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Der ursprüngliche politische Kontext der Waldorf-Bewegung

Die Diskussion des politischen Kontexts der frühen Waldorf-Bewegung hat einige wichtige Fragen aufgeworfen. Wie mehrere Listenteilnehmer richtig aufzeigten, war dieser Kontext nicht der Nazismus; die Nazis kamen erst acht Jahre nach Steiners Tod an die Macht. Tatsächlich verbindet sich der reale historische Kontext direkt mit dem vorigen Austausch über anthroposophische Einstellungen zur Demokratie.

In dem Ausmaß, wie sich die frühe Waldorf-Bewegung vor einer politischen Aufsicht fürchtete, befürchtete sie die demokratische Politik, nicht aber die nationalsozialistische Politik. Die Aufzeichnungen der frühen Waldorf-Geschichte spiegelt mehr oder weniger das Gegenteil dessen wider, was Stephen eingangs vermutete: Die Führer der Waldorf-Bewegung waren häufig gegenüber der demokratischen Weimarer Republik feindlich eingestellt, die ein Gegner des Nazismus war, während dieselben Waldorf-Führer dem Nazi-Regime in seinen frühen Jahren oft bemerkenswerte Sympathien entgegen brachten.

Die erste Waldorf-Schule wurde 1919 gegründet, unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, gerade als die allererste Demokratie Deutschlands ihre ersten Schritte unternahm. Dieser Zeitraum von 1918 bis 1933 wird als Weimarer Republik bezeichnet. Die Weimarer Republik ersetzte den autoritären Staat des Deutschen Reiches, der am Ende des Ersten Weltkrieges zusammengebrochen war. Das demokratische System der Weimarer Zeit wurde von Gegnern des Nazismus errichtet und repräsentierte alles, was die Nazis verachteten.

Die Gründer der Waldorf-Bewegung hatten es auch nicht gerade ins Herz geschlossen. Einige betrachteten die Demokratie als undeutsche Verirrung, die Deutschland von seinen Feinden aufgezwungen wurde. Steiner war der Ansicht, dass Demokratie sowohl im Bereich der Ökonomie wie auch in der kulturell-spirituellen Sphäre unangebracht sei und ihm zufolge gehörten Schulen in die letztere Kategorie. Andere Gründungsväter der ersten Waldorfschule wie z.B. E. A. Karl Stockmeyer opponierten von Anfang an gegen die neue deutsche Demokratie. In einer Broschüre aus dem Dezember 1918 rief Stockmeyer zur Errichtung eines antidemokratischen völkischen Staates in Deutschland auf, anstatt sich der „uns vom Westen aufgezwungenen Demokratie zu beugen“ (Stockmeyer, Vom deutschen Volksstaat und von der deutschen Erziehung, 14).

Die Weimarer Funktionäre quittierten diese offene Feindseligkeit gelegentlich mit einer bemerkenswerten Nachsicht gegenüber der Waldorf-Bewegung. Die Gründung der ersten Waldorfschule 1919 war bedingt durch ein ungewöhnlich vorteilhaftes bürokratisches Umfeld in den frühen Zeiten der Weimarer Republik, als die staatlichen Schulbehörden mehrere Ausnahmen für Waldorf zuließen. Leser mit Deutschkenntnissen können eine detaillierte Beschreibung dieser Abläufe bei Helmut Zander, Anthroposophie in Deutschland: Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884-1945 (Göttingen 2007), 1368-69 und 1376-77 finden.

Es gab mehrere Gründe für die weit verbreitete anthroposophische Feindschaft gegen die Weimarer Demokratie. Anstelle eines demokratischen Gesellschaftssystems erstrebten viele Anthroposophen in den 1920er Jahren eine „geistige Revolution“ in Deutschland, um die Welt zu heilen. Die Anthroposophen glaubten, dass diese geistige Revolution nicht durch rein politische Mittel erreicht werden könnte, insbesondere nicht unter den Bedingungen der Weimarer Republik, die sie als Verkörperung des Materialismus sahen. Ihrer Meinung nach war die Weimarer Demokratie zu rational und nicht mystisch genug. Viele Anthroposophen hielten sich von der politischen Sphäre fern und sahen sie als erniedrigende und korrupte Ablenkung, die sich mit ihrem Konzept der spirituellen Aristokratie unweigerlich im Konflikt befinden musste. (Diejenigen Anthroposophen, die während der Weimarer Zeit feststellbare politische Mitgliedschaften hatten, waren häufig genug auf der Rechten und daher gegenüber der Weimarer Demokratie gleich in doppelter Hinsicht feindlich eingestellt.) Öffentliche anthroposophische Erklärungen stellten üblicherweise eine nachdrückliche, aber politisch nicht definierte Bestätigung der Mission des deutschen Geistes in den Mittelpunkt. Vor dem Entstehen des Nazi-Regimes schlugen Steiners Anhänger eine spirituelle Neugeburt Deutschlands vor, eine Vision, die größtenteils schwer fassbar und verworren blieb.

Trotz ihrer allgemeinen Zurückhaltung gegenüber der Politik waren die Entscheidungen der frühen Waldorf-Bewegung ihrerseits in die politische Geschichte eingebettet. Es hilft beim Verständnis dieser Entscheidungen – und trägt damit auch zum besseren Verständnis der Waldorf-Geschichte bei -, wenn wir uns einen besseren Einblick darin verschaffen, was der historische und politische Kontext zu bestimmten Zeitpunkten war. Aus dieser Perspektive wirft der allgemeine Trend bei Waldorfern und Anthroposophen, die gerade in den Kinderschuhen steckende Weimarer Demokratie in Deutschland zu verunglimpfen, kein Glanzlicht auf die Waldorf-Bewegung.

Dieser Hintergrund sowie die ausgesprochene Orientierung der Anthroposophie auf nationale deutsche Werte hilft zu erklären, warum viele Waldorf-Gründer und andere Anthroposophen den demokratischen Institutionen und der Weimarer Republik feindlich gegenüberstanden, aber auch, warum ein bemerkenswerter Anteil der Anthroposophen die Ankunft des Nazismus 1933 mit einer gewissen Erwartung und Enthusiasmus begrüßten. Nachdem die Nazis 1933 die Weimarer Demokratie zerstört hatten, verurteilten Waldorf-Repräsentanten das Weimarer System in aggressiver Weise und verglichen es negativ mit dem von den Nazis geschaffenen „neuen Deutschland“.

In einem Schreiben an das Nazi-Erziehungsministerium aus dem Jahr 1935 argumentierte z.B. der Vorsitzende der Vereinigung der Waldorfschulen, dass Waldorfschulen keine wirklich privaten Schulen seien, da sie keine Privatinteressen verfolgten, sondern die Interessen der gesamten „nationalen Gemeinschaft“ oder Volksgemeinschaft. Er erläuterte, dass die Waldorfpädagogik ein Segen für ganz Deutschland sei und „für die nationale Stärkung unserer wachsenden Jugend dringend gebraucht“ werde. Er nannte die Weimarer Zeit so verächtlich wie unzutreffend „marxistisch“ und betonte, dass das „neue Deutschland“ unter nationalsozialistischen Auspizien für Waldorf eine lang erwartete Gelegenheit sei, sein wahres Potential zu entfalten. Während der Erfolg der Waldorfschulen in ihrem Bemühen um eine „nationale Stärkung“ vom „engstirnigen bürokratischen Vorgehen im marxistischen Deutschland“ sehr behindert wurde, schrieb er, „möchte ich der Hoffnung und Erwartung Ausdruck verleihen, dass im neuen Deutschland echtes Leben erblühen kann und die Arbeit der Waldorf-Schulen Wohlwollen und Ermutigung findet“ (Vereinigung der Waldorfschulen an das Erziehungsministerium, 9. März 1935).

Eine Vielzahl weiterer Waldorf-Sprecher sahen die Nazizeit ebenfalls als Möglichkeit, als positive Öffnung, als Chance für die anthroposophische Pädagogik, zur Geltung zu kommen: Waldorf sollte die Form der Erziehung werden, die dem deutschen Volk in Deutschlands neu erwachtem Status unter Hitlers Führung angemessen war. Solche Hoffnungen fanden während der gesamten Nazizeit Ausdruck in der Waldorf-Literatur. Eine Meldung aus dem Juni 1933 in der „Erziehungskunst“, der Zeitschrift der Waldorf-Bewegung, kündigte eine Serie öffentlicher Gespräche von Waldorf-Repräsentanten unter dem Titel „Beiträge zur Überwindung des Intellektualismus und Materialismus in Erziehung und Pädagogik“ an. Die Meldung erklärte, dass alle Lehrer im neuen Deutschland „zum Aufbau einer neuen Erziehung beitragen müssen, die auf dem deutschen Geist beruht“ und rühmte, die Waldorfschulen hätten dieses Ziel bereits seit eineinhalb Jahrzehnten verfolgt, um „die materialistischen und intellektualistischen Einstellungen zu überwinden, die in den letzten Jahren einen so verhängnisvollen Einfluss auf die deutschen Schulen hatten“. Da die Waldorfschulen gezeigt hätten, wie eine echte deutsche Erziehung erreicht werden könne, seien sie willens, diese Erfahrung mit anderen Erziehern im „gegenwärtigen Kampf der deutschen Lehrer um neue Wege“ in der Pädagogik zu teilen.

Übereinstimmende Erklärungen lassen sich in allen Waldorf-Veröffentlichungen dieser Zeit finden; siehe z.B. Caroline von Heydebrand, „Wege der Überwindung der materialistischen Weltanschauung durch die Menschenkunde Rudolf Steiners“, Erziehungskunst, Dezember 1933, 493-498, das Waldorflehrer als „Kämpfer gegen den Drachen des Materialismus“ (498) und Bollwerk gegen Intellektualismus und Materialismus beschreibt, die aus dem Westen kommen. Vergleichbare Gedanken erscheinen in einem Rundbrief, den die Kasseler Waldorfschule im März 1934 an Eltern und Freunde der Schule schickte und in dem eine öffentliche Konferenz in diesem Monat angekündigt wird, bei der die Waldorf-Erziehung beworben und bekannt gemacht werden sollte. „Rudolf Steiners Pädagogik, die in stillem Kampf Jahre um ihren Platz gefochten hat, darf nun hoffen, dass ihre Ziele und Erfolge im neuen Deutschland auf größeres Verständnis treffen“. Der Rundbrief fährt fort: „Seit ihrer Gründung haben die Waldorfschulen für eine Erziehungskunst gekämpft, die aus den Quellen des deutschen Volkes kommt, und gegen den westlichen Intellektualismus wie den östlichen Bolschewismus.“

Weitere Äußerungen dieser Art deuten auf eine Sichtweise der Waldorf-Erziehung als potenzielle  Ergänzung zur vom Faschismus verkündeten Wiedergeburt und Erneuerung Deutschlands. Zusätzliche Beispiele finden sich in der Ausgabe des Rundbriefs der Kasseler Waldorfschule vom Januar 1934, der für eine „Erneuerung des deutschen Volkes durch den deutschen Geist“ spricht, um „den Intellektualismus des Westens“ zu besiegen. Andere Waldorf-Dokumente aus der Nazizeit verkünden die Gefolgschaft zum Vaterland, zur Nation, zum deutschen Wesen und selbst zum Nationalsozialismus als Verkörperung und Vehikel der lang erwarteten spirituellen Erneuerung Deutschlands. Während die ausgesprochen deutlichen Fälle von Nazivokabular als mindestens teilweise von taktischen Erwägungen motiviert angesehen werden können, ist die zugrunde liegende nationale Mythologie in völliger Übereinstimmung mit den anthroposophischen Ansichten der historischen und kosmischen Mission des deutschen Geistes vor 1933.

Diese Texte enthüllen oftmals mehr über Waldorf-Haltung zum Faschismus als die äußerlichen Zeichen politischer Gleichschaltung (obwohl diese Symbole wie Hakenkreuzflaggen, Eide, Märsche, Hitlerporträts und so weiter in den deutschen Waldorfschulen nach 1933 mehr Aufmerksamkeit verdienen als sie bisher erhalten haben). Schriftliche Zeugnisse von Waldorf-Anhängern über ihre Einstellung zum Faschismus gab es in verschiedenen Formen, sowohl öffentlich als auch privat, offiziell und informell, und sie beinhalten eine Vielzahl positiver Bekundungen der Vereinbarkeit von Waldorf-Erziehung und Nationalsozialismus.

In einem Brief von 1934 an ein Kontaktbüro der NSDAP, der sich gegen die Aktionen eines mächtigen lokalen Nazibonzen gegen die Stuttgarter Waldorfschule richtet, erklärt ein Parteimitglied und Elternteil der Schule, dass Waldorf-Erziehung von Anfang an genau das verfolgt hat, was die Nationalsozialisten anstreben, und er beharrt darauf, dass der Führer persönlich zugunsten der Schule eingreifen würde, wenn ihm die Situation bekannt wäre. Unter Berufung auf die Beiträge der Waldorfschulen zum „neuen Deutschland“ erklärt der Briefschreiber, dass seine Ansichten von allen Eltern der Waldorfschule geteilt würden. (Adolf Karcher, Stuttgart, an den Verbindungsstab der NSDAP, 16. März 1934)

Vier Jahre später, nachdem örtliche gegen Waldorf eingestellte Beamte es erreichten, dass die Schule geschlossen wurde, unterzeichneten 363 Waldorf-Eltern einen Brief an Hess und Göring mit der Bitte, den Befehl zur Schließung der Schule aufzuheben. Ein Auszug aus dem Brief:

(Eingabe der Elternschaft der Stuttgarter Waldorfschule, 14. März 1938; die 363 Unterzeichner umfassen das gesamte Spektrum der Waldorf-Eltern, darunter Eugen und Margarete Link, Emil Kühn, Erich Schwebsch, Hanns Voith, Erich Gabert, Ernst Bindel, Erwin Schühle, Irma Haas-Berkow, Franz Lippert, Carl Stegmann, Margarita Karutz und Friedrich Kipp.)

Ein ähnlicher Brief von 1936 von 230 Eltern der Waldorfschule in Hamburg-Wandsbek besteht darauf, dass Waldorf-Pädagogik „die Erziehungsprinzipien erfüllt, die vom Führer persönlich aufgestellt“ wurden. Der Brief zitiert mehrere Passagen aus ‘Mein Kampf’, um diese Behauptung zu untermauern.

Waldorf-Sprecher betonten nach 1933 immer wieder das Bekenntnis der Waldorfpädagogik zur „kulturellen Mission der Deutschen“ und distanzierten Waldorf scharf von „internationalen pädagogischen Reformbestrebungen“, wobei sie sich auf die tiefe Verwurzelung der Waldorf-Bewegung im deutschen Volk beriefen. Im März 1935 schickte die Vereinigung der Waldorfschulen ein langatmiges Memorandum an Rudolf Hess, einen der wichtigsten Fürsprecher der Waldorf-Bewegung in der Nazihierarchie. Unter dem Titel „Natur und Aufgaben der Waldorfschulen“ erklärte das Memorandum, dass Waldorf-Schulen „in kleinem Maßstab das verwirklichten, was die Volksgemeinschaft im nationalsozialistischem Staat im Großen anstrebt“. Das Memorandum betonte die besondere Eignung der Waldorfpädagogik, die Schüler zu nationalen Überzeugungen zu erziehen, in dem sie nationale Ideen pflege und die Quintessenz und Pflichten des Deutschtums betone. Waldorf-Erziehung sei in perfekter Übereinstimmung mit den Grundüberzeugungen des nationalsozialistischen Staates, erklärte das Memorandum.

Ein weiteres Dokument der Vereinigung der Waldorf-Schulen von 1935 mit dem Titel „Über die Natur und Methode der Waldorfschulen“ besagte in gleicher Weise, dass Waldorf-Pädagogik darauf abziele, die Schüler so zu erziehen, dass sie sich in die nationale Volksgemeinschaft einfügen, um die Schäden durch die marxistisch-materialistische Ära zu überwinden. Gestützt auf die Tiefen des deutschen Wesens waren die Waldorf-Schulen eifrig dabei, an den gegenwärtigen und zukünftigen nationalen Zielen und Aufgaben des deutschen Volkes mitzuarbeiten. (Vereinigung der Waldorfschulen, 18. November 1935)

Ein Jahr später, 1936, betonte eine Reihe von Texten, die von Waldorfschulen aus ganz Deutschland an das Erziehungsministerium der Nazis geschickt wurden, ähnliche Themen. Die Waldorf-Schule in Hamburg-Wandsbek zum Beispiel rühmte sich, dass die Schule den Materialismus schon immer bekämpft habe und einen eifrigen Kampf für den deutschen Geist gegen den zersetzenden Zeitgeist des Intellektualismus führe. Waldorf biete daher einen erzieherischen Ansatz, den das dritte Reich besonders gutheißen könne.

Hingabe an die Volksgemeinschaft und Feindschaft gegenüber der Weimarer Demokratie beschränkte sich nicht auf die offiziellen Aussagen der Führung der Vereinigung der Waldorfschulen. Ein Essay von 1934, geschrieben vom prominenten Anthroposophen Richard Karutz im Auftrag der Eltern der Stuttgarter Waldorfschule, bietet ein eindringliches Beispiel dafür, was die Waldorf-Anhänger von der neuen politischen Situation in Deutschland hielten. Er bezeichnet die Machtübernahme der Nazis von 1933 als „völkische Erhebung“ und verkündet auf der ersten Seite:

“Die Waldorfschule in Stuttgart wurde im Jahre 1919 in der Zeit des grössten politischen und kulturellen Tiefstandes unseres Volkes als Bollwerk gegen die zersetzenden Mächte des Intellektualismus und Materialismus gegründet. […] Schon in jener Zeit vorherrschender internationaler Strömungen und trotz starker Anfeindungen hat die Schule nicht nur stets deutsches Geistesleben gepflegt, sondern geradezu die ganze Erziehung der Kinder darauf aufgebaut. Die Erfahrungen von 18 Jahren haben bewiesen, dass unsere Kinder durch die Waldorfschule zu tüchtigen, an Leib und Seele gesunden, vollwertigen Mitgliedern der Volksgemeinschaft herangebildet werden. Wir sind daher der Überzeugung, dass die erzieherische Arbeit der Waldorfschule im Rahmen des national-sozialistischen Staates mit Erfolg für den kulturellen Aufbau unseres Volkes fruchtbar gemacht werden kann.” (Eingabe der Elternschaft der Stuttgarter Waldorfschule, 14. März 1938, BArch R4901/2521: 9)

Der Text fährt damit fort zu betonen, dass alle Waldorf-Lehrer der Stuttgarter Schule die gleichen „nationalen Überzeugungen“ teilen würden, eine vereinheitlichte Weltanschauung um die geistig-kulturelle Mission des deutschen Volkes. Als Folge dieses Bekenntnisses und dessen, was Karutz die „autoritären“ Methoden der Waldorfpädagogik nennt, traten viele Waldorf-Absolventen enthusiastisch der Nationalsozialistischen Bewegung bei. Karutz unterstrich die Hingabe der Schule an die Volksgemeinschaft, prahlte mit dem militärischen Hintergrund der Waldorf-Lehrer und zitierte wiederholt Hitler, um die Nähe der Waldorf-Ziele zu den Prämissen des Nationalsozialismus zu belegen. Die Führung der Stuttgarter Waldorfschule unterstützte Karutz Text und verteilte ihn im März 1934 unter ihren Mitgliedern.

Es gibt viele weitere solcher Beispiele. Fast achtzig Jahre später hat die Waldorf-Bewegung diesen Aspekt ihrer Geschichte immer noch nicht bewältigt. Wir warten auf den Tag, an dem sich das ändert.

Auch dieser Artikel stammt von Peter Staudenmaier und wurde bei waldorfcritics auf Englisch erstmals veröffentlicht. Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Übersetzung durch EsoWatch.

 

 

 

 

 

 

 

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  1. Grünspecht
    1. März 2011, 12:43 | #1

    Ähm…..

    1. Die Weimarer Republik war ein versuch eines Demokratischen Staates. Aber weniger autoritär als das deutsche Kaiserreich war Sie keinesfalls. Falls du mir nicht glaubst lies dir die Verfassung der Weimarer Republik durch Insbesondere Artikel 48 ff. Selbst die regierenden hielten nicht viel von dem Versuch (Beispiel: Artikel 48 Weimarer Reichsverfassung:
    “(1) Wenn ein Land die ihm nach der Reichsverfassung oder den Reichsgesetzen obliegenden Pflichten nicht erfüllt, kann der Reichspräsident es dazu mit Hilfe der bewaffneten Macht anhalten.
    (2) Der Reichspräsident kann, wenn im Deutschen Reiche die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gestört oder gefährdet wird, die zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nötigen Maßnahmen treffen, erforderlichenfalls mit Hilfe der bewaffneten Macht einschreiten. Zu diesem Zwecke darf er vorübergehend die in den Artikeln 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 festgesetzten Grundrechte ganz oder zum Teil außer Kraft setzen.
    (3) Von allen gemäß Abs. 1 oder Abs. 2 dieses Artikels getroffenen Maßnahmen hat der Reichspräsident unverzüglich dem Reichstag Kenntnis zu geben. Die Maßnahmen sind auf Verlangen des Reichstags außer Kraft zu setzen.
    (4) Bei Gefahr im Verzuge kann die Landesregierung für ihr Gebiet einstweilige Maßnahmen der in Abs. 2 bezeichneten Art treffen. Die Maßnahmen sind auf Verlangen des Reichspräsidenten oder des Reichstags außer Kraft zu setzen.
    (5) Das Nähere bestimmt ein Reichsgesetz.”

    SEHR demokratisch und letztlich der Artikel der Hitler an die macht gebracht hat.
    Weitere Beispiele für die demokratische Einstellung der regierenden der Weimarer Republik: Preußenschlag unter Kanzler Franz von Papen, Putschversuch desselbigen, Absetzung Schleichers durch Präsident Hindenburg da er letztlich auch meinte “Den kleinen österreichischen gefreiten schon kontrollieren zu können”

    2. Wenn du danach gehst sind auch die meisten Romantischen Autoren der Nazibewegung zugehörig.

    3. Es fehlen generell Belege, die beweisen, das VOR 1933 vond er Waldorfschule antidemokratische Äußerungen gemacht worden sind. Deine Quellen stammen alle von 1933 und später, also von einer Zeit von der man von einer bereits gefolgten Gleichschaltung ausgehen konnte. Zitate von 1933 und später bezeugen nur von einer erfolgreich durchgeführten Gleichschaltung und von porpagandistischer Indoktrination der Eltern.

    4. Deine Beobachtungen lassen den Zeitgeist aus dem Auge. Es wehte zu Zeiten der Wimarer Republik kein demokratischer Wind durch Deutschland. Die demokratie wurde von den meisten als Fehlentwicklung angesehen.

    Das näcshte mal mehr über Geschichte schlau machen bevor man davon schreibt 😉 sowas kann helfen.

  2. Huber
    1. März 2011, 14:38 | #2

    starker Artikel!

    Und die Waldorfbewegung behauptet seit Jahrzehnten, daß Anthroposophen und Waldorfschulen in der Nazi-Diktatur im Widerstand gewesen seien. Zum Beispiel Dorion Weickmann, ZEIT ONLINE, hier:

    http://www.zeit.de/2008/38/Waldorf-Schwarzbuch

    “Dilettant auf Steiners Spuren

    Das »Schwarzbuch Waldorf« von Michael Grandt betreibt brutalstmögliche Aufklärung. Die Fakten bleiben auf der Strecke. Von Dorion Weickmann

    (…) Dass die Waldorfschulen im Nationalsozialismus verboten waren und Anthroposophen in den Konzentrationslagern starben, erfährt der Leser nicht. (…)”

  3. 1. März 2011, 17:02 | #3

    @Grünspecht
    Zu 1.) Autoritär war die Weimarer Republik auch, allerdings zitieren die oben genannten Artikel eine Art der Notstandsgesetzgebung die eben nicht den normalen Alltag darstellen sollen, sondern eine möglichst zu vermeidende Ausnahme. Solche und ähnliche Notstandsverordnungen, in dem kurzfristig Teile der Verfassung ausgesetzt werden, gibt es vielen demokratischen Ländern.

    Die Weimarer Verfassung wurde von vielen Deutschen nicht akzeptiert weil sie (wie auch bei den Anthroposophen) als undeutsch bzw. vom Ausland diktiert aufgefasst wurde.
    In Deutschland wollte man die Verfassung nicht und die Antroposophie hat dazu ideologisch seinen Teil dazu beigetragen (siehe Artikel vorher zur Dreigliederung).

    Der Preussenschlag war ja auch nicht der erste Putsch! Viel interessanter sind diesbezüglich die anderen Putsch(-Versuche) dieser Zeit!
    Beispielsweise in München die Ausrufung des Freistaats, der Räterepublik 1919, die allerdings in Richtung Sozialdemokratie und Sozialismus ausgerichtet war.
    Wesentlich unautoritärer als die Weimarer Republik und damit den damaligen Rechten und Theosophen ein Dorn im Auge!
    Die Münchner Räterepublik wurde durch eine rechtsgerichtete Bewegung, der Thule-Gesellschaft (Bad Aibling) gestürzt, durch die Ermordung von Kurt Eisner, dem bayer. Ministerpräsidenten.
    Die Thule-Gesellschaft speiste sich ähnlich wie die Anthroposophie wieder aus der Theosophie, allerdings in erster Linie aus Ansichten eines Guido von List.
    Die Thule-Gesellschaft spielt dann in Folge eine wichtige Rolle bei der Bildung der NSDAP, der Einbürgerung von Adolph Hitler und später dem Hitler-Putsch in München 1923.
    Hitler war auch theosophisch und okkultistisch orientiert, Impulsgeber dabei allerdings in erster Linie über Lanz von Liebenfels, aber auch List.
    Der Putsch war bekanntlich nicht erfolgreich, Hitler und sein enger Vertrauter Rudolf Hess wurden im Gefängnis Landsberg interniert. Hess war seit jeher Sympathisant der Anthroposophie. Dort ins Landsberg, an dem Ort an dem “Mein Kampf” geschrieben wurden laufen im Grunde alle theosophisch okulten Richtungen zusammen.
    Sie alle haben dieses deutsch-optimierte Rassenmodell der Theosophin Blawatski gemein. Steiner war -bevor er sich mit der Anthroposophie selbstständig machte Leiter der deutschen Abteilung der theosoph. Gesellschaft.
    Die ganze Zeit ist durchdrungen von diesen undemokratischen Theosophie-System, in dem viel vorbestimmt ist, karmisch gesehen wird, die “Vorsehung” der Völker ganz groß geschrieben wird. Im Endeffekt eine esoterisch Rückführung auf ein elitäres Stände und Gottesgnadentum-Denken, kombiniert mit esoterischen Allmachtsphantasien.

    Steiner ist zu dieser Zeit einer von vielen! – Aber er ist der “Dr. Copy and Paste” dieser Zeit, denn in seinen Aufsätzen findet man das Gedankengut sowohl von Liebenfels als auch von List als auch von Blawatzki und vielen anderen wieder.

    Zu 2.) Autoren der Romantik. Durchaus möglich das romatische Ströhmungen in den Nationalsozialismus mündeten. Die Romantik ist immer eine Rückwendung auf das gute alte Vergangene. Das “3. Reich” sah sich in dieser Tradition von Karl den Großen und den Römern.

    Zu 3.) Belege zur antidemokratischen Einstellung vor 33 waren doch in dem Artikel vorher zur Dreigliederung und der esoterischen Ausrichtung. Ausserdem hab ich das hier bei zu 1.) versucht über die historisch ideologischen Zusammenhänge zu bringen.

    Zu 4.) Der Zeitgeist entsprach in vielen Bereichen Rudolf Steiner, deshalb wurde er ja auch als “der Jesus des kleinen Mannes” bezeichnet. Die Theosophie in allen ihren Ausprägungen war Erklärungsmuster für die Umstände der damaligen Zeit.

    Lieber Grünschnabel, “Das nächste mal mehr über Geschichte schlau machen bevor man davon schreibt sowas kann helfen.”
    dito!

  4. 2. März 2011, 21:50 | #4

    Und hier noch ein bißchen was zum exemplarischen anthroposophischen Demokratieverständnis im Oktober 2010:

    http://www.steinerimbrett.wordpress.com/demokrasophie/

  5. Toiletman
    4. März 2011, 06:18 | #5

    Das ist wohl der studierte Politologe in mir aber: Faschismus != Nationalsozialismus.

  6. Andreas Lichte
    6. März 2011, 18:48 | #6

    Der Anthroposoph Michael Eggert verehrt den Faschisten, Rassisten, Antisemiten und Anthroposophen Massimo Scaligero als “Spirituelle Autorität”, z.B. hier:

    “Die Kraft des Lebens”, http://www.egoisten.de/files/kraft_des_lebens.html

    Als Michael Eggert seinen Artikel schrieb, waren ihm die folgenden Texte von Massimo Scaligero bereits bekannt (Texte von Peter Staudenmaier an mich gesandt – Übersetzung von der Italienischen Botschaft durchgesehen):

    ……………………………………..

    Massimo Scaligero, “Coscienza del sangue” in “La Difesa della Razza”, 20. August 1942, S. 4

    Massimo Scaligero, “Bewusstsein des Blutes” in “Die Verteidigung der Rasse”:

    “Wenn eine essentielle Zielsetzung der rassistischen Doktrin [i.e: der Rassen-Lehre] existiert, dann besteht diese notwendigerweise in einer ethisch-wissenschaftlichen Praxis, die die Werte der Rasse richtigstellt, gemäss eines Modells, das nicht erfunden werden muss, sondern das bereits existiert. Dies kann nicht nur durch eine Reihe von Normen der Eugenik und der Gesundheit erreicht werden, sondern auch indem eine rassistische Sensibilität und ein rassistisches Bewusstsein [i.e.: ein Rasse-Bewusstsein] erweckt wird, so dass das Volk nicht passiv die Resultate einer rassistischen Aktion aufnimmt, sondern selbst bewusster Mitwirkender dieser Aktion wird.”

    ……………………………………..

    Massimo Scaligero, “Fronte unico ario” in “La Difesa della Razza”, 20. Februar 1941, S. 22

    Massimo Scaligero, “Arische Einheitsfront” in “Die Verteidigung der Rasse”:

    “Die anti-jüdische Bewegung muss heute richtigerweise eine übernationale Größe erlangen, bis sie zu einem Übereinkommen aller Länder wird. Gerade weil man von einem Ideal der Universalität bewegt [i.e.: angetrieben] ist, das die hierarchischen Differenzierungen nicht abschafft, sondern beibehält und harmonisiert, kann man die Aktion einer ethnisch-kulturellen Gruppe mit internationalistischem Charakter, wie die der jüdischen, nicht zulassen; diese Unzulässigkeit für die Völker erlangt lebende [auch: lebendige] Bedeutung vor allem sobald mit der Konzeption einer neuen arischen Universalität das Erwachen [auch: Wiederaufleben] jenes ethnisch-spirituellen Elementes übereinstimmt, das ursprünglich diesem Ideal der Humanität den Impuls gab. Jetzt ist eine Einheitsfront unentbehrlich, um der Universalität des arischen Ideals ein positives Instrument auf der Ebene des Handelns zu geben, insofern es nicht darum geht, gegen eine Nation zu kämpfen, sondern gegen eine »Internationalität«, die Nation in den Nationen ist, und sich nicht nur unter dem Aspekt der Rasse präsentiert, sondern auch unter dem Aspekt der Religion, Kultur, der Denkweise, des Erkennens, des Handelns.”

  7. Peter Pillemann
    29. März 2011, 19:40 | #7

    Ich kenne keine Nazis und antsemitische Strömungen an unserer Waldorfschule. Im Gegenteil. Ist das eine Ausnahme?

  8. Fabian
    8. April 2011, 16:21 | #8

    @Peter Pillemann
    Nein ist es nicht. Kann gleiches von zwei Schulen in Berlin sagen (Emil Molt Schule, Rudolf Steiner Schule Dahlem)

    Dass auch einige/viele Anthros den Nazis nahestanden bzw. Nazis waren, heißt zunächst ein Mal nicht mehr, als dass die Antros eben auch keine besseren Menschen waren als andere Gruppen (siehe z. B. Ärzteschafft, Adel, Christen etc.)

    Frage an den Autor: Wie erklärt sich, dass die Waldorfschule von den Nazis verboten wurden?

  9. “Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“
    8. April 2011, 16:42 | #9

    “Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“

    (…) am 6. September 2007, entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Die Bücher waren nur knapp der Indizierung durch die BPjM entgangen, weil der Verlag zusicherte, alsbald kommentierte Neuauflagen herauszubringen und bis dahin die Bücher nur mit einer Beilage auszuliefern. Doch nach drei Jahren ist noch immer nichts geschehen.

    (…) Anhang: Aus der „Entscheidung Nr. 5506 vom 6.9.2007“ der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zu „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“ von Rudolf Steiner, vertrieben vom Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, Zitat Seite 6f.:

    (…) Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.

    Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff „Rasse“ weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).

    (…)”

    link zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-„zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen“/

  10. Rudolf Steiners Rassenlehre
    8. April 2011, 16:48 | #10

    “Rudolf Steiners Rassenlehre

    Wie der „Bund der Freien Waldorfschulen“ Steiners Rassismus vertuscht. Von unserem Gastautor Ansgar Martins.

    „Ja, ich kann meinen Namen tanzen.“ Alles klar? Ich bin Waldorfschüler und habe inzwischen eine gewisse Routine entwickelt, die vielen bunten Fragen zur Waldorf-Folklore zu beantworten. „Töpfern, Schmieden, Stricken“ alles kein Problem. Ein anderer Typ Fragen bringt mich dagegen jedes Mal ernsthaft ins Schwitzen – und zwar Fragen wie: „Ja, schon interessant das alles, aber war da nicht was mit R A S S I S M U S an Waldorfschulen?“ (…)”

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiners-rassenlehre/

  11. admin
    9. April 2011, 06:12 | #11

    @Fabian: Du triffst den Nagel auf den Kopf- Anthros sind keine besseren Menschen. Sie halten sich aber dafür, und geben sich wegen des Verbots gerne als arme Opfer der Nazis aus. Das ist nicht ganz richtig, daher dieser Artikel.

  12. Rudolf Steiner über Französisch
    15. April 2011, 10:53 | #12

    Rudolf Steiner über Französisch:

    S. 278:

    “Einen Anfang kann sie [die Waldorfschule] nur machen durch jenes Verständnis, welches unsere Lehrerschaft entgegenbringt dem Charakter des Französischen, daß man es so behandelt, daß man sich bewußt ist, man bringt eigentlich eine Dekadenzerscheinung in die Schule hinein; das muß man nicht den Kindern sagen, aber man sollte sich schon darüber klar sein.”

    S. 282:

    “Was die französische Sprache aufrecht erhält, ist der Furor, das Blut der Franzosen. Die Sprache ist eigentlich tot, und sie wird als Leichnam fortgesprochen. Das ist am allerstärksten an der französischen Poesie des 19. Jahrhunderts hervorgetreten. Korrumpiert wird die Seele ganz sicher durch den Gebrauch der französischen Sprache. Sie gewinnt nichts als die Möglichkeit einer gewissen Phraseologie. Das wird auch übertragen auf andere Sprachen bei denjenigen, die das Französische mit Enthusiasmus sprechen.

    Es liegt dies vor, daß gegenwärtig die Franzosen dasjenige, was ihre Sprache als Leichnamssprache aufrechterhalten hat, das Blut, auch noch selbst verderben. Die schreckliche Kulturbrutalität der Verpflanzung der schwarzen Menschen nach Europa, es ist eine furcht bare Tat, die der Franzose an anderen tut. Sie wirkt in noch schlimmerer Weise auf Frankreich selbst zurück. Auf das Blut, auf die Rasse wirkt das unglaublich stark zurück. Das wird wesentlich die französische Dekadenz fördern. Das französische Volk als Rasse wird zurückgebracht.”

    Rudolf Steiner, “Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924 – Konferenz vom Mittwoch 31. Januar 1923, 16–19 Uhr”, GA 300b

    kompletter Vortrag: http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3010:konferenz-vom-mittwoch-31-januar-1923-16-19-uhr&catid=192:ga-300b-konferenzen-mit-den-lehrern-ii&Itemid=14

  13. Mephisto
    10. Februar 2012, 10:34 | #13

    @Psalm 21
    Hääääh? Gibt’s das auch in nachvollziehbar?

  14. Andreas Lichte
    20. März 2012, 15:17 | #14

    Auch folgender Artikel ist Prof. Peter Staudenmaier zu verdanken:

    “Hitler, Steiner, Mussolini – Anthroposophie und Faschismus, gestern und heute

    Waldorfschulen und Anthroposophie versuchten, mit den Nationalsozialisten zusammenzuarbeiten, wie es in einem Memorandum der Vereinigung der Waldorfschulen an Rudolf Hess offenbar wird:

    Man erklärte, dass Waldorfschulen „in kleinem Maßstab das verwirklichten, was die Volksgemeinschaft im nationalsozialistischem Staat im Großen anstrebt“(1).

    Wurde die Anthroposophie von den Machthabern in Deutschland letztlich als weltanschauliche Konkurrenz wahrgenommen, so war sie in Italien eine willkommene „spirituelle“ Ergänzung des Faschismus. Hier konnten Anthroposophen ihren Traum von der „überlegenen arischen Rasse“(2) ausleben und daran arbeiten, Rudolf Steiners programmatische Aussage „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“(3) zu verwirklichen. Zur Anthroposophie im italienischen Faschismus und ihrer anthroposophischen Rezeption heute. Von Andreas Lichte.

    „Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses grossen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört“(4).

    (…)

    Credits: Die Darstellung des italienischen, anthroposophischen Faschismus ist eine Kurzzusammenfassung der Forschung von Peter Staudenmaier, seit August 2011 Professor für „Modern German History“ an der Marquette University. Quelle ist Peter Staudenmaiers Dissertation „Between occultism and fascism: Anthroposophy and the politics of race and nation in Germany and Italy, 1900-1945“, insbesondere das Kapitel: „Italian Anthroposophists and the Fascist Racial Laws, 1938-1945“, Seite 446–499. Die Darstellung wurde von Peter Staudenmaier durchgesehen.

    (…)”

    zum vollständigen Artikel mit Quellen und links: https://blog.psiram.com/?p=7160

    Read more:

  15. Andreas Lichte
    11. August 2012, 10:40 | #15

    “Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft’

    (…) Anthroposophen arbeiteten in allen für sie wichtigen Praxisfeldern mit nationalsozialistischen Organisationen zusammen, im Überblick:

    – Waldorfschulen: „Das Motto der Waldorfbewegung im »Dritten Reich« lautete: »Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft.«1 Ihrer Selbstdarstellung zufolge lieferte die anthroposophische Pädagogik einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des neuen Deutschlands durch »die Pflege des völkischen Gedankens und die Betonung des Wesens und der Aufgaben des deutschen Geistes« und stand damit »im Einklang mit der Grundgesinnung des nationalsozialistischen Staates«.2“3

    – Anthroposophische Medizin: „Die Vereinigung anthroposophischer Ärzte stellte eine Hauptstütze der NS-treuen »Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde dar«.“4

    – „Biologisch-dynamische“ Landwirtschaft: „1935 wurde der »Reichsverband für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise« korporatives Mitglied der nationalsozialistischen »Deutschen Gesellschaft für Lebensreform« (Motto: »Die Weltanschauung der Deutschen Lebensreformbewegung ist der Nationalsozialismus«).“5 (…)

    Credits: Die Darstellung der Geschichte der Anthroposophie im Verhältnis zum Nationalsozialismus ist eine Kurzzusammenfassung der Forschung von Peter Staudenmaier, seit August 2011 Professor für „Modern German History“ an der Marquette University (…) Die Darstellung wurde von Peter Staudenmaier durchgesehen.”

    zum vollständigen Artikel mit Quellenangaben: http://www.ruhrbarone.de/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft/

  1. 1. März 2011, 16:20 | #1
  2. 24. Februar 2012, 18:35 | #2
  3. 27. Februar 2012, 15:38 | #3
  4. 15. März 2012, 16:48 | #4

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