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Kiesha Crowther

Machen wir doch einmal ein kleines Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, Sie seien Katholik. Nun kommen Sie eines Tages an einem rasch dahingezimmerten Gebäude vorbei, das eine Kirche darstellen soll und lesen dort auf einem Schild:

„Der wiedergeborene Jesus – vom Papst anerkannt! Kommen Sie in mein Freitagsgebet. Für nur € 100 vergibt Odin auch Ihre Sünden! Auralesung durch Jesus nach Terminabsprache. Christliches Reiki – buchen Sie noch heute Jesus Kurs und werden Sie selbst geprüfter Christlicher Reiki-Meister. Bitte reservieren Sie rechtzeitig Sitzplätze für Jesus monatliche Ostermessen, für unsere Christmette am 6. Januar sowie für Jesus spezielle Ramadanpredigt (bewegliches Fest).“

Sie wären wohl kaum erfreut. Die Wiedergeburt gehört nicht zur katholischen Lehre. Sich als Jesus darzustellen, ist schon verschärfte Blasphemie. Die Behauptung, vom Papst anerkannt zu sein, kann schlechterdings auf Tatsachen beruhen. Und für eine Messe Geld zu kassieren, ist nicht akzeptabel – ebenso wenig, wie für die Vergebung der Sünden zu bezahlen (obwohl das in der Vergangenheit schon mal anders aussah). Schließlich zeigt die Erwähnung, dass Odin die Sünden vergebe, dass ein Freitagsgebet durchgeführt und Reiki und Auralesen angeboten wird, dass der Aufsteller des Schildes aber nun so gar keine Ahnung vom Christentum hat. Sie würden also wahrscheinlich zur Polizei gehen und der für das Schild Verantwortliche hätte einige Probleme.

Sofern Sie jedoch indigener Amerikaner in einer ähnlichen Lage sind, werden Ihre Rechte und Ihre Traditionen bedeutend weniger gut geschützt. Wem der Sinn danach steht, kann einfach behaupten, er sei von irgendwelchen Ältesten anerkannt – und etliche Personen tun das. Es gibt viele Plastikschamanen und falsche Medizinleute, die die Leichtgläubigkeit von Newagern ausnutzen. Die meisten Plastikschamanen vermischen die Traditionen und Zeremonien mehrerer Völker, teils werden noch Rituale und Praktiken aus Asien sowie weitere, auf dem Esoterikmarkt gerade angesagte Maschen mit hineingerührt. Das ist ein riesiger Markt und außerdem eine fortlaufende Ausbeutung und Verhöhnung tradierter Kulturen.

Kiesha Crowther ist nur ein Beispiel für eine solche Ausbeuterin. Sie hat eine große Anhängerschaft um sich geschart und spielt dasselbe Spielchen wie alle Plastikschamanen: Knöpf deinen Anhängern jede Menge Geld ab und drohe allen, die dich entlarven, mit Anzeigen und Prozessen. Hier ist ein Statement der Salish zu ihr:

Das Kultur- und Ältestenkomitee der Konföderierten Stämme der Salish und Kootenai von der Flathead-Reservation schützt die immateriellen kulturellen Ressourcen der Stämme, die auch Sprache, Gesänge, Geschichten etc. umfassen.

Keiner der Stammesältesten ist mit Kiesha Crowther zusammengetroffen und sie heißen ihre Behauptungen und Handlungen nicht gut.

Crowther ist nicht ihre „Schamanin“; sie hat nicht das Recht, diesen Titel zu beanspruchen und die Ältesten und Senioren des CSKT der Flathead-Reservation wünschen, dass sie umgehend aufhört, diese falschen Behauptungen zu verbreiten, die die Traditionen untergraben, die die Mitglieder des CSKT Kultur- und Ältestenkomitees zu erhalten bemüht sind.

Sie ist eine der Plastikschamanen, die bei NAFPS (New Age Frauds and Plastic Shamans) entlarvt werden. NAFPS ist ein Projekt, das seit einiger Zeit auf unserem Server untergebracht ist und von indigenen AmerikanerInnen betrieben wird, die in ähnlicher Weise Stellung beziehen wie wir bei Esowatch. Ihr Forum ist mit über 2000 Mitgliedern viel größer als unseres. Wir können nur jedem, der herausfinden möchte, was indigene AmerikanerInnen wirklich von diesen Schamanen halten, die im Internet zu finden sind, empfehlen dort zu lesen.

  1. HdS
    29. Januar 2011, 13:56 | #1

    Was ist an „tradierter“ Spinnerei eigentlich besser als zusammengeschwurbelter Kram?
    Peinlicher Blödsinn BLEIBT Blödsinn, egal ob er 1 Jahr alt ist oder 1000.
    Der ganze indianische Ureinwohnerglauben ist keinen Deut besser als das zusammengemixte, allein schon weil der Glaube damals genau so willkürlich durch mixen entstand wie die heutigen Plastikschamanen, nur erinnert man sich heute nicht mehr an das mixen.

  2. cs
    29. Januar 2011, 14:05 | #2

    @HdS
    Die Grenze zwischen kulturellen Praktiken und zynischer Geschäftemacherei ist wohl fließend – aber im Gegensatz zu dem Newage-Schmus steckt bei Naturreligionen im allgemeinen eine lange gewachsene Geschichte dahinter. Das es nicht „wahr“ sein kann ist klar, aber wenn man es als Zeichen von kultureller Identität sieht, habe ich dafür Verständnis.

  3. 29. Januar 2011, 14:27 | #3

    Ich hätte noch ein weiteres Beispiel: http://www.astrogenital.de/html/einleitung.html

  4. cs
    29. Januar 2011, 14:32 | #4

    @neighbour667
    fake (wenn du ihren namen googelst)

  5. krazykraut
    29. Januar 2011, 16:30 | #5

    Esowatch geht es um Fakten. Frau Crowther lügt uns die Hucke voll und zockt Leute ab.
    Denn Salish und Kootenai geht es um ihre Traditionen und Werte. Die teilen wir zwar nicht, aber wir finden, sie verdienen Respekt und dürfen nicht auf diese Weise ausgebeutet und verhöhnt werden.

  6. 29. Januar 2011, 16:35 | #6

    Die einzigen Probleme, die der mit dem Jesus-Schild bekommen könnte wären eventuell vom Vatikan, weil da behauptet wird, dass es vom Papst anerkannt ist. Ansonsten wüsste ich aber nicht, warum man deswegen zur Polizei gehen könnte?

  7. 29. Januar 2011, 17:17 | #7

    @cs: um genau das gehts doch ^^

  8. cs
    29. Januar 2011, 20:05 | #8

    neighbour667 :
    @cs: um genau das gehts doch ^^

    Also entweder ich versteh das nicht oder du verstehst das nicht. Die Crowther ist eine Berügerin, die Leuten das Geld aus der Tasche zieht. Astrogenital ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine Satire bei der es nicht um irgendwelche geschäftlichen Dinge geht. Was daran ist also ein „weiteres Beispiel“ für irgendwas?

  9. krazykraut
    29. Januar 2011, 21:21 | #9

    @Michael: Es gibt auch einen Blasphemie-Paragrafen. Jedenfalls wäre die Justiz in diesem Fall bestimmt viel eifriger als bei dem realen Fall der Kiesha Crowther.. die kommt damit durch.

  10. shitforall
    29. Januar 2011, 21:31 | #10

    @Michael
    Schön, dass es hier auch bisweilen welche gibt, die aus einem demokratischen Rechtsverständnis heraus etwas von sich geben!
    Grundsätzlich haben wir Glaubensfreiheit, jeder darf bekennend oder nicht bekennend was auch immer glauben, auch dass ich persönlich Jesus bin, darf ich glauben. Ob der Vatikan ein Staat gemäß einer Demokratie ist, bezweifle ich sehr stark.
    Ob dies Kiesha Crowther einen Stammbaum in die indianische Welt hat oder nicht, spielt grundsätzlich keine Rolle. Wenn sie damit ein Geschäft macht, ist das ebenso o.k., wie die vielen „Freien Evangelikalen“ ein Geschäft mit Jesus machen.
    Soll das auch verboten werden?
    @CS
    Vielleicht denkst du einmal über solche Verbote nach, das geht am besten mit dem Teil des Kopfes der zwischen den Ohren liegt!
    Das Priestertum (auch Schamanen, Geistheiler usw) ist so ziemlich die größte Gruppe auf der Welt, die keinerlei Mehrwert für die Gesellschaft bringen! Geschichtenerzähler einfach!

  11. krazykraut
    29. Januar 2011, 22:00 | #11

    > Ob dies Kiesha Crowther einen Stammbaum in die indianische Welt hat oder nicht, spielt grundsätzlich keine Rolle.
    Doch. Sie behauptet das, und es ist nachweislich gelogen. Das ist genauso unethisch wie ein erfundenes Krebsmittel mit falschen Behauptungen zu verkaufen oder ein erlogenes Perpetuum mobile oder sonst eines der Scharlatanerieprodukte. Ihr „Tribe of many Colors“ trägt sektenhafte Züge, und er bleibt auf unserem Radar.

  12. cs
    29. Januar 2011, 22:14 | #12

    @shitforall
    einerseits argumentierst du gegen Verbote („Rechtsverständis“, „Glaubensfreiheit“), andererseits schlägst du mir vor, ich soll doch lieber für Verbote sein (weil die alle keinen „Mehrwert für die Gesellschaft“ bringen?) und wirfst mir implizit vor, ich benutze mein Hirn nicht? Irgendwie widersprichst du dir da selbst… Aber wenn du hier trollen willst, naja, aufregen tut mich das nicht.

  13. Jabbar
    29. Januar 2011, 23:12 | #13

    Die Dame ist einfach nur unverschämt.
    Sich an den Traditionen anderer zu bedienen, das Ganze ohne es verstanden zu haben als spirituell zu verkaufen und dann noch zu behaupten, dazu berechtigt zu sein, zeigt weder Respekt vor den Traditionen noch vor den Kunden.
    Zur Suche nach Erleuchtung und spirituellen Wegen kann man stehen wie man will, die Traditionen anderer Völker zur eigenen Bereicherung auszuschlachten ist schlichtweg Betrug und kulturelle Ausbeutung.

  14. 30. Januar 2011, 00:56 | #14

    Man kann als vergleichsweise harmloses Beispiel die „Volksmusik“ herbeiziehen. Es gibt eine z.T. sehr schöne Kultur von interessanter und spannender Musik, sei es der fränkische Zwiefache oder ein bayrisches Gstanzl. In vergleichend einnehmender Weise hat sich ein akustisch-optischer Brei, ähnlich einer bakteriellen Entzündung darauf gesetzt, der unter Rubriken wie Mutantenstadel und Co so tut, als hätte das mit dem Eigentlichen noch irgendwas zu tun, wird aber so verkauft.

  15. NuEM
    30. Januar 2011, 02:42 | #15

    „Sie würden also wahrscheinlich zur Polizei gehen und der für das Schild Verantwortliche hätte einige Probleme.“

    Mit dieser Aussage habe ich große Probleme. Zur Polizei gehen? Weil jemand behauptet, er sei Jesus? Nicht mit mir.

  16. Shade
    30. Januar 2011, 02:57 | #16

    Grundsätzlich kann man diesbezüglich natürlich diverse „kulturelle“ Phänomene kritisieren (zu Recht!), deren Grundlage, auf die man sich beruft, oder gar ehrliches Selbstverständnis (sowas erwächst sehr schnell in zeiter Generation daraus, wenn niemand so genau hinsieht), über die Popularität möchte ich hier lieber nicht späkulieren, auf falschen Werbeversprechen beruhen. Wir leben leider in einer Welt des allgegenwertigrn Marketings…

    Ich halte den Beitrag allerdings für überzogen: Meinungsfrieheit heißt zunächst einmal, dass jeder fast jeden Schwachsinn behaupten kann (mit der einzigen, notwendigen Einschränkung, dass dadurch nicht die Meinung anderer unterdrückt werden darf).

    Dass jemand wegen eines vorgeblichen wiedergebohrenen Jesus zur Polizei rennt, kann ich mir ja noch vorstellen, dass die Polizei daraufhin irgendetwas unternimmt aber eher nicht.
    Und Blasphemie ist meines Erachtens in D. auch kein Straftatbestand…

    Gibt es hier einen Juristen, der eventuell eine etwas differenziertere Darstellung, in wie weit so etwas Straftatbestand haben kann, liefern könnte?

  17. shitforall
    30. Januar 2011, 09:52 | #17

    @krazykraut
    >>>Ihr “Tribe of many Colors” trägt sektenhafte Züge, und er bleibt auf unserem Radar.<<
    Wo steht das Radar??
    Mag sein, auf welche Referenz beziehst du dich dabei?? Auch ein gewisser Herr Wulf ist Mitglied einer christlichen Sekte, aus der Sicht der Katholen, oder? Diese Katholen predigen jeden Tag in öffentlich rechtlichen Medien einen "Stammbaum" der auch nicht nachgewiesen wird, mit Unterstützung, durch die Gebühren von ALLEN!
    Beobachte bitte diese sehr weit verbreiteten Sekten!

    @CS
    Wen ich dir irgendwo vorgeschlagen habe, für Verbote zu sein, dann liest und verstehst du das ein wenig anders, ist auch o.k.
    Wenn du unter "trollen" provozieren verstehst, ja! Werde mich bessern!

    P.S.: Alle Religionen berufen sich auf etwas, was, wie behauptet noch nie nachgewiesen wurde!

  18. cs
    30. Januar 2011, 10:18 | #18

    shitforall :
    @CS
    Wen ich dir irgendwo vorgeschlagen habe, für Verbote zu sein, dann liest und verstehst du das ein wenig anders, ist auch o.k.

    Ok, nochmal von vorne: So wie ich das verstehe, kritisierst du meinen Betrag #2 von 14:05. Ich habe da beim besten Willen irgendwelche Verbote nicht angesprochen (wenn man meinen ersten Beitrag irgendwo so auffassen kann, bitte ich um Erklärung, wo genau das sein soll.) Ich sehe meinen Beitrag (implizit?) als Aufruf zu Toleranz gegenüber gewachsenen Glaubenssystemen.
    Dann:

    shitforall :
    @CS
    Vielleicht denkst du einmal über solche Verbote nach, das geht am besten mit dem Teil des Kopfes der zwischen den Ohren liegt!
    Das Priestertum (auch Schamanen, Geistheiler usw) ist so ziemlich die größte Gruppe auf der Welt, die keinerlei Mehrwert für die Gesellschaft bringen! Geschichtenerzähler einfach!

    Über welche Verbote soll ich hier also nachdenken? Wenn ich nicht nirgends vorher für oder gegen Verbote bin (stand irgendwo vorher das Wort „Verbot“ ?), macht diese Aussage beim Besten Willen keinen Sinn. Aber wenn ich (implizit, das geb ich zu) für Toleranz gegenüber halbwegs authentischen Schamanen bin, und man dann gegen mich argumentiert, dann kann ich das nur so auffassen, dass der Gegenüber eben FÜR Verbote ist.

    Einer von uns beiden hat den Anderen wohl nicht verstanden. Aber ich glaube nicht, dass das ich bin.

  19. shame-men buster
    30. Januar 2011, 13:58 | #19

    Homeland security

  20. Alexander
    30. Januar 2011, 17:49 | #20

    Kann nicht nachvollziehen warum jemand Probleme bekommen sollte, der sich auf Jesus, oder sonstiges beruft. Jedenfalls nicht in D und auch nicht in USA. Das ist doch nichts anderes als in den 100erten kleinen Kirchen, Sekten und weiteren Abspaltungen der einzige wahren allumfassenden 😉 Kirche. Höchstens könnte vielleicht der Papast sich persönlich (also zivilrechtlich) per Anwalt bemühen, irgendeine Unterlassung durchzusetzen.
    Das sich „echte“ American Indians gegen die Geschäftemacherei wehren, kann ich verstehen, trotzdem ist es eigentlich völlig schnurz, ob ein Plastik- oder echter Schamane esoterischen Humbug anbietet.

  21. krazykraut
    30. Januar 2011, 18:01 | #21

    Echte Schamanen bieten nichts an. Indigene Spiritualität missioniert nicht.

  22. Alexander
    30. Januar 2011, 18:19 | #22

    Das Argument „echt“ ist kein Argument. Wer entscheidet denn, was echt ist? Ist der sibirische Schamanismus nicht noch viel echter, denn dort kommen die Indianer ja vermutlich her? Und welche Autorität soll denn daraus abgeleitet werden?
    Es ist auch egal ob missioniert wird oder nicht. Und ist die Spiritualität manches Plastikschamanen oder mancher Großstadtschamanin vielleicht sogar tiefer als die des durchschnittlichen Indianers?
    Nein, da gibt es kein Gegenüberstellen, oder besser und echter. Freiheit der Gedanken, der Meinung und der Religion bedeutet, dass jeder auf diesem Gebiet lustig machen darf, was er mag (solange er niemandem materiell oder psychisch schadet). Eine Bevorzugung „echter“ gegenüber „falschen“ Schamanen erinnert fatal an die Privilegierung der großen christlichen Kirchen, gegen die seit Jahrhunderten ein zäher, noch immer nicht abgeschlossener Kampf der Aufklärung läuft.

  23. krazykraut
    30. Januar 2011, 18:22 | #23

    Gegen die „echten“ Schamanen brauchst Du nicht kämpfen. Die lassen dich in Ruhe. Die wollen nur in Ruhe gelassen werden.

  24. Alexander
    30. Januar 2011, 19:13 | #24

    Noch ein „Nicht“-Argument. Das klingt als ob doch jeder in seiner Schwitzhütte sitzen und den großen Geist anrufen wollte. Ob echt oder unecht wäre dann doch egal, ist es aber doch offensichtlich nicht, sonst gäbe es nicht die Webseite und so ein großes Forum dazu.
    Das erinnert mich stark an die Volksfront für Judäa, nur WIR sind die echten, die anderen sind alle Spalter.

  25. Alexander
    30. Januar 2011, 19:15 | #25

    PS: ich will gegen gar keine Schamanen kämpfen, ich finde es nur interessant und belustigend, wie hier eine Krähe versucht, der anderen ein Auge auszuhacken.

  26. krazykraut
    30. Januar 2011, 21:18 | #26

    Na klar, ist eh alles Quatsch, also darf die Frau Crowther ruhig lügen.. ist eh egal.

  27. Alexander
    30. Januar 2011, 21:44 | #27

    Wenn und dass Frau Crowther lügt, sich mit fremden Federn schmückt, usw., darüber kann und soll man ruhig berichten, im Zweifelsfall auch klagen (wenn denn eine echte Straftat dahinter steht). Aber dass im Bereich der Religion gelogen wird, dass sich die Balken biegen, ist ja nichts neues. Das gibts schon seit Jahrtausenden.
    Auch den Anspruch, Wir sind echt / Ihr seid falsch, das kennen wir schon genauso lange: Christen gegen Juden, Moslems gegen beide, Protestanten gegen Katholiken, Westkirche gegen Ostkirche … Jetzt halt mal „echte“ Schamanen gegen „Plastikschamanen“.

  28. krazykraut
    30. Januar 2011, 22:17 | #28

    Ach so, das ist ein Missverständnis: Die Leute bei NAFPS behaupten NICHT, „echte“ Schamanen zu sein. Gegründet wurde die Seite von Dr. Al Caroll, der Geschichte an einer Uni lehrt. Auch die anderen führenden Mitglieder sind keine Schamanen, sondern Anthropologen etc. Nur eben indigener Abstammung. Ein bisschen naiv zu glauben, alle Menschen indigener Abstammung würden sich als Schamanen sehen…

  29. shame-men buster
    31. Januar 2011, 00:39 | #29

    Die indigenen Völker sind seit hunderten von Jahren kolonisiert. Dazu gehört(e), dass ihre Kulturen als minderwertig abqualifiziert und sie gezwungen wurden, Kulturen und Traditionen aufzugeben oder nur noch im Verborgenen zu leben. Die Ausübung traditioneller Religionen war ebenfalls verboten, der Sonnentanz bis in die 1970er Jahre, andere religiöse bzw. kulturelle Bräuche bis in die 1990er Jahre. Indigene Sprachen fielen auch unter Verbote, so dass einige Sprachen kurz vor dem Aussterben sind, da sie nur noch von wenigen, meist alten Leuten gesprochen werden.

    Den Völkern wurde ihr Land genommen, ihre Lebensweise, ihre Sprachen, ihre Religionen, sie wurden nochmals vertrieben, wenn man an weitere Ressourcen heran wollte, es wurde ihnen Selbstbestimmungsrecht und Autonomie genommen. Die dominante Kultur macht zudem jeder indigenen Person alltäglich klar, dass sie weniger wert sind, einer minderwertigen Kultur angehören. Der Druck zur Akulturation ist nach wie vor groß.

    Es geht bei NAFPS nicht darum, dass ein paar „echte Schamanen“ ihr Geschäft nicht mit Plastikschamanen teilen wollen – dort arbeiten indigene Personen aus allen möglichen Berufen und verschiedenen Völkern an der Bewahrung ihrer Kulturen und Traditionen. Sie wehren sich dagegen, dass „Euros“ ganz selbstverständlich annehmen, jederzeit Zugriff auf indigene Ressourcen, Kulturen, Religionen, Leben zu haben, wenn denen gerade der Sinn danach steht. Die indigenen Religionen sind so ziemlich der letzte Bereich, nach dem „Euros“ die Hände ausstrecken und sie auch noch an sich bringen möchten.

    Das sind beste koloniale Traditionen und gleichzeitig wird einmal mehr die weiße Überlegenheit vorgeführt: wenn indigene Medizinleute Jahrzehnte brauchen, um „ausgelernt“ zu haben, reichen beim weißen Schamanenaspiranten natürlich ein paar Seminare am Wochenende. Der „bessere Indianer“ halt. Das ist Rassismus.

    Sich auf den Standpunkt zu stellen, jede Religion sei wie die andere und überhaupt Mist, hat innerhalb unserer (dominanten) Kultur und die hierin agierenden Religionen einen vollkommen anderen Stellenwert und trifft grundlegend andere Aussagen, als dieses Völkern zu erzählen, denen „Euros“ seit einigen Jahrhunderten Kolonialismus sagen, sie wüssten besser, was für die rückständigen Wilden gut sei. Die der Zwangschristianisierung, der Versklavung sowie Genozid und Ethnozid ausgesetzt waren, um jetzt zu erleben, dass ein weiterer Bereich ihres Lebens enteignet wird.

  30. Alexander
    31. Januar 2011, 06:57 | #30

    krazykraut :
    Ach so, das ist ein Missverständnis: Die Leute bei NAFPS behaupten NICHT, “echte” Schamanen zu sein. … Ein bisschen naiv zu glauben, alle Menschen indigener Abstammung würden sich als Schamanen sehen…

    Hallo krazykraut. Die Argumentation mit den echten Schamanen hast du selber angefangen, gestern 18:30. Ansonsten glaube ich Naivität ist eher bei dir, bei shamambuster sowie auch beim Autor des ungewöhnlich misratenen Esowatch-Beitrages anzusiedeln. Auch bei den „echten“ Schmanen geht es meist um dieselben Dinge wie sonst auch in menschlichen Gesellschaften: Macht, Geld, Frauen. Wer bekommt die Frau? Der Schamane (den man sich bitte nicht klischeehaft als alten Zausel vorstelle). Wer sitzt im Aufsichtsrat der stammeseigenen Minengesellschaft oder des Spielcasinos, samt Tantiemen und Dienst-SUV? Der Schamane. Wessen Stimme zählt bei Alltagsdiskussionen wie bei Verhandlungen mit der US-Regierung. Die des Schamanen. Schamane oder natürlich auch Schamanin sein ist eine klassische Machtposition, wie bei jeder anderen Religion.

  31. NuEM
    31. Januar 2011, 13:00 | #31

    „Schamanismus“ etc. ist natürlich Unsinn. Aber es ist _deren_ Unsinn, und es liegt an _ihnen_, wie sie das entwickeln und damit leben. Europäer haben ihre Kultur und Lebensweise Jahrhundertelang unterdrückt, und –oft in guter Absicht– viel zerstört. Ich werde mich hüten, indigene Völker zu irgendwelchen modernen Weltanschauungen missionieren zu wollen!

    Ganz anders sieht das aus, wenn _unsere_ Spinner meinen, da irgendetwas aus dem Zusammenhang zu reißen, und das dann nachplappern, ohne es auch nur im Ansatz verstanden zu haben. Und dann, damit geschmückt und mit ein paar Lügengeschichten ausstaffiert, auf Kundenfang zu gehen!

  32. T-M
    1. Februar 2011, 22:58 | #32

    Hm, deren Unsinn muss respektiert werden, aber unser Unsinn muss bekämpft und am besten verboten werden, und zwar nicht etwa, weil es Unsinn ist, sondern weil die ein Monopol auf Unsinn haben (sollten)? Komisches Weltbild!

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was an dem oben geschilderten Beispiel mit der Katholischen Kirche so schrecklich verboten sein soll, dass man die Polizei rufen muss, und vor allem, aufgrund welcher Gesetze die Polizei da einschreiten sollte. Die Gründung neuer Religionsgemeinschaften sollte von der Religionsfreiheit ja hoffentlich gedeckt sein. Dass man sich dabei gerne Versatzstücken anderer, älterer Religionen bedient, ist das übliche Vorgehen (hat das Christentum damals selbst mit dem Judentum gemacht), und dass man im Zweifel behauptet, im Besitz der einzig wahren Wahrheit zu sein, ist ebenfalls gängige Methode.

    Dass das wiederum der Religion, an der man sich bedient hat, in der Regel überhaupt nicht gefällt, ist natürlich klar; aber ich denke nicht, dass es deswegen irgendwie verwerflich sein sollte. Eine Religion muss im Rahmen der Religionsfreiheit damit leben, dass neue Religionen sich ihrer Inahlte bedienen und sie neu zusammenwürfeln (übrigens ebenso, wie sie damit leben muss, dass andere Religionen ihre Mitglieder abwerben). Natürlich ist es das gute Recht der betroffenen Religion, das nicht gut zu finden und das auch so zu äußern, aber meiner Ansicht nach ist das kein Grund, warum es verboten oder auch nur falsch sein sollte, es trotzdem zu tun.

    Ich habe ehrlich gesagt noch nicht ganz verstanden, was dieser Blogbeitrag genau an den „Plastikschamanen“ kritisieren will.

    Dass sie „Schamanismus“ treiben, obwohl die „echten“ Schamanen etwas dagegen haben? Dann gilt das oben gesagte.

    Dass sie Leute abzocken? Das ist natürlich durchaus kritisierenswert (darin sehe ich auch einen Möglichen sinn von Esowatch). Aber warum wird dann so große Betonung darauf gelegt, dass es keine echten Schamanen sind? Wenn jemand abzockt, dann sollte es egal sein, ob es ein echter Schamane ist; Abzocke bleibt Abzocke. Natürlich, wenn ein Abzocker z. B. behauptet, er sei vom Oberschamanen des Sonstwas-Volkes höchstpersönlich beauftragt worden, obwohl das einzig und allein seiner Phantasie entsprungen ist, sollte man das auf jeden Fall (z. B. im Esowatch-Wiki) erwähnen. Aber wäre es nicht so, würde es nichts an der Abzocke und damit an der Kritikwürdigkeit ändern.

    Dass die Plastikschamanen durch ihrer Abzocke die Völker und Traditionen, auf die sie sich (fälschlicherweise) berufen, in Verruf bringen, obwohl die nichts damit zu tun haben? Das ist natürlich ebenfalls berechtigt zu kritisieren. Aber warum dann das Beispiel mit der Katholischen Kirche?

    Es wäre schön, wenn der Autor dieses Artikels oder sonst jemand mir mehr Ahnung mir dahingehend auf die Sprünge helfen könnte.

  33. krazykraut
    2. Februar 2011, 05:15 | #33

    Uff.

    • * Frau Crowther behauptet, von den Salish zur Schamanin initiiert worden zu sein. Sie beruft sich dabei auf Salish Älteste. Sie deutet ferner, wie in ihrem Artikel gesagt an, die wiedergeborene White Buffalo Calf Woman zu sein. Die stammt nicht aus der Kultur der Salish, sondern der Lakota. Sie vermischt das also und hat eigentlich keine Ahnung. Beides sind auch schwere Blasphemien, das ist wie wenn ich mich hinstelle und behaupte, der vom *Papst* anerkannte Jesus zu sein. Nur wenn die katholische Kirche dann deswegen zur Polizei geht, kriege ich ein Problem, sind wir uns da einig? Frau Crowther kriegt keine Probleme. Das ist Rassismus.
    • * Ferner nochmals: „Pay for Pray“ ist ein eindeutiges Zeichen für einen Fake. „Echte“ Schamanen verlangen NIEMALS Geld- lies es auf der NAFPS Webseite. Insofern kann ein „echter“ Schamane dich niemals abzocken. Nein, ich gehe nicht zu einem Schamanen. Wie gesagt sind viele der NAFPS Aktivisten Akademiker (indigene Amerikaner leben nicht alle in Tipis, ok?). Die gehen auch nicht zum Schamanen. Aber sie wollen Respekt für ihre Kultur. Sie sind da etwas empfindlich- kommst Du selber drauf, warum?

    Gute Nacht, bzw. dir einen guten Morgen

  34. Shade
    3. Februar 2011, 18:20 | #34

    Nur weil jemand „etwas empfindlich“ ist, soll er oder sie also Sonderrechte genießen?

    Und das „echte Schamanen sind ganz selbslos und verdiene nichts daran“ (d.h. zumindest kein Geld – oder wenigstenens nicht unmittelbar) ist mehr ein Werbespruch á la „wir sind die Guten und die die Bösen, deshalb haben wir Recht“.
    Das ist bei den meisten Religionen übrigens nicht so und nur weil eine einmal kein eindeutiges Preisschild an Dienste wie „Sündenvergebung“ (o.ä.) hängt, ist das nicht gleich etwas anderes.

    Und nochmal: „Blasphemie“, auch „schwere“, dürfte kaum eine Straftat sein, zumal sie immer nur aus der Sicht der vermeintlich betroffenen Religion besteht.

    Ich würde mir nach wie vor wünschen, dass etwas zwischen verletzten Gefühlen, aufgeklärter Sicht auf die Relationen und ebentuall tatsächlich juristisch relevanten Sachverhalten differenziert würde.

  35. krazykraut
    3. Februar 2011, 22:25 | #35

    Wo werden hier für wen Sonderrechte gefordert?

  36. Alexander
    5. Februar 2011, 07:25 | #36

    krazykraut :
    Uff.

    Beides sind auch schwere Blasphemien, das ist wie wenn ich mich hinstelle und behaupte, der vom *Papst* anerkannte Jesus zu sein. Nur wenn die katholische Kirche dann deswegen zur Polizei geht, kriege ich ein Problem, sind wir uns da einig?

    Nein, da sind wir uns eben NICHT einig. Das haben neben mir schon andere mehrfach in den Kommentaren erklärt, und auch T-M hat das ganze noch einmal sehr ausführlich erläutert. „Blasphemie“ ist bei uns und in USA nicht strafbar (in Pakistan und anderen Islamischen Ländern schon; http://de.wikipedia.org/wiki/Blasphemie). Du darfst in unserer lange nicht perfekten aber doch weitgehend freien und demokratischen Gesellschaft gerne behaupten, der wiedergeborene und vom Papst anerkannte Jesus zu sein, du wirst damit keine Problem mit der Polizei haben. Damit bricht auch deine Rassismus-Argumentation zusammen.

  37. Alexander
    5. Februar 2011, 08:18 | #37

    krazykraut :
    Wo werden hier für wen Sonderrechte gefordert?

    Nach dem Frühstück und einer Tasse Tee jetzt noch eine Ergänzung: Du forderst, dass die aus Sicht der „echten“ Schamanen begangene „schwere Blasphemie“, LOL, durch den Staat (in deinen naiven Worten „die Polizei“) verfolgt wird. Das wäre ein klares Sonderrecht, denn Blasphemie ist (zum Glück!) kein Straftatbestand. Aber mach dich mal schlau über den Unterschied Strafrecht / Zivilrecht, (Wikipedia sei dein Freund und Google dein Begleiter) vielleicht verstehst du es dann, irgendwann.

  38. krazykraut
    5. Februar 2011, 21:37 | #38

    Das ist doch alles Bullshit. Da werden Dinge widerlegt, die ich nie gesagt habe.
    zur Blasphemie: Leider gibt es (in Deutschland) immer noch den §166 StGB. Ich bin gegen diesen Paragraphen und möchte auch nicht, dass Kiesha Crowther wegen dieses Paragraphen belangt wird. Mir geht es nur darum, dass Sie ungestraft behauptet, von Salish Ältesten eingesetzt zu sein. Das kümmert in den USA kein Schwein. Hätte Sie gesagt, vom Papst eingesetzt zu sein, hätte sie schon lange Ärger. Nun klar?

  39. Alexander
    6. Februar 2011, 12:10 | #39

    Den „Bullshit“ dürfen Sie behalten. Vielleicht sollten Sie erstmal nachlesen, was Sie hier schon alles geschrieben haben, bevor Sie hier rumjammern.

    Wissen Sie überhaupt, was im §166 drinsteht (dass er abgeschafft gehört, darüber sind wir uns einig)? Wenn Sie nachgelesen haben, dürfen Sie wiederkommen.

    Sie glauben anscheinend (naiverweise), der Staat dürfe jemand das Lügen verbieten. Das gilt aber nur in Ausnahmesituationen, unter Eid, als Zeuge vor Gericht, wenn es um mit der Lüge verbundene Straftaten wie Betrug uä. geht. Ansonsten findet eine „Wahrheitsprüfung“ von staatswegen nicht statt. Daher darf auch jeder Homöopath und Kinästhetiker munter seinen Unsinn behaupten, EvDäniken seine Bücher verbreiten, und Schamamen (egal ob Echtholz oder aus Plastik) vom Großen Geist faseln.

    Ebenso dürfte ich daher auch behaupten, vom Papst anerkannter Nachfolger Christi zu sein, solange ich lustig bin, und kein deutscher Polizist oder Staatsanwalt wird sich dafür interessieren. Also lassen Sie sich was anderes einfallen, anstatt denselben Nonsens immer zu wiederholen.

    Es ist zwar sicher manches sehr fragwürdig, was Ms. Crowther so alles erzählt, aber nicht ansatzweise strafrechtlich relevant. Dass sich in den USA „kein Schwein“ dafür interessiert, zeigt, dass es dort auch einen Rechtsstaat gibt.
    Sie ärgert aber anscheinend, ich zitiere: „Beides sind auch schwere Blasphemien“, dass Blasphemie nicht unter Strafe steht. Und ich sage, seien wir sehr sehr froh, dass das so ist, bei uns wie in USA! Und das ist weder rassistisch, imperialistisch noch eine Idee „alter weißer Männer“.

  40. T-M
    6. Februar 2011, 12:38 | #40

    Ich glaube nicht, dass es in den USA, wo man (so wenig mir die Rechtsordnung dort ansonsten behagt) doch wesentlich mehr Wert auf die Meinungsfreiheit legt, strafbar sein sollte, zu behaupten, man sei Jesus oder der Papst, wage ich doch sehr zu bezweifeln.

    Möglicherweise hätte der auf zivilrechtlichem Wege (ich hoffe, der Unterschied zwischen Zivilrecht und Strafrecht ist bekannt?) die Möglichkeit, eine Unterlassung zu fordern, wenn jemand fälschlicherweise behauptet, er sei „vom Papst anerkannt“. Vielleicht auch nicht, immerhin gibt es so einige Leute auf der Welt, die behaupten, sie selbst seien der einzig wahre Papst, sodass ich nicht weiß, ob der „echte“ Papst überhaupt einen Alleinanspruch auf den Titel hat.

    Die Salish oder wer auch immer müssten es dann eben auch auf zivilrechtlichem Wege versuchen.

    Aber einfach zu verlangen, der Staat (!) möge (verkörpert durch die Polizei) mal eben vorbeikommen, und Leute, die einem religiös-kulturell nicht in den Kram passen, mundtot zu machen, ist nicht. Und das ist kein Rassismus, sondern vernünftig, sonst wäre die Religions- und Meinungsfreiheit schnell zu Ende. (Ich behaupte nicht mal, dass die Salish oder sonst irgendwelche Völker das fordern, aber du tust es hier.)

    damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin weder Unterstützer noch Anhänger der Frau Crowther noch irgendwelcher Plastik-Schamanen, noch finde ich es gut, wenn Leute abgezockt werden. Ich bin ausdrücklich dafür, dass Leute, die andere Leute abzocken, dafür (auch seitens des Staates) zur Verantwortung gezogen werden. Aber eben dafür, und nicht, weil sie irgendjemandem (und sei es eine noch so kleine, arme, zu Unrecht unterdrückte Minderheit) nicht in den Kram passen.

    Nicht immer ist der „Feind eines Feindes“ gleich ein „Freund“. Meiner Ansicht nach kommt es nicht nur darauf an, dass jemand etwas ablehnt, sondern auch, warum er es tut.

    Man kann z. B. die Homöopathie ablehnen, weil es aus wissenschaftlicher Sicht wirkungslos und unsinnig ist, Zuckerkugeln ohne nennenswerte Wirkstoffmengen zu fressen, oder aber, weil man glaubt, dass Gott allein das Recht habe, Menschen zu heilen, und nicht irgendwelche Zuckerkügelchen. Ist die zweite Ansicht genauso gerechtfertigt und unterstützenswert, weil sie sich ja auch gegen die Homöopathie richtet? Wohl eher nicht.

    Und hier scheint es ähnlich zu sein: Plastikschamanen sollen nicht (primär) deswegen Abgelehnt werden, weil sie Leute Abzocken, sondern weil jemand gerne ein Monopol auf Schamanismus hätte. (Ich glaube dir einfach mal, dass die „echten“ Schamanen kein Geld nehmen, und spekuliere daher nicht darüber, in wie weit man gerne auch ein Monopol auf die dadurch generierten Einnahmen hätte.) Das wiederum halte ich nicht für unterstützenswert, das sollen die (notfalls auf (zivil-)gerichtlichem Wege) unter sich aus machen.

  41. Alexander
    6. Februar 2011, 12:59 | #41

    T-M schrieb: Nicht immer ist der “Feind eines Feindes” gleich ein “Freund”

    Den Gedanken hatte ich auch noch. Das ist glaube ich das Problem, was bei Esowatch bei diesem Beitrag schief gelaufen ist. Frau Crowther ist eine zwielichtige Oberesoterikerin, die auch keine Scham hat, indianische Kultur auszubeuten. Darüber kann und muss Esowatch informieren.

    Aber vor den Karren der „echten“ Schamanen spannen lassen, sollte sich Esowatch deswegen noch lange nicht (oder auch nicht vor den Karren der deutschen Schamanen-Freunde, die wie ein kleines Kind: Heul, der hat mir meine White Buffalo Calf weggenommen!, nach dem starken Staat jammern.) Wie T-M richtig schreibt, wissen wir ja gar nicht, was die Salish von solchem Gejammere halten.

  42. Shade
    7. Februar 2011, 15:37 | #42

    Es ist auch egal, „was die Salish von solchem gejammere halten“. Meinungsfreiheit belibt Meinungsfreiheit, in den USA wie hier. Und eine Bevormundung der „armen ausgebeuteten“ Indianer“ bezüglich was „der böse weiße Mann“ ihnen zumuten dürfe ist übrigens ebenfalls rassistisch und sollte in niemandes Intersse sein.

    Laut Wikipedia besagt der deutsche „Blasphemieparagraf“, dass lediglich eine „Gefährdug der öffentlichen Ordnung“ strafbar sei kann – mit anderen Worten: Das Ding ist reine Auslegungssache. Wenn aber nun in der Vergangenheit gewisse Mohammedkerikaturen nicht darunter fielen, dann ist bezüglich einer tatsächlichen Anwendung wohl nicht viel zu befürchten.
    Wer die Probe auf’s Exempel machen will, kann ja einmal Karikaturen Veröffendlichen, auf denen der Papa Ratzi ein Nackideiparty mit kleinen Jungs steigen lässt.
    Ich würde aber einmal vermuten, dass das allenfalls zivilrechtlich relevant ist oder Tatbestände wie üble Nachrede (http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cble_Nachrede) oder Verleumdung (http://de.wikipedia.org/wiki/Verleumdung) erfällt, Blasphemie jedoch allenfalls in den Köpfen einiger Katholiken darstellt. Das fällt dann aber wieder unter persönliches Empfinden und ist an keinerlei Ansprüche geknüpft.

  43. Alexander
    7. Februar 2011, 16:14 | #43

    Shade :

    Wer die Probe auf’s Exempel machen will, kann ja einmal Karikaturen Veröffendlichen, auf denen der Papa Ratzi ein Nackideiparty mit kleinen Jungs steigen lässt.
    Ich würde aber einmal vermuten, dass das allenfalls zivilrechtlich relevant ist oder Tatbestände wie üble Nachrede (http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cble_Nachrede) oder Verleumdung (http://de.wikipedia.org/wiki/Verleumdung) erfüllt, Blasphemie jedoch allenfalls in den Köpfen einiger Katholiken darstellt. Das fällt dann aber wieder unter persönliches Empfinden und ist an keinerlei Ansprüche geknüpft.

    Dein Beispiel wäre dann schon eines der härteren Art. Bei entsprechender Publicity und folgender öffentlicher Erregung in katholischen Kreisen könnte sich schon ein Staatsanwalt ermutigt fühlen nach § 166 zu ermitteln. Die Chancen auf eine Verurteilung wären aber wohl schlecht. Die Auslegungsbreite dieses Paragraphen ist aber auch gerade das Hauptargument, warum seine Abschaffung überfällig ist. Duie Paragraphen zu Beleidigung, Verleumdung und Üble Nachrede sollten völlig ausreichen.

    Schade, dass der Aufsatz aus der Juristischen Rundschau „Die Beschimpfung von Religionsgesellschaften gemäß § 166 StGB – eine Würdigung des Karikaturenstreits nach deutschem Strafrecht“ zu http://www.reference-global.com/doi/abs/10.1515/JURU.2006.136 nicht vollständig online ist.

    Und bevor unser lazykraut wieder jammert: Krähe Crowther hat ja wohl weder jemanden beleidigt, herabgewürdigt oder verleumdet. Aber vielleicht ist er gar nicht „lazy“, sondern liest tatsächlich die von uns angegebenen Links und lernt dazu? 😉

    PS: Warum gibt es hier keine Vorschaumöglichkeit?
    PPS: der Umlautschrott ü, ä usw. nervt. Mac/Iphone-Nutzer?

  44. Shade
    7. Februar 2011, 16:55 | #44

    Ich habe bewusst ein überzogen drastisches Beispiel gewählt, um den Unterschied zwischen Starfrecht, Zivilrecht und persönlicher Befindlichkeit, die einigen ja eben nicht klar zu sein scheint, ein wenig auszuleuchten.

  45. T-M
    8. Februar 2011, 11:16 | #45

    Sorry, aber für die kaputten Umlaute kann ich nichts. Ich habe keine Ahnung woran es liegt, und bei anderen Blogs habe ich es nicht. Ich nutze „ganz normal“ Windows Vista mit FF. Anscheinend geht es jetzt aber wieder. (Siehe auch die Kommentare zu „Verächtlichmachung der Hömöopathen. Michael Frass ist beleidigt.“.)

  46. tmt
    29. August 2011, 12:22 | #46

    Am Anfang des Artikels heißt es : „„Der wiedergeborene Jesus – vom Papst anerkannt! Kommen Sie in mein Freitagsgebet. Für nur € 100 vergibt Odin auch Ihre Sünden! …Bitte reservieren Sie rechtzeitig Sitzplätze für Jesus spezielle Ramadanpredigt…“ Lol, soweit entfernt vom Ursprung ist das gar nicht – schließlich gibt es doch nur einen Gott – oder wie? Kiesha Crowther ist das sehr wohl bewußt und deswegen bedient siesich auch so „schamlos“ im Supermarkt der Weisheiten und Riten…Motto: Hauptsache, es hilft 😉 Kiesha ist keine „Ausbeuterin…die Anhängern jede Menge Geld ab(knöpft), sondern lediglich eine Schamanin, die für ihre Veranstaltungen (moderaten) Eintritt nimmt, damit sie ihre Unkosten (Reisekosten/Unterbringung/Miete für Veranstaltungsort/Steuern und sämtliche Versicherungen) und ihren Lebensunterhalt bestreiten kann. Das „Statement der Salish“ hat sich mittlerweile als Fake herausgestellt, denn die Indianer, die es verfasst haben, waren dazu nicht berechtigt – und die, die dazu berechtigt sind, haben bis dato geschwiegen. Wer’s nicht glauben mag lese mal bei http://klanggebet.wordpress.com/2011/02/17/klarende-worte-der-salish-indianer-zu-kiesha-crowther-little-grandmother/ nach, bzw. wende sich gleich an:
    Robert McDonald
    Communications Director — CSKT
    robertmc@cskt.org
    Konföderierte Stämme der Salish und Kootenai der Flathead Reservation in Montana

    „Und für eine Messe Geld zu kassieren, ist nicht akzeptabel – ebenso wenig, wie für die Vergebung der Sünden zu bezahlen…“ ist so auch nicht richtig, schließlich zahlen alle Christen in Deutschland eine Kirchensteuer und in anderen Ländern einen Tribut für die Gemeinde von bis zu 10% ihres Einkommens. Auch Konfessionslose werden wegen dem Papstbesuch via öffentliche Steuergelder zur Kasse gebeten.
    Die junge Frau Crowther braucht man auch nicht abfällig als „Plastikschamanin“ abzustempeln, die die Leichtgläubigkeit von Newagern ausnutzt… und die Ausbeutung tradierter Kulturen verhöhnt“. Lesen Sie zur Abwechslung mal ein Buch über die Ursprünge des Christentums, lesen Sie Deschner, Alexander Hislop’s „The Two Babylons“ (gibts kostenlos online), Acharya S. „The Christ Conspiracy – The Biggest Story Ever Sold“ und alles was Sie über Sumerische Keilschrifttafeln finden können. Eventuell reicht es auch schon mit Juden über Jesus, den Messias, zu diskutieren.

    Wir leben im Globalen Zeitalter, und da dürfen „die Traditionen und Zeremonien mehrerer Völker, teils noch Rituale und Praktiken aus Asien sowie weitere, auf dem Esoterikmarkt gerade angesagte Maschen“ zusammengerührt werden: Hauptsache, es hilft. „Jeder für sich“ – das ist vorbei – und darum ist der griffige Name „Tribe of Many Colors“ (gemeint sind Hautfarben) ein erster holperiger Versuch dieser Globalität in der Spiritualität Ausdruck zu verleihen.
    Wenn Sie einen besseren Weg wissen, Menschen aus aller Herren Länder und aus unterschiedlichen Religionen zu einem gemeinsamen Gottesdienst/Ritual zu versammeln um zu Liebe, Frieden, Tier- und Umweltschutz aufzurufen – nur zu.

    Bis dahin wird diese gefühlsduselige amerikanische Hausfrau mit der schlechten blonden Dauerwelle weiter rund um den Globus Kristalle verbuddeln und mit ihren kitschigen Reden und zusammengestoppelten Zeremonien die Herzen berühren.

    Dass erst eine Frau wie Kiesha ausrücken muß, um die Sehnsucht vieler Menschen zu stillen ist ein klares Zeichen dafür, dass die Anderen, die Offiziellen, ihren Job nicht gemacht haben.

    Namaste

  47. micky39
    12. Oktober 2011, 23:26 | #47

    Hallo,

    ich finde es ja immer wieder spannend, womit sich Menschen so im Laufe des Tages beschäftigen…ich gehe jedenfalls arbeiten und ziehe zwei Kinder groß…falls jemand zuviel Zeit hat, kann er gerne bei mir putzen kommen ;o)

    PS: und ausserdem versuche ich mich selbst spirituell weiter zu entwickeln und schaue zu erst einmal bei mir selbst (wo ich es vielleicht nicht so genau mit der Wahrheit nehme ;o)!)

    Namaste

  48. 13. November 2011, 09:50 | #48

    Wann lernen wir wirklich mit dem Herzen zuzuhören?
    Kieshas Botschaft (und Ausstrahlung) sind voller Liebe,
    Achtung und Respekt. Wer ihre persönliche Aussage zu
    den Vorwürfen noch nicht kennt, kann dies tun in ihrer
    September-Nachricht 2011.
    oh mitakuye oyas’in

  49. admin
    13. November 2011, 17:56 | #49

    Wann lernen wir endlich mit dem Kopf zu denken?

  50. Ly Schwatzmaul
    14. November 2011, 01:09 | #50

    @micky39
    Gerne, lass uns tauschen, ich putze auch noch zusätzlich bei Dir :).

  51. 14. November 2011, 03:25 | #51

    alaya :

    Wann lernen wir wirklich mit dem Herzen zuzuhören?

    Wann lernen wir endlich, mit dem Darm zu fühlen?

  52. Braille
    14. November 2011, 10:48 | #52

    Rincewind :

    alaya :
    Wann lernen wir wirklich mit dem Herzen zuzuhören?

    Wann lernen wir endlich, mit dem Darm zu fühlen?

    ….da ist es auch nicht mehr weit um ihnen Ausdruck zu verleihen.

  53. Ossi
  54. Mephisto
    14. November 2011, 13:39 | #54

    alaya :…Kieshas Botschaft (und Ausstrahlung) sind voller Liebe,Achtung und Respekt….

    @alaya
    Okay, und was hat das eine mit dem anderen zu tun?
    Man kann auch voller Liebe, Achtung und Respekt großen Blödsinn erzählen, genauso wie man voller Hass und Ablehnung die volle Wahrheit sagen kann. Hier geht es um Inhalte nicht um Form.

  1. 29. Januar 2011, 13:50 | #1
  2. 18. Juni 2014, 23:04 | #2
  3. 21. Juni 2014, 11:33 | #3

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