Artgerecht ist nur: das Gegessenwerden

20. Februar 2018 28 Kommentare

 

Sucht man in der Bildersuche einer bekannten Internet-Suchmaschine (die mit G beginnt und mit oogle aufhört) unter dem Stichwort „Gnadenhof“, so findet man eine ganze Menge mehr oder minder putziger Tierchen, die behütet im Kreise ihrer engsten Wahlverwandten ihren Lebensabend zubringen. Auch Frau Hilal Sezgin, Schriftstellerin, Journalistin und Autorin, unterhält so eine Einrichtung, die sie allerdings aus emotionaler Rücksichtnahme nicht Gnadenhof, sondern „Lebenshof“ nennen mag. Sie kennen Frau Sezgin nicht zuletzt als Urheberin der Sentenz:

„Artgerecht ist nur die Freiheit“

die bekanntlich auch der Titel ihres bestverkauften Buches ist.

Gnadenhof Kreuzwertheim

Das mag sein, aber es verträgt sich nicht mit den visuellen Informationen, die der Betrachter aus der Bilderrecherche erlangt. Denn dort wimmelt es von: Zäunen.  Mal sind es Maschendrahtzäune, mal sieht man zusammengeschnürte Bauzäune aus gewöhnlichen Doppelstabmatten, ein andermal sind es Jägerzäune, Bretterzäune, und so geht das immer weiter. Stimmt etwas mit der Selbstwahrnehmung der Hofbetreiber nicht? Vielleicht. Aber was da jedenfalls nicht stimmt, ist die Vorstellung von „Freiheit“ und von dem, was Freiheit eben auch bedeutet.
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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW07, 2018)

18. Februar 2018 1 Kommentar

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Im Nachgefragt-Podcast geht es diese Woche um Impfgegner und dabei auch um die Frage: „Warum glauben Leute anderen Leuten im Internet, die irgendwas schreiben, mehr als den Experten, die sich seit vielen Jahren mit einer Sache befassen?“ Die Suche nach der richtigen Methode der Wissensvermittlung geht weiter und eine eindeutige Antwort fehlt bisher. So offen und ehrlich wie möglich beraten und die Komplexität reduzieren sind zwei Vorschläge, die der Virologe Björn Meyer in diesem Gespräch unterbreitet. Unsere Fragen der Woche: Welcher Aufklärungsmethode seid Ihr am ehesten bereit zu folgen? Und umgekehrt, sofern Ihr Aufklärungsarbeit betreibt: Welche Aufklärungsmethoden sind Eurer Erfahrung nach am erfolgreichsten? Außerdem nehmen wir schon heute gerne Link-Vorschläge für den nächsten Wochenrückblick entgegen, wie immer im Blog, im Forum, auf Twitter und Facebook. Mehr…

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Mein Freund, der Verschwörungstheoretiker

14. Februar 2018 22 Kommentare

Im vorletzten Psirama-Wochenrückblick haben wir das Thema „Verschwörungsglauben“ angesprochen und Euch gebeten, Eure Erfahrungen mit uns zu teilen. Ein Beitrag dazu im Forum hat uns so gut gefallen, dass wir ihn hier besonders hervorheben möchten:

Ihr wolltet doch wissen, wie man sich so gegenüber Verschwörungstheoretikern verhält. Hier meine Geschichte:

Ich, „Mario“, hatte einen Freund, einen guten Freund, seit der Grundschule verband uns eine sehr enge Freundschaft. Wir durchlebten die Schule und Pubertät zusammen, sein durchaus brillanter und kritischer Geist schärfte auch meine Sicht auf das Weltgeschehen und half mir oft, Ereignisse besser und kritischer einzuordnen. Auch nach Schule und Pubertät verbrachten wir viel Zeit miteinander, doch Diskussionen über die aktuelle Lage der Welt wurden zunehmend anstrengender und zeitraubender. Aber alle Argumente von ihm waren meist noch nachvollziehbar und haltbar. So vergingen Jahre.
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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW06, 2018)

11. Februar 2018 Keine Kommentare

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Letzte Woche haben wir nach Euren Erfahrungen im Umgang mit Verschwörungstheoretikern gefragt und dazu bereits einige Rückmeldungen erhalten. In den nächsten Tagen gibt es an dieser Stelle mehr dazu. Das grundsätzliche Problem scheint hier zu sein, dass man Gläubigen nicht ihren Glauben ausreden kann und das – je nach Art des Glaubens – auch weder zielführend noch notwendig ist. Also bleibt die Frage nach dem Umgang miteinander. Über die täglichen Gruppenkämpfe im Netz schrieb Giulia vom „Goldenen Aluhut“ diese Woche einen lesenswerten Artikel bei Facebook mit dem abschließenden Appell, Probleme nicht „wegzumelden“, sondern den Austausch zu suchen. Leichter gesagt als getan, aber mit einer Verhärtung der Fronten lässt sich erst recht nichts erreichen. Deshalb suchen wir auch weiterhin die Diskussion in alle Richtungen und freuen uns außerdem wie immer über Vorschläge für unsere Linksammlung, zu allen Themen und aus allen Blickwinkeln. Ob in Blog oder Forum, bei Facebook oder Twitter: Lasst uns wissen, was Euch bewegt und interessiert! Mehr…

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW05, 2018)

4. Februar 2018 5 Kommentare

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Verschwörungstheorien rücken immer mehr in den Mainstream. Wo früher einsame Spinner im stillen Kämmerlein an ihrer persönlichen Vorstellung vom weltweit organisierten Bösen strickten, vielleicht noch entsprechende Bücher lasen und sich gelegentlich mit Gleichgesinnten austauschen konnten, sind die heutigen Verbreitungswege viel wirkungsvoller. Sucht man nach einschlägigen Begriffen bei Youtube, erscheinen sofort hunderte Videos, die voll mit „unterdrücktem Geheimwissen“ sind. So ist auch die Wahrscheinlichkeit größer geworden, dass sich im näheren Umfeld unter Kollegen, Verwandten und Bekannten jemand findet, der oder die sich für „aufgewacht“ hält und die großen Zusammenhänge erkannt zu haben glaubt. Mit diesen Leuten zu diskutieren, ist anstrengend. Wie reagiert Ihr, wenn Ihr auf verschwörungsgläubige Menschen trefft? Wenn Euch jemand von Chemtrails, Reptiloiden oder der Mondlandungslüge überzeugen möchte, steigt Ihr dann in die Diskussion ein? Oder lasst Ihr diese Leute einfach stehen und sucht Euch interessantere Gesprächpartner? Wie lässt sich auf solche Geschichten überhaupt sinnvoll antworten? Mit logischen Argumenten, Verweisen auf andere Quellen oder vielleicht, indem man sich einfach darüber lustig macht? Wir würden gerne etwas über Eure Erfahrungen mit diesem Thema wissen – im Forum, als Blog-Kommentar oder auch bei Facebook und Twitter. Dort sind auch jederzeit Vorschläge für unsere wöchentliche Linkliste willkommen, ebenso wie Ergänzungen oder Kritik zu Wiki-Artikeln.

 


 

Gesellschaft, Politik und Religion

 

Vice: Ein Tag bei Menschen, die überzeugt sind, gegen WLAN allergisch zu sein

Du öffnest deinen Browser, scrollst dich durch deinen Newsfeed – Krieg, Gewalt, ignorante Politiker – und schon steigt dein Blutdruck ein bisschen. So weit, so normal. Aber es gibt Menschen, bei denen der Blutdruck schon durch die Decke schießt, bevor sie auch nur ein Wort gelesen haben. Allein die Existenz des Internets ist für sie eine riesige Belastung. Diese Menschen leiden an einer umstrittenen Störung namens „elektromagnetische Hypersensibilität“ (EHS): Sie sagen, die elektromagnetischen Felder von WLAN-Routern, Handys und Fernsehern würden bei ihnen diverse Krankheitssymptome auslösen.

 

Geschichte der Gegenwart: Was ist falsch an #Verschwörungstheorien?

Wurden die Twin Towers gesprengt? Beherrschen die Juden die Welt? Werden wir durch Chemtrails vergiftet? Das Internet ist voll von solchen „Fragen“ und Behauptungen, die große Resonanz finden. Was ist so grundfalsch an ihnen? Ein Klärungsversuch.

 

Christian Buggischs Blog: Esoterik im Weinbau

Ausgerechnet in meiner fränkischen Heimat entwickelte der Biowinzer Helmut Schätzlein seinen „codex naturalis“, in dem er vom „Einfluss des Lichtes und der Musik“ auf seinen Wein, aber auch von der „Nutzung von Energien aus Edelsteinen und Mineralien nach Hildegard von Bingen“ schwadroniert. So wird aus dem biodynamischen ein „bioenergetischer“ Weinbau, der, mit Verlaub, stark vermuten lässt, dass sein Erfinder nicht mehr alle Weingläser im Regal hat. Wenig verwunderlich, dass Helmut Schätzlein inzwischen zum Reichsbürger mutiert ist und seinen eigenen Staat namens Lichtland ausgerufen hat.

 

BR: Haft für „Reichsbürger“

Das Amtsgericht Aichach hat einen so genannten Reichsbürger wegen Bedrohung, Beleidigung und Widerstands gegen Polizeibeamte zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt. Das Gericht unter dem Vorsitz vor Richter Walter Hell sah es als erwiesen an, dass der 51-Jährige Staatsbeamte als Nazis betitelt und mit dem Tod bedroht und bei seiner Verhaftung in Donauwörth sich in seiner Wohnung verschanzt und massiv widersetzt hat.

 

Marina Weisband: Über strukturellen Antisemitismus

Der strukturell antisemitischen Kapitalismuskritik haftet immer ein verschwörungstheoretisches Element an. Sie geht immer davon aus, dass es eine Gruppe von Menschen gibt (die Banker, die Rothschilds, das Finanzkartell), die man nur entsorgen müsste, damit die Welt eine bessere und gerechtere wird. Sie leugnen, dass Kapitalismus ein Zustand ist, in dem wir uns alle befinden und zu dem wir alle mit unserer Arbeit und unserem Konsum beitragen.

 

GWUP-Blog: Lisa Fitz „rappt“ sich eine grausame Salbe fürs waidwunde Wutzentrum zusammen

Das Video ist exklusiv im Youtube-Kanal Schrang TV des Verschwörungstheoretikers Heiko Schrang veröffentlicht worden und handelt von der Neuen Weltordnung, den Rothschilds, den Freimaurern und anderen “elitären Clubs der bösen Herrn”, in denen “gierige Männer, Mördergreise” das Sagen hätten.

Wiki:
https://www.psiram.com/de/index.php/Heiko_Schrang
https://www.psiram.com/de/index.php/Neue_Weltordnung

 

Spektrum.de: Der Denkfehler der ‚Reichsbürger‘

Reichsbürger sind nicht bloß Menschen mit einer eigenwilligen Auffassung der völkerrechtlichen Lage. Sie haben eine grundsätzlich andere Weltsicht, die eher einem kindlichen Aberglauben ähnelt. Selbst wenn wir einen von ihnen davon überzeugen könnten, dass die BRD legitim existiert, würden uns möglicherweise noch Welten von dieser Person trennen

 

Answers Without Questions: Kurzfilmtipp von katholisch.de: Rúbaí

Der knapp 12 Minuten lange Film aus dem Jahr 2013 erzählt in wenigen Szenen und in gälischer Sprache von Rúbaí, einem 8jährigen Mädchen. Rúbaí überrascht ihren Religionslehrer und auch ihre Mutter, indem sie sich als Atheistin outet und die Teilnahme an der Erstkommunion ablehnt.

 

Übermedien: Matthias Matussek enthüllt selbst erfundenen Skandal der Flüchtlingspolitik

Nach dem Tod von Udo Ulfkotte scheint nun der Publizist Matthias Matussek dessen Lebenswerk fortzuführen. Aktuell verbreitet er – mit großem Erfolg – die Behauptung, hinter der vermeintlich vorübergehenden Aufnahme von vermeintlich Schutzsuchenden stecke in Wahrheit ein groß angelegtes und lang geplantes Programm des Bevölkerungsaustausches in Mitteleuropa. Die vermeintlich qualitätsorientiert arbeitenden Medien verschwiegen dies den Bürgern trotz unbestreitbarer Belege.

 

Jüdische Allgemeine: Brutalität der Worte – Wenn wir die Sprache der Populisten übernehmen, verschiebt sich die Grenze des Sagbaren

Die Strategie ist aufgegangen: Die »Provokationen« werden in den sozialen Netzwerken tausendfach weiterverbreitet und von den Nutzern weiter angereichert. Da werden Flüchtlinge als »Ungeziefer« oder »Ratten« bezeichnet, die man »verrecken« lassen oder mit »Flammenwerfern« begrüßen wolle. Auch hier ist der direkte Bezug zum Dritten Reich nicht selten, etwa wenn über »Gasanschlüsse« oder »Duschköpfe mit elf Löchern« in den Flüchtlingsheimen fantasiert wird.

 


 

Gesundheit und Medizin

 

Informationsnetzwerk Homöopathie: Die „Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker“ zu Apothekenpflicht und Kennzeichnung von Homöopathika – eine Stellungnahme des INH

Keines der „Argumente“ von Herrn Krüger kann etwas daran ändern, dass es an einem belastbaren Nachweis spezifischer Wirksamkeit für die Homöopathie nach inzwischen fast 220 Jahren ihrer Existenz nach wie vor fehlt, was in einem erheblichen Widerspruch zur angeblichen umfassenden Wirksamkeit dieser Therapie steht. Wenn die Homöopathie so umfassend und tiefgreifend wirkt, wie von ihren Anhängern vertreten wird, warum hat man dann trotz intensiver Bemühungen bislang noch nicht eine einzige Indikation gefunden, bei der das auch belastbar nachgewiesen werden kann?

 

apotheke adhoc: Hecken geht Homöopathie an

Einige Krankenkassen erstatten die Kosten für homöopathische Arzneien. Hecken will das verbieten lassen: „Es sollte den Kassen untersagt werden, Dinge zu bezahlen, für die es keine Evidenz gibt“, sagt er der FAZ. Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs müsse eine homöopathische Therapie auch Selbstzahlern untersagt werden können, solange die Wirksamkeit nicht mit Studien belegt worden sei, fordert der G-BA-Vorsitzende laut Bericht. Schließlich gehe es hier „nicht um Befindlichkeiten, sondern um Menschenleben“.

 

Spektrum.de: Umstrittene Experimente – Skandal oder normal?

Menschenversuche sind kein Skandal. Im Gegenteil, in der Medizin sind sie Alltag, wenn es darum geht, neue Medikamente zu entwickeln. Schlagzeilen jedoch macht nun ein Experiment, bei dem die Versuchspersonen nicht etwa einen hoffnungsvollen Wirkstoffkandidaten testeten, sondern einen Stoff, der vor allem in Dieselmotoren entsteht: Stickstoffdioxid. Besonders in den Städten ist das Molekül NO2 in geringen Mengen fast überall nachzuweisen – leider, denn konzentriert ist das rotbraune Gas ätzend und sehr giftig.

 

Onkel Michaels kleine Welt: Immer druff! oder: Darf der das? Dass der das darf…

Ich selber werde ja bei derart medial hochgejubelten Wunderheilern immer skeptisch. Und wenn dann noch mystische Fähigkeiten à la „Nervenfühlen“ im Spiel sind, dann schrillen bei mir alle Alarmglocken. Derartiger Hokuspokus ersetzt keine fundierte medizinische Ausbildung. Tamme Hanken hatte ja bis zum Dezember 2010 an sogenannten „Kummertagen“ auch Menschen behandelt, bis er dies von einem Tag auf den anderen einstellte. Warum? Die Behörden sind eingeschritten und haben ihm dies untersagt. Die Behandlung von Tieren allerdings behielt er bei. Und da stoßen wir genau in den ersten Teil des Problems!

 

UniDAZ: Wie böse ist Big Pharma?

Als Pharmaziestudentin, die ihre berufliche Zukunft in der pharmazeutischen Industrie sieht, begegnet einem häufig Argwohn: Für diese Verbrecher wolle man arbeiten und sich dabei deren Profitgier unterordnen? Im Internet wird man Zeuge eines härteren Tonfalls, es wimmelt von Verschwörungstheorien, die „Big Pharma“ betreffen. So sei die Pharmaindustrie verantwortlich für Pandemien und Massensterben. Zudem wirft man ihr Korruption und sogar den Einsatz von Biowaffen vor. In diesem Zuge fällt auf, dass die Vertreiber von „alternativen Heilmitteln“ sowie Impfgegner immer mehr Gehör finden. (Claudia Courts)

 

Gesundheit Macht Politik (Podcast): gmp-17 Gesundheitspolitischer Spaziergang | TK, GKV-SV, Ärzteblatt, Marburger Bund und Personalspekulationen

Heute machen wir einen kleinen Spaziergang durch einen kleinen Teil Berlins, der gesundheitspolitisch recht spannend ist: Die Reinhardtstr. verbindet das BMG mit der Charité und (in Verlängerung) auch mit dem Kanzleramt bzw. dem Bundestag.

Mit dabei kurze Gespräche beim GKV-Spitzenverband, Marburger Bund, Ärzteblatt und beim Berliner Büro Politik der TK. (an dieser Stelle auch nochmals allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön, für die spontane Bereitschaft zum Interview / Gespräch!)

 

Relativer Quantenquark: Karl, mei‘ Trobbe – aber bitte nicht die von Karl Probst

Karl Probst ist sicherlich einer der bizarrsten unter den Referenten, die für den Akasha-Congress angekündigt sind, wobei es mir fern liegt, eine Rangliste der Skurrilität innerhalb dieses Gruselkabinetts zu erstellen. Der Grund, warum er Jahre nach seiner Emigration nach Bolivien wieder auf Kongressen in Deutschland auftaucht, ist offenbar, dass er, wie er in einem Video, das uns hier noch beschäftigen soll, erklärt, eine Privatklinik in der Nähe von Dresden plant. Aktuell findet man ihn im Netz jedoch als Inhaber eines „Wellness-Energie-Zentrums“ in Trier.

 


 

Wissen und Forschung

 

Astrodicticum Simplex: Sternengeschichten Folge 221: Wie super ist der Supermond?

Der “Supermond” taucht immer wieder in den Medien auf. Aber was ist eigentlich so super am Supermond? Und was hat ein Astrologie mit der ganzen Geschichte zu tun. Die wissenschaftliche Seite des – nicht ganz so superen – Supermonds erfahrt ihr in der neuen Folge der Sternengeschichten.

 

Hackaday: The Hard-Learned Lessons of the Columbia Disaster

On February 1st, 2003 at eighteen seconds past 9:00 AM Eastern Standard Time, the Space Shuttle Columbia broke up during atmospheric entry over Texas. Still traveling at approximately Mach 18.3, the disintegration of Columbia was complete and nearly instantaneous. According to the official accident investigation, the crew had at most one minute from realizing they were in a desperate situation to complete destruction of the spacecraft. Due to the design of the Space Shuttle, no contingency plan or emergency procedure could have saved the crew at this point in the mission: all seven crew members were lost in this tragedy.

 

The New York Times: Sedate a Plant, and It Seems to Lose Consciousness. Is It Conscious?

The researchers trapped pea plants in glass chambers with ether, soaked roots of the sensitive plant and seedlings of garden cress in lidocaine and even measured the electrical activity of a Venus fly trap’s cells. An hour or so later the plants became unresponsive. The seedlings stayed dormant. And the Venus fly trap didn’t react to a stimulus similar to a bug crawling across its maw. Its cells stopped firing. When the dope wore off, the plants returned to life, as if something had hit pause — almost like they were regaining consciousness, something we typically don’t think they possess.

 


 

Psiram

 

Aus dem Blog-Archiv (04/2010): Die Vulkan-Verschwörung

Seit Tagen legt nun der Flugverkehr in Europa lahm. Uns wundert nur, dass die üblichen Verdächtigen wie Jo Conrad und Jan Udo „van Helsing“ Hohl-Ei noch nicht die wahren Zusammenhänge entdeckt und entwirrt haben. Denn dieser Ausbruch reiht sich ein in andere Ereignisse im Rahmen der Großen Verschwörung:

 


 

Video der Woche

 

Global Weirding with Katharine Hayhoe

Climate change, that’s just a money grab by scientist… right?

Climate change – aren’t you scientists just making the whole thing up for the money, the fame, and to further the Antichrist’s agenda?

Direktlink: https://www.youtube.com/watch?v=Iq8Jo9QN0qA

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Medicus oeconomicus: Zur Pandemie der honorarmaximierenden Zahnbehandlung

29. Januar 2018 58 Kommentare

Ein Forist hat kürzlich über seine stomatologischen Erfahrungen berichtet. Wir fanden seinen Bericht so bemerkenswert, dass wir ihn einem größeren Publikum vorstellen wollen.
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Letztens war ich nach langer Zeit mal wieder beim Zahnarzt (in einer Uni-Klinik).
Neben anderen wichtigeren Dingen empfahl man mir ganz unverbindlich und optional eine „Kariesinfiltration“ – kommerziell „icon“ genannt.
Mit ein wenig Recherche fand ich heraus, dass es dazu nicht viel zu lesen gibt. Gefühlt das einzige Paper, das dazu veröffentlicht worden ist und etwas zur Evidenz sagte, war von den Doktoren der Herstellerfirma selbst. Es hätte auf jeden Fall eine Menge Geld gekostet, pro Zahn natürlich.

Später wollte man mir dann zur Tomographie die Digitale Volumentomographie (DVT) statt der kassenbezahlten Computer-Tomographie verkaufen. Vorher sagte man mir, dass beim Herausziehen eines Zahnes eine permanente Lähmung o. ä. entstehen kann. Die DVT funktioniere wohl anders und besser und habe Vorteile wie u. a. eine geringere Strahlenbelastung. Vor Ort sollte ich mich quasi erst einmal vor ein paar Azubis entscheiden, ob ich ein armer Schlucker oder Geizhals bin, dessen Gesundheit ihm nicht wichtig ist, oder einer, dem natürlich das beste nur gut genug sein kann. Schließlich bekam ich dann doch die Gelegenheit, bis zum nächsten Termin zu entscheiden.
Ich frage mich da: Bin ich jetzt plötzlich Radiologe, um beurteilen zu können, wie hoch der Schaden für mich als Patient ist? Wieso muss ich nach einem Zahnarzt-Termin im Internet recherchieren, ob das „neuere“, „bessere“ Verfahren überhaupt einen nennenswerten Nutzen für mich bringt, oder ob der Zahnarzt einfach Knete von mir haben wollte?

Eine Bekannte wollte sich vor kurzem die Zähne ziehen lassen. Vom einen Zahnarzt wurde sie erst einmal zum nächsten Zahnarzt gesandt. Der wollte erst einmal nicht die Zähne ziehen und sie „beraten“. Nach Hause kam sie mit einem Kostenvoranschlag für ein nicht-kassenbezahltes Produkt. Das Produkt nennt sich „collacone“, und Google bringt nur ca. achttausend Treffer. Das Produkt kostet 180€. Mit diesem Produkt sollten weniger Schmerzen nach der Zahn-OP aufkommen und sich die Zeit bis zur Heilung verkürzen.

Sicherlich kann man vom mündigen Patient ausgehen, der selbstbewusst zusagt und ablehnt, aber aus meiner Sicht ist das ein paar Vorstufen von: den Patienten Angst machen und ihnen dann etwas verkaufen, was sie eigentlich nicht brauchen. Ist das bei jedem Zahnarzt so? Oder bei der Mehrheit? Falls ja, würde ich mich als Berufsstand schon ziemlich schämen. Ich erwarte von (Zahn-)ärzten, dass sie einem genau das empfehlen, was Freunde einem nahe legen würden. Und das wäre sicherlich kein überteuerter Müll, dessen Nutzen marginal ist.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW04, 2018)

28. Januar 2018 1 Kommentar

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Wie geht man damit um, wenn Bekannte und Familienmitglieder hanebüchenen Unfug glauben und verbreiten? Fragen dieser Art treffen bei uns gelegentlich ein, so auch diese Woche. Die Diskussion suchen? Einfach ignorieren? Nachfragen? Auch nach vielen Jahren haben wir noch keine eindeutige Antwort gefunden, was in so einem Fall die beste Option ist. Verfügt man auf dem betreffenden Gebiet selbst über umfangreiches Wissen und möchte dieses weitergeben, steht man schnell als Besserwisser da. Widerspricht man, ohne wirklich fundiert argumentieren zu können, wirkt es wenig überzeugend. Die Fragemethode eignet sich, um sanft in eine bestimmte Richtung zu lenken und vielleicht auf Quellen mit korrigierenden Informationen zu verweisen. Wir würden gerne wissen, wie Ihr solche Situationen meistert, wie sich Konflikte vermeiden lassen ohne dabei Konfrontationen aus dem Weg zu gehen und welche Methoden am ehesten zum Erfolg führen. Und natürlich freuen wir uns wie immer über Hinweise für unsere Linksammlung sowie über Kommentare, Lob, Widerspruch und Diskussionen aller Art. Mehr…

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#WeToo: Psiram ist dabei

25. Januar 2018 7 Kommentare

Plötzlich lesen alle Gedichte; ein bestimmtes Gedicht jedenfalls. Es heißt „avenidas y flores“, wurde 1951 von dem Schweizer Eugen Gomringer in spanischer Sprache verfasst und ziert (noch) eine Fassade der Alice Salomon Hochschule in Berlin, die ihn dafür, ganz nebenbei, mit einem Literaturpreis auszeichnete. Es geht um Alleen, Blumen, Frauen und einen Bewunderer; und der Akademische Rat der Hochschule will es entfernen lassen.

Denn: nach langer Beratung kam das Gremium zu dem Schluss, es (das Gedicht) sei sexistisch – oder so etwas ähnliches, denn um dieses Wort wird im Text der Entschließung ein Riesenbogen gemacht. Lieber spricht man von einer Renovierung mit Neuanstrich der Fassade, gerade sechs Jahre nach der Applikation der acht bejahrten dichterischen Zeilen und nachdem der örtliche Asta volle vier Jahre zum Anstoßnehmen brauchte.

Der arme Poet! Jetzt barmt er über einen „Eingriff in die Freiheit der Kunst und Poesie“ und erwägt „rechtliche Schritte“. Aber was will er denn eigentlich noch? Abgesehen von der Uncoolness: mehr öffentliche Wahrnehmung wird einem Lyriker in den nächsten hundert Jahren nicht mehr zuteilwerden. Eine bequeme Position eigentlich, der undankbaren Hochschule gegenüber mit dem im Kunstbetrieb üblichen Aplomb  ein unmoralisches, aber spaßiges Angebot zur geringfügigen Umschaffung des ungeliebten Wandschmucks zu machen, zum Beispiel so:

Statt Blumen und Frauen: Autos und Bier, das hätte ohnehin bestechende Vorzüge. Männern erspart es Prioritätskonflikte, und Frauen dürfen sich ihrer Vorurteile gegenüber Männern versichern. So haben alle, was sie brauchen (und verdienen). Und die Hochschule spart sich einen Haufen Knete für Malerarbeiten und womöglich sogar Honorare an die Lyrikerin Barbara Köhler, die nun stattdessen die nämliche Wand bedichten soll.

Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW03, 2018)

21. Januar 2018 10 Kommentare

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Aus politischen Diskussionen halten wir uns ganz gerne heraus, zumindest aus parteipolitischen Aspekten. Allerdings ist Aufklärung nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein politisches Thema. Wenn Gesundheitsministerinnen auf Scheinmedizin setzen, wissenschaftliche Beraterstellen gestrichen werden, wenn eine Umweltministerin aus ideologischen Gründen wissenschaftliche Ergebnisse ignoriert und auch wenn Glaubensgemeinschaften mit Steuergeldern gefördert werden, ist es wichtig, auf politischer Ebene zu handeln, Einfluss auszuüben, wo es möglich ist und bei Wahlentscheidungen genau zu prüfen, ob Kandidaten oder Parteien auf dem Boden der Realität stehen und entsprechend handeln oder populistische und irrationale Positionen vertreten. Wenn sich Skeptiker also  politisch äußern, sind sie deswegen keineswegs von irgendwem gekauft, sondern vetreten Interessen, von denen sie überzeugt sind, dass sie gesellschaftliche und eben auch politische Vorteile bringen: Aufklärung, Wissenschaftlichkeit und Realismus. Diesem Thema widmen wir diese Woche einige Links in unserer Sammlung und würden uns freuen, selbige auch aus politischer Sicht diskutiert zu sehen. Mehr…

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW02, 2018)

14. Januar 2018 5 Kommentare

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Kontroversen sind angstrengend, führen aber oft zu neuen Erkenntnissen. Selbst nach 10 Jahren wird bei Psiram noch gelegentlich gestritten. Wird dabei auf die Einhaltung einiger Regeln geachtet und die Sachebene nicht verlassen, steht im besten Fall am Ende ein Erkenntnisgewinn für alle Beteiligten. Neue Erkenntnisse entstehen aber auch, wenn neue Teilnehmer in eine Diskussion eintreten.

Deshalb freuen wir uns immer über neue Gesichter im Forum und unser Aufruf lautet:

Schaut euch im Forum um und gebt euern Senf dazu! Dort wird geflachst, doziert, kritisiert, behauptet und bestritten. Wenn es etwas gibt, das einen bewegt, worüber man aber noch nicht mit sich im Reinen ist: vielleicht findet sich ja ein Board oder ein Faden, in den es passt, oder man legt einfach selber einen Faden an. Dann gibt es entweder eine Diskussion – oder auch nicht; das lässt sich nicht immer voraussehen. Unsere Wiki-Autoren lesen da mit und nehmen Anregungen auf.

Auch im Blog sind Diskussionen gerne gesehen, wozu unsere wöchentliche Linksammlung Anlass geben möge.

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