Denn wenn es einen Anlass zum Scherzen gibt …

18. Oktober 2019 Keine Kommentare

Skeptikern wirft man ja gerne vor, sie seien humorlos. Und da wir unter Atheismus-Generalverdacht stehen, unterstellt man uns auch, dass wir so gar kein Verständnis für Rituale, Zeremonien und Feiertage, den Kitt zwischen den Ziegeln des menschlichen Zusammenlebens, hätten.

Das empfinden wir als sehr ungerecht.

Denn wenn es einen Anlass zum Scherzen gibt, schmunzeln wir gerne einmal. Echte Fröhlichkeit kommt aus dem Herzen. Wir sind heitere … Menschen und freuen uns gemeinsam.

Und genau so begehen wir auch unsere Feiertage! Gemeinsam. Mit echter Fröhlichkeit. Aus. Dem. Herzen.

Jedes Jahr im September zum Beispiel mieten wir uns alle Mann in ein Tagungshotel irgendwo auf dem platten, planierten Land in Norddeutschland ein und begehen den „Massenrausch von Handeloh“, indem wir uns auf ein vereinbartes Zeichen die Klamotten vom Körper reißen, rausrennen und im Gras wälzen. Wir erfreuen uns an all‘ den bunten Farben, von denen die meisten die Lampen oben auf den Tatütatatas sind und danken den Heilpraktikern dieser Welt, dass sie uns diesen Tag geschenkt haben.

Unser höchster, unser allerhöchster Feiertag ist aber die Verleihung des Goldenen Aluhuts! Schon Wochen vorher werden Wiki-Artikel auf Hochglanz gebracht. Im inoffiziellen Wettbüro des Psiram-Bergwerks herrscht Hochbetrieb, denn natürlich möchte jeder von uns „seinen“ Aluhut auf der Ziellinie sehen. Sagt’s nicht weiter, denn unseren Wiki-Bewohnern erzählen wir immer, dass wir sie alle gleich lieb haben, aber auch wir sind nur … menschenähnlich. Da passiert es schon mal, dass einem der eine oder andere Wiki-Bewohner ganz besonders an’s Herz wächst und dann möchte man natürlich miterleben, dass seine Lebensleistung angemessen gewürdigt wird! Das ist doch nur … menschenähnlich.

Dabei fällt mir auf: Warum wird eigentlich nie einer von uns eingeladen, die Laudatio zu halten, hä? Immerhin sind wir gut zu erreichen, die Einladung könnten die Organisatoren ja wohl auch einfach an unsere Geschäftsadresse in …

… Moment, der Wikisysop fuchtelt wild mit den Armen und versucht mir irgendwas zu sagen. Er steht hinter einer dicken Glasscheibe, deswegen kann ich ihn nicht hören. Aber aufgrund seiner Lippenbewegungen vermute ich, dass er mir etwas mit „A“ am Anfang zubrüllt. Das ist ein „Aaaah“, gefolgt von einem „Ennnn“, dann ein „Ooooh“, dann wieder ein „Ennn“, dann ein … ist das ein „Iiiiieh“

Oh.

Nun gut.

Wir müssen ja nicht die Laudatio halten, sondern können uns darauf beschränken an den Tabletgeräten mitzufiebern.

Am Tag der Tage werden morgens schon die langen Fußketten rausgeholt, so dass wir unsere Schreibtische verlassen können und im Laufe des Tages versammeln wir uns, aufgeregt wie kleine … wie menschenähnlicher Nachwuchs unterdurchschnittlicher Größe, um den Schreibtisch unseres Wikisysop und warten auf die Verkündigung. Es wird Google News aufgerufen, „Preisverleihung“ eingegeben und dann immer und immer wieder „F5“ gedrückt, in der bangen Hoffnung, dass wir nach dem nächsten Refresh endlich mehr wissen.

Apropos, am Montag war da wohl noch was mit einer Preisverleihung. Irgendwas mit Skandinavien, Dynamit und der Bekämpfung der weltweiten Armut, oder so. Aber wie wichtig wird das schon gewesen sein?

Gegen Nachmittag endlich die frohe Kunde. Als die diesjährigen Preisträger bekanntgegeben werden, bricht im sonst so stillen Bergwerk spontaner Jubel aus. Ein verdienter erster Platz in der Kategorie „Medizin und Wissenschaft“, die dieses Jahr umbenannt werden kann in „Medizin und Wissenschaft und BWL“! Denn Hevert gewinnt die Herzen der … Menschenähnlichen nicht nur in der Pflicht, sondern ganz klar auch in der Kür.

Wir waren schon sehr beindruckt, als Hevert die Unterlassungserklärungen rausschickte, um sein ganz eigenes Verständnis von Wissenschaft durchzudrücken. Und noch beindruckter waren wir, als wir erfahren haben, dass es unserem tapferen, kleinen Süßwarenhersteller gelungen ist, einen alternativen Zugang zu einer Disziplin zu finden, die wir immer für immun gegen Geschwurbel gehalten haben: Das Marketing! Denn Hevert erbat sich von den Angeschriebenen einen Gefallen: Sie sollten doch bitte so freundlich sein und im Rahmen ihrer absolut ungerechtfertigten Kritik den Namen des Unternehmens erwähnen – immerhin sei auch schlechte Publicity Publicity.

Well, mission accomplished, würden wir sagen.

Seit dem 5. Juli ruht übrigens der Hevert-Twitter-Account still wie der See.

Ein Zufall?

Wir denken nicht.

Wir tippen eher auf einen Social-Media-Manager, der seitdem in Embryonal-Stellung verharrt und den Tag verflucht, als er bei der örtlichen VHS einen Kurs in „StudiVZ, MySpace und Monster – sich in sozialen Netzwerken modern und ansprechend präsentieren“ belegte.

Da wir bekanntermaßen edel sind, hilfreich und gut, wollten wir eine Empfehlung für die vakante Stelle aussprechen.

Und unsere Nominierung für’s nächste Jahr abgeben.

Enttarnt! Hintergründe und Hintermänner von PSIRAM!

9. Oktober 2019 8 Kommentare

Wenn die Trutherhorde die Psiram-Basis stürmt, wird’s Zeit das Weite zu suchen. Wenn es denn klappen würde…

Letztens im geheimen Psiram-Hauptquartier: celsus trocknet sich gerade nach einem erfrischenden Bad im Pharma-finanzierten Geldspeicher ab. Pelacani füttert träge den Welpen-Häcksler. Plötzlich hält er inne.

„Hast du das auch gehört?“

„Was?“ fragt celsus und legt den Kopf schief, um sich die letzten Cent-Stücke aus den Ohren zu schütteln.

„Da war was.“

„Was soll da gewesen sein? Wir sind hier in einem stillgelegten Endlager, ein paar Meter unter der Erde, umgeben von Stahlbeton, da kannste nix hören.“

Groucho steckt den Kopf aus der Tür des Bernsteinzimmers. Hinter ihm verklingen noch die letzten Töne von „Once Upon A Time in Shaolin“. Das Album gilt als verschollen, seit unser Admin Martin Shkreli eingefahren ist (#FreiheitfürunserenPharmaBro, bitte RT), aber Groucho hat ’ne Raubkopie. Er will uns nicht sagen, woher, aber wir haben da einen … *hust* darknet *hust* … Verdacht.

„Ich hab’s auch gehört. Die Jungs vom Mossad in der Einliegerwohnung?

„Neee, das klingt gutturaler.“

„Leutz, ich weiss, was das ist. Das ist der Praktikant, der Twitter im Auge behalten soll.“

Und tatsächlich: Während wir unseren Kater aus … ähem … den Schlaf der Gerechten schliefen, braute sich auf Twitter ein Unwetter zusammen, das geeignet ist, um das Projekt Psiram zu gefährden. Wir dachten ja, dass wir unsere Spuren im Netz gut genug verwischt hätten, aber jahrelanger Recherche und sorgfältigster journalistischer Arbeit durch ein ganzes Recherche-Kollektiv hatten wir nichts entgegenzusetzen. Was blöd ist, denn nur sieben Jahre nachdem wir dank einer Flut von Verleumdungsklagen die Kontrolle über die Esowatch.com-Domain verloren haben, müssen wir jetzt schon wieder umziehen. Das findet die Psiram-Unterlagen-Behörde, die unsere gesammelten Dossiers verwaltet, gar nicht gut. Glaubt mal ja nicht, dass es nach unserer Odysee durch Bahrain, Barbados, Grenada, Guam, Macau, den Marshall-Inseln, die Monogolei, Namibia, Palau, Panama, Samoa, Amerikanisch-Samoa, St-Lucia, Südkorea, Trinidad und Tobago, Tunesien und die VAE noch leicht ist, einen geeigneten Anbieter zu finden, der nichts dagegen hat, dass ihm Interpol immer wieder mal Bude einrennt, so mit Vollmontur und Rammbock und so, weil wegen mit ohne Impressum für ein gewerbliches Angebot, mit dem wir uns offensichtlich dumm und dämlich verdienen. Ich erinnere nur an die unselige Situation in der Türkei, als wir uns die Bandbreite mit dem überraschend nachgefragten Streifen „Wolllüstige Dildo-Debütantinnen und Rudolf, the red-nosed reindeer“ teilen mussten, weil unser Webhoster free speech noch ein kleines bisschen weiter ausgelegt hat, als wir das tun. Ganz offensichtlich fasst er darunter auch die sinnbefreite Aneinderreihung von Lauten wie „aaah!“ und „oooh!“ und „Ja, Rudolf, gib’s mir!“.

Ganz billig ist so ein Umzug mit Sack, Pack und Archiv auch nicht und auch wir sind Opfer der digitalen Transformation! Falls ihr es noch nicht mitbekommen haben solltet: Die Pharma-Industrie gehört zu den „disrupted industries“. Da sprudelt der Euro auch nicht mehr so fröhlich! Und dann noch dieser Moloch EU, mit dem Datenschutz und diesen ganzen neuen Regeln für verkappte Werbeaussagen von Influencern auf Instagram! Deswegen haben wir letztes Jahr statt der üblichen zwei bis drei Bazingallionen nur noch eine überwiesen bekommen, die Ad-Revenues gehen dramatisch zurück und ihr glaubt ja gar nicht, was wir bei Google für die SEO latzen müssen! Blöde Historiker, als wenn deren Erkenntnisse zu mittelalterlichen Strafwerkzeugen irgendwen interessieren würden … .

Wir mussten harte Einschnitte vornehmen. Nicht gespart wurde natürlich an unserer Haupteinnahmequelle, dem mit Werbebannern übersäten Wiki, das mit monatlichen Spendenaufrufen nervt. Immerhin sind schon nur für die Pflege des Wikis vierzehn übertarifliche Vollzeitgehälter plus Dienstwagen zu bezahlen – anders kann diese Professionalität (Merci!) ja nicht zu erklären sein.

Bevor wir hier im Blog weitermachen, deshalb zunächst eine friendly sponsored ad, im Auftrag unseres Brötchen- und Croissantsgebers, Big Pharma, der sich auch ständig fragt, an wen er bei einer anonymen Webpräsenz denn jetzt die ganze Kohle überweisen soll.

*einspielerdudelmusik*

Homöopathie wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus.

Ausser natürlich, es handelt sich um nur gering verdünntes Gift, welches der Hersteller mit dem Begriff „Komplexmittel“ notdürftig getarnt dank des Binnenkonsens im Rahmen einer „Zulassung light“ ohne angemessene Abwägung von Nutzen und Risiko an handverlesenen Nix-Blickern vorbeischleusen kann.

(@Hevert: Eure regelmäßigen „Spenden“ für unsere freundliche Unterstützung Eurer Marketing-Strategie nehmen wir natürlich weiter gerne über Patreon unter „GoForceYourself“ entgegen. Und natürlich kämpfen wir weiter mit euch für die Apothekenpflicht eurer Produkte: Hochpotenzen ins Süßigkeitenregal, Hevert-Produkte in die Giftschränke außerhalb der Sichtwahl.)

Zurück zum schonungslosen Enthüllungsbericht von coddectiv.events oder so.

Die Kunde von der Enttarnung verbreitete sich in Windeseile über alle Etagen unseres Bunkers und die verunsicherten Psiramler sammelten sich im Ballsaal unter der L.-Ron-Hubbard-Gedenk-Disco-Kugel. Unsere gut besetzte Pressestelle flatterte umher wie ein aufgescheuchter Hühnerstall. Eines ist klar: Es werden Köpfe rollen! Unsere Poststelle in Person von Herr/Frau/div. Vierhorst ist den Tränen nahe und ringt mit den Händen: „Ich habe es euch ja schon immer gesagt, dass dieser Tag mal kommen wird! Ihr solltet mal die brillianten, überzeugenden E-Mails sehen, die regelmäßig reinkommen! Ich hab jetzt auch einen Kozyrev-Spiegel, denn dieser rationalen, gut strukturierten, fakten- und evidenzbasierten Argumentation kann man sich einfach nicht entziehen!“.

Unser aller Wikisysop, gerade vom Bilderberger zurück, kommt rein. Sofort senkt sich ehrfürchtige Stille über die autoritätshörigen Anwesenden.

„Was ist denn hier los? Was steht ihr hier alle rum? Habt ihr nichts zu tun? Die Wikipedia editiert sich nicht von alleine!

Der Praktikant reicht ihm zitternd einen Ausdruck auf strahlendweißem, chlorgebleichtem Papier, für das ein paar jahrhundertealte Bergulmen (sowie ein paar Robbenbabys) dran glauben mussten.

Mit gefurchter Stirn überfliegt Wikisysop den Text.

„Internet-Pranger … illegal … Verleumdung und Rufmord … fragwürdiger Wikipedia-Propaganda-Eintrag … gescheitert … kriminell abgehalfterte Existenzen… millitanter Arm der GWUP … Sekte … Denunziationsplattform … schmeißen mit Dreck.“

Er blickt hoch.

„Was habt ihr denn alle? Ist doch alles sauber recherchiert und gut geschrieben. Und steht auch alles so in unserem Handelsregistereintrag. Ich wüsste nicht, wo da das Problem liegen sollte.“

„Lies weiter!“ ruft Dr. Kränk, der Leiter des Psiram-Lab.

Wikisysop liest weiter – und stockt.

„Der nennt uns „Pussys“!“

Ein empörtes Raunen geht durch die Runde. Melania schüttelt nur traurig den Kopf. War der jahrelange Einsatz der FLOTUS gegen hate speech im Internet letztlich doch vergeblich?

„Frechheit, das!“ Ernst Stavro Blofeld ist zum Brunchen gekommen und kann es kaum fassen. Sein Streicheln wird immer hektischer, bis Schneeball genug davon hat, mit einem Fauchen zu Boden springt und durch die angelehnte Tür im Raum für Vivisektionen verschwindet.

Aber wo er Recht hat, hat er Recht. Wenn wir „richtige Männer™“ wären, dann würden wir natürlich jeden Blog-Beitrag, jeden Wiki-Eintrag und jedes Posting im Forum namentlich kennzeichnen. Weil man das im Internet so macht.

Und dann ein paar Jahre Lebenszeit damit verschwenden, mit Engelsgeduld immer und immer wieder zu erklären, dass wir

a) nicht gewerblich unterwegs sind,
b) nicht doxxen, sondern im Psiram-Wiki nur auf Leute verweisen, die sich selbst und meist aus gewerblichen Erwägungen dafür entschieden haben, im Internet mit Klarnamen unterwegs zu sein und
c) auch im zwölften Jahr unserer Existenz immer noch auf den bitterbösen Brief von der Staatsanwaltschaft warten, der uns so verlässlich versprochen wird.

Denn so machen „richtige Männer™“ das.

Wie gut, dass wir keine sind.

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Monduntersuchung

22. September 2019 Keine Kommentare

Alle diejenigen, die ihr Hirn noch nicht durch die Bildzeitung oder den Spiegel verkorkst haben, ahnten es schon lange: Die Mainstream-Medien lügen, dass sich die Blätter biegen. Alle Projekte, die kritisch sind oder die Alternativen aufzeigen, werden heruntergemacht und in die rechte Ecke gestellt, so z.B. die Anastasia-Bewegung. Dankenswerterweise gibt es inzwischen eine Gegenöffentlichkeit durch Seiten wie Extremnews, die sachlich und objektiv die Dinge wieder in die Balance bringen – der fragliche Bericht dort klärt erst anhand einfachster Graphiken über die tatsächlichen Hintergründe des angeblichen Klimawandels auf, um dann ebenso sachlich und kompetent über die bei Anastasia weiterentwickelten geistigen Fähigkeiten, u. a. Telepathie, zu informieren.

Mich persönlich ärgert besonders Wikipedia, und da bin ich nicht alleine: (Klehr, Fiedler). Neueste Untersuchungen mit statistischen Methoden decken die systematische Manipulation durch Wikipedia klar auf (Caltech). Dazu wurden über 100.000 Änderungen in der Wikipedia gesichtet und nach Autor, Zeitpunkt und weiterer Entwicklung klassifiziert. Dadurch können die Netzwerke identifiziert werden, die durch Löschen unliebsamer Änderungen ihre Macht ausüben und den Mainstream durchsetzen.

Diese Untersuchung durch lupenreine Wissenschaftler hat mir klar vor Augen geführt, warum meine wissenschaftlichen Untersuchungen zum Mond nicht bei Wikipedia aufgenommen werden – die Sprengkraft meiner durch Spektroskopie gewonnen Ergebnisse ist zu viel; zu viele Interessen der Verfechter des herrschenden Narrativs stehen auf dem Spiel. Dabei zeigt der Peak beim Calcium nicht nur – reproduzierbar – die wirkliche Zusammensetzung des Mondes! Vielmehr kann durch Fourieranalyse der Peakbreite auch die Isotopenzusammensetzungen aufgeklärt werden. Diese Standardverfahren liefern nicht nur den Beweis, dass zumindest die Mondoberfläche aus Gouda besteht- wir können auch mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Milch aus den bayerischen Alpen kam (Mascarenas). Die angebliche Mondlandung der Amerikaner wird dadurch als Hollywood-Lüge enttarnt – die Tragfähigkeit von Gouda ist viel zu gering, die Astronauten hätten Fettspuren an den Stiefeln haben müssen und und und …

Ich möchte, wie der großartige britische Wissenschaftler Graham Chapman, tragisch jung verstorben, mit einem Appell für die Vernunft schließen.

Bruno Gröning zu Gast beim Deutschen Roten Kreuz

2. Juni 2019 6 Kommentare

Liebe Leser!

Der „Bruno Gröning-Freundeskreis“ (BGF), der auch als „Kreis für geistige Lebenshilfe e.V“ auftritt, ist euch möglicherweise nicht unbekannt, denn er ist seit langem – verdientermaßen – Bewohner unseres Wikis.
Bruno Gröning war kurz gesagt ein Heiler, dessen Kompetenz unter anderem daran sichtbar wurde, dass er an Krebs gestorben ist. Das bewahrte ihn auch vor weiterer juristischer Verfolgung. Auch für den riesigen Kropf Bruno Grönings haben seine Jünger die naheliegendste Erklärung: in ihm konzentrieren sich seine Heilkräfte.

Er ist uns in letzter Zeit verstärkt unangenehm aufgefallen, und zu unserer Verblüffung zieht er seine Show anscheinend gerne in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ab. Das DRK hat ein stark föderale Struktur, wodurch die Landes- und Kreisverbände eine hohe Eigenständigkeit haben. Wenn also irgendwo eine solche Veranstaltung in Räumen stattfindet, die von einem großen Roten Kreuz geschmückt werden, hat das wohl eher was mit den lokalen Gegebenheiten zu tun und nicht mit dem DRK an sich.
Trotzdem ist es natürlich hässlich, dass mit dem Ansehen des DRK Leute zu solchen Spinnern gelockt werden. Unsere Bitte deshalb: Wenn ihr bei euch lokal im Blättchen eine entsprechende Ankündigung findet, dann tragt die doch mit Datum und Ort in den Kommentaren ein. Wir wüssten gerne, wie groß das Problem ist.

Herzlichen Dank!

PS: Zum Weiterlesen, vom Wiki abgesehen:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/bruno-groening-freundeskreis-eine-unterschaetzte-sekte-15843241.html
https://www.bistum-trier.de/weltanschauungsfragen-sekten/gruppen-weltanschauungen/bruno-groening-freundeskreis/
https://www.ezw-berlin.de/html/15_6969.php

Homöopathie grotesk

25. Mai 2019 6 Kommentare

Zur Homöopathie ist alles gesagt, sollte man meinen. Es hat nie eine Zeit gegeben, in der sie nicht für ihre Unwissenschaftlichkeit und die Absurdität ihrer Grundannahmen kritisiert worden ist. Heinrich Heine hat dem Homöopathen Didier Roth den “millionsten Theil einer Lyoner Salami” geschickt. Wenn die Homöopathie überhaupt je einen positiven Einfluss auf die Medizin hatte, dann beschränkt er sich darauf, dass sie weniger eingreifend als die zeitgenössische Medizin gewesen ist. Nichtstun war im Allgemeinen humaner als Zugpflaster, Einläufe und Aderlässe (s. hier). Schon den Einfluss auf die Entwicklung der medizinischen Forschung kann man nur als „Erfolg“ der Homöopathie verbuchen, wenn man eine dialektische Volte zu Hilfe nimmt. Das messianische Geschrei der Homöopathen war den Zweiflern so auf die Nerven gegangen, dass sie auf Mittel zur empirischen Überprüfung gesonnen hatten: der vermutlich erste plazebokontrollierte Doppelblindversuch in der Medizin war das Resultat dieser Überlegungen. Das Ergebnis konnte niemanden überraschen:

Wirft man nun einen Blick auf die gewonnenen Resultate, so sieht man zuvörderst, dass die bey weitem überwiegende Mehrzahl der Versuchspersonen eben so wenig auf das potenzirte Kochsalz wie auf reines Wasser irgend eine Befindensveränderung wahrgenommen hat, woraus mit Recht die Identität der Wirkungskraft dieser beyden Flüssigkeiten gefolgert werden kann, während doch Hahnemann und die Homöopathen der ersteren eine Kraft zuschreiben, vermöge welcher sie 897, sage: achthundert sieben und neunzig Zufälle in Gesunden erregen, und denen gemäss sie Kranke heilen soll […] [Die homöopathischen Kochsalzversuche zu Nürnberg]

Genauso wenig überraschend ist es gewesen, dass die Adepten sich davon nicht irritiert fühlten, sondern herablassend – und über jeden Versuch einer methodischen Kritik erhaben – erwiderten:

das Ganze läuft auf nichts, als auf eine, eines wissenschaftlichen Arztes unwürdige, jämmerliche Fratze hinaus; nur bornirte Köpfe sind deren fähig; am Unwesentlichen bleiben sie hängen: um zum Wesentlichen zu gelangen, haben sie freilich keinen Verstand — nur so viel gerade, um, statt die Nichtigkeit der von ihnen angegriffenen Sache, ihre eigene Nichtigkeit in pessima forma darzulegen. [1]

Spätestens seit dem Donner-Bericht über die Versuche, die Homöopathiewirksamkeit in den späten 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu belegen (verfasst ca. 1966, die Publikation bis in die 80er Jahre von den Homöopathen erfolgreich unterdrückt), muss jedem klar sein: es gibt keine geheime Kraft, die dieser „Medizin“ Wirkung verschafft. Alle späteren Versuche, die Wirksamkeit wissenschaftlich zu beweisen, erfinden das Fahrrad neu und sind Marketinginstrumente. Weil aber jede Generation dazu verurteilt ist, die Fehler der früheren zu wiederholen, gibt es in gewissen Abständen neue Reviews, Metaanalysen oder Stellungnahmen wissenschaftlicher Gremien hierzu. Sie stellen keine neuen Erkenntnisse fest, sondern verteidigen lediglich die bisherigen gegen neue Nachrichten über vollbrachte Wunder. Diese Messen sind alle gesungen. Wenn also der Gesundheitswissenschaftler Prof. Gerd Glaeske kürzlich meinte:

bei homöopathischen Mitteln fehlt bisher grundsätzlich bei allen Mitteln, die homöopathisch daherkommen, ein Wirksamkeitsnachweis

dann ist das eine Aussage, die niemanden aufregen kann. Doch was ist das?

Für diese Aussage hat der mittelständische Hersteller Hevert-Arzneimittel Glaeske über einen Anwalt abmahnen lassen.

Wer hier „mittelalterlich“ liest, dem kann verziehen werden.

Geschäftsführer Mathias Hevert von Hevert-Arzneimittel zum Vorgehen gegen Prof. Glaeske. Er sagte mit deutlichen Worten […]: „Hevert-Arzneimittel wird zukünftig noch entschlossener gegen Homöopathie-Kritiker vorgehen und Personen juristisch angehen, wenn sie falsche Aussagen über die Homöopathie verbreiten und damit Rufschädigung betreiben, was geschäftsschädigende Auswirkungen für uns haben kann.“

Und auch hier ist ein wenig inhaltliche Hilfestellung erforderlich: statt „noch entschlossener“ muss es heißen „noch unverschämter“. Man muss schon weit laufen, um heutzutage Beispiele für ähnliche Grotesken zu finden. Natalie Grams beharrt trotz anwaltlicher Ermahnung darauf, dass 2 + 2 = 4 ist:


Twitter

Mehr Details zum aktuellen Anlass z. B. hier:


  1. Ludwig Griesselich: Hygea: Centralorgan für die homöopathische oder specifische Heilkunst. C. T. Groos, 1835, S. 324 – 330 [online hier]

Immun gegen Fakten – Die wundersame Welt der Impfgegner

4. Mai 2019 5 Kommentare

In der Videothek des ORF ist zur Zeit noch ein Beitrag zum Thema Impfen und Impfgegner zu sehen. Dieser Beitrag wird noch bis zum 9. Mai 2019 zu sehen sein. Wir möchten hier eine unbedingte Empfehlung aussprechen, sich den Beitrag anzusehen.

Der österreichische Journalist Hanno Settele nimmt sich des Themas auf, man muss sagen, grandiose Weise an. Er diskutiert unter anderem kurz mit dem österreichischen Arzt Klaus Bielau, den viele als spirituellen Nachfolger des verstorbenen Johann Loibner betrachten.

Der Impfgegner Klaus Bielau im Gespräch mit Hanno Settele. Im Hintergrund ein DorfpanoramaZum Beitrag von Hanno Settele

Das kurze Gespräch ist ein Genuss, der Impfgegner Bielau wiederholt im Grunde mantraartig nur immer wieder die krude These, dass Menschen nicht durch Bakterien und Viren krank werden, sondern Krankheit eine Frage der Lebensweise ist. Oder anders gesagt: Jeder Kranke ist selbst schuld. Mit der richtigen Einstellung wird man nicht krank.

Der Genuss an der Stelle ist, wie elegant Settele den Impfgegner Bielau mit pointierten Fragen zerlegt, man kann richtig sehen, wie dieser überhaupt nicht weiß, was er sagen soll und wie er reagieren soll. Man sieht richtiggehend, dass Bielau in einer Blase lebt, in der er sich nie kritischen Fragen stellen muss.

Die Ärztekammer hat übrigens inzwischen auch reagiert und Bielau bei der Disziplinarbehörde gemeldet. Leider steht, wie man am Fall Loibner gesehen hat, zu befürchten, dass es wenig bringen wird.

Obwohl diese Szene sicherlich ein Highlight ist, ist auch der Rest der Dokumentation durchdacht und sehenswert.

Link zur TVThek des ORF:
https://tvthek.orf.at/profile/Dok-1/13844820/Dok-1-Immun-gegen-Fakten-Die-wundersame-Welt-der-Impfgegner/14012241

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 14, 2019)

7. April 2019 16 Kommentare

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Wer bereit ist, einen Unsinn zu glauben, wird früher oder später auch anderen Unsinn glauben. Das mag eine Verallgemeinerung sein, tatsächlich gibt es aber etwa einen Zusammenhang zwischen dem Glauben an „Alternativmedizin“ und Verschwörungstheorien, wie Medical Tribune berichtet. Sicher lassen sich auch noch weitere Zusammenhänge finden, wenn man genauer hinschaut. Das ist für uns ein Grund, Glaubenssysteme verschiedenster Art zu dokumentieren und Gegenargumente zu liefern. Dabei können wir jederzeit Hilfe gebrauchen. Wer sich mit Wiki-Systemen ein wenig auskennt, kann uns etwa bei der Pflege und Neuanlage von Artikeln unterstützen. Aber auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten und neuen Themen sind immer willkommen. Also: Meldet Euch im Forum oder per E-Mail, schreibt uns bei Facebook und Twitter oder lasst hier im Blog einen Kommentar da!

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 12, 2019)

24. März 2019 5 Kommentare

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MMS, Backpulver, Zeolith, kolloidales Silber, Aprikosenkerne – die Liste der angeblich von der bösen Pharmaindustrie unterdrückten Wundermittel ist schier endlos. Allen gemeinsam ist, dass sie bestenfalls nutzlos, schlimmstenfalls gesundheitsgefährdend sind oder dazu führen, dass eine wirksame Behandlung ernsthafter Krankheiten unterlassen wird. Warum die Kunde vom unbekannten Allheilmittel sich heute noch schneller verbreitet als die von der Zaubertinktur aus Schlangenöl vor hundert Jahren, ist klar: Das Internet ist das ideale Medium, um jeglichen Unsinn blitzschnell bis in die letzte Ecke des Planeten zu transportieren. Unser Wiki ist ein Versuch, dieser umfassenden Fehlinformation ein wenig evidenzbasiertes Wissen entgegenzustellen. Unterstützung dabei ist natürlich immer willkommen, weshalb wir Euch gerne ermutigen möchten, bei uns mitzuhelfen, selbst Aufklärung zu betreiben, darüber zu schreiben, Podcasts und Videos zu veröffentlichen und Euch in Kommentarschlachten zu stürzen, um der Stimme der Vernunft etwas mehr Gewicht zu geben. Ein kurzer Hinweis genügt, und wir berichten auch gerne über Eure Aktivitäten im nächsten Wochenrückblick.

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Die Wahrheit in der Wissenschaft – oder die Wahrheit in Bild der Wissenschaft?

17. März 2019 12 Kommentare

Die Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“, die im Untertitel den stolzen Anspruch erhebt, „Deutschlands erstes Wissenschaftsmagazin“ zu sein, hat einen Sonderband 2018 herausgegeben. Darin werden in kurzen und allgemeinverständlichen Beiträgen „50 Sternstunden der Wissenschaft“ vorgestellt.
Der Leser wird gewiss nicht überfordert, sondern dort abgeholt, wo ihn die Redaktion vermutet. Wie stets bei solchen Anthologien mag man die eine Sternstunde vermissen oder die andere für weniger stellar halten; damit wollen wir uns jetzt aber nicht weiter aufhalten. Ein kurzer Abschnitt aus der Einleitung ist es, der unsere Aufmerksamkeit fesselte:

Doch wie definiert man Wahrheit?
Wahr bedeutet, dass sich eine wissenschaftliche Erkenntnis auf eine logisch einwandfreie Aussage beziehen muss. Dazu ist eine Basis für die Erkenntnis von Wahrheit erforderlich.

Doch wie kann man die finden? Auch hier gibt uns die Wissenschaft eine klare Antwort: Die Basis für die Erkenntnis von Wahrheit im Sinne von Wissen kann nur im Konsens gewonnen werden. Denn eine Realität – und damit Wahrheit – im absoluten Sinne gibt es nicht. Deshalb ist eine Trennung von Wissen und Meinung auch in der Wissenschaft letztlich unmöglich.

Erst der kommunikative Austausch unter Forschern ermöglicht die Bildung von Wissenschaft im Prozess des Erkennens, Prüfens, Modifizierens oder Verwerfens von Erkenntnissen. Am Schluss bleibt der ernüchternde und gleichzeitig tröstliche Satz: Wahr ist, was die Scientific Community kommuniziert – und als wahr annimmt.

Brauchen wir Trost, und finden wir das „tröstlich“? Versuchen wir, uns klarer zu machen, was uns da eben mitgeteilt worden ist.
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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 10, 2019)

10. März 2019 4 Kommentare

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Wer erklärt, warum Homöopathie wirkungsloses Zuckerzeugs ist, will sich deswegen noch lange nicht bei jeder Erkältung „mit Antibiotika vollpumpen“. Wer die Vorteile von Kernkraftwerken beim Klimaschutz aufzählt, verdammt deswegen nicht unbedingt alle regenerativen Energiequellen. Und wer sich für Impfungen ausspricht, steht deswegen nicht auf „Chemie im Körper“ oder ist ein Fan der Pharmaindustrie. Selbst in der Politik wird mit diesem unsäglichen Stilmittel der totalen Übertreibung gearbeitet. Aktuell erleben wir das bei der Urheberrechts-Richtlinie der EU: wer mit Artikel 11 und 13 inhaltlich nicht einverstanden ist, will angeblich Künstlern das Einkommen wegnehmen und alles kostenlos herunterladen. Nur weil man sich für etwas ausspricht, muss man nicht automatisch das Gegenteil ablehnen und umgekehrt. Irgendwie scheint die Fähigkeit, besonnen und differenziert zu argumentieren, immer mehr verloren zu gehen. Idealerweise sollte das schon in der Grundschule erlernt und geübt werden. Nur mit aufmerksam geführten, sachlichen Debatten lassen sich vernünftige Ergebnisse erzielen. Alles andere ist rhetorische Kriegsführung. Unser Wochenrückblick bietet einen Streifzug durch einige aktuelle Aufreger-Themen. Eure Gedanken dazu lesen wir gerne im Forum, im Blog, auf Twitter und Facebook, wo wir uns auch über frische #Psirama-Links freuen.

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