Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Verschwörungstheorie’

Wie und warum arbeitet Rubikon News

13. Mai 2020 3 Kommentare

Rubikon News ist aktuell besonders aktiv, wenn es um das Verbreiten von Fake-News, Falschinformationen und Verschwörungstheorien um die grassierende Covid-19-Pandemie geht. Als einer der wichtigsten Parteien, die an der Verbreitung von Falsch- und Fehlinformationen in westlichen Staaten interessiert sind, gilt der russische Staat. Bereits Anfang April warnte der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) vor der gefährlichen Einflussnahme russischer Agenturen, die Desinformation zum Zwecke der Destabilisierung in westlichen Demokratien nutzten.

An vorderster Front stehen dabei die Staatsmedien Russia Today und Sputnik, die auch über entsprechende, deutschsprachige Ableger verfügen. Daneben ist auffällig, dass viele der sich selbst als „alternative Medien“ bezeichnenden Angebote, wie KenFM und Kla TV ebenfalls die gleichen Fakemeldungen verbreiten. Insbesondere Rubikon steht im Verdacht, diese Art von Propaganda in der Rolle als Putins fünfte Kolonne mehr als nur zufällig zu spielen. Die engen Beziehungen, die man zu RT Deutsch pflegt, sind sicher mit einer entsprechenden Agenda verbunden. Das wird nur allzu deutlich, wenn man sich die aktuelle Ergänzung unseres Wiki-Artikels zu Rubikon ansieht. Auf Hinweis eines Foren-Nutzers sind wir einer Sache nachgegangen, die Rubikon eindeutig als Propagandakanal des Kremls ausweist. Worum geht es? Mehr…

COVID-19: die Hobby-Epidemiologen geben Entwarnung

26. März 2020 16 Kommentare

Große Einschränkungen im sozialen Leben sind spürbar, und die Wirtschaft schlingert. Das muss doch auch anders gehen, sagt sich der Laie, und viele, die schon immer über alles Bescheid wussten, sind auch nun wieder um Lösungen nicht verlegen. Nehmen wir zum Beispiel diese Leuchte der Wissenschaft, den Herrn Professor Walach. Seine Erkenntnisse zur Corona-Pandemie teilt er der Welt unter dem Motto „keine Panik“ mit. Er erläutert zunächst einige Szenarien und schlussfolgert richtig: „Diese [d. h. die soziale Isolation] hilft nur, um den Ansturm auf die Intensivstationen zu bremsen, sonst nicht.“ Was das zu bedeuten hat, wollen wir uns im Folgenden etwas genauer anschauen.

Walachs Seelenruhe beruht auf einem Vergleich mit der Grippe:

Gemessen daran ist die Mortalitätsrate, die wir derzeit aus den weltweiten Zahlen der Corona-Virus-Infektion schätzen können mit 4% nicht höher, sondern eher niedriger.

Doch der Vergleich der Letalität (nicht: „Mortalität“, wie dieser frischgebackene Hobby-Epidemiologe sagt) zwischen Grippe und COVID-19 ist absurd. Gegen Grippe wird geimpft. Wenn ein Vergleich erlaubt ist, dann allenfalls mit der Spanischen Grippe im 1. Weltkrieg.

Mehr…

Psiram, Lügen und kalter Kaffee

19. Februar 2020 2 Kommentare

Wir wurden – mal wieder – endgültig enttarnt. Nachdem wir zum zigzigsten Mal aufgeflogen sind und erst neulich überstürzt unseren Stützpunkt auf Area 42 aufgeben mussten, ist es nun schon wieder passiert. Verkündet wurde die Nachricht auf der Akademie für Wahrheiten aller Art aka YouTube – wo sonst. Selbst wir waren überrascht angesichts der Enthüllung: Hinter Psiram, Wikipedia und dem ganzen Rest steckt in wirklicher Wahrheit die GWUP. Wir würden an den Fäden dieser “Sekte” hängen. Wir sind schockiert, das hätte nun wirklich keiner von uns gedacht.

Verkünder ist ein echter Durchblicker namens Manuel Mittas, der bereits bahnbrechende Enthüllungen vorzuweisen hat. So etwa, dass „die Welt von einer zionistischen Welt-Regierung des Kapitals regiert werde”, “die rechte Terrorzelle NSU nie existierte und die Morde des NSU nicht von den bekannten Tätern Böhnhardt und Mundlos verübt wurden”. Des weiteren gilt er – nach eigener Überzeugung – als Top-Experte in Sachen Satanismus und rituelle Morde. Er weiß ganz bestimmt, dass alle von den “Mainstream-Medien” berichteten Geschichten von Natascha Kampusch bis Marc Dutroux erstunken und erlogen sind und alles ganz anders war. Ein rechter, ähm echter, Experte für die Wahrheit also. Genug der lobenden Wort, sehen wir uns die Enthüllung mal genauer an.

Er will als erster und einziger Mensch überhaupt einen eineindeutigen Beleg für die Hintermänner von Psiram gefunden haben. In dem Webarchiv Archive.org (Wayback Machine) hat er einen archäologischen Sensationsfund gemacht. Dort ist eine archivierte Facebook-Seite aus dem Jahre 2016 zu sehen, die den Namen “psiram-esowatch” trägt, und auf der sich unter insgesamt fünf Posts ein Eintrag befindet, der – samt Bild – die Betreiber von Psiram darstellen soll. Darunter Persönlichkeiten der GWUP, aber auch von Hoaxilla und weitere Personen, denen man das immer wieder mal unterstellt hat. Merkwürdig nur, dass das bisher niemand gemerkt haben will. Mehr…

Esoterik bei Daniele Ganser

28. Januar 2020 13 Kommentare

Kein Mensch mag es gerne, kritisiert zu werden – und doch ist Kritik ein wesentlicher Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens, nicht erst seit Adornos kritischer Theorie. Möchte man eine wissenschaftliche Arbeit publizieren, muss man selbige zurecht erst verteidigen. Wenn die Argumentation der Kritik anderer Experten standhält, wenn sie die Peer-Reviews überlebt, erst dann kann man von einer wissenschaftlichen Arbeit sprechen. Aber auch in anderen Kontexten könnte man sich im Idealfall bei Diskussionen mit inhaltlichen Argumenten konstruktiv auseinandersetzen und diese nicht von vornherein abwehren. Besonders Personen des öffentlichen Lebens sollten sich öfters daran erinnern, dass fundierte Kritik nicht per definitionem „Hate Speech“ ist, sondern Zweifel ein wichtiges erkenntnistheoretisches Instrumentarium zum Begreifen des zu eruierenden Gegenstandes darstellt.

Verschwörungstheoretikern indes scheint am Gegenteil gelegen zu sein. Sie versuchen sich den Vorwürfen zu entziehen, diffamieren ihre Kritiker als böswilligen „Mainstream“ und stigmatisieren sich selbst als Opfer einer unlauteren Kampagne. Auf diese Weise kehren sie Kritik, ohne auf selbige inhaltlich eingehen zu müssen, in einen Vorteil um, denn sie werten diese per se ab und ihren Sprecherstandort außerhalb des wissenschaftlichen Betriebes als „authentisch“ auf. Michael Butter beschreibt diese Mechanik in seinem Buch „Nichts ist wie es scheint“ (S. 84 ff. ) sehr präzise, und ich folge hier seiner Einschätzung. Mehr…

„Staatenbündler“ als Hochverräter: Schluss mit der Folklore!

26. Januar 2019 5 Kommentare

Landesgericht Graz

Deutschland hat seine Reichsbürger, Österreich seine Staatenbündler. Was sie eint, ist die absurde Theorie, das Gemeinwesen, das für jeden sichtbar Staatsgewalt ausübt, sei kein Staat, sondern eine Handelsgesellschaft, sowie die Übersteigerung dieser Schnapsidee in einen Allmachtswahn, an dessen Ende Gewaltbereitschaft bis zum Totschlag steht. Höchste Zeit, dass der wehrhafte, demokratische Rechtsstaat nicht nur beschworen wird, sondern endlich zeigt, dass er auch anders kann, wenn es darauf ankommt. Das hat das Landesgericht in Graz in einem am 25. Januar 2019 verkündeten Urteil nunmehr getan: Die 42jährige Chefin des „Staatenbunds Österreich“ rückt für 14 Jahre (!) ein, und ein weiterer Mitangeklagter, pensionierter Polizist, atmet für 10 Jahre gesiebte Luft.

Der Strafausspruch erscheint enorm; das hat seinen Grund darin, dass das Landesgericht Graz in den selbsternannten Staatenbundlenkern keine verirrte Folkloretruppe sieht, sondern diese beim Wort genommen hat. Wer „Haftbefehle“ gegen Regierungsmitglieder verfasst und diese mit dem Ersuchen um Vollzug an das Bundesheer schickt, stiftet zu einer Tat an, die in § 242 des Österreichischen Strafgesetzbuchs so beschrieben wird:

Wer es unternimmt, mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt die Verfassung der Republik Österreich oder eines ihrer Bundesländer zu ändern oder ein zur Republik Österreich gehörendes Gebiet abzutrennen, ist mit Freiheitsstrafe von zehn bis zu zwanzig Jahren zu bestrafen.

„Unternehmen“ heißt: Bei solchen Delikten stehen Versuch und Vollendung in strafrechtlicher Hinsicht gleich. Was im Falle des Hochverrats auch nur natürlich ist, denn im Falle einer erfolgreichen Vollendung der Tat wäre niemand mehr da, der diese bestrafen könnte.

Mehr…

Angelesen: „Verschwörungstheorien“ von Bernd Harder

7. November 2018 153 Kommentare

Wer sich schon länger mit dem Thema Verschwörungstheorien beschäftigt, wird sie kennen: die seltsam verbogenen Argumente, sich selbst bestätigenden Scheinfakten, die Zirkelschlüsse und „Cui bono“-Fragen. Als unbeteiligter Beobachter ist es ja gelegentlich sogar unterhaltsam, besonders wenn man schon vorher ahnt, zu welchem aktuellen Ereignis sich bald wieder die üblichen Aluhüte zu Wort melden werden. Dem fleißigen Skeptiker stellen sich allerdings auch immer wieder dieselben Fragen: Wer glaubt so einen Blödsinn? Warum verbreiten sich auch die abgefahrensten Mythen wie ein Lauffeuer? Was kann man dagegen tun?

Das handliche Büchlein von Bernd Harder, dieses Jahr erschienen (160 Seiten, 10 Euro), liefert einige Antworten und hilft beim Verständnis der Zusammenhänge. Dabei bezieht es sich auf aktuelle Internet-Verschwörungstheorien, aber auch geschichtliche Zusammenhänge kommen nicht zu kurz.

Nach einer grundlegenden Einführung in das Thema findet sich am Anfang jedes Kapitels eine Behauptung oder These, die nach eingehender Diskussion zu einer Schlussfolgerung führt. So geht Bernd Harder am Anfang auf die Frage ein, woran man eine Verschwörungstheorie erkennt und was sie von einer „echten“ Verschwörung unterscheidet. Auch die Verwendung des Begriffes selbst wird ausgiebig diskutiert und dabei plausibel erklärt, warum hier nicht von Verschwörungsglaube oder Verschwörungsideologie gesprochen wird.

Was also lernen wir bei der Lektüre des Buches? Etwa, dass Verschwörungstheorien eine Methode zur Komplexitätsreduktion sind und damit einfache Antworten auf komplizierte Fragen geben. Und wir erfahren, was der Glaube an Verschwörungstheorien mit Mustererkennung oder der Angst vor Kontrollverlust zu tun hat. All diese Erklärungen kommen leicht verständlich daher, werden aber trotzdem sorgfältig belegt. An keinem Punkt hat man das Gefühl, Bernd Harder habe sich eine Erklärung einfach ausgedacht. Vielmehr arbeitet er ausgiebig mit Zitaten anerkannter Experten oder fasst deren Erkenntnisse unverfälscht zusammen. Eine umfangreiche Literaturliste lädt zur Vertiefung des Themas ein.

Mehr…

Mein Freund, der Verschwörungstheoretiker

14. Februar 2018 30 Kommentare

Im vorletzten Psirama-Wochenrückblick haben wir das Thema „Verschwörungsglauben“ angesprochen und Euch gebeten, Eure Erfahrungen mit uns zu teilen. Ein Beitrag dazu im Forum hat uns so gut gefallen, dass wir ihn hier besonders hervorheben möchten:

Ihr wolltet doch wissen, wie man sich so gegenüber Verschwörungstheoretikern verhält. Hier meine Geschichte:

Ich, „Mario“, hatte einen Freund, einen guten Freund, seit der Grundschule verband uns eine sehr enge Freundschaft. Wir durchlebten die Schule und Pubertät zusammen, sein durchaus brillanter und kritischer Geist schärfte auch meine Sicht auf das Weltgeschehen und half mir oft, Ereignisse besser und kritischer einzuordnen. Auch nach Schule und Pubertät verbrachten wir viel Zeit miteinander, doch Diskussionen über die aktuelle Lage der Welt wurden zunehmend anstrengender und zeitraubender. Aber alle Argumente von ihm waren meist noch nachvollziehbar und haltbar. So vergingen Jahre.
Mehr…

Nachtrag zu: Werner Rügemer und die „jüdischen Aufsteiger“

11. September 2017 3 Kommentare

Anfang August dieses Jahres haben wir uns schon einmal mit der verschroben antisemitischen Weltsicht des Werner Rügemer befasst.

Dabei bemühten wir uns um Sachlichkeit. Jede Aussage wurde im Zweifel stets zugunsten Rügemers ausgelegt; der Vorwurf des Antisemitismus wurde nur erhoben, wenn er einwandfrei belegbar ist.

Inzwischen liegt uns ein aber ein Gerichtsurteil (*) vor, nach dessen Lektüre wir einräumen müssen, ihn zu wohlwollend kommentiert zu haben.

Mehr…

Werner Rügemer und die „jüdischen Aufsteiger“

8. August 2017 21 Kommentare

Werner Rügemer (ca. ein Jahr vor dem Besuch der Synagoge)

Als Werner Rügemer die Grenzen des Erlaubten testete, verschlug es selbst ­dem wortgewaltigen Herausgeber des KONKRET-Magazins, Hermann L. Gremliza, die Sprache. Entsprechend kurz fiel sein Urteil über den Artikel „Ein Besuch in der Kölner Synagoge – Wenn Kipa-Brüder die Woche der Brüderlichkeit feiern“ aus: „Dieser Dreck läßt sich nicht mehr kommentieren.“

Wir wollen es dennoch versuchen. Zitat:

 „Man bekam ein schwarzes Mützchen, Kipa genannt: Nur mit einer solchen dürfe man den eigentlichen Synagogenraum betreten, schärfte mir eine der Schwestern bedeutsam ein. Das schien sehr, sehr wichtig zu sein. Andere Besucher nahmen andächtig ein Mützchen und setzten es sich auf. Ich tat es ihnen nach.“

Mehr…

Daniele Ganser – das One-Trick Pony

6. Juni 2017 83 Kommentare

Ganser trägt vor
(Quelle: www.danieleganser.ch)

Am 11. Mai 2017 veröffentlichte Daniele Ganser auf Facebook einen bemerkenswerten Eintrag:

Schon erstaunlich: Weil ich 911 und WTC7 hinterfrage werde ich erneut von Schweizer Journalisten angegriffen. Diesmal von der Zeitung Watson, die laut Medien-Navigator NATO-konform ist. Neue Argumente zu WTC7 finden sich im Artikel natürlich keine. Nur der altbekannte Kampfbegriff „Verschwörungstheoretiker“ mit dieser reisserischen Schlagzeile: „Verschwörungstheoretiker Ganser lehrt an der HSG? Professoren fordern seine Absetzung“. Soll doch der Journalist Samuel Schumacher, der den Artikel verfasst hat, neue Daten zu WTC7 bringen, statt Forscher zu diffamieren, die er nicht kennt. Macht er aber nicht. Er zählt die Likes auf meiner Facebook Seite und ist erstaunt, dass in den sozialen Medien über WTC7 viel offener diskutiert wird.

(Rechtschreibung wie im Original)

Wir widersprechen:

Mehr…

css.php