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Schwimmen für die homöopathische AIDS-Klinik!

Manchmal könnte man verzweifeln. Eine Homöopathin und Reiki-Lehrerin in Südengland hat es gestern in ein Lokalblatt geschafft. Sie will ein Spendenschwimmen für eine homöopathische AIDS-Klinik in Botswana durchführen.

Es handelt sich dabei um das so genannte Maun Homeopathy Project, das seit 2002 offenbar mehr als 3.000 Menschen in Botswana „behandelt“ hat. Da bekommt man irgendwie Magenweh. (So geht es offenbar vielen Leuten, die den Zeitungsartikel entsprechend kommentiert haben)

Man liest auf der Homepage des Projekts, dass AIDS-Kranke sowie Missbrauchs- und Vergewaltigungsopfer betreut werden. Der einzige Lichtblick dabei (sofern man das so nennen kann): sie behaupten, sich nur mit den Nebenwirkungen der richtigen Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten zu befassen. Trotzdem ist die Behandlung von AIDS-Patienten mit wirkungslosen Zuckerkügelchen hochgradig unethisch.

Was die Betreuung von Missbrauchs/Vergewaltigungsopfern angeht: Nicht entsprechend psychologisch geschultes Personal auf schwer Traumatisierte loslassen? Spitzenidee.

Leider ist dies nicht das einzige Projekt dieser Art. Die Homöopathen ohne Grenzen „behandeln“ in Afrika ja schon lange Malaria und sind nach dem Beben auch in Haiti eingefallen.

Es ist bitter, dass Hilfsgelder für wirkungslosen Mumbo-Jumbo verwendet werden anstatt für sinnvolle Hilfe. Unsere Meinung: Statt Wasser „mit Gedächtnis“ lieber sauberes Wasser ohne Bakterien.

Was Botswana angeht, so hat dieses Land schwer mit dieser Epidemie zu kämpfen. Das Land hat etwa 2 Millionen Einwohner, davon sind 320.000 Menschen mit HIV infiziert. Lichtblick: Durch verbesserte medizinische Versorgung konnte die Todesrate von 32.000 (2003) auf 5.800 (2009) gesenkt werden. Wer mehr wissen möchte, findet bei der Hilfsorganisation Avert eine Zusammenfassung der Situation und wenn man helfen möchte, eine weit bessere Adresse, um zu spenden oder sich zu beteiligen.

Liebe Homöopathen: Das Land kämpft mit einem echten Problem. Es ist nicht so wie hier, wo Ihr einen Schnupfen behandelt und Euch freuen könnt, weil der nach ein paar Tagen vergangen ist. Die Menschen dort brauchen echte Hilfe, keine Zuckerkügelchen.

Klar, Ihr wollt nur helfen. Aber der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Wenn Eure „Hilfe“ es schon „im tiefsten Westen“ schafft, mit wirkungslosem Zeug noch immer gelegentlich Leute umzubringen, manchmal Kinder, manchmal Erwachsene, wie glaubt Ihr, wird das erst in medizinisch nicht so gut versorgten Ländern laufen?

  1. Renate
    14. April 2012, 19:30 | #1

    Das Schwimmen wird das Wasser bestimmt unglaublich potentieren. 🙂

  2. def
    14. April 2012, 19:48 | #2

    @Renate
    ja, daran habe ich auch grad gedacht 😉 *thumbs up*

  3. 14. April 2012, 21:24 | #3

    add me too.

  4. Statistiker
    15. April 2012, 09:06 | #4

    Aber wehe, da pieselt einer ins Schwimmbecken….. wenn das durch die nachfolgenden Schwimmer verschüttelt uns potenziert wird, dann haben die ja irgendwann einen riesigen Klotz aus Urinstein….

  5. Minerva
    15. April 2012, 13:18 | #5

    @Statistiker: gibt es überhaupt einen Tropfen Wasser auf der Erde, der nicht schon mindestens einmal Urin war?

  6. BSR
    15. April 2012, 13:18 | #6

    hochpotentionierte globulis verursachen folgendes >> http://www.esoulk.de/images/stories/globuli_hochpotenziert1.png
    „…durch die Hochpotenzierung homöopathischer Mittel kommt es immer wieder zu spontanen Selbstentladungen mit irreparabelen Folgen im Umfeld…..“

  7. Statistiker
    15. April 2012, 15:24 | #7

    @ Minerva: Nö, gibt es nicht… darum sagt man ja auch, „es pisst mal wieder“, wenn Niederschlag runterkommt.

    Die Frage ist nur, wer denn jetzt pisst. Das Fliegende Spaghettimonster oder dieses, wie hieß noch gleich… ach ja… Gott in seiner Unbarmherzigkeit…. hat ja mehrmals die Menschheit umgebracht, im Gegensatz zum Fliegenden Spaghettimonster….

    btw: Müsste es nicht dauern Urinstein regnen? Eklige Vorstellung…..

    Ich mach mir mal Spaghetti….. schön mit Hackbällchen…..

  8. kumi
    16. April 2012, 07:50 | #8

    Gibts eigentlich seriöse Studien, die zeigen, wie »erfolgreich« die Homöopathen ohne Grenzen bisher waren? Man hört ja nur Anekdoten von denen.

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