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Auf der Suche nach dem Stein der Dummen

In vielen Städten gibt es ja mittlerweile Mittelalter-Märkte, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Allerlei Nützliches, das handgearbeitet ist, vielerlei Unnützes aber Nettes, auch einfach nur Schönes wird dort feilgeboten. Überraschend ist jedoch, wenn Produkte, die auf die Ideenwelt des Mittelalters zu Gesundheit und Krankheit zurückgehen, im schicken, modernen Design und von der Kundschaft unbemerkt Fuß fassen im normalen Handel.

Reformhaus-Kunden sind eine wunderbare Zielgruppe: Meist älter, infolge dessen oft wegen mancher Zipperlein gesundheitsbewusster als andere, wesentlich mehr Frauen als Männer und nicht selten auch bereit, für das Versprechen von Gesundheit, Schönheit und ewiger Jugend die Börse weit zu öffnen und dies auch zu können. Zudem können sie oft das Kleingedruckte nicht (mehr) lesen und lassen sich stattdessen „beraten“.

Auf diese Zielgruppe haben es die Produzenten und Verkäufer wegen der genannten Vorteile nicht erst seit heute abgesehen. Eine Gruppe, der man erfolgreich Himalaya-Salz, überteuerte Kosmetik, diverse Nahrungsergänzungsmittel, Aloe-Saft und Basenpulver andrehen konnte und kann, ist natürlich hoch interessant. Und so verwundert es nicht, dass diese Gruppe von der Firma Vita Juwel ins Visier genommen wurde. Die Firma Vita Juwel vertreibt Stäbe aus Glas, in deren unteres, aufgeblasenes Ende Halbedelsteine eingebracht sind. Diese Stäbe sollen in Wasser gestellt werden, wodurch dieses „energetisiert“ werde und nun als Edelsteinwasser aufgefasst werden kann. Zur Untermauerung wird u.a. eine „Studie“ der Firma Hagalis AG vorgestellt, die die „Qualitätsverbesserung“ durch allerhand schwurbelige ausserwissenschaftliche Untersuchungesmethoden wie die eigene Kristallanalyse nach Hagalis glaubhaft machen soll. Diese AG bietet diese „Laboruntersuchungen“ für 392 Euro an.

Hinter der „Laboruntersuchung“ der Hagalis AG verbirgt sich nun mitnichen etwas, das auch nur entfernt mit moderner Wissenschaft zu tun hat, sondern es wird die Spagyrik – der Gesundheitszweig der Alchemie – bemüht. Zwar werden einige Eigenschaften der Wasserproben (1 Probe und 1 Kontrolle!) auch „chemisch-physikalisch“ untersucht. Die Proben unterscheiden sich jedoch bei diesen objektiven Methoden kaum bzw. leicht erklärbar durch Messfehler oder das Stehenlassen der einen Probe. Erst die subjektiv-esoterische Kristallanalyse „belegt“ dann in dem „Gutachten“, dass das Wasser durch den Vita Juwel Stab ganz, ganz viel besser wurde.

Die Vorstellung, man könne Stoffen andere gewünschte Eigenschaften „aufprägen“ wie hier dem Wasser, entstammt der Alchemie. Die Alchemisten suchten nicht nur u.a. unedles Metall in Gold umzuwandeln, sondern auch Heilmittel und den Stein der Weisen (eine kleine Auswahl, was man so alles haben wollte). In diesem eigentlich wohl auf Aristoteles zurückzuführenden, aber im Mittelalter wieder erstarkten Ideengebäude haben Stoffe nämlich nicht nur Eigenschaften, sondern auch „Prinzipien“. Diese Prinzipien kann man übertragen und damit die Stoffe wandeln. Diese Vorstellungen liegen auch einer „Wasserveredlung“ durch Edelsteine zugrunde: Indem man Steine in Wasser ziehen lässt, sollen diesem deren Eigenschaften gleichsam aufgeprägt werden. Den Steinen werden wiederum wundersame Eigenschaften und Heilungskräfte zugeordnet; nicht etwa die schnöde Bildung von Gallen- oder Nierensteinen, wie man nach dem Grundkonstrukt vermuten könnte. Nein, es geht ja um gute, weiße Magie und so gibt es da auch nur gute Wirkungen. Unerwünschte Nebenwirkungen als Schadwirkungen sind dann wohl der Schwarzmagie zuzuordnen und so wundert es nicht, dass bei den Glasstäben keine Gegenanzeigen aufgeführt sind…

Magische Ideen dieser Art sind spätestens seit der Wiederbelebung der Vorstellungen Hildegards von Bingen durch und in der Eso-Szene wieder breiteren Kreisen bekannt geworden. In den Buchhandlungen gibt es vielerlei Traktätchen zur „Hildegard-Medizin“, zu „Heilsteinen“ und zu „Edelsteinwasser“. Anscheinend kauft die Kundin im Do-it-yourself-Selbstmedikations-Rausch Bücher dieser Art willig, weil sie schlichtem Analogiedenken, einer naiven (meist weiblichen) Farbenfreude und der vagen Vorstellung von Natürlichkeit entgegenkommen.

Ein weiterer moderner Adept dieser magischen Ideen ist der Herr Masuru Emoto. Auch er glaubt, man könne Eigenschaften auf Wasser übertragen und dieses Wasser verhalte sich dann anders. Auch er spielt mit Kristallbildchen herum und will da irgendwetwas herauslesen.

Auf Esoterik-Messen und in Eso-Läden werden folgerichtig seit geraumer Zeit auch „Heilsteine“ angeboten und so mancher Mineralienhändler versucht, sein Angebot an preiswerten getrommelten Halbedelsteinen durch die Zuschreibung von Heileigenschaften etwas teurer verkaufen zu können.

Nun kann man einen kleinen Amethyst oder Bergkristall aus der Schleiftrommel trotzdem nur für kleines Geld verkaufen. Was lag also näher, als die Heilsteinerei zum einen lukrativer als auch anwenderfreundlicher zu machen. Die billigen Steine werden in Glasstäbe eingeschmolzen, das Ganze edel verpackt und schon kann man das teuer absetzen (die Preise bei Vita Juwel bewegen sich zwischen etwa 50 bis etwa 200 Euro). So zumindest die Vorstellung. Die „Heilsteine“ haben also nicht mal mehr Kontakt zum Wasser. Da reibt sich selbst der Alchemist die Augen.

Aus schlichtem Leitungswasser soll also durch die Kraft dieser Zauberstäbe schon nach 7 Minuten (hah, schon wieder eine magische Zahl!) ein Wasser werden, das „bessere Eigenschaften“ hat und mancherlei Gesundheitswirkungen. Natürlich ist man bei Vita Juwel noch am mehrfach abzocken forschen und entwickeln, so dass ein Stab nicht gegen alle Zipperlein hilft, sondern die Tante Grete für die schlanke Taille eine andere „Mischung“ im Glasstab braucht als der Onkel Egon für seinen Diabetes:

http://www.aureliaweb.de/vitajuwel.html

Und natürlich braucht Klein-Waldemar den Stab „für Kids“. So wegen der Konzentration und der Schulleistungen:

http://www.openpr.de/news/320573/Edelsteinwasser-fuer-Kinder-Der-VitaJuwel-Kids.html

Mit dem „Vita Juwel“ soll nun aktuell der Reformhaus-Markt erobert werden. Die Reformhäuser stecken trotz oder vielleicht gerade wegen des Bio-Booms in der Krise, auch wenn die Kundschaft per se zahlungskräftig ist; sie wandert nur ab:

http://www.welt.de/print-welt/article92352/Frust_in_der_Oeko_Nische.html

http://www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D98AC2EC17C392932A/Doc~E6C9788ECF1A6446D95200E78569AB016~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Dem versucht man natürlich entgegen zu wirken, da die Zielgruppe (LOHAS, Life of Health and Sustainability) auf 20-25% der Bevölkerung geschätzt wird:

http://www.presseportal.de/pm/14017/1314166/dr_wieselhuber_partner_gmbh

Erste Reformhäuser, in denen das neue Konzept erprobt wird, sind bereits eröffnet.
Einige Häuser stellen die Vita Juwel Produkte sogar ins Zentrum von Eigenwerbeaktionen, sogar mit Pressemitteilungen:

http://www.presseanzeiger.de/meldungen/gesundheit-medizin/293124.php

Und das, obwohl es aktuell ein leicht recherchierbares Landgerichtsurteil gibt, in dem klar gestellt wird, dass die gesundheitsbezogene Werbung für „Heilsteine“ nicht statthaft ist, da sie den Verbraucher irre führt:

http://www.it-recht-kanzlei.de/index.php?id=%2Fview&cid=3756&print=1

Ob sich die Reformhäuser generell einen Gefallen damit tun, jetzt wirklich esoterische Produkte an die Frau und auch manchen Mann bringen zu wollen, darf auch jenseits des juristischen Aspekts dieser Sortimentsaufstockung bezweifelt werden. „Zurück in die Zukunft“ mag ein spannendes Konzept für Fantasy-Filme sein; Kaufleute, die erst mal den Ideologie-Muff des 19. Jahrhunderts los werden müssten und die wirklich in die Zukunft blicken wollen, sollten sich zuallererst nicht mit Herstellern gemein machen, die Kunden mit mittelalterlichen Zauberutensilien betrügen wollen.

Denn spätestens der Kadi holt ganz flott in die Gegenwart.

  1. 13. Oktober 2009, 09:32 | #1

    Ich finde immer wieder bemerkenswert, daß uralte Überlieferungen dem wissenschaftlich fundierten Fortschritt vorgezogen werden. Und dieser an den Haaren herbeigezogene Mineralschrott erst recht.

  2. nogro
    13. Oktober 2009, 09:35 | #2

    Jetzt machen auch die Discounter mit:
    http://norma-online.de/_de_
    Auch die entsprechende Literatur ist erhältlich:
    http://norma-online.de/_de_
    Sicherlich wird aber eine tele-radiästhetische Überprüfung ergeben, dass das Normasteinwasser nur 10% der Boviseinheiten des Originals hat.

  3. 13. Oktober 2009, 09:48 | #3

    Au Backe.

    Na ja, aber da hält sich die Investition noch im Rahmen. Man sieht auch, wie viel die Steine so kosten. In den Glasstäben sind ja, wenns hoch kommt, 20 g des Halbedelstein-Abfalls. Der wäre ja, da sehr klein, normal wahrscheinlich ganz unverkäuflich (für Schuck geht der nicht mehr, wie ich meine). Da sind die Steine von Norma noch mehr wert.

    Aber natürlich wird durch so etwas der Boden bereitet, der Unsinn fasst Fuß mitten in der Gesellschaft.

  4. GeMa
    13. Oktober 2009, 09:48 | #4

    Nebenwirkungen : http://www.vereine.oftershe
    also Vorsicht beim Umrühren!

  5. 13. Oktober 2009, 13:01 | #5

    Wenn ich das schon lese, dass hier Filter propagiert werden, um "zuverlässig alle ungewünschten Schadstoffe aus dem Leitungswasser herauszufiltern", kriege ich die Krätze. Es gibt kaum ein Lebensmittel hier in D, das so überwacht wird und für das so enge Grenzwerte gelten wie ausgerechnet Trinkwasser. http://de.wikipedia.org/wik

    Jedes Herumpfuschen bedeutet da meist erst einmal eine Verschlechterung.
    Und dann noch dieser unsägliche Edelstein-Esoterik Scheiss. Da werden den Leuten total überteuerte Reste angedreht. Für das selbe Geld bekommt man sonst den entsprechende Halbedelstein in mehreren Kilo. Für so einen wertlosen und wirkungslosen Mist also eine ganz nette Gewinnspanne, bei der sicher auch Investmentbanker noch neidisch werden können.

  6. Kurt
    13. Oktober 2009, 14:35 | #6

    @nogro

    Die Eso-Profi-Heilsteinverklopfer wehren sich schon immer gegen billige Konkurrenz-Angebote.

    Sie rechtfertigen ihre hohen Preise mit den Argumenten, dass der Weg vom Abbau der Steine bis zum Verkauf "rein" sein muss. Also, keine Kinder- und Sklavenarbeit, ein liebevoller Umgang mit dem Stein bei der Verarbeitung, das geht am besten mit Handarbeit und um Gottes Willen nicht bei industrieller Fertigung.

    Jeder, der mit dem Stein zu tun hat und negative Energien ausstrahlt, schadet der Schwingung des Steins. Dies zu vermeiden, ist natürlich teuer 😀

  7. Populus
    13. Oktober 2009, 17:58 | #7

    Da fällt mir übrigens zu ein, das es während meiner Ausbildung in der chemischen Industrie ebenfalls einen kleinen Exkurs in Sachen Alchemie gab. Man mag es glauben oder nicht aber die haben tatsächlich die Grundlagen der modernen Chemie gelegt. Davon abgesehen halte ich die gesamte "Wohlfühlindustrie" für ein Problem heutzutage. Man kann den Leuten mangels naturwissenschaftlichen und historischen Grundwissens nahezu alles aufschwatzen.

  8. 13. Oktober 2009, 18:11 | #8

    Die historische Bedeutung ist ja unbenommen. Was mich immer wirklich fuchst: bei den Arzneimitteln sind die Leute SO kritisch, oft genug sind dieselben Leute dann bei solchen Sachen völlig gläubig. Ich vermute: die verstehen in keiner Weise, wie Arzneien wirken, die machen daher Angst. Bei solchem Kram GLAUBEN sie zu wissen, wies funktioniert (wie so ne Art Tee, nur mit Steinen…) und bekommen von den Verkäufern suggeriert, dass es funktioniert und nebenwirkungsfrei ist, also kaufen sie den Scheiß.

    Hm.

    Ob die hier alle wissen, dass sie als Referenzen genannt sind:

    http://www.heilung-heute.de

  9. treberT ottO
    13. Oktober 2009, 19:07 | #9

    Hema schrieb:

    "Bei solchem Kram GLAUBEN sie zu wissen, wies funktioniert (wie so ne Art Tee, nur mit Steinen…)"

    Ist das nicht sowieso der Grund, oder jedenfalls EIN Grund, was den ganzen Esoschrott für Viele so attraktiv macht, nämlich "anschauliche", "einleuchtende" Erklärungen?

  10. 13. Oktober 2009, 23:26 | #10

    Sagt mir bitte, dass das nicht wirklich vom ZDF gesendet wurde: http://www.heilung-heute.de

    Bitte, bitte, bitte…

  11. Maran von El Shadday
    14. Oktober 2009, 13:52 | #11

    Nur und ausschliesslich die Natur kann und wird uns gesunden.
    Der sogenannte wissenschaftliche Fortschritt ist eine Farce, ein Instrument um in Massenmedien die Dummen zu beschäftigen.
    Zu keiner Zeit, war der Mensch so krank. Erst als er sich abwand von der Natur und meinte die Herren im weissen Kittel wüssten besser Bescheid.
    Das einzige was diese fundierten Wissenschaftler wissen ist wie Ihr Profit steigt.
    Ihr alle die da reden von Dingen die Ihr nicht versteht, ihr werdet in den nächsten Monaten die Enthüllungen über die menschenverachtende Krankheitsindustrie kommentieren können. Witzig ist auch der Kommentar der das Wort "Grenzwerte" benutzt.
    oder Überwachung…ha. Ich habe Wasserproben von unabhängigen Gutachtern gesehen und Proben mit katastrophalen Ergebnissen
    wo Grenzwerte Industrie- und Lobbygerecht angepasst werden. Schon mal was von Nanotechnologie gehört. Dann zeigen Sie mir doch mal eine Wasseraufbereitung die das herausfiltert. Auch würde mich interessieren wie Hormone aus dem Trinkwasser herausgefiltert werden. Soviel zu Überwachung.

  12. 14. Oktober 2009, 14:28 | #12

    "Nur und ausschliesslich die Natur kann und wird uns gesunden."
    http://www.spiegel.de/wisse

    "Menschen erbten Filzläuse von Gorillas

    Vor 3,3 Millionen Jahren sprang die Filzlaus vom Affen zum Menschen über. Vermutlich holte sich Homo sapiens die Parasiten, als er in den Nestern von Gorillas schlief oder die Tiere jagte."

  13. 14. Oktober 2009, 15:08 | #13

    Nach dem Steinchen wird jetzt in Magdeburg hochakademisch geforscht: http://chefarztfrau.de/?p=932

  14. Maczek
    14. Oktober 2009, 15:38 | #14

    Manchmal wünsche ich mir, Leuten wie Maran einen Ausflug in die Zeiten gönnen zu können, in dem das Instrumentarium "um in Massenmedien die Dummen zu beschäftigen." weitaus beschärnkter als heute war, und Pockepedemien zigtausende dahingerafft haben.
    Aber vermutlich ist auch das nur eine Lüge der gekauften Geschichtswissenschaft… ^^

  15. 14. Oktober 2009, 15:38 | #15

    "Nur und ausschliesslich die Natur kann und wird uns gesunden."

    Wer so einen Blödsinn von sich gibt, sollte schleunigst den Computer ausmachen, und sich in die reale Natur begeben und nicht in die imaginierte Bambiwelt. Parasiten, Pilze, Pflanzengifte, alles unglaublich heilend.
    Und die moderne Medizin hat natürlich keinerlei Fortschritte gemacht, bis auf ca. 40 Jahre mehr Lebenserwartung wie vor 100 Jahren.

  16. GeMa
    14. Oktober 2009, 16:40 | #16

    Anmeldungen für die Studiengänge Master of Alchemie für das Wintersemester 2010/11 an der Zaubereiakademie Hogwarts Magdeburg bitte beim Weißen Prorektor http://www.beepworld.de/mem

    "Wir wollen den homöopathischen Ärzten solide Werkzeuge in die Hand geben und sie befähigen, die Ergebnisse ihrer Arbeit kritisch zu bewerten", beschrieb Weiß das Anliegen des Studiengangs. "Köthen ist das Mekka der Homöopathie. Da wäre es unsinnig, wenn dieser Studiengang nicht von einer Universität des Landes Sachsen-Anhalt begleitet würde", stellte der Prorektor fest. (Mitteldeutsche Zeitung, online, 07.10.09)

    Damit die Qualität der akademischen Lehre in der Otto-von-Guericke-Uni Hogwarts weiterhin garantiert ist, haben sich Bewerber in Gandalfs Büro 3x gen Köthen zu verbeugen und Mutabor zu rufen (homöopathischer TMS).

    Die Reise zum Präsenzstudiengang nach Mekka (Ortsteil Köthen) wird mittels Flohpulver erfolgen. Dies könnte zu (weiteren) Kopfverletzungen führen. Die – rechtzeitige – protektive Einnahme von excrementum pulex D 200 wird daher dringend empfohlen.

  17. Populus
    15. Oktober 2009, 02:04 | #17

    "Und die moderne Medizin hat natürlich keinerlei Fortschritte gemacht, bis auf ca. 40 Jahre mehr Lebenserwartung wie vor 100 Jahren."

    Das alleine der Medizin zuzuschreiben ist genau so ein Schwachsinn wie der Glaube an wirkungslosen Pülverchen. Vor hundert Jahren war der Mensch in Sachen Hygiene ungefähr auf dem Stand wie hiesigen hygienischen Bedingungen in einem Schweinestall.

  18. 15. Oktober 2009, 07:42 | #18

    Na ja, Populus, die Hygiene ist ja als Prävention eigentlich auch Bestandteil der Medizin oder was ist mit Hygiene gemeint? Sicher wurden die Menschen unter den besseren hygienischen Verhältnissen in der Oberschicht auch älter als der Schnitt damals. Trotzdem starben auch der Oberschicht Kinder einfach weg (man schaue nur mal, wie viele Kinder früher die "Blaublüter" oft hatten, wo es ja manchmal noch nachvollziehbar ist, und wie viele davon das Erwachsenenalter erreichten…).
    Es gab sicher einige Faktoren, die zu der Verbesserung der allgemeinen Lebenserwartung beigetragen haben: die Pasteurisierung der Milch, allgemein bessere Ernährung, bessere Wohnverhältnisse (vor hundert Jahren haben viele Menschen tatsächlich wie in der Legebatterie gehaust), das Zurückdrängen der Breitenarmut. Man darf auch nicht vergessen, dass wir hier seit über 60 Jahren Frieden haben. Die größten Anteile haben aber nach meiner Meinung die Impfungen, Antibiotika und schnelle ärztliche Versorgung.

  19. Johannes9126
    15. Oktober 2009, 16:18 | #19

    Und moderne Hygiene hilft kein bißchen bei Krankheiten wie Masern oder Windpocken. Die sind so ansteckend, da kommt keine Bionahrung und auch kein Händewaschen gegen an.

  20. 16. Oktober 2009, 02:28 | #20

    Populus: Hygiene ist ein Bestandteil der modernen Medizin. Hygiene ist nicht parallel entstanden sondern eine essentielle Erkenntnis dieser.

    Und wie Johannes9126 sagt: Bei hochinfektiösen Erkrankungen nützt Hygiene gar nix, außer man läuft im Schutzanzug durch die Gegend.

  21. Adromir
    16. Oktober 2009, 15:04 | #21

    *grins* Ich gehöre ja zu diesen Verrückten, die man in entsprechender Gewandung auf solchen Mittelaltermärkten zu finden ist. Leider ist die Anzahl von irgendwelchen Deppen dort überproportional hoch.

    Zum einen ist dort eine große Anzahl von Leuten, für die Geschichte etwas ist, daß in ihrem Kopf entsteht. Da werden Sachen zusammen gewürfelt, weil die so schön nach "Mittelalter" aussehen. Nach dem wissenschaftlichen Stand, den wir über das Mittelalter haben, hat das damit aber rein gar nichts zu tun.

    Und dann gibt es noch die Esoheinis, die dort rumhüpfen. Verkappte "Neoheiden" die irgendwelchen "Naturreligionen" anhängen und sich wiedereinmal auf "uraltes Wissen" berufen (dabei aber zu deppert sind zu begreifen, daß die einzigen Überlieferrungen über diese Religionen aus fremden Quellen, meist christlichen, stammen und diese ganzen Naturrelgionen im Rahmen der New- Agebewegung bzw. zum Teil im 18, Jahrhundert während der Keltenromantik erfunden wurde).
    Und leider gibt es genug "Kräuterhexen" die jedem jederzeit ihr geheimes Wissen aufdrängeln müssen.

  22. 16. Oktober 2009, 21:06 | #22

    Adromir: Der Mangel an Wissen über die Geschichte ist schon immer das herausragende Merkmal esoterisch behin äh geprägter.

    Sie wollen es auch nicht wissen, denn sie sind letztlich Platonisten, von einem idealen Zustand träumend, den es angeblich mal gegeben haben soll.

    Jede Alltagserfahrung lehrt uns das Gegenteil. Ein 20 Jahre alter PC ist nun wirklich nicht mehr das, was man als zufriedenstellend empfindet. Und wer je Oldtimer an sich vorbeiziehen hat sehen, ist insgeheim froh, dass dieser Gestank aus den Motoren nicht mehr üblich ist.

    Insofern kann man Homöopathen und sonstigen Esoterikern nicht wirklich mit rationalen Argumenten begegnen. Glaube ist immer stärker, solange er nicht mit der Realität in Konflikt kommt.

    Und dieser Konflikt ist dank Wissenschaft soweit nach hinten geschoben, dass man ob dieser absurden Gegenwirkung eigentlich laut lachen müsste, wenn es nicht so traurig wäre.

  23. Populus
    17. Oktober 2009, 02:07 | #23

    Hema 15 Oct, 2009 – 07:42:41
    Und moderne Hygiene hilft kein bißchen bei Krankheiten wie Masern oder Windpocken. Die sind so ansteckend, da kommt keine Bionahrung und auch kein Händewaschen gegen an.

    Doch das tut sie. Aber die meisten Menschen haben es nun mal an sich, das sie lieber aufeinander rumrutschen wenn sie krank sind, anstatt die Isolation vorzuziehen. Es werden sogar Partys abgehalten. Auch ein schönes Beispiel ist das Reiseaufkommen heutzutage. Das begünstigt solche Epidemien noch.

  24. 17. Oktober 2009, 10:12 | #24

    Populus, das habe nicht ich, sondern Johannes9126 geschrieben…

    Trotzdem: Masern und Windpocken sind bereits Tage vor den Hauterscheinungen infektiös.

  25. Anja
    6. Januar 2010, 09:55 | #25

    Das Deutsch mancher hier abgegebenen Kommentare machen mir ebenso Kopfschmerzen wie das Vita-Juwel-Wasser..

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