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Lasst sie doch, die „Spinner“

soll doch jeder nach seiner Fasson glücklich werden, die tun dir doch nichts. Hört man oft, wenn man Esoterik im Allgemeinen und „Alternative“ Medizin im Speziellen angreift. Ein ziemlich erschütterndes Beispiel, dass dem eben nicht immer so ist, zeigt dieser Fall im Blog Science-Based-Medicine. Kurz zusammengefasst: Bei einer jungen Mutter von 3 Kindern wird ein bösartiger Tumor (Krebs) von ca. 1,5 cm Größe festgestellt. Mit einer OP hätte sie in dem Fall eine langfristig prognostizierte Überlebensrate von 93% gehabt. Sie weigert sich und geht zum „Heiler“. Nach 3 Jahren kommt sie wieder, inzwischen ist der Tumor massiv gewachsen, blutet durch die Haut. Auch jetzt wäre noch ein Eingriff möglich, natürlich mit verminderten Chancen. Nein, sie weigert sich. Vermutlich, nach allem, was man abschätzen kann, ist sie heute tot.

  1. 11. Juli 2008, 19:47 | #1

    Die Frau hatte riesige Heilungschancen.
    Sie wurde mehrere Jahre mit Quacksalberei (Homöopathie, Reiki, irgendwelchem Tee usw.) abgezockt und durfte dann jämmerlich krepieren.

    Wie konnte sie glauben, dass ihr die Homöopathie helfen kann?

    Leider kann man auf diese ausgesprochen dumme Idee durch simples "dem Fachmann glauben" kommen! Die Presse ist sowieso völlig unfähig, mit dem Phänomen Komplementärmedizin umzugehen.

    Der Betrug reicht weit ins Gesundheitswesen und in die Universitäten herein.

    Kein Mensch würde auf die Idee kommen, Autos zu bauen, die auf einer alternativen oder komplementären Physik beruhen. Weil es einfach nicht geht.

    Und dort, wo es um Leid und menschliches Leben geht, wird magisches Denken durch Forschungsgelder und Ausnahmereglungen in der Zulassung gefördert?

  2. Horstibaer
    11. Juli 2008, 20:15 | #2

    Es ist manchen Leuten eben lieber ein einfaches, in sich geschlossenes Weltbild zu haben. Ob bei Esoterik oder Religionen findet man ja Antworten auf alles.
    Die Naturwissenschaft kann da nicht gegen anstinken. Es gibt immer Dinge, die man nicht oder nur teilweise versteht. Jede Antwort wirft neue Fragen auf. Ausserdem muss man sich die Bildung erarbeiten. Man kann Physik wohl nicht rein aus dem Bauch heraus begreifen. Da ist es doch einfacher irgendwas von freien Energien oder Heilsteinen zu schwafeln.

  3. 11. Juli 2008, 20:28 | #3

    Der Staat versagt völlig in seiner Kontrollfunktion.

    Gibt es einen alternativen TÜV?
    Werden Brücken intuitiv gebaut?

    Wieso dürfen sich die Wissenschaftsfeinde in der Medizin ungestört breitmachen?

  4. 11. Juli 2008, 22:37 | #4

    @Horstibär: Da gibt es viele Facetten. Gut zu wissen ist: Bei theoretischen Physikern gibt es mehr Gottesgläubige als z.B. bei Biologen. Klar, die sind so nah am Thema – dem richtigen Leben -, dass das lächerlich empfunden wird. Einen Evolutionsbiologen, der an Gott glaubt, findet man eh kaum.

    Was mir als Verständnis"matrix" oft hilft, ist die Betrachtung aus evolutionärer Sicht. Die Evolution erzeugt unglaublich ökonomische Verfahren. Diese Verfahren betreffen auch oder sogar besonders unser Hirn. Dieses ist eben nicht auf Erkenntnis als Wert an sich getrimmt, sondern auf rasches, ökonomisches Urteilen. Tiger oder Schatten? Freund oder Feind?

    Lebenserklärungen, die Frage nach dem warum, unterliegen dieser Denkökonomie ebenso. Das macht den Reiz netter solipsistischen, in sich geschlossenen Systemen aus. Wenn diese Systeme nicht in die Realität zurückwirken, sind sie beliebig. Diese Situation haben wir heute.

    Da Problem ist nur, das eine Gesellschaft dadurch verblödet, wenn sie vergisst, welch grandiose Möglichkeiten unser Denken bietet. Die Aufklärung ist gerade am Abklingen. Schau mer mal.

  5. Horstibaer
    12. Juli 2008, 09:59 | #5

    Es gibt ja auch genug Wissenschaftler, die garkeinen Wiederspruch zwischen Religion und Wissenschaft sehen und mit beidem ganz glücklich sind. Man schiebt sich Gott einfach da hin, wo die Wissenschaft (noch) Lücken hat.
    Wenn man diesen Mechanismus aber dann erstmal durchschaut hat, dann ist der Weg zum Agnostiker oder Atheisten auch nicht mmhr weit.

  6. 12. Juli 2008, 14:02 | #6

    Viele schaffen es auch über die einfache These "Wissenschaft erklärt immer nur, wie etwas funktioniert, aber nie warum es so ist" Glauben und Wissenschaftliches Denen unter einen Hut zu bringen.
    Sprich, sie wissen, daß das Universum durch den Urknall entstanden ist, aber für sie hat Gott den entsprechenden Schubs gegeben.

    Wenn diese Menschen für sich damit glücklich werden, meinetwegen, schlimm wird es halt, wenn irgendwelche verqueren esoterische Weltanschauungen unter das Volk gebracht werden.
    Und da versagen nicht nur die Medien, sondern auch die Regierung, die ihre Bürger nicht vor Methoden schützt, die man mit Begriffen wie "Quacksalberei und Scharlatanerie" bezeichnen muss.
    Besonders wiedert mich da der Kotau vor der "Komplementärmedizin" an, den man leider viel zu oft und (gefühlsmäßig) zunehmend in der "Schulmedizin" findet.

  7. 25. Juli 2008, 16:09 | #7

    Ja, mit "Licht & Liebe" fängt es an. Da ist auch alles noch ganz harmlos. Aber so gut wie alles, was in der Esoterik herum geistert, setzt darauf auf. Und da lernt man vor allem eines: "Alles Wahre ist einfach!". Und schon vertrauen die Leichtgläubigen lieber dem Scharlatan, der eben ganz einfach die Hand auflegt, ohne vorher aufwändige Diagnosen durchzuführen.

    Sowas ist schon verbrecherisch!

  8. Kinderarzt
    21. Dezember 2008, 21:04 | #8

    Kriminell ists.

    Lesen Sie darüber bei http://www.kidmed.de

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