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Artikel Tagged ‘Plastikschamane’

Brooke „Medicine Eagle“ Edwards – Plastikschamanin mit 40 Jahren Erfahrung im Abzocken

10. Mai 2015 4 Kommentare

Edwards gehört zu den Plastikschamanen, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind und wurde so oft als Plastik entlarvt, dass eigentlich jeder Bescheid wissen sollte. Ein Beispiel ist ihre Erwähnung in einer Resolution des American Indian Movement, die 1984 auf der National Leadership Conference verabschiedet wurde, in der Edwards treffend als Brooke „Medicine Ego“ bezeichnet wird. Leider hat bisher nichts dazu geführt, dass sie ihr Geschäft aufgeben muss, daher kommt sie in diesem Jahr nach Europa (Malta, Spanien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien) und schaut sich hier nach weiteren Schäfchen um, die sie mit Workshops, Seminaren und „Schamanischen Konferenzen“ scheren kann. Edwards wird auch Damanhur aufsuchen – eine Sekte, die sich als ökologisch ausgerichtete „intentional community“ bezeichnet. In Deutschland wird sie an einem sogenannten „Medicine Wheel-Treffen“ teilnehmen, das vom Bärenstamm organisiert wird, der vom Plastikschamanen Vincent LaDuke alias Sun Bear gegründet wurde.

Edwards unterhält seit ca. 30 oder 40 Jahren gute Verbindungen zum Bear Tribe und hat bereits mit LaDuke und dem Bear Tribe in den USA zusammengearbeitet. Das in der Esoterikszene beliebte Medizinrad, das auch Edwards einsetzt, ist weitgehend eine Erfindung von LaDuke, die er auf sein zahlungskräftiges weißes Klientel abstellte.

Beim Treffen des Bärenstamms wird Edwards auch Francis Talbot alias Manitonquat oder Medicine Story treffen, der sich als Ältester und Medizinmann der Wampanoag ausgibt. In den USA haben indigene Aktivisten jahrelang versucht, die Behörden davon zu überzeugen, dass Talbot nichts von all dem ist, da mehrere Gefängnisse ihn Zeremonien für indigene Häftlinge durchführen ließen. Er kommt regelmäßig zu Sommercamps nach Europa und arbeitet mit dem ZEGG, Tamera und Findhorn zusammen. Mehr…

Hogwarts an der Oder: mag. plast. scham. – oder: Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

28. August 2014 16 Kommentare

intrag2Da die Viadrina der Empfehlung der Hochschulstrukturkommission nicht folgen mochte und das IntraG nach wie vor besteht, bleibt uns ein thematischer Dauerbrenner erhalten: das [hüstel] Lehrangebot des Instituts.

Im Jahr 2014 werden im Modul „4a – Medizinethnologie“ Veranstaltungen angeboten, die offenbar auf einen Magister im Plastikschamanismus abzielen. So gibt es eine Veranstaltung von insgesamt sechs Stunden zu „Weltbild und Heilkunde nordamerikanischer Indianerstämme am Beispiel des Liban-Apache-Stammes“ [sic], als DozentIn ist nur „Gonzales Flores“ angegeben. Offenbar handelt es sich bei Herrn oder Frau Gonzales Flores um einen ganz geheimen wirklichen Geheimrat, da das gesamte Internet keine weiteren Ergebnisse finden kann, die auf eine Tätigkeit in der Ethnologie hindeuten. Das ist schade, weil wir unseren Lesern daher einen Überblick über die Tätigkeit dieses sicherlich hochqualifizierten und höchst produktiven Dozenten mit erheblichem Papierausstoß leider versagen müssen. Hinsichtlich der Qualifikation wundert es uns aber schon, dass einE EthnologIn im Titel der Veranstaltung gleich zweimal den Begriff „Stamm“ erwähnt und nicht etwa von „Ethnie“ spricht. Noch verwunderlicher ist es, dass eine solche Fachperson es nicht schafft, den Namen der Ethnie fehlerfrei zu schreiben. Da eine Fachperson ebenso wissen sollte, dass die indigenen Kulturen Nordamerikas sehr diversifiziert sind, hoffen wir doch, dass Herrn oder Frau Gonzales Flores in der sechsstündigen Veranstaltung keine unangebrachten Verallgemeinerungen unterlaufen sind. Mehr…

LMU: Eine Uni wird geräuchert

15. Juli 2014 20 Kommentare

Eröffnet Hogwarts an der Oder eine Filiale an der Isar? Man möchte es fast meinen, vernimmt man den GWUP-Blog. Kopfkratzend liest man dort Bernd Harders Artikel “Heiler und Medizinmänner: Wird die LMU München zur Schwitzhütte?”. Es geht um den “Weltkongress der Ganzheitsmedizin”, veranstaltet von “Infomed – Institut für Ganzheitsmedizin” und man fragt sich, was das an einer Uni, und dann auch noch an der renommierten Ludwig-Maximilians-Universität (LMU ) zu suchen hat. “Nichts”, meint sinngemäß auch der Dekan der Medizinischen Fakultät, welchen die GWUP um Stellungnahme bat:

Wir haben die LMU angeschrieben und vom Dekan der Medizinischen Fakultät, Herrn Prof. Dr.med. Dr.h.c. Maximilian Reiser, persönlich eine Antwort erhalten.
Demnach ist ein “Weltkongress der Ganzheitsmedizin” der Hochschulspitze nicht bekannt und den Hinweis auf die Fakultät erachte man als “rufschädigend”.

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Camprowanje in Kauaʻi (Hawaii) oder was macht Huna in Europa?

10. März 2011 2 Kommentare

Ein Gastbeitrag aus dem Blog Stattschamanen.
Auch bei Esoulk gibt es etwas dazu. Kurz und knackig und mit schönen Bildern: Who the fuck is Huna?

Befasst man sich mit dem Import – Exportmarkt der Kulturen, wird einem schnell klar, welcher Irrsinn damit einhergeht, was wiederum berechtigte Fragen aufwirft.

Zunächst exportieren wir mal gedanklich eine Vielzahl von Kulturen und ihre gewachsenen Werte, Traditionen, Geschichten und Mythen, Religionen und andere Gewohnheiten auf eine ferne Insel – beispielsweise nach Kauaʻi im Pazifischen Ozean.

Exportieren wir beispielsweise Camprowanje, das sorbische Zampern als einen alten Brauch der Winteraustreibung, alpine Almauf- bzw. -Abtriebszüge und Dornumer Tee mit Kluntje und dem friesischen „Moin“ zur Begrüßung. Als Beigabe dieser Exportschlager liefern wir Eichenlaub gegen Hämorrhoiden, Zwiebelsaft und Quarkwickel gegen Husten, Pflaumen und Sauerkraut gegen Verstopfung. Das gesamte Paket wickeln wir in heidnische Mythen und garnieren das Ganze mit einer Jesusfigur am Kreuz. So liebe Kauaʻianer, das ist das wahre Leben und damit werdet ihr nun glücklich. Hiermit würde die eigene Identität verdrängt werden. Das funktioniert natürlich nicht, wie uns bereits vor einigen Jahrhunderten die christliche Seefahrt mit ihrem missionarischen Eifer bewiesen hat. Entstanden sind dabei lediglich beinahe irreparable kulturelle Schäden.

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Tacansina Miwatani – das ‚Leichengerüst‘, das ein Bär sein wollte

19. März 2010 58 Kommentare

Tacansina Miwatani alias J.-Michael Kalagin, geb. J.-Michael Kohfink, ist ein recht umtriebiger „Schamane“, der nicht nur indigene Zeremonien verkauft, „Schamanen“ ausbildet und Seminare anbietet, sondern auch angeblich „schamanisches“ Familienaufstellen anbietet und über sein „Institut für Radiogeologie“ dubiose Gutachten für ebenso dubiose Gerätschaften zur Wasserverbesserung erstellt.

TM ist im deutschsprachigen Raum aktiv. Auf seiner Seite wird sein bürgerlicher Name nicht genannt, auf anderen Webseiten erscheint er als „Tacansina Kalagin“ oder „J-.Michael Kalagin“; die älteren Gutachten erstellte er als „J.-Michael Kohfink“. Als Verantwortliche für den Inhalt seiner Seite wurde zuvor seine Ehefrau Jeanette Kalagin genannt.

Weiterhin ist er aktiv in der „Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung der Senatoren“, wo er den Senator für Umweltschutz abgibt sowie mittlerweile zum Stellvertretenden Senatspräsidenten aufgestiegen ist. Diese Vereinigung unterhält zwar eine Webseite, taucht aber sonst in den Medien nicht auf.

Seinen „indianischen“ Namen möchte Kalagin übersetzt wissen als „Großer Bär der Mandan“. Beide Worte sind jedoch nicht Mandan, sondern Lakota (das zwar zur selben Sprachfamilie gehört, aber nur noch entfernte Ähnlichkeiten aufweist). Zudem ist „Tacansina“ zwar die Bezeichnung der Lakota für das Sternbild, das wir Großer Bär nennen; jedoch sehen die Lakota keinen Bären in diesem Sternbild, sondern das Wort bedeutet „Leichengerüst“. Auch „Miwatani“ ist das Lakota-Wort für das Volk der Mandan; die Eigenbezeichnung ist eine völlig andere. Die Wahl des Namens – Leichengerüst der Mandan – entbehrt jedoch nicht einer gewissen Trefflichkeit.

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Gaia-Pfad – Andreas und Jeannette Jacobs

5. Januar 2010 40 Kommentare


Die Jacobs nennen sich Schamanen, bieten jedoch vorwiegend indianische Zeremonien und indianische Spiritualität gegen Geld an. Die Bezeichnung „Schamane“ kommt aus Sibirien; bei den indigenen Völkern Amerikas gibt es keine Schamanen, sondern sie verwahren sich im Gegenteil deutlich gegen die Übertragung dieses Begriffs. Dies ist jedoch in der Esoterik/New Age-Szene gang und gäbe.

Bei den Jacobs gibt es mehrere Anzeichen für Unseriosität. Allein schon die Verwendung des inadäquaten Schamanentitels ist ein Hinweis darauf, daß die Jacobs entgegen aller Beteuerungen nicht „echt“ sind und nur für sich und ihre Lehrer in Anspruch nehmen wollen, etwas Authentisches anzubieten. Ein weiterer Hinweis – und typisch für den Esoterikmarkt – ist die auch von den Jacobs angebotene Mischung spiritueller Versatzstücke mehrerer Ethnien aus mehreren Kontinenten (wie z.B. die ebenfalls angebotenen keltischen Beltane- und Samhainfeste); noch ein bißchen Sibirien mit hinein sowie natürlich Ayahuasca – dies ist eine in einigen Gebieten Südamerikas von Medizinleuten genutzte Pflanze, bei deren unsachgemäßer Anwendung ebenfalls gesundheitliche physische und psychische Schäden eintreten können. Nicht zuletzt auch die Tatsache, daß die Jacobs Geld für ihre Dienste und die Durchführung von Zeremonien fordern: bei Native Americans gilt der Grundsatz „Don’t pay to pray“.

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William Jervis alias „Firewalker“ alias „Turtle Winds“ – oder: Die Parodie eines Plastikschamanen

3. Januar 2010 41 Kommentare


Auf dem Markt der Plastikschamanen tummeln sich viele Personen, allerdings ist Jervis ein Beispiel, das deutlich nach unten absticht. Die Bezeichnung ‚Plastik‘ ist bei ihm recht wörtlich zu verstehen: Jervis hat Videos ins Internet gestellt, in denen er mit Plastiktomahawks Tänze a la Hollywood-Indianerfilm darbietet. Er präsentiert sich mit einer Federhaube und Klamotten aus imitiertem Wildleder, die selbst das Angebot des billigsten Kostümverleihs noch wie Museumsexponate wirken lassen.

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„Selbsthilfeguru“ James Arthur Ray – drei Tote in unsachgemäßer Schwitzhütte

19. November 2009 Keine Kommentare

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,656666,00.html

Zitat:
„James Arthur Ray ist einer der bekanntesten New-Age-Gurus der USA […] jetzt droht ihm eine Anklage wegen eines todbringenden Rituals.“

Todbringendes Ritual? Der Spiegel veröffentlicht immer mal wieder Artikel, gerade im Bereich Indianer, die nicht wirklich von Sachkenntnis getrübt sind… (wie z.B. ein Artikel über den Erfinder des Cherokee-Alphabets, in dem dieser mehrfach als „Roter“ und „Wilder“ apostrophiert wurde).

Mit dieser Formulierung betreibt der Spiegel-Journalist im Grunde die Entschuldung von Ray und schiebt die eigentliche Ursache auf die Zeremonie.

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Hirschhausen bei Maischberger

6. Januar 2009 1 Kommentar

Die Hirschhausen Akademie – Parapsychologie

Eckart von Hirschhausen ist heute zu Gast bei Frau Maischberger:
Menschen bei Maischberger
SENDUNG VOM DIENSTAG, 6. JANUAR 2009, 22.45 UHR
Hypnose und Schamanen: Kann der Geist heilen?
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Irgendwie freue ich mich ziemlich darauf, wenn dieser außergewöhnliche Arzt auf die Schamanin Christa Yellowtail trifft.

Ein weiterer hochkarätiger Gast ist der Mediziner Prof. Köbberling, ein Mitglied der GWUP.

Alleine, dass das Wort „Paramedizin“ und nicht der unerträgliche Euphemismus „Alternativmedizin“ auf der ARD-Webseite auftaucht, lässt hoffen.