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Bild der Wissenschaftler

In unzähligen Diskussionen im Netz tauchen immer wieder die gleichen Anschuldigungen und Vorwürfe gegen die Wissenschaft und deren reale Betreiber, die Wissenschaftler auf: Sie seien borniert, nicht offen und überheblich. Gibt man bei der Google-Bildsuche das Wort Wissenschaftler ein, landet man bei dem obigen Bild. Das ist kein Zufall. Das Bild des Wissenschaftlers ist immer noch geprägt von der Vorstellung eines leicht verrückten, eher alltagsuntauglichen Schrates, der aus unverständlichen Gründen irgendwelchen absurden Dingen hinterher forscht.

Speziell unsere Zielgruppe, die Esoteriker, kann man eigentlich am leichtesten mit einem Negativum definieren: Sie halten Wissenschaft für beschränkt, ihr  eigenes Wissen für überlegen. Dabei wiederholen sich die wenigen „Argumente“ in einer Art und Weise, dass man fast meint, einen meditativen Zen-Kurs in einem Kloster gebucht zu haben.

Was ist aber Wissenschaft?
Als erstes kann man mal festhalten: Wissenschaft ist ein Werkzeug, um die Realität zu beschreiben. Mit Werkzeugen kann man viel Gutes tun und viel Unfug anrichten. Mit einer Kettensäge z.B. kann man Holz zertrennen (eigentlicher Sinn), sich ins Bein sägen (wenn man zu doof ist, sie zu bedienen), oder auch Menschen zerstückeln (so man ein entsprechender Psychopath ist). Wie im richtigen Leben aber beschränken sich auch in der Wissenschaft solche Fälle auf Ausnahmen.

Als Zweites: Wissenschaft ist ähnlich der Demokratie-Definition Churchills. Nicht perfekt, aber bisher die beste aller bekannten Methoden, Vorhersagen über die Realität zu bekommen.

Schauen wir uns aber ein paar Argumente der Wissenschaftsfeinde an:

„Wissenschaftler haben bewiesen, dass die Hummel nicht fliegen kann, sie tut es aber trotzdem.“
Abgesehen davon, dass es sich hier um einen Hoax handelt, weiß man natürlich inzwischen sehr gut, warum die Hummel fliegen kann. Mit den Formeln für eine starre Tragfläche wird man dem Hummelflug nun mal nicht gerecht, so wenig wie einem Hubschrauber mit seinen winzigen Rotorflächen.
Das ist aber nicht der eigentliche Punkt. Die Wissenschaft beweist nicht. Und sie beweist schon gar nicht der Realität, dass sie so und so nicht sein kann. Sie versucht lediglich, die Realität zu beschreiben und vor allem, Vorhersagen über diese zu machen. Ein kleines Ergebnis davon ist, dass man dieses jetzt an einem Bildschirm lesen kann.

„Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt“

Eigentlich ein klares Plädoyer für die Wissenschaft, denn genau das will sie ja heraus finden und hat nichts mit dogmatischer Schulweisheit zu tun. Mit einer kleinen Einschränkung: Man befasst sich nur mit Wirkendem. Wissenschaft hat also ein „Problem“, Nichtexistierendes zu widerlegen. Und: Nur, weil wir nicht alles wissen, heißt das nicht, dass wir gar nichts wissen.

„Über den Tellerrand schauen“
Sagen meistens die, die den Eichstrich eines Messbechers mit dem Horizont verwechseln. Fachidiotie gibt es überall, die Tendenz, wenn man nur einen Hammer hat, jedes Problem zu einem Nagel zu machen, ist ein typisch menschliches. U.a. hat sich genau aus dieser Erkenntnis die wissenschaftliche Methode entwickelt.

Jeder darf denken, wie und was er will, die Realität stört sich nicht daran. Egal, wer von einem Hochhaus springt: Der Zeitpunkt des Aufschlages lässt sich gut berechnen, egal, was er denkt. Ein indischer Guru wird aufgrund wallender Gewänder möglicherweise etwas länger brauchen. Und wer im Internet auf einer frei lesbaren Seite von Unterdrückung faselt, hat ein Paradoxon geschaffen.

Die meisten alternativen Denksysteme sind von den Wissenschaften leicht widerlegbar, und so wird die Darstellung der Absurdität irrationaler Übezeugungssysteme gerne als Unterdrückung einer anderen, aber gleichwertigen Idee bezeichnet. Ideen sind aber nicht gleichwertig, was den Bezug zur Realität betrifft. Eine mystische Welt á la Herr der Ringe mag faszinierend sein, aber ein e=mc² schafft die Möglichkeit zur Atombombe.

Wissenschaft ist kein Glaubenssystem, sie ist im Gegenteil der Versuch, aus solchen raus zu kommen. Esoteriker und hart Religiöse verstehen sowas nicht. Sie fassen die erfolgreiche Methode der Realitätsbeschreibung als Frontalangriff auf ihr Weltbild auf. Was irgendwie zu verstehen ist – muss man doch Gott und Ähnliches jetzt schon hinter den Urknall schieben, will man es in Einklang bringen mit dem Wissen, das wir inzwischen über die Welt haben.  Der Abstand wird immer größer, so wie das Staubkorngefühl des Betroffenen. Dieses in „Einklang“  bringen, mit dem evolutionsbedingt unabdingbaren Gefühl, selber im Mittelpunkt des Universums zu stehen, ist eine intellektuelle Herausforderung, vor der sich Viele drücken. Schade ist allerdings die fehlende Konsequenz, oder kann mir einer sagen, warum Menschen, die an Telepathie glauben, sich darüber im Internet austauschen?

Wissenschaft hat heutzutage in wohlstandssaturierten Ländern ein Problem: Sie hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich Menschen überhaupt mit seltsamen und verrückten Fragen beschäftigen können und wird dafür verachtet, weil sie kein Antwort darauf hat. Man wirft ihr vor, kompliziert zu sein, immer wieder Aussagen zu verändern, sich nie 100% festzulegen. Man darf diesen Vorwurf an die Realität weiter geben, sie bestimmt die Wissenschaft. Und an die lieben Wissenschaftsverachter ergeht der Aufruf, die Realität einfach zu ändern, so dass sie endlich jeder nach 10 min kapieren kann.

KategorienWissenschaft Tags:
  1. 20. Juni 2010, 16:01 | #1

    Hervorragend geschrieben. Spricht mir aus der Seele (die ich gar nicht habe 😉 )

  2. 20. Juni 2010, 16:33 | #2

    Schön! Und wenns hier nen flattr-Button gäbe, würde ich glatt draufklicken 😉

  3. 20. Juni 2010, 16:33 | #3

    Volle Zustimmung! Nur leider wird das bei denjenigen, die es lesen (und verstehen) sollten, in das eine esoterische Ohr hinein- und aus dem anderen wieder ungestört herausgehen…

  4. 20. Juni 2010, 16:46 | #4

    Schlüssig & kompakt. Wünschte jeder, der sich in div Foren über Wissenschaft auslässt würde das lesen…
    Bin ja selbst „größter Fan“ der Personifizierung von Wissenschaft durch selektiv ausgewählte Zunftvertreter, die dann Hummelflug & Brückenstatiken lieber als übernatürlich anerkennen.

    Eine gute Erklärung des „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde…“ findet man übrigens da http://buchstaeblich.wordpress.com/2008/09/22/bitte-nicht-shakespeare/

  5. nihil jie
    20. Juni 2010, 17:22 | #5

    @Kranker Pfleger

    „Spricht mir aus der Seele (die ich gar nicht habe 😉 )“

    wir können uns auch mal eine teilen, hab mal welche im angebot gesehen… zwar schon getragen aber ok *tztzzt

    😉

  6. nihil jie
    20. Juni 2010, 17:28 | #6

    ach so… ja der artikel…. fast vergessen…
    mir gefällt er auch… aber ich will hier nicht zu viel lob aussprechen, sonnst gewöhnt sich da noch einer dran *gg

    😉

  7. 20. Juni 2010, 18:03 | #7

    Schöner Artikel. Mit dem ´aus der Seele sprechen´ stimme ich @Kranker Pfleger zu. Wobei – wenn ich die Seele auf die passende Weise definiere, dann habe ich auch eine.

    „Sie seien borniert, nicht offen und überheblich.“
    Ja, die Aussagen kommen häufig. Das gehört auch dazu. Ist oft wie eine Art Spiegel – wer eine Aussage macht, sagt eben meist auch etwas über sich selbst aus. Wer so eine Aussage macht, beschwert sich m.E. oft darüber – ihr habt MIR nicht Recht gegeben.

    Die meisten werden wohl nicht nur ´vorwerfen´ es sei zu kompliziert. Denen IST es zu kompliziert. Wenn ich alles auf eine Variable reduzieren kann (z.B. Gott), macht das die Dinge doch viel einfacher.

    Wissenschaftler erzählen auch keine schönen Geschichten, die jeder für sich selbst deuten kann. Die Aussagen muss man genau so nehmen, wie sie sind. Vielleicht ist dies manchen zu ´fundamentalistisch´;)

  8. nihil jie
    20. Juni 2010, 18:40 | #8

    naja.. so fundamentalistisch finde ich die aussagen der wissenschaftler nicht. ich habe auch schon viele gespräche mit esoterikern geführt die sich darüber beschwerten. mein tipp an sie war immer…
    „ok.. wenn du anderer meinung bist dann schreibe eine arbeit da drüber. denke dir wege aus mit denen deine aussagen überprüft werden können… lege sie der wissenschaftsgemeinde vor. wenn deine arbeit, deine ausführungen, berechnungen oder vorschläge „hand und fuss“ haben, musst du vielleicht dann nur noch gegen die eitelkeit des einen oder anderen profs ankämpfen… aber wenn deine arbeit wirklich was aussagt oder beweisst dann wird sie auch ernsthaft behandelt.“
    tja… was soll ich sagen… das tun unsere esos nicht… warum denn wohl ?

  9. Kurfürst
    20. Juni 2010, 21:53 | #9

    Gelobt wurde der Artikel nun wirklich ausreichend, allzuviel Lob ist aber bekanntlich der Gesundheit schwer abträglich, weshalb eine kleine kritische Anmerkung fällig ist:

    Es geht so etlichen/vielen Esos nicht so sehr darum, ihr eigenes Wissen den Wissenschaften gegenüber als überlegen anzusehen, sondern darum, dass ihr Ideengebäude von den Wissenschaften als gleichwertig betrachtet werden möge.

  10. pangu
    20. Juni 2010, 23:33 | #10

    Im allgemeinen volle Zustimmung, nur einem (Halb-)Satz würde ich widersprechen: „Wissenschaft ist kein Glaubenssystem, sie ist im Gegenteil der Versuch, aus solchen raus zu kommen.“ Die erste Aussage ist ok, aber Wissenschaft als Versuch, aus Glaubensystemen rauszukommen ist m.E. falsch. Erstens wissenschaftshistorisch, der Antrieb war wohl immer schlicht Neugier. Aber auch wissenschaftstheoretisch ist es natürlich absurd, Wissenschaft als Gegenbewegung zu Religion zu sehen. Beide können eigentlich hübsch nebeneinander, wenn man die wissenschaftliche Methode als das akzeptiert, was sie ist, und Religion als Grundbedürfnis und halbwegs bewährte Folklore des Menschen begreift, mit dem Ungewissen umzugehen. Und dass letzteres existiert, wird wohl keiner bestreiten.

  11. Flo
    21. Juni 2010, 00:38 | #11

    “Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt”

    – „Aber es gibt eben nicht alles, was sich irgendein Spinner erträumt hat.“

  12. Hubert
    21. Juni 2010, 02:11 | #12

    Kurfürst :
    Gelobt wurde der Artikel nun wirklich ausreichend, allzuviel Lob ist aber bekanntlich der Gesundheit schwer abträglich, weshalb eine kleine kritische Anmerkung fällig ist:
    Es geht so etlichen/vielen Esos nicht so sehr darum, ihr eigenes Wissen den Wissenschaften gegenüber als überlegen anzusehen, sondern darum, dass ihr Ideengebäude von den Wissenschaften als gleichwertig betrachtet werden möge.

    Ja die Esodeppen wollen auch als, die eben anderen Wissenschaftler, gelten und anerkannt werden.
    Die Wissenschaft will wissen und überprüft daher alle Aussagen. Die Esos wollen daß man ihnen glaubt; Muß/müsste man ja auch weil sie nix beweisen können.
    Vorwurf von vielen Esos: Mit dir kann man nicht reden – Du willst ja nix glauben !
    Ja genau: Wir wollen´s wissen. Es nennt sich Wissenschaft weil es von “ wissen wollen “ kommt. Sonst würde man es ja Glaubensschaft nennen.
    Sie wollen in einem Systhem aufgenommen – ernstgenommen werden in dem es ohne Beweis aber keinen Eintritt gibt.
    Man kann ein Systhem in dem Beweise keine Rolle spielen nicht gleichsetzen mit einem Systhem in dem nur der Beweis wirklich zählt.
    Sie wollen ihren eigenen Würstelstand aber vom Haubenkoch anerkannt werden.

  13. Sandra
    21. Juni 2010, 10:32 | #13

    Um es auf einen Punkt zu bringen. Wissenschaftler sind halt vorsichtig, wenn es um ungeprüfte Neuerungen geht. Es muss durch wissenschaftliche Arbeit erst eindeutig belegt sein, bevor es wirklich wissenschaftlich genannt werden kann. Das bedeutet langsame aber abgesicherte Fortschritte. Übrigens wir würden alle nicht vor dem Computer sitzen können ohne Wissenschaftler.
    Esotheriker beobachten Phänomene, hören von beobachteten Phänomenen und verbreiten diese als gesichertes Wissen, weil es ja schließlich jedem passieren kann. Eine Erklärung ist nicht notwendig. Es gibt genug Scharlatane in ihren Reihen, die mit dem Gutglauben der Menschen Geld verdienen wollen. Sollte jemals ein Beweis für irgendein übermenschliches (noch nicht wissenschaftlich erklärtes) Phänomen erbracht werden, die Wissenschaftler weltweit würden sich darauf stürzen, um es zu erklären.

  14. 21. Juni 2010, 12:12 | #14

    Florian Freistetter :

    Schön! Und wenns hier nen flattr-Button gäbe, würde ich glatt draufklicken ;)

    Florian, Du weißt doch, wir werden großzügigst von der Pharmaindustrie gesponsort, brauchen wir nicht 🙂

  15. 21. Juni 2010, 12:14 | #15

    Kurfürst :

    Gelobt wurde der Artikel nun wirklich ausreichend, allzuviel Lob ist aber bekanntlich der Gesundheit schwer abträglich, weshalb eine kleine kritische Anmerkung fällig ist:

    Es geht so etlichen/vielen Esos nicht so sehr darum, ihr eigenes Wissen den Wissenschaften gegenüber als überlegen anzusehen, sondern darum, dass ihr Ideengebäude von den Wissenschaften als gleichwertig betrachtet werden möge.

    Kurfürst, die Anmerkung stimmt sehr. Wäre einen eigenen Artikel wert.

  16. 21. Juni 2010, 12:24 | #16

    pangu :

    Im allgemeinen volle Zustimmung, nur einem (Halb-)Satz würde ich widersprechen: “Wissenschaft ist kein Glaubenssystem, sie ist im Gegenteil der Versuch, aus solchen raus zu kommen.” Die erste Aussage ist ok, aber Wissenschaft als Versuch, aus Glaubensystemen rauszukommen ist m.E. falsch. Erstens wissenschaftshistorisch, der Antrieb war wohl immer schlicht Neugier. Aber auch wissenschaftstheoretisch ist es natürlich absurd, Wissenschaft als Gegenbewegung zu Religion zu sehen. Beide können eigentlich hübsch nebeneinander, wenn man die wissenschaftliche Methode als das akzeptiert, was sie ist, und Religion als Grundbedürfnis und halbwegs bewährte Folklore des Menschen begreift, mit dem Ungewissen umzugehen. Und dass letzteres existiert, wird wohl keiner bestreiten.

    Vordergründig stören sich Wissenschaft und Religion nicht, das ist richtig. Die eine versucht das „wie“ herauszufinden, die andere das „warum“. Hintergründig jedoch gibt es schon Probleme: Wer gelernt hat, mit offenen Fragen, die vermutlich nie beantwortet werden können zu leben (genau dies befördert die Wissenschaft), kann auch ohne Religion leben.
    Zum anderen schiebt die Wissenschaft einen möglichen Gott immer weiter nach hinten, man kann ihn momentan am Anfang des Universums vermuten, so man das tun will. Dadurch wird er schlicht unwichtig.

  17. NuEM
    21. Juni 2010, 13:59 | #17

    Ich sehe ein großes Problem unserer Zeit darin, dass die Mehrzahl der Menschen nur eine vage Vorstellung davon hat, was Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten überhaupt ist, und wie genau es sich von Dingen wie Glauben und wildem Fabulieren unterscheiden. Ich meine hier versagt unserer Bildungssystem.

    Mir selbst wurde während meiner gesamten Schullaufbahn genau das niemals erklärt. Wissenschaftstheorie und Epistemologie, selbst im Ansatz, kamen einfach nicht vor. Und das obwohl ja durchaus einige Naturwissenschaften unterrichtet werden, jedoch in einem kontextfreiem Vakuum. Nun kann das Thema sicher sehr anspruchsvoll sein, aber zumindest die Grundlagen wie und warum wir überhaupt etwas wissen können, und was dieses „Wissen“ eigentlich ist, sollten sich doch wie ein roter Faden durch die Schullaufbahn ziehen, in der es ja eben gerade um die Vermittlung von Wissen und der Fähigkeit Wissen zu erwerben geht.

    Und auch an der Universität wurde das Thema explizit nicht angesprochen, wohl weil von Studenten einfach erwartet wird, dass sie das schon wüssten bzw. sich selbst erarbeiten. Ein fataler Irrtum wie ich meine, sind doch offenbar auch Akademiker oft nicht gefeit gegen esoterischen Unsinn.

    Nun ist das natürlich auch nur rein anekdotisch, aber zumindest in meinem Umfeld bin ich damit nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Und das finde ich sehr bedenklich.

  18. Bigott
    21. Juni 2010, 16:49 | #18

    Glaubenssysteme haben innerhalb ihres Systems immer glaubwürdige Beweise für alles gehabt. Man musste sich nur innerhalb des Systems bewegen. Außerhalb des Systems wurde immer schon alles widerlegt.
    In etwa so ist es auch mit dem wissenschaftlichen Glaubenssystem. Es dominiert halt heutzutage und deshalb will jeder alles wissenschaftlich beweisen. In hundert Jahren wird vielleicht alles über die Konsistenz von Zuckerwatte beantwortet.

  19. Sarah-Li
    21. Juni 2010, 17:23 | #19

    Hintergründig jedoch gibt es schon Probleme: Wer gelernt hat, mit offenen Fragen, die vermutlich nie beantwortet werden können zu leben (genau dies befördert die Wissenschaft), kann auch ohne Religion leben.

    Das sehe ich nicht zwangsläufig so. Es gibt genug Wissenschaftler, die gläubig sind und genau diese Parallelität akzeptieren und leben.
    Es ist richtig, dass man lernt, die von Dir genannten offenen Fragen als vorhanden zu akzeptieren, aber womit (und ob) man sie füllt ist auch unter Wissenschaftlern höchst unterschiedlich.
    Ich persönlich sehe darin aber auch keine „Gefahr“, so lange sich die Akteure der Trennung von dem, was Wissenschaft erreichen kann und dem, was persönliche Glaubensbereiche sind, bewußt sind und danach leben. Genau das ist aber etwas, mit dem Esos nicht zu rande kommen – sie mischen fröhlich persönliche Auffassungen und vermeintlich „wissenschaftliche“ Methoden und gehen insofern vermutlich davon aus, dass echte Wissenschaftler dies auch tun.

    Was NuEM schreibt, finde ich wichtig. Auch ich hatte bis zu meinen ersten Semestern nur eine vage Ahnung davon, wie Wissenschaft tatsächlich funktioniert – und auch das nur, weil ich mich dafür interessiert habe. Wir haben allerdings bisher in wirklich jedem Fach mehrfach um die Ohren gehauen bekommen, was wissenschaftliche Gütekriterien sind und warum man sie beachten muss. Was dem folgte war -zumindest für mich- blankes Entsetzen in Anbetracht der Erkenntnis, wieviele Bereiche und gesellschaftlich akzeptierte Verfahren oder Ansichten auf unhaltbaren Studien fußen. Diesen Erkenntnismoment wünsche ich mir für alle Menschen, denn so ein Schock sitzt.

    Leider ist das wohl eine Utopie – es fehlt definitiv eine Bildungskampagne, die die Grundzüge der Wissenschaft in jede Schulform bringt, am besten schon in jeden Kindergarten, damit die Bevölkerung sozusagen damit „aufwächst“, keine Berührungsängste mehr vorhanden sind und man vom Arbeitsgebiet eines Forschers ein ähnlich klares Bild hat wie von dem eines Bäckers. Es muss ja nicht jeder in der Lage sein, die Statistik zu verstehen oder selbst Studien durchführen zu können, aber so ein Grundverständnis und die Einsicht, warum man so vorgeht..hachja, das wär schon was.

  20. Sarah-Li
    21. Juni 2010, 17:32 | #20

    Hrmpf, jetzt muss ich mich dochmal selbst zitieren, weil meine Aussage

    Es ist richtig, dass man lernt, die von Dir genannten offenen Fragen als vorhanden zu akzeptieren, aber womit (und ob) man sie füllt ist auch unter Wissenschaftlern höchst unterschiedlich.

    etwas missverständlich wirken könnte.
    Ich meine damit, dass akzeptiert wird, dass diese offenen Fragen wissenschaftlich gesehen offen bleiben müssen. Wenn ein Forscher für sich persönlich feststellt, dass er die Frage subjektiv mit Gott oder was auch immer beantworten würde, ist das sein gutes Recht (und nicht so selten wie gerade von der Esoseite oft unterstellt wird), solange er sich bewußt ist, dass diese Einstellung eben subjektive Überzeugung ist.
    Vielleicht wäre es ja mal einen eignenen Artikel hier wert, Wissenschaftler zu portraitieren, die gläubig sind, aber ihren Glauben und ihre Meinungen scharf aus der Forschung heraushalten. Quasi als Positivbeispiel (vielleicht mit der Gegenüberstellung eines Negativbeispiels?), für die gelungene Trennung von subjektiver Überzeugung und wissenschaftlichem Vorgehen – so wie man es eben machen sollte (und wie auch Esos vorgehen sollten, wenn sie tatsächlich einmal den Versuch einer wissenschaftlichen Untersuchung wagen wollten).

  21. 21. Juni 2010, 17:55 | #21

    Bigott :

    Glaubenssysteme haben innerhalb ihres Systems immer glaubwürdige Beweise für alles gehabt. Man musste sich nur innerhalb des Systems bewegen. Außerhalb des Systems wurde immer schon alles widerlegt.
    In etwa so ist es auch mit dem wissenschaftlichen Glaubenssystem. Es dominiert halt heutzutage und deshalb will jeder alles wissenschaftlich beweisen. In hundert Jahren wird vielleicht alles über die Konsistenz von Zuckerwatte beantwortet.

    Es ist wirklich witzg, einen Kommentar zu lesen, dessen Autor den Artikel vermutlich gar nicht gelesen hat und gleichzeitig genau das im Artikel beschriebene Problem demonstriert.

  22. Kurfürst
    21. Juni 2010, 18:09 | #22

    Bigott :
    Glaubenssysteme haben innerhalb ihres Systems immer glaubwürdige Beweise für alles gehabt. Man musste sich nur innerhalb des Systems bewegen. Außerhalb des Systems wurde immer schon alles widerlegt.
    In etwa so ist es auch mit dem wissenschaftlichen Glaubenssystem. Es dominiert halt heutzutage und deshalb will jeder alles wissenschaftlich beweisen. In hundert Jahren wird vielleicht alles über die Konsistenz von Zuckerwatte beantwortet.
    Nein, Glaube ist das Gegenteil von Wissen. Der Wissende muss beweisen, der Glaubende nicht.

  23. Kurfürst
    21. Juni 2010, 18:17 | #23

    @pangu
    Doch, Wissenschaft ist eine partielle Gegenbewegung zur Religion, schon deshalb, weil Religion sich auch ganz massiv als Welterklärung versteht.
    Wenn ich die These aufstelle, der Mann im weißen Bart habe binnen Wochenfrist das Leben auf der Erde erschaffen, dann ist dies ein Erklärungsversuch, der von den Wissenschaften widerlegt wurde.

    Natürlich erfüllt Religion auch andere Funktionen, die darüber hinausgehen, das ist richtig.

  24. Euler
    21. Juni 2010, 20:39 | #24

    Wenn ich eine wissenschaftliche Herangehensweise an eine Frage in einem einzigen Satz zusammenfassen sollte, würde ich schreiben:

    Es ist diejenige Methodologie, die zwingend zu allen Angaben den jeweiligen Fehlergehalt angibt.

    Im Grunde ergibt sich alles weitere aus dieser Forderung. Damit wäre auch die Zitattreue zu verstehen, die Belegpflicht, und alleinige Anwendung bestimmter möglicher logischer Schlussfolgerungen. Weniger wichtig wäre das Prinzip des negativen Beweises und der Verzicht auf „positive Beweise“.

  25. Windle
    21. Juni 2010, 22:57 | #25

    Zunächst einmal vielen Dank für diesen Blog!
    Ich denke, daß es tatsächlich nicht unwichtig ist, darüber zu diskutieren, was die Probleme der Darstellung der Wissenschaft in der Öffentlichkeit betrifft. Vieles von dem ganzen „Esoquatsch“ ließe sich sicherlich vermeiden, wenn eine solche Diskussion sachlich in der breiten Öffentlichkeit geführt würde. Ich selbst kann einigen Vorrednern nur beipflichten, wenn sie behaupten, daß der Abschluß der allgemeinen Hochschulreife nur bedingt für eine angestrebte Laufbahn in einem Forschungsbereich taugt.
    Bedauerlicherweise ist das aber ein schulisches Problem, welches sich die Wissenschaftler an der Uni sich aufgrund finanziellen und politischen Belangen vor vielen Jahren selber geschaffen haben (Will sagen: Es ist leider absoluter Irrsinn, viele Studenten in Studiengängen zuzulassen, weil da Gelder für die Uni einbringt, und diese dann rauszuprüfen oder (weil es sich um einen Massenstudiengang mit „Fachfremden“ handelt) den Teilnehmern dieser Kurse nur Faktenwissen zu vermitteln, was in aller Regel eh nur zeitweise oder halbverstanden reproduziert werden kann.
    Unser Bildungssystem steuert aber z.B. dank PISA oder irrsinniger Weltanschauungen (eine Person mit allgemeiner Hochschulreife muß einen von uns festgelegten Standard an allgemeiner Bildung haben (was auch immer das sein mag)) genau auf eine Entwicklung hin, welche dieses Problem verstärken wird.
    Ein weiteres Problem wird hier mehrfach auch recht deutlich angesprochen….
    Wissenschaft scheint (in der Bevölkerungsmeinung) in Ihren Aussagen beliebig geworden zu sein und viele Menschen glauben, Wissenschaftler säßen wild fabulierend vor Ihren Überlegungen und der Literatur, um Hinweise auf die Evidenz Ihrer eigenen Phantasien zu finden und würden dann ein wildes unethisches Experiment durchfüren, welches dann Ihre wirre These stützt und dann ernstgenommen und vergöttert.
    Dies ist aber leider Irrsinn. Um diesen Irrsinn zu verstehen, muß man sich (glaube ich) folgender Tatsache bewußt sein:
    Die Wissenschaftler kommunizieren zu wenig mit dem Ottonormalverbraucher! Allerdings erwartet der Ottonormalverbraucher leider immer wieder einfache, plastische Erklärungen, die selbst ein Fachmann heutzutage kaum mehr mit gutem Gewissen geben kann, da die Materie so komplex ist, daß der Fachmann selbst z.T. Schwierigkeiten mit dem Verständnis hat.
    Die Lösung des Problems kann in aller Interesse aber doch wohl nicht sein, daß der Wissenschaftler jedem Menschen, der Ihn danach fragt, ein privatstudium in seiner Disziplin gibt, denn sonst wäre er auf Jahrhunderte ausgebucht und könnte außerdem nicht mehr forschen.
    Kurz gesagt: Es fehlt an Vertauen gegenüber dem Wissenschaftler. Natürlich ist das streckenweise verständlich, denn was kann man von Schlagzeilen wie dieser halten:
    http://de.news.yahoo.com/34/20100621/r_t_ynews_sc/tsc-gigantische-wasserkraft-canyons-im-e-98fda55_1.html
    Das ist ein toller und medienwirksamer Auftritt und ein Ottonormalverbraucher mag das toll finden, weil genau er derjenige ist, der das in den Nachrichten gelesen hat und sich jetzt seine eigene Meinung bilden kann…..
    Nunja, ich bin kein Geologe, aber ich als Wissenschaftler würd sagen:
    „Nette Entdeckung, jetzt warten wir mal ab, was Seine Kollegen über die Reputation des Autors sagen (Vertrauen). Wenn diese sich deutlich mehrheitlich positiv äußern und sich dann in einem weiteren Schritt die Studienergebnisse als haltbar erweisen sollten, dann sollte man weitere Untersuchungen durchführen (z.B. zu Erosionsverhalten, Sedimentationsverhalten und der Datierung fossiler Ablagerungen im Grand Canyon etc.) im Hinblick auf diese „These“. Wenn diese dann Ergebnisse liefern, die in diese „Journalistenthese“ passen, kann man darüber diskutieren, wie erst das zu nehmen ist.
    So läuft es nunmal in der Wissenschaft und deshalb sind klare Aussagen und dauerhafte Sicherheit leider nicht immer zu bekommen. Ebenso sollten solche Mechanismen eigentlich vor irrsinnigen Scharlertanen schützen……..

    Autsch…..
    Meine Finger glühen….. und mein Hirn ist bereits verbrutzelt….

  26. Felis
    22. Juni 2010, 01:54 | #26

    Guten Abend,

    ich hab diesen Artikel gelesen. Und trotz der Tatsache, dass ich mich mit Magie befasse, muss ich ihm in großen Tilen zustimmen. Es ist leider meist so, dass gerade viele dieser Esotheriker einerseits von „Respekt“, „Miteinander“ und „leben lassen“ reden, aber wenn man ihnen nicht nach dem Mund redet, wird man schnell gedisst.

    Ich schätze das Internet und das Papier, wie auch das Telefon als Kommunikationsmittel sehr, denn im Gegensatz zur Thelepathie ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas gesendet und etwas empfangen wird, ungleich größer. Hinzu kommt, die unverschämt hohe Wahrscheinlichkeit bei diesen Medien, dass Gesendetes und Empfangenes letztendlich gleich sind.

    Ich und glücklicherweise doch auch noch so einige Andere, die sich mit Magie, Zauberei, Schamanismus und wie auch immer man das noch nennen mag, sind doch noch Bodenständig und Realistisch genug, erst einmal klassische Wege zu gehen. Die Effizienz ist nun einmal erwiesenermaßen deutlich größer. Erst wenn gar nichts mehr geht, dann versuchen wir neue oder andere Pfade. Oder dies auch einfach unterstützend, frei nach dem Motto, schaden kann es nicht, selbst wenns nicht wirkt und wenn es wirkt kann es eigentlich nur nutzen.

    Ich habe doch einige Dinge inzwischen erlebt, die mich an etwas Magisches glauben lassen. Ich habe aber auch genug erlebt, wo ich mich schon gefragt habe, warum es nicht der allgemein bekannt und gut erprobte Weg sein darf.

    Ohne Wissenschaft hätte ich dies nicht schreiben können. Aber vielleicht sind die Gedanken dazu einem winzigen Funken Magie entsprungen 😉

    Gruß Felis

  27. chewie
    22. Juni 2010, 03:43 | #27

    und e=mc² schafft die möglichkeit zur atombombe währe auch ein schlechtes beispiel wenns nicht falsch währe….

  28. pangu
    22. Juni 2010, 10:19 | #28

    Kurfürst :
    Doch, Wissenschaft ist eine partielle Gegenbewegung zur Religion, schon deshalb, weil Religion sich auch ganz massiv als Welterklärung versteht.

    Das stimmt für die Kreationisten, und das ist schlimm genug. Ich geh aber davon aus, dass diese unter den Gläubigen in der Minderheit sind. Viele Gläubige können die Bibel methaphorisch und in ihrem historischen Kontext begreifen, ohne sie buchstäblich auszulegen.

  29. Skepsis
    22. Juni 2010, 10:28 | #29

    @Windle

    Ich sehe auch ein großes Problem in der Art und Weise, wie Wissenschaft in den Medien dargestellt wird. Ich bin kein Medienwissenschaftler, aber wenn jede (Pseudo-)Entdeckung sofort als neue Sau durch’s Dorf getrieben wird, dann setzt sich (natürlich) der Eindruck fest, Wissenschaft sei beliebig. Ein schönes Beispiel dafür sind die ganzen Ernährungst’tipps‘: Mal muss man unbedingt auf Antioxidantien achten, dann auf Omega-3-Fettsäuren, dann wird nachgewiesen, dass Handys Hirntumore auslösen, um einige Zeit später dann zu dem Ergebnis zu kommen, dass dem nicht so ist und im Gegenteil bestimmte Tumorarten bei Handybenutzern seltener vorkommen. Das ganze kombiniert mit Artikel über falsche Prognosen, dass die Menschheit spätestens im Jahr 2010 den Mond besiedelt hat, dass Bill Gates (kein Wissenschaftler, in der öffentlichen Wahrnehmung aber doch) 640kB für ausreichend hielt, Mediziner Geschwindigkeiten jenseits der 35 km/h als Auslöser für Wahnsinn hielten, Eisenbahnen aus physikalischen Gründen nicht funktionieren und Hummeln eben nicht fliegen können.

    Nota bene: Ich argumentiere hier *nicht*, dass Wissenschaft beliebig ist. Durch solche Artikel wird aber der Anschein erweckt, dass Wissenschaft beliebig ist. In der breiten Wahrnehmung setzt sich aber der Eindruck fest, dass man alles behaupten kann, spätestens in ein paar Jahren ist es eh Makulatur. In diesem Kontext erscheinen dann Behauptungen von Leuten, die auf die ewige Wahrheit verweisen (gerne von den alten Ägyptern/Mayas/Griechen/Germanen) oder deren ‚System‘ schon 200 Jahre Bestand hat (siehe Hahnemann), als sehr verlockend und auch überzeugend. Wenn man auf die Unzulässigkeit des Schlusses ‚alt==gut‘ hinweist bzw. die Basis solcher Behauptungen generell in Frage stellt, wird gerne gekontert mit ‚Wenn es nicht stimmen würde, dann wären diese Leute schon längst verklagt‘ (dieses ‚Argument‘ habe ich schon häufiger gehört).

    Die Ursache ist meiner Meinung zweierlei: Zum einen durch ein übertrieben positives Technikverständnis seit ca. Beginn der industriellen Revolution bis in die 1970er Jahre hinein. Dann setzte ein Umschwung ein, weil die großen Versprechen nicht eingehalten wurden und die Technik/Wissenschaft selbst zur Bedrohung wurde (Overkill, Umweltproblematik). Zum anderen die Sensationalisierung der Berichterstattung, die dann eben dazu führt, dass man heute unreife Gurken und übermorgen gedünsteten Fisch essen muss, um ewiges Leben zu erreichen. Dies wird teilweise auch durch Wissenschaftler unterstützt, die so ihre Aktien hochtreiben wollen (man denke an die kalte Fusion oder den hier erst kürzlich behandelten neuen Ansatz für Wundheilung durch Wachstumsfaktoren). Das Ganze wird dann noch unterstützt durch ‚Wissenschaftsformate‘ wie ‚Gallileo‘ oder ‚Wissen macht ah‘, bei denen sich die Wissenschaft darauf beschränkt zu zeigen, wie Schokolade gemacht wird oder welche Probleme man beim Braten des grössten Schnitzels der Welt hat. Dies führt dazu, dass Wissenschaft und Technik (wie in meinem Post hier :-D) durcheinander geworfen werden und Wissenschaft nichts anderes mehr ist als etwas, dass sich um die neuesten Trend in der Fortbewegung, des Surfens oder der Nahrungsbereitung kümmert. Wissenschaft wird Life-Style.

    Es wäre zu billig, dieses Problem einer wachsenden Oberflächlichkeit der Gesellschaft oder der Medien zuzuschreiben. Ich glaube nicht, dass die Medien heute wesentlich schlechter sind als vor 50 Jahren. Heute wird eben die ’sanfte Naturmedizin‘ direkt neben den neuesten Trends in der Nachrichtentechnik abgehandelt und die Technik als Wissenschaft (und nicht Ergebnis derselben) verkauft. Vor 50 Jahren waren es eben atomgetriebene Staubsauger und Mondsiedlungen. Das Problem liegt in der Bildung- und im Schulsystem. Da wird heute, genau wie auf der Uni, aber ausschließlich Wert auf Berufsqualifikation gelegt. Das ist das Maß der Dinge. Naturwissenschaften, wenn sie denn in nennenswerten Umfang auf dem Lehrplan stehen, enden dann als angewandte Technik.

    Gruß

  30. Skepsis
    22. Juni 2010, 10:32 | #30

    Rincewind :

    Bigott :
    Glaubenssysteme haben innerhalb ihres Systems immer glaubwürdige Beweise für alles gehabt. Man musste sich nur innerhalb des Systems bewegen. Außerhalb des Systems wurde immer schon alles widerlegt.
    In etwa so ist es auch mit dem wissenschaftlichen Glaubenssystem. Es dominiert halt heutzutage und deshalb will jeder alles wissenschaftlich beweisen. In hundert Jahren wird vielleicht alles über die Konsistenz von Zuckerwatte beantwortet.

    Es ist wirklich witzg, einen Kommentar zu lesen, dessen Autor den Artikel vermutlich gar nicht gelesen hat und gleichzeitig genau das im Artikel beschriebene Problem demonstriert.

    Ach ne, Bigott ist auch (wieder) hier…
    Rincewind, man kann von ihm/ihr nicht erwarten, dass er/sie den Artikel liest. In seinen anderen Postings lässt er auch nur seinen Stuss ab, unabhängig davon, um was es geht.

    Gruß

  31. Kurfürst
    22. Juni 2010, 11:29 | #31

    @pangu

    Nein, Religion ist immer Welterklärung.
    Dass die Bibel mit ihren naiven Versuchen, dieser Aufgabe gerecht zu werden, in Frage gestellt wurde, ist Leistung der Wissenschaften.
    Schon die Postulierung einer „höheren Instanz“ (die dann noch dazu ihren Schäfchen Verhaltens- und Denkvorschriften vorschreibt) ist eine Erklärung unseres Daseins.
    Und wenn du meinst, allein die Kreationisten würden die Kompetenz der Naturwissenschaften in Frage stellen, dann irrst du. Wenn ein katholischer Bischof etwa erklärt, AIDS würde durch Kondome verbreitet, ist das – schon biologisch – völlig falsch.
    Und wie man heute noch immer den Homosexuellen mit völlig falschen – naturwissenschaftlichen – Behauptungen, nachstellt, was ist das dann?
    Die Kirche würde heute noch die Schöpfungsgeschichte der Genesis predigen, sie würde heute noch behaupten, der Homo sapiens (wäre dieser Ausdruck erlaubt?) wäre durch einen einmaligen Schöpfungsakt des großen Papa erschaffen wurde etc., wenn sie denn nur könnte.
    Sie rücken immer nur das raus, was sie von ihrer Welterklärung hergeben müssen.

    Ein gleichberechtigtes Miteinander von Wissenschaften und Religion kann es nicht geben. Unter anderem auch deshalb, weil Glaube eben das Gegenteil von Wissen ist.

  32. herzlich
    22. Juni 2010, 12:12 | #32

    @Skepsis
    Spitze, besonders der letzte Absatz!
    Seit vielen Jahren, geht das Allgemeinwissen sehr stark zurück! Als ich in den 80er Jahren technisches Personal im EDV-Bereich afgenommen und interviewt habe, war es notwenig, Absolventen einer Technischen Universität einzustellen, da die HTL-Absolventen die Grundlagen der Elektrotechnik und Nachrichtentechnik nicht wussten! Ende der 90er war es noch schlommer, heute eine Katastrophe!
    Anscheinend ist die „Intelligenz“ in die Produkte gerutscht, e.g.: Lebensmittel, techn. Geräte u.s.w. Damit ist Tür und Tor geöffent den größten anzunehmenden Unsinn zu verbreiten, der wird auch noch geglaubt und „Wissenschaftler“ finden sich bemüßigt, sogar einen wissenschaftlichen Prozeß anzustoßen und „Beweise“ zu finden!
    Doch unser Nachwuchs ist schon in der Vorschule in der Lage, Müll sortenrein zu trennen und einen Bankomat zu bedienen! Doch von Natur haben sie keine Ahnung, das sind Wunder!!!!
    Ein ganz großes Bravo, dem Initiator, die Hoffnung gebe ich nicht auf, dass es wieder eine Umkehr in der Wissensvermittlung geben wird!

  33. Bigott
    22. Juni 2010, 12:37 | #33

    Na seht ihr, wir nähern uns der Wahrheit.
    Jetzt müsst ihr nur noch die letzte verbale Hürde überspringen, die ihr geistig schon längst überwunden habt.

    Alle Andersgläubigen sollen brennen! Sagt es doch, wenn es euch so gut tut!

  34. The_Vanguard
    22. Juni 2010, 12:51 | #34

    Danke für den gelungenen Artikel. Wie schön, dass auch prompt demonstriert wird, wie relevant dieses Thema ist…da kann man Rincewind nur zustimmen.

    Bigott :Glaubenssysteme haben innerhalb ihres Systems immer glaubwürdige Beweise für alles gehabt. Man musste sich nur innerhalb des Systems bewegen. Außerhalb des Systems wurde immer schon alles widerlegt.In etwa so ist es auch mit dem wissenschaftlichen Glaubenssystem. Es dominiert halt heutzutage und deshalb will jeder alles wissenschaftlich beweisen. In hundert Jahren wird vielleicht alles über die Konsistenz von Zuckerwatte beantwortet.

    Wissenschaft ist kein System, sondern eine Methode. Mit ihr lassen sich z.B. Systeme analysieren. Darum kann sie auch aufzeigen, wo die Erklärungsfähigkeit von Glaubenssytemen an ihre Grenzen stößt. Sollte man irgendwann einmal die Funktionsweise von Magie nachweisen können wird das ebenfalls wissenschaftlich sein. Sollte trotzdem dann jemand behaupten, dass Magie „wider die Wissenschaft“ ist, wird das nicht wissenschaftlich sein.

    Vielleicht hilft ja diese Kindergarten-Rekapitulation des Artikels etwas. Ansonsten könnten sich ja vielleicht mal ein paar Esowatch-Autoren zusammen tun um „Mein erstes Wissenschafts-Bilderbuch“ zu erstellen.

  35. Kurfürst
    22. Juni 2010, 12:58 | #35

    @Bigott
    Nein, Scheiterhaufen und Exkommunikation sind Sache der Gläubigen. Hier zählen Argumente, bring Sie doch.

  36. Bigott
    22. Juni 2010, 15:49 | #36

    @Kurfürst
    Ach Kurfürst: Wenn Extremisten Argumenten zugänglich wären, dann ständen die twin towers noch, Hans Martin Schleyer wäre eines natürlichen Todes gestorben und Gallilei wäre reich und berühmt gestorben.
    Aber Menschen wie ihr üben halt lieber Gewalt aus, um ihren Standpunkt „verständlicher“ zu machen. Da unterscheiden sich die rechten nicht von den linken, die vollverschleierten nicht von den lockentragenden und ihr nicht von den kreationisten.

  37. Kurfürst
    22. Juni 2010, 16:44 | #37

    @Bigott
    Was du da machst, ist Rabulistik pur. Du weigerst dich, zu diskutieren und übst dich in hilflosen Beschimpfungen, indem du mich/uns schlicht mit Terroristen, noch dazu tlw. von Gottes Gnaden, in einen Topf wirst.
    Welche Gewalt wird denn hier ausgeübt?
    Soll ich dich daran erinnern, wie Gläubige schnell mit der Waffe bei der Hand waren und sind, wenn es darum ging, Nicht- und Andersgläubigen hinzuschlachten?
    So sprach Jesus über Nichtgläubige: „daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist.“

  38. Hubert
    22. Juni 2010, 16:48 | #38

    Bigott :
    Na seht ihr, wir nähern uns der Wahrheit.
    Jetzt müsst ihr nur noch die letzte verbale Hürde überspringen, die ihr geistig schon längst überwunden habt.
    Alle Andersgläubigen sollen brennen! Sagt es doch, wenn es euch so gut tut!

    Lieber Bigott!

    Dich hat man hier noch nicht verbrannt weil du auf dieser Seite den Hofnarren gibst ;-))

  39. NuEM
    22. Juni 2010, 17:31 | #39

    Bigott :
    Glaubenssysteme haben innerhalb ihres Systems immer glaubwürdige Beweise für alles gehabt. Man musste sich nur innerhalb des Systems bewegen. Außerhalb des Systems wurde immer schon alles widerlegt.
    In etwa so ist es auch mit dem wissenschaftlichen Glaubenssystem. Es dominiert halt heutzutage und deshalb will jeder alles wissenschaftlich beweisen. In hundert Jahren wird vielleicht alles über die Konsistenz von Zuckerwatte beantwortet.

    Das Bezugssystem der Wissenschaft ist die messbare Realität. Ich hoffe das hilft Ihnen weiter.

  40. pangu
    22. Juni 2010, 19:29 | #40

    @Kurfürst
    Ich fürchte, Du verwechselst Kirche mit Religion. Das hat nur bedingt miteinander zu tun. Den Schaden, den die Kirchen (alle) über die Jahrhunderte angerichtet haben, geht auf keine Kuhhaut. Religion und Glaube eines einzelnen haben damit nur sehr mittelbar zu tun.

  41. Kurfürst
    22. Juni 2010, 19:36 | #41

    Diese beiden Begriffe sind, wie du richtig erwähnst, keine Synonyma. Es gibt – sehr verbreitet – eine diffuse Religiosität, die sich nicht in Form einer Organisation verdichtet: „Irgend etwas muss es schon geben“ usw.
    Allerdings kann sich Glaube, ich rede mal von den drei großen Schriftreligionen, ohne einer Organisation schwer halten, wie die Vergangenheit zeigt.
    Es geht hier auch nicht Kirchenkritik, obwohl Kirche für den Glauben steht, sondern um die Form, zu einer relativ sicheren Aussage über die Realität zu gelangen. Und dieses Procedere – übrigens von einem bekannten Kirchenmann selbst vorgeschlagen – nennen wir Wissenschaften.
    Und diese Wissenschaften sind verdammt erfolgreich und trotzdem so unglaublich bescheiden.

  42. Wetterkundler
    22. Juni 2010, 22:59 | #42

    hehe, guckt mal hier:
    https://www.blogger.com/comment.g?blogID=6822317169270344340&postID=9209923374236623401

    Ein einziger nimmt Bezug auf unsere Ahnen, die herausgefunden haben, dass es im Juni saukalt werden kann. Sucht einfach mal nach Schafskälte auf dieser Seite.

    Plötzlich, wenn es um die Widerlegung der Wissenschaft geht, ist das angeblich so tolle alte und überlieferte Wissen egal.

  43. 23. Juni 2010, 15:35 | #43

    @fatmike182
    Danke für das nette Kompliment!
    😉

  44. T-M
    26. Juni 2010, 01:06 | #44

    Meiner Erfahrung nach ist es ein großes Problem, dass viele Leute der Ansicht sind, dass das wissenschaftliche Weltbild gleichwertig sei zu den diversen esotherischen Weltbildern, und es daher eine persönliche Glaubensfrage sei, welches davon man für wahr hält. Damit meine ich nicht die Anhänger diverser Eso-Ideen, die meist sowieso davon überzeugt sind, im persönlichen Besitz der einzig wahren Wahrheit zu sein, sondern „das ganz normale Volk“. Viele Leute (und das sind längst nicht alles „dumme“ oder ungebildete Leute) wissen leider nicht viel von der wissenschaftlichen Arbeitsweise, die den fundermentalen Unterschied zwischen der wirklichen Wissenschaft und der pseudowissenschafltichen Esotherik darstellt. sodass beide aus ihrer Sicht vergleichbar, vielleicht sogar äquivalent erscheinen. Vielleicht sollte der Frage, was Wissenschaft überhaupt ist, in der (Schul-)Bildung mehr Raum eingeräumt werden.

    Ich bin übrigens auch der Ansicht, dass Wissenschaft und Religion (oder besser: Glaube) keinen Widerspruch darstellen müssen. Ein Thema, auf dass ich hier bei Gelegenheit gerne noch mal genauer eingehen möchte, denn ich halte die Konsequenzen, die sich daraus Ergeben, für durchaus wichtig. Jedoch nicht an dieser Stelle, dieser Kommentar ist ohnehin schon viel zu lang, und ich fürchte, hier würde ihn ohnehin kaum jemand lesen.

  45. Kurfürst
    26. Juni 2010, 11:17 | #45

    Der Forderung, schon im Schulunterricht den Schülern klar zu machen, was Wissenschaft ist, wie Forschung funktioniert, ist richtig.

    Der andere Teil, dass Wissenschaft und Religion konform gehen können, halte ich für falsch. Überspitzt: Religion ist heute so sinnvoll wie ein Kropf, eine völlig anachronistische Institution und ich kann keinen wesentlichen Unterschied zwischen ihr und Esoterik erkennen.

  46. T-M
    1. Juli 2010, 02:45 | #46

    @ Kurfürst: Ich wollte das schon längst beantwortet haben, bin aber nicht dazu gekommen, und ich denke, hier liest kaum noch jemand mit. Vielleicht an anderer Stelle, das Thema ist mMn nämlich etwas komplexer.

    Vielleicht im Forum, fals da so etwas erwünscht ist.

  47. Josef Schwarzinger
    26. Januar 2011, 14:19 | #47

    Auf diese Seite kam ich durch Suche nach „Urknall“. Ein Mann, der sich Dipl.-Ing Xxxxxx Xxxxxx nennt und vorgibt Mitglied von EsoWatch zu sein, hat auf der Plattform XING.com die Urknallthese -reinste Esoterik- vehement verteidigt, weil Sie als Urknall-THEORIE auf Astronomischen Instituten gelehrt wird. Dass mit der eischlägigen Literatur, z.b. durch Stephen Hawking, Milliarden durch Volksverblödung eingenommen wurden, scheint er nicht zu durchschauen.

  48. admin
    26. Januar 2011, 16:20 | #48

    Urknall ist keine Esoterik. Dafür gibt es nämlich Evidenz, zB in Form der kosmischen Hintergrundstrahlung.

  49. 26. Januar 2011, 16:27 | #49

  50. 26. Januar 2011, 16:28 | #50

    :::

  51. 26. Januar 2011, 16:28 | #51

    51

  52. Schwarzisfreund
    27. Januar 2011, 12:24 | #52

    Hallo Josef Schwarzinger,

    wenn Sie wissen wer hinter ESOWATCH steckt sollten Sie schläunigst Herrn Fritzsche
    informieren. Bringt richtig Kohle!
    Was soll man von einem unbekannten Genie wie unserem Jupp halten, der wesentliche
    Fehler in den Grundsätzen der Wissenschaft entdeckt hat und nun von der Wissenschaftmafia verfolgt wird.

  53. admin
    27. Januar 2011, 13:27 | #53

    Das ist nicht ganz richtig. Der mit den 100.000 € ist der Weidenbusch: https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hans_Weidenbusch
    Die 100.000 sind Kleingeld für ihn, er hat schon mal eine runde Million versprochen.

  54. derwolf
    27. Januar 2011, 15:27 | #54

    @Josef, Josef,

    jetzt, gehen die Beleidigungen hier weiter ? Lassen Sie doch Ihren privaten Kleinkrieg, nur weil Sie nicht ertragen können, das es Personen gibt, ich formuliere das hier mal vorsichtig, der Urknalltheorie nahestehen, die Theorie, gegen die Sie in vielen social networks immer aufs Neue ankämpfen und dabei eine nötige Fairness immer wieder vermissen lassen ?

  55. shitforall
    28. Januar 2011, 08:11 | #55

    @derwolf

    Lieber Lupus,
    das mit dem Urknall ist halt eine sehr komplexe Sache, bei manchen ist zwar der Ur-Teil erfolgt, doch der Knall selbst erfolgte erst später, im Inneren des Kopfes, daher geht die Expansion im Inneren vor sich.
    Das äußert sich über verbale und schriftliche seltsame Äußerungen, doch jeder darf glauben was er will!
    Verzeih ihm ganz einfach, solche wie Josef wissen nicht was sie tun, Spaß verstehen die ja auch nicht!
    Als man vor 2000Jahren einem Josef ein befruchtetes Weib unterschob, wurde daraus eine sehr große Glaubensgemeinschaft, oder?? Das ist für viele leichter anzunehmen, der heilige Geist wird’s schon richten! Glauben halt!
    Nix für mich!

  56. Schwarzisfreund
    28. Januar 2011, 09:46 | #56

    Danke admin für die Info Weidenbusch.
    Ich komme mit den H.Meyer, den Fritzsche und den Weidenbusch
    immer wieder durcheinander. Woran liegt das nur?

  57. admin
    28. Januar 2011, 14:22 | #57

    Das einer dööfer ist als beide zusammen?

  1. 20. Juni 2010, 16:08 | #1
  2. 2. Juli 2010, 14:54 | #2
  3. 7. Juli 2010, 23:31 | #3
  4. 27. Januar 2011, 18:31 | #4
  5. 6. September 2012, 23:39 | #5

Spamschutz: Setzen Sie einen Haken im ersten, zweiten, dritten und vierten Kästchen

Spam protection: Check the first, second, third and forth box



      

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