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Artikel Tagged ‘Petition’

Petition im Bundestag gegen Homöopathie-Erstattung

6. April 2015 42 Kommentare

Am 26.03.2015 ist im Bundestag eine Petition gegen die Erstattung der Homöopathie als sog. Satzungsleistung eingebracht worden. Sie ist kurz und knackig:

Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass homöopathische Behandlungsmethoden nicht mehr als Satzungsleistung von gesetzlichen Krankenkassen gezahlt werden dürfen.

Begründung
Es gibt keinen Wirkungsnachweis für homöopathische Behandlungen.

Im Gegenteil: über 150 methodisch akkurate klinische Studien der letzten 15 Jahre haben gezeigt, dass homöopathische Mittel Scheinmedikamente sind. Die behauptete Wirkweise steht mit der heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnis in krassem Widerspruch.

Die Übernahme der Kosten für homöopathische Behandlungen als Satzungsleistungen widerspricht somit §2 Absatz 1 der Allgemeinen Vorschriften des SGB 5. Dort steht: „Qualität und Wirksamkeit der Leistungen haben dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen.”

Die Übernahme homöopathischer Behandlungen als Satzungsleistungen widerspricht somit dem Solidaritätsgedanken der gesetzlichen Krankenversicherung. Im §1 SGB5 steht: „Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern.”

Die Übernahme der Kosten für homöopathische Behandlungen widerspricht somit dem Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 12 SGB5): „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.”

Die Homöopathie entspricht diesen gesetzlichen Anforderungen an ein Arzneimittel nachweislich nicht.

Wir sind der gleichen Ansicht, auch wenn das Bundesministerium für Gesundheit bisher anderer Ansicht ist. (Unsere Ansicht ausführlicher hier und hier).

Die Mitzeichnungsfrist endet am 29.04.2015.

Mitmachen!

Danke.

Homöopathische Mittel ins Süßwarenregal

17. August 2014 1 Kommentar

Auch wenn Petitionen nicht so unser Ding sind: die hier ist wenigstens amüsant.

Lorenz Meyer, großer Prophet der tiefen Weisheit von Sheng Fui, der uns lebensbejahende Dinge wie das Umarmen von Bäumen lehrt, hat vor kurzem eine Petition gestartet:

Homöopathische Mittel ins Süßwarenregal / Kennzeichnung gem. Lebensmittel-Informationsverordnung

Mit dieser Petition soll eine Einordnung homöopathischer Globuli als Süßwaren erreicht werden mit den nach sich ziehenden rechtlichen Folgen wie Kennzeichnungspflicht mit Nährwertdeklaration. (Süßwaren sind mitverantwortlich für Übergewicht und fördern die Entstehung von Karies.)
Begründung:

Immer mehr Menschen leiden unter den sogenannten Zivilisationserkrankungen wie Adipositas und Karies, was besonders auf die Zufuhr von zuckerhaltigen Süßwaren und Naschartikel zurückzuführen ist. Abgesehen vom menschlichen Leid entstehen der Gesellschaft so gewaltige Schäden.

Bei homöopathischen Produkten handelt es sich um als Arzneimittel getarnte Streuzuckerprodukte ohne Wirkstoffgehalt. Als Trägerstoff der sogenannten „Globuli“ und damit einzige Substanz dienen in der Regel Saccharose (HAB 2006) oder Xylitol, das als Zuckeraustauschstoff (E 967) verwendet wird.
Mit dieser Petition soll eine Einordnung der Zuckerkügelchen als Süßwaren erreicht werden.

Nieder mit dem Übergewicht! Weg mit den Globuli, kann man da nur sagen! Und Zähneputzen nicht vergessen!

Wie Lorenz Meyer aber auf seiner Webseite berichtet, gab es schon vor der Petition herben Widerstand!
Der Verband der deutschen Rübenzuckerindustrie wehrte sich gegen Warnhinweise, die auf Globuli-Packungen aufgedruckt werden sollten. Offenbar erfolgreich, denn Warnungen wie: „20 Globuli am Tag ergeben nach rund 6 Jahren 1 Kilo Bauchspeck!“ wurden gewissenlos unterdrückt.

Und auch bei dieser konkreten Petition gibt es schon erste Stimmen, die sich dagegen aussprechen:

Lol glaubt hier wirklich einer das eine Nährwertangabe bei Globuli Karies und Übergewicht reduzieren wird?!

Als Skeptiker kann man nur sagen: Man wünscht sich an dieser Stelle ganz, ganz heftig, dass der Kommentar ein Scherz ist. Oder von der Rübenzuckermafia bezahlt.

Selbst ernannte Skeptiker, raus aus Wikipedia!

27. März 2014 11 Kommentare

Unserem Foristen ajki war ein Beitrag unterlaufen, den wir hier mit seinem freundlichen Einverständnis weiterverwenden:

Neben den esotenüblichen Bestellungen beim Universum [baerbelmohr.de] muß die Ungerechtigkeit der Ignoranz wahrer heilerischer Künste auch anderweitig durchgesetzt werden. Besonders natürlich dort, wo heutzutags kostenfreies Marketing mit hoher Reichweite erzielt werden kann.

Eine solche Plattform ist Wikipedia – dort schlagen alle möglichen Leute weltweit alle möglichen, für sie wichtigen Sachen nach. Deshalb ist es Esoten schon immer wichtig gewesen, in den diversen Artikeln zu ihrem Verkaufskram möglichst positive Texte zu unterhalten – die diversen Edit-Wars auf manchen Seiten sind legendär. Alles, was von einem potentiellen Leser als irgendwie „ungünstig“ empfunden werden könnte (vom einfachen „Citation needed“ über den Standardvorbehalt „… Effekte nicht nachgewiesen…“ bis hin zu den üblichen Kategorisierungen wie „Esoterik“ usw.), wird bekämpft, rerverted, ad nauseam diskutiert und in immer wieder neuen Artikelansätzen unter „neuem“ Begriff eingestellt.

Der Grund ist natürlich klar: neben öffentlicher „Respektabilität“ und Zitierbarkeit ist das reputable Werbung. Mehr…

Henning Kullak-Ublick, der ‘Bund der Freien Waldorfschulen’, und die Glaubwürdigkeit

20. März 2013 Keine Kommentare

An Inquiry into Meaning and Truth 580

 

Die von GWUP-Mitglied André Sebastiani initiierte Petition „Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg“ macht weiter Schlagzeilen. Es berichtete auch der Deutschlandfunk. Und Henning Kullak-Ublick, Vorstand des „Bundes der Freien Waldorfschulen“, hält urplötzlich eine „Waldorf-Schule light“ für möglich, nachdem diese zuvor von Waldorf-Seite entschieden abgelehnt worden war: ist Kullak-Ublick glaubwürdig?
Gastbeitrag von Andreas Lichte mit freundlicher Genehmigung der Ruhrbarone.

Als Kommunikationschef des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ scheint Kullak-Ublick dem selbsternannten Hellseher Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfpädagogik und der esoterischen Weltanschauung Anthroposophie, nacheifern zu wollen. Rudolf Steiner sagt:

„Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst und dass wir dasjenige, was aus der Geistesforschung geschöpft wird, in den Urkunden wieder aufsuchen … Was heute erforscht Mehr…

Gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg

13. Dezember 2012 13 Kommentare

Wir möchten unsere Leser gern auf eine Petition der GWUP aufmerksam machen, die sich an Bildungssenator Ties Rabe in Hamburg richtet und gegen die geplante Einrichtung einer staatlichen Waldorfschule in Hamburg protestiert.

In Hamburg könnte es bald eine staatliche Waldorfschule geben – im Rahmen eines Schulversuchs, der im Schuljahr 2014/2015 starten soll. Waldorfpädagogik wird leider immer wieder fälschlicherweise für eine harmlose, antiautoritär-fortschrittliche Erziehungsform gehalten.

Wir von der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) hingegen sehen in der Waldorfpädagogik eine gefährliche Ideologie, die anti-aufklärerisches, anti-wissenschaftliches und im schlimmsten Fall sogar rassistisches Gedankengut vermittelt.

Der Schaden, den eine solche Erziehung bei Kindern und Jugendliche anrichten kann, ist kaum abzuschätzen. Wir warnen daher ausdrücklich davor, der Waldorfpädagogik in Form eines Schulversuchs noch größeren Zulauf zu bescheren und ihr vielleicht sogar ein offizielles politisches Gütesiegel zu verleihen.

Wir haben hier bereits den offenen Brief von Andreas Lichte zum Thema veröffentlicht und möchten unsere Leser auffordern, so sie unschlüssig sind, sich noch einmal ein wenig mit der Anthroposophie zu beschäftigen.

Einen Einblick in das Geschichtsverständnis der Anthroposophen finde man z.B. in den Artikeln Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’ und Anthroposophie und Nationalsozialismus: „Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft“.

Und hier geht es zur Petition: https://www.change.org/de/Petitionen/gegen-die-geplante-staatliche-waldorfschule-in-hamburg

Die Liste der 120.000 Deppen

12. November 2010 41 Kommentare

Das angebliche Heilpflanzenverbot durch die Europäische Union ab 1. April nächsten Jahres ist ein Hoax, der die Gemüter erhitzt. Die Petition Petition: Arzneimittelwesen – Keine Umsetzung des EU-Verkaufsverbotes für Heilpflanzen vom 20.09.2010 verlief sehr erfolgreich, wenn man von der Anzahl der Unterschriften ausgeht. Auf zahlreichen Blogs wurde zur Unterzeichnung der Petition aufgerufen, auf Blogs von schlauen Leuten dagegen nicht. Das hat seinen Grund. Diese große Pharmaverschwörung ist keine.
Vor drei Tagen ging es mit einem fundierten Blogeintrag beim Blog Detritus los:

Das EU-Heilpflanzenverbot, das es gar nicht gibt
von Martin Ballaschk, 09. November 2010, 20:59

Habt ihr schon von der e-Petition „Keine Umsetzung des EU-Verkaufsverbotes für Heilpflanzen“ gehört? Entsprechende Kettenmails und Foreneinträge machen gerade die Runde. Wie es scheint, haben weder die Petenten, noch die Mitzeichner verstanden, worum es in diesem „Verbot“ eigentlich geht, sodass schon der Antragstext der Petition völlig ins Leere läuft …

Beeindruckend ausformuliert wirkt schon die Forderung der Petition:

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/detritus/alternativmedizin/2010-11-09/das-eu-heilpflanzenverbot-das-es-gar-nicht-gibt
Mehr…

Petition zur Erstattung der Homöopathie durch die GKV

26. Juli 2010 25 Kommentare

Da hatte jemand eine großartige Idee:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen wird.
Die Streichung soll so lange fortbestehen, bis eine Wirksamkeit dieser pseudowissenschaftlichen Methode nachgewiesen wird.

Begründung

Es gibt bisher keine nachgewiesene Wirkung von homöopathischen Medikamenten; es gibt keinen medizinischen Nutzen.
Durch eine bevorzugte Erstbehandlung mit homöopathischen Mitteln kommt es zu Krankheitsverläufen, die anschließend mit einem erhöhten Aufwand an wissenschaftlicher Medizinversorgung ausgeglichen werden müssen.
Die Kostenübernahme verursacht überflüssige Ausgaben, die gespart werden können.

Sämtliche Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben ein Anrecht, dass die gezahlten Beiträge effizient und wirkungsvoll eingesetzt werden. Die Kostenübernahme spiegelt dagegen eine von den Krankenkassen anerkannte medizinische Wirksamkeit vor, da sie diese auch bezahlen. Dies wurde bisher aber noch nie nachgewiesen.

Die Homöopathie ist in vielen Ländern – u.a. aufgrund aufgeführter Begründungen – aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen worden.

Petition: Gesetzliche Krankenversicherung – Leistungen – – Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog vom 13.07.2010