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Brooke „Medicine Eagle“ Edwards – Plastikschamanin mit 40 Jahren Erfahrung im Abzocken

Edwards gehört zu den Plastikschamanen, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind und wurde so oft als Plastik entlarvt, dass eigentlich jeder Bescheid wissen sollte. Ein Beispiel ist ihre Erwähnung in einer Resolution des American Indian Movement, die 1984 auf der National Leadership Conference verabschiedet wurde, in der Edwards treffend als Brooke „Medicine Ego“ bezeichnet wird. Leider hat bisher nichts dazu geführt, dass sie ihr Geschäft aufgeben muss, daher kommt sie in diesem Jahr nach Europa (Malta, Spanien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien) und schaut sich hier nach weiteren Schäfchen um, die sie mit Workshops, Seminaren und „Schamanischen Konferenzen“ scheren kann. Edwards wird auch Damanhur aufsuchen – eine Sekte, die sich als ökologisch ausgerichtete „intentional community“ bezeichnet. In Deutschland wird sie an einem sogenannten „Medicine Wheel-Treffen“ teilnehmen, das vom Bärenstamm organisiert wird, der vom Plastikschamanen Vincent LaDuke alias Sun Bear gegründet wurde.

Edwards unterhält seit ca. 30 oder 40 Jahren gute Verbindungen zum Bear Tribe und hat bereits mit LaDuke und dem Bear Tribe in den USA zusammengearbeitet. Das in der Esoterikszene beliebte Medizinrad, das auch Edwards einsetzt, ist weitgehend eine Erfindung von LaDuke, die er auf sein zahlungskräftiges weißes Klientel abstellte.

Beim Treffen des Bärenstamms wird Edwards auch Francis Talbot alias Manitonquat oder Medicine Story treffen, der sich als Ältester und Medizinmann der Wampanoag ausgibt. In den USA haben indigene Aktivisten jahrelang versucht, die Behörden davon zu überzeugen, dass Talbot nichts von all dem ist, da mehrere Gefängnisse ihn Zeremonien für indigene Häftlinge durchführen ließen. Er kommt regelmäßig zu Sommercamps nach Europa und arbeitet mit dem ZEGG, Tamera und Findhorn zusammen.

Unsere Freunde bei NAFPS haben vor ein paar Jahren recherchiert, dass Teilnehmer an diesen Camps Beschwerde wegen hoher Preise führten und mindestens in einem Jahr beklagte Talbot, man habe ihm auf der Anreise seine Brieftasche mit viel Geld gestohlen und brachte deutlich seine Erwartung zum Ausdruck, dass die Teilnehmer des Camps den Verlust durch eine Geldsammlung vor Ort ersetzten. Kurz danach waren Webseite und Forum zur Vorbereitung der deutschen Sommercamps dann nicht mehr öffentlich zugänglich.
NAFPS hat ebenfalls eine Bestätigung erhalten, dass die Organisatoren und Teilnehmer der Camps in Deutschland sehr wohl wissen, dass Talbot kein Wampanoag, sondern Weißer ist, als ein Mitglied des Organisatorenteams dies in einem öffentlichen Forum und auf einer Diskussionsseite bei Wikipedia einräumte.

Edwards stellt sich als angebliches Mitglied der Crow Nation dar; sie behauptet, sie sei auf der Crow Reservation aufgewachsen und habe Verwandtschaft in einer benachbarten Reservation. Vorübergehend veröffentlichte sie auf ihrer Seite sogar einen Mitgliedsausweis, den die Crow Nation als Fälschung bezeichnete. Dennoch hält Edwards immer noch an ihrer Legende fest, hat sie jedoch inzwischen angepasst und bezeichnet sich als „nicht-traditionelles Mitglied des Stammes“; vielleicht soll dieser Klimmzug erklären, warum sie nicht in der Lage ist, einen Mitgliedsausweis zu präsentieren. Das ist eine ziemlich lächerliche Begründung, da „Traditionalität“ – wie auch immer diese definiert werden sollte –, keine Vorbedingung dafür ist, als Mitglied der Nation anerkannt zu werden.

Edwards behauptet ferner verwandtschaftliche Beziehungen zu weiteren indigenen Nationen, wie bei Wikipedia zu lesen war: „She has ancestors in six native tribes (Crow, Nez Perce, Lakota, Cree, Peigan and Cherokee) as well as European blood from Scotland, Ireland, and Denmark.“ Edwards verwendet aber durchgehend die englischen Bezeichnungen dieser nations und nicht deren Eigenbezeichnungen. Dabei unterläuft ihr noch eine weitere – hmmm Besonderheit: In ihrem Buch „Buffalo Woman Comes Singing“, das 1991 in New York erschien, behauptet sie, ihre Familie habe Verwandte auf einer an die Crow Reservation angrenzenden Reservation gehabt, die einer indigenen Nation gehöre, die sie als „Shinela“ bezeichnet. Man hat ja nun schnell ermittelt, dass es sich bei der benachbarten Reservation nur um die der Northern Cheyenne handeln kann. Die Bezeichnung „Shinela“ kennen jedoch nur Edwards und ihre überzeugten Anhänger – sonst hat niemand von einer indigenen Nation dieses Namens gehört. Natürlich konnte Edwards 1991 nicht mal eben schnell googeln …, daher präsentiert Google heutzutage ihren „Shinela“-Stamm zusammen mit Ergebnissen, nach denen der Begriff wohl in einer auf den Philippinen gesprochenen Sprache so viel wie „Sandale“ bedeutet. Das Google-Ergebnis, das wir am schönsten fanden, war dieses: „Shinela is a Twink in the TwinkInfo.com Forums“.

Um das Bild abzurunden: Edwards behauptet, sie habe Neuro-Linguistisches Programmieren studiert und praktiziere dieses; ebenso sei sie von indigenen Medizinpersonen aus einer Vielzahl von nordamerikanischen Nationen ausgebildet worden (was sie deutlich als Plastikschamanin kennzeichnet) sowie von einer angeblichen Cheyenne-Medizinfrau, die jedoch nur als „Stands Near the Fire“ benannt wird. Ach, und in Peru wurde sie auch ausgebildet. Eine ältere Version ihres Wikipedia-Artikels führte noch an: „She gained an MA in Counseling Psychology from Mankato State University, and was awarded a PhD from the Open International University.“. Open International University hört sich ja nun nicht sonderlich seriös an, aber Edwards verwendet den Titel dennoch in ihrem LinkedIn-Profil, das sie als „Dr. Brooke Medicine Eagle“ führt. Ihren Beruf gibt sie dort als „Hüterin der Erde“ an. Edwards wird außerdem als „Sacred Ecologist“ [Heilige Ökologin] bezeichnet. Wie jedoch viele Esoteriker mit Ehrgeiz schmückt sich auch Edwards mit Auszeichnungen, von denen niemand etwas gehört hat, wie einen „besonderen Magical Blend Millennium Award“, den angeblich auch der Dalai Lama, Michael Gorbatschow, Oprah Winfrey etc. erhielten. Hat da wenigstens mal einer dem Dalai Lama und Gorbatschow Bescheid gesagt, dass sie zu Ehren gekommen sind?

Es gibt noch ein weiteres Thema, das Edwards zu Profitzwecken einsetzt: das Geschäft mit dem „Roten Zelt“, einer angeblichen Frauenhütte. Auf ihrer Facebookseite veröffentlicht Edwards ein Video von einer Veranstaltung, die in einem angeblichen Roten Zelt stattfand. Was Edwards jedoch zu gerne als Zelt ausgeben möchte, ist tatsächlich eine große, mongolische Jurte. Das Video zeigt Frauen, die in der Jurte tanzen, und die meisten tragen Schals und Kostüme, die eher als Bauchtanzoutfits geeignet sind. Und dieser Müll wird zahlenden Kunden buchstäblich verkauft als „Native American“.

Also, würden Sie dieser Frau einen Gebrauchtwagen abkaufen?


Brooke „Medicine Eagle“ Edwards
(Source: www.lunafemina.com/en/brooke-medicine-eagles-workshops-in-france-may-2015)

  1. knorke
    11. Mai 2015, 07:35 | #1

    Ich würde ihr nichtmal einen Gebrauchten VERkaufen.

    Auch gut: Wenn man sich schon einen seriösen Anstrich verpasst, sollte man vielleicht nicht grade diesen NLP-Humbug nehmen. Andererseits rundet das das Bild ja auch irgendwie wieder ab.

  2. nihil jie
    11. Mai 2015, 19:55 | #2

    aj aj aj… das ist so mega dreist, dass einem echt die Worte fehlen *gg ich fand das früher auch schon so unglaublich dreist. Diese Menschen haben in ihrer Kindheit wohl zu viel Winnetou geschaut.

  3. Bruno
    18. Mai 2015, 06:33 | #3

    Guten Morgen, ich hab die Intention des „Artikels“ nicht verstanden, noch viel weniger warum ihr sinnlos drei Menschen diskreditiert.
    Falls „Aufklärung“ das Ziel ist habt ihr noch sehr viel zu tun, dafür wünsche ich dann viel Erfolg.

  4. Kumi
    19. Mai 2015, 18:19 | #4

    @Bruno

    Hm, lass mal überlegen, warum …

    Jetzt hab ich es: Weil sie lügen und damit leichtgläubige Leute bescheißen. Könnte ich mir jedenfalls gut vorstellen.

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