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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Homöopathie. BEI SEPSIS???

9. November 2019 5 Kommentare

Die stetig wachsende deutsche Skeptiker-Gemeinde, auch bekannt als „Skeptiker-Lobby“ oder „Skeptiker-Sekte“, guckt in diesen Tagen nach Bayern und reibt sich verblüfft die Augen. Auf Initiative der CSU und der Freien Wähler, mit Unterstützung der Grünen, wurde vorgestern im dortigen Landtag der Beschluss gefasst, eine wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben.

Zur Homöopathie. Als Mittel zur Reduktion der Antibiotika-Abgabe. Weil die Politik der Wissenschaft gefolgt ist und sich die Gefahr der Antibiotikaresistenz als politisch relevantes Thema zu eigen gemacht hat. Und jetzt wissen möchte, was man dagegen tun kann. Mit Alternativmedizin. Und speziell mit Homöopathie.

So als hätte es die Diskussion der letzten Jahre, die die nachgewiesene und immanente Wirkungslosigkeit der Homöopathie ins öffentliche Bewusstsein gebracht hat, nicht gegeben.

Das Ergebnis ist eine ungläubige und fassungslose Schockstarre unter den Skeptikern, die sich in den letzten Jahren am Diskurs beteiligt haben, freiwillig und unentgeltlich. Gerade weil wir immer wieder betonen, dass Big Pharma und Big Woo sich im Hinblick auf die Geschäftspraktiken nichts schenken und dass die Förderung der Gesundheitskompetenz der Patienten beide Probleme gleichermaßen angeht: Verringerung des Schadens durch nachgewiesen unwirksame Therapien, wie z.B. Homöopathie, und Sensibilisierung für die ebenfalls schädliche Überversorgung mit Antibiotika. Antibiotikaresistenz als Folge von unverantwortlichem Verordnungsverhalten, welches durch die Marketingstrategien der pharmazeutischen Hersteller befeuert wird, ist unbestritten ein Problem. Bereits seit Jahren warnen Wissenschaftler davor, dass wir etablierte Behandlungsoptionen wie Penicillin und Amoxicillin, die in der Vergangenheit Menschenleben gerettet haben und immer noch retten, mittelfristig verlieren könnten.

Was kann jetzt noch getan werden, wie sollten Skeptiker mit der Situation umgehen? Sollten sie auf die Ergebnisse der Studie warten, um dann im Rahmen des wissenschaftlichen Diskurses methodische Kritik zu üben? Hier ein Wort der Warnung: Auftragsforschung wird in der Regel nur als so genannte „graue Literatur“ veröffentlicht. Das heißt, der Auftraggeber erhält einen Bericht, den er dann z.B. ins Internet stellen kann. Vielleicht gibt es eine offizielle Ergebnispräsentation, z.B. im Gesundheitsausschuss des Landtages. Was es aber sicher nicht geben wird, ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Vorgehen, denn wenn die Studienautoren keine wissenschaftliche Veröffentlichung anstreben, wird es auch kein peer review geben, genauso wenig wie eine Ergebnispräsentation im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz, bei der methodisch versierte Kollegen den notwendigen Input zu den Limitationen geben können.

Sollten skeptische Wissenschafler (mit anderen Worten: Wissenschaftler) die Studie deshalb boykottieren?

Ganz im Gegenteil!
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Denn wenn es einen Anlass zum Scherzen gibt …

18. Oktober 2019 1 Kommentar
    Heverts Rezept für gesunde Geschäfte

 

Skeptikern wirft man ja gerne vor, sie seien humorlos. Und da wir unter Atheismus-Generalverdacht stehen, unterstellt man uns auch, dass wir so gar kein Verständnis für Rituale, Zeremonien und Feiertage, den Kitt zwischen den Ziegeln des menschlichen Zusammenlebens, hätten.

Das empfinden wir als sehr ungerecht. Mehr…

Enttarnt! Hintergründe und Hintermänner von PSIRAM!

9. Oktober 2019 13 Kommentare

Wenn die Trutherhorde die Psiram-Basis stürmt, wird’s Zeit das Weite zu suchen. Wenn es denn klappen würde…

Letztens im geheimen Psiram-Hauptquartier: celsus trocknet sich gerade nach einem erfrischenden Bad im Pharma-finanzierten Geldspeicher ab. Pelacani füttert träge den Welpen-Häcksler. Plötzlich hält er inne.

„Hast du das auch gehört?“

„Was?“ fragt celsus und legt den Kopf schief, um sich die letzten Cent-Stücke aus den Ohren zu schütteln.

„Da war was.“

„Was soll da gewesen sein? Wir sind hier in einem stillgelegten Endlager, ein paar Meter unter der Erde, umgeben von Stahlbeton, da kannste nix hören.“ Mehr…

KategorienAllgemein, cool, Satire Tags:

Monduntersuchung

22. September 2019 Keine Kommentare

Alle diejenigen, die ihr Hirn noch nicht durch die Bildzeitung oder den Spiegel verkorkst haben, ahnten es schon lange: Die Mainstream-Medien lügen, dass sich die Blätter biegen. Alle Projekte, die kritisch sind oder die Alternativen aufzeigen, werden heruntergemacht und in die rechte Ecke gestellt, so z.B. die Anastasia-Bewegung. Dankenswerterweise gibt es inzwischen eine Gegenöffentlichkeit durch Seiten wie Extremnews, die sachlich und objektiv die Dinge wieder in die Balance bringen – der fragliche Bericht dort klärt erst anhand einfachster Graphiken über die tatsächlichen Hintergründe des angeblichen Klimawandels auf, um dann ebenso sachlich und kompetent über die bei Anastasia weiterentwickelten geistigen Fähigkeiten, u. a. Telepathie, zu informieren.

Mich persönlich ärgert besonders Wikipedia, und da bin ich nicht alleine: (Klehr, Fiedler). Neueste Untersuchungen mit statistischen Methoden decken die systematische Manipulation durch Wikipedia klar auf (Caltech). Dazu wurden über 100.000 Änderungen in der Wikipedia gesichtet und nach Autor, Zeitpunkt und weiterer Entwicklung klassifiziert. Dadurch können die Netzwerke identifiziert werden, die durch Löschen unliebsamer Änderungen ihre Macht ausüben und den Mainstream durchsetzen.

Diese Untersuchung durch lupenreine Wissenschaftler hat mir klar vor Augen geführt, warum meine wissenschaftlichen Untersuchungen zum Mond nicht bei Wikipedia aufgenommen werden – die Sprengkraft meiner durch Spektroskopie gewonnen Ergebnisse ist zu viel; zu viele Interessen der Verfechter des herrschenden Narrativs stehen auf dem Spiel. Dabei zeigt der Peak beim Calcium nicht nur – reproduzierbar – die wirkliche Zusammensetzung des Mondes! Vielmehr kann durch Fourieranalyse der Peakbreite auch die Isotopenzusammensetzungen aufgeklärt werden. Diese Standardverfahren liefern nicht nur den Beweis, dass zumindest die Mondoberfläche aus Gouda besteht- wir können auch mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Milch aus den bayerischen Alpen kam (Mascarenas). Die angebliche Mondlandung der Amerikaner wird dadurch als Hollywood-Lüge enttarnt – die Tragfähigkeit von Gouda ist viel zu gering, die Astronauten hätten Fettspuren an den Stiefeln haben müssen und und und …

Ich möchte, wie der großartige britische Wissenschaftler Graham Chapman, tragisch jung verstorben, mit einem Appell für die Vernunft schließen.

Bruno Gröning zu Gast beim Deutschen Roten Kreuz

2. Juni 2019 6 Kommentare

Liebe Leser!

Der „Bruno Gröning-Freundeskreis“ (BGF), der auch als „Kreis für geistige Lebenshilfe e.V“ auftritt, ist euch möglicherweise nicht unbekannt, denn er ist seit langem – verdientermaßen – Bewohner unseres Wikis.
Bruno Gröning war kurz gesagt ein Heiler, dessen Kompetenz unter anderem daran sichtbar wurde, dass er an Krebs gestorben ist. Das bewahrte ihn auch vor weiterer juristischer Verfolgung. Auch für den riesigen Kropf Bruno Grönings haben seine Jünger die naheliegendste Erklärung: in ihm konzentrieren sich seine Heilkräfte.

Er ist uns in letzter Zeit verstärkt unangenehm aufgefallen, und zu unserer Verblüffung zieht er seine Show anscheinend gerne in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ab. Das DRK hat ein stark föderale Struktur, wodurch die Landes- und Kreisverbände eine hohe Eigenständigkeit haben. Wenn also irgendwo eine solche Veranstaltung in Räumen stattfindet, die von einem großen Roten Kreuz geschmückt werden, hat das wohl eher was mit den lokalen Gegebenheiten zu tun und nicht mit dem DRK an sich.
Trotzdem ist es natürlich hässlich, dass mit dem Ansehen des DRK Leute zu solchen Spinnern gelockt werden. Unsere Bitte deshalb: Wenn ihr bei euch lokal im Blättchen eine entsprechende Ankündigung findet, dann tragt die doch mit Datum und Ort in den Kommentaren ein. Wir wüssten gerne, wie groß das Problem ist.

Herzlichen Dank!

PS: Zum Weiterlesen, vom Wiki abgesehen:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/bruno-groening-freundeskreis-eine-unterschaetzte-sekte-15843241.html
https://www.bistum-trier.de/weltanschauungsfragen-sekten/gruppen-weltanschauungen/bruno-groening-freundeskreis/
https://www.ezw-berlin.de/html/15_6969.php

Immun gegen Fakten – Die wundersame Welt der Impfgegner

4. Mai 2019 5 Kommentare

In der Videothek des ORF ist zur Zeit noch ein Beitrag zum Thema Impfen und Impfgegner zu sehen. Dieser Beitrag wird noch bis zum 9. Mai 2019 zu sehen sein. Wir möchten hier eine unbedingte Empfehlung aussprechen, sich den Beitrag anzusehen.

Der österreichische Journalist Hanno Settele nimmt sich des Themas auf, man muss sagen, grandiose Weise an. Er diskutiert unter anderem kurz mit dem österreichischen Arzt Klaus Bielau, den viele als spirituellen Nachfolger des verstorbenen Johann Loibner betrachten.

Der Impfgegner Klaus Bielau im Gespräch mit Hanno Settele. Im Hintergrund ein DorfpanoramaZum Beitrag von Hanno Settele

Das kurze Gespräch ist ein Genuss, der Impfgegner Bielau wiederholt im Grunde mantraartig nur immer wieder die krude These, dass Menschen nicht durch Bakterien und Viren krank werden, sondern Krankheit eine Frage der Lebensweise ist. Oder anders gesagt: Jeder Kranke ist selbst schuld. Mit der richtigen Einstellung wird man nicht krank.

Der Genuss an der Stelle ist, wie elegant Settele den Impfgegner Bielau mit pointierten Fragen zerlegt, man kann richtig sehen, wie dieser überhaupt nicht weiß, was er sagen soll und wie er reagieren soll. Man sieht richtiggehend, dass Bielau in einer Blase lebt, in der er sich nie kritischen Fragen stellen muss.

Die Ärztekammer hat übrigens inzwischen auch reagiert und Bielau bei der Disziplinarbehörde gemeldet. Leider steht, wie man am Fall Loibner gesehen hat, zu befürchten, dass es wenig bringen wird.

Obwohl diese Szene sicherlich ein Highlight ist, ist auch der Rest der Dokumentation durchdacht und sehenswert.

Link zur TVThek des ORF:
https://tvthek.orf.at/profile/Dok-1/13844820/Dok-1-Immun-gegen-Fakten-Die-wundersame-Welt-der-Impfgegner/14012241

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Die Wahrheit in der Wissenschaft – oder die Wahrheit in Bild der Wissenschaft?

17. März 2019 12 Kommentare

Die Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“, die im Untertitel den stolzen Anspruch erhebt, „Deutschlands erstes Wissenschaftsmagazin“ zu sein, hat einen Sonderband 2018 herausgegeben. Darin werden in kurzen und allgemeinverständlichen Beiträgen „50 Sternstunden der Wissenschaft“ vorgestellt.
Der Leser wird gewiss nicht überfordert, sondern dort abgeholt, wo ihn die Redaktion vermutet. Wie stets bei solchen Anthologien mag man die eine Sternstunde vermissen oder die andere für weniger stellar halten; damit wollen wir uns jetzt aber nicht weiter aufhalten. Ein kurzer Abschnitt aus der Einleitung ist es, der unsere Aufmerksamkeit fesselte:

Doch wie definiert man Wahrheit?
Wahr bedeutet, dass sich eine wissenschaftliche Erkenntnis auf eine logisch einwandfreie Aussage beziehen muss. Dazu ist eine Basis für die Erkenntnis von Wahrheit erforderlich.

Doch wie kann man die finden? Auch hier gibt uns die Wissenschaft eine klare Antwort: Die Basis für die Erkenntnis von Wahrheit im Sinne von Wissen kann nur im Konsens gewonnen werden. Denn eine Realität – und damit Wahrheit – im absoluten Sinne gibt es nicht. Deshalb ist eine Trennung von Wissen und Meinung auch in der Wissenschaft letztlich unmöglich.

Erst der kommunikative Austausch unter Forschern ermöglicht die Bildung von Wissenschaft im Prozess des Erkennens, Prüfens, Modifizierens oder Verwerfens von Erkenntnissen. Am Schluss bleibt der ernüchternde und gleichzeitig tröstliche Satz: Wahr ist, was die Scientific Community kommuniziert – und als wahr annimmt.

Brauchen wir Trost, und finden wir das „tröstlich“? Versuchen wir, uns klarer zu machen, was uns da eben mitgeteilt worden ist.
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„Staatenbündler“ als Hochverräter: Schluss mit der Folklore!

26. Januar 2019 5 Kommentare

Landesgericht Graz

Deutschland hat seine Reichsbürger, Österreich seine Staatenbündler. Was sie eint, ist die absurde Theorie, das Gemeinwesen, das für jeden sichtbar Staatsgewalt ausübt, sei kein Staat, sondern eine Handelsgesellschaft, sowie die Übersteigerung dieser Schnapsidee in einen Allmachtswahn, an dessen Ende Gewaltbereitschaft bis zum Totschlag steht. Höchste Zeit, dass der wehrhafte, demokratische Rechtsstaat nicht nur beschworen wird, sondern endlich zeigt, dass er auch anders kann, wenn es darauf ankommt. Das hat das Landesgericht in Graz in einem am 25. Januar 2019 verkündeten Urteil nunmehr getan: Die 42jährige Chefin des „Staatenbunds Österreich“ rückt für 14 Jahre (!) ein, und ein weiterer Mitangeklagter, pensionierter Polizist, atmet für 10 Jahre gesiebte Luft.

Der Strafausspruch erscheint enorm; das hat seinen Grund darin, dass das Landesgericht Graz in den selbsternannten Staatenbundlenkern keine verirrte Folkloretruppe sieht, sondern diese beim Wort genommen hat. Wer „Haftbefehle“ gegen Regierungsmitglieder verfasst und diese mit dem Ersuchen um Vollzug an das Bundesheer schickt, stiftet zu einer Tat an, die in § 242 des Österreichischen Strafgesetzbuchs so beschrieben wird:

Wer es unternimmt, mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt die Verfassung der Republik Österreich oder eines ihrer Bundesländer zu ändern oder ein zur Republik Österreich gehörendes Gebiet abzutrennen, ist mit Freiheitsstrafe von zehn bis zu zwanzig Jahren zu bestrafen.

„Unternehmen“ heißt: Bei solchen Delikten stehen Versuch und Vollendung in strafrechtlicher Hinsicht gleich. Was im Falle des Hochverrats auch nur natürlich ist, denn im Falle einer erfolgreichen Vollendung der Tat wäre niemand mehr da, der diese bestrafen könnte.

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Die Bundesregierung und die wilde 13

25. Januar 2019 2 Kommentare

Psiram ist grundsätzlich kein politisches Forum, auch wenn das eine oder andere Mal politische Fragen anstehen – zum Beispiel bei Höflichkeitsadressen städtischer Gesundheitsdezernenten an Schamanenkongresse oder parlamentarischen Anfragen zur Gefährdungslage durch Chemtrails. Im Grunde sind das kleine Ärgernisse des skeptischen Alltags. Mit ungläubigem Staunen haben wir neulich aber einen Ausschlag des Quackographen wegen eines Ereignisses registriert, dessen Epizentrum im Berliner Spreebogen lag: Die Bundesregierung fürchtet sich vor der Zahl 13, und das ist kein Witz, sondern eine Ausgeburt der Bürokratie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Es geht um den Entwurf eines Gesetzes zur Opferentschädigung, das unter dem Eindruck der Gefährdung durch Terrorakte geschaffen wurde und als Leistungsgesetz in den Rahmen des Sozialgesetzbuchs eingegliedert werden soll. Das „Sozialgesetzbuch“ (SGB) ist eigentlich kein in sich geschlossenes Gesetz, sondern eine Ansammlung von Gesetzen, welche die Verteilung von Sozialleistungen und ihre Begleitregelungen betreffen. Es geht in der Sache um die Arbeitslosenunterstützung (SGB II), die Arbeitsförderung (SGB III), die gesetzliche Krankenversicherung (SGB V), die gesetzliche Rentenversicherung (SGB VI), die gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII), die Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII), die Rehabilitation Behinderter (SGB IX), die Pflegeversicherung (SBG XI) und die Sozialhilfe (SGB XII), ergänzt durch Gesetze über allgemeine Grundsätze und das Verwaltungsverfahren. Der aufsteigenden Nummernfolge entsprechend wäre die Opferentschädigung jetzt als Nummer XIII dran – wäre da nicht das böse Omen.
Bundesminister Hubertus Heil – ein Sozialdemokrat (!) – nimmt Rücksicht auf Empfindlichkeiten gegenüber der Unglückszahl und springt sogleich zur XIV. Hat man da noch Worte? Mehr…

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Heisenberg, der selbsternannte Wissenschaftsidiot

14. Januar 2019 Keine Kommentare


In unserem Forum diskutieren wir gerade mit einem hoffnungsvollen Erfinder eines Perpetuum mobile. Er zitiert als eine seiner Antriebsfedern Heisenberg:

„Ich denke, dass es möglich ist, den Magnetismus als Energiequelle zu nutzen. Aber wir Wissenschaftsidioten schaffen es nicht. Das muss von Außenseitern kommen“

Dieses „Zitat“ ist so völlig daneben, dass es reizt, den Ursprung zu suchen. Man wird schnell fündig:

In seinem 1981 herausgekommenen Buch “Energie im Überfluss” schrieb Gottfried Hilscher über Heinrich Kunel, den Erfinder eines Magnetmotors. Dieser Maschinentyp wurde 1977 zum ersten Mal offengelegt und 1980 als Prototyp gebaut. Er soll einen Wirkungsgrad von 130% aufgewiesen haben. Die Anmeldung zum Patent DE3024814 wurde von Prof. Pollermann (KfA Jülich) wegen “Perpetuum-Verdacht” abgewiesen. Gottfried Hilscher schrieb dazu:
“Heinrich Kunel denkt seit frühester Kindheit über den Magnetismus nach. Den Anstoss dazu gab sein Grossvater, der ihn bedeutungsvoll darauf aufmerksam machte, dass mit Magneten Grosses anzufangen sei. Später bestätigte ihn Werner Heisenberg, der nach Kunels Erinnerung zu ihm gesagt hatte: ‘Ich halte es für möglich, den Magnetismus als Energiequelle zu nutzen. Aber wir Fachidioten können das nicht, das muss von aussen kommen.’”
Es war also eine Aussage, die Werner Heisenberg, mit dem Heinrich Kunel persönlich bekannt war, ihm gegenüber getan hatte. Da es sich um eine Originalaussage von Werner Heisenberg dem Erfinder gegenüber gehandelt hat und dieser wiederum Gottfried Hilscher informierte, kann davon ausgegangen werden, dass dieser die Aussage zum ersten Mal in seinem Buch zitiert hat.
http://www.borderlands.de/net_pdf/NET0515S31-35.pdf

Gottfried Hilscher ist ein Mann, der „Druckkraft“ in kg misst und der das gänzlich unmystische hydrostatische Paradoxon für eine Anomalie der Naturgesetze hält (hier). Es ist zweifelhaft, ob Kunel jemals mit Heisenberg gesprochen hat. Die ganze Geschichte beruht auf Hören-Hörensagen; es gibt keinen Anlass, sie für eine reale Begebenheit zu halten. Außer wenn man sich gerade sehr wünscht, dass dieses Gespräch so stattgefunden habe. Die Magnetmotorerfinder waren wenigstens mit dieser Erfindung „erfolgreich“ – bei ihren Gläubigen.

Setzen wir mal den zugegeben kaum wahrscheinlichen Fall, Hilscher wäre ein zuverlässiger Berichterstatter und Kunel ein Heisenberg-Gesprächspartner. Wenn Heisenberg je so etwas in der Richtung gesagt haben sollte, dann weil er das arme verkannte Genie Kunel ein bisschen trösten wollte. Wer erleuchtet ist, der hört bewundernde Zustimmung in jeder Höflichkeitsformel, die vorsichtiger formuliert ist als „Du bist ein Spinner!“.

Es gibt eine Parallele in der Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit. Der Visionär, Prophet und verworrene religiöse Schwärmer Quirinus Kuhlmann (1651-1689) schrieb einst an den jesuitischen Universalgelehrten Athanasius Kircher (1601-1680), der zu seinen Lebzeiten als großer Wissenschaftler galt. Kuhlmann übermittelte eines seiner Werke mit seinen Studien und Entdeckungen an Kircher. Er gab zu verstehen, dass er Kircher weit übertroffen habe.

Kircher machte sich nicht die Mühe, seine eigenen Schriften zu verteidigen. Er erklärte demütig, dem sublimen und inspirierten Wissen Kuhlmanns unterlegen zu sein. Aber er riet Kuhlmann, seine neu erworbene Wissenschaft lieber für sich zu behalten, auf dass er nicht verspottet werde,

insbesondere in diesen sarkastischen Zeiten, in denen Möchtegern-Kritiker, Prahler und Heuchler so zahlreich sind, die es zu ihrem Geschäft machen, die glorreichen Mühen anderer zu verhöhnen und sie dem Spott und Gelächter auszusetzen.

(Nach: Pierre Bayle, Historisches und Kritisches Wörterbuch, Artikel KUHLMANN, Anm. E, F).