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Artikel Tagged ‘Hans Rosling’

In memoriam Hans Rosling – Danke!

7. Februar 2017 Keine Kommentare

Hans Rosling ist verstorben. Laut der Gapminder Foundation litt er an Pankreas-Krebs, der ihn heute, am 7. Februar 2017 besiegt hat.

Hans Rosling war einer der Superstars der Vernunft und der Zuversicht, dass die Welt eine bessere wird. Es gelang ihm, Statistik zum Leben zu erwecken und uns einen einzigartigen Blick auf die Welt zu schenken. Wir wünschten, er hätte uns noch viele, viele Jahre mit seinem Wissensschatz beglücken können und diese Zukunft sehen können, die er voraussah.

Hans Rosling auf Twitter: @HansRosling


Thank you industrialization,
Thank you steel mill,
Thank you power station,
Thank you chemical processing industry,
that gave us time to read books.

Die Dollar Street – Bilder von Wohnungen aus aller Welt

8. Dezember 2016 4 Kommentare

240 Familien. 46 Länder. 30.000 Bilder.
Wenn man über andere Länder liest oder sie in den Nachrichten sieht, kann man sich eigentlich nicht vorstellen, wie die Menschen leben. Wie sieht das Wohnzimmer, das Klo, die Zahnbürste einer wohlhabenden Familie in China, einer armen Familie in Kolumbien, wie sieht das Spielzeug der Kinder, der Kühlschrank, die Hände dieser Menschen aus?

Bilder von Familien aus diversen Ländern mit Einkommen

Übersicht Familien mit Monatseinkommen

In einem fantastischen neuen Projekt hat die Gapminder Stiftung von Hans Rosling Bilder von Familien rund um die Welt online gestellt. Man kann sehen, wie Familien in der ganzen Welt leben. Mehr…

Hans Rosling: Wie man Ebola besiegt

26. April 2015 5 Kommentare

Nach dem Spirit of Health und Netzfrauen-Unsinn möchten wir mal wieder einen positiven Beitrag bringen.

Wir hatten den großartigen Hans Rosling, Professor für Internationale Gesundheit, schon einige Male bei uns im Blog „zu Gast“; er hat uns die „besten Statistiken gezeigt, die wir je gesehen haben“, und uns das Wunder der Waschmaschine erklärt.

Im Herbst letzten Jahres hat Hans Rosling beschlossen, dass er bei Ebola helfen wolle. Als er im Oktober die Anzahl der Infizierten in Sierra Leone steigen und in Liberia sinken sah, war er zuerst skeptisch. Er musste sich selbst überzeugen. Er hat seine Vorlesungen abgesagt und ist nach Liberia gereist.

Laut Luke Bawo, Chef der Ebola-Überwachung, ist er eines Tages ins Büro marschiert und hat sich vorgestellt. Mehr…

Der Einfluss der Religionen

2. September 2012 6 Kommentare

Man hört ja sehr oft das Argument, dass der Papst in Afrika mit seinem Kondomverbot riesigen Schaden anrichtet, weil die Position der Kirche zu Verhütungsmitteln eine Katastrophe ist. Nicht nur wegen AIDS, sondern auch wegen der Bevölkerungsentwicklung. Dass diese Position aus Sicht von Vernunft und Ethik zu verurteilen ist, daran besteht für uns kein Zweifel. Und Aussagen afrikanischer Priester und Bischöfe, die behaupten, dass Kondome nicht schützen und sogar mit HIV verseucht sind, kann man nur als ekelhaft bezeichnen.

Aber dieses Problem, diese Thematik betrifft nicht nur das Christentum – speziell auch islamisch-fundamentalistische Gruppierungen sind nicht für ihren Einsatz für die Frauenrechte bekannt.

In diesem Sinne stellt sich natürlich die Frage: wie groß ist der Einfluss der Religionen? Wie viel Macht haben sie tatsächlich im Schlafzimmer? In Bezug auf Frauenrechte? Hans Rosling betrachtet den Punkt Sex in einer Rede in Qatar und setzt Religionen und Fruchtbarkeit in einen Kontext. Und was findet er? Dass die Macht der Religionen begrenzt ist. Mehr…

Warum Bill Gates mein Held wurde

8. Dezember 2011 24 Kommentare

Ich mochte Windows nie besonders und hatte den folgenden Spruch lange als Signatur:
„In a world without walls and fences, who needs windows and gates?“

Steve Jobs war cool und Linus Torvalds der Größte.

Bill Gates? Ein skrupelloser Geschäftsmann, wie er im Buche steht. Als er die Torte ins Gesicht bekam habe ich gelacht, über Windows Millenium noch mehr.

Heute ist Bill Gates mein Held. Warum? Ganz einfach. Wäre er nicht, würde die Welt heute anders aussehen. 5 Millionen Menschen ärmer, Tendenz steigend …

Vor mehr als 15 Jahren begann Bill Gates seinen Maßstab des Erfolges zu ändern. Der Maßstab war nicht mehr Verkauf, Lizenzen, Marktanteile, auf der Messlatte wurden stattdessen „gerettete Leben, Kinder die nicht verkrüppelt werden“ aufgetragen. Die Gründung seiner Stiftung, die heute die zweitgrößte und außerdem die größte transparente private Stiftung der Welt (Die „IKEA-Stiftung“ ist wohl größer, aber nicht transparent und nur auf dem Papier wohltätig) ist, war eine große Sache. Beeindruckend ist jedoch für mich vor allem, dass Bill Gates ein rationaler Denker ist und bleibt. Die neue Metrik des Erfolges beherzigend, begann er als effizienter und knallharter Geschäftsmann mit dem Ziel die Welt zu verbessern, zu agieren. Hirn regiert über Herz. Wohlfahrt, die nach Ergebnissen strebt, nicht dazu ein schlechtes Gewissen zu beruhigen.

Sehr früh erkannte die Bill & Melinda Gates Foundation (damals noch William H. Gates Foundation) Überbevölkerung als ein Problem mit weitreichenden Konsequenzen. Die Lösungsstrategien lagen scheinbar auf der Hand: Frauen über Verhütungsmittel aufklären, Geburtenkontrolle.

Impfungen ergaben in dieser Logik keinen Sinn. Dann jedoch kamen die Zahlen, die Statistiken. Hans Rosling erklärt das sehr schön:


(Auf der TED-Seite sind Untertitel in 41 Sprachen vorhanden)

Wenn die Kindersterblichkeit sinkt, sinkt, scheinbar paradoxerweise, auch die Geburtenrate. Die Logik ist aber eigentlich einfach, wenn die Menschen wissen, dass ihre Kinder überleben, bekommen sie weniger.

Bill Gates, der Rationalist, sah diese Daten und Statistiken und änderte Meinung und Strategie. Neues Ziel: Senkung der Kindersterblichkeit. Das ist ein Punkt der Rationalisten, Skeptiker, Wissenschaftler auszeichnet: Wenn die Daten nicht zur Theorie passen, verwirft man die Theorie. Nicht die Daten.

Die Daten zeigten weiterhin, dass der beste/kostengünstigste Weg um die Kindersterblichkeit zu senken, Impfungen waren. Das Pferd wurde gesattelt und bestiegen. Die Bill & Melinda Gates Foundation wurde gegründet, noch etwas mehr Kleingeld hineingesteckt.

Und dann kam das Problem: Es gab nicht genügend Impfstoffe! Die Pharmariesen produzierten nicht genug. Warum sollten sie? Warum sollten sie Impfstoffe herstellen, für die Ärmsten der Armen, die sich das Zeug sowieso nicht leisten können? Er stand vor dem Problem, dass es nicht einmal jemand gab, dem er einen Scheck ausstellen konnte…

Es mag als Schock für Impfgegner kommen, aber Impfstoffe waren kein großes Geschäft. Die letzten Ereignisse um Wakefield und Thimerosal verbesserten die Situation auch nicht.

Um die Versorgung zu garantieren musste zuerst ein Markt geschaffen werden, Anreize gegeben werden. Etwas, das der knallharte Geschäftsmann Gates verstand. Zusammen mit UN, Unicef, Weltbank, Pharmafirmen, … stampfte er die Global Alliance for Vaccines & Immunisation aus dem Boden. Er knallte sein Scheckbuch auf den Tisch und schuf einen Markt für Impfstoffe. Garantien der Entwicklungsländer zur Finanzierung von Impfprogrammen, 750 Millionen aus seiner Tasche und ein Abkommen zu einem prüfbaren Verteilungssystem. Die Gates Foundation warf letztens noch etwas Kleingeld ein (also 1 Millarde).

Es hat sich ausgezahlt. Die Kosten für Impfstoffe fielen dramatisch, Rotatrix fiel seitdem z.B. von 102 Dollar auf 2,50 Dollar pro Impfung. 5 Millionen Tote (viele davon Kinder) konnten vermieden werden. Im nächsten Jahrzehnt sollen weitere 10 Millionen Menschen durch Impfungen gerettet werden. Die Kinderlähmung steht vor der Ausrottung, die Masern sollten eigentlich recht schnell zu schaffen sein, auch gegen Malaria gibt es einen ersten Impfstoff.

Der von Gates „gerettete“ Impfstoff bietet 50% Schutz. Das ist zwar wenig, aber bei Malaria nimmt man, was man kriegen kann.

5 Millionen Menschen haben Bill Gates und seiner Initiative ihr Leben zu verdanken. Wer sonst kann so etwas von sich behaupten?

Autor: Mr. Bojangles

Aidsleugnung und wie es heute mit Aids aussieht

17. November 2011 7 Kommentare

Der Scienceblogger Orac hat vor kurzem einen Artikel über den AIDS/HIV-Leugner Henry Bauer gebracht, der nicht müde wird abzustreiten, dass AIDS und HIV etwas miteinander zu tun haben. Er hat sogar ein Buch darüber geschrieben. Das Verblüffendste dabei ist wohl, dass Typen wie Bauer auch heute, mehr als 25 Jahre nach der Entdeckung des HI-Virus, noch immer ihren wirren Thesen anhängen. Orac hat Bauer und seine „Argumente“ in seinem Artikel auch dementsprechend zerlegt.

Aber diese Typen sollen nicht im Zentrum dieses Artikels stehen, eher die Frage, wie sieht es heute eigentlich aus? Wo stehen wir? Als Aids entdeckt wurde, war es eine schreckliche Seuche, ein absolutes Todesurteil. In den letzten 25 Jahren hat sich jedoch einiges getan. Eine Studie von 2008 hat ermittelt, dass die Lebenserwartung in reichen Ländern gewaltig gestiegen ist. Um 37% in den letzten 10 Jahren.

Eine 20-jährige Person, die im Zeitraum von 1996 – 1999 eine Antiretrovirale Therapie bekam, konnte damit rechnen, noch weitere 36 Jahre zu leben. Eine 20-jährige Person, die von 2003 – 2005 ein ARV-Therapie begann, durfte mit geschätzten weiteren 49 Jahren Lebenszeit rechnen. Eine europäische Studie von 2010 findet sogar, dass Männer, die ihre CD4 Zahlen auf über 500 halten, wohl eine ähnliche Lebenserwartung haben wie der Durchschnittsmann. Für Frauen sind die Zahlen leider etwas schlechter. Einen Grund für die Geschlechterdiskrepanz nennt die Studie nicht.

Afrika ist in dieser Hinsicht sicher das Sorgenkind der Welt (mit fast 70% der Infizierten), was natürlich zumindest in Südafrika auch auf die dortige Politik der Aids-Leugnung unter Präsident Mbeki zurückzuführen ist. Von 30 Millionen Infizierten in Afrika leben etwa 6 Millionen in Südafrika. Zwar ist auch in Afrika mittlerweile in vielen Ländern Behandlung verfügbar und die Lebenserwartung steigt, aber eine lebenslange Versorgung mit Medikamenten ist trotzdem oft unbezahlbar. Ist Behandlung verfügbar, wie in den reicheren Ländern, so zeigen die Daten, dass sich die Lebenserwartung dadurch drastisch erhöht hat, wie z.B. in Uganda. Hans Rosling dokumentiert das in einem Video sehr schön:

Positiv ist noch zu vermelden, dass die Fortschritte der Medizin aus einer tödlichen Krankheit fast ein chronisches Leiden gemacht haben. Das soll keine Verharmlosung sein; sein Leben lang Medikamente nehmen zu müssen, gehört sicher nicht zu erstrebenswerten Dingen, aber es hat sich etwas getan. Und wenn man in die nächsten 10 Jahre blickt, gibt es einige vielversprechende Funde in der Wissenschaft, die uns vielleicht in die Lage versetzen werden, dieser Seuche den Garaus machen zu können.

Forscher am Scripps Research Institute haben einen Antikörper gefunden, der gegen 70% der bekannte HIV-Stämme wirkt und arbeiten auf einen Impfstoff hin. Damit sind sie nicht allein. Mehrere Projekte forschen mit verschiedenen Ansätzen an Impfstoffen, eines davon auch schon in Phase I-Trials. Im Tierversuch hat sich ein Stoff namens Auranofin als vielversprechende Behandlungsverbesserung, vielleicht sogar Heilungsmöglichkeit erwiesen. Ein Protein, das HIV zerstört, konnte gefunden werden. Und wir haben auch schon von Foldit berichtet, wo ein Protein, das Aids in Rhesusaffen auslöst, erfolgreich gefaltet werden konnte, was für die Forschung immens wertvoll ist.

All diese Forschungen und Erkenntnisse sind natürlich Zukunftsmusik, aber es tut sich so viel, dass man mit einem lachenden Auge in die Zukunft blicken kann. Ein Impfstoff könnte uns in die Lage versetzen, die Seuche auszurotten; bessere Behandlungen werden wohl irgendwann sogar Heilung bringen. Bis dahin gilt es, das Leben der Infizierten zu verlängern und die existierenden Medikamente zu verbessern.

Und mit einem weinenden Auge zurück auf die über 30 Millionen infizierten Menschen und 1,8 Millionen Menschen, die allein 2009 daran gestorben sind. Dabei besonders nach Südafrika, wo dieser Horror nicht notwendig gewesen wäre.

UNICEF: Jährlicher Report zur Kindersterblichkeit

25. September 2011 Keine Kommentare

Letzte Woche hat die UNICEF den jährlichen Bericht zur Kindersterblichkeit veröffentlicht. Leider ist sie weniger gesunken als erhofft, von 7,76 Millionen 2009 auf 7,61 Millionen 2010.

40% der Todesfälle betreffen Kinder im ersten Lebensmonat, 70% im erste Lebensjahr, die großen „Killer“ sind Lungenentzündung (18%), Durchfallerkrankungen (15%), Frühgeburtskomplikationen (12%) und Erstickungstod bei Geburt (9%).

Wenn sich die Situation nicht bessert, wird das Millennium-Entwicklungsziel, eine Senkung der Kindersterblichkeit um 2/3 bis 2015 (von 10,6% 1990 auf 3,5%) wohl nicht erreicht werden. Viele Länder sind auf einem guten Weg, Tanzania zum Beispiel, andere, wie Somalia weit davon entfernt.

Ein schwerer Schlag für Afrika war dabei HIV/AIDS und der Wahnsinn der durch Aids-Leugner in Südafrika betrieben wurde. In Afrika wurde es durch AIDS in den 1990ern schlimmer, nicht besser. Aber seitdem ging es wieder aufwärts.

Man muss dabei aber vor allem an eines denken: Weltweit ist die Kindersterblichkeit seit 1990 um 30% zurückgegangen! Auf Gapminder findet man dazu eine Übersicht, die von Hans Rosling zusammengestellt wurde (siehe auch andere Blogeinträge mit Hans Rosling). 16 Länder haben die angestrebte Reduktion um 2/3 bereits 2008 erreicht, weitere 43 sind auf einem guten Weg. Leider haben 10 Länder noch immer dieselbe oder sogar eine schlechtere Kindersterblichkeitsrate.

Die Hilfe, die Arbeit die durch Organisationen wie Unicef, Ärzte ohne Grenzen und vielen anderen geleistet wird, ist nicht umsonst. Bei all den Berichten von Katastrophen, von Kriegen, Bürgerkriegen, Hungersnöten und ähnlichem darf man nicht vergessen, dass Fortschritte erzielt werden.

Wenn man zurückblickt, im Jahr 1900 hatte Deutschland eine Kindersterblichkeit von 372(!) pro 1.000. 1950, kurz nach dem Krieg, nur noch 65 pro 1.000. Im letzten Jahr war es nur noch 4,1 pro 1.000. Subsaharisches Afrika ist von 174 (1990) auf 121 (2010) pro 1.000 heruntergegangen. Noch 1900 hatte Deutschland eine doppelt so hohe Kindersterblichkeit wie die heute schlimmsten Regionen der Welt. Und auch wir hatten in der ersten Hälfte des Jahrhunderts mit Krieg zu kämpfen.

Wenn man zurückblickt und die Entwicklung Europas betrachtet, warum sollten die Länder Afrikas nicht ähnliches erreichen können?

Momentum 2011: Hans Rosling

27. August 2011 3 Kommentare

Wir haben hier noch ein weiteres Video von und mit Hans Rosling, in dem er wieder über Reichtum, Armut und vor allem die Bevölkerungsentwicklung spricht. Diesmal gibt er uns nicht nur Statistiken, er gibt uns auch Hoffnung für die Welt.

Danke Hans Rosling!

Upgrade your world view!
Bush did it, you can do it!

Hans Rosling shows the best stats you’ve ever seen

16. August 2011 6 Kommentare

Wir hatten Hans Rosling ja schon einmal hier im Blog und jeder der gesehen hat, wie er das Wunder der Waschmaschine beschreibt, wird begeistert auch auf dieses Video klicken. Es ist schon etwas älter, aber ein Must-See!

Quelle: TED Talk
Man kann Untertitel in 44 Sprachen, darunter auch Deutsch, zuschalten.
Direkt rechts neben dem Startknopf geht das. Dazu muss das Video allerdings erst ein paar Sekunden gelaufen sein.

Und wer jetzt nicht auf den Geschmack gekommen ist und nicht sofort alle Videos von Rosling suchen geht, dem ist nicht zu helfen! 😉

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Thank you industrialization!

1. April 2011 Keine Kommentare

Wie die Waschmaschine uns Zeit gibt, unseren Kindern das Lesen beizubringen.
Dieser TED-talk ist einfach nur großartig.

Quelle:TED Talks: Hans Rosling and the magic washing machine


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