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Artikel Tagged ‘Impfen’

Measles? Whose Measles?

1. Oktober 2016 4 Kommentare

Im „Juno Magazine – a natural approach for family life“, einem in Bristol (UK) erscheinenden Magazin, schildert in der 28-cover-web-300x300Ausgabe vom 3. August 2016 eine gewisse Emma Hiwaizi, ansonsten befasst mit „Laughing Yoga Sessions„, in einem bemerkenswerten Beitrag ihre Erfahrungen während der Masernerkrankung ihrer bewusst ungeimpft gelassenen Töchter im vergangenen Frühjahr. Der Text ist bemerkenswert deshalb, weil er nicht nur (eher unbeabsichtigt) geeignet ist, Werbung für ein konsequentes Durchimpfen zu machen – wenn man sich die Einzelheiten der Krankengeschichte und das durchaus begrenzte Amüsement der Kinder über ihr Befinden durchliest. Nein, bemerkenswert ist er auch, weil dem Leser die Triebfeder für das bewusste Absehen mancher Eltern von einem Impfschutz ihrer Kinder im letzten Absatz dieses Textes geradezu ins Gesicht springt. Man muss der englischen Sprache auch gar nicht weiter mächtig sein, man muss nur hier und da die richtigen Stellen unterstreichen; etwa so:

I am still glad I chose not to vaccinate. I think all three of my girls have been strengthened by the measles and I am grateful that I was able to stay at home and look after them. It was a surreal spring. Outside was glorious and sunny and for over a month we were at home in the dark. It was a challenging and sometimes lonely experience. I now have much more respect for families who do choose to vaccinate. I think I was very naive about what measles involved, just how ill children can get and how easy it is for secondary complications to set in. In our house the girls had whooping cough, mumps and chicken pox without a murmur, but measles was in a different league. It was hard to find useful information about how to best care for them and it was utterly exhausting. My eldest daughter was angry that she was ill and missed crucial revision time. I think she will probably vaccinate her children. But I would do it all again, though I would give them Vitamin A and I would probably not let them use their laptops when they were meant to be resting in complete darkness. I think it is a shame that we have lost the art of nursing; I certainly felt I was making it up as I went along

 

Noch Fragen? Ja, eine:

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Und zum Weiterlesen empfehlen wir diesen früheren Beitrag in unserem Blog.

Abenteuer Masern

21. September 2015 35 Kommentare

Schon immer: Alles Karma.

Sara Koenen hat ein spannendes Abenteuer erlebt, das sie mit einer Wandertour durchs Hochgebirge vergleicht und von dem sie in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Erziehungskunst: Waldorfpädagogik heute“ berichtet. Was war das für ein Abenteuer? Eine Weltumsegelung vielleicht? Nein: Die Masern.

Nun hatte Frau Koenen allerdings nicht selbst die Masern. Die hatte sie bereits mit 16, und leider kann jeder Mensch nur einmal in seinem Leben in den Genuss dieses „Abenteuers“ kommen. So ganz genossen scheint sie es allerdings nicht zu haben:

Als wohl meine schwerste Krankheit habe ich sie in Erinnerung, gefühltes wochenlanges Fieberdelirium erinnere ich, in welchem ich im Geiste jeden Spruch, jedes Gedicht, das ich auswendig wusste, immerzu wiederholte, und das waren einige als Waldorfschülerin.

Viel mehr hatten ihre drei Kinder die Masern. Das hatte natürlich wiederum den Vorteil, dass Frau Koenen die Unannehmlichkeiten einer eigenen Erkrankung erspart blieben.

Dass Masern nicht angenehm und auch nicht immer harmlos sind, ist ihr nämlich durchaus bewusst:

Bei den Masern beginnt nach einer Inkubationszeit von ca. zehn bis elf Tagen das Vorstadium mit Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung, mäßigem Fieber. Nach einer kurzen Entfieberung folgt das sogenannte Exanthem Stadium mit sehr hohem Fieber und einem Ausschlag, der hinter den Ohren beginnt und sich vom Kopf über den ganzen Körper ausbreitet und zusammenfließt. Dieser »gemaserte« Ausschlag, befällt jetzt auch alle inneren Schleimhäute, es kann daher zu Begleiterkrankungen kommen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung und – sehr selten, aber besonders gefürchtet, – Hirnhautentzündung. Verläuft alles komplikationslos, ist man nach etwa fünf Tagen über den Berg, muss sich dann noch eine Woche körperlich schonen und für etwa vier Wochen mit einem geschwächten Immunsystem rechnen.

Und was, wenn nicht alles komplikationslos verläuft? Wenn es gar zur besonders gefürchteten Hirnhautentzündung kommt? Nun, dann hat man wohl einfach Pech gehabt. Oder vielmehr: Es lag halt am Karma. Mehr…

Impfen in der Öko-Test

7. August 2014 68 Kommentare

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Als ich letztens eher zufällig in der Stadtbücherei am Zeitschriftenregal vorbei kam, fiel mein Blick auf das Titelblatt der Juli-Ausgabe der Öko-Test. Dort las ich oben rechts in der Ecke:

Impfen: Ist es sinnvoll, gegen alle Kinderkrankheiten zu impfen?

Ich befürchtete schon das Schlimmste, immerhin ist die Öko-Test nicht ganz unumstritten.

Unter der Überschrift „Alles piekfein?“ folgt gleich die Unterzeile:

13 Impfungen in zwei Jahren: Die meisten Eltern stellten den Rundumschutz für ihr Kind nicht infrage. Doch wer Zweifel am Vollkaskopaket äußert, gerät unter Rechtfertigungsdruck. Die Impfdebatte ist hochemotional.

Doch der eigentliche Artikel wäre (zumindest für eine solche Zeitschrift) ganz in Ordnung. So kommt das Robert-Koch-Institut zu Wort und erklärt unter anderem, dass beispielsweise die Masern nicht die harmlose „Kinderkrankheit“ sind, für die sie bisweilen gehalten werden.

Wäre da nur nicht der letzte Absatz:

Die Argumente für das Impfen liegen auf der Hand, aber Einwände lassen sich nicht einfach von der Hand weisen – doch die Entscheidung nimmt den Eltern niemand ab. Der Verein Ärzte für Individuelle Impfentscheidung (www.individuelle-impfentscheidung.de), dessen Mitglieder sich ausdrücklich nicht als Impfgegner verstehen, unterstützen Eltern bei der Suche nach einem Arzt, der sie berät. Vielen Müttern und Vätern wäre vermutlich schon geholfen, wenn der eigene Kinderarzt ihre Bedenken ernst nehmen würde.

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Alternativministerin Steffens‘ Auffassungen von Gesundheit

14. Januar 2013 204 Kommentare

Barbara_Steffensvon unserem Gastautor Sebastian Bartoschek:

Barbara Steffens (51) ist Gesundheitsministerin in NRW – genauer genommen „Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter“. Als solche ist die grüne Ministerin für die Volksgesundheit im bevölkerungsreichsten Bundesland zuständig. Es sollte an ihr sein, den Wildwuchs pseudo- und paramedizinischer Umtriebe kritisch im Blick zu haben und zu unterbinden, dass Quacksalberei sich „Medizin“ nennt. Sollte.

Denn im Oktober 2012 erklärte die Ministerin dem Nachrichtenmagazin STERN:

„Ich mache mich als Ministerin dafür stark, dass in unserem Gesundheitssystem und damit in der Schulmedizin auch Alternativmedizin wie die Homöopathie integriert wird. Ich denke, das ist wichtig, damit nicht nur einzelne Symptome behandelt werden, sondern der Mensch als Ganzes. Zum Glück gibt es schon viele Ärztinnen und Ärzte, die genauso arbeiten, bei denen auch Arnica C30 längst fester Bestandteil der Praxis ist.“

Das klingt blödsinnig und schrecklich uninformiert. Oder esoterisch und wissenschaftsfremd. Beides eigentlich undenkbar für eine Ministerin, die eine Administration von Fachleuten unter und um sich hat. Deswegen: flugs nachgefragt bei der Pressesprecherin von Frau Steffens.

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Hühnerschlachten in Hongkong

29. Dezember 2011 7 Kommentare

In Hongkong wurden vor Weihnachten in einer Ruckzuck-Aktion 17.000 Hühner geschlachtet.

Warum? Weil ein einziges totes Huhn positiv auf den Vogelgrippe-Virus H5N1 (eine schöne Erklärung, was dieser Code eigentlich bedeutet, findet man hier) getestet wurde. Die Einfuhr von lebenden Hühnern wurde für 3 Wochen untersagt, der Markt um den Bereich, wo das tote Huhn gefunden wurde, einstweilig geschlossen. Eine Grippewarnung wurde ausgegeben, Krankenhäuser sind angehalten, auf Influenzakranke zu achten. Vor Weihnachten hat Hongkong den Hühnermarkt praktisch zum Erliegen gebracht. Mehr…

Die Welt: Ein kleines Danke…

6. Oktober 2011 1 Kommentar

Vor einigen Wochen haben wir berichtet, dass „Welt Online“ in einigen impfbezogenen Artikeln(1, 2, 3, 4 and last but not least 5) eine kleine Pro/Kontra Infobox verwendete. Diese Impfbox war ein Sammelsurium aus Falschaussagen und wir haben sie dementsprechend in einem Blogeintrag heftig verrissen.

Vor kurzem, still und ohne große Ankündigung ist die ominöse kleine Box verschwunden. Als Ersatz wurden andere Infoboxen eingesetzt, die sich um Viren, Bakterien und Kinderkrankheiten drehen.

Wir finden, das sollte nicht ganz ohne Lob abgehen. Da hat sich jemand hingesetzt, die Box geprüft, vermutlich den Kopf geschüttelt, eine Grimasse geschnitten und den Mist dann rausgeschmissen. Fehler passieren, der Zeitdruck für Journalisten ist heutzutage sicher sehr hoch, das Entscheidende ist, wie man damit umgeht. Man hätte das ganze ja auch ignorieren können. Oder sogar noch ein wenig Holz nachlegen, damit es auch richtig gut brennt… (*hust* GEO *hust*).

Jedenfalls in diesem Sinne, ein kleines „Danke“ und Lob an „Die Welt“ für die Korrektur!

Warum nur ein kleines? Weil der Artikel „Die Schattenseite der schützenden Impfungen“ noch immer einige Falschaussagen des Impfgegners Martin Hirte enthält. Z.B. behauptet er einen Zusammenhang zwischen Hepatitis-B Impfungen und Multipler Sklerose, der schlichtweg frei erfunden ist (siehe hier).

Nichtsdestotrotz, eine Korrektur ist eine Korrektur. Wir wünschten, alle Zeitungen würden ihre Fehler ausbessern.

Masern: Pimpfe ohne Impfe

21. September 2011 Keine Kommentare

Wir haben schon oft über und vor allem auch für das Impfen geschrieben. Und das aus sehr gutem Grund. Gerade Masern müsste heutzutage niemand mehr bekommen und damit auch nicht unter der Krankheit selbst oder den gefährlichen Spätfolgen leiden. Leider gibt es immer noch genug Menschen, die das nicht verstanden haben oder schlimmer noch, nicht verstehen wollen.

Bei doccheck.com kam gerade ein sehr guter Artikel von Dr. Erich Lederer zu diesem Thema heraus. Aber lest einfach selbst: Dr. Erich Lederer – Masern: Pimpfe ohne Impfe.

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Der Impfreport ist da!

1. September 2011 19 Kommentare

Nein, wir machen hier nicht plötzlich Werbung für die Spinnerseiten von Hans Tolzin, es ist tatsächlich ein richtiger Impfreport in den USA erschienen! Ein 667 Seiten langes Dokument, in dem die Risiken für Impfschäden aufgrund aktueller Daten bewertet wurden.

In den Staaten gibt es seit 1986 ein Gesetz, „National Childhood Vaccine Injury Act“, das ein Kompensationsprogramm „National Vaccine Injury Compensation Program (VICP) “ für Impfschäden eingeführt hat. Jeder Mensch, der glaubt, dass er/sie oder ein Familienmitglied einen Impfschaden erlitten hat, kann sich dort melden. Impfungen sind ja nicht frei von Nebenwirkungen (niemand leugnet das!), aber diese sind entweder mild oder bei schwerwiegenden äußerst selten.

Die „Health Resources and Services Administration (HRSA)“, die für diesen Prozess zuständig ist, hat das Institute of Medicine (IOM) beauftragt eine Liste von Vorfällen zu untersuchen, die mit Impfungen in Zusammenhang gebracht werden. Ziel war es Beweise für Zusammenhänge zu finden, um zukünftige Anträge schneller bearbeiten zu können.

Dazu untersuchte das IOM die Impfungen gegen Windpocken (Varicella-Zoster-Virus), Grippe (abgesehen vom H1N1-Virus), Hepatitis A, Hepatitis B, HPV, Masern, Mumps und Röteln (MMR), Meningokokken und Tetanus(eingeschränkt auf jene ohne Keuchhustenwirkstoff).

Impfungen haben wie jedes Medikament Nebenwirkungen. Die hat Aspirin auch. Wo sind die Aspiringegner?

Bei den eingereichten Impfschäden hat man zumeist einen zeitlichen Zusammenhang („Nach der Impfung trat … auf“). Allerdings bedeutet ein zeitlicher Zusammenhang noch nicht, dass auch ein ursächlicher Zusammenhang besteht.

Am Beispiel Grippeimpfung in Österreich:
Laut Statistik Austria haben 34% der Über-60-Jährigen Impfschutz. 2010 starben 30.458 Menschen (Sterbefälle 2010) über 60, d.h. pro Tag im Schnitt 83 Menschen. Also starben auch an jedem Tag, an dem geimpft wurde im Schnitt 83 Menschen. Aus welchen Gründen auch immer. Davon rein zeitlich 28 nach Impfungen. Das ist natürlich nur ein Schnitt. Man braucht hier statistische Methoden, um zu prüfen, ob es auf der Basis dieser Zahlen überhaupt einen Zusammenhang geben könnte.

Für die Familien ist das tragisch und man vermutet natürlich aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs, dass die Impfung etwas damit zu tun haben könnte. Aber als Einzelperson kann man das unmöglich sagen. Alle Fälle müssen betrachtet werden.

Für diesen Report wurden vom IOM alle eingereichten vermuteten Vorfälle (unabhängig davon, ob ein Impfschaden anerkannt wurde oder nicht) gesichtet. Beweise gesammelt und schließlich alle aufgetretenen Effekte klassifiziert. Der Bericht ist sehr ausführlich und detailliert, 667 Seiten.

Und jetzt kommt der Clou. Das Fazit war: Es gab keine Überraschungen. Keine wirklich neuen Erkenntnisse! Mancher mag hier die Stirn runzeln und meinen, wozu dann der Bericht? Das Gegenteil ist der Fall! Der Bericht bestätigt einmal mehr den aktuellen Kenntnisstand. Erneut wird die Beweislage untermauert, dass Impfungen extrem sicher sind. Wir wissen schon lange, dass manche Impfungen zu Anaphylaxie als Nebenwirkung haben können und dass Menschen mit Immundefekten schwere Nebenwirkungen erleiden können. Keine Neuigkeiten hier.

Besonders unangenehm für die Impfgegner: Es wird auch erneut bestätigt, dass MMR keinen Autismus verursacht. Alle Beweise sprechen dagegen.

(Bild: Kleine Zeitung)

Um zu zitieren:

„Despite looking very hard, it was really hard to find that vaccines cause injuries and the injuries they do cause are generally pretty mild and self-contained.“

Impfungen sind ein großartiges Werkzeug unserer Zeit, das zwar wie jedes Medikament Nebenwirkungen haben, aber diese Nebenwirkungen sind entweder leicht oder sehr, sehr selten von schwerer/langfristiger Natur.

Und die Impfgegner? Spucken natürlich Gift und Galle. Die „üblichen Verdächtigen“ im englischen Raum sind natürlich nicht begeistert. Age of Autism, eine Webseite, die den verurteilten Betrüger und Studienfälscher Wakefield als Helden feiert, Mike Adams, der Health Ranger, ein guter alter Aidsleugner (und natürlich findet er auch Wakefield und Scientology super) sowie Safeminds, eine Organisation, die die Autismusgeschichte natürlich auch promotet und für die Wissenschaft und Fakten ganz schlimme Dinge sind.

Dieser Impfreport ist eine bittere Pille für die Impfgegner, es wird bestimmt nicht lange dauern, bis sie mit einer hübschen Verschwörungstheorie aufwarten werden… Vielleicht haben ja Aliens den Report gefälscht?

Mehr Details findet man wie immer auch bei Orac von den Scienceblogs, einem Blog, dass man abonnieren sollte. Oder auf Deutsch im Ärzteblatt

Die Welt – Impfgegner sind feige Egoisten

12. August 2011 49 Kommentare

Wenn wir die Artikel in der Welt betrachten, haben wir das Gefühl, dass hier keine böse Absicht der Journalisten zugrunde lag. Es sind einfach Fehler passiert. Wir würden gerne sagen, Schwamm drüber, kann jedem mal passieren! Doch bei einem Thema wie diesem ist es tragisch. Fehlinformationen kosten Menschenleben.

Um nur ein Beispiel zu nennen:
Die Masern, von denen man optimistisch glaubte, sie bis 2010 ausgerottet zu haben, sind wieder auf dem Vormarsch. 2010 wurden 30.000 Masernfälle in EU + EEA/EFTA Staaten gemeldet, ein fünffacher Anstieg gegenüber den vorhergehenden 5 Jahren. Im ersten Halbjahr 2011 wurden bereits über 26.000 Fälle und 7 Todesfälle gemeldet (Quelle: Measles Monthly Monitoring)  und vermutlich sind die Daten, die hier zur Verfügung stehen noch nicht einmal vollständig.

Das größte Risiko haben dabei Kinder im ersten Lebensjahr, die mütterlichen Masernantikörper, die jeweils zur Hälfte in 3-4 Wochen abgebaut werden, schützen zwar 3-4 Monate vor Symptomen der Infektion, nicht jedoch vor der Infektion selbst. Kinder die auf diese Weise unbemerkt Masern bekommen können, haben ein stark erhöhtes Risiko an der Spätkomplikation SSPE zu erkranken und zu sterben.

Kinder im ersten Lebensjahr werden noch nicht geimpft, sind hilflos und auf den Schutz durch die Umgebung angewiesen. Den Schutz durch Ältere und Erwachsene die aufgrund der Tatsache, dass sie geimpft sind, dem Virus wie ein Bollwerk gegenüberstehen. Ein Schutzschild sozusagen – fachlich nennt man das Herdenimmunität. Bei einer Durchimpfungsrate von ca. 95%  hört das Masernvirus auf zu zirkulieren, weil es keine empfänglichen Wirte (Masern sind menschengebunden) findet. Wenn wir nun Aussagen lesen, wo mit falschen Behauptungen und glatten, unverschämten Lügen (wie z.B. 500 Tote durch Impfungen pro Jahr), der Wille zum Impfen unterminiert werden soll, dann erfüllt uns das mit Bitterkeit und Wut.

Die sogenannte individuelle Impfentscheidung gefährdet nicht nur die Person selbst, sondern sie gefährdet vor allem die Kleinsten und Schwächsten, die Kinder. Es liegt weder Mut noch Klugheit, weder Stärke noch Ehre darin, sich gegen Impfungen zu entscheiden. Es ist eine Haltung die aus Feigheit geboren ist. Eine Haltung, wie sie nur ein Egoist haben kann. Eine Haltung, wie sie nur die Erbärmlichsten unter den Erbärmlichen verbreiten können.
Wenn Ärzte empfehlen Kinder erst mit dem 13 Lebensjahr gegen Masern zu impfen, wenn sie die Krankheit noch nicht hatten, ist das ein grober Verstoß gegen ärztliche Sorgfaltspflichten. In der Vorimpfära waren 90% der Maserntoten unter 5 Jahre alt. Bis zum 14 Lj waren 98% der Kinder „durchgemasert“ – so sagte man damals.

Wir ersuchen daher die Zeitungen der Welt und ihre Journalisten, die Artikel zur Gesundheit der Menschen publizieren, einen Moment inne zu halten und über das was sie veröffentlichen nachzudenken und mehr Sorgfalt walten zu lassen. Impfungen retten Leben. Impfgegner sind feige Egoisten.

Auch wenn in Europa die Anzahl der Tote und schwer Geschädigten durch die Masern-Epidemie aufgrund der hervorragende medizinische Versorgung sehr klein gehalten werden kann, so sieht die Situation in den Entwicklungsländern doch viel dramatischer aus. Dort sterben derzeit im Kongo ca. 1% der Erkrankten an den Masern. Kommt Unterernährung wie am Horn von Afrika dazu steigt die Todesrate dramatisch.

Und in Flüchtlingslagern wo die Menschen auf engstem Raum zusammen sind, steigt die Todesrate nochmals bis auf 25%. Als es solch miserable Zustände in Europa noch gab (19./20. Jhdt.) nannte man diese hohe Todesrate „Pferchungsschäden“ (De Rudder 1934).

In diesem Zusammenhang möchten wir erneut an die Situation in Ostafrika erinnern. Den Flüchtlingscamps droht eine Masern-Epidemie. Bitte fassen Sie sich ein Herz und werfen Sie einen Blick in den UNICEF Spendenshop oder denken Sie an ein vergleichbares Projekt ihrer Wahl! Danke!

„Die Welt“ über Impfungen – Jetzt ist es genug

9. August 2011 23 Kommentare

Seit einigen Monaten verwendet „Die Welt“ in ihren impfbezogenen Artikeln(1, 2, 3, 4 and last but not least 5) eine kleine Pro/Kontra Infobox. Das Kontra wurde wohl von einem „Freimuth Hessenbruch, Allgemeinmediziner mit anthroposophischer Zusatzqualifikation, aus Winterbach (Rems-Murr-Kreis)“ , der sich selbst als „Impfkritiker“ – nicht „Impfgegner“ bezeichnet, verfasst.

Zu dem Herrn spuckt die Suchmaschine leider nur aus: „Sehr nett und kompetent. Sehr gute homöopathische Mittel.“. Wobei kompetent und „gute homöopathische Mittel“ ein klarer Widerspruch ist.

Was gibt dieser Herr Hessenbruch nun als Kontra zu Impfungen zum Besten?

Der Impfzeitpunkt ist entscheidend. Das von der Ständigen Impfkommission angegebene Alter von drei Monaten ist zu früh. Die neurologische und Immunentwicklung ist erst mit einem Jahr so weit, dass man mit Impfungen beginnen kann. Mit einem Jahr ist die Tetanus-Impfung gegen Wundstarrkrampf empfehlenswert, danach die gegen Diphtherie, eine schwere Atemwegserkrankung.

Wir empfehlen hier doch im Hinblick auf die fachliche Korrektheit der weiteren Aussagen des Herrn doch lieber der Impfempfehlung des RKI zu befolgen:
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut PDF

Diese sind durch Statistiken und harte Fakten untermauert, keine persönliche Meinung.

Die klassischen Kinderkrankheiten wie Mumps, Masern und Röteln sollen die Kinder bis etwa zum 13. Lebensjahr durchleben können, denn dann haben sie anders als bei einer Impfung einen lebenslangen Schutz.

Die Empfehlung, Kinder lieber dem Risiko der Krankheit auszusetzen als einer Impfung, ist grober Unfug. Und der Impfschutz durch MMR wirkt nach heutigen Erkenntnissen ebenfalls ein Leben lang. Mehr…