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Nikolaus Klehr bei WISO

Der finanziell sehr erfolgreiche Krebsscharlatan Nikolaus Klehr hat es wieder ins Fernsehen geschafft, diesmal nicht in eine unkritische Talkshow, sondern zu WISO.


Das Originalvideo in der ZDF-Mediathkek: Mediathek-Link.

Update: Weitere Videos zu Klehrs Praktiken finden sich hier

Wir haben Nikolaus Klehr schon mehrfach im Blog gehabt:
Klehr
Neues über die Galavit-Betrüger
Blutgeld

1998 in der ARD-Sendung „Panorama“ ging das übrigens schon mal deutlicher:

Hans Hege (Bayerische Landesärztekammer): „Wir sind der Überzeugung, dass ein Mensch, der sich so verhält wie Herr Dr. Klehr, entweder ein Ungeheuer ist, ein – ich sage bewusst: ein erwerbsgetriebenes Ungeheuer ist, oder aber – nämlich dann, wenn er wirklich eine wirksame Methode haben sollte – oder aber schlicht und einfach, und das ist meine persönliche Überzeugung, ein Scharlatan, der mit der Hoffnung von Krebskranken Geld macht.“

Auch 1996 im Stern hieß er „erwerbsgetriebenes Ungeheuer“ und ihm drohte damals der Entzug der ärztlichen Zulassung:
Stern: „Ein erwerbsgetriebenes Ungeheuer“. Das ist mittlerweile 14 Jahre her.

Vielen Dank an Hanni für den Tipp.

  1. 7. Dezember 2010, 09:36 | #1

    „Jetzt 20% auf Alles, außer Tiernahrung.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Lehmann

  2. Shade
    7. Dezember 2010, 12:00 | #2

    Stirb langsam 5, Bruce Willis gegen die Holismusmafia.

  3. 7. Dezember 2010, 12:50 | #3

    Spiegel 1995:

    „aber auch der zu Berühmtheit und Reichtum gelangte Münchner Hautarzt Nikolaus W. Klehr, der Krebskranken seine dubiose ATC-Therapie angedeihen läßt und sich dafür vom Präsidenten der Deutschen Krebsgesellschaft die Bezeichnung „Scharlatan“ einhandelte“
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9208312.html

  4. Peter
    7. Dezember 2010, 20:47 | #4

    Der Gesetzgeber muss da eine viel härtere Linie fahren.

    Ganz was anderes ( kann gelöscht werden):
    Habt ihr hier überhaupt eine öffentliche Email-Adresse um euch ein paar Hinweise auf interessante Sites zu geben?
    Schaut euch auf http://www.br-online.de/ratgeber/gesundheit/homoeopathi-DID1188596386/index.xml um. Das ist nicht zu fassen. Dokumentationen, Ratgeber, Buchtipps, Empfehlungen für Veranstaltungen und vieles mehr zu Homöopathie, ohne einer kritischen Sichtweise. Laut BR ist Hömoopathie wissenschaftlich, nützlich und eine „Modernisierung der Heilkunde“.
    Hahnemann wird zum Helden erhoben…. was soll man von einem Sender der für seine Wissensendungen berühmt ist, noch halten…

  5. 7. Dezember 2010, 21:45 | #5

    ganz klassisch: info ä_t psiram.com

  6. shitforall
    8. Dezember 2010, 07:51 | #6

    @Peter
    ..im Video wird gesagt:
    >>>>>>>>Als Ärztin weiss sie, dass sie bei schweren Krankheiten auf die „Schulmedizin“ nicht verzichten kann!<<<<>>>…auf einen wissenschaftlichen Nachweis legt sie jetzt keinen Wert, der wird schon noch kommen! <<<<<<
    Das ist eine der wissenschaftlich ausgebildeteten Personen, die sich zur Elite der Gesellschaft zählen und gleichzeitig die Wissenschaft verleugnen!
    In welchem Land leben wir eigentlich!!!!
    PISA hält uns den Spiegel vor die Augen!!!!!!!
    Die Kinder können zwar lesen, doch den Sinn des gelesenen erfassen sie nicht! Das muss schon länger so sein, PISA gibt es noch nicht so lange!
    Wie man allerdings mit einer solchen Einstellung das Medizinstudium erfolgreich absolvieren kann und eine Approbation bekommen kann ist schon hinterfragenswert! Bedenklich ist es allemal! Es ist offensichtlich ubglich schwieriger, sich in einer technischen Disziplin zu habilitieren!

  7. Shade
    8. Dezember 2010, 17:29 | #7

    Zu viel Fokus aufs Auswendig-Lernen? Zu wenig wirkliches Verständnis der Zusammenhänge? Zu viel bloßes Liefern was der Prüfer hören will?

    Das sind nur meine Erfahrungen mit Medidzinstudenten und deren Lerninhalten und das deckt sich mit der Einschätzung einiger Ärzte, bei denen ich ‚mal auf das Thema zu sprechen kam.

  8. Haeretiker
    12. Dezember 2010, 21:55 | #8

    @Shade
    Exakt. Und nicht nur in dem Bereich, fängt schon in der Grundschule an. Aber was will man vom Land der Wassersparspülen erwarten

  9. Ursula Rothe
    31. Dezember 2010, 18:56 | #9

    Mal eine kleine Gegendarstellung. Ich selbst bin erfolgreich bei Dr. Klehr gegen Brustkrebs therapiert worden. Ich hatte mich ganz bewusst und nach langer Suche für die alternative Therapie bei Dr. Klehr entschieden, nachdem kurz vor dem Ausbruch meiner Krankheit in meinem privaten Umfeld mehrere Krebsfälle aufgetreten waren. Alle meine lieben Freunde und Verwandten waren während der konventionellen Therapie (OP, Strahlen, Chemotherapie) binnen kurzer Zeit qualvoll gestorben. Nicht nur mir hat Dr. Klehr geholfen, sondern auch vielen anderen Patienten, mit denen ich z.T. heute noch Kontakt habe. Dabei sind auch Patienten, die bereits vor vielen Jahren als austherapiert nach Hause geschickt worden waren. Natürlich habe ich auch Patienten kennen gelernt, die leider inzwischen verstorben sind. Nicht allen kann Dr. Klehr helfen, da sind viele Faktoren entscheidend. Was mich aber wirklich empört, und hierzu hätte ich eine Frage an WiSo und an das Forum: wieviele Patienten sterben täglich in Deutschland nach oder gar während der aufwändigen, sehr teuren konventionellen Therapie? Der prozentuale Anteil liegt sicherlich höher als bei manch alternativer Therapie – wie gesagt, je nach Lagerung des speziellen Falls. Warum beschweren sich die Hinterbliebenen hier nicht bzw. bemühen die Presse? Und das, obwohl die Behandlungen um ein Vielfaches teurer sind. In der Sendung waren von ca. 14.000 € für die Klehr-Therapie die Rede. Eine konventionelle Therapie mit OP, Bestrahlung und/oder Chemotherapie kostet meines Wissens weit über 100.000 €! Meine Vermutung ist, dass, wenn die Krankenkasse die Kosten übernimmt, ein anderes Bewusstsein für Preis und Leistung herrscht.

  10. admin
    1. Januar 2011, 16:30 | #10

    Liebe Frau Rothe,

    wir kennen da einen Journalisten, der wäre an ihrer Geschichte brennend interessiert. Im übrigen würde es mich sehr interessieren, was ihre Behandlung denn nun genau gekostet hat?

  11. 1. Januar 2011, 16:59 | #11

    Hallo Frau Rothe,
    wenn Sie ihre Geschichte mit histologischen Befunden – gerne über einen Notar, ihre Identität kann geschützt bleiben – belegen können, wäre das wunderbar. Man kann ja Vieles für ein Mammakarzinom halten, ein histologischer Beleg ist da der einzige Maßstab.

    Ihre Schilderungen entsprechen allerdings wenig der Realität. Gerade ein Mammakarzinom ist heutzutage zu über 80% tatsächlich heilbar, d.h. nach 5 Jahren haben Betroffene keine Rückfälle, ihre Lebenserwartung entspricht praktisch derer der Nichtbetroffenen, wenn sie zu den 80% gehören. Von den restlichen 20% sind leider viele Fälle dabei, bei denen aus Angst vor der Diagnose viel zu lange gewartet wurde oder zu lange mit wirkungslosen „alternativen“ Methoden wie Homöopathie, Diät etc. herumgemacht wurde.

    Wenn sie hier also eine Therapie von Klehr propagieren, die bisher keinerlei Wirksamkeit nachweisen konnte als besser darstellen, als die momentanen sehr erfolgreichen konventionellen Therapien, bedürfte das wirklich guter Nachweise. Herr Klehr ist daran offensichtlich aber nicht interessiert. Nebenbei: Bei Klehr zu erwähnen, dass konventionelle Therapien teuer sind (stimmt), ist wohl eher ein Witz. Er ist bisher eigentlich nur durch einen Erfolg aufgefallen: In der Therapie seines Geldbeutels.

    Zu Ihrer Frage, wie viele während und nach der Therapie sterben:
    – während: Die, bei denen die Thrapie nicht greift, z.B. wegen fortgeschrittener Metastasierung i.d.R. aufgrund zu spät eingesetzter Therapie.
    – danach: Alle. Allerdings meist deutlich später als ohne Therapie.

  12. Ursula Rothe
    3. Januar 2011, 17:18 | #12

    Verehrter Admin und verehrter Rincewind,

    im Prinzip hätte ich nichts gegen eine Offenlegung meiner Patientendaten, schon allein deshalb, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die Klehr-Therapie wirksam ist. Allerdings werde ich doch davon Abstand nehmen, aus 2 Gründen: a) müssten im Verlauf der Recherchen weitere Personen (z.B. Ärzte) behelligt werden, was ich nicht verantworten möchte, b) scheint mir die vorgefasste Meinung hier so einseitig, dass selbst die stichfestesten Nachweise – so fürchte ich – missachtet oder missinterpretiert würden. Genauso wie die Zuschauer und Leser unüberprüfbar glauben müssen, dass die Klehr-Therapie unwirksam ist und er deshalb sogar Honorare zurück zahlen soll (was ich beides NICHT glaube), so müssen Sie mir glauben, dass mein Fall so, wie ich ihn darstellte, stimmt.
    Ihre Sterbe-Statistik, Rincewind, ist allerdings ermutigend. Wenn das so wäre, hätte ich mir vor Therapiebeginn keine 1,5 Jahre Gedanken und Sorgen gemacht und wäre schnurstraks in die nächste Onkologie gerannt. Aber es stimmt, ich kenne inzwischen auch Fälle, die seit über 5 Jahren nach konventioneller Therapie (gut) leben. Andererseits kenne ich ebemsp einige Patienten, die auf anderem Weg (u.a. auch mit der Klehr-Therapie) gesund wurden bzw. wo die Krankheit stagniert. Jeder muss für sich entscheiden, welchen Weg er geht, was viel Kraft und Mut kostet. Leider weiß man erst hinterher, ob der gewählte Weg richtig war.
    Und zum Thema Finanzen, was zu erwähnen in unserer Neidergesellschaft sehr populär ist: natürlich ist die Klehr-Therapie nicht billig, im Erfolgsfall aber vertretbar. Denken Sie sich ein Leben gegen einen Mittelklassewagen. Ich habe mich gegen den Wagen entschieden. Andererseits arbeiten Onkologen und Pharmabetriebe auch nicht ehrenamtlich und haben auch nicht immer Erfolg.

  13. 5. Januar 2011, 14:46 | #13

    Allerdings werde ich doch davon Abstand nehmen,

    Wie zu erwarten war …
    Für einen histologischen Befund braucht man niemanden zu behelligen. Sowas hat man üblicherweise in seinen Akten. Wenn nicht, ist es ein leichtes, eine Kopie anzufordern. Ohne diesen Befund kann man jegliche Schwellung, jedes gutartige Geschwulst als Krebs bezeichnen, ohne dass dem so sein muss.

    Unsere Meinung ist nicht vorgefasst, sondern nachgefasst. Wenn sich jemand auf eine Mammacarzinom-Therapie einlässt, die bisher KEINERLEI Belege für ihre Wirksamkeit gebracht hat, braucht man in der Tat Mut, vermutlich aber noch mehr Blödheit, um genau den Weg zu wählen, für den es bisher keine Erfolgsaussichten gibt, und nach Stand der Forschung vermutlich auch nicht geben wird.

  14. 2. Februar 2011, 14:47 | #14

    Man könnte die Kopien der Akten ja auch einfach an Frau Hübner von der Krebsgesellschaft senden.
    Wenn das wiklich so stimmt und funktioniert ist es nahezu ein Verbrehen, das dem Rest der Menschheit vorzuenthalten. Und eine Bestätigung durch eine Fachgesellschaft nimmt den kritikern besser den Wind aus den Segeln als ein paar „Fallberichte“ und Lobhudelein angeblich ehemalig Betroffener.

  15. admin
    3. Februar 2011, 21:46 | #15

    Wenn es im Internet um Dr. Klehr geht, taucht immer jemand auf, dem es gut geholfen hat, zB hier: http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,2570.0.html .. oder der jemanden kennt, dem es gut geholfen hat.. Frau Wussow hat es übrigens nicht geholfen.. http://www.ariplex.com/ama/ama_wuss.htm

  16. Simon
    23. Mai 2012, 22:16 | #16

    Das Video wurde inzwischen ja mit scheinheiligen Begründungen sowohl von Youtube als auch aus der ZDF-Mediathek entfernt. Hat irgendwer davon noch eine Sicherungskopie?

    Siehe auch:
    http://www.internet-law.de/2012/05/lg-hamburg-haftung-eines-bloggers-wegen-eines-verweises-auf-ein-youtube-video.html

  1. 7. Dezember 2010, 09:53 | #1
  2. 7. Dezember 2010, 20:20 | #2