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Der Anfang der Wissenschaft

katze

Vielleicht denkt ihr, liebe Leser, euch jetzt: „Ja, spinnen die jetzt völlig bei Psiram? Ist denen die ständige Beschäftigung mit Eso-Spinnern aufs Hirn geschlagen? Ein Bild von einem Kind, das eine Katze gemalt hat; was soll denn sowas mit Wissenschaft zu tun haben?“

Auf den ersten Blick hat es wirklich nicht viel miteinander zu tun. Und als ich vom berühmt-berüchtigten „Psiram-Kernteam“ den Auftrag erhielt, dazu etwas zu schreiben, dachte ich mir auch: „Hä? Was soll das denn jetzt?“

Bei genauerer Betrachtung gibt es jedoch deutliche Parallelen. Und damit meine ich nicht etwa die Tatsache, dass auch im Wissenschaftsbetrieb gelegentlich die eine oder andere Tafel mit (zumindest auf dem ersten Blick) kaum verständlichem Gekritzel gefüllt wird.

Wenn ein Kind aber ein Bild malt von den Dingen, die es in seiner Umwelt wahr nimmt (wie in diesem Fall die Katze), so erschafft es ein Modell eines Teils eben dieser Umwelt. Die Wissenschaft tut prinzipiell dasselbe: Sie schafft Modelle unserer Umwelt.

Und ebenso, wie das Bild der Katze stark vereinfacht und auch fehlerhaft ist, sind auch die wissenschaftlichen Modelle mehr oder weniger vereinfacht und keineswegs ein exaktes Abbild der Welt, die sie beschreiben. Das ist ja auch gar nicht der Sinn eines Modells, denn wäre es ein wirklich exaktes Abbild der Welt, wäre es mit dieser identisch und somit überflüssig. Vielmehr soll es innerhalb gewisser Grenzen die Welt für den jeweiligen Zweck hinreichend genau beschreiben und dabei einfach genug sein, um damit gut arbeiten zu können.

Will ich die Flugbahn eines aus dem Fenster geworfenen Balls berechnen, reicht es, wenn ich die Auswirkungen der Relativität vernachlässige und gemäß der Newton’schen Mechanik rechne. Natürlich könnte ich auch relativistisch rechnen, das würde jedoch die Genauigkeit nicht merklich erhöhen, die Rechnung aber um einiges komplizierter machen. Geht es jedoch um sehr schnelle Bewegungen, so muss ich relativistisch rechnen, die Newton’schen Mechanik würde falsche Ergebnisse liefern.

An diesem einfachen Beispiel erkennt man, dass Modelle nützlich sind, um einem innerhalb ihrer Grenzen mit möglichst geringem Aufwand brauchbare Ergebnisse zu liefern; außerhalb dieser Grenzen ist es jedoch unbrauchbar und man muss ein anderes Modell verwenden.

Der Sinn der Zeichnung ist es sicherlich, eine Katze darzustellen, und mit nicht allzu viel Phantasie ist die Katze auch als solche erkennbar. Wollte man jedoch zum Beispiel genauere anatomische Details der Katze betrachten, so wäre dieses Bild denkbar ungeeignet; doch dies war sicher auch nicht der Sinn, den die „Künstlerin“ bei ihrem Werk im Hinterkopf hatte. Seinen eigentlichen Zweck aber erfüllt es. Das kleine Mädchen scheint das ähnlich zu sehen und lehnt sich nach getaner Arbeit müde, aber sichtlich zufrieden zurück.

Und wo wir gerade beim müde Zurücklehnen sind: Die (reale) Katze liegt gemütlich auf dem Sofa, schläft und träumt von Mäusen, Quantenphysik oder wovon Katzen auch immer so träumen; ihr Abbild auf der Tafel hingegen steht und ist offensichtlich hellwach.

Und damit kommen wir zu einer weiteren interessanten Eigenschaft von Modellen: Sie sind nicht auf die gegenwärtige Realität beschränkt.

Ich kann die Flugbahn eines aus dem Fenster geworfenen Balls berechnen, ohne dabei tatsächlich einen Ball aus dem Fenster zu werfen. Die berechnete Flugbahn ist also eine mögliche, und falls ich den Ball irgendwann in der Zukunft tatsächlich werfen sollte, auch eine zukünftige Flugbahn, aber keine gegenwärtige.

Ebenso ist das Stehen zwar nicht der gegenwärtige Zustand der Katze, aber ohne Zweifel ein möglicher und, da die Katze sicherlich irgendwann wieder aufsteht (hoffe ich zumindest), auch ein zukünftiger.

Bei genauerer Betrachtung kann man also an dieser einfachen Kinderzeichnung durchaus einige Prinzipien der wissenschaftlichen Denkweise erkennen.

Möglicherweise kann man das Ganze sogar auf den Anfang der Wissenschaft allgemein übertragen: Als die Menschen erstmals begannen, Höhlenwände mit Jagdszenen und dergleichen zu bemalen, und auf diese Weise ihre Umwelt modellhaft abbildeten und verallgemeinerten (denn die Zeichnung des Mammuts an der Höhlenwand stellte beispielsweise sicherlich kein konkretes, wirklich existierendes Mammut dar) – taten sie da vielleicht den ersten Schritt auf dem Weg, der viel, viel später zur modernen Wissenschaft führte?

Aber das ist, fürchte ich, eine andere Geschichte.

  1. 30. Dezember 2012, 17:37 | #1

    Ich male auch immer gerne was an die Wand.
    Mene mene tekel und sowas.

  2. Kryptische
    30. Dezember 2012, 18:37 | #2

    Ich frage mich, was das rundliche Gebilde in der Mitte der Katze dar stellt, hat das Kind etwa da noch eine Maus in die Katze hinein malen wollen? Damit hätte das Kind dann noch einen Schritt weiter gemacht und das aufgezeichnet, was es mit den eigenen Augen nicht sehen kann, aber wo sie anhand ihrer gesammelten Daten annehmen kann, dass dem so ist…

  3. observer
    30. Dezember 2012, 19:48 | #3

    @Kryptische, schau dir mal die schlafende katze an, die hat auch so einen rötlichen haarlosen Fleck am Bauch. Alopecia areata oder so ähnlich….
    Die junge Dame hat einfach versucht genau hinzuschuen- hat ja auch was mit Wissenschaft zu tun.

  4. Skeptiker_
    31. Dezember 2012, 02:44 | #4

    Solange auf diesem Blog unerwünschte Beiträge zensiert werden, hat dieses Geschwurbel nichts mit Wissenschaft zu tun !!!!

    Wissenschaft lebt von Theorien und Experimenten, sowie von wissenschaftlicher Diskussion darüber. Wer nur seine Meinung und Sicht der Dinge gelten lässt, der hat den Anspruch auf wissenschaftliche Methodik schon verpielt 🙂

    Dieser Kommentar wird natürlich nicht freigeschaltet, was meine Aussage über Esowatch auf’s Trefflichste bestätigt gggggggggggggggggggggggggggggggg

    [Weil grad Weihnachten war, darfst Du kurz aus dem Filter raus.Treue Spamer brauchen auch mal Anerkennung]

  5. Mephisto
    31. Dezember 2012, 13:32 | #5

    Die Kleine heißt mit Nachnamen nicht zufällig Schrödinger? 🙂

  6. Kryptische
    31. Dezember 2012, 16:25 | #6

    @observer – mit Verlaub – die Katze hat keinen Fleck am Bauch, weder unten noch an der Seite, was du da siehst, ist nur das gekräuselte Fell an den Innenflanken (welches bei allen Katzen relativ ähnlich ist). Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Kind das dort hin gemalt hat, dafür ist es zu unspezifisch und hat nicht annähernd die runde Form oder die Lokalisation des gemalten Fleckes. So ungenau schauen Kinder meiner Erfahrung nach doch nicht hin. Ich habe schon häufiger von Kindern gemalte Tierbilder gesehen und nicht selten werden die Futtermittel bei solchen Bildern direkt im Bauch platziert, deshalb kam ich auf die Maus (ich habe auch schon Bilder von Kaninchen mit Möhre im Bauch gesehen, sehr süß).

  7. Groucho
    31. Dezember 2012, 16:33 | #7

    @Mephisto: Vorhergehende Recherchen haben keinen Hinweis geliefert, dass dieses Kind mit Schrödinger verwandt oder verschwägert wäre.

  8. Groucho
    31. Dezember 2012, 16:56 | #8

    @Kryptische: Siehst Du, und schon beginnen die Streitigkeiten über die Interpretation des Modells. Wie in der Wissenschaft eben 😉

  9. HEX
    31. Dezember 2012, 17:59 | #9

    Nun, dann werfe ich eine weitere Interpretation in die Runde: Das ist der Bauchnabel. Die kleine Wissenschaftlerin hat damit ein wesentliches Merkmal erkannt, das darauf hindeutet, dass Katzen Säugetiere sind. 😉

  10. 71hAhmed
    31. Dezember 2012, 19:13 | #10

    Oder handelt es sich um den vermissten Insassen des Aquariums?
    Fragen über Fragen.

  11. SunsetDancer
    1. Januar 2013, 23:09 | #11

    Hi,
    Wissenschaft hat nichts mit Wissen zu tun. Wissen kann man nicht „schaffen“ … Wissen „ist“ …
    Wie ist es sonst zu erklären, daß sich die modernen „Wissenschaften“ jeden Tag selbst korrigieren?
    Die Geschichte & Entwicklung der „Wissenschaften“ belegt dies.
    Die Arroganz, Verblendung und Hybris der meisten „Wissenschaftler“ ist erschreckend.
    Je mehr „Wissenschaftler“ zu wissen glaubt, desto mehr erkennt er, daß er(fast) nichts weiß.

    „Wissenschaft“ ist bestenfalls in der Lage Theorien, im schlechteren Fall Dogmen aufzustellen.

    Nach kurzer Zeit erkennen „Wissenschaftler“ meist die Unhaltbarkeit ihrer Theorie – und stellen eine neue auf, die jetzt aber ganz bestimmt richtig ist (haha).
    Wahres Wissen ist mit Mitteln der Wissenschaft nicht zu ergründen,da jenseits von
    Zeit&Raum.
    Fortschrittliche Geister, die nicht in der engstirnigen, linearen und dualistischen Denkweise verfangen sind, werden mundtot gemacht.
    Bestes Beispiel Galiläo Galiläii oder Ptolomäus. Auch in der Gegenwart findet dies – trotz besseren Wissens – statt.
    In den kommenden Jahren wird die Menschheit sich immer weiter von diesen alten und falschen Paradigmen (lienares Denken, Dualismus) verabschieden.

    Bestes Beispiel: Akupunktur und Homöopathie.
    Nie zuvor haben mehr Menschen weltweit darauf vertraut als heute. Beide ganzheitlichen Heilweisen wurden noch bis vor Kurzem (die Homöopathie bis heute) als Scharlatanerie verunglipft.
    Aus Gründen der Habgier und des Neids.

    Warum lassen sich weltweit hunderte Millionen Menschen von solchen und ähnlichen Therapien helfen (und bezahlen Geld dafür), wenn sie angeblich keine Wirkung hätten, wie die ach so schlaue Schulmedizin behauptet.
    Die Schulmedizin Ihrerseits behauptet alle paar Jahre das Gegenteil von dem, was sie jetzt behauptet.
    Dann heißt es : 1000 Studien belegen, daß diese (unsere) Therapie richtig ist.

    Was passiert 3 Jahre später ? Dann sagt ebendiese Schulmedizin : Wir haben weiter „geforscht“ und wieder 1000 Studien gemacht.
    Herausgekommen ist dabei eine Therapie, die genau das Gegenteil der vorherigen Therapie macht.
    Sehr interessant, oder ?
    Akupunktur, Homöopathie und andere ganzheitliche Heilverfahren sind zum Teil mehrere Tausend Jahre alt, und in ihren Behandlungsprinzipien unverändert – einfach, weil sie wahrhaftig und perfekt sind.
    Sie müssen nicht alle paar Jahre korrigiert werden. Soviel diesbezüglich noch einmal zum Unterschied : Wissen „schaffen“ und Wissen „ist“ …
    In Deutschland kommen regelmäßig diffamierende Bücher von sogenannten „Medizinern“ auf den Markt, die versuchen Unwahrheiten über Homöopathie in Umlauf zu bringen.

    Da sprechen dann „Akademiker“ von „Verdünnung“ im Zusammenhang mit Homöopathie.
    Homöopathie hat nicht das Geringste mit „Verdünnung“ zu tun. Das Prinzip der Homöopathie ist Potenzierung.
    Wenn ich diesen Unterschied nicht erkenne oder verstehe, sollte ich mein Diplom besser zurückgeben.

    Allen ein wundervolles & erkenntnisreiches Neues Jahr !

  12. MagicGuitar
    1. Januar 2013, 23:58 | #12

    @SunsetDancer
    „Wenn man keine Ahnung hat…“, den Rest kennen Sie ja. Geben Sie es zu: Sie haben einfach keinen Plan, was Wissenschaft ist und was ihr Ziel ist. Was Sie beschreiben ist wohl eher der Schamanismus. Wirklich viel besser. Dabei sind es ausgerechnet Ausgeburten wie Sie, die täglich von unserer modernen Medizin (ungewollt) mit profitieren bzw. die trotz der lebenslangen Ablehnung Hilfe einfordern, sobald sie sie brauchen.
    Dass Wissenschaft sich regelmäßig selbst wiederlegt beweist, dass es keine Dogmen gibt. Dass Ihr Computer funktioniert ist dafür der beste Beweis, dass Wissenschaft gut funktioniert.
    Homöopathie und Akupunktur konnten ihren Nutzen dagegen noch nie nachweisen, auch nicht, wenn es noch so „ganzheitlich“ (was immer das heißen mag) ist. Die „Schulmedizin“ (korrekter wäre evidenzbasierende Medizin) sieht auch einen „ganzen Menschen“ vor sich. Die Behandlung richtet sich nach der Erkrankung. Ich weis nicht, was Sie erwarten.
    Und in dem Fall besteht die Potenzierung in der Verdünnung. Sie haben also nicht mal in der siebten Klasse aufgepasst und wissen nicht, was eine Potenz ist.

  13. Mephisto
    2. Januar 2013, 01:59 | #13

    @SunsetDancer
    Diese Litanei an Behauptungen kennt der aufmerksame Leser hier nun wirklich zur Genüge. Wie wär’s denn mal mit ein paar Belegen? Darauf warte ich (und mit mir vermutlich eine Menge Leute) bisher vergeblich.

  14. Maxi
    2. Januar 2013, 02:06 | #14

    SunsetDancer: Wenn du mal richtig krank bist, dann belästige bitte keinen Arzt, könnte deinem Karma schaden!

  15. Ogrim
    2. Januar 2013, 04:19 | #15

    @SunsetDancer:
    Kannst du sagen was genau der Unterschied zwischen potenzieren und verdünnen ist.
    Ich mein jetzt nicht den Ablauf(geschüttelt oder gerührt ist mir egal), sondern welcher objektiv messbare Unterschied in einer zb zwischen einem D30 Homöopathikum und einer 1:100^30 verdünnten Lösung des Wirkstoffes besteht?

  16. Groucho
    2. Januar 2013, 15:21 | #16

    Der SunsetDancer möge seinen PC sofort entsorgen und sich einen Abakus
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abakus_%28Rechenhilfsmittel%29
    zulegen. Weil der ist schon Jahrtausende alt, muss daher vollkommen sein und jedem PC an Rechenleistung stets überlegen.
    Ebenso hoffe ich, dass SunsetDancer auf Telefon u.ä. verzichtet, Brieftauben werden seit Jahrtausenden eingesetzt, und sind daher der modernen Telekommunikation haushoch überlegen.

  17. sumo
    2. Januar 2013, 15:33 | #17

    hat ganz schön lange gedauert, bis Posting 11, bis hier ein Schreiber auftaucht, der wieder die bis zum Erbrechen bekannte Litanei von sich gibt. Ist aber auch kein Wunder, wenn man an Homöopathie glaubt, dann hat man auch nur homöopathische Ahnung von Wissenschaft.
    Merke: Wissen und Wissenschaft kann man nur lernen, nicht durch POTENZIERUNG erwerben!

  18. Abe81
    2. Januar 2013, 15:36 | #18

    Eigentlich wollte ich die Logorrhoe von SunsetDancer ein wenig auseinandernehmen, aber das wirre Zeug sollte man nicht auch noch durch eine Replik aufwerten – das Geschreibsel ist wirklich unter dem Niveau der Kritik.

    Deswegen nur eine mehr oder minder kurze Anmerkung zum obigen Blogartikel: Die Analogie zum katzenzeichnenden Kind offenbart ganz gut, was fehlt. Gegen den Inhalt des Artikels kann man in seiner Abstraktheit nicht viel haben, eher in dem, was er ausläßt. Zum Anfang der Wissenschaft, ob nun historisch allgemein oder individuell, gehört ja das Erkenntnisinteresse, das im Artikel aber ausgespart wird. Das Kind reproduziert ja das, was es sieht, aus einem Interesse heraus – und wenn es nur die Lust nach Krakelei ist (Ästhetik hat ja bekanntermaßen viel mit Erkenntnis zu tun). Dann kommen Vati oder Mutti und berichtigen das Kind nach naturalistischem/realistischem Vorbild: Die Katze sehe nicht ‚echt‘ aus, sie habe ja nur zwei Beine und das Fenster in der Zeichnung findet sich auf der ‚echten Katze‘ auch nicht wieder. So wird dem Kind vermittelt, was wahr und richtig ist. Die Eltern haben diese Vorstellungen davon aber ja auch nicht aus der Spontanität ihres Geistes produziert, kommen ja auch irgendwo her.

    Wissenschaftliche Erkenntnis ist weder freischwebend noch voraussetzungslos. Es gibt kein uninteressiertes Streben nach Erkenntnis. Gleichzeitig ist es aber um das Ideal des modernen Erkenntnissubjekts schlecht bestellt. Es wird zu einem toten Wesen verklärt. Das Subjekt werturteilsfreier Wissenschaft darf keine Interessen verfolgen, es darf keine ‚Liebe zu anderen Menschen‘, zur lebendigen oder toten Natur verspüren, kein Leid, keine Trauer, keinen Schmerz, kein Mitgefühlt, keine Freude, keine Lust; es darf weder Solidarität zeigen, noch von Haß, noch von Furcht, noch von Angst bestimmt oder gar getrieben sein; es darf weder erstaunt sein, noch sich verwundern, noch sich empören, noch von Neugier geprägt sein. Es darf also nicht sein, was man von dem oben abgebildeten Kind noch ganz selbstverständlich behaupten würde, wenn man sich fragt, warum es Fragen stellt und sich z.B. durch diese Katzen-Krakelei Antworten gibt. Ihm- dem wiss. Subjekt – muss alles gleichgültig sein, es darf nicht wollen, es muss körperlich und geistig regungslos sein.
    Das Problem daran: Wer nichts will, der will auch nichts Wissen. Das wird im wiss. Prozess systematisch eliminiert. Man verhält sich indifferent zur Welt als ganzer. Dem wissenschaftlichen Prozess ist die Welt relativ gleichgültig – bis eben auf jenen kleinen Teilbereich, den man selbst beackert. Es geht lediglich um atomistisches Tatsachenwissen. Es kann das Wissen nur aus-wendig und zusammenhangslos reproduzieren. Es ist ihm gleich-gültig und äußerlich.
    Nochmal betont: Es geht um den ideellen Durchschnitt, nicht um diesen oder jenen begeisterten Privatforscher.
    Oder anders formuliert: Bei der berechtigten Kritik an der Esoterik, diese solle gefälligst „objektiv messbare“ Erkenntnisse liefern (Ogrim), schüttet man das Kind mit dem Bade aus, weil diese Erkenntnis zu toter erstarrt – Erkenntnisse sind eben nicht nur „objektiv messbar“, sondern sollten auch subjektiven Zwecken folgen (das „warum“ der Erkenntnis).
    Gegen diese Forderung der objektiven Messbarkeit wehren sich die Esoteriker natürlich, weil ihr Verhältnis zur Esoterik sich nicht darum dreht, ob diese nun wahr ist oder nicht, sondern ob sie sinnvoll ist oder nicht, d.h. sie stiftet ihnen subjektiv Sinn – und das Bedürfnis will man sich natürlich nicht durch störende Fakten zunichte machen lassen.

  19. Mephisto
    2. Januar 2013, 22:07 | #19

    @Abe81
    Ich verstehe Dein Argument nicht.

    Abe81 :
    Das Subjekt werturteilsfreier Wissenschaft darf keine Interessen verfolgen, es darf keine ‘Liebe zu anderen Menschen’, zur lebendigen oder toten Natur verspüren, kein Leid, keine Trauer, keinen Schmerz, kein Mitgefühlt, keine Freude, keine Lust; […]

    Wie kommst Du denn darauf? In welcher Form verbietet denn Wissenschaft „ihrem Subjekt“ irgendetwas? Das musst Du mir mal erklären.

    Abe81 :
    Man verhält sich indifferent zur Welt als ganzer. Dem wissenschaftlichen Prozess ist die Welt relativ gleichgültig – bis eben auf jenen kleinen Teilbereich, den man selbst beackert.

    Da sehe ich nicht nur keinen Ansatzpunkt für Kritik, sondern eine schlichte Notwendigkeit. Da der Mensch nunmal nur über begrenzte Kapazitäten verfügt, muss er Teilbereiche betrachten um irgendwann das Ganze verstehen zu können. Wenn Du ein besseres Verfahren kennst, werden die (Natur-)Wissenschaftler die letzten sein, die sich dem verschließen.

    Abe81 :
    Nochmal betont: Es geht um den ideellen Durchschnitt, nicht um diesen oder jenen begeisterten Privatforscher.

    Was soll man denn unter ideellem Durchschnitt verstehen? Für mich hört sich das nach einer zusammenphantasierten, gesichtslosen Masse an und wer nicht dazu gehört ist eben nur ein Einzelfall. Oder wie ist das zu verstehen?
    Und zur Ergänzung hier mal eine Sammlung Deiner „begeisterten Privatforscher„: Symphony of Science: The Poetry of Reality (deutsche Untertitel verfügbar)

    Abe81 :
    Oder anders formuliert: Bei der berechtigten Kritik an der Esoterik, diese solle gefälligst “objektiv messbare” Erkenntnisse liefern (Ogrim), schüttet man das Kind mit dem Bade aus, weil diese Erkenntnis zu toter erstarrt – Erkenntnisse sind eben nicht nur “objektiv messbar”, sondern sollten auch subjektiven Zwecken folgen (das “warum” der Erkenntnis).

    Aha, und für wie tragfähig hältst Du Erkenntnisse, die nicht durch Fakten untermauert werden können? Diese Argumentation öffnet der Beliebigkeit Tür und Tor und wird deshalb von den Esoterikern nur allzu gern vorgebracht.

  20. HEX
    2. Januar 2013, 22:50 | #20

    @Abe81
    Mir scheint, du bringst die Methode „Wissenschaft“ durcheinander mit denen, die sie betreiben.

    Selbstverständlich interessieren sich Wissenschaftler dafür, was sie tun. Und selbstverständlich sind sie neugierig, ohne Neugierde wären viele wissenschaftliche Erkenntnisse sicherlich niemals zustande gekommen. Wissenschaftler sind, man lese und staune, ganz normale Menschen mit allem, was dazugehört.

    Und niemand fordert, dass das nicht so sein sollte, und das Wissenschaftler keine Gefühle haben dürften, oder dergleichen.

    Was aber gefordert wird, ist, dass sie die wissenschaftliche Methode korrekt anwenden, unabhängig davon, ob ihnen das Ergebnis gefällt oder nicht, oder ob sie davon einen finanziellen oder wie auch immer sonst gearteten Vorteil haben.

    Natürlich passieren dabei unbeabsichtigerweise Fehler, da Wissenschaftler ja, wie oben gesagt, auch nur Menschen sind. Es sollte aber darauf geachtet werden, diese soweit wie möglich zu vermeiden.

    Und natürlich machen einige auch absichtlich „Fehler“, um die von ihnen gewünschten Ergebnisse zu bekommen. Das ist aber gerade die Pseudowissenschaft, die hier bei Psiram zu Recht kritisiert wird.

    Die wissenschaftliche Methode wiederum ist natürlich als solche frei von Gefühlen und dergleichen. Das ist aber nicht ihre Schwäche, sondern gerade ihre Stärke, denn nur so können Ergebnisse erzielt werden, die möglichst objektiv und unabhängig davon sind, ob sie dem jeweiligen individuellen Beobachter gefallen und wie er sich dabei fühlt.

    Das mag vielleicht auf den ersten Blick unangenehm kalt und gefühllos wirken, aber es sorgt dafür, dass diese objektiven Ergebnisse eben für jeden gelten. Eine Aussage wie „das fühlt sich für mich gut und richtig an“ klingt zwar nett und schön individuell, aber Wissenschaft lässt sich so nicht betreiben, denn der nächste sagt dann: „Für mich fühlt es sich aber nicht so an!“ Und dann?

    Darum ist das objektive Vorgehen in der Wissenschaft so wichtig.

    Sicher, Antworten auf Fragen wie nach dem Sinn des Lebens oder nach der Existenz eines „höheren Wesens“ lassen sich somit nicht beantworten. Aber das ist in meinen Augen auch nicht Aufgabe der Wissenschaft.

  21. mneu
    3. Januar 2013, 19:00 | #21

    @SunsetDancer: Wissenschaft ist bestenfalls in der Lage Theorien zu schaffen, so schreiben sie. Ok, stimmt. Was schaffen denn die Homöopathen? Bei dieser Gruppe von Menschen gibt es eine Reihe von Behauptungen ohne Belege.
    Eine Theorie z.B. in der Physik muss Voraussagen machen, die durch Experimente und Beobachtungen falsifiziert werden können. Desweiteren hat die Herleitung einer Theorie sich an der Anwendung korrekter Mathematischer- und Wissenschaftlicher-Methoden zu halten.
    Homöopathie und Akupunktur haben bis heute keinen Beitrag zum Erkenntnisgewinn der Menschheit geleistet, sondern nur Wunschvorstellungen über ihre Wirksamkeit.

    Zum Artikel: Ich finde den Artikel richtig gut. Aber, es gibt noch einen Unterschied zwischen Newton Mechanik und relativistischer, die Newton Mechanik erklärt z.B. nicht warum ein Planet um die Sonne kreist, sondern hilft nur bei der Berechnung der Umlaufbahn. Die Relativitätstheorie erklärt warum sich Planeten in einer Umlaufbahn befinden.

    MFG

  22. Billige Ausrede
    3. Januar 2013, 22:18 | #22

    So schwurbelt ein Oberskeptiker herum:
    😉

    [Rest gelöscht. Es geht hier weder um die GWUP, noch deren Vorsitzenden, noch um Skeptiker. Kippen Sie bitte ihren OT-C&P-Müll woanders ab./G]

    Und wenn sie nicht verschwurbelt sind, dann schwurbeln sie noch heute 🙂

  23. Mephisto
    4. Januar 2013, 01:10 | #23

    @Billige Ausrede
    Thema verfehlt. Setzen. Sechs!

  24. Tachy
    7. Januar 2013, 23:33 | #24

    Der Hammer… Die Katz sieht genauso aus wie unsere :)….

    http://www.simonscat.com/Community/tachy/Page-1

    😉

  25. observer
    10. Januar 2013, 10:33 | #25

    Tachy :
    Der Hammer… Die Katz sieht genauso aus wie unsere ….
    http://www.simonscat.com/Community/tachy/Page-1

    Die Wissenschaft hat sie geklont!!

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