Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW41, 2017)

15. Oktober 2017 1 Kommentar

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Vergangene Woche erschien bei Zeit Online ein Artikel von Natalie Grams und Nikil Mukerji, in welchem die häufigsten Denkfehler beim Thema Homöopathie analysiert wurden. Ausnahmsweise lohnt sich hier ein Blick in die Kommentar-Abteilung.  Natürlich tauchten die üblichen „Mir hat es aber geholfen“-Sprüche auf (wenngleich im Artikel genau erklärt wurde, warum das kein Argument ist), diese wurden aber schnell und kompetent mit sachlichen Erwiderungen gekontert. Im besten Fall sind das erste Anzeichen, dass die intensive Aufklärungsarbeit der letzten zwei Jahre, speziell vom Informationsnetzwerk Homöopathie, erste Früchte trägt oder mehr Menschen versuchen, sorgfältig zu argumentieren. Grundlagen für korrekte und wirksame Argumentation finden sich unter anderem im Podcast der Schweizer Skeptiker und beim Skeptik-Kabinett aus Österreich. Außerdem eine echte Empfehlung: Der Zeit-Podcast gibt einen Einblick in die Denkstruktur von Chemtrail-Gläubigen und zeigt, was bei einer Konfrontation zwischen Chemmies und Wissenschaftlern passiert.

 


 

Gesundheit und Medizin

 

Zeit Online: Alternativmedizin: Soll erst mal jemand beweisen, dass es nicht hilft…

Viele Deutsche schwören auf ihre Heilkraft, immer mehr Krankenkassen zahlen für Globuli und homöopathische Tropfen. Doch hinter der Erfolgsgeschichte der Homöopathie stecken vor allem logische Fehlschlüsse und systematische Verzerrungen im Denken. Und vor denen ist niemand gefeit. Wir alle erliegen ihnen hin und wieder. Gerade in der Homöopathie halten sich Scheinargumente, die auf Denkfehlern fußen, hartnäckig. Vermutlich weil das Image einer sanften und natürlichen Heilung sehr anziehend wirkt und viele diesem Versprechen glauben möchten. Im Folgenden entkräften wir die gängigsten Argumente der Homöopathie-Befürworter.

 

Stern: Verbraucherschützer verreißen „Veluvia“ – so äußern sich die Gründer

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt nicht nur ausdrücklich vor dem Nahrungsergänzungsmittel Veluvia, sondern auch vor den Produkten aus „Die Höhle der Löwen“ allgemein: „Für uns ist die TV-Show auf VOX die ‚Butterfahrt‘ des digitalen Zeitalters. Verbrauchern werden subtil und mit viel Tamtam überteuerte und häufig nutzlose Produkte angedreht. Fallen Sie nicht darauf herein!“

 

Verbraucherzentrale Hamburg: Veluvia: Was steckt drin und dahinter?

Die Nahrungsergänzungsmittel Veluvia aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auf VOX begegnen einem zurzeit allerorten. Ein Coup für die Investoren und die Firma. Wir fragen uns warum die Produkte gerade so gehypt werden, denn die Versprechungen sind vage und wissenschaftlich nicht belegt.

Die Nahrungsergänzungen von Veluvia schwimmen mit auf der Erfolgswelle der „Superfoods“. Die Mittelchen in schicken Verpackungen tragen Namen wie „Detox“ oder „Immun“ und versprechen Verbrauchern gesundheitliche Vorteile – „in allen Lebenslagen“. Doch was steckt drin und dahinter? Wir haben uns das Produkt Veluvia „Green“ näher angeschaut und ein bisschen gerechnet.

 

Allgemeine Zeitung: Mehr Sicherheit für die Patienten

MAINZ – Die Debatte um die Zukunft des Heilpraktikerberufs hat den rheinland-pfälzischen Landtag erreicht: Die FDP-Fraktion hat sich im Gesundheitsausschuss für eine Reform des aus dem Jahr 1939 stammenden Heilpraktikerrechts ausgesprochen – darin wird sie von Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) unterstützt.

 

The Risk-Monger: Greed, Lies and Glyphosate: The Portier Papers

This is an exposé of how one scientist, Christopher Portier, is bringing down the reputation of science, scientific regulatory advice and a WHO agency. It calls to question the funding, transparency and motivation of the anti-glyphosate campaigners, the role of IARC in the American anti-corporate litigation practices, and the quality of the scientists who engage with them. It demonstrates how the entire campaign against glyphosate has been built on greed and deceit.

 

Ars Technica: Study claims vaccines-autism link; scientists find fake data, have rage stroke

A recent study linking a component of vaccines to signs of autism in mice is set for retraction after scientists thoroughly demolished the study’s design, methods, and analysis—and then, for good measure, spotted faked data.

The original study, led by Christopher Shaw and Lucija Tomljenovic of the University of British Columbia, suggested that aluminum in vaccines can alter immune responses and trigger the development of autism. (Aluminum adjuvants are used in some vaccines to boost protective immune responses.) The study is just the latest in a long line of publications from the researchers who appear unwavering in their effort to reveal supposed neurotoxic effects of aluminum in vaccines even though dozens of studies have found no evidence of such toxicity.

 

SZ.de: Beim Cannabis-Gesetz ist einiges schiefgegangen

Seit März darf jeder Arzt in Deutschland Cannabis verschreiben, die Kassen müssen die Kosten übernehmen. Doch selbst in einer Großstadt wie München ist es nicht leicht, einen Arzt zu finden, der öffentlich dazu steht, dass er dies tut. Es gibt Ärzte, die sagen: „Bei zwei Cannabispatienten ist Schluss!“ Man stelle sich einen Arzt vor, der sagt: „Mehr als zwei Patienten verschreibe ich kein Antibiotikum“. Und es gibt noch viel mehr Ärzte, die grundsätzlich niemandem Cannabis verordnen.

 


 

Wissen und Forschung

 

Der Blog der großen Fragen: New Age in der Physik (I)

Doch im neuen Jahrtausend führen neue Versuchungen auch zu neuen Versuchen die Physik zu esoterisieren – wenn auch aus einer ganz anderen Richtung und aus völlig anderen Motiven. Die Protagonisten des „neuen New Age“ der Physik kommen aus dem Zentrum der Forschung und könnten daher dieses Mal mehr Erfolg haben. Es sind vor allem theoretische Physiker und Kosmologen wie Stephen Hawking und Max Tegmark, die der „Bewegung“ anhängen.

 

Skeptik Kabinett: Episode #19: Alfred Nobel. Nobelpreise 2017. Irrtümer.

Der Podcast Skeptik Kabinett widmet sich der Förderung des kritischen Denkens und setzt sich für ein öffentliches Verständnis der Wissenschaft ein.

 

Skeptiker Schweiz: skeptisCH – Folge 64: False Memories

Ein Leben ohne Erinnerungen wäre unvorstellbar. Erinnerungen prägen unsere Identität, liefern Gesprächsstoff im Alltag und leiten unsere Handlungen. Leider sind unsere Erinnerungen kein perfektes Abbild der Vergangenheit. So wichtig Erinnerungen sind, so fehleranfällig können sie sein. Manchmal “erinnern” wir uns sogar an Dinge, die gar nie stattgefunden haben. In Folge 64 von skeptisCH besprechen Marko und Tobi, weswegen Erinnerungen so fehleranfällig sind, wie dies zu komplett falschen Erinnerungen führen kann, und wie dies unseren Alltag betrifft.

 

Novo-Argumente: Was ist heute Gentechnik?

Hier wird jetzt die verquaste Art der Argumentation der Ökoszene deutlich: Da die spontanen oder klassisch mit ionisierenden Strahlen oder bestimmten Chemikalien induzierten Mutationen zufällig und ungerichtet erfolgten, gelten diese als „natürlich“ und somit auch als „sicher“. Wenn aber der gestaltende Wissenschaftler, der sich etwa aus der Kenntnis, welche Genvariante die wilde Verwandte einer Kulturpflanze gegen einen Schaderreger resistent macht, sich diese Kenntnis durch die entsprechend gezielte genetische Veränderung bei der Kulturpflanze zunutze macht, muss dies – weil ja gezielt und nach deren Verständnis somit „unnatürlich“ – einer besonderen Regulierung oder gar einem Verbot unterliegen.

 

scinexx.de: Pocken-Impfstoff: Doch keine Kuhviren?

Neue Erkenntnisse über den Ursprung des wohl erfolgreichsten Vakzins
Rätselhafter Ursprung: Die ersten modernen Pockenimpfstoffe enthielten das Kuhpockenvirus – so zumindest dachte man lange Zeit. Die Analyse einer historischen Probe aus dem Jahr 1902 offenbart nun jedoch: Auch Pferdepocken-Erreger wurden offenbar für frühe Vakzine verwendet. Diese Erkenntnis liefert nun neue Einblicke in die Ursprünge eines der erfolgreichsten Impfstoffe der Welt – und könnte Forschern künftig helfen, die Geschichte dieses millionenfachen Lebensretters besser nachzuvollziehen.

 


 

Gesellschaft, Politik und Religion

 

Gesundheits-Check (scienceblogs.de): Glyphosat, Monsanto und das BfR – noch eine Anmerkung vom Spielfeldrand

Mit dem Auslaufen der vorläufigen Verlängerung der Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat hat die Debatte erwartungsgemäß an Schärfe zugenommen. Zuletzt ist der schon länger schwelende Streit um die Bewertungsprozeduren des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) eskaliert, hier auf Gesundheits-Check haben wir das ein Stück weit verfolgt und versucht, das Ganze zu verstehen. Die Sachlage in diesem Punkt stellt sich demnach wie folgt dar:

 

mdr.de: Landgericht Halle Mord-Prozess gegen „Reichsbürger“ eröffnet

Am Landgericht Halle hat am Montag der Prozess gegen den mutmaßlichen Reichsbürger Adrian Ursache begonnen. Der ehemalige „Mister Germany“ ist wegen versuchten Mordes an einem Polizisten angeklagt. Zum Prozessauftakt wies Ursache alle Vorwürfe zurück und bezeichnete sich als „politischen Gefangenen“. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten dagegen vor, den Tod eines Polizisten in Kauf genommen zu haben.

 

GWUP-Blog: „Die wollen uns umbringen“: Chemtrail-Gläubige öffnen Zeit-Redakteur die Augen

Der Zeit-Redakteur Alard von Kittlitz bringt zwei Chemtrail-Gläubige mit dem Physiker Prof. Joachim Curtius (Experimentelle Atmosphärenforschung, Institut für Atmosphäre und Umwelt an der Goethe-Universität Frankfurt) und dem Triebwerksingenieur Dr. Jörg Sieber (MTU Aero Engines GmbH) zusammen.

 

IDW-Online: Lyssenkoismus in Russland: Ein Zombie kehrt zurück

Ideengeber des nach ihm benannten Lyssenkoismus war der sowjetische Agrarwissenschaftler Trofim Denissowitsch Lyssenko (1898-1976), dessen Stern unter Josef Stalin aufging. Lyssenko behauptete, die Eigenschaften von Pflanzen würden durch die Umweltbedingungen bestimmt werden. Er ignorierte die Erkenntnisse zur Genetik und fälschte nachweislich Forschungsergebnisse. „Der Lyssenkoismus forderte zahlreiche Todesopfer in der Stalinzeit“, sagt Uwe Hoßfeld. Darunter sei der renommierte Botaniker Nikolai Iwanowitsch Wawilow gewesen, der 1943 im Gefängnis in Saratow verhungerte. Außerdem sei es im Zuge des Lyssenkoismus trotz staatlicher Propaganda zu Missernten und Hungersnöten gekommen. Erst nach Chruschtschow verlor Lyssenko seine leitende Position und seinen Einfluss.

 

Science: Uganda removes key hurdle to GM crops

Uganda has carried out preliminary studies, including confined field trials, on several engineered crops: bananas resistant to xanthomonas wilt, a lethal infection that is spreading in Africa, cassavas resistant to cassava brown streak disease—a viral scourge that has hit East Africa especially hard—and Water Efficient Maize for Africa, a variety developed by the International Maize and Wheat Improvement Center that is being field tested in several African countries.

 

SZ.de: US-Kongress untersucht Psycho-Tricks in Trumps Wahlkampf

Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses prüft, welche Rolle die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica bei der Wahl Donald Trumps gespielt hat. Es geht um den Vorwurf, die Wahl manipuliert und dabei möglicherweise sogar mit einem ausländischen Staat kooperiert zu haben. Das berichtet die Website Daily Beast. Das Unternehmen bestätigte ihr, dass es dem Kongress Dokumente übergeben habe.

 

Schillipaeppa: Portier Papers

Weitz and Luxenberg vertritt zurzeit zusammen mit der Kanzlei Lundy, Lundy, Soileau & South Kläger bei einem Schadenersatzklage gegen Monsanto. Ausgerechnet aus Gerichtsunterlagen aus diesem Verfahren geht hervor, dass mit Christopher Portier ein prominenter Glyphosat-Gegner seit dem 29. März 2015 bei diesen beiden Firmen als Berater für genau diesen Prozess gegen Monsanto unter Vertrag steht. Das Pikante: Portier hat bei all seinen öffentlichen Auftritten – zuletzt am vergangenen Dienstag im Europaparlament – nichts von diesem Engagement verlauten lassen.

 

Man glaubt es nicht: Martin Luther und die Schnullernazis

Endlich ist es da, das 500. Reformationsjubiläum, das Lutherjahr, Höhepunkt der Lutherdekade, ausgerufen von der Evangelischen Kirche in Deutschland, und bezahlt vom Steuerzahler mit einer flockigen Viertelmilliarde Euro. Überall wird er gefeiert, der „Star des ersten Medienzeitalters“, „Menschenfreund“ und „Sprachgenie“ Martin Luther, ganz volkstümlich und inklusive Luther-Socken und Luther-Playmobilfiguren. Moment mal! — War Luther nicht ein widerlicher Antisemit, ein Frauenhasser, der vor der Obrigkeit buckelte und einfache Leute beschimpfte? Wissen viele Leute vielleicht gar nicht, wen sie da so frenetisch feiern?

 


 

Psiram

 

Aus dem Blog-Archiv (01/2017): Trump ernennt Impfgegner zum Impfforscher

Mehrere US-Medien melden:

Der Impfgegner Robert F. Kennedy Jr. sagt, er werde den Vorsitz einer Impfkommission für den zukünftigen Präsidenten Donald Trump übernehmen.

Der kommende Präsident Donald Trump hat den Impfskeptiker Robert F. Kennedy Jr gebeten, den Vorsitz einer „Kommission zur Impfsicherheit und zur wissenschaftlichen Integrität“ zu übernehmen, sagte Kennedy zu Reportern nach einem Treffen im Trump Tower am Dienstag.
Politico.com

 

Neu im Psiram-Wiki:

Eingekochtes Wasser
Kerstin Rosenberg
Nikolai Levashov
Frank Stoner

 


 

Video der Woche

 

TheSimpleGeography

Warum gibt es Jahreszeiten auf der Erde? Wie entstehen Frühling, Sommer, Herbst und Winter? Was hat das ganze mit der Erdrotation und unserer Tageszeit zu tun? Und wieso ist es in unterschiedlichen Regionen am Wendekreis entlang unterschiedlich lang hell und dunkel?

Direktlink: https://www.youtube.com/watch?v=_EJv6c4ogQE

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW40, 2017)

8. Oktober 2017 8 Kommentare

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Nach jeder Katastrophe, jedem Terroranschlag und jedem anderweitigem Unglück sind sie zur Stelle: Verschwörungsgläubige, die ihre alternativen Erklärungen im Netz präsentieren, frei von Fakten, ohne ordentliche Recherche aber mit viel Meinung. Und sie finden immer ein Publikum, das ihre Spekulationen gerne glaubt, verbreitet und weiterspinnt. Für soziale Netzwerke ist das eine echte Herausforderung, denn schnell erschallen die „Zensur“-Rufe, wenn offensichtlich unsinnige Inhalte gelöscht werden. Mit diesem Thema beschäftigen sich diese Woche mehrere Artikel unserer Linksammlung und PsychCentral beleuchtet die psychologischen Hintergründe dieser Verschwörungsgläubigkeit.
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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW39, 2017)

1. Oktober 2017 2 Kommentare

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Geht es um kontroverse medizinische Themen, wird oft und gerne der „mündige Patient“ heraufbeschworen, der selbst für seine Entscheidungen verantwortlich ist und die freie Wahl hat, ob er sich einer wirksamen Behandlung unterzieht oder lieber einem Scharlatan vertraut. Mündigkeit setzt allerdings die Kenntnis der vorhandenen Optionen sowie ein gewisses Grundwissen über deren Funktionsweise voraus. Deshalb ist Aufklärung wichtig, auch wenn diese nur selten geeignet ist, eine nachweislich irrige Überzeugung zu korrigieren, wie gerade eine aktuelle Meta-Analyse zeigt.  Wir versuchen weiterhin, Fakten zu sammeln und vor unlauteren Angeboten zu warnen, wozu auch diese Woche wieder unsere Linksammlung beitragen soll.
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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW38, 2017)

24. September 2017 1 Kommentar

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Unsere wöchentliche Linksammlung enthält gewöhnlich Hinweise auf Artikel, die im Laufe der Woche in Online-Medien wie Zeitungs- und Magazinseiten, Fachportalen, Blogs sowie in unserem Forum erschienen sind und zu unseren Kernthemen passen. Gelegentlich werden diese Artikel kontrovers diskutiert, was uns immer freut, denn so entstehen neue Sichtweisen und Anregungen, sich mit einem Thema näher zu beschäftigen. Allerdings besteht auch immer die Gefahr, nur Artikel aus der skeptischen Filterblase zu sammeln. Deshalb freuen wir uns über Ergänzungen unserer Leser. Vorschläge für den Wochenrückblick nehmen wir gerne im Forum, in den Blog-Kommentaren, per Facebook oder Twitter entgegen.
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Drei Podcasts aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die klüger machen: Skeptik-Kabinett, Nachgefragt-Podcast, SkeptisCH

23. September 2017 Keine Kommentare

Podcasts sind ein großartiges Medium: Unterhaltsam, lehrreich und bestens geeignet, um sie nebenher anzuhören. Wir möchten heute drei relativ junge Podcasts vorstellen, die sich mit Wissenschaft und kritischem Denken beschäftigen.
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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW37, 2017)

17. September 2017 Keine Kommentare

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Für alle, denen wissenschaftlich-kritisches Denken und Aufklärung am Herzen liegen, ist die kommende Bundestagswahl in Deutschland ein Anlass, die antretenden Parteien genauer unter die Lupe zu nehmen: Wird Wissenschaft und Bildung ausreichend thematisiert und gefördert? Welche Rolle spielt Rationalität in der Politik? Wird Glaube und Religion als Privatsache oder politisches Instrument betrachtet? Parteiprogramme, Abstimmungsverhalten in der Vergangenheit und diverse Online-Wahlhilfen geben Aufschluss und sollen bei der Entscheidungsfindung helfen, so auch die Seite „Science-O-Mat“ in dieser Linksammlung. Natürlich haben wir auch wieder viele interessante Inhalte aus anderen Themenbereichen gesammelt und freuen uns auf anregende Diskussionen.
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Mittelalter-Flacherde reloaded

16. September 2017 10 Kommentare

A Newtonian might put it this way:
for every myth there is an equal and opposite myth.
– Noah J. Efron

Kürzlich haben wir im Blog versucht, über die Entlarvung des Mythos, das Mittelalter habe an die Erde als eine Scheibe geglaubt, zu berichten (hier). Wir hatten einen einzigen Kommentar:

Hä?

Da sind wir ein wenig in uns gegangen und zu dem Schluss gekommen, dass wir wohl etwas zu komprimiert und sprunghaft in unserem Text gewesen sind. Diejenigen, die mit der Materie bisher nicht so befasst waren (sicher 99,9% unserer Leser; so wichtig ist die Angelegenheit schließlich nicht), lässt unser Blogbeitrag ratlos zurück. Wir wollen deshalb noch ein wenig Kontext liefern, einen etwas größeren Rahmen aufspannen und bei dieser Gelegenheit einige weitere, charakteristische Details beitragen.

Man weiß, dass Galilei von der katholischen Kirche verurteilt wurde, weil er die Erde aus dem Mittelpunkt des Universums geworfen hatte [1]. Man weiß: Kolumbus hat mit seiner Entdeckung Amerikas bewiesen, dass die Erde rund ist. So steht es in den Schulbüchern; auch jetzt noch [2]. Letztere Behauptung ist jedoch so unzulässig verkürzt, dass sie geradezu falsch ist, was eigentlich seit längerem [3] klargestellt sein sollte. Im 15. Jahrhundert war die Erde längst rund; theologische Bedenken über die Gestalt der Erde spielten bei der Reise des Kolumbus nur eine untergeordnete Rolle, wenn es auch plausibel ist, dass sie eine Rolle spielten [4].

Auftritt Jeffrey Burton Russell

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Nachtrag zu: Werner Rügemer und die „jüdischen Aufsteiger“

11. September 2017 3 Kommentare

Anfang August dieses Jahres haben wir uns schon einmal mit der verschroben antisemitischen Weltsicht des Werner Rügemer befasst.

Dabei bemühten wir uns um Sachlichkeit. Jede Aussage wurde im Zweifel stets zugunsten Rügemers ausgelegt; der Vorwurf des Antisemitismus wurde nur erhoben, wenn er einwandfrei belegbar ist.

Inzwischen liegt uns ein aber ein Gerichtsurteil (*) vor, nach dessen Lektüre wir einräumen müssen, ihn zu wohlwollend kommentiert zu haben.

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW36, 2017)

10. September 2017 Keine Kommentare

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Das „Münsteraner Memorandum“ zur Reformierung des Heilpraktiker-Gesetzes ist nun schon seit drei Wochen öffentlich und wir warten weiterhin gespannt auf das erste inhaltlich begründete Gegenargument. Zeit Online hat derweil einige typische Reaktionen gesammelt und wir haben eine kleine Argumentationshilfe bereitgestellt. Bei Spektrum findet sich eine Analyse der Homöopathie, die keine Wünsche offen lässt. Außerdem wurde diese Woche über Pseudowissenschaft, Extremismus, Magisches Denken und vieles mehr diskutiert. Unsere kleine Linksammlung soll wie immer die Artikel-Auswahl erleichtern und zum Weiterdenken anregen.
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Verzweifelt gesucht: Argumente pro Heilpraktiker

4. September 2017 93 Kommentare

Ende August veröffentlichte eine Gruppe von Wissenschaftlern, Medizinern und Journalisten das „Münsteraner Memorandum Heilpraktiker“ mit dem Ziel, die Politik zum Umdenken bei der Heilpraktiker-Zulassung zu bewegen (wir berichteten). Seitdem wird darüber viel diskutiert, gestritten, polemisiert, nicht selten mit heftigen persönlichen Angriffen.

Was ist da passiert? Ein kurzer Rückblick:

Zunächst wird im Memorandum der Status Quo des Heilpraktikergesetzes von 1939 erläutert:

Durch die staatliche Anerkennung von Heilpraktikern als „Heilkunde” Ausübende und durch die gesetzlich fixierte Berufsbezeichnung „Heilpraktiker” (vgl. Heilpraktikergesetz §1) wird Patienten suggeriert, es handle sich um staatlich geprüfte Heiler, die im Grunde äquivalent zu Ärzten ausgebildet seien und deren Kenntnisse sich zudem – anders als die vieler Ärzte – nicht auf ein oder zwei Fachgebiete beschränkten. Dies wäre jedoch ein klarer Fehlschluss: Medizinstudenten durchlaufen ein der Wissenschaftlichkeit verpflichtetes Studium, an dessen Ende eine staatliche Prüfung steht. Heilpraktiker haben demgegenüber nur eine einzige Prüfung zu bestehen, in der sie nachweisen müssen, dass sie sich bestimmter Grenzen ihres Kompetenzbereichs bewusst sind, etwa bei der Behandlung von Infektionskrankheiten. Darüber hinaus gibt es keine staatlich regulierte Ausbildung.

Weiterhin enthält das Memorandum eine kurze Beschreibung der Arzt-Ausbildung und stellt dieser die Voraussetzungen für den Erwerb der Heilpraktiker-Zulassung gegenüber.

Im weiteren Verlauf werden Bedenken geäußert, welche die Wahrnehmung und Stellung des Heilpraktikerwesens im Gesundheitssystem betreffen:

Gerade wegen der in Deutschland in nahezu allen Bereichen üblichen und erwartbar hohen Qualitätsstandards gehen Menschen hierzulande davon aus, dass solche Standards alle wichtigen Lebensbereiche regulieren – also auch die Gesundheitsversorgung durch Heilpraktiker. Umso größer ist die Gefährdung durch das unkontrollierte Feld des Heilpraktikerwesens.

Als Fazit werden zwei Lösungsvorschläge angeboten, um eine möglichst sichere Versorgung mit gesundheitsbezogenen Dienstleistungen zu erreichen: Einerseits die Streichung des Heilpraktiker-Berufes, alternativ eine Regulierung der Ausbildung und der Tätigkeitsbereiche, die den strengen Anforderungen in anderen Gesundheitsberufen entspricht.

Dass dieses Memorandum von vielen Heilpraktikern als persönlicher Angriff gewertet wird, ist nachvollziehbar, geht es doch in vielen Fällen um die Existenz, um den Verlust der Früchte jahrelanger harter Arbeit und nicht zuletzt um die Reputation als „so etwas ähnliches wie Arzt“. Mehr…