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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

In nicht eigener Sache: Kennen Sie Stuart Styron?

25. Oktober 2018 5 Kommentare

Sehen Sie, wir auch nicht.

Stuart Styron (geb. 1975 in Arnsberg) ist ein deutsch-aramäischer Künstler und staatl. anerk. Schauspieler … dem es bisher nicht gelang, die Relevanzhürden der deutsch- oder englischsprachigen Wikipedia zu überwinden. Das scheint ihn zu allerlei Aktivitäten anzuspornen, die deutlich über die zehn Gebote oder die Lehre des Engelwerks hinausgehen. So bildet Herr Styron sich u.a. ein, von uns verfolgt zu werden. Er irrt in seinem Eifer; wir möchten diesem Detektiv empfehlen, sich um eines oder mehrere der ausgelobten Kopfgelder zu bemühen.

Wie wir darauf kommen? Uns hatte eine Nachricht erreicht, die dann leider fast einen Monat lang nicht weiter bearbeitet wurde: Herr Wolfgang Kirchmeier aus Riemerling, mit dem wir nie zuvor in Kontakt standen, bat um eine Bestätigung, nichts mit dem Projekt Psiram zu tun zu haben. Anlass: Kirchmeier ist Autor eines Buches über die Sekte „Engelwerk“. Nun wird er vom dieser Sekte nahestehenden Stuart Styron als „Kopf von Psiram“ bezeichnet und beschimpft.

Eine Rundfrage im Team ergab, dass niemand von uns Herrn Kirchmeier kennt. Daher können wir seinem Wunsch gerne nachkommen:

“Auf Anfrage von Herrn Wolfgang Kirchmeier, Georginenstraße 24 in D-85521 Riemerling, teilen wir mit, dass Herr Kirchmeier nicht am Projekt Psiram beteiligt ist; insbesondere ist er nicht ‘Leiter’ oder ‘Kopf’ von Psiram.”

Das Psiram-Team

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Zur Sache wollen wir aber gleich noch etwas klarstellen: Für kleine Erdenwürmer ist die Leitung von Psiram grundsätzlich gar nicht identifizierbar.

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Wider die Seuche der SUV – Teil 3

9. September 2018 61 Kommentare

In Teil 2 werden die objektiven Eigenschaften von SUV im Vergleich mit herkömmlichen Autos bewertet. Das Fazit fällt vernichtend aus und wirft eine Frage auf:

Warum werden SUV überhaupt gekauft?

Damit steht die Entscheidungskompetenz der Konsumenten zur Diskussion.

Dass ein Sportwagen als Alltagsauto nicht recht taugt, erkennt so gut wie jeder: Zu wenig Sitzplätze, zu wenig Platz für Gepäck, zu unkomfortabel, zu viel Verbrauch etc.
Über Nachteile von SUV jedoch wissen die Konsumenten vor dem Kauf meist so gut wie nichts. Mehr…

Wider die Seuche der SUV – Teil 2

8. September 2018 6 Kommentare

Bodenfreiheit und Komfort

In Teil 1 wird aufgezeigt, warum der hohe Schwerpunkt die aktive Sicherheit von SUV erheblich beeinträchtigt. Doch nicht nur die Sicherheit, auch der Fahrkomfort leidet unter der höheren Bodenfreiheit. Mehr…

Wider die Seuche der SUV – Teil 1

7. September 2018 37 Kommentare

Eines der wichtigsten Ziele von PSIRAM wird auf unserer Homepage genannt. Wir möchten den Blick unserer Leser dafür schärfen, inwieweit das Handeln der Menschen von irrationalen Überzeugungen bestimmt wird:

Jeder Mensch nennt eine Vielzahl von Überzeugungen hinsichtlich unterschiedlichster Gegenstände des Alltags und der Wissenschaft sein eigen. …
Rationale Überzeugungen zeichnen sich dadurch aus, dass neue, widersprechende Erkenntnisse zur Anpassung oder sogar zum Verlust der Überzeugung führen.
Irrationale Überzeugungssysteme sind nicht durch logische Überlegungen oder Gründe gedeckt. … Irrationale Überzeugungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie aufgrund von Fakten nicht angezweifelt werden, sondern die Fakten stattdessen verzerrt werden, bis sie ins System passen. Dazu sind oft abstruse Kunstgriffe nötig

Wir hoffen, dass SUV-affine Leser nach der Lektüre dieser Artikelreihe von abstrusen Kunstgriffen Abstand nehmen und ihre Einstellung zu dieser Fahrzeuggattung überdenken. Mehr…

Die Natur, wie sie sein sollte

4. Juli 2018 15 Kommentare

Gerade erhielten wir einen Beitrag von einem unserer Foristen. Er versetzt sich in die Ansichten, die man in Deutschland so über den Idealzustand hat, in dem sich die Natur zu befinden hätte. Wir meinen, dass seine Gedanken es verdienen, einem größeren Publikum bekannt zu werden.


Das Gerede vom Bienensterben ging vor etwa fünf Jahren los – und ich wundere mich seitdem, wieso in Deutschland die Preise für Honig nicht durch die Decke gegangen sind, sondern auf ziemlich gleichem Niveau bleiben…

Ach ja, Naturideale… hier mal differenziert nach politischen Grundüberzeugungen:
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WHO: TCM ins ICD – Traditionelle Chinesische Heilkunde, die lichte Zukunft der Medizin?

27. Juni 2018 11 Kommentare

Die Weltgesundheitsorganisation hat einen neuen Entwurf der elften Version ihres Klassifikationssystems für medizinische Diagnosen (ICD) vorgestellt, die im nächsten Jahr verabschiedet werden soll. Vorgesehen ist eine neue Abteilung für “traditionelle medizinische Störungen” (damit ist chinesische, japanische und koreanische “Naturheilkunde” gemeint). Systematische Bestrebungen, Quacksalberei auf diese Weise hoffähig zu machen, gibt es schon seit längerem. Wir hatten die Geschichte dieser Bemühungen bereits angerissen und mit wenig Erfolg versucht, den Begriffswirrwar zu durchdringen (hier), dessen Zweck darin besteht, grundsätzliche Unterschiede zwischen “traditioneller” und “westlicher” Medizin zu verschleiern.

Die “Integration” der Glaubensmedizin in die wissenschaftlich begründete Medizin erfordert eine gewisse gedankliche Flexibilität, ein Denken, das eingetretene Pfade verlässt. Ben Kavoussi von Science Based Medicine hatte das schon vor einiger Zeit mittels eines Foucault entlehnten Borges-Zitats illustriert [1]:

Dieser Text zitiert “eine gewisse chinesische Enzyklopädie”, in der es heißt, daß “die Tiere sich wie folgt gruppieren: a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehörige, i) die sich wie Tolle gebärden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind, 1) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen”.

Was bringt die WHO dazu, einen derartigen Bruch mit der Wissenschaft zu vollziehen? Die Generaldirektorin der WHO, Frau Dr. Margaret Chan, äußerte sich zu diesem Thema in einer Grundsatzrede anlässlich der “International Conference on the Modernization of Traditional Chinese Medicine” am 23. Oktober 2016.

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“Humanenergetiker” der WKÖ machen Esoterik-Werbevideo

23. Juni 2018 15 Kommentare

Die Wirtschaftskammer Österreich hat’s zurzeit schwer. Nicht, dass wir allzu viel Mitleid mit dieser Organisation hätten, ist der Ärger doch hausgemacht. Wir hatten ihr bereits 2012 einen kurzen Artikel gewidmet, und auch der GWUP war sie schon den einen oder anderen Beitrag wert.

Nun hat die Berufsgruppe der Humanenergetiker der österreichischen Wirtschaftskammer WKÖ ein Werbevideo zur Energetik veröffentlicht. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Wir möchten indes darauf hinweisen, dass die Wirtschaftskammer auf Twitter klarstellt, selbst mit dem Werbevideo weder inhaltlich noch finanziell etwas zu tun zu haben. Die Fachverbände entscheiden selbständig über Werbemaßnahmen.

Nun, die Sache mag ihnen ja peinlich sein, doch was ist denn wohl zu erwarten, wenn man sich Esoteriker ins Haus holt?

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Wir präsentieren: Das Psiram-Quacktett

5. Juni 2018 12 Kommentare

Nach langjähriger Forschungsarbeit in den Tiefen der Psiram-Labs und unter Verwendung üppigster Mittel aus Crowdfunding-Kampagnen – von denen wir allerdings das meiste auf den Kopf gehauen haben – dürfen wir präsentieren:

Das Psiram-Quacktett

 

Pünktlich zur Freibadsaison ist es nun auch in leichter Bekleidung und ohne Internetzugriff möglich, so vergnüglich wie lehrreich einige Größen der deutschsprachigen Quack-Szene kennenzulernen und dabei den einen oder anderen Stich zu machen. Wer es noch nicht kennt: Als Quartett (wir haben das Wort nur ein wenig abgewandelt ;)) bezeichnet man ein Kartenspiel, das man – unter anderem – so spielen kann: Mehr…

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Die GWUP-Challenge zur Homöopathie: Warum die Homöopathen sie nicht ignorieren sollten

31. Mai 2018 26 Kommentare

Ein Gastbeitrag von Udo Endruscheit


Die GWUP und ihr homöopathiekritischer Zweig, das INH, haben bei der Skepkon in Köln die Auslobung eines Preises in Höhe von 50.000 Euro für hömöopathische Forscher bekannt gegeben. Wer als erster in zwei Durchgängen drei von ihm selbst vorher gewählte homöopathische Hochpotenz-Mittel (C30) unterscheiden und identifizieren kann und dies mit einer reproduzierbaren Verfahrensbeschreibung belegt, erhält diesen Preis.

Finde den Unterschied!

Es gibt dazu genaue Spielregeln, die auf der Webseite der GWUP einsehbar sind. Nur in einem Punkt gibt es keine „Spielregel“: Die Methode, mit der dies geschieht, ist völlig frei wählbar. Von der klassischen homöopathischen Arzneimittelprüfung über physikalische oder chemische Analysemethoden bis hin zu wissenschaftlich nicht anerkannten Ansätzen ist ausdrücklich alles erlaubt – die GWUP will damit belegen, dass sie keinen den Skeptikern oft vorgeworfenen „Wissenschaftsdogmatismus“ betreibt, sondern allen Ansätzen gegenüber offen ist. Mehr…

Das Recht auf den Versuch

24. März 2018 7 Kommentare

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat gerade ein Gesetz zum “Recht auf Versuch” (right-to-try) beschlossen. Es beinhaltet, kurz gesagt: die Patienten sollen auch nicht zugelassene, weil ungenügend geprüfte neue Medikamente bekommen dürfen, wenn sie an einer schweren Erkrankung leiden.

Das klingt zunächst durchaus sympathisch, und es passt gut in die Agenda der Trump-Regierung, die lästigen Beschränkungen abzuschütteln, die die Wirtschaft unter den vorangegangenen Präsidenten geknebelt hatten. Statt erneuerbarer Energien gilt es, die herrliche saubere Kohle (beautiful clean coal) zu nutzen, um Amerika wieder groß zu machen usw. Treibende Kraft hinter dieser Gesetzgebung ist das libertäre (wenn man zu Klartext entschlossen ist, dürfte man auch sagen: reaktionäre) Goldwater-Institut, eine Denkfabrik in Arizona, gegründet einst von Barry Goldwater. Der Präsident ist für das Gesetz, der Vizepräsident ist dafür, und – was womöglich noch wichtiger ist – die Mega-Spender für die Republikaner, die Koch-Brüder, sind auch dafür.

Einfallsreich wird das Gesetz mit einer Variante des Wer-heult-hat-recht-Unsinns begründet:

Rep. Morgan Griffith (R-Va.) said that if faced with a terminal illness, he’d “take any risk, including injecting monkey urine if that meant I could spend a few more days, months or years with my children.”
Der Abgeordnete Morgan Griffith sagte, wenn er eine tödliche Erkrankung hätte, dann würde er jedes Risiko eingehen, sogar Affenurin spritzen, wenn das dazu führen würde, dass er ein paar Tage, Monate oder Jahre länger mit seinen Kindern verbringen könnte.
TheHill

Auf ein paar tausend Dollar kann es einem da wirklich nicht ankommen. Es gibt nur ein paar Schwierigkeiten dabei. Das Selbstvertrauen, unter einer tödlichen Bedrohung eine volltönende, Erlösung versprechende Werbung richtig bewerten zu können, mag verbreitet sein, aber die Fähigkeit dazu ist es mit Sicherheit nicht – zumal wenn sich diese Werbung von vornherein nicht auf harte Daten stützen kann. Nichts verrät dem Abgeordneten Morgan Griffith, ob er mit der Injektion von Affenurin sein Leben nicht um Tage, Monate oder Jahre verkürzt. Und das wäre allemal um Größenordnungen wahrscheinlicher.

Die eingängige Formulierung des Abgeordneten ist noch aus einem anderen Grund irreführend. Es geht in Wirklichkeit nicht um Substanzen, die mit ein wenig Allgemeinbildung und Kritikfähigkeit für jeden als Schlangenöl zu erkennen sind. Es geht um größere Beträge. Die Prüfung neuer Chemotherapeutika oder Biologicals auf Wirksamkeit ist mühsam und gefährlich – nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Wirkstoffe und damit für die Investitionen der Pharmafirmen: die präklinischen Entwicklungskosten für neue Medikamente sind erheblich. Der Prüfstein für die Wirkung ist der multizentrische kontrollierte Blindversuch. Er allein ist geeignet, bestechende pathophysiologische Theorien und vielversprechende Laborergebnisse zu verifizieren. Scheitert er aber, dann sind hunderte Millionen Dollar Vorleistungen durch den Schornstein gejagt. Das sehen die Anleger nicht so gern.

Zum Weiterlesen:

Bills remove impediments to ill-advised state “right to try” laws, shield wrongdoers, and hide adverse events

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