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Homöopathie in Australien: Unethisch und wirkungslos

Wie die Australische Zeitung „The Age“ berichtet, ist ein Entwurf eines Positionspapiers zur Homöopathie sozusagen in die freie Wildbahn entkommen. Dieser Entwurf wurde vom „National Medical Health and Research Council“ (NHMRC) erstellt und findet klare Worte:

NHMRC‟s position is that it is unethical for health practitioners to treat patients using homeopathy, for the reason that homeopathy (as a medicine or procedure) has been shown not to be efficacious.

Es ist also unethisch mit Homöopathie zu behandeln, da es erwiesen ist, dass die Medizin/das Verfahren wirkungslos ist. Das Papier basiert im wesentlichen auf einem Bericht für das englische Unterhaus, der 2010 veröffentlicht wurde. Wenig überraschend findet dieser britische Bericht, dass Homöopathie wirkungslos ist. Der Quacksalber-Prinz Charles hat daraufhin vermutlich mit den ausgeprägten Ohren geschlackert, was nichts daran ändert, dass der Druck auf den Unsinn hoch geworden ist.

Die Ärztevereinigung „Australian Medical Association“ hat die Gelegenheit genutzt und umgehend die Versicherer aufgefordert, sich die Vergütung der Homöopathie noch mal zu überlegen, da in Australien immerhin 47(!) Versicherungsgesellschaften homöopathische Behandlungen bezahlen!

Als Argument, welches über den bloßen Bericht des NHRMC hinausgeht, werden Todesfälle angeführt, die den unendlich dünnen Wässerchen zuzuschreiben sind. So z.B. Penelope Dingle, die 2005 an Darmkrebs verstarb, nachdem sie 30.000$ für wertlose homöopathische Behandlungen ausgegeben hatte. Oder die 9 Monate alte Gloria Thomas, deren Eltern das Kind lieber mit Zuckerkügelchen quälten, statt sie von Ärzten behandeln zu lassen. Grauslich. Die Eltern wurden des Totschlags für schuldig befunden und verurteilt.

By the time she died, she was the weight of an average three-month-old, her body was covered with angry blotches and her once black hair had turned completely white. […] The pathologist who did the autopsy, Ella Sugo, said she had sought advice from experts outside Australia because she had never seen a child so malnourished and her condition was at a level more commonly observed in third world countries.

Ein „ähnlicher“ Fall ereignete sich 2009 in Tirol.

Es bleibt zu hoffen, dass der Bericht auch offiziell veröffentlicht wird und nicht wirkungslos verhallt. Unethische Praktiken sollten in der Medizin, oder genauer: in der Behandlung Kranker keine Anwendung finden. Die Homöopathie ist dabei natürlich nur eine von vielen sinnfreien Methoden, aber wohl die bekannteste.

  1. Oliver Kuss
    16. März 2012, 12:36 | #1

    Dazu sollten endlich die ganzen Ausnahmen für die Homöopathie aus dem deutschen Arzneimittelgesetz gestrichen werden!

  2. andreas hofer
    16. März 2012, 13:02 | #2

    Gegen den Tiroler Homöopathen und Impfgegnerarzt gibt es auch noch ein Verfahren vor der Disziplinarkommission der Ärztekammer. Der soll sich warm anziehen.

    Das Problem ist- wenn er aus der Ärzteliste gestrichen wird, kann er immer noch als Heilpraktiker in Deutschland arbeiten.

  3. Alfred Wankdorf
    16. März 2012, 14:57 | #3

    Wenn auch die 47 Krankenkassen in Australien bereits ein Ausrufezeichen wert sind, wie steht es dann erst um die Schweiz? Hier muss nach einer Volksabstimmung die obligatorische Grundversicherung Homöopathische Behandlungen auch übernehmen – i.e. alle Krankenkassen müssen zahlen.

  4. quantumzero
    16. März 2012, 23:03 | #4

    @andreas hofer
    So lange die Ärztekammer selbst Diplomausbildungen in diesen Segmenten anerkennt:

    http://www.arztakademie.at/oeaek-diplome-zertifikate-cpds/oeaek-spezialdiplome/

    kann und wird sich nichts ändern. Doch auf der HP der Ärztekammer wird auch von Ethik und Patientensicherheit geschrieben, was nun wirklich gilt ist mehr als fraglich!

  5. 17. März 2012, 20:05 | #5

    Zum geflügelten Begriff „Alternativmedizin“: Es gibt nur eine Alternative zur Medizin: Unterlassene Hilfeleistung!

  6. Daneil Schulz
    19. März 2012, 16:49 | #6

    @Alfred Wankdorf:
    Ihre Aussage ist nicht ganz korrekt. Die angenommene Initiative fordert lediglich mehr Beachtung für die alternative Medizin. Konsequenzen werden evtl. sein, dass an den Universitäten ein Lehrstuhl für alternative Medizin gegründet werden muss und Medizinstudenten ein paar Vorlesungen darüber besuchen müssen. Das wäre meines Erachtens von den Kosten mal abgesehen gar nicht schlecht. Wenn ich so mit meinen Mistudenten rede, haben die keine Ahnung von Homöopathie und alternativer Medizin (Nützt nichts, schadet nicht-Mentalität oder der Glaube es sei eine Marke, wie etwa Aspirin, Roche oder einfach Kräuterheilkunde…) Eine Vorlesungen darüber von einer wissenschaftlichen Person könnte sehr aufklärend sein für solche Leute. In England wurde auch ein Lehrstuhl dafür geschaffen. Sein Urteil: Nützt nichts!
    Damit die alternative Medizin in die obligatorische Grundversicherung kommt, muss sie immernoch laut Krankenkassengesetz die WZW-Prinzipien bestehen: Wissenschaftlichkeit (-> fail!), wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit.

    Jedoch glaube ich hat Burkhalter Homöpathie temporär für 5 Jahre in den Grundkatalog aufgenommen „um die wirksamkeit festzustellen…“ (völliger Unsinn, da man dies 1990 oder so schonmal gemacht hat und dann wieder rausgeworfen wurde…)

  7. quantumzero
    20. März 2012, 09:25 | #7

    Unethisch und wirkungslos?
    Das kann wohl nicht sein, bei dem Erfolg der österreichischen Schispringer:

    http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,842589

    Alles nur ein Irrtum? Wenn ja wer irrt dann?

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