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Artikel Tagged ‘GWUP’

Hirntod und Esoterik im „Skeptiker“

18. September 2016 65 Kommentare

skeptiker_coverIm jüngsten Heft des „Skeptiker“ (Nr. 3/2016) ist ein Interview mit Benedikt Matenaer erschienen, in dem er kurz über die absonderlichen Ansichten der Esoten zum Hirntod berichtet; speziell über diejenigen der „Nahtod-Szene“ und die der Anthroposophen. Eine leicht fassliche Übersicht über die Sachlage geht voraus, und er macht Vorschläge, wie die Rechtslage angemessener zu gestalten wäre: eine Widerspruchslösung wie in Österreich und der Schweiz (wenn der Verstorbene nicht zu Lebzeiten widersprochen hat, darf explantiert werden) statt der „erweiterten Zustimmungslösung“ wie in Deutschland (die Zustimmung muss vorliegen). Er erwähnt sogar die Explantation beim Herztoten („non-heart-beating-donor“), die in Österreich und der Schweiz (wie auch in anderen Ländern) rechtlich möglich ist, die man aber in Deutschland mit kräftigen Worten verabscheut. Die Bundesärztekammer kritisiert er nicht für die Entscheidung, auf den Terminus „Hirntod“ zu verzichten, doch er selbst entschuldigt sich, ihn weiter zu benutzen. Bösartig, wie wir sind, wären wir bei einer durchgängigen Verwendung des Begriffs „irreversibler Hirnfunktionsausfall“ unausweichlich in die Versuchung gekommen, jenes höhere Wesen, das wir verehren anzurufen.

Er ist mutig genug, solche Eisen anzufassen, vor denen die Entscheidungsträger in Deutschland zurückgeschreckt sind, weil sie sie nicht für politisch durchsetzbar gehalten haben. So hat man sie gar nicht erst vorgeschlagen: man könnte sich unbeliebt machen. Außerdem wäre da ja noch der Deutsche Ethikrat vor (auch wenn man ironischerweise sagen könnte, dass sich Letzterer in der Hirntodfrage mit seiner Komplexität selbst paralysiert). Kurz: ein lesenswertes Interview. Leider ist der preiswerte elektronische Erwerb über die Website ein wenig undurchsichtig, aber die Beitragsvorschau gewährt zumindest einen ersten Eindruck.

Der GWUP-eigene Blogbeitrag zu diesem Thema hier.

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Die Freiburger Erklärung zur Homöopathie. Ein Aufruf.

26. März 2016 10 Kommentare

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Wir wissen: ein Aufruf, eine Petition zu unterschreiben ist eher ätzend. Aber es ist ja keine der üblichen Empörungs-Petitionen Marke Durchlauferhitzer, sondern eine Erklärung. Eine, die es in sich hat.

Anfang Februar wurde das Netzwerk Homöopathie gegründet. Es gab ein erfreuliches Presseecho, selbst die Speerspitze der Schleifer scharfer Gedanken, Prof. Dr. Harald Walach, sah sich genötigt, einen Nottrieb zu entwickeln und in einem Textaustausch mit dem Mitbegründer Norbert Aust zähflüssig opakes Textmaterial dazu abzusondern. Lesenswert, so man sich für die Geschichte der Universitäten, speziell der Abteilung Rhetorik interessiert. Man war der Überzeugung, eine denkökonomische Erklärung ersetze allemal schnöde Realität. Ein Fossil dieser Geschichte ist nicht nur der Satz „Wer heilt, hat recht!“, sondern auch der Herr Prof. Dr. W. Aber das nur am Rande.

Jedenfalls: die Freiburger Erklärung hat bisher lediglich 912 Unterzeichner (Stand: 25.3.2016). Das ist deutlich zu wenig, angesichts der wirklich sehr, sehr guten Forderungen. Magisches Denken gehört nun mal weder in die Wissenschaft noch in Sozialsysteme. Man kann anderer Ansicht sein und auch das Fliegen auf Besen wieder rehabilitieren wollen. Wer das nicht will, dem sei empfohlen, diese Erklärung zu zeichnen. Selbst bei allem Widerwillen gegen Petitionen.

Hier geht es zum Unterzeichnen.

 

SkepKon Mai 2014 München

3. März 2014 4 Kommentare

Es ist uns eine Freude, wieder einmal etwas Werbung machen zu dürfen. Und zwar für die Skeptiker Konferenz 2014 in München. Wir kritisieren ja immer wieder gerne Schwachfugveranstaltungen wie die Paracelsus-Messe oder pseudowissenschaftliche „Impfsymposien“, da macht es zwischendurch Spaß, wenn man auf eine Skeptiker-Veranstaltung aufmerksam machen darf!

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Die SkepKon 2014 findet dieses Jahr vom Donnerstag, 29. bis Samstag, 31. Mai 2014 in München statt und wird von der GWUP organisiert.

 

 
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Kollateralschäden – Ein Gastbeitrag von Nessiehoaxer

21. August 2013 39 Kommentare

„Nessiehoaxer“ Philipp Nolden hat in seinem Blog einen Artikel über die öffentliche Wahrnehmung von Skeptikern geschrieben, den wir lesenswert finden und deshalb hier mit freundlicher Genehmigung ungekürzt wiedergeben möchten.

 

„Falls Skeptiker anwesend sind … fühlt Euch beleidigt.“

Okay, mache ich.

Denn die Sache ist die: Auch wenn ich mir den Sermon praktisch jeden Tag anhören muss, ist er trotzdem immer noch eine Beleidigung. Und ja, wirklich jeden Tag. Zumindest jeden Tag, an dem ich skeptisch aktiv bin, begegnet mir irgend ein Schlaumeier, der meint, seine Mitmenschen darauf aufmerksam machen zu müssen, dass Skeptiker arrogant und besserwisserisch sind. Dass alle Italiener ungehobelte Machos sind und dass Frauen nicht einparken können, hat sich anscheinend inzwischen herumgesprochen. Aber die geradezu sprichwörtliche Borniertheit, Engstirnigkeit und – nennen wir das Kind doch einfach beim Namen – die Dummheit aller Skeptiker muss man offensichtlich immer noch explizit erwähnen.

Von Esoterikern, Verschwörungstheoretikern und religiösen Fanatikern bin ich das gewohnt. Dort kann ich es sogar ein Stück weit verstehen. Das sind die Gegner, die den unmittelbaren Schaden von unserem Erfolg haben. Von dort gehört es dazu; es ist der Preis des Hobbys, und man nimmt es sportlich. Aber trotzdem ist es ein Vorurteil, und zwar ein beleidigendes. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn es mit einem Augenzwinkern serviert wird. Und deshalb schmerzt es, wenn es von jemandem kommt, den ich eigentlich als Freund sehe und den ich wegen seines Könnens schätze. Mehr…

Ein Lob an „Der Standard“ und die Austria Presse Agentur

12. Mai 2013 2 Kommentare

Wir hatten hier im Blog die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ ja schon des öfteren „zu Gast“. Kein schlechtes Blatt, aber in der Gesundheitsredaktion wurden über lange Zeit immer wieder zweifelhafte Beiträge gebracht: so durfte sich z.B. 2011 Michael Frass über die „Verächtlichmachung der Homöopathen“ aufregen. Oder in jüngerer Vergangenheit ein dümmlicher Artikel, in dem Harald Walachs verdiente Auszeichnung mit dem Goldenen Brett (vor dem Kopf) relativiert wurde.

In den letzten Monaten weht aber offenbar ein frischer Wind aus skeptischer Richtung und die Redaktion hat sehr viele interessante Artikel veröffentlicht. In diesem Zusammenhang muss man auch die APA (Austrian Presse Agentur) erwähnen, von der der Standard oft Artikel übernimmt. Die APA ist eine Genossenschaft, an der einige österreichische Zeitungen sowie auch der ORF beteiligt sind und damit der führende Informationsdienstleister Österreichs.

Im Blog der GWUP findet man eine ausführliche Übersicht über das tolle Pressedossier der APA zur Pseudowissenschaft. Damit haben viele österreichische Tageszeitungen in ihrer geteilten Datenbank eine Grundlage für weitere Artikel zur Hand, was hoffentlich die Autoren zum Nachdenken anregt.

Der Standard hat eine Rubrik Parawissenschaften eingeführt, aus der wir einige Beispiele nennen wollen. Mehr…

Henning Kullak-Ublick, der ‘Bund der Freien Waldorfschulen’, und die Glaubwürdigkeit

20. März 2013 Keine Kommentare

An Inquiry into Meaning and Truth 580

 

Die von GWUP-Mitglied André Sebastiani initiierte Petition „Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg“ macht weiter Schlagzeilen. Es berichtete auch der Deutschlandfunk. Und Henning Kullak-Ublick, Vorstand des „Bundes der Freien Waldorfschulen“, hält urplötzlich eine „Waldorf-Schule light“ für möglich, nachdem diese zuvor von Waldorf-Seite entschieden abgelehnt worden war: ist Kullak-Ublick glaubwürdig?
Gastbeitrag von Andreas Lichte mit freundlicher Genehmigung der Ruhrbarone.

Als Kommunikationschef des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ scheint Kullak-Ublick dem selbsternannten Hellseher Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfpädagogik und der esoterischen Weltanschauung Anthroposophie, nacheifern zu wollen. Rudolf Steiner sagt:

„Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst und dass wir dasjenige, was aus der Geistesforschung geschöpft wird, in den Urkunden wieder aufsuchen … Was heute erforscht Mehr…

Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg

13. Dezember 2012 13 Kommentare

Wir möchten unsere Leser gern auf eine Petition der GWUP aufmerksam machen, die sich an Bildungssenator Ties Rabe in Hamburg richtet und gegen die geplante Einrichtung einer staatlichen Waldorfschule in Hamburg protestiert.

In Hamburg könnte es bald eine staatliche Waldorfschule geben – im Rahmen eines Schulversuchs, der im Schuljahr 2014/2015 starten soll. Waldorfpädagogik wird leider immer wieder fälschlicherweise für eine harmlose, antiautoritär-fortschrittliche Erziehungsform gehalten.

Wir von der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) hingegen sehen in der Waldorfpädagogik eine gefährliche Ideologie, die anti-aufklärerisches, anti-wissenschaftliches und im schlimmsten Fall sogar rassistisches Gedankengut vermittelt.

Der Schaden, den eine solche Erziehung bei Kindern und Jugendliche anrichten kann, ist kaum abzuschätzen. Wir warnen daher ausdrücklich davor, der Waldorfpädagogik in Form eines Schulversuchs noch größeren Zulauf zu bescheren und ihr vielleicht sogar ein offizielles politisches Gütesiegel zu verleihen.

Wir haben hier bereits den offenen Brief von Andreas Lichte zum Thema veröffentlicht und möchten unsere Leser auffordern, so sie unschlüssig sind, sich noch einmal ein wenig mit der Anthroposophie zu beschäftigen.

Einen Einblick in das Geschichtsverständnis der Anthroposophen finde man z.B. in den Artikeln Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’ und Anthroposophie und Nationalsozialismus: „Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft“.

Und hier geht es zur Petition: https://www.change.org/de/Petitionen/gegen-die-geplante-staatliche-waldorfschule-in-hamburg

25 Jahre GWUP – Alles Gute!

13. Oktober 2012 6 Kommentare

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (kurz GWUP) feiert heute ihr 25 jähriges Jubiläum.

Wir von psiram.com sind sehr dankbar und freuen uns, dass es einen solchen Verein in Deutschland gibt, dass es Menschen gibt, die große Lücken im Verbraucherschutz bemängeln und den zahllosen Versprechungen und paranormalen Fähigkeiten auf den Zahn fühlen.

Wir fürchten, dass eine Lobby für kritisches Denken in Deutschland auch immer nötiger wird.
Esoterik und sonstiger Bullshit sind in der Mitte der Gesellschaft (Hochschulen, Medizin, Politik) längst angekommen. Das wird sich auch bestimmt in den nächsten 25 Jahren nicht ändern – eher verschlimmern, wenn man nicht kraftvoll dagegen hält.

Wir hoffen, dass die GWUP ihre erstklassige Arbeit so weiter macht (wie etwa die Erfindung und erfolgreiche Anwendung psi-hemmender Pappwände) und auch weiterhin ein guter und kompetenter Ansprechpartner für Medien und für Verbraucher bleibt:

Direktlink zur Sendung „Exakt – Die Story“ in der ARD-Mediathek

Kurzum:

Alles Gute zum 25.!

Und vorallem:

Auf weitere 25 Jahre!

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6. World Skeptics Congress Berlin – 20.05.2012

10. Juni 2012 1 Kommentar

Hier ist nun endlich auch Teil 3 des Gast-Foto-Blogs zur sechsten Welt-Skeptiker-Konferenz in Berlin. Besten Dank erneut unserer Forumsleserin. Den zweiten Teil könnt Ihr hier nachlesen.

Für viele Teilnehmer war heute der große Tag: Keynote von James Randi.

Entsprechend voll war es gleich von Anfang an.

Wer sich etwas näher mit Randi beschäftigt hatte, kannte auch einige seiner Vorträge und ahnte, was heute passieren würde. Mehr…

6. World Skeptics Congress Berlin – 19.05.2012

2. Juni 2012 2 Kommentare

Hier ist Teil 2 des Gast-Foto-Blogs zur sechsten Welt-Skeptiker-Konferenz in Berlin. Besten Dank wieder unserer Forumsleserin.
Und hier kommt Ihr zum ersten Teil und zum abschließenden dritten Teil.

Bereits früh am Morgen des zweiten Tages waren James Randi und D.J. Grothe am JREF-Stand.

Geduldig führten sie Gespräche, schüttelten Hände und ließen sich fotografieren. Randi verteilte großzügig Geld, besser gesagt Flyer in Form eines 1 Million US-Dollar Schecks. „Hey, want a million? Come take two.“
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