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Eine Lanze für die USA

Inspiriert durch unseren letzten Blog hier ein paar Gedanken.

Auch wenn bei uns in den Medien vor allem der kleine Wahnsinn ankommt, sieht es doch nicht so trübe aus. Die religiös orientierten Stimmen des Irrsinns sind zwar laut, aber sie verlieren an Gewicht. Eine aktuelle Umfrage von Gallup zeigt, dass sich zwar 42% der Einwohner der USA als sehr religiös bezeichnen, aber 32% der Befragten im Gegenzug als nicht religiös deklarierten. Der Rest bezeichnet sich als „moderat religiös“, der nicht regelmäßig in die Kirche geht.

Religiöse Verteilung

Es zeichnet sich anhand der Umfrage ein klares geographisches Bild ab: die Südstaaten, der Bible Belt, sind dabei weit religiöser als die restlichen Regionen.

Dazu kommt, dass 70% der Amerikaner der Meinung sind, dass Religion an Einfluss verliert. Die Anzahl der Kirchen- bzw. Synagogenmitglieder schrumpft stetig.

Die ganze Geschichte ist aber „parteiabhängig“, d.h. Republikaner sind statistisch gesehen gläubiger als Demokraten. Das erklärt vielleicht, warum Typen wie Rick Santorum, die der Meinung sind, dass ein Verbrecher als Vater besser ist als Lesben und der Obama fast „Nigger“ genannt hat (gerade noch rausgehustet, scheint uns), in den Vorwahlen noch immer mitmischen.

Es erscheint interessant zu bemerken, dass mehr Gläubige im Gefängnis sitzen als Atheisten. Obwohl viele im Internet gefundene Zahlen falsch bzw. nicht beweisbar sind, gibt es gute Daten dafür, dass 10% der Insassen keine religiöse Präferenz haben. Im Gegensatz zu 32% in der Allgemeinbevölkerung, die sich als nicht gläubig deklariert haben.

In den letzten Jahren hat sich einiges getan. Die Atheisten sind erwacht und haben bemerkt, dass sie stark sind. Seiten wie „Free Thought Blogs“ wurden eröffnet und greifen die superreligiöse Bastion an. Und auch wenn es anders wirkt, sind doch die Religionen unter Druck, nicht die Kräfte der Vernunft. Die religiösen Fanatiker sind einfach lauter und schreien sich verzweifelt das Herz aus dem Leib.

Das heißt jetzt nicht, dass man in der Wachsamkeit nachlassen soll, es ist mehr eine Ermunterung. Die Vernunft schlägt den Wahnsinn zurück. Überall. Und jede Stimme hilft!

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  1. timo
    1. April 2012, 10:08 | #1

    „Das heißt jetzt nicht, dass man in der Wachsamkeit nachlassen soll, es ist mehr eine Ermunterung. Die Vernunft schlägt den Wahnsinn zurück.“
    Klasse Esowatch! Toll, dass Ihr auch auf die Strömungen und Anregungen in den Debatten im Blog reagiert.

  2. eeeeee
    1. April 2012, 10:29 | #2

    Fun Fact: Amerikaner gehen gar nicht häufiger in die Kirche als Westeuropäer. Sie geben das nur häufiger bei Befragungen an.

    Weil die Kirchen in den USA genau so leer sind, wie bei uns, haben sich ein paar Psychologen klevere Studien ausgedacht, wo sie nicht fragten: „Gehen Sie sonntagmorgens in die Kirche?“ Sondern: „Was machen Sie sonntagmorgens?“ Der Anteil, der darauf mit Kirchgang antwortete, war deutlich kleiner. Das erklärt auch, warum Sportereignisse um diese Zeit sich nie um Zuschauer sorgen machen müssen.

  3. Franz
    1. April 2012, 10:41 | #3

    Auf http://usaerklaert.wordpress.com/2011/01/08/die-ah-luge-vom-tiefglaubigen-amerikaner/ finden sich einige Fakten, die eeeeee schon angesprochen hatte.

    Die hohen Religionszugehörigkeitswerte der Gefängnisinsassen dürften auf Opportunismus zurückzuführen sein und nicht eine echte religiöse Grundlage haben. Vermutlich gibt es da einfach ein paar Sonderrechte, wie Sonntags mal eine Stunde raus kommen aus der Zelle in die Anstaltskirche oder wie Besuche von Pfarrern.

  4. Siegfried
    1. April 2012, 16:24 | #4

    Also… Zeit in der Anstaltskirche oder einen Besuch durch einen Pfarrer würde ich eher als Strafverschärfung ansehen.

  5. sven
    2. April 2012, 01:20 | #5

    Die Fanatiker waren unter den Gläubigen doch schon immer in der Unterzahl, auch wenn man sie am lautesten wahrnimmt. Ich bin selbst Katholik, der sogar hin und wieder noch in die Kirche geht — fundamentalistischen Auswüchsen bin ich bisher eigentlich nicht begegnet. Die meisten heute haben doch eher einen sehr „weltlichen“ Zugang zur Religion. 😉

  6. Statistiker
    2. April 2012, 13:21 | #6

    Hmmm, ich meche mir ernsthaft Sorgen….. Aussagen wie von Timo wie : „Toll, dass Ihr auch auf die Strömungen und Anregungen in den Debatten im Blog reagiert“ zeigen doch ernsthaft, dass hier jemand ein Wahrnehmungsstörungssyndrom hat…..

    Timo: Abschalten, zum Arzt gehen (ja Arzt, kein Heilpraktiker), behandeln lassen, NACHDENKEN und dann wieder posten, okay????

  7. Mephisto
    2. April 2012, 13:28 | #7

    @Statistiker
    Halt‘ mich von mir aus für blöd, aber ich verstehe nicht was Du meinst. Wo genau siehst Du in Timos Aussage das Problem?

  8. timo
    3. April 2012, 09:25 | #8

    Na ich ziehe das getrolle aus den einezelnen Themen mal in eine Antwort:
    Trolling 1: „Nicht jeder, der Kritik an einer sache übt, ist generell gegen diese Sache. ich esse auch Zucker, aber ich versuche, übermäßigen Zuckerkonsum zu vermeiden. Wenn Sier also brechtigte kritik mit pauschaler Feindlichkeit gleichsetzen, machen Sie sich meines Erachtens der Asozialität schuldig und sind eines denkenden Menschen unwürdig.
    Tschüss und ab zu den esoterikern mit Dir.“ (sic)

    Trolling 2: „…eigen doch ernsthaft, dass hier jemand ein Wahrnehmungsstörungssyndrom hat…..
    Timo: Abschalten, zum Arzt gehen (ja Arzt, kein Heilpraktiker), behandeln lassen, NACHDENKEN und dann wieder posten, okay????“

    So, dann mal los….
    Zum einen schrieb ich ganz am Anfang: „Es gibt Kritik, die berechtigt ist an den USA, wie an anderen Ländern auch und es gibt Anti-Amerikanismus.“ Wer lesen kann, ist hier klar im Vorteil. Zum anderen finde ich die Stilmittel, die verwendet werden interessant, Abwürdigung mit einem Touch Dehumanisierung, das Abprechen geistiger Gesundheit und reines Schwarz-Weiß-Denken.
    Das Tolling könnte belächelt werden, wenn es nicht den bitteren Beigeschmack hinterlassen würde, dass es scheinbar in allen Gruppen/Szenen Menschen gibt, die nicht Vernunft suchen, sondern genau das replizieren, was sie eigentlich kritisieren wollen und so in einen direkten Angriff auf die Person gehen.
    Engstirnigkeit, Stumpfsinn und Hass sind jedoch nicht die Grundpfeiler einer Gesellschaft die sich in eine humanistische und wissenschaftsorientierte Richtung entwickeln sollte, dies dürfte ein Blick in die Geschichtsbücher schnell klar machen.
    So eine Form des plumben Stammtischgeschreis schäwcht nicht nur die eigene Glaubwürdigkeit, sondern stärkt den Einfluss der anderen Seite. Denn auch wenn Schopenhauer der Meinung war, dass wenn einem die Argumente ausgehen, man den Gegner direkt beleidigen sollte, so zeigen die Ergebnisse über Einfluss und Gruppen aus der Sozialpsychologie doch, dass andere Methoden wirksam sind.
    Die Frage die sich hier stellt ist, sollen skeptisch denkende Menschen ein kleiner, sich erhaben vorkommender Kreis sein, der fleissig „dagegen“ ist oder soll es vermittelt werden und so an Einfluss gewinnen?
    So lange, wie der Weg nicht über Argumente führt, sondern über direkte Angriffe auf eine Person oder Personen einer Gruppe wird es zu einer Mauer führen und berechtigte Kritikpunkte öffnen.

    Zum Schluss noch etwas zu Schwarz-Weiss und Psychiatrie. Ein Arzt, ein Arzt, wo die ja auch keine Vertreter in der Homöopathie-Lobby haben und viele Ärzte fleissig Akupunktur, Neuraltherapie und andere „Therapien“ verwenden. Und die bösen Heilpraktiker, von denen dann auch einige evidenzbasierte Methoden verwenden, aber das passt halt nicht ins Weltbild. Um mich meines eigenen Vorwurfs schuldig zu machen: Things may not be as simple as you are.

    Wenn man mir eine psychische Störung andichten möchte, eine Methode die geschichtlich große Beliebtheit hat bei konservativen Kräften, ganz nebenebei, dann sollte man wenigstens mal ein paar Minuten mit der Kategorisierung von psychpathologischen Phänomenen verbringen, denn es wäre wenn dann eine inhaltliche Denkstörung, keine Wahrnemungsstörung. Ich empfehle hier die Bücher von Payk oder Berger.

    So, meine lieben Hassskeptiker und Trolle, ich weiss, dass man Euch nicht verändern kann, aber die Hoffnung stirbt zu letzt.
    Ann Druyan hat es über Carl Sagan gut ausgedrückt: „He did it with such kindness and then, very gently but without compromising, laid out all of the things that were wrong with what this guy thought was true. That is a lesson that I wish that all of us in our effort to promote skepticism could learn, because I know that very often the anger I feel when confronting this kind of thinking makes me want to start cutting off the other person. But to do so is to abandon all hope of changing minds.“

  9. 14. April 2012, 23:53 | #9

    Freut mich, dass hier auch mal positive Sachen zu lesen sind, bzw der Versuch einer realistischen Einschätzung. Lese den Blog auf jeden Fall immer wieder gerne. Vielen Dank für eure Mühe, die ihr euch hier macht.

  1. 8. Oktober 2012, 08:16 | #1
  2. 27. März 2013, 12:21 | #2