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Markus Söder, Gentechnik und die Schöpfung

Überschätzte Gefahr: horizontaler Gentransfer bei Eukaryoten

Von der niederbayerischen Bäuerin* geht das etwas böse und skurrile Vorurteil, sie glaube noch an Dämonen. Dass sich der Dämonenglaube – in anderer Form und mit einem anderen Dämon – hartnäckig in Bayern hält, ist eine andere Ansicht.

Dämonen glaubt man dann am Werke, wenn man so gar nicht weiß, warum etwas passiert, oder wenn man Dinge, die passieren, so gar nicht im Griff zu haben meint. Auch Technik kann dämonisiert werden, vor allem wenn man sie nicht einschätzen kann oder ihre Wirkungen nicht direkt sehen. Eine solche Technik ist die Gentechnik. Nicht nur die niederbayerische Bäuerin weiß damit nichts anzufangen, sondern offenkundig auch der bayerische Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder. Von Haus aus Jurist, wähnt der Herr Söder in der Gentechnik wohl eine solch dämonische Macht und im ausübenden Wissenschaftler den kleinen Bruder des Antichristen.
Söder äußert sich auf Abgeordnetenwatch wie folgt:

der grünen Gentechnik stehe ich skeptisch gegenüber. Die ökologischen Auswirkungen sind ungeklärt. Die Bewahrung der Schöpfung ist ein zentrales Gut.

So macht dann auch der jüngste juristische Vorstoß Bayerns Sinn:

„Bayern plant gesetzliches Verbot der Gentechnik“

Einmal dahingestellt sei die Möglichkeit, dass man ganz schlicht in populistischer Weise versucht, der Bäuerin nach dem Mund zu reden, s.o. Wobei das nicht so ganz abwegig ist hiernach:

Während das generelle Urteil über Vor- und Nachteile der Gentechnik in verschiedenen Bevölkerungsschichten differenziert ausfällt, stößt ein Einsatz der Gentechnik speziell in der Landwirtschaft auf breite Ablehnung: 74 Prozent der bayerischen Bevölkerung sind prinzipiell gegen einen solchen Einsatz. 71 Prozent unterstützen die Forderung, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Bayern generell zu verbieten.

Ökotrend Bayern – Einstellungen der bayerischen Bevölkerung zu umweltpolitischen Fragen

Sei’s drum.

Was also ist die Basis dieses bayerischen Vorgehens?
Liest man die Seiten des bayerischen Umweltministeriums, so wird dort für Laien relativ gut beschrieben, was hinter der Gentechnik steckt und wie sie funktioniert: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit:Was ist Gentechnik? Aber der Herr Minister selber muss das nicht lesen, es genügt ja, wenn man weiß, was das Volk will, nämlich die „Schöpfung bewahren“, siehe Umfrage oben. Der Herr Söder tritt ja auch sonst für mehr Schulgebete und weniger Gotteslästerung ein. Zumindest will er das eine fördern und die Bestrafung für Letzteres am liebsten verschärfen.

Anstatt das Volk über die Gentechnik aufzuklären, wie man es sogar auf den ministeriumseigenen Seiten versucht, wird undifferenziert den Leuten nach dem Mund geredet, die zu viel „Der Angriff der Killertomaten“ gesehen haben.
Dass solche Vorgänge, wie sie der Mensch bei der Gentechnik bewusst macht, in der Natur täglich seit Anbeginn des Lebens ablaufen, millionenfach auf jedem Hektar Boden und in ihm, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Man versucht also zu schützen vor dem planmäßigen Eingriff, während man dem natürlichen gleichartigen oder ähnlichen, zufälligen Vorgang an sich nicht dämonisiert, weil man ihn nicht bemerkt und von ihm nichts weiß. Zufall gut – Planung schlecht. Oder: Wissenschaft böse – „Schöpfung“ gut. So einfach kann die Welt sein, wenn man nicht den Hauch eines Schimmers einer Ahnung hat, was „die Natur“ überhaupt ist, und annimmt „die Schöpfung“ ™ sei statisch. Je nach spiritueller Ausrichtung wähnt der gemeine Gentechnik-Gegner da entweder GOTT oder eine liebende Mutter Natur am werkeln, dem oder der man nicht ins Handwerk pfuschen dürfe. Der gentechnizierende Mensch wird also als Widerpart dieser Entitäten gesehen, als Antichrist, der sich gegen die Schöpfung versündigt.

Man ahnt es: Das sind die Menschen, die auch glauben, „normales“ Essen sei „genfrei“.

Einen denkwürdigen Auftritt muss Söder in 2009 gemeinsam mit anderen Gentechnik-Gegnern gehabt haben. So berichtet, sichtlich beeindruckt, Michael Miersch im Juni letzten Jahres:

Es war schon ein besonderes Erlebnis als der Seehofers Liebling mit Vandana Shiva und Percy Schmeiser vor die Mikrophone trat. Ich war beeindruckt, wie oft er das Wort „Schöpfung“ in einen Satz packen kann. Also, wenn ich es recht verstanden habe, müssen wie die Schöpfung und ihre Ge-schöpfe im Sinne der Schöpfung schützen oder so. Erstaunlich auch, wie viele Falschbehauptungen man in einer Viertelstunde Pressegespräch unterbringen kann. Das schafft Söder allein noch nicht mal in Wahlkampfreden.

achgut.com: Söder und die Scharlatane

Es ist schon immer wieder traurig, wie unbeleckt vom Fach man sein kann und trotzdem zum Minister hochgeseilschaftet wird. Entgegen so mancher Eigenmeinung verhilft das Jura-Studium vielleicht zu einer gewissen Redegewandtheit, aber mitnichten zu Omnikompetenz. Vielleicht hat der Herr Söder auch nur zu sehr auf seinen Herrgott vertraut, der dem Sprichwort nach zum Amt auch anderes vergibt. Was war das noch mal? Es will einem beim Beispiel Söder nicht so recht einfallen. Eigentlich würde man empfehlen wollen, der Herr Söder sollte lieber bei anderen Themen, leichter durchschaubaren, bleiben. Doch auch da ficht er gegen die neue Zeit:
SPON: CSU-General bekämpft neue Mainzelmännchen
.

Aber da ist er ja ganz eins mit seiner Klientel. Mit dämonenfürchtigen Bäuerinnen, gentechnikfürchtigen Schöpfungsgläubigen und anderen gottesfürchtigen Wissenschaftsfeinden.

* Alle niederbayerischen Bäuerinnen, die nicht an Dämonen glauben, bitten wir natürlich um Entschuldigung. Aber Sie wissen schon, wer damit gemeint ist.

  1. notatall
    27. August 2010, 20:46 | #1

    …der grünen Gentechnik stehe ich skeptisch gegenüber. Die ökologischen Auswirkungen sind ungeklärt.

    Ich bin überzeugt, der meint die Frau Künast und Co. Die Auswirkungen sind allerdings bekannt! Auch das mit denen, die an Dämonen glauben, ist bei ihr nicht weit hergeholt. Da muß man Herrn Söder wirklich recht geben, da er ja ohnehin Rechtsanwalt ist und daher in Opposition zu den Grünen steht!
    Der Genuß vom zuviel Bier, auch nach dem Reinheitsgebot zeigt über Generationen schon lange seine Wirkung! War auch bei Stoiber klar bemerkbar!

  2. 27. August 2010, 21:04 | #2

    … der konventionellen Züchtung stehe ich skeptisch gegenüber. Die ökologischen Auswirkungen [von neuen Sorten] sind ungeklärt.

    Im übrigen ist das ein geiles Bild 🙂

  3. V
    27. August 2010, 21:23 | #3

    Artikel von M*nsant* gesponsort? Werden hier Kritiker der Gentechnik als ungebildete Abergläubische diffamiert?
    Dem Artikel fehlt es an Ausgewogenheit, nämlich dass Skepsis am Nutzen von Gentechnik nichts mit religiöser oder sonstiger Verblendung zu tun haben muss. Folgende Nachteile sind bekannt:
    – Priviatisierung der Welt. Saatguthersteller lassen sich Saatgut patentieren und setzen damit abstruse Forderungen durch (die Percy Schmeiser Farce ist dafür nur 1 Beispiel)
    – den Bauern gehört das gekaufte Saatgut nicht mehr wirklich -> Armutsrisiko für Bauern ärmerer Gegenden.
    – Gentechnisch manipuliertes Saatgut wird als Paket mit Pestiziden verkauft; ohne Prüfung durchgedrückte Markteinführung hat katastrophale Folgen (*s.u.)
    – Gentechnik hält bisher nicht im Mindesten, was die Propaganda versprach
    – Falls Wissenschaftler tatsächlich die Folgen gentechnisch manipulierter Organismen in der Umwelt abschätzen können, so ist diese Erkenntnis der patentinhabenden Großkonzernen scheißegal, solange der Profit stimmt.

    Da ist ein salbadernder Söder das kleinere Übel.

    Dass Politiker sich trotz der gewichtigen rationalen Argumente sich religiöses Geschwafel verwenden ist entweder Unwissenheit oder Populismus. Beides ist einer vernünftigen Regelung nicht dienlich.

    Die moderne Wissenschaft ist ein Segen. Zunehmend wreden jedoch wissenschaftliche Erkenntnisse und Anwendungen von Netzwerken aus Großkapital und Politikern gegen die Bevölkerung eingetzt, dann braucht man sich nicht zu wundern, warum die Leute den Scharlatanen auf den Leim gehen.

    * Info dazu:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30310/1.html

  4. Murifex
    27. August 2010, 21:54 | #4

    Ich denke es geht hier nicht um die Blüten die das Treibt (Monsanto), sondern um die die grüne Gentechnik an sich. Söder beweist ja, dass er entweder nicht verstanden hat, dass das im Grunde nur eine fortgeschrittenere und gezieltere Form der Züchtung ist. Und die ist so alt wie die Menschheit. Klar ergeben sich dadurch Möglichkeiten zum Missbrauch, aber alles in allem ist das Potential vor allem in einer Welt mit immer mehr Menschen viel zu groß um weggeworfen zu werden. Und so ein Rundumschlag wie „Gentechnik verbieten“ löst das Ganze sicher nicht. Söders Berater heißt warscheinlich Rainer Populismus 😉

  5. 27. August 2010, 22:37 | #5

    Die grünen Gutmenschen werden sich irgendwann noch in den Arsch beißen, die öffentliche Forschung dermaßen behindert zu haben, dass nur noch die logischerweise sehr finanziell ergebnisorientierten Firmen übrig bleiben, mit ihren Patenten und Wissensvorsprüngen.
    Reaktionäre Grundhaltungen mit romantisierten Paradiesvorstellungen funktionieren leider nicht.

  6. Hubert
    28. August 2010, 02:32 | #6

    Dass das Saatgut irgend wann nicht mehr den Bauern gehört, lässt sich doch mit den Gesetzten regeln. Es soll halt kein Patent mehr auf das gentechnisch veränderte Saatgut geben, sondern bloß noch auf die Technik dieses Saatgut gentechnisch herzustellen.

  7. 28. August 2010, 04:32 | #7

    Bei der Diskussion um Patente wird gerne so argumentiert, als würden Patente bis in alle Ewigkeit gelten. Das ist nicht so. Nach 20, spätestens 25 Jahren läuft ein Patent aus und die Erfindung bzw. Beschreibung wird Gemeingut.

    Zu den genannten Punkten:
    1. Sorten, die nicht gentechnisch verändert wurden, sind auch geschützt, wenn der Züchter das schützen liess. Das ist also kein Spezifikum von GVO.
    2. Keiner zwingt Bauern, das moderne Saatgut zu erstehen.
    3. Es gibt jährlich weltweit etwa 40 Mio. Fälle von Dengue. In Gegenden mit und ohne „Monsanto-Einfluß“. Die Zahlen der Erkrankungen unterliegen Schwankungen, siehe
    http://en.wikipedia.org/wiki/Dengue_fever#Epidemiology
    Für die Epidemien in allen anderen Gegenden der Welt ist Monsanto dann auch verantwortlich? Dass die Gebiete, in denen es zu Ausbrüchen kam, auch einmal mit Ansaat-Gebieten zusammenfallen können, kann einfach Zufall sein.
    4. So? Die modernen Züchtungen, die wie auch immer gewonnen wurden, haben höhere Erträge. Es ist zunächst einmal völlig egal, wie eine neue Sorte erzielt wurde. Dass eine Sorte nicht das hält, was man sich erwartet hat, hat mit der Herstellungsweise nichts zu tun. Entweder hat die Sorte Vorteile für den Anbauer, dann wird sie sich halten, oder der Anbauer wechselt wieder. Wo ist das Problem?
    5. Es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen GVO und Nicht-GVO hinsichtlich ihrer „Folgen in der Umwelt“. Die Menschen schauen bei den GVO wegen genau solcher Befürchtungen nur genauer hin und nehmen daher Vorgänge wahr, die bei anderen Züchtungen *auch* passieren.

    „Werden hier Kritiker der Gentechnik als ungebildete Abergläubische diffamiert?
    Dem Artikel fehlt es an Ausgewogenheit, nämlich dass Skepsis am Nutzen von Gentechnik nichts mit religiöser oder sonstiger Verblendung zu tun haben muss.“

    Nö. Kann auch damit zu tun haben, dass man eine Grenzlinie zwischen GVO und Nicht-GVO zieht, die es SO nicht gibt. Also einer Fehleinschätzung, was sich in der Natur so abspielt mit allen Organismen. Das ist genau dieser „Natur gut – Planung schlecht“-Argwohn, der einer Unkenntnis entspringt. Die „rationalen Argumente gegen Gentechnik“ beziehen sich meist auf die Geschäftspraktiken der Produzenten, Fehleinschätzungen hinsichtlich der Grenzlinie GVO und Nicht-GVO oder auf eine allgemeine Grundangst. Das ist meistens nichts GVO-spezifisches. Voreilige oder nicht ausreichend abgeklärte Meldungen werden auch nur zu gerne aufgegriffen,wenn es die bestehende Grundangst nährt.

    Man sollte da schon genau hinschauen.

  8. 28. August 2010, 05:15 | #8

    Wie wäre es mit einer Auffassung, die Gentechnik zwar grundsätzlich als ausgesprochen positiv begrüßt, aber die zerstörerische Entfaltungsmöglichkeiten von Gentechnik im Kapitalismus nicht außer Acht lässt? Denn – so scheint es wohl – nicht alles was gut ist, ist im Kapitalismus gut.

  9. 28. August 2010, 07:11 | #9

    Was sind denn die „zerstörerischen Entfaltungsmöglichkeiten“?

    Es geht um Gemüse, nicht Antipersonenminen, Sturmgewehre oder biologische Kampfstoffe.

    Was ist zum Beispiel mit dem WEMA-Projekt?
    http://www.aatf-africa.org/userfiles/WEMA-brief.pdf

    WEMA project
    AATF will work with the internationally funded non-profi t International Maize and Wheat Improvement Center (CIMMYT), the private agricultural company Monsanto, and the agricultural research systems in eastern and southern Africa in this eff ort. AATF will contribute its leadership, experience in public-private
    partnership management, technology stewardship and project management expertise. CIMMYT will provide high-yielding maize varieties that are adapted to African conditions and expertise in conventional breeding and testing for drought tolerance. Monsanto will provide proprietary germplasm, advanced
    breeding tools and expertise, and drought-tolerance transgenes developed in collaboration with BASF. The varieties developed through the project will be distributed to African seed companies through AATF without royalty and made available to smallholder farmers as part of their seed business. The national agricultural
    research systems, farmers’ groups, and seed companies participating in the project will contribute their expertise in fi eld testing, seed multiplication,and distribution. The project will involve local institutions, both public and private, and in the process expand their capacity and experience in crop breeding,
    biotechnology, and biosafety.
    Partner institutions
    • African Agricultural Technology Foundation (AATF)
    • National agricultural research systems in Kenya, Mozambique, South Africa,
    Tanzania and Uganda
    • International Maize and Wheat Improvement Center (CIMMYT)
    • Monsanto
    Funding Partners
    • Bill & Melinda Gates Foundation
    • Howard G. Buffett Foundation

    Das Kapitalismus ist irgendwie scheiße rutscht einem satten Mitteleuropäer sehr leicht über die Lippen. Aber das Handy für 50 Euro, der Fernseher für 400 Euro, sauberes Wasser, elektrischer Strom aus der Wand, medizinische Versorgung und bezahlbares Essen werden gern mitgenommen.
    Mit wem wollten wir denn tauschen?

  10. 28. August 2010, 07:45 | #10

    Schlamassel :

    Wie wäre es mit einer Auffassung, die Gentechnik zwar grundsätzlich als ausgesprochen positiv begrüßt, aber die zerstörerische Entfaltungsmöglichkeiten von Gentechnik im Kapitalismus nicht außer Acht lässt? Denn – so scheint es wohl – nicht alles was gut ist, ist im Kapitalismus gut.

    Sorry, aber das ist so eine Binse…

    Alles, aber auch wirklich alles kann vom Menschen gegen den Menschen gewandt werden. Wenn man will, kann man auch mit einem „biologisch angebauten“ Maiskolben jemanden umbringen. Indem man ihn einem armen Opfer ungeteilt in den Schlund rammt.

    Mit GVO ist es – jenseits dieser Möglichkeit – schon wesentlich schwieriger, Unfug anzustellen, der mit der Eigenschaft „GVO“ und nicht mit einer grundlegenden, bereits vorhandenen Eigenschaft dieses Organismus oder des Spenderorganismus zu tun hat.

    Mal ein paar Fragen: hast Du solche Ängste auch bei geklonten Apfelsorten oder konventionell gezüchtetem Mangold?

    Und welches sind die GVO-spezifischen „zerstörerische Entfaltungsmöglichkeiten“ im Kapitalismus? Gilt das nicht auch für konventionelle Züchtung und wenn nein, warum nicht?

  11. Hansi
    28. August 2010, 09:14 | #11

    Folgende Nachteile sind bekannt:
    – Priviatisierung der Welt. Saatguthersteller lassen sich Saatgut patentieren und setzen damit abstruse Forderungen durch (die Percy Schmeiser Farce ist dafür nur 1 Beispiel)

    Kann man gerne drüber reden, hat aber nix mit GVO zu tun. Das wird auch bei „normalen“ Züchtungen so gemacht.

    – den Bauern gehört das gekaufte Saatgut nicht mehr wirklich -> Armutsrisiko für Bauern ärmerer Gegenden.

    Auch das war schon vor GVO so…

    – Gentechnisch manipuliertes Saatgut wird als Paket mit Pestiziden verkauft; ohne Prüfung durchgedrückte Markteinführung hat katastrophale Folgen (*s.u.)

    … und auch das hier.

    – Gentechnik hält bisher nicht im Mindesten, was die Propaganda versprach

    Ui, ein Strohmann? Mein Rasenmäher ist auch nicht so toll wie im Prospekt beschrieben. Was möchtest Du uns damit sagen? Dass Marketingabteilungen gelegentlich schönfärben?

    – Falls Wissenschaftler tatsächlich die Folgen gentechnisch manipulierter Organismen in der Umwelt abschätzen können, so ist diese Erkenntnis der patentinhabenden Großkonzernen scheißegal, solange der Profit stimmt.

    Mhm. Und falls Wissenschaftler tatsächlich die Folgen von Giftstoffen in Nahrungsmitteln in Supermärkten abschätzen können, so ist diese Erkenntnis den patentinhabenden Grosskonzernen scheissegal, solange der Profit stimmt. Nein, warte…

    Polemik bringt nix. Das ist für mich die Kernaussage des Artikels, aber den hast Du offenbar nicht verstanden.

  12. 28. August 2010, 09:19 | #12

    Hier braucht man HTML-Befehle mit eckigen Klammern zum Kommentieren. Ich habe das mal repariert, Hansi.

    < blockquote> Zitat < /blockquote>

  13. 28. August 2010, 09:28 | #13

    Zum WEMA was auf Deutsch:
    http://www.transgen.de/aktuell/1206.doku.html

    Ziel ist die Entwicklung trockentoleranter, an die landwirtschaftlichen Bedingungen in Afrika angepasster Maissorten bis 2018. Dabei sollen konventionelle und moderne molekularbiologische Züchtungstechniken (Smart Breeding), aber auch gentechnische Verfahren genutzt werden. Angestrebt wird, den Ernteertrag bei Trockenheit gemessen an dem heutigen Niveau um 25 Prozent zu steigern.

    Saatgut neuer Maissorten, die aus dem Projekt hervorgehen, soll den Bauern in Afrika ohne Preisaufschläge zugänglich sein. Auch ein Nachbau – die Wiederaussaat eines Teils der Ernte im Folgejahr – soll nicht eingeschränkt werden. AATF und CIMMYT haben mit Monsanto vertraglich vereinbart, dass das Maissaatgut von lokalen Züchtern vermehrt und vertrieben wird. Die Landwirte müssen dafür keine besonderen Lizenzgebühren zahlen.

    Mais ist in Afrika weit verbreitet und Grundnahrungsmittel für mehr als 300 Millionen Menschen.

    Der Golden Rice ist auch patentfrei.

    Und noch mehr:
    http://www.transgen.de/pflanzenforschung/anbaueigenschaften/786.doku.html

  14. Oelsen
    29. August 2010, 02:07 | #14

    Leider sind GVO (gemäss Definition von Herstellern und Gegnern gleichzeitig) nicht an lokale Böden angepasst und deshalb mikronährstoffarm. Sie können die Welt ernähren, aber um den Preis, dass die Nahrung schlichter Mampf ist und die Mäuler stopft. Krankheiten und damit die kranken Menschen sind längerfristig vorgesehen und werden den Pharmafirmen gütigst überlassen.

    Wer kategorisch pro GVO ist, ist kategorisch für zentralistische, monströse Systeme, die sich durch Kleinstereignisse wie eine Dürre aus dem Tritt bringen lassen. Sowas brauchen wir nicht, wenn wir als ganzes überleben wollen.

  15. 29. August 2010, 02:45 | #15

    Aha, der erste Verschwörungsheini hier, hi Ohlsen.

    Erklären sie mir bitte als erstes, wie die Statistiken zur Lebenserwartung allgemein und die zur Kindersterblichkeit im besonderen gefälscht werden. Weil sonst kann es ja nicht sein, dass da immer alles besser wird.

    Erklären Sie, was Mirkronährstoffe sind. Ganz fein gemahlenes Mehl?

    Erklären Sie bitte, was durch „normale“ Züchtung gewonnene Kunstpflanzen von solchen unterscheidet, wo man gezielt in ein Gen eingegriffen hat und warum die eine besser als die andere auf Variabialität reagiert.

    Wer bez. GVO von Momströsität redet, hat von moderner Landwirtschaft keine Ahnung, sorry. Dieses „monströse“ System findet seit Jahrhunderten statt.

    Bei geschichtsvergessenen Wohlstandsmaden wie ihnen, die lieber Leute verhungen lassen würden, damit sie ja nicht etwas essen, was Sie als minderwertig einstufen („Kein Brot? Sollen sie Kuchen essen!“), tut es mir echt leid, Ihnen kein Jahr Urlaub ganz alleine in der Wildnis spendieren zu dürfen.

    Übers System jammern, aber das mit Computer und Netzanbindung und vermutlich sogar Krankenversicherung und Zentralheizung – ganz tolle Hirsche seid ihr.

  16. Toiletman
    29. August 2010, 04:08 | #16

    Was ist schlecht an Leuten hungern lassen? Wir helfen den Ländern nicht indem wir ihnen Almosen geben und sie durchfüttern was zu einer Bevölkerungsexplosion geführt hat, welche natürlich die Abhängigkeit von den Almosen noch vergrößert. Viel bessere Hilfe wäre weit mehr Entwicklungshilfe in Bildung fließen lassen und zwar in die bildung von ganz praktischen dingen also eine art berufsschule. Und Samen, die man jedes Jahr neu ordern muss helfen da nicht. Egal ob GMO oder konventionell, man muss den Ländern ermöglichen, sich selbst aus dem sumpf zu ziehen.

    Und zur entwickelten welt. Genforschung ist toll aber wir dürfen dies nicht in den händen von ein paar wenigen stark unethisch agierenden Unternehmen wie Monsanto (guckt euch an, was sie in indien mit gmo und konventiellen samen machen) belassen. Es müssen bestimmte unethische Praktiken verboten werden und vernünftige Regulierungen und Kontrollen eingeführt werden. Dann klappt das auch mit der Gentechnik.

  17. Hubert
    29. August 2010, 04:49 | #17

    Oelsen :
    Leider sind GVO (gemäss Definition von Herstellern und Gegnern gleichzeitig) nicht an lokale Böden angepasst und deshalb mikronährstoffarm. Sie können die Welt ernähren, aber um den Preis, dass die Nahrung schlichter Mampf ist und die Mäuler stopft. Krankheiten und damit die kranken Menschen sind längerfristig vorgesehen und werden den Pharmafirmen gütigst überlassen.
    Wer kategorisch pro GVO ist, ist kategorisch für zentralistische, monströse Systeme, die sich durch Kleinstereignisse wie eine Dürre aus dem Tritt bringen lassen. Sowas brauchen wir nicht, wenn wir als ganzes überleben wollen.

    Erzähl das mit dem leeren Mampf mal denen mit den leeren aber aufgeblähten Bäuchen

  18. Hubert
    29. August 2010, 04:55 | #18

    Toiletman :
    Was ist schlecht an Leuten hungern lassen? Wir helfen den Ländern nicht indem wir ihnen Almosen geben und sie durchfüttern was zu einer Bevölkerungsexplosion geführt hat, welche natürlich die Abhängigkeit von den Almosen noch vergrößert. Viel bessere Hilfe wäre weit mehr Entwicklungshilfe in Bildung fließen lassen und zwar in die bildung von ganz praktischen dingen also eine art berufsschule. Und Samen, die man jedes Jahr neu ordern muss helfen da nicht. Egal ob GMO oder konventionell, man muss den Ländern ermöglichen, sich selbst aus dem sumpf zu ziehen.
    Und zur entwickelten welt. Genforschung ist toll aber wir dürfen dies nicht in den händen von ein paar wenigen stark unethisch agierenden Unternehmen wie Monsanto (guckt euch an, was sie in indien mit gmo und konventiellen samen machen) belassen. Es müssen bestimmte unethische Praktiken verboten werden und vernünftige Regulierungen und Kontrollen eingeführt werden. Dann klappt das auch mit der Gentechnik.

    Das Schlechte am Leute verhungern lassen ist das Leute verhungern lassen, du Schafskopf !Wenn jemand einen Herzinfarkt hat dann leistet man ja auch erstmal Soforthilfe und erst später kümmert man sich um die Vorbeugung vor dem nächsten Infarkt.

  19. 29. August 2010, 06:18 | #19

    Oelsen :

    Leider sind GVO (gemäss Definition von Herstellern und Gegnern gleichzeitig) nicht an lokale Böden angepasst und deshalb mikronährstoffarm. Sie können die Welt ernähren, aber um den Preis, dass die Nahrung schlichter Mampf ist und die Mäuler stopft. Krankheiten und damit die kranken Menschen sind längerfristig vorgesehen und werden den Pharmafirmen gütigst überlassen.

    Wer kategorisch pro GVO ist, ist kategorisch für zentralistische, monströse Systeme, die sich durch Kleinstereignisse wie eine Dürre aus dem Tritt bringen lassen. Sowas brauchen wir nicht, wenn wir als ganzes überleben wollen.

    „Wir“ als Ganzes, so, so.
    Das liest sich wie: „wir“ müssen Opfer bringen, damit „wir“ als Art überleben können. Sind Sie selber denn bereit, sich zu opfern, wenn es SIE träfe? Das ist schon arg menschenverachtend, was Sie hier schreiben.

    Was ist denn der Unterschied zwischen einem GVO und dem Organismus, aus dem er hergestellt wird, dass er „Mikronährstoffe“ (was ist das?) verliert? Erklären Sie es mir doch mal. Da bin ich aber mal gespannt.

  20. Popeye
    29. August 2010, 08:01 | #20

    „Und zur entwickelten welt. Genforschung ist toll aber wir dürfen dies nicht in den händen von ein paar wenigen stark unethisch agierenden Unternehmen wie Monsanto (guckt euch an, was sie in indien mit gmo und konventiellen samen machen) belassen. Es müssen bestimmte unethische Praktiken verboten werden und vernünftige Regulierungen und Kontrollen eingeführt werden. Dann klappt das auch mit der Gentechnik.“

    Unter dem Vorwand von „vernünftigen Regulierungen und Kontrollen“ wurde in Europa und vor allem in Deutschland doch die Konkurrenz für Monsanto regelrecht abgewürgt!
    Was hat der Verbot von Genmais noch mit Vernunft zu tun?

  21. Skepsis
    29. August 2010, 08:45 | #21

    Popeye :

    Was hat der Verbot von Genmais noch mit Vernunft zu tun?

    Genau so ist es. Dass Monsanto zuallererst seinen eigenen Profit sieht ist eine Binse. Aber wenn es um Gentechnik geht herrscht ein solcher wissensbefreiter Furor, dass Anpflanzungen öffentlicher Institute einfach zerstört werden, ohne dass diejenigen sich auch nur das absolute Basiswissen um Gentechnik angeeignet haben. Das Ganze ist einfach böse, da nicht Schöpfung, nicht natürlich, und Big Pharma sowieso….

    Und Söder stößt einfach in das selbe Horn wie Seehofer: Man hat ein feines Antennchen für Befindlichkeiten der Wählerschaft und trötet einfach wieder, was diese hören will, statt dass man mit den Wählern in einen konstruktiven Dialog tritt, der voraus setzt, dass man auch mal eine Position einnimmt, die dem ‚angenommenen‘ Wählerwillen zuwider läuft. Aber natürlich werden solche Wählerwiederbeschallungen nur auf den Gebieten vorgenommen, auf denen man es relativ schadlos für die eigenen Interessen machen kann. Da bietet sich die Gentechnik geradezu an. Ich kann mich nicht erinnern, dass Söder sich mal mit intelligenten Formen des öffentlichen Nahverkehrs oder wirklich spritsparenden Autos auseinandergesetzt hätte bzw dort Positionen vertreten hätte, die in Ingolstadt oder München zu einem Aufschrei geführt hätten. Die Klientel bzw deren finanzielles Wohlwollen will man sich ja nicht verscherzen. Statt dessen eben ein Gebiet wie die Gentechnik, auf dem man mit allgemeinsten, inhaltslosen Phrasen ein wohliges Gefühl des verstanden und ernst genommen werdens für den Bürger erzeugen kann. Naja, Churchill wird der Spruch zugeschrieben, ein Staatsmann denkt an die nächste Generation, ein Politiker an die nächste Wahl. Wenn man diesen Maßstab an Söder und Konsorten anlegt, dann wird an die nächste Klassensprecherwahl gedacht.

    Um nochmal auf die Gentechnik zurück zu kommen: Man informiere sich mal über die Verdienste, die sich Norman Borlaug um die Menschheit erworben hat und stelle sich einfach mal vor, er habe vor 40, 50 Jahren die Möglichkeiten der Gentechnik gehabt. Aber er hat ja ’nur‘ Züchtungen vorgenommen.

    Gentechnik birgt wie jede Technik Gefahren in sich. Auch das ist eine Binsenweisheit. Wie hier aber schon mehrfach gesagt worden ist können wir westliche Wohlstandsmenschen es uns leisten, nur die Risiken zu sehen und die Möglichkeiten außer Acht zu lassen. Bei uns kommt das Wasser ja aus dem Wasserhahn und die Pizza vom Lieferdienst. Dazu dann noch der leckere australische Rotwein, der um die halbe Welt gekarrt wurde, und zum Abschluss, der Gesundheit halber, ein paar Kiwi und ein Glas des leckeren Litschisaftes. Beides kommt ja auch direkt aus Nachbars Garten…

    Gruß

  22. Uned
    29. August 2010, 09:33 | #22

    Hallo,

    danke für Ihre interessanten Informationen.

    Ich habe das Thema gestern mit Freunden diskutiert und ein Argument lautete, dass teilweise auch Tiergene in Gemüse eingebaut werden, und dass solche Mutationen wohl kaum in der Natur vorkommen würden.

  23. Skepsis
    29. August 2010, 09:52 | #23

    @Uned

    Es werden Tiergene in Pflanzen eingebaut, das stimmt. Das ist per se aber mal weder ein Argument für noch wider die Gentechnik. Diese Tatsache wird aber gerne genommen, um implizit die Horrorvision von Chimären zu erzeugen. Wenn man sich symbiontische Lebensformen (Knöllchenbakterien, Flechten, etc) anschaut und dazu noch Organellen wie die Mitochondrien und deren Entwicklung, dann kommt man zum Schluss, dass die ‚Natur‘ alles andere als phantasielos ist.

    Generell zum Thema Züchtungen: Auch mit Züchtungen werden Eigenschaften gefördert, die auf den ersten Blick den Interessen des gezüchteten Organismus zuwider laufen (z.b. Getreide, die ihre Samen nach deren Reifung eben nicht mehr ausstreuen, sondern auf der Ähre halten). Aber im Endergebnis hat die Förderung solcher Eigenschaften die Verbreitung der Pflanze (wenn auch durch den Menschen) gefördert.

    Generell ist, wie schon mehrfach angemerkt, die Gentechnik weder gut noch böse. Es geht darum, was man daraus macht. Daher kann man die Gentechnik von vorne herein auch nicht ‚aus dem Bauch heraus‘ ablehnen.

    Gruß

  24. GeMa
    29. August 2010, 10:45 | #24

    Tiergene? Welche sollen das sein, bzw. von welchen Tieren? Das soll doch gar nicht – vernünftig – funktionieren.
    Gehört hatte ich schon von uns Bärbeli Höhn. Nur sprach die von Bakterien (die sie für Tiere hält). Aber ok, von jemandem der fürs merkbefreite Stimmungmachen gewählt wird … Oder vom Gentechnikexperten Wolfram Siebeck. Der meinte ziemlich öffentlichkeitswirksam, dass Erdbeeren mit Heringsgenen versetzt sind.

    Nette Erwiderung :
    http://www.eb.tuebingen.mpg.de/abteilungen/3-genetik/christiane-nusslein-volhard/offener-brief-an-wolfram-siebeck

  25. lernender
    29. August 2010, 11:37 | #25

    Beifall für toiletman und skepsis. 🙂

  26. CU
    29. August 2010, 12:12 | #26

    @GeMa – der Brief ist wirklich lesenswert – mal verständlich erklärt, worum es geht und auch für Laien (wie mich) nachvollziehbar

  27. 29. August 2010, 15:10 | #27

    @ GeMa:

    Das mit den Tiergenen geht schon, kommt halt drauf an, was sie machen. Beim Avidin-Mais z.B. klappts.

    @ Uned:

    Wenn sich in ganz ferner Vergangenheit Pflanzen und Tiere nicht gleich andere ganze Organismen „geschnappt“ hätten, um sie als intrazelluläre „Sklaven“ zu halten, säßen wir heute nicht vorm Rechner. Leben macht, was geht und funktioniert. Funktioniert es besser als beim „Nachbarn“ ohne diese Veränderung, setzt sich der veränderte Organismus durch. Was man in Zuchtsorten macht, ist oft nicht wirklich stabil oder in der Umwelt von Nutzen, so dass diese Organismen meist vom Menschen abhängig bleiben.

    Das ist aber auch bei der konventionellen Züchtung oft so. Haben Sie auch schon gegessen: die Zuchtformen von Bananen bilden keine keimfähigen Samen mehr, auch Apfelsorten werden geklont. Sagen Sie doch den Mitdiskutanden mal, sie hätten bereits „Klon-Essen“ gefuttert. Das hört sich dann gefährlich an, das werden sie eher in Abrede stellen. Der Hinweis auf die Obstschale auf dem Tisch bringt dann doch den einen oder anderen Zeitgenossen zum Nachdenken, ob er mit den Begriffen wirklich ausreichend anfangen kann.

  28. GeMa
    29. August 2010, 16:51 | #28

    @Jadzia, ok, habs auf Dein Stichwort hin gefunden.

    Uh, und Transgene mit Ursprung vom Menschen in Kartoffeln und Tabak. Nicht, dass ich nach dem Rauchen dann plötzlich aussehe wie Ilse Koschmidder und nach´m Kartoffelsalat rede wie Dieter Bohlen. 🙂

  29. Uned
    30. August 2010, 08:35 | #29

    „Tiergene im Gemüse“, das stimmt, da ist die Tendenz, das erst einmal aus dem Bauch heraus abzulehnen.

    Wir waren uns aber auch einig, dass wir z.B. nichts gegen Kartoffeln hätten, die gegen Kartoffelkäfer resistent sind. Der Nutzen gleicht das anfängliche leichte Ekelgefühl dann aus.

    Und auch „Klon-Äpfel“ rufen erst einmal eine Reihe negativer Assoziationen hervor, was sich aufgeklärt ebenfalls schnell neutralisiert.

  30. Jadzia
    30. August 2010, 08:48 | #30

    Ähm, wer ist „wir“ und wer bekommt Ekelgefühle bei Kartoffeln?

    Der Bauch hilft bei komplexen Fragestellungen wenig. Da sollte man schon höhere Instanzen bemühen…

  31. 30. August 2010, 13:11 | #31

    was regen wir uns denn auf?? Gentechnik und Züchtung werden zunehmend akzeptiert. Den Grund den ich dahinter sehe ist einfach der Fanatismus unserer globalen Gesellschaft nach ästhetisch Schönem. Solange es gut aussieht ist es doch fast Nebensache was drin ist! *Tolle* Beispiele dafür gibts im Film *We feed the world* – der in 7 Teilen auf youtube zu finden ist…

  32. 30. August 2010, 14:58 | #32

    Wie bitte? Wir züchten seit tausenden von Jahren.

  33. notatall
    30. August 2010, 15:17 | #33

    @Nico
    In Deutschald gibt es über 330Getreidesorten, die zugelassen sind. An diese Züchtungen sind wir schon seit ein paar tausend Jahren gewöhnt!!!!
    Soweit bekannt sind die ältesten Getreidearten etwa 12000 Jahre alt, damals hat man schon die Gene mit Hilfe der Züchtung manipuliert!!!
    Welches ist eigentlich das wirkliche Urkorn???
    In Bayern gibt es den „Wolpertinger“ eine ganz spezielle Züchtung, findet man in der Politik!!!
    Meine Tomaten stammen aus meinem Garten, manipulieren sich gegenseitig mit den Insekten!

  34. Oelsen
    16. September 2010, 23:42 | #34

    Ich wurde glaubs falsch verstanden. Mikronährstoffe sind Mineralstoffe, Phenole etc, die sich die Pflanzen aneignen, damit sie sich selber gegen allerlei wehren können. Diese Stoffe nehmen wir auf und arbeiten sie zu unseren Gunsten um. Eben das war seit Jahrhunderten so. Denn jegliche Sorten sind auf die jeweiligen Böden (zwangsläufig, weil eben langsame Entwicklung davor) angepasst. http://de.wikipedia.org/wiki/Mikronährstoff_(Medizin)
    Ein Gedanke am Rande: Wieso müssen heutige Kulturen dermassen gedüngt werden? Düngerbilanz der Schweiz könnt ihr in der Umweltstatistik 2010 nachlesen, erschreckend! Die Landwirtschaft muss von Grund auf (pun intended) neu strukturiert werden, oder wir gehen daran „zu grunde“. Dünger wird übrigens von Erdöl etc. gemacht, nur so am Rande. Wenn die erste GVO-Kohlenhydratliferantensorte, die ohne fossilen Dünger auskommt, auf den Markt kommt, dann deklariere ich höchst persönlich alle Probleme der Menschheit für gelöst. Vorher ist jede Diskussion darum nur heisse Luft.

    Nun kommt Syngenta daher und züchtet grosse Kolben, ja toll! Aber da drin hat es nur Kohlenhydrate. Das reicht FÜR EINE SEITE DER ERNÄHRUNG für die Energie, aber die anderen wichtigen Teile, welche Reparaturen und „besseres Leben“ ermöglichen, die fehlen dann. Es ist einfach strunzdämlich grüne Gentechnik als allerheiligsten Gral aufzuspielen. Was wir brauchen ist sowas wie eine „Base-load“ an dicken Maiskolben für die Basisenergie und die Arten der pro Specie Rara (sinnbildlich gesprochen) für den Geschmack und das Immunsystem.

    Es ist dieselbe Mediengrütze mit den alternativen Energien. Nukleartechnik ist nur die Basislast, alle anderen Techniken helfen an Ort und Stelle das System resilienter werden zu lassen.

    Ich habe niemals gesagt, man soll irgendjemand verhungern lassen. Wir dürfen uns einfach nicht wundern, wenn wir in 40 Jahren den Weltzorn auf uns gehetzt haben, weil wir 5 Milliarden Menschen konsequent fehlernährt haben. Mykorrhiza, Böden und Pflanzen sind eine symbiotische Welt, die man nicht einfach so auf Geldknopfdruck anstellen kann. Ja, wie haben seit 1000(en) von Jahren gezüchtet, aber wir haben auch die Böden dementsprechend kultiviert.

    Ich bin ja überhaupt nicht gegen Gentechnik, denn die ganze Hysterie betreffend „hilfe, das könnte ja abhauen“ finde ich dem Ziel einer vernünftigen Diskussion abträglich. Denn wenn die Pflanze i.S. einer eingebetteten ökologischen Nische überlebt, dann hätte die Natur längerfristig auch sowas erfunden. Wenn nicht, ist sie nach Dekaden Geschichte. Die Frage ist nun: Wie können wir sicherstellen, dass eine Reissorte nicht plötzlich zum absoluten Neophyten wird und die Welt in ein riesiges Gewächshaus für Unkraut verwandelt? Es ist durchaus möglich, dass eine Sorte zu erfolgreich wird. (Wer von euch hätte z.b. im Jahre 1940 vorausgesehen, dass heute arktische Vögel DDT in ihrem Fett haben? Wären die DDT-Kritiker auch als „menschenverachtend“ beschimpft worden? Überlegt mal.)

    Ein Lösungsansatz ist z.b. den Bauern alternative Anbaumethoden beizubringen. Aber was nützt das, wenn der Syngentamais absichtlich andere Mykorrihza abtötet, damit „kein Unkraut“ daben wachsen kann? Mais ist ein hervorragender Schattenspender und kann (gewisse Sorten jedenfalls) dazu verwendet werden, wie es in Mexiko gemacht wird. Der Mykorrhizakiller taugt dafür jedenfalls überhaupt nicht. In der Ukraine vielleicht oder im Mittleren Westen, aber nicht dort, wo wirklich gehungert wird.

    Und sowieso, es kann mir niemand kommen und behaupten, dass Millionen Tonnen von Kohlenhydraten um die halbe Welt verschiffen irgendwie nachhaltig sein soll.

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