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Artikel Tagged ‘Autismus’

Vaxxed – Andrew Wakefield, das Tribeca Filmfestival und Robert De Niro

28. März 2016 5 Kommentare

wakefield

Im Grunde ist es ja unglaublich, dass Andrew Wakefield sich nicht vor Scham in einer Höhle verkriecht, um dort peinlich berührt seiner Studienfälschung, der 33 Silberlinge (bzw. 55.000 £), die er von Anwälten dafür nahm, und des Auffliegens zu gedenken. Jemand mit seiner Geschichte, der mit seinen Falschbehauptungen zahllose Kinder gefährdet hat, sollte sich unserer Ansicht nach in der Öffentlichkeit gar nicht blicken lassen.

Aber das ihn solche Kleinigkeiten wie Wahrheit, Fakten und Gewissen nicht von irgendetwas abhalten, sollten die Leser unseres Blogs ja schon wissen. So verkündete er z.B. anlässlich eines Masernausbruchs in Wales vor zwei Jahren, dass ja wohl nur der Impfstoff daran schuld sein könne (Seine Schuld – dass wegen seiner Behauptungen die Impfraten gesunken seien – war es auf keinen Fall).

Wakefields neuester Streich ist die Pseudo-Dokumentation Vaxxed „Respectful Insolence“ auf den englische Scienceblogs zum Thema verwiesen, wo die Behauptungen vor zwei Jahren ausführlich besprochen wurden. Die Studie von Hooker musste 2014 zurückgezogen werden, da fragwürdige statistische Methoden verwendet wurden, um zum „gewünschten“ Ergebnis zu kommen. Mehr…

Miracle Mineral Supplement – der Wahnsinn geht weiter

25. Mai 2014 12 Kommentare

Ein Gastbeitrag von Mela Eckenfels, der zuerst hier auf ihrem Blog erschien. Wir sind der Meinung, dass man diese deutlichen Worte einer Betroffenen gar nicht oft genug weiter verbreiten kann. Die Spinner, die meinen, man könne neuronale Verschaltungen im Hirn (und auch sonst so gut wie alles) mit einem Desinfektionsmittel „heilen“, fühlen sich in der Vermarktung zusehends gestört. Recht so – und wir bleiben dran.


 

We didn’t start the fire – Eine Botschaft an den MMS-Mob

 

Es ist wirklich ganz einfach, liebe MMS-Anhänger. Ihr stört euch daran, dass Aufklärungsseiten wie MMS – die Fakten existieren und ihr mögt die dort gesammelten Informationen nicht?

Dann hört auf Eltern, die hoffen, ihr autistisches Kind würde irgendwann mit irgendeinem Wunder wieder normal, einzureden, dass MMS das Mittel der Wahl sei. Mehr…

Biosemiotic Entropy: Disorder, Disease, and Mortality: Oder wie ein Journal vom Wahnsinn gepackt wird

21. Juni 2013 4 Kommentare

Vor wenigen Wochen erschien eine Spezialausgabe „Biosemiotic Entropy: Disorder, Disease, and Mortality“des online Physik-Journals „Entropy“, die man getrost als „merkwürdig“ bezeichnen kann. In dieser Spezialausgabe des Physik Journals sind nämlich mehrere fragwürdige pseudomedizinische Arbeiten erschienen. Man würde wirklich ziemlich gerne wissen, was da geschah. Wir möchten ein wenig spekulieren, wie es zu dieser Ausgabe kam und dann auch ein paar Worte zu den Arbeiten verlieren.

Ein Kommentator in den englischen Scienceblogs vermutet, dass es sich um ein „vanity model“ handelt, bei dem Autoren einfach für die Publikation bezahlen (in diesem Fall 1200 CHF). Der Job des Editors ist es, die Autoren zu „rekrutieren“.

Ob diese These stimmt oder nicht, können wir nicht sagen, aber bevor wir uns einigen Arbeiten zuwenden, wollen wir uns mal den verantwortlichen „Guest Editor“ genauer ansehen.

Prof. Dr. John W. Oller Jr. hat einen Titel in Linguistik und mit Physik offenbar recht wenig am Hut. Aber gut, Kenntnisse der Sprachwissenschaften mögen einem Editor nicht schaden, er muss ja die Artikel nicht zwingend fachlich beurteilen. Erfahrung mit Literatur hat er, er ließ es sich nicht nehmen, vor ein paar Jahren ein Buch mit dem Titel „Autism: The Diagnosis, Treatment, & Etiology of the Undeniable Epidemic“ zu äh (v)erbrechen.

Stammleser werden beim Buchtitel wohl schon ein leises Ziehen in der Magengrube verspüren. Spätestens beim Blick ins Vorwort wird einem alles klar. Das hat nämlich Andrew Wakefield geschrieben. Und nicht etwa vor 10 Jahren, bevor Wakefields Machenschaften aufgeflogen waren, sondern erst 2009. Was man so über das Buch findet, legt nahe, dass Oller sich durch Fakten nicht behindern ließ. Im Endeffekt werden die alten, längst widerlegten Geschichten zu Thiomersal und Autismus aufgewärmt.

John Oller ist auch ein gottesfürchtiger Mann, wie er in der Bibel steht. Oh, ja! Und Amen. So hat er seine Universität schon wegen Diskriminierung verklagt. Offenbar waren Uni sowie einige Mitprofessoren voll gemein zu ihm. Und das nur, weil er Kreationist ist und an Intelligent Design glaubt. Ach ja, und weil er gefährlichen Blödsinn über Autismus verzapft.

Man fragt sich: Ein KreationistenImpfgegner, der für ein Physik-Journal medizinische Artikel herausgibt? Was kann da schief gehen? Mehr…

Kopp-Unsinn: Geimpfte Kinder sind kranker als Ungeimpfte

18. Januar 2013 118 Kommentare

Alle Jahre wieder macht die lustige Geschichte, dass Ungeimpfte gesunder als Geimpfte seien, die Runde. Diesmal ist es der Kopp-Verlag, der die olle Kamelle bringt. In einem Artikel von Ethan A. Huff, dessen Artikel zu HIV-Tests wir hier im Blog schon zur Schlachtbank geführt haben, wird das Thema mal wieder aufgekocht.

Der gute Mr. Huff hat zwar definitiv einen Artikel bei uns verdient, aber unsere Autoren sind notorisch überlastet. Das Feld des Wahnsinns ist riesig, man könnte Tag und Nacht dazu schreiben. Daher sei hier der Aufruf eingestreut, dass Mitarbeit, ob klein oder groß, immer erwünscht ist. Wir beißen nicht. 😉

Zurück zum Thema: In dem Artikel des Kopp-Verlages wird auf eine Organisation mit dem schönen Name „Health Freedom Alliance“ verwiesen, die das gesagt hat. Und wenn eine Organisation mit einem so schönen Namen das sagt, dann muss es wohl stimmen!

Zum Beweis wird im Wesentlichen auf eine Internet-Befragung verwiesen, die von der bekannten Impfgegnerseite vaccineinjury.info/impfschaden.info durchgeführt wurde und noch immer wird. Bei dieser Befragung füllt man einfach ein Online-Formular aus und fertig. Und wenn man Lust hat, macht man das noch fünf Mal. Kein Problem. Ein generelles Problem bei Internetbefragungen, das man immer im Hinterkopf behalten sollte. Mehr…

Impfgegner und Autisten

22. November 2012 21 Kommentare

„Impfgegner und Autismus“ ist ein leidiges Thema, das in unserem Blog schon detailliert besprochen wurde. Dass ein möglicher Zusammenhang intensivst untersucht wurde, interessiert die Vertreter dieser Behauptung wenig.

Wissenschaftliche Erkenntnisse werden nicht nur ignoriert: sie sind auch völlig unerwünscht, da sie dem zentralen Dogma des eigenen Glaubens widersprechen. Und was nicht sein darf, das kann nicht sein. Ob an dieser Stelle der Grundstein für eine grundsätzliche Wissenschafts-/Medizinfeindlichkeit gelegt wird oder diese schon vorher bestand (z.B. beim Übergang vom Homöopathen zum Impfgegner), ist dabei egal. Man misstraut der Wissenschaft und vertraut implizit jedem, der sich gegen sie äußert.

Einen großen Beitrag zu diesem Misstrauen hat Andrew Wakefield geliefert, der einen Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus postulierte, worauf die Impfrate in England massiv zurückging. Man hat ihn zwar der Fälschung überführt, aber Kinder sind unnötig gestorben und das Gerücht ist seither nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Wakefield wird, obwohl er erwiesenermaßen Geld genommen hat, weiterhin zitiert. Er wird als einzelner Held einfach unterdrückt und dem Rest der Forschung wird im Gegenzug angedichtet, dass alle von der Pharmamafia bestochen seien. Mehr…

Erhöhte Autismus-Diagnosen, Impfkritik und ein paar Fakten

10. April 2012 6 Kommentare

Vor kurzem hat das amerikanische CDC (Center of Disease Control) einen Bericht zur Häufigkeit von autistischen Störungen veröffentlicht. Darin wurden Daten von 2008 ausgewertet und es zeigte sich, dass die Anzahl der Diagnosen im Vergleich zu 2006 um 23% auf 1:88 gestiegen war. Bei Jungen 1:54, bei Mädchen 1:252.

Selbstverständlich haben Impfgegner diesen Bericht sofort aufgegriffen, Details waren wie so oft nicht erwünscht, klarerweise müssen Impfungen schuld sein. Was auch sonst?

Ein wenig Hintergrund: Mehr…

Gestatten, Chuck Norris, Impfgegner

5. Dezember 2011 19 Kommentare

Leiter kein Witz...

Chuck vs. Evolution

Chuck Norris ist ein bekannter Mann, ein Prominenter, heutzutage allerdings vermutlich mehr durch das Internet-Meme als durch seine Schauspieler-Karriere.

Bedauerlicherweise ist er (unter anderem) aber auch ein Impfgegner. Er verbreitet, dass der Zusammenhang Impfung – Autismus eine Tatsache sei und dass Impfstoffe giftig seien.

Der Verdacht eines Zusammenhangs Impfung – Autismus gehört jedoch zu den am besten untersuchten überhaupt und ist in zahlreichen Studien klar widerlegt. Chuck Norris stürzt sich hier einerseits auf den Stoff Thiomersal, andererseits wirft er mit ad-hominem-Angriffen auf Wissenschaftler um sich.(Anm.: Thimerosal ist der US Name)

Die ad-hominem Angriffe mögen wahr sein oder auch nicht, in jedem Fall sind sie irrelevant für die Behauptung: „Link between autism, vaccines ‚biological certainty'“.

Etwas Hintergrund dazu:
Ende der 1990er wurde die Hypothese aufgestellt, dass Thiomersal in Impfstoffen theoretisch gefährlich sein könnte. Thiomersal ist das Natriumsalz einer organischen Quecksilberverbindung und man befürchtete, dass abhängig vom Gewicht des Kindes und der Anzahl der Impfungen in den ersten 6 Lebensmonaten Quecksilber-Grenzwerte überschritten werden könnten. Man stellte bereits damals fest, dass es keine Hinweise für eine konkrete Gefahr gebe. Aber die Möglichkeit ganz ausschließen wollte/konnte man auch nicht.

Die FDA beschloss damals lieber auf Seiten der Vorsicht zu irren und zog Thiomersal im Großen und Ganzen aus dem Verkehr. Eine Überlegung dahinter war auch, dass man das Vertrauen der Bevölkerung in Impfungen stärken und sie nicht verunsichern wollte. Seitdem hat man zahlreiche Studien durchgeführt und hat viele, starke Daten, die gegen einen Zusammenhang sprechen. Hier eine schöne Timeline

Ein paar Monate nach der Entscheidung wurde ein spekulativer Artikel veröffentlicht, der die Idee aufstellte, dass Thiomersal Autismus verursache. Impfgegner sprangen schnell auf den Zug auf, Wakefield hatte ja kurz vorher seine gefälschten Daten zum MMR-Impfstoff veröffentlicht, der eine oder andere Politiker, die üblichen Verdächtigen wie z.B. Mike Adams ebenso. Bekannteste Vertreterin der Idee wurde später wohl die Schauspielerin Jenny McCarthy, die sich selbst als „Indigo Mom“ sieht. Ihr hochbegabtes „Kristallkind“ sei durch Impfungen an Autismus erkrankt. Einige Zeit hat auch Jim Carrey, ihr damaliger Freund, mit Unsinn geglänzt.

Um beide ist es still geworden, dafür hält jetzt Chuck Norris die Fackel der Wissenschaftsfeindlichkeit hoch. Abgesehen von seinen Ideen zur Gefährlichkeit von Impfungen lehnt er die Evolutionstheorie ab, hat ein Problem mit Gentechnik und fällt auch sonst mit merkwürdigen Wortmeldungen auf.

Da er kein Wissenschaftler ist, könnte man seine Wortmeldungen ja eigentlich leicht abtun. Er hat keine Kompetenz in dem Bereich, nur eine Meinung. Das Problem ist, er ist ein Prominenter und als solcher erreicht er viele Menschen. Grade erst hat Blizzard bekannt gegeben, dass Chuck Norris seine Fäuste in World of Warcraft schwingen wird. 10 Millionen Spieler, dazu viele Millionen Kinder/Jugendliche/Erwachsene die mit Chuck Norris Witzen aufgewachsen sind und seien wir uns ehrlich: Wenn Chuck Norris es sagt …

Immerhin vertrauen 24% der amerikanischen Bevölkerung dem was Prominente so von sich geben. Wir würden uns daher zu Weihnachten wünschen, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst werden und vielleicht zu Themen von denen sie keine Ahnung haben, einfach mal den Mund halten würden.

impfblog.de: Der tiefe Fall des Andrew Wakefield

19. Februar 2010 1 Kommentar

…Es war einmal ein Gastroenterologe in London, der bekam von einer Anwaltsfirma £55.000 angeboten, um ein paar Kinder zu untersuchen und Masern-Viren im Darm zu finden – damals schien das so eine gute Idee….

zum Impfblog

Wakefield im Esowatch-Wiki.