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Englische Universitäten machen Alt-Med. Kurse dicht

Zur Abwechslung einmal gute Nachrichten: Ab 2012 wird es an den Universitäten Großbritanniens, die durch die öffentliche Hand gefördert werden, nicht mehr möglich sein, Abschlüsse in Homöopathie zu machen. Der gesamte Bereich der Alternativmedizin wird mehr und mehr zusammengestrichen. Wäre schön, wenn sich unsere Universitäten da ein Beispiel nehmen würden.

In den letzten Jahren sind die der Pseudomedizin zuzurechnenden Kurse nach und nach verschwunden; die Finanzierung der Studiengänge (und speziell der dubiosen) geriet immer mehr ins Blickfeld des Steuerzahlers. Von den 42 Kursen in diversen alternativmedizinischen Bereichen, in denen man vor wenigen Jahren noch Abschlüsse erwerben konnte, wurden mittlerweile 21 dicht gemacht. 2007 konnte man z.B. noch 5 Studiengänge als Bachelor der Homöopathie abschließen, heute keinen einzigen mehr.

Bis letztes Jahr konnte man Homöopathie, Chinesische Medizin und Akupunktur an der Salford University (Manchester) absolvieren, die Derby University schließt ihr Institut für Komplementärmedizin komplett. Die in dem Bereich „führende“ Universität von Westminster, die vor 5 Jahren im Bereich Alternativmedizin noch 14 Bachelor-Studiengänge anbot, reduziert ab Herbst auf nur mehr 2: Akupunktur und Pflanzenheilkunde.

Und auch diese Kurse werden geprüft und könnten gestrichen werden. Die Universitäten nennen als Grund vor allem die hohen Kosten pro Kurs und das immer geringer werdende Interesse der Studenten daran; manche Studiengänge hatten gegen Ende nur mehr 10 Studenten pro Jahr.

Diese Entwicklung ist speziell für den hierzulande eher unbekannten Professor David Colquhoun, der federführend im Streit gegen die Pseudomediziner war, ein schöner Erfolg. Er hatte in zahlreichen Artikeln in renommierten Magazinen, im Fernsehen und auch Online gegen diese Kurse gewettert und die Kritik der Wissenschaftler zeigte immer mehr Wirkung. Universitäten mussten sich die Frage gefallen lassen, warum sie Steuergelder verschwenden. Auf seiner Webseite, DC’s Improbable Science, findet man eine Chronik der Auseinandersetzungen und viele interessante Artikel.

Auch Edzard Ernst hat im Königreich in den letzten Jahren einiges an Aufruhr verursacht, vermutlich ist auch ihm ein Teil dieses Erfolges zuzuschreiben. Zuletzt machte er sich unbeliebt, als er Prinz Charles einen Quacksalber nannte. Nun, Edzard Ernst ist jetzt im vorzeitigen Ruhestand, Prinz Charles noch immer ein Prinz (was den Wert einer Demokratie zeigt, einen Bundespräsidenten ist man nach ein paar Jahren los).

Professor Colquhoun im Gespräch:

  1. Torsten
    24. Januar 2012, 14:55 | #1

    Dafür wird bei uns sogar ein Bundesverdienstkreuz für Placebos verliehen:

    http://blog.gwup.net/2012/01/20/das-bundesverdienstkreuz-ist-ein-placebo/

  2. Christian Mai
    24. Januar 2012, 15:41 | #2

    „Unesco zeichnet Studiengang der Alanus Hochschule aus“
    Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/wissenschaft/Unesco-zeichnet-Studiengang-der-Alanus-Hochschule-aus-article29592.html

    „Aktuelle Forschung mit Tanja Baumgartner-Durrer, Wolfgang Gutberlet und Dorian Schmid In Zusammenarbeit mit dem Studium Generale der Alanus Hochschule

    Zielsetzung
    Dieses Symposium beschäftigt sich mit der Bildekräfteforschung und deren Zusammenhang mit der Eurythmie. Methodische Grundlagen zur Erforschung des Lebendigen, die Entwicklung eines erweiterten Wahrnehmungsvermögens und Möglichkeiten der Überwindung von auftauchenden Hürden und Schwierigkeiten werden zum einen aufgezeigt. Andererseits geben Erfahrungsberichte Einblicke in die praktische Umsetzung der Bildekräfteforschung in Forschung und Wirtschaft durch Eurythmie.

    Während Dorian Schmid sein Verständnis des Lebendigen und seinen methodischen Zugang zur Erkenntnis der Lebenskräfte vorstellt, führt Tanja Baumgartner-Durrer in ihre eurythmische Forschungsarbeit an Pflanzen, Medikamenten und Wasser ein. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Frage: Können die Wirkungen der Lautkräfte vom eurythmisch tätigen Menschen auf andere Lebewesen übertragen und bis in deren physische Gestalt hinein erkennbar gemacht werden?“
    Quelle: http://www.alanus.edu/333.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=382&cHash=bc742ca108dc6e94b5a42877870ac086

    „Alanus-Hochschule seit staatlicher Anerkennung stark expandiert
    […]
    Die Gründer hatten sich stark von anthroposophischen Ideen inspirieren lassen. Mit der staatlichen Anerkennung 2002 kam eine stärkere Vielfalt der Ideen zur Ausprägung. „Die Alanus-Hochschule ist heute in dem Sinne keine anthroposophische Hochschule“, berichtet der Rektor, Professor Marcelo da Veiga. „Wir haben die anthroposophischen Wurzeln bewahrt und beschäftigen uns philosophisch mit ihren Inhalten.“ Dies geschehe aber in einem Klima des Pluralismus.
    […]“
    Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/wissenschaft/Alanus-Hochschule-seit-staatlicher-Anerkennung-stark-expandiert-article151213.html

    Staatlich anerkannt und findet zumindest in der hiesigen Presse immer wieder Beachtung.

  3. observer
    24. Januar 2012, 17:28 | #3

    Bitte korrigieren E Ernst ist nicht in Ruhestand. Hab auch grad eine e-mail von ihm bekommen, mit der alten Institutsadresse.

    aus seinem blog findet sich auf http://www.pulsetoday.co.uk

    Edzard Ernst, Other healthcare professional,
    24 Jan 2012
    anonymous:no it is not,i am currently still employed at the peninsula medical school;and when i go in retirement it is not via redundancy but because i choose to retire.it seems that you cannot even run a reasonably good ad hominem attack!do better next time,please.

  4. Mr. Bojangles
    24. Januar 2012, 18:25 | #4

    @observer:
    Der Text ist korrekt. Mehr Details dazu findet man in einem Interview mit Professor Ernst in dem wir auch das Thema Ruhestand thematisiert haben:
    https://blog.psiram.com/?p=4075

  5. observer
    25. Januar 2012, 11:42 | #5

    Also E Ernst wird wohl selbst am besten wissen, ob er in Ruhestand ist oder nicht.
    Und per 24. 1.2012 hat er einem anonymen poster mitgeteilt, dass er eben nicht im Ruhestand ist- da ändert auch ein Interview von September 2011 nichts.

  6. 26. Januar 2012, 11:05 | #6

    Habe ich doch immer gesagt: Man muss sich wehren und aufklären. Man muss den Leuten zeigen, welchem Schwachsinn sie hinterherlaufen.

  1. 9. Februar 2012, 01:06 | #1

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