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Masern-Epidemie: Schweiz beklagt erstes Todesopfer

03.02.2009

Die noch immer anhaltende Masern-Epidemie in der Schweiz hat ihr erstes Todesopfer gefordert. Ende Januar starb im Genfer Universitätsspital eine 12-jährige Französin an einer akuten Masern-Enzephalitis, einer durch Masern-Viren ausgelösten Hirnentzündung. Laut dem Schweizer Gesundheitsamt wies das Mädchen keine Vorerkrankungen auf, sie war bis zur Ansteckung mit den Masern-Viren völlig gesund. Das Mädchen, das aus dem französisch-schweizerischen Grenzgebiet stammt, war nicht geimpft. Die genaue Ansteckungskette ist noch nicht bekannt. Die Schweizer Behörden vermuten die Infektionsquelle in der katholischen Schule in Genf, die auch von vielen französischen Schülern besucht wird.

In der Schweiz sind im Jahr 2008 insgesamt 2.216 Masern-Fälle gemeldet worden, Schwerpunkt war der Kanton Luzern. Bei insgesamt acht Kindern führte die Masern-Erkrankung zur gefürchteten Masern-Enzephalitis, die in etwa 30% der Fälle tödlich verläuft. Seit Anfang des Jahres 2009 sind bereits wieder mehr als 40 Menschen an Masern erkrankt, viele wieder aus dem Kanton Luzern. Die Durchimpfungsraten des Kantons Luzern und des benachbarten Kantons Schwyz gehören zu den niedrigsten der gesamten Schweiz. Laut Angaben der Behörden können nur etwas mehr als 60% der zweijährigen Kinder die zwei empfohlenen Impfungen gegen Masern vorweisen. Die Behörden rechnen daher mit einer weiteren Ausbreitung der Masern.

Erneute Ausbrüche auch in Deutschland – Kinder- und Jugendärzte fordern Impfnachweis in Gemeinschaftseinrichtungen
Auch in Deutschland grassieren die Masern. In Hamburg sind seit Anfang 2009 mehr als 30 Masern-Fälle gemeldet worden, aus Rheinland-Pfalz und Bayern wurden vom Berliner Robert Koch-Institut (RKI) für 2009 bereits Einzelfälle registriert. In Gelsenkirchen wurden aufgrund mehrerer an Masern erkrankter Schüler drei Schulen vorübergehend geschlossen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert einen Impfnachweis für alle Kinder, die städtische Gemeinschaftseinrichtungen besuchen – nach dem amerikanischen Vorbild „no vaccination – no school“. „Es kann nicht sein, dass in unserem hochentwickelten Land heute noch Kinder an Masern sterben. Die Ausrottung der Masern liegt in der sozialen Verantwortung jedes Einzelnen. Durch einen Impfnachweis in öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen könnten wir dieses gesellschaftliche Problem in den Griff bekommen und alle Kinder vor der vermeidbaren, lebensgefährlichen Infektionskrankheit schützen – vor allem auch die Kinder und Säuglinge, die aufgrund eines Immundefekts nicht bzw. aufgrund ihres Alters noch nicht geimpft werden können“, kritisiert Dr. Ursel Lindlbauer-Eisenach, Kinder- und Jugendärztin aus München und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI.

Die STIKO empfiehlt zwei Impfungen gegen Masern, Röteln und Windpocken. Die erste Impfung kann ab dem vollendeten 11. Lebensmonat erfolgen, die zweite Impfung vier Wochen danach. Um die Masern in Deutschland zu eliminieren, sind Durchimpfungsraten von 95% für beide Impfungen nötig.

Quelle:
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1…..

KategorienImpfen Tags: ,
  1. 5. Februar 2009, 09:00 | #1

    Tragisch. Der Todesfall wäre vermeidbar gewesen. Weiß man, warum das Mädchen nicht geimpft war?

  2. Andreas Lichte
    5. Februar 2009, 09:33 | #2

    @ Schlonz

    warum DIESES Mädchen nicht geimpft war, weiss ich nicht.

    Warum viele andere Mädchen und Jungen nicht geimpft werden, weiss der SPIEGEL:

    "Impfmüdigkeit löste Masernepidemie aus

    […] Die Fraktion der Verweigerer hat Georg Vogt vom Gesundheitsamt Duisburg in drei Gruppen eingeteilt, wie der SPIEGEL 2006 berichtete: die "einfachen Impfmuffel", die "ideologisch verhärteten Anthroposophen" und die "oberkritischen Gebildeten"."

    http://www.spiegel.de/wisse

    Ich empfehle Ihnen den ScienceBlogs Artikel:

    "Masernepidemie durch Anthroposophie"

    http://www.scienceblogs.de/

    Dort kommen in den Kommentaren auch Anthroposophen zu Wort … Viel Spass! Daneben gibt es viele Quellenangaben.

  3. FabianFuchs
    5. Februar 2009, 13:05 | #3

    Bei WELT ONLINE haben sich in den Kommentaren auch die üblichen Verdächtigen eingefunden.

    http://www.welt.de/wissensc

    Der Idee, dass jedes Kind, das in einen Kindergarten oder in die Schule kommt, geimpft sein muss, kann ich immer mehr abgewinnen.

  4. 5. Februar 2009, 13:39 | #4

    Leider verhindern "Impfskeptiker" damit auch die erfolgreiche Ausrottung dieser Krankheit. Und setzen andere Menschen oft genug tödlicher Gefahr aus, indem sie die Krankheiten weiter verbreiten. Würden sie sich nur selber gefährden, würde ich das unter "angewandten Darwinismus" fassen.

  5. Andreas Lichte
    5. Februar 2009, 13:52 | #5

    @ Gunnar

    Sie schreiben:

    "Würden sie sich nur selber gefährden, würde ich das unter "angewandten Darwinismus" fassen."

    Impfgegner gefährden aber sowieso nicht nur sich selbst, sondern zuerst einmal ihre eigenen Kinder. Die werden aber nicht gefragt, ob sie gerne an den Spätfolgen von Masern sterben möchten, oder auch nur mal gerne so richtig krank sein wollen …

    Ein wichtiger Verbreitungsweg der Masern:

    Von Waldorfschule zu Waldorfschule.

    Auch das geht aus den Kommentaren zum Artikel "Masernepidemie durch Anthroposophie" hervor, siehe:

    http://www.scienceblogs.de/

  6. Virus masern
    5. Februar 2009, 15:02 | #6

    Ein herzliches Dankeschön an die Impfgegner.

    Ich möchte mich nun einmal ganz herzlich bei der Impfgegnergemeine bedanken, dass sie sich so selbstlos für unser Überleben einsetzt. Wir freuen uns auch, dass unseer schlechter Ruf (wir seien für den Tod von Millionen Kindern verantwortlich) korrigiert wird- wir fördern dafür auch gerne Anthrokinder in ihrer Entwicklung. Wir brauchen Epidemien um zu überleben. Das Ausrottungsprogramm der WHO macht uns große Sorge.

    Also nochmals Danke

    Virus Masern
    Vorstand des Kommitees gegen das Masernausrottungsprogramm

  7. wolfgang
    6. Februar 2009, 10:06 | #7

    Masernepidemie in der Schweiz Meldungen von Nov 2001 bis Jan 2009

    Total Fälle 3380, 93,4 % nicht geimpft
    Komplikationen 504 (15,4%)
    Hospitalisation 256 (7,8%)
    Enzephalitis 8 (0,2%)
    Pneumonie 143 (4,4%)
    Otitis 161 (4,9%)

    Die deutschsprachige Schweiz hohe Inzidenzen (784 Fälle pro 100.00 in der Zentralschweiz pro 24 Monate, mit großem Anteil an Naturheilmedizinern)
    Verbindliche Zielsetzung WHO für 2010 < 1 Fall pro 1 Mio Einwohnern, das wären max 7 Fälle pro Jahr.

    Quelle: HP Zimmermann Bundesamt für Gesundheit am 4.2.2009

    Es ist noch viel zu tun.

  8. 6. Februar 2009, 13:49 | #8

    "Es ist noch viel zu tun."

    Allerdings. Eine Impfung gegen Verschwörungswahn und Paranoia wird es aber vermutlich nie geben. Leider.

  9. wolfgang
    6. Februar 2009, 15:28 | #9

    <i>
    Allerdings. Eine Impfung gegen Verschwörungswahn und Paranoia wird es aber vermutlich nie geben. Leider.<i>

    Verschwörungswahn ist mir nichts bekannt, obgleich Wahnhaftes durch Kokain erzeugt-an einer Antikokain Impfung wird gearbeitet, ebenso wie an einer Anti-Nikotin Impfung für Kettenraucher, letzteres halt ich für aussichtsreicher

    http://www.thenakedscientis

    Und wenn Paranoia durch Alzheimer bedingt ist, ist auch da was möglich die Fa Affiris arbeitet an einem Alzheimer Impfstoff.

    Aber einen Impfstoff gegen Dummheit wirds nicht geben, da gibts unüberwindliche Schwierigkeiten mit Placebo und Verum Gruppe spätestens in Phase III

  10. 6. Februar 2009, 15:58 | #10

    @Wolfgang: Dann gibt es ja teilweise Hoffnung.

    Ja, und die Impfung gegen Dummheit würde selbst dann scheitern, wenn es sie gäbe: Wer sie bräuchte, wollte sie nicht.

    Ansonsten: Gegen ein Privativum wird man nie Impfen können.

  11. ich
    7. Februar 2009, 21:48 | #11

    Auch ich kenne ein Kind das durch die Masernimpfung starb. NEIN zum IMPFEN! Ist auch meine Meinung. Ich hoffe Christian Anders macht weiter!

  12. Papavera
    7. Februar 2009, 21:54 | #12

    Ja? Bitte nenne die Meldung ans PEI. Die haben ja wohl die Kausalität bestätigt, ja?

    Ich wüsste auch zu gerne, wie man durch eine Antigenmenge stirbt, die weit unter dem liegt, was man z.B. täglich an Keimen natürlicherweise aufnimmt. Bitte, erkläre das. Wie war das, welche immunologischen bzw. biochemischen Mechanismen waren da am Werke.

    Du weißt es ja.

  13. 7. Februar 2009, 22:54 | #13

    @papavera

    es gibt ca 3-4 Kinder in 35jahren die ursächlich durch die Masernimpfung umgekommen sind. Das waren Kinder mit einem schweren Immundefekt, der zum Zeitpunkt der Impfung noch nicht diagnostiziert war. Schwerer Immundefekt ist eine Kontraindikation zur Impfung. Die konnten keine Antikörper gegen das Impfvirus bilden und sind an MIBE (measles inclusion body encephalitis) verstorben. Tragisch.

    In derselben Zeit sind aber Millionen immunkompetente Kinder an Masern verstorben und weitere Millionen Geimpfte vor Maserninfektionen geschützt worden.

  14. Papavera
    7. Februar 2009, 23:08 | #14

    @ Wolfgnag: die hätten doch aber auch an banalen Infekten sterben können?

  15. 8. Februar 2009, 11:13 | #15

    @Papavera: Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch.

  16. Schau-ma-amoi
    9. Februar 2009, 09:28 | #16

    @ Gunnar:
    "Leider verhindern "Impfskeptiker" damit auch die erfolgreiche Ausrottung dieser Krankheit."

    Und ganz liebe Vertreter der Impfgegner monieren die ständige Verwendung des Ausdruckes "Ausrottung" Viren und Bakterien gegenüber.

    Ich bremse auch für Viren und Bakterien.

  17. 9. Februar 2009, 11:17 | #17

    Pocken sind weg, es braucht keine Impfung mehr. Mit Masern wäre das auch möglich, mit allen menschgebundenen Viren eigentlich. Wäre man Verschwörungstheoretiker, könnte man meinen, die Impfgegner sind von der Pharma gekauft.

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