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Was ist Ökologie?

Die derzeitig um sich greifende Begriffsverschwurbelung macht auch vor einst seriösem wissenschaftlichem Vokabular nicht halt. Das muss zum Beispiel auch jemand erfahren, der sich mit Ökologie beschäftigt und zwar mit der wissenschaftlichen Ökologie, als einer Teildisziplin der Biologie. Die nämlich hat die wissenschaftliche Untersuchung der Beziehungen von Lebewesen zu ihrer Umwelt (Autökologie, Ökophysiologie), zwischen den Lebewesen verschiedener Arten (Synökologie) und zwischen Lebewesen der gleichen Art (Populationsökologie, Demökologie) sowie Schlussfolgerungen für die praktische Anwendung zum Gegenstand. Auch der Begriff „Ökologie“ gibt eigentlich keinen Raum für Unklarheiten: Er setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern „Oikos“ = Haushalt und „logos“ = Lehre, bedeutet also „Haushaltslehre“, also die Lehre vom Naturhaushalt.

Dass das Wörtchen „Öko“ gerne verwendet wird, um den Absatz mehr oder weniger umweltschonend hergestellter Produkte zu fördern, ist eine ärgerliche Seite. Dass aber das Label „Öko“ dazu dient, einen ganzen Wirtschaftszweig mit einem gutmenschlichen Anstrich zu versehen und ihn damit gegen jegliche Kritik zu immunisieren trachtet, ist eine Ideologisierung einer Wissenschaft, die auch jene in Misskredit bringt, die sich ernsthaft damit beschäftigen.

Dabei widersprechen die Erkenntnisse der Ökologie oftmals den Glaubenssätzen des unwissenschaftlichen Öko-Totalitarismus. Dogmatisch praktizierte Öko-Landwirtschaft ist imstande, größere Schäden an der Natur anzurichten, als eine mit Vernunft und Augenmaß betriebene moderne Landwirtschaft. Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke brütet nicht bevorzugt in idyllischen Naturlandschaften, sondern auf Kraftwerkstürmen und Hochhäusern und Städte beherbergen mittlerweile eine größere Artenvielfalt als der ländliche Raum. Selbst die Kathedralen der Öko-Gläubigen, die Windräder sind alles andere als umweltschonend, weil zur Überbrückung von Flauten immer ein Kohle- oder Gaskraftwerk im unwirtschaftlichen Stand-by-Betrieb parallel im Hintergrund mit betrieben werden muss, was sich dann auch erhöhend auf die Strompreise auswirkt. Dass die Windräder daneben auch noch Totschläger oder Scheuchen für Vögel und Fledermäuse sind, macht das Ganze noch schlimmer.


Besser wäre es also, die „Öko“-Verschwurbler aller Couleur als Ökologisten zu bezeichnen und ihre Glaubensinhalte als eine neue Naturreligion zu betrachten, welche die Anbetung der großen Naturgöttin Gaia zum Inhalt hat und statt des jüngsten Gerichtes die Klimakatastrophe propagiert. Der Mensch ist sündig, die Natur ist rein und unschuldig. Und wer sich wider die Natur versündigt, dem droht zwar nicht die Strafe Gottes und ewige Verdammnis, sondern die Rache der beseelten und weisen Natur. Um dem zu entgehen, gibt es zahlreiche Beschwichtigungsrituale und -symbole, wie Mülltrennung, Feinstaubplaketten, Dosenpfand und Glühbirnenverbot. Ebenso wie im Christentum wird fleißig Verzicht gepredigt, von dem selbst die Ernährung nicht verschont bleiben darf: Statt koscher heißt es „Bio“ oder „Öko“. Auch entsprechende Feindbilder fehlen nicht: Industrie, Handel, Banken und Gentechnik. Dies alles dient dazu, Ängste – nicht vor der Hölle – sondern vor der großen Endzeit-Katastrophe zu erzeugen, um so den verunsicherten Menschen an sich zu binden. Denn wer nicht willig ist, den Öko-Schamanen zu folgen, ist nicht mehr zu retten. Wer all dies hinterfragt, ist ein Ungläubiger, ein Abtrünniger, den es zu bekehren oder zu bekämpfen gilt.

Alles das lässt sich einfacher formulieren, hier die zehn Gebote des Ökologismus:

(Quelle)

Das erste Gebot:
Du sollst Dich fürchten! Das furchtbarste Szenario ist das wahrscheinlichste. Wenn es einmal gut ging, so kommt es beim nächsten Mal umso schlimmer.

Das zweite Gebot:
Du sollst ein schlechtes Gewissen haben! Wer lebt, schadet der Umwelt – alleine schon durch seine Existenz.

Das dritte Gebot:
Du sollst nicht zweifeln! Die Ökobewegung irrt nie. Wer daran zweifelt, dient den Ungläubigen.

Viertes Gebot:
Die Natur ist unser gütiger Gott! Sie besteht aus Pandabären, Robbenbabys, Sonnenuntergängen und Blumen. Erdbeben, Wirbelstürme und Killerviren sind Folgen menschlicher Hybris.

Fünftes Gebot:
Du sollst Deine Gattung verachten! Der Mensch ist das Krebsgeschwür des Globus. Vor seinem Auftauchen war der Planet eine friedliche Idylle.

Sechstes Gebot:
Du sollst die Freiheit des Marktes verabscheuen! Der Planet kann nur durch zentrale Planung internationaler Großbürokratien gerettet werden.

Siebtes Gebot:
Du sollst nicht konsumieren! Was immer Du auch kaufst, benutzt oder verbrauchst: Es schadet der Umwelt. Die Zuteilung von Gütern sollte den weisen Priestern des Ökologismus übertragen werden.

Achtes Gebot:
Du sollst nicht an ein besseres Morgen glauben! Verhindere Veränderungen und Fortschritte, denn früher war alles besser.

Neuntes Gebot:
Du sollst die Technik gering schätzen! Abhilfe kann allenfalls durch fundamentale gesellschaftliche Umsteuerungsprozesse kommen. Niemals durch die Erfindung technikgläubiger Ingenieure.

Zehntes Gebot:
Wisse, die Schuld ist weiß, männlich, christlich und westlich! Die Unschuld ist eine Urwaldindianerin.

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  1. mart
    25. Dezember 2009, 22:44 | #1

    Ich lese dieses Blog ansonsten ja sehr gerne, aber dieser Artikel ist einfach nur eine willkürliche Absonderung von Polemik, die eher zu Seiten wie political incorrect passen würde.

    Ich wähle nicht Grün – und würde mich auch sonst nicht zu den typischen Alternativos zählen – aber Sätze wie:
    "Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke brütet nicht bevorzugt in idyllischen Naturlandschaften, sondern auf Kraftwerkstürmen und Hochhäusern und Städte beherbergen mittlerweile eine größere Artenvielfalt als der ländliche Raum."
    halte ich für schlichtweg zynisch und böswillig verzerrend.

    Nach obiger Logik ist der Wanderfalke nur vom Aussterben bedroht, weil es noch zu wenig Kraftwerkstürme gibt. Ja, klar! Wie konnte das blöde Vieh bloß Jahrhunderte ohne Kraftwerkstürme überleben?

    Dass Städte eine größere Artenvielfalt als der ländliche Raum bieten, liegt natürlich auch nur daran dass Städte einfach ein superklasse Lebensraum sind – und nicht etwa daran, dass die, durch die industrielle Nutzung der Landflächen entstandenen Monokulturen keinen Lebensraum für viele Tiere mehr bieten.

    Meine Fresse – selten so eine Ansammlung von Bullshit hier gelesen!

  2. 25. Dezember 2009, 22:49 | #2

    Das , was Du für Zynismus hältst, ist aber die Realität.
    Beschwer Dich doch bei den zynischen Wanderfalken im Kühlturm und nicht bei uns.

  3. Hans Solo
    25. Dezember 2009, 22:49 | #3

    sorry jungs eure kritik ist berechtigt aber der zweite abschnitt soll wohl ein witz sein ? unsere städte sind schon für den menschen, das anpassungsfähigste tier von allen, eine zumutung. « Öko-Landwirtschaft etc. … Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke brütet nicht bevorzugt in idyllischen Naturlandschaften, sondern auf Kraftwerkstürmen etc. … » – wie bitte ? der rest ist wieder sehr brauchbar.

  4. 25. Dezember 2009, 22:53 | #4

    http://www.kkl.ch/de/i/die_

    Beschwer Dich doch bei den Vögeln für diese "Zumutung".

  5. 25. Dezember 2009, 22:56 | #5

    Guggst Du hier: http://www.wanderfalkenschu

  6. 25. Dezember 2009, 23:10 | #6
  7. mart
    25. Dezember 2009, 23:14 | #7

    Auch wenn der Wanderfalke sich erfolgreicher als andere Viecher mit Verstädterung arrangiert: Was meint ihr wohl, warum der kurz vorm Aussterben war (und letztendlich immer noch ist)?

    a. Ihm haben bisher Kraftwerkstürme zur Fortpflanzung gefehlt, nur hat das dumme Tier dieses ein paar 100 Jahre nicht gemerkt und sich fälschlicherweise in der Natur vermehrt.

    b. Der Falke ist vom Aussterben bedroht, weil ihm seine natürlichen Lebensräume durch Monokultur und intensive Landwirtschaft geklaut werden, weicht deswegen notgedrungen auf städtische Gebiete aus – und kommt dort glücklicherweise manchmal auch einigermaßen zurecht.

    Kreuzen sie jetzt an.

    *esowatch aus dem feedreader schmeisst*

  8. 25. Dezember 2009, 23:22 | #8

    Hochhäuser, Städte, Industrieanlagen sind exzellente Ersatzlebensräume. Kaum Feinde, viel Beute, Schutz durch den Menschen, besseres Mikroklima. Viele Tiere kommen in urbanen Habitaten hervorrangend zurecht.

    Nur passt das nicht in die Ideologie der Ökologisten. Den Tieren ists egal. Und den ehrlichen Naturschützern auch.

  9. 25. Dezember 2009, 23:30 | #9

    "Die Artenvielfalt in Städten ist meist größer als auf einer gleich großen Freifläche im Umland. In Berlin leben beispielsweise über 30.000 unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Somit bieten die unterschiedlichen Grünstrukturen nicht nur für den Menschen wichtige Funktionen (Luftfilter, Lärmminderung, Wasserrückhaltung etc.) und unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten, sondern sind gleichzeitig auch wertvolle Lebensräume – z. B. Stadtwälder, Parks, Gärten, Friedhöfe, Brachflächen, Gewässer – für Tiere und Pflanzen in der Stadt. Durch verschiedene Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass im städtischen Bereich Parkanlagen und Brachflächen die größte Artenvielfalt bieten." http://www.bfn.de/biodivsta

    Das Mammut starb aus:

    a) weil seine Zeit gekommen war und Gaia so entschied
    b) weil Homo sapiens schon zur Urzeiten jede Menge großer Säuger ausrottete

  10. 26. Dezember 2009, 00:30 | #10

    c) andere Ursachen

    http://www.wissenschaft.de/

  11. Rheinlaender
    26. Dezember 2009, 02:15 | #11

    Offengestanden, gebe ich ziemlich wenig auf "Artenvielfalt" oder oekologische System als Eigenwert. Es interessiert mich eher in wieweit es dem Menschen nutzt.

    Wenn wir die Umwelt schuetzen, so sollte dies einem einzigen Zweck dienen: Dem Ueberleben der Menschheit. Der Turmfalke interessiert mich dabei so wenig wie dem Ebolavirus mein Ueberleben. Wenn Meere erhalten und geschuetzt werden sollen, dann nicht aus Eigenzweck heraus, sondern weil etliche Seefische gut schmecken und zur Ernaehrung notwendig sind. Entsprechendes gilt fuer Boeden, Fluesse, Luft etc.

    Senimentalitaet ist hier ein Luxus, den wir uns einfach nicht erlauben koennen.

    Man vergisst zuleicht, gerade in den "komfortableren Kreisen", dass die Menschheit sich seit Anbeginn in einem Ueberlebenskampf gegen eine feindliche Natur befinden – vor rund 70’000 haette sie es beinahe geschafft, vor nicht ganz 700 Jahren hat sie rund 30% der europaeischen Bevoelkerung umgebracht.

  12. 26. Dezember 2009, 02:19 | #12

    Hallo mart,
    den Blog hier schreiben verschiedene Leute. Allen gemein ist, dass sie eine eigene Sicht haben, die sich eben nicht durch ignorieren, sondern hinschauen entwickelt hat. Es ist völlig normal, dass sich da verschiedene Sichten ergeben.

    Sich auf bestimmte Diskussionen nicht einzulassen ist sicherlich ein Gebot der Denkökonomie, sich andereseits aber sofort auszuklinken bei einer Sichtweise die einem nicht schmeckt, die von Leuten kommt, denen man sonst eigentlich gerne zugehört hat – das ist fad und eine Haltung, die schon etwas bequem ist. Aber ok, auch sowas ist ökonomisches Verhalten.

  13. 26. Dezember 2009, 02:24 | #13

    Toller Artikel, ich kann nur zustimmend nicken.

  14. Mr. Gonzo
    26. Dezember 2009, 02:30 | #14

    Also ich finde Wsowatch ja gut und notwendig; das Esoblog fand ich bisher teilweise recht amüsant und teilweise auch interessant.
    Dieser Artikel aber ist eine äußerst unangenehme Steigerung des generell arroganten Grundtons von Esowatch/-blog, der mich doch nicht selten negativ überrascht.
    Also Rationalist sollte einem natürlich klar sein, dass Teile der sogenannten Öko-Bewegung tatsächlich fast religiöse Formen angenommen haben und dass einiges sogar Scharlatanerie ist; aber sich deshalb in eine grundsätzliche Aggression gegen jedwede Art von "Öko", "Bio", nachhaltigem Wirtschaften und Ablehnung von schädlichen Anbaumethoden zu steigern, lehne ich ab und halte es zudem für ein äußerst kindisches Verhalten.
    Greenpeace und andere Organisationen aus dem Bereich bestehen auch nicht _nur_ aus langhaarigen Schwaflern, die Säuen hinterherrennen, die mal wieder von den hysterischen Hypochondrern durchs Dorf getrieben wurde ala Feinstaub etc., sondern auch aus Leuten, die Probleme erkannt haben und mühsam versuchen gegen feste Strukturen anzukämpfen.

    Wir sollten alle mal auf dem Teppich bleiben, ums deutlich zu sagen.

    Mich würd interessieren wer hier die Redaktion stellt. Die sollte sich nämlich mal um mehr Differenzierung bemühen.

    Esoblog werd ich auch erstmal wieder aus dem Feedreader löschen.

    achja:

    "weil Homo sapiens schon zur Urzeiten jede Menge großer Säuger ausrottete"

    "besseres Mikroklima"

    –> Quellen, bitte.

  15. 26. Dezember 2009, 02:40 | #15

    @Reinlaender: Mannomann, was bist Du inkorrekt 🙂

    Und bevor welche schreien: Hier ist nicht PI – Arsch sein als Basis trägt auch nur bis zum nächsten Klo und ist damit nicht nachhaltig.

  16. 26. Dezember 2009, 03:05 | #16

    Hallo Mr. Gonzo,

    hier ist ein Teil der Redaktion. Ich würde als erstes Deiner Aussage, wir sollten auf dem Teppich bleiben zustimmen.

    Der Grundton hier ist tatsächlich oft so, dass man das mit Arroganz und Überheblichkeit verwechseln kann. In Wirklichkeit ist es reine Notwehr.

    Es ist tatsächlich so, dass gewisse Worte wie "Nachhaltigkeit" oder "Greenpeace" gewisse Reflexe auslösen.

    Ich war selber dabei, hab Plakate in 10m Breite gemalt und sie in senkrechten Felswänden aufgehängt. Ich war Aktivist der ersten Stunde. Heute finde ich Greenpeace Scheiße, ein Selbstzweckverein, der 2/3 seiner Einnahmen für die Werbung neuer Mitglieder ausgibt und mit dem restlichen Drittel nach neuen Katastrophen sucht. Aber das nur am Rande.

    Es tut weh zu sehen, wenn Leute ernsthaft der Ansicht sind, man könne mit spießbürgerlichen Romantikvorstellungen vom glücklichen Bauern die Welt retten.

  17. Baltes
    26. Dezember 2009, 03:14 | #17

    Weder habe ich erwartet, dass ihr es nötig habt, einfach mal alberne Behauptungen aufzustellen, denen höchstens die Leute zustimmen können, denen es schon immer zu anstrengend war, ihr Verhalten zu reflektieren, es möglicherweise sogar zu ändern, noch habe ich mir vorstellen können, dass ihr tatsächlich zu nichts Besserem in der Lage seid, als in halbstarker Maxeiner-Miersch-Manier rückblickend so zu tun, als hätte es Probleme gar nicht gegeben.
    Willkommen in dem Club, in dem die Achse der Ochsen und PI schon länger Mitglied sind. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ihr euch dieser Gosse zugehörig fühlt.
    Schade, irgendwie. Und dem Ruf des gesamten Projekts maximal abträglich. Schert euch wirklich nicht, wie der Ruf von Esowatch ist?

  18. 26. Dezember 2009, 03:25 | #18

    @Baltes, sich gegenseitig mangelndes Reflektionsvermögen icl. Denkfaulheit etc. vorzuwerfen, ist doch etwas doof, oder?
    Wäre es nicht sinnvoller, eine konstruktive Fragestellung zu finden?

  19. Hammel
    26. Dezember 2009, 06:56 | #19

    Leute, Leute,

    in Zukunft bitte eine eindeutige Überschrift, damit ich mir das Lesen des geistigen Auswurfs im Zweifelsfall ersparen kann.

    Heute wäre als Überschrift "DAGEGEN!" sinnvoll gewesen.

  20. Godesberg
    26. Dezember 2009, 08:45 | #20

    Ich finde das Beispiel des Wanderfalken auch unpassend dafür, die "ökologische" Landwirtschaft zu kritisieren. Da hätten sich andere Ansatzpunkte eher angeboten (z.B. der Gebrauch von Kupfer). Durch die moderne Landwirtschaft mit Pestiziden wäre der Wanderfalke zumindet fast ausgerottet worde.

    Dass es auf einem Quadratkilometer hochstrukturieter Stadt mehr Arten gibt, als auf einem Quadratkilometer Kalbuchenwald ist eher eine Binsenweisheit als ein Argument gegen "ökologische" Landwirtschaft. Das sagt auch nichts über die Wertigkeit aus, dazu sollte man auch Faktoren wie Stabilität und Regenrationsfähigkeit einbeziehen. Ohne ständige Eingriffe des Menschen wäre sehr bald Schluss mit der Vielfalt in der Stadt.

    Ehrlich gesagt: gutes Thema, aber ich finde da wurden ne Menge Möglichkeiten nicht genutzt.
    Man hätte argumentieren können dass Biolebensmittel nicht besser sind als andere, dass es Schwermetalleinträge gibt usw. Sowas wurde eigentlich nur bei den Windrädern angeschnitten.

    Daher finde ich dass es einer der schlechteren Einträge ist…

  21. Pete
    26. Dezember 2009, 11:27 | #21

    ‚Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke brütet nicht bevorzugt in idyllischen Naturlandschaften, sondern auf Kraftwerkstürmen und Hochhäusern…‘

    interessant, und, wo wohnte der Wanderfalke eigentlich bevor es Kraftwerkstürme gab? Ich muss schon sagen Leute…..

  22. Anonym
    26. Dezember 2009, 11:28 | #22

    Faszinierend – würde Spock (Raumschiff Enterprise) sagen. Hier wird spöttisch gefragt: "Was ist Ökologie?" und reihum wird geschimpft und beleidigt. So erregt die Antworten, so weh tut es wohl.
    Ich glaube an den Spruch: "Ein Zyniker ist ein zutiefst verletzter Idealist." Ich erkenne hier lauter leidenschaftliche Träumer, die sich gegenseitig auf die Füße treten. Aua, das tut weh! Eine total beschissene Situation!
    Ich sehe es noch viel schlimmer. Alles gelogen und geklaut! Ich glaube, alle Systeme werden zu einer Religion: "Öko-Religion, Militär-Religion, Geld-Religion, Konsum-Religion, Mao-Religion, Hitler-Religion… schaut mal, was euch noch so einfällt. Alles wird irgendwie Fälschung und Täuschung. Jeder Mikrigkeit wird so Universalgalaktische Bedeutung gegeben. Alles Ballons, die irgendwann platzen. Die meißten sind dazu mit einem Furz gefüllt.

    Ich denke, die Frage ist berechtigt: "Alles nur heiße Luft und nichts dahinter?"

  23. Chili
    26. Dezember 2009, 12:34 | #23

    Schutz der Umwelt ist nötig und keiner dürfte das ernsthaft bezweifeln. Nervtötend sind aber die Glaubensfesseln bestimmter Öko-Ideologen, die genauso dümmlich sind, wie die der verschiedenen Quacksalber im Vergleich zur wissenschaftlichen Medizin.

    Zu den Wanderfalken. Die sind ursprünglich Felsenbrüter. Einige besiedeln auch noch Naturfelsen, sofern sie von Kletterern nicht gesört werden. Ein Hochhaus ist aus Sicht der Tiere dass die bessere Wahl.

    Ob der Mensch als "Schuldiger" alles kaputt macht, ist eben nur eine sehr einseitige und falsche Sicht, er schafft auch einen Menge ökologischer Nischen.

    http://www.g-o.de/dossier-d

    Bei einigen Rudaral- und Segetalpflanzen nimmt man sogar an, dass der Mensch erst zu Entstehung vieler Arten beigetrageb hat (sog. Anökophyten): http://www.genres.de/infos/

    http://www.ufz.de/biolflor/

    http://www.tlug-jena.de/sta

  24. 26. Dezember 2009, 13:01 | #24

    Hier noch was zum nachlesen: http://www.linz.at/umwelt/4

  25. 26. Dezember 2009, 14:06 | #25

    @Godesberg: Wie wäre es mit einem Gastbeitrag?

  26. Godesberg
    26. Dezember 2009, 14:53 | #26

    @rincewind

    Besser als in diesem Artikel kann man es schwerlich schreiben:
    http://www.cicero.de/97.php

  27. 26. Dezember 2009, 17:48 | #27

    Als Warnung vor Öko-Religion finde ich den Blog richtig.

    Ein solcher Satz hingegen
    "Dies alles dient dazu, Ängste – nicht vor der Hölle – sondern vor der großen Endzeit-Katastrophe zu erzeugen, um so den verunsicherten Menschen an sich zu binden."
    behauptet einen egoistischen Zweck der Öko-Religion. Riecht mir zu sehr nach VT.

    Und zur Biodiversität: Nur weil erneut klar gemacht wurde, dass der Mensch nicht automatisch Feind der Tiere und ihrer Lebensräume ist, muss man ja nicht gleich dem naturalistischen Fehlschluss unterliegen. Ich bewerte es demnach nicht als "gut", dass der Wanderfalke auf Kraftwerkstürmen brütet, noch gewinnen Kraftwerkstürme dadurch großartig an Sympathie.

    Für den Wanderfalken sind wir und unsere Artefakte Teil der Natur. Schmerzt natürlich der ökoreligiösen Eitelkeit, dass das Tier nicht erkennt, wie böse Kraftwerkstürme sind.
    Den Naturbegriff sollte man eben nicht zu einem normativen Gottersatz verfälschen.

  28. Rheinlaender
    28. Dezember 2009, 07:37 | #28

    Nun, wenn die "Natur" meint schlecht bebehandelt worden zu sein, so seht ihr doch der Rechtsweg offen …

    Weniger scherzhaft: Die Idee einer "Natur" getrennt vom Menschen und dessen "kuenstlichen" Schaffen ist metaphysisch und stammt aus einer Weltsicht, die vor Darwin entstand mit dem Menschen als etwas Herausgehobenes, besonderes Wesen kraft goettlicher Schoepfung.

    Unsere Gehirne und Koerper sind das Produkt eines evolutionaeren Prozesses, der wiederum stattfinden konnte, weil sich das Universum so bildete, wie es sich bildete. Damit sind wir und _ALLE_ unsere Handlungen Teil der Natur. Da es aber ausserhalb der Natur nichts gibt, verliert dieser Begriff seinen Sinn, denn ein Begriff ohne dessen Gegenteil ist ueberfluessig.

    Das bedeutet in der naechsten Konsequenz, dass wir dem Ueberlebenskampf als Spezies ausgesetzt sind wie jede andere Spezies auch.

    Warum soll ich mich mehr um das Ueberleben des Turmfalken kuemmern als sich um meine Lebensumstaende?

  29. Rheinlaender
    28. Dezember 2009, 07:43 | #29

    Korrektur:

    Statt: "Warum soll ich mich mehr um das Ueberleben des Turmfalken kuemmern als sich um meine Lebensumstaende?"

    soll es heissen:

    "Warum soll ich mich mehr um das Ueberleben des Turmfalken kuemmern als _ER_ sich um meine Lebensumstaende?"

  30. Waldemar
    29. Dezember 2009, 17:18 | #30

    Interessante Diskussion hier, dazu meine Frage: Wenn ich 10 Quadratkilometer Regenwald abholze und auf der Fläche ein paar Kraftwerke (sei es Kohle, sei es Uran) mit Kühltürmen baue, bin ich dann ein Turmfalkenschützer oder nicht?

    Anders gefragt: wie bewerte ich ein überlebendes Turmfalkenpäarchen zu z.b. anderen, vielleicht bedrohten Arten, wie rechne ich die Bodenversauerung gegen die Humantoxikologie, wie die Verbrennung von Kohlenwasserstoffen gegen die Arbeitsbedingungen von Menschen? Wirklich interessant werden diese Fragen auf der Suche nach Bewertungskriterien für meine Handlungen. Wir leben, wir handeln und damit entscheiden wir auch, nur mit welchen Kriterien können wir diese Entscheidungen treffen. Wenn hier jemand ein paar wirklich gute Ideen hätte …

  31. Chili
    29. Dezember 2009, 18:49 | #31

    Das sind doch alles Milchmädchenrechnungen. Regenwald als Primärökosystem ist unersetzbar, das bestreitet keiner. Nur dem Vogel ists egal, ob er in einem von uns Menschen als ästhetisch anspruchsvoller bewerteten Lebensraum brütet oder nicht, das ist nämlich eine Vermenschlichung des Tieres. Für ihn zählen andere Kriterien.

    Zu den Kraftwerken: Die sind durch moderne Umwelttechnologie (abgesehen vom CO2) mittlerweile so sauber, dass der Gips der Rauchgasentschwefelungsanlagen von Zahntechnikern als Material verwendet wird (http://www.hm-dentalbedarf….).

    Ich ich mag es auch nicht, wenn jemand Ökologismus kritisiert, derjenige gleichzeitig auch als Umwelt- und Naturfeind dargestellt wird.

  32. Chili
    29. Dezember 2009, 18:53 | #32

    Achso, Teil 2 meiner Antwort:

    Umweltbewertung, sprich die Schutzwürdigkeit von Arten geschieht immer anhand der aktuellen Gefährdungssituation. Gesetzlich vorgeschrieben sind bei Eingriffen in Natur und Landschaft immer Ausgleichsmaßnahmen, die das auch berücksichtigen sollten. Die Gesetze sind da, ob sei umgesetzt werden …… naja …….

    (http://www.gesetze-im-inter…)

  33. Siegfried
    30. Dezember 2009, 19:26 | #33

    Wanderfalke hin oder her: es geht doch eigentlich um die Frage, ob der Mensch die (Um-)Welt verbessern kann oder nicht. Und in der Tat: er kann, was sich z.B. an der Artenvielfalt, der Stabilität des speziellen Ökosystems u.s.w. zeigen lässt.
    Das ist zwar dann keine "Natur" mehr, sondern ein funktionierendes Ökosystem, aber wer sagt denn, dass wir immer die ursprüngliche (?) Natur (das ist auch: Lava- und andere Wüsten, u.s.w.) bewahren, schützen müssen.
    Doch genau das wollen solche Öko-Ideologen wie Friends of the Earth, die Ökosophen u.s.w. nicht. Für die ist immer der Mensch der Böse – es sei denn, er ist Anhänger ihrer Ideologie. Und damit sie mit ihrer krausen Ideologie nicht zu allein darstehen, achten sie schon darauf, dass die Öffentlichkeit nicht zu sehr zwischen dem (emotionalen) Naturschutz und dem (rationalen) Umweltschutz unterscheidet.
    Vor ca. 10 Jahren gabe es mal ein Buch "Die grüne Ideologie" (Peter Lang Verlag?), in dem die ganzen Verbindungen von Naturschützern, Esoterikern, Naturmedizinern und Anthtoposophen beschrieben werden. Da zeigt sich auch, das dieser Ideologimix ’ne ziemlich neurotische Kiste ist.

  34. 31. Dezember 2009, 08:29 | #34

    @Siegfried:
    Um genau diese Unterscheidung ging es uns, böde Aktivisten, die schon vorher wissen, wer der Böse ist und, dass Mutter Gaia total schlau ist.
    Mein Aquarium ist z.B. zum schlau sein zu klein. Ohne massive menschliche Eingriffe kippt das System ganz schnell um. 🙂
    Außerdem wohnen da drin Neonsalmler, die sich bei unserer Wasserhärte gar nicht fortpflanzen. Da ist sogar das Aussterben schon vorprogrammiert.

  35. Der schwarze Hans
    31. Dezember 2009, 18:52 | #35

    @ Siegfried

    Einfach mal "Die grüne Ideologie" googln. Und da findet man z.B.
    http://www.buchausgabe.de/p
    Götz Warnke
    Die grüne Ideologie:
    Heile-Welt-Mythen, Gesellschaftsutopien und Naturromantik als Ausdruck einer angstbestimmten Politik
    1998, 475 S., br.
    "Grüne Ziele wie der Umweltschutz sind heute weitgehend gesellschaftlich akzeptiert, grünes Denken hat sich in vielen Bereichen wie der alternativen Medizin, der «gesunden» Ernährung und auch politisch als Partei der Bündnisgrünen durchgesetzt. Doch mit dem Erfolg werden die internen Probleme, Widersprüche und Ausblendungen deutlicher: Viele grüne Lösungswege sind rational so nicht begründbar, vermeiden effizientere Lösungen oder sind sogar kontraproduktiv zu den angeblichen Zielen. Dieses Buch zeigt nicht nur grüne Vorurteile und ausgeblendete Lösungen auf. Es untersucht auch das (bündnis-)grüne Gedankengut auf die sich hier ausprägenden Denkmuster und Ängste. So treten deutlich depressive und hysterische Strukturen hervor, die zusammen die grüne Ideologie bilden."

    «Warnkes Werk ist eine Pflichtlektüre für alle, die sich mit der bündnisgrünen Partei oder der grünalternativen Bewegung befassen.»
    Michael Miersch, NOVO – Politik, Gesellschaft, Wissenschaft

    Wenn die Leute doch nicht immer zu fingerfaul zum googln wären!

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