at Cylex, a classified online directory, lists 16 tags in the kindergarten profile, eight of which are definitely PoV-related and highlighted by capitals. The kindergarten particularly advertises its emphasis on foreign languages; an interesting aspect is whether parents are aware their children probably are also introduced to a pyramid scheme with its own linguistic redefinitions.

Chuck&Lency also say thanks to her for keeping them well-fed

An employee of this kindergarten was tried in 2014 for embezzling monies to pay participation in various Newage seminars in 2007/2008; she had misspent more than € 41,000 from company coffers which apparently caused IRS to get their tax fraud department going who secured evidence in a raid. These seminars were titled „Restoration of Love“, „All is relationship“, or „Healing the Inner Child“ and took place in Malaga and Honolulu.[3] Quite incidentially, PoV did happen to offer seminars with these titles in Malaga and Honolulu in 2007/2008. The employee, even years later, argued in front of the court that the seminars allegedly served personality development and insisted her decision was taken for the children’s good.

This isn’t the only incident in which the motto seems to be „We don’t give a damn whether it’s legal or illegal“. The person named as a contact for customers on the German VisionWorks website emphasises she is employed with Frankfurt University: „She is the head of an institution for vocational training and services at Goethe University Frankfurt“.[4] She even supplies her University business address for persons interested in VisionWorks to make a contact. This means she exploits her professional position to promote her activities with VisionWorks – while her professional website does not mention PoV at all. What’s more, she apparently has lots of time for a sideline to do at the same desk. As the lady happens to be employed in public service, we very much hope her employer did get a chance to approve of the second job, and we hope even more that this sideline has been described truthfully…; still, the employer will most probably assume the side job is not done during any time paid by them. A public employer in the field of education and a side job in a pyramid scheme with totalitarian aspects (cf. further down), however, may not be regarded a felicitous combination.

Another German PoV trainer (level 1) also exploits her profession as a legal guardian to promote her PoV courses and also uses the premises of her official bureau for PoV seminars. According to information provided on her website, she employs techniques like „family constellations, card readings, energy work with angels etc.“ to create a „healing environment in which physical, mental-psychological blockades may be solved“. Yeah, sure. If and when we were in need of a legal guardian, nothing beats a (court-appointed) legal guardian who first reads us the cards to decide whether we can continue living in our home or need to be taken to an institution. That’s simply dripping with respectability. In her profile pulished at the PoV website, this trainer also mentions she has been educated as an NLP trainer.

Of course, VisionWorks, same as PoV, lacks scientific recognition; there is no peer review and no supervision. Although the programme is said to have been developed by teachers, the websites explain it was suited for children „aged 7 to 10, i.e. from grade 4, in particular for grades 5 and 6“[5]. It is hard to imagine that teachers should not be in a position to know what age students will be in which grade.

Comments regarding the contents of the programme are vague and present themselves rather as a cure-all:

“There will be improved classroom behaviour, better academic results and stronger relationships. Staff and students will feel less stressed. The school community will be a happier one”

“You will see improved classroom behaviour through raised self-esteem and increased self-management. Relationships across the board will show a marked improvement. Classes will be more settled, therefore everyone’s learning will improve”

“In this seminar we pinpoint the root causes of behaviour and demonstrate how simple strategies can give pupils new awareness and power to make more positive choices about their behaviour, and more effective ways to manage themselves and their behaviour.”

Additionally to mere promises (all will be gooood even better), there’s „simple strategies“ and shortcuts to instant solutions instead of development processes. This is based on a mechanistic image of human beings with a firm belief that the same input will result in the same output taking the same amount of time in every case – if it doesn’t, it’s not the system to catch the blame, but the client (more workshops, more seminars …).

Stressed teachers are addressed with the following slogans:
“Optimising of homeroom classes with simple moduls immediately useable. Improving of behaviour and tolerance in students. Establishing a common language in order to handle conflicts and differing views.“[6]

So it gets even worse: „Optimising“ with „simple modules“ once again points to the mechanistic image of human beings, but establishing a common language implies that any person not familiar with this „common“ language made up of redefined terms will be excluded from communication – and users of such a language will not be able to communicate with outsiders without problems, so that contacts to the outside often get reduced more and more. Conflicts and differences in opinion furthermore are to be „handled“ – with compliments from Scientology? How tolerance may be learned, let alone improved when differences in opinion and conflicts are meant to be dissolved even before they occur does not get explained (well, apparently it is easy to be tolerant when everybody shares the same opinion).

This runs contrary to the official aims of education which state that schools will prepare students to take an active part in a democratic and pluralist society in which differences in opinion are usual and must be suffered, and conflicts will not be „handled“ but students are expected to learn how to actively achieve at inclusive solutions. Children and adolescents at VisionWorks will be subject to a programme making use of totalitarian strategies which VisionWorks propagates as a progress. This means that the vendors of VisionWorks have left the common ground of free democratic basic order.

With Scientology, this was sufficient for the alleged church to be observed by our spooks. While PoV does not claim to be a church, but with a definition of „both a healing model as well as a global community of people teaching and practicing this model“, they seem to have already begun the Long March. Global community? — „… and tomorrow ze vorld“?


[1] http://jeanette-weyer.de/8.html

[2] http://jeanette-weyer.de/8.html

[3] http://www.mopo.de/nachrichten/kita-chefin-veruntreut-41000-euro—honolulu-jutta–und-ihre-esoterik-trips,5067140,28044226.html, http://www.bergedorfer-zeitung.de/bergedorf/article131237073/Prozess-Kita-Chefin-Jutta-L-lehnt-Deal-ab.htm

[4] http://www.vision-works.org/wer-wir-sind/

[5] http://www.vision-works.org/was-ist-vision-works/was-ist-vision-works-programme/

[6] http://www.pov-int.eu/uber-uns/visionworks-%E2%80%93-das-schulprogramm/

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-iii-well-get-you-all-multitasking-in-a-pyramid-system/feed/ 0
Psychology of Vision II – Staatsknete abgreifen, Spenden fordern und den Wohltäter mimenhttp://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-ii-staatsknete-abgreifen-spenden-fordern-und-den-wohltaeter-mimen/ http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-ii-staatsknete-abgreifen-spenden-fordern-und-den-wohltaeter-mimen/#comments Sun, 18 Jan 2015 10:25:35 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15190 Bevor sich unsere Leser um ihre Steuergelder sorgen: das findet nicht hierzulande statt, sondern in Kanada. Methoden und Vorgehen werden dadurch nicht weniger perfide und verdienen, ins Auge gefasst zu werden.

Kanada hat, wie die USA, eine indigene Bevölkerung, die von Staats wegen nicht sonderlich gut behandelt wurde. In Kanada gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Reservationen, die aber meist nicht gesamten Ethnien zugeteilt wurden, sondern einzelnen Gruppen oder Siedlungen einer Ethnie. Bei den alten Römern nannte sich dies: divide et impera. Angehörige dieser Gruppen wurden als „Status Indian“ anerkannt. Nun sind indigene Bevölkerungen ja auch immer irgendwie eine Erinnerung daran, dass das Land an und für sich mal anderen Leuten gehört hat, was unbequem drücken kann – andererseits will der gute Kolonialist natürlich „die Wilden“ zivilisieren und weiß, was für diese gut ist.

Der Zivilisierung dienen sollten z.B. sogenannte Residential Schools (Schulinternate) für indigene Kinder und Jugendliche. Die Internate (das letzte wurde erst 1996 geschlossen) lagen meist weit entfernt von ihren Heimatgemeinden, so dass Familienaufenthalte höchstens in den Sommerferien zustande kamen. Diese Internate waren nun in der Tat keine Sommerfrische: häufig von verschiedenen Kirchen unterhalten, wollte man indigene Kinder zivilisieren und christianisieren, und achja: auch ein wenig bilden. Unterhaltungen in der Muttersprache waren verboten und wurden brutal bestraft, die Herkunftskulturen wurden als minderwertig diffamiert. Versorgung und Unterbringung waren grauenhaft; viele Kinder verstarben an grassierenden Infektionskrankheiten, bei Fluchtversuchen und durch Selbstmord. Zudem wurden viele Kinder und Jugendliche in diesen Internaten Opfer physischer, psychischer und sexueller Gewalt. Dies wurde vor einigen Jahren in Kanada thematisiert und die Regierung sah sich genötigt, Gelder zur Behandlung der überlebenden Opfer zur Verfügung zu stellen. Insgesamt machte sie für die Therapie der traumatisierten indigenen Personen eine Summe von CAD 500 Millionen locker. Der Haken? Es wurden z. B. keine (in vielen Fällen angebrachten) Einzeltherapien bezahlt, sondern nur Gruppentherapien. Ein Artikel bietet einen Überblick, wie sich Scharlatane und Quacksalber zum Absahnen aufmachten und Health Canada lieber nicht zur Kenntnis nehmen wollte, dass es sich z. B. bei Neurolinguistischem Programmieren und anderen Schwurbelangeboten um Esoterik handelt.

Chuck Spezzano

Chuck Spezzano – Gründer von PoV

Auch PoV hüpfte auf den Zug und fiel im Bundesstaat British Columbia ein; schließlich ist man ja angetreten, „den Planeten zu heilen“. Und überhaupt ist man ja sooo toll zu den Indianern, die selbstverständlich ordentlich dankbar sind – der „weiße Vater“ weiß schließlich genau, was für seine „roten Kinder“ gut ist. Sowieso hat PoV dieselben Werte wie indigene Kulturen – sagen die Spezzanos, und überall, wo PoV aufschlägt, komme es zu einer „Renaissance indigener Kultur“.

Übrigens ist einer der Grundsätze bei PoV, dass einem nur das widerfahre, was man selbst zuvor anderen angetan hat oder noch antut. Wie ein solcher gequirlter Schwurbelmist bei Überlebenden sexueller Gewalt und systematischer Misshandlungen ankommen muss und welche zusätzlichen Traumata ausgelöst werden, mag man sich gar nicht vorstellen.

PoV erweckt auch gerne den Eindruck, man „behandele“ indigene Personen für umme: nein, die Seminargebühren werden nur leicht reduziert. So z. B. bei diesem Seminar von CAD 460 auf CAD 360, jeweils plus Steuern. Natürlich sollen auch indigene Kunden möglichst das 100-Tage-Programm sowie die anderen Programme abreiten. Die reduzierten Preise holt man durch weltweite regelmäßige Sammlungen bei anderen PoV-Mitgliedern wieder herein, die freigiebig für einen „First Nations Fund“ spenden dürfen, mit dem PoV jedoch angeblich gar nichts zu tun hat: das sei eine Aktivität der Mitglieder.

Susan How, mManagerin des First Nation Fund

Susan How, Managerin des First Nation Fund

Auch intern gibt es erhebliche Anreize, PoV-Seminare in indigenen Gemeinden zu organisieren, da die Kursleiter in diesen Fällen alle ihnen entstehenden Kosten erstattet bekommen, die bei Seminaren außerhalb dieses Kontextes natürlich von den Kursleitern selbst zu tragen sind. Die jährlich anfallenden Trainerlizenzen können ebenfalls mit für indigene Kundschaft angebotenen Seminaren ganz oder teilweise verrechnet werden. Sagt Kapitel K des PoV-Trainerhandbuchs. Pro ganzem Seminartag kann der Trainer die Lizenzgebühren damit um $350 reduzieren.

Apropos Behandlung: wir sollten uns nochmals vergegenwärtigen, dass es sich bei PoV um keine anerkannte psychologische Methode handelt – noch nicht einmal um eine psychologische Methode. Eine Peer Review hat nie stattgefunden. PoV wird dennoch in einer in Deutschland verfassten Dissertation erwähnt: als esoterische Selbstoptimierungstherapie in einer Aufzählung mit vielen anderen Schwurbel- und Quackmethoden.

Auf eigenen Webseiten wird das folgendermaßen verschwurbelt:

Psychology of Vision is both a healing model and a global community of people teaching and practicing that model. Psychology of Vision is a path of the heart that has helped tens of thousands of people around the world through seminars, one-to-one coaching and its many products and publications. It has helped people improve their lives, their relationships and their health by giving them an understanding of themselves and others, and giving them insights into the events in their lives. It is a model that teaches emotional intelligence through a remembering of Self.[1]Psychology of Vision ist sowohl ein Heilungsmodell wie auch eine globale Gemeinschaft von Menschen, die dieses Modell lehren und praktizieren. Psychology of Vision ist ein Pfad des Herzens, der zehntausenden Menschen auf der Welt durch Seminare, Einzelberatungen und seine vielen Produkte und Publikationen geholfen hat. Sie [PoV] hat Menschen geholfen, ihr Leben, ihre Beziehungen und ihre Gesundheit zu verbessern, indem sie ihnen ein Verständnis von sich selbst und anderen und Einsichten in Ereignisse in ihrem Leben ermöglicht hat. Sie ist ein Modell, das emotionale Intelligenz durch das Erinnern des Selbst lehrt.

Der Herr Beziehungsretter mutiert also intern zum Heiler. Die Verquickung des behaupteten Heilungsmodells mit einer angeblich globalen Gemeinschaft zeigt eine sektenähnliche Struktur bei PoV auf. Zusätzlich wird durch die Erwähnung von „Seminaren, Einzelberatungen und seine vielen Produkte und Publikationen“ der kommerzielle Charakter von PoV herausgestellt und damit letztlich eingeräumt, dass es sich um keine Therapie handelt. Apropos „kommerziell“: auf einer PoV-Webseite wird Spezzanos Europareise angekündigt und erläutert, dass Spezzano im April und Juli 2014 in England für „private Beratungssitzungen“ zur Verfügung stehe und – „Seine Gebühr beträgt £700 für eine einstündige Sitzung“[2]. Na, von dem Stundenlohn träumt jede Gewerkschaft.

PoV bevorzugt als indigene Kunden offenbar Personen, die in den örtlichen tribalen Verwaltungen arbeiten. Aus dem Trainerhandbuch von PoV geht hervor, dass mindestens beim internen Aufstieg zu höheren Positionen Selbstverpflichtungen und Erklärungen anstehen, wie der Kandidat dazu beizutragen gedenke, „den Planeten zu heilen“. Tipps dazu werden gleich mitgeliefert: Kollegen und vor allem Vorgesetzte in der Verwaltung, aber auch Familie und Freunde sowie auch Angehörige der traditionellen tribalen sozialen und politischen Strukturen (bei den Ethnien in British Columbia häufig erbliche Positionen) an PoV-Methoden heranzuführen und zur Übernahme und Anwendung zu veranlassen. Also ein gewöhnliches Schneeballsystem, in dem die Opfer weitere Opfer rekrutieren müssen und so allmählich zu Tätern „aufsteigen“. Insbesondere, wenn Verwaltungsmitarbeiter gegenüber PoV Erfolgsberichte abgeben müssen (vierteljährlich), ist eine Einflussnahme auf weitere Angehörige der Ethnie vorstellbar, denn in vielen Reservationen ist die Verwaltung ein wichtiger, teils sogar der einzige größere Arbeitgeber vor Ort, und auch weitere wichtige Bereiche wie Wohnungsbau, die Verwaltung und Verteilung von Erträgen aus Gemeinschaftsbesitz, Vergabe von Qualifizierungsmöglichkeiten, Zuschüssen etc. bieten Möglichkeiten, den Zustrom in PoV-Seminare zu lenken.

Hier entsteht das Bild eines Spinnennetzes, in dem Kunden sich verfangen und nicht mehr freikommen (sollen). Jetzt sind wir neugierig – schauen wir doch im Teil III gleich mal, ob PoV in Europa ähnliche Strategien anwendet oder ob es hier beim Beziehungskitten (Spezzano verkauft u.a. ein „Beziehungs-Notfallset“ — nein, liebe Leser, ihr seid Ferkel mit unreinem Gemüt, es geht wirklich nur darum, dass ihr euren Partner/eure Partnerin mit Uhu am Sessel bei euch behaltet!) bleibt.


[1]http://povcanada.com/about-us/

[2]http://www.povevents.com/chuck-spezzano/private-coaching-chuck-spezzano/

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-ii-staatsknete-abgreifen-spenden-fordern-und-den-wohltaeter-mimen/feed/ 0
Psychology of Vision II – Grabbing state money, demanding donations, and still mimicking the benefactorhttp://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-ii-grabbing-state-money-demanding-donations-and-still-mimicking-the-benefactor/ http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-ii-grabbing-state-money-demanding-donations-and-still-mimicking-the-benefactor/#comments Sun, 18 Jan 2015 10:24:29 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15440 Not to worry our European readers about where their tax money goes to: this is happening in Canada. Methods and practices aren’t any less perfiduous and merit a closer look.

Canada, same as the USA, has an indigenous population who were not always treated nicely by the government. There is a multitude of reservations, mostly not alloted to entire ethnicities, but to individual groups or villages of an indigenous nation. In ancient Rome, this was called: divide et impera. Members of these groups were recognized as „Status Indians“. However, indigenous populations always present a reminder to the fact that the land once belonged to other people, which is a fact that may be inconveniently aggrieving – on the other hand, the good colonialist aims at civilising the „savages“ and knows what’s best for them.

One measure of civilising were the so-called Residential Schools for indigenous children and adolescents. These schools (the last one being closed only in 1996) mostly were far away from the students’ home communities, so that family life was more or less restricted to the summer holidays. However, the schools weren’t exactly what one calls a summer resort: many of them kept by a particular religious denomination, they aimed at civilising and christianising indigenous children, and oh yes: educate them a little. Use of their mother tongue was strictly forbidden and got punished brutally, the cultures of origin were defamed as inferior. Accomodation and care were gruesome; many children died from raging infectuous diseases, in attempts to escape, or by suicide. Many of the children also became victims of physical, psychological, and sexual violence. A few years ago, this issue was taken up in Canada, and the government offered money to pay for a respective treatment of the survivors. All in all, the Canadian government coughed up some CAD 500 million for the treatment of traumatised indigenous persons. Where’s the hitch? E.g. that no one-to-one counselling was paid for although appropriate in many cases, but only group therapy. An article offers some further information regarding how quacks and charlatans hopped on the gravy train, and how Health Canada prefered not to notice that e.g. Neurolinguistic Programming and other quack therapies were purely Newage.

Chuck Spezzano - Founder of PoV

Chuck Spezzano – Founder of PoV

PoV also jumped on the bandwaggon and descended on British Columbia; after all they are determined to „heal the planet“. Anyways, one happens to be soooo nice towards the Indians who of course are really and duly grateful – the „white father“ of course knowing exactly what is good for his „red children“. And actually PoV has got the same values as indigenous cultures – the Spezzanos say, and everywhere PoV turns up, a „renaissance of indigenous culture“ is said to take place.

One of PoV’s principles, by the way, is that a person will only experience what they have done to others before or are still doing to others. One hesitates to imagine what such a load of BS does to survivors of sexual violence and systematic abuse, and which additional traumata will be caused.

PoV also does not mind to evoke the impression they were „treating“ indigenous persons for free: no, they only give slight reductions on seminar fees. So e.g. for this seminar, with a reduction to CAD 360 from an original CAD 460, both plus tax. Of course, indigenous clients are also expected to complete the „100 day program“ as well as other programmes. The reduced prices are made up for by worldwide fund raisers with PoV members who may generously donate to a „First Nations Fund“, which PoV denies having anything to do with and claim it was an activity entirely organised by their membership.

Susan How, manager of the First Nation Fund

Susan How, manager of the First Nation Fund

There are also various incentives to organise PoV seminars in indigenous communities, as instructors in this case will have all expenses refunded which of course otherwise have to be covered by instructors themselves. The annual trainer’s licences may also be worked off, either in part or completely, with seminars for a predominantly indigenous clientele. This is what Section K of the PoV Trainers’ Manual says. Per full seminar day, trainers may deduct the amount of $ 350 from the annual licence fee.

Speaking of treatment: it is probably apt to remind our readers that PoV is no recognised psychological method – it isn’t even a psychological method to begin with. A peer review never took place. Still, PoV does get mentioned in a German thesis: as a Newage self-optimising therapy in a list of numerous other methods of quackery and charlatanry.

On PoV websites, the following smoke grenades are employed to dupe customers:

Psychology of Vision is both a healing model and a global community of people teaching and practicing that model. Psychology of Vision is a path of the heart that has helped tens of thousands of people around the world through seminars, one-to-one coaching and its many products and publications. It has helped people improve their lives, their relationships and their health by giving them an understanding of themselves and others, and giving them insights into the events in their lives. It is a model that teaches emotional intelligence through a remembering of Self.

Inside PoV, our great saviour of relationships apparently mutates into a healer. The combination of a claimed healing model with an alleged global community points to a cult-like structure in PoV. Additionally, its commercial character is emphasised by references to „seminars, individual counselling and many products and publications“ which ultimately means they concede PoV is no therapy. Speaking of „commercial“: a PoV website announced Spezzano’s coming to Enland in April and July 2014 and pointed out he would be available for private counselling and – „His fee for a one-hour session is £700“[2]. Now, isn’t this an hourly wage that will cause watery eyes in seasoned trade union members?

In the way of indigenous clients, PoV seems to prefer persons working in local tribal administrations. As the Trainers’ Manual explains, advancement to higher positions also means a commitment to and declaration of how the candidate intends to contribute to „healing the planet“. The Manual even provides a few hints: introducing colleagues and above all seniors in tribal administrations, but also family and friends as well as members of traditional tribal social and political structures (which are often hereditary with the First Nations in British Columbia) to PoV methods and urging them to adopt and apply these methods on further persons. So this is a usual pyramid system, in which victims are required to recruit more victims and thus eventually „advance“ to being perpetrators. In particular when members of tribal administrations have to hand in quarterly reports of success, their taking an influence on further members of their ethnic group becomes conceivable, since in many reserves, tribal administrations are an important, sometimes even the only large local employer. Additionally, further important areas like housing, administration and allocation of profits from commonly held property, access to qualification measures, benefits etc. offer possibilities to channel inflow to PoV seminars.

This creates the image of a cobweb in which clients get entangled and caught. We’re getting curious now, so in part III, we will be looking at PoV structures in Europe and whether they will apply similar strategies or whether they will stick to mending relationships (Spezzano does sell a „relationship emergency kit“ — and no, dear readers, I’m afraid you’ve got an impure mind, it’s really just about how to put some glue on your partner’s chair make your partner stay.


[1]http://povcanada.com/about-us/

[2]http://www.poveve

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-ii-grabbing-state-money-demanding-donations-and-still-mimicking-the-benefactor/feed/ 0
Prof. Walach – bitte, Gnade, Gnade!http://blog.psiram.com/2015/01/prof-walach-bitte-gnade-gnade/ http://blog.psiram.com/2015/01/prof-walach-bitte-gnade-gnade/#comments Fri, 16 Jan 2015 10:11:44 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15412 Eigentlich möchte man sich mit Professor Walach gar nicht mehr beschäftigen; man fragt sich im Grunde nur: Warum gibt es dessen Institut noch immer? Die Hochschulkommission hatte ja schon 2012 die Schließung empfohlen.

Aber der gute Mann ist noch immer in Amt und Würden und macht von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch. Beim letzten Text, bei dem es sich um Fortschritt dreht (Zitat: “Ich bin nicht gegen Fortschritt”), muss man sich bereits in der Einleitung arg zusammenreißen, um kein Loch in die Tischplatte zu beißen.

Der Text beginnt mit dem Satz:

Wie lange, schätzen Sie, dauerte zur Zeit der Römer eine Kurierpost von London nach Rom? Eine Woche? Länger? Nein: drei Tage. Ziemlich genau. Und heute? Schätzungsweise 3 Tage: abends nach Heathrow, nachts geflogen, morgens sortiert und am andern Tag ausgetragen. [1]

Ähmm, nein? London – Rom 3 Tage zur Römerzeit? Wie das denn bitte? Hatten die etwa schon Kozyrev-Spiegel?

Vielleicht liefert ja [1] einen Hinweis, wie er auf diese absurden Werte kommt:

[1] Klar, die römische Kurierpost war nur für Kaiser, Beamte und Militär und nicht für jedermann, aber immerhin. Die Information habe ich aus einem Artikel in der Tageszeitung „The Independent“, den ich nicht mehr lokalisieren kann. Ich hoffe, der Journalist hat sauber recherchiert; ich habe die Information nicht geprüft. Aber sie ist ziemlich plausibel. Über Land beträgt die Distanz zwischen Rom und London etwa 1870 km. Rechnet man damit, dass die Römer alle 30 bis 50 km Poststationen mit frischen Pferden und Kurierreitern hatten, keine Pause einlegten, auch in der Nacht nicht – schließlich waren alle Straßen gepflastert – dann war die Distanz bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 30 km pro Stunde in 62 Stunden zu überwinden, also weniger als 3 Tagen.

Ja, das ist die Recherche-Methodik, die wir von Hogwarts an der Oder gewohnt sind und lieben gelernt haben.

Also, lieber Professor Walach, den römischen Kurierdienst, von dem sie da sprechen, den nennt man Cursus publicus. Und tatsächlich, dieser Dienst war eindrucksvoll. Im Durchschnitt war er in der Lage, etwa 70 Kilometer pro Tag zurückzulegen.

Als historisches Beispiel für die Leistungsfähigkeit des Cursus publicus mag zum Beispiel die Nachricht vom Tod des Gaius Cäsar, des designierten Nachfolgers von Kaiser Augustus, genannt sein. Er starb am 21. Februar, AD 4 in der heutigen Türkei, für die fast 2.200 km nach Pisa benötigte sie nicht weniger als 36 Tage.

Das mag dem heutigen Leser, der oft binnen 36 Sekunden (per Twitter und Facebook) erfährt, dass in China gerade ein Sack Reis umgefallen ist, lange erscheinen. Aber es entspricht üblichen Reisegeschwindigkeiten zu jener Zeit.

Gut, Herr Walach wollte aus seiner mit heißer Nadel genähten Einleitung keine Doktorarbeit machen und wenn man die Qualitätskriterien seines Instituts anlegt: Was regen wir uns auf? Schwamm drüber.

Eine kleine Anmerkung vielleicht noch: Auch der ganze Vergleich hinkt. Im angesprochenen Vergleich ging es nicht um Waren, sondern um den Transport von Informationen.

Herr Walach, schon mal was von so neumodischen Erfindungen wie dem Telefon gehört? Ok, Telegraphie vielleicht? Nein, nicht Telepathie. Ach, vergessen wir es. Schwamm drüber.

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/prof-walach-bitte-gnade-gnade/feed/ 19
Psychology of Vision I – die Kunden zahlen fürs Hypnotisiertwerden und Heulenhttp://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-i-die-kunden-zahlen-fuers-hypnotisiertwerden-und-heulen/ http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-i-die-kunden-zahlen-fuers-hypnotisiertwerden-und-heulen/#comments Wed, 14 Jan 2015 07:19:02 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15188 Wir möchten unsere Leser auf ein Angebot auf dem Psychomarkt aufmerksam machen, das seitens kritischer Projekte zu wenig Beachtung findet: die Psychology of Vision. Dieses Unternehmen ist in mehreren Ländern aktiv: Kanada, VR China, Singapur, Taiwan, Japan, Großbritannien, D-A-CH, Hawaii. Gegründet wurde PoV von Charles „Chuck“ Spezzano und seiner Frau Lenora „Lency“, US-Bürgern aus Hawaii.

Chuck im Hawaii-ShirtSpezzanos Lebenslauf ist etwas gewunden: zunächst studierte er Theologie, trat einem Orden bei, legte auch erste Gelübde ab und studierte Philosophie und Psychologie, die er mit einem Bachelor abschloss. Danach verließ er den Orden und setzte sein Studium in San Diego fort, wo er einen Doktortitel in Beratungspsychologie erwarb.
Ende 1979 eröffnete er eine eigene Praxis als Ehe- und Familienberater. Entsprechend lässt sich eine Lizenz in California ermitteln, die aber 1990 auslief; in Hawaii, wo Spezzano seit Anfang der 1980er lebt, beantragte er keine Lizenz als Berater. Statt dessen begann er mit Psychology of Vision, in deren Hintergrund eine Firma „Spezzano & Associates Ltd.“ steht.

Schaut man das Angebot an Seminaren an, fällt zunächst auf, dass PoV-Veranstaltungen eigentlich überall stattfinden – in den USA aber nur auf Hawaii. In den anderen 49 Bundesstaaten: Fehlanzeige. Dies mag Gründe haben.

Im deutschsprachigen Raum wird Spezzano als Beziehungsexperte hochgelobt und will uns beibringen, wie wir Partnerschaften wieder kitten bzw. überhaupt erstmal eine finden. Hierzu gibt es alljährlich zweimal Vortragsreisen in mehrere europäische Länder, bei denen Spezzano die Zuhörer so hemmungslos zum Heulen bringt, dass die Veranstalter vorher lieber auf jeden Platz im Saal eine Packung Kleenex stellen. Alternativ kann man noch lernen, wie man mit wirklich jedem auskommt (wollen wir das eigentlich?) und flankierend können etliche Kartensets erworben werden. Bücher, DVDs, Tarotkartensets, Audiobücher werden über eigene Onlineshops und Webseiten sowie über Amazon reichlich angeboten.

Die Veranstaltungen mit kollektivem Schluchzen werden in Deutschland z.B. vom Frankfurter Ring und vom Online-Portal KGS organisiert und beworben.

Bis hierhin also nichts Aufregendes. Halt ein weiterer Anbieter, der mit Vorträgen, Seminaren und Devotionalien von Mauerblümchen und Beziehungsgeschädigten beiderlei Geschlechts leichtes Geld einstreicht?

Aber die Masche mit dem Beziehungskram ist nur der Köder zum Einstieg in ein Pyramidensystem. Der Kunde möchte doch bitteschön ein „100-Tage-Programm“ buchen, womit 100 Seminartage bei PoV gemeint sind, die innerhalb von fünf Jahren abzureißen sind, sonst wird man leider, leider eben nicht „100-day graduate“. Zusätzlich ist die Teilnahme an 10-Tages-Seminaren mit „Chuck und Lency“ Pflicht, von denen jährlich mindestens eines in Hawaii zu besuchen ist. Auf höheren Ebenen werden auch Seminare in Thailand und Indien Pflicht.

Weitere Langzeitprogramme sind „Steps to Leadership“, „Mastery“, „Apprenticeship“ und „Trainer-Programm“; nebenher gibt es noch „normale“ Seminarangebote, von denen einige für die „100 Tage“-Absolventen in Frage kommen. Wer Nachhilfe braucht, besucht z.B. die Abendveranstaltungen „Freunde helfen Freunden“. Wie heißt es so schön: beim Geld hört die Freundschaft auf – also kostet der Abend ca. € 30 Eintritt. Auch für allgemeine Info-Abende sind Eintrittskarten à € 30 fällig. Da verwundert es nicht mehr, dass z.B. zehntägige Seminare schon mal mit $ 4.000 zu Buche schlagen – selbstverständlich sind in diesem Preis Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Reise nicht enthalten.

Wem jetzt bei den verschiedenen Programmen ein wenig die Übersicht entglitten ist: das scheint nicht unbeabsichtigt. Wird doch das „Mastery“-Programm einerseits dargestellt als Alternative für PoVler, die nicht Trainer werden wollen, gilt es andererseits aber doch als Voraussetzung für eine Trainerbewerbung. Also am besten einfach alles von A-Z runter durchbuchen, da kann der Kunde nix verkehrt machen. Für gebremste Schnellmerker gibt es übrigens bei vielen Seminarpreisen noch ein wundervoll dezentes Zaunpfählchen: Wiederholer bekommen Rabatt! Nicht zu vergessen sind auch die leicht reduzierten „Paar-Preise“ – wenn man die Kundschaft dazu bewegt, den Partner zu schanghaien, hält das Ruhe im Laden (der Partner wird dann keine unbequemen Gedanken zu PoV äußern) und man hat gleich zwei Kunden an der Angel.

Insbesondere die „Steps to Leadership“ zielen auf Geschäftskunden ab – vor allem Selbständige, Freiberufler, Manager, die dann PoV in ihrem Betrieb, bei Mitarbeitern und Kunden bewerben und anwenden sollen. An wen erinnert uns das doch gleich?

Das Trainer-Programm nimmt die Absolventen langfristig an die Leine: die Bekanntgabe der geplanten Bewerbung muss mindestens ein Jahr vor der Bewerbung erfolgen. Wer diese Ausbildung schließlich hinter sich gebracht hat, darf sich als regelmäßiger Zahler einreihen: die Trainerlizenz muss jährlich bezahlt werden; es gibt vier Level mit Gebühren zwischen $ 5.000 bis $ 8.000. Jährlich, wohlgemerkt – und es gibt offenbar über 50 Trainer, davon vier „Master-Trainer“ mit dem jährlichen Kurs à $ 8.000. Das ergibt ein durchaus kommodes Einkommenspolster – für Herrn Spezzano. Und erst als Trainer kommt der Absolvent bei PoV selbst ein wenig ans Geldverdienen. Vorher darf man jede Menge kostenpflichtige Seminare besuchen und seine Arbeitskraft und Geld als „Facilitator“ freiwillig für die Organisation von Seminaren zur Verfügung stellen, die von anderen geleitet werden. Wieviel Geld unterm Strich bei einem Trainer hängenbleibt, ist eine andere Frage, denn natürlich gibt es wiederum jährliche, halbjährliche etc. Seminare in wunderschönen Weltgegenden (Thailand, Indien, Hawaii), die für Trainer Pflichtveranstaltungen sind.

Lency_Spezzano_Peace_and_SuccessFerner ist noch eine Spezialität von Lency im Angebot: das Joining. Es gibt divergierende Erklärungen mit viel Geschwurbel und den üblichen Flatulenzsalven (uralte Heilungsmethode – Kraft der Liebe – Vergebung – Gnade – blockierende Gefühle – „Lencys wahrgewordener Traum“ etc.), die offenbar möglichst viele Kunden ansprechen sollen. Bei YouTube stehen etliche Videos von Joining-Vorführungen mit Lency Spezzano zur Verfügung: Seminarteilnehmer werden einzeln nach vorne zu Lency gebeten, die unter heftigem Gestikulieren auf das Joining-Opfer einredet und diesem eintrichtert: „Schau in mein rechtes Auge!“ Teilweise läuft das Joining ohne Worte, aber unter Höchsteinsatz diverser Grimassen von Lency (insbes. ab 6:00), von denen die eindrucksvollste und häufigste das Zähneblecken mit Haifischgrinsen ist. Wer diese Show für Bühnenhypnose hält, liegt nicht so fürchterlich daneben … Dies ist auch hier gut zu beobachten; bei der Bühnenpartnerin handelt es sich nicht um eine Kursteilnehmerin, sondern um eine hochrangige PoV-Trainerin aus Kanada.

Kanada ist allerdings ein interessantes Thema im Zusammenhang mit PoV, das wir in Teil II näher beleuchten wollen.

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-i-die-kunden-zahlen-fuers-hypnotisiertwerden-und-heulen/feed/ 10
Psychology of Vision I – Paying to cry your eyes out and be hypnothisedhttp://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-i-paying-to-cry-your-eyes-out-and-be-hypnothised/ http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-i-paying-to-cry-your-eyes-out-and-be-hypnothised/#comments Tue, 13 Jan 2015 21:54:27 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15436 We would like to point out a vendor on the psycho Newage market to our readers which gets too little attention by critical websites: Psychology of Vision. This enterprise is active in several countries, among them Canada, PR China, Singapore, Taiwan, Japan, Great Britain, Germany, Austria, Switzerland, Hawaii. PoV was founded by Charles „Chuck“ Spezzano and his wife Lenora „Lency“, US citizens living in Hawaii.

Chuck im Hawaii-ShirtSpezzano’s curriculum vitae is somewhat meandering: first, he studied theology and joined a religious order, even took initial vows and studied philosophy and psychology which he finished with a Bachelor’s degree. Afterwards, he left the order and continued his studies in San Diego, where he earned a doctorate in counseling psychology.
At the end of 1979, he opened up a counseling practice as a marriage and family counselor. Accordingly, a respective licence can be traced for California which expired in 1990; Spezzano never applied for a licence in Hawaii where he has been living since the early 1980ies. Instead, he started Psychology of Vision, with a company „Spezzano & Associates Ltd.“ in its background.

Having a look at the seminars offered, one realises that PoV events are being done anywhere – however, of all of the USA, seminars only take place in Hawaii. For the other 49 states: Nothing. Nada. There may be reasons for this.

In the German-speaking regions, Spezzano is much praised as a relationship expert and means to teach us how to repair relationships resp. how we can find one in the very first place. Series of lectures are being organised twice per year, during which Spezzano makes his audience cry so unrestrained that owner of premises prefer to equip every seat in the room with a box of Kleenex. Alternatively, we may also learn how to get along with almost anybody (do we really want to?) and, accompanyingly, we can purchase several sets of cards. Books, DVDs, sets of Tarot cards, audio books are offered in abundance via PoV webshops and websites as well as via Amazon.

In Germany, lectures in collective sobbing are being organised and advertised by Frankfurter Ring and by online platform KGS.

Up to here, nothing worldshaking. Just another vendor cashing in easy money with lectures, seminars, and devotional objects from wallflowers and those relationally aggrieved of both sexes?

But the scam about all this relationship stuff is just placing baits to the entrance into a pyramid system. The client will please be nice enough to book a „100 Day Program“, which is 100 seminar days with PoV, and please finish this within five years, or else, alas, you won’t become a „100-day graduate“. Additionally, you’re expected to participate in 10-day seminars with „Chuck and Lency“, of which at least one per year must be booked in Hawaii. On higher levels, there will be more required seminars in places like Thailand and India.

Further longterm programmes are „Steps to Leadership“, „Mastery“, Apprenticeship“, and the „Trainier Program“; additionally there are further „normal“ seminars for the „100-day“ grads. Those in need of coaching may attend evening events „Friends helping Friends“. Now, as is often said: Money is where friendship ends, so these events may only be accessed after the purchase of an entrance ticket of about € 30. The same fee is due for general info events. So it does not come as a surprise that e.g. ten day seminars may cost as much as $ 4,000 – and of course expenses for accomodation, food, and travel are not included in this amount.

If you happen to have lost track with all these different programmes: this may be intended. As e.g. the „Mastery“ programme on the one hand gets described as an alternative for PoVers who do not want to become a trainer, while on the other hand it is being listed as a prerequisite for an application to become a trainer. So the customer’s best bet presumably is to simply book anything from A to Z in order not to blunder. For the limited quick-wits, PoV supplies a wonderfully discreet hint with a baseball bat: repeaters are granted a rebate in seminar fees. And then there are „partnership fees“ offering a small reduction – if one can motivate one’s customers to shanghai their partners, it will keep the shop nice and quiet (partners are not likely to make critical comments about PoV when shoved on board) and you got two fish with one hook.

The „Steps to Leadership“ programmes aim at business clients in particular – self-employed, freelancers, managers who then introduce and apply PoV to their enterprise, their employees and clients. Just whom does this remind us of?

Entering the trainer programme will mean a longterm commitment: announcements of an application planned have to be done at least one year prior to the actual handing in of the application. Having finished the programme, the graduate will pay regularly: trainer’s licences have to be paid annually, and there are four levels with fees ranging between $ 5,000 and $ 8,000. Every year, mind you – and there are about 50 trainers, four of them „Master Trainers“ with annual fees of $ 8,000. This makes for a comfy financial cushion – for Mr Spezzano. And it is only after they completed their trainer’s programme that graduates get to earn money within PoV. Before, you may book all kinds of seminars subject to costs and volunteer efforts and money as a „facilitator“ of seminars done by others. How much money will stay within a trainer’s pocket is quite a different kettle of fish, as of course there are seminars on an annual or twice-yearly etc. basis in most beautiful regions of the world (Thailand, India, Hawaii) which trainers must attend.

Lency_Spezzano_Peace_and_SuccessThere is also Lency’s specialty on offer: Joining. There are diverging explanations with lots of impressive phrasing and the usual volleys of verbal flatulence (ancient healing method – power of love – forgiveness – mercy – blocked emotions – „Lency’s dream come true“ etc.) which apparently aim at addressing as many customers as possible. YouTube offers various videos showing Joining sessions with Lency Spezzano: seminar participants are asked to join Lency in front of the audience, with Lency endlessly talking at the Joining victim with fierce gesticulation, drumming in the message time and again: „Look into my right eye!“ Partly, Joining is done in silence, but with a maximum deployment of various grimaces by Lency (particularly from 6:00), the most impressive and frequent of which is baring her fangs and grinning like a shark. If you assume this may be stage hypnosis, you’re not too far off the mark… This may also be observed here; Lency’s stage partner is no seminar participant, but a high ranking PoV trainer from Canada.

Canada happens to be an interesting issue in connection to PoV which we will look at more closely in part II.

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/psychology-of-vision-i-paying-to-cry-your-eyes-out-and-be-hypnothised/feed/ 0
Night Will Fall – Dienstag, 13. Jänner 21:45, Artehttp://blog.psiram.com/2015/01/night-will-fall-dienstag-13-jaenner-2145-arte/ http://blog.psiram.com/2015/01/night-will-fall-dienstag-13-jaenner-2145-arte/#comments Sun, 11 Jan 2015 19:24:14 +0000 http://blog.psiram.com/?p=15420 1945 wurde ein Film gedreht, bei dem Alfred Hitchcock das gedrehte Material schneiden und die Regie übernehmen sollte. Nachdem er es gesichtet hatte, blieb er eine Woche dem Studio fern. Die Fertigstellung des Films dauerte länger als gedacht; am Ende war er politisch nicht mehr erwünscht.

Die Filmrollen von “Memory of the Camps”, “Erinnerung an die Konzentrationslager”, verschwanden dann bis in 80er Jahre. Sie wurden inzwischen restauriert und die Dokumentation Night Will Fall wurde darüber gedreht. Diese Dokumentation ist am Dienstag Abend bei Arte zu sehen:

Eine alte Fassung des grauenhaften Filmes “Memory of the Camps” findet man auch bereits auf Youtube.

]]>
http://blog.psiram.com/2015/01/night-will-fall-dienstag-13-jaenner-2145-arte/feed/ 0