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Stärken Sie Ihr Immunsystem (oder nicht)

immun

 

Ist etwas dran, dass man sein Immunsystem stärken kann? Ist das möglich und kann man es wirklich abgepackt in Schachteln kaufen?
Da das Thema ein echter Dauerbrenner ist, haben wir den tollen Artikel dazu von Brian Dunnings Skeptoid.com übersetzt und bloggen ihn mit seiner freundlichen Genehmigung.
Auch zu vielen anderen Themen ist Skeptoid.com eine echte Fundgrube – je nach Geschmack zum Lesen oder zum Hören. Es gibt dort noch weitere Dinge zu entdecken: Blog, Forum, DVDs, Videos, Bücher, einen Shop und vieles mehr.

 

Heute richten wir unser skeptisches Auge auf einen der populärsten Marketingtricks der letzten Jahre: den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen mit der Behauptung, diese könnten „das Immunsystem stärken“. Das klingt einfach und wünschenswert. Wer möchte denn kein superfunktionierendes Immunsystem, das in der Lage ist, von der Erkältung bis zum Krebs alles in den Griff zu bekommen? Ist eine solche Fähigkeit tatsächlich etwas, das es in Schachten abgepackt zu kaufen gibt?

Es ist jedenfalls eine leicht an den Kunden zu bringende Behauptung, weil sie so klar ist und einen offensichtlichen, logischen Sinn zu ergeben scheint. Je stärker Ihr Immunsystem ist, desto größer ist seine Fähigkeit, Krankheiten zu bekämpfen. Das klingt, als sei es ungefähr so wie Muskeln aufzubauen: Ein stärkerer Bodybuilder kann schwerere Gewichte heben und ein gestärktes Immunsystem kann mit schwereren Erkrankungen fertig werden. Hört sich das nicht völlig richtig an?

Möglicherweise hört es sich richtig an, aber es ist eine völlig ungültige Analogie. Ein gesundes Immunsystem wird treffender als Wippe beschrieben. Wenn Ihr Immunsystem beeinträchtigt oder anderweitig geschwächt ist, senkt sich eine Seite der Wippe und Ihr Körper wird anfälliger für Infektionen. Wenn Ihr Immunsystem umgekehrt überaktiv ist, senkt sich die andere Seite der Wippe und das Immunsystem greift Ihr gesundes Gewebe an. Dies nennen wir dann eine Autoimmunerkrankung. Krankheitsbilder wie Lupus, rheumatische Arthritis, Psoriasis und Multiple Sklerose sind alle Autoimmunerkrankungen, die von einem „gestärkten“ – oder überaktiven – Immunsystem verursacht werden. Sie sind am gesundesten, wenn die Wippe Ihres Immunsystems genau ausbalanciert, also weder zu schwach, noch zu stark ist.

Wenn Sie Ihr Immunsystem stärken könnten, wäre dies automatisch und sofort gesundheitsgefährdend.

Was also meinen diese Firmen, wenn sie behaupten, ihr Produkt könne das Immunsystem stärken? Zum Glück für Ihren Körper meinen sie im allgemeinen überhaupt nichts. In den letzten Jahren versuchten Federal Trade Commission (FTC) und Food and Drug Administration (FDA), gegen solche Produkte durchzugreifen, die unbegründete Gesundheitsbehauptungen aufstellen, wie z.B das Immunsystem werde gestärkt. Das ist aus mehreren Gründen schwierig. Zunächst ist die Aussage „Ihr Immunsystem wird gestärkt“ medizinisch bedeutungslos; das gibt es nicht, daher stellt diese Behauptung an sich keine medizinische Aussage dar. Sie erinnern sich vielleicht, dass das Ergänzungsprodukt Airborne von der FTC mit einer Geldbuße belegt wurde und allen Kunden, die das Produkt jemals erworben hatten, das Geld zurückerstattet werden musste, was aber nur daran lag, dass die Firma noch weiter ging und insbesondere behauptete, ihr Produkt könne Erkältungen verhindern und bekämpfen. Zum zweiten sind die Aufsichtsbehörden hoffnungslos in der Minderzahl gegenüber den Scharen von Anbietern im Versandhandel und im Internet, die buchstäblich über Nacht auftauchen – womit die Vielzahl etablierter Firmen wie Airborne noch gar nicht angesprochen ist. Zum dritten ist es für diese Firmen recht leicht, den Wortlaut ihrer Behauptungen subtil zu verändern, damit dieser noch weniger spezifisch klingt, wodurch sie sich der strafrechtlichen Verfolgung entziehen. Heute behaupten Produkte beispielsweise, sie „unterstützen ein gesundes Immunsystem“, und das tun sie in genau derselben Weise wie jedes Nahrungsmittel und sogar das Atmen Ihren Körper am Leben erhält und daher alle seine Funktionen „unterstützt“. Die Firmen könnten mit derselben Aufrichtigkeit behaupten, ihr Produkt unterstütze Körpergeruch und das Altern.

Bis vor ungefähr zehn Jahren war der Marketingslogan noch nicht erfunden und daher dachte keiner daran, besondere Nahrungsergänzungsmittel oder eigens angebaute Erzeugnisse zu kaufen, um die Immunität zu stärken. Man fragt sich, wie die menschliche Rasse ohne solche Produkte hunderttausende Jahre überleben konnte. Oder allein die 1980er und 1990er Jahre. Waren wir damals weniger gesund? Hatten wir alle geschädigte Immunsysteme?

Sie sehen, Gesundheit ist nicht das Ergebnis eines superstarken Immunsystems. Gesundheit ist einfach die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit ist die Messbasis. Gesunder als das kann man nicht sein. Wenn Sie an dieser Basis sind, ist alles schlecht, was das Immunsystem in jegliche Richtung ausschlagen lässt. Für eine Person bei guter Gesundheit, die auf Ernährung und Sport achtet, wäre es gesundheitsschädlich, in einen Smoothie-Laden zu gehen und das Spezial-Immunstärkungs-Ergänzungsmittel zu kaufen. Es wäre – wenn dieses Nahrungsergänzungsmittel denn tatsächlich irgendwas bewirken würde.
Für diese Firmen wäre es leicht zu demonstrieren, dass ihre Produkte wie beworben wirken. Das Immunsystem ist eine überraschend komplexe Ansammlung von Strukturen und Prozessen im gesamten Körper. Ein großer Teil besteht aus Zelltypen, die im Blut vorkommen. Würde ein Produkt wirklich Ihr Immunsystem stärken, müsste es die Zahl eines oder mehrerer dieser Zelltypen erhöhen. Das könnte sogar direkt gemessen und damit die Behauptung bewiesen oder entkräftet werden. Das Problem ist jedoch, dass dies auch unethisch wäre, da man bei dem Probanden ein Ungleichgewicht hervorrufen würde, das möglicherweise eine Autoimmunerkrankung auslöst.

Werfen wir einen raschen Blick auf diese Systeme:

– Der offensichtlichste Teil Ihres Immunsystems sind äußere physische Barrieren: Haut, Speichel, Tränen und Prozesse wie Husten oder Niesen. Wenn wir uns eine Erkältung zuziehen, antwortet unser Immunsystem mit einer erhöhten Produktion all dieser Reaktionen. Nicht die Erkältung lässt Ihre Nase laufen oder lässt Sie husten und niesen, sondern das Immunsystem. Möchten Sie das jetzt wirklich verstärken und als Folge niesend und sabbernd herumlaufen? Denn genau das bedeutet ein „gestärktes“ Immunsystem.

– Entzündungen sind eine weitere wichtige Immunreaktion. Beschädigte Zellen setzen verschiedene Typen von Triggermolekülen frei, die solche Aktionen wie das Anziehen von Leukozyten auslösen oder den Blutgefäßen Ihres Körpers mitteilen, sich zu erweitern. Diese Moleküle können ebenfalls die Proteinsynthese behindern, wodurch in der Nähe befindliche Viren bekämpft werden sollen, die einen Schaden verursacht haben können. Entzündungen sind nicht gut. Sie sind aber wie die Feuerwehr, die Ihr brennendes Haus mit Wasser löscht. Das geschieht ja nur dann, wenn es notwendig ist; wenn es nicht nötig ist, will man ja nicht künstliche Entzündungen hervorrufen.

– Die meisten Leute denken an weiße Blutkörperchen bzw. Leukozyten, wenn der Begriff „Immunsystem“ fällt. Was viele Menschen aber nicht wissen, ist, dass es viele verschiedene Typen von Leukozyten gibt, nicht nur die in unserem Blut, sondern auch andere Typen in den meisten unserer Gewebearten. Leukozyten umfassen auch Makrophagen, Neutrophilen, dendritische Zellen, Mastzellen, Killerzellen und Basophilen sowie andere, die alle unterschiedliche Aufgaben haben.

Alle diese System zusammengenommen bilden unsere „angeborenen“ Immunsysteme, machen aber nur eine Hälfte davon aus. Wir haben auch „lernfähige“ Immunsysteme und genau diese sind es, die auf spezifische Pathogene reagieren, sich vermehren und dann als Langzeitwächter gegen dasselbe Pathogen fungieren und eine Art „Gedächtnis“ Ihres Immunsystems werden. Das lernfähige Immunsystem wächst jedes Mal, wenn Sie es mit einem speziellen Erreger konfrontieren und es reagiert auch auf Impfstoffe und wirkt prophylaktisch gegen eine spezifische Krankheit. Das lernfähige Immunsystem besteht aus speziellen Zellen, den Lymphozyten, unter anderem:

– Killer-T-Zellen, die die Schmutzarbeit bewältigen, indem sie sich an Zellen binden, die ihrem spezifischen Rezeptor entsprechen, und diese erledigen. Jede Killer-T-Zelle erkennt nur ein spezifisches Antigen, daher haben wir viele, viele, viele unterschiedliche Populationen von Killer-T-Zellen.

– Helfer-T-Zellen sind diejenigen, die Pathogene erkennen und neue T-Zellen-Rezeptoren für die Killer-T-Zellen ausbilden sowie neue Typen von Killer-T-Zellen schaffen, die dieses spezifische Pathogen bekämpfen.

– γδ (gamma delta) T-Zellen übernehmen eine ähnliche Funktion wie die Helfer-T-Zellen, werden aber nicht notwendigerweise von neuen Pathogenen getriggert. Ihre Funktion ist sehr komplex.

– B-Zellen stehen zwischen Pathogenen und Helfer-T-Zellen. Sie haben eine unermessliche Zahl von Rezeptorproteinen auf ihrer Oberfläche und wenn dort ein Pathogen andockt, teilt sich die B-Zelle millionenfach. Jede Kopie findet eine Helfer-T-Zelle, die die Information über das neue Pathogen an die Killer-T-Zellen weitergibt.

Dies sind die hauptsächlichen Bestandteile, aber Sie dürfen mir glauben, dass ich Ihnen hiermit nur einen groben Überblick aus etwa 10.000 Metern Höhe über unser Immunsystem gegeben habe. Beide Hälften, die angeborene und die lernfähige, bestehen aus vielen verschiedenen Komponenten. Einige davon arbeiten zusammen, andere unabhängig. Es gibt sehr viele verschiedene Arten und Weisen, auf die ihr Immunsystem geschädigt werden kann und jedes dieser Defizite erfordert eine andere Strategie. Die Vorstellung, dass ein einziges Fruchtgetränk oder Nahrungsergänzungsmittel das „Immunsystem stärken“ könne, ist – um es mal so zu formulieren – „derartig verkehrt, dass man es noch gar nicht als falsch bezeichnen kann“.

Da es die Funktion des lernfähigen Immunsystems ist, auf Ereignisse zu reagieren und neue Verteidungsarten zu entwickeln, kann es in der Tat verbessert werden. Jedes Mal, wenn Sie sich erkälten oder geimpft werden, baut Ihr Immunsystem eine neue Armee von Killer-T-Zellen auf, die bereit steht, einen zukünftigen Einfall desselben Pathogens zu bekämpfen. Es gibt kein Nahrungsergänzungsprodukt, kein „Superfood“ und keine Geist/Körper/Seele-Technik, die das für Sie übernehmen kann. Diese B-Zellen wissen nur, welches Protein sie exprimieren, wenn sie von einem spezifischen Krankheitserreger angegriffen werden.

Die übliche Antwort, die ich auf solche Argumente hin zu hören bekomme, ist, dass „immunstärkende“ Produkte lediglich eine gesunde Immunfunktion wiederherstellen wollten, da wir alle ein geschädigtes Immunsystem hätten, weil wir uns schlecht ernähren, fettleibig sind und in einer toxischen Umwelt leben. Dies ist ein bekanntes Argument, das sich auch einfach verkaufen lässt. Es hört sich sinnvoll an. Menschen essen zu viel, wir lieben unsere Fertignahrung und wenige von uns zeigen ein gesondertes Interesse an den Chemikalien, die in den Gegenständen stecken, mit denen wir täglich zu tun haben. Hat dies aber wirklich zu geschädigten Immunsystemen geführt?

Tatsächlich trifft das Gegenteil zu. Fettleibige Menschen haben im Allgemeinen eine Entzündung, die eine Immunreaktion ist. Wir bekommen Erkältungen und haben kein Problem, Symptome zu produzieren. Wenn wir es mit reizenden Substanzen zu tun bekommen, reagieren wir mit Ausschlag, Juckreiz oder Asthma, die ebenfalls alle Immunreaktionen sind. Praktisch hat in diesem Moment jeder von uns irgendeine Reaktion des Immunsystems am laufen. Die Behauptung, das Leben in unserer modernen Welt habe unser Immunsystem geschädigt, ist messbar – und eindeutig – falsch.

Es gibt Umstände, unter denen das Immunsystem wirklich geschädigt werden kann. Dies sind z.B. primäre Immundefizite, die in der Regel genetisch bedingt sind und von Geburt an existieren, und diese erfordern komplexe medizinische Interventionen; weiterhin erworbene Immundefizite, die üblicherweise durch Erkrankungen wie AIDS und einige Tumorarten und sogar Chemotherapie ausgelöst werden können. Eine spezifische Komponente des Immunsystems ist betroffen und erfordert eine spezielle Behandlung. Ein erworbenes Immundefizit kann auf Mangelernährung zurückgehen, aber dafür muss man sich praktisch zu Tode hungern. Genau das gegenteilige Problem vom Genuss zuvieler Cheeseburger.

Nahrungsergänzungsmittel, Säfte oder andere Produkte, die behaupten, das „Immunsystem zu stärken“, sind Schwindel. Sie sind gewinnorientierte Lösungen für ein nichtexistentes Problem, das von cleveren Vermarktern erfunden wurde, um Sie so zu ängstigen, dass Sie diese Produkte kaufen. Lassen Sie sich von niemand weismachen, dass ihre ausbalancierte Wippe besser im Gleichgewicht gehalten werden kann, wenn Sie auf eine Seite der Wippe Sandsäcke stapeln.

Quellen und weiterführende Lektüre:

Brain, M. “How Your Immune System Works.” Discovery Health. Discovery Communications Inc., 1 Apr. 2000. Web. 8 Oct. 2010.

Crislip, M. “Boost Your Immune System?” Science-Based Medicine. Science-Based Medicine, 25 Sep. 2009. Web. 7 Oct. 2010.

Goldacre, B. “When it comes to a cold, you might as well try goat entrails.” The Guardian. 22 Nov. 2008, Newspaper.

Hall, H. “Boost My Immune System? No Thanks!” Skeptic. 22 Mar. 2010, Volume 15, Number 4: 4-6.

Schindler, L. Understanding the Immune System. Washington, DC: U.S. Dept. of Health and Human Services, Public Health Service, National Institutes of Health, 1988.

Singh, S., Ernst, E. Trick or Treatment. New York: W. W. Norton, 2008.

Wallace, A. “An Epidemic of Fear: How Panicked Parents Skipping Shots Endangers Us All.” Wired. 1 Nov. 2009, Volume 17, Number 11.

  1. MagicGuitar
    26. Januar 2013, 17:29 | #1

    Auch Homöopathen und Quacksalber behaubten gerne “das Immunsystem von innen zu stärken”. Ja selbst in Apotheken wird mit solchem Zeug geworben und Kasse gemacht wieder besseren Wissens des Apothekers. Das ist doch der eigentliche Skandal. Eigentlich würde das meiner Meinung nach sogar die Grenze des Betrugs überschreiten.
    Und das sind dann auch genau dieselben, die uns die Impfung schlechtreden, aber gleichzeitig für Spitzenverkäufe von Actimel und Co. sorgen.

  2. Waltraut
    26. Januar 2013, 17:31 | #2

    Ich habe leichte Probleme mit dieser Wippe-Analogie. Wenn das Immunsystem immer nur entweder zu schwach oder zu stark sein kann, wie ist es dann möglich, dass jemand z.B. gleichzeitig MS und Grippe hat?

  3. 26. Januar 2013, 18:35 | #3

    @ Waltraut, das Immunsystem besteht aus vielen verschiedenen Bestandteilen, die miteinander wechselwirken und fein abgestimmt sind. Bei einer MS sind andere Teile des Immunsystems aktiv, als bei einer Grippe.

    Das immunsystem ist auch nicht entweder ZU schwach oder stark, sondern es es ist dem jeweiligen Gesundheitsstatus entsprechend ausgeprägt. Die Analogie mit der Wippe will aussagen, dass dabei nur Teile der Immunabwehr hochgefahren werden, ein anderer Teil kann zum Bsp. auch unterdrückt werden. Eine andere Analogie wäre zum Bsp. eine Art ökologisches Gleichgewicht zwischen den einzelnen Teilen des Immunsystems -nichts zu viel, nichts zu wenig, aber bei Bedarf, also einer Infektion verschiebt sich dieses Gleichgewicht.

  4. YorkTown
    26. Januar 2013, 19:51 | #4

    Schöner Blog, danke an die Übersetzer!

  5. genervt
    27. Januar 2013, 10:49 | #5

    danke , endlich mal auch für laien eine verständliche erklärung. die auch für manche ärzte nützlich ist.
    auch diabetes ist eine autoimmunerkrankung , und wird nicht wie gerne verbreitet durch essen von zucker ausgelöst. gerne gesellen sich noch dazu, zölliakie, allergien, necrobiosis lipoidica, und und
    also bewertung ***** top.

  6. Ronald
    27. Januar 2013, 16:05 | #6

    Der Vergleich mit der Wippe ist falsch.
    Ein Immunsystem sollte stark UND schlau sein. Es sollte aus einer schlagkräftigen Truppe bestehen, die innerhalb kurzer Zeit ihre Reserven mobilisieren kann. Auch sollte es den Unterschied zwischen Freund und Feind kennen.
    Man kann sowohl sein Immunsystem schwächen (Schlafmangel, Stress, Rauchen …) als auch stärken (ausreichend Schlaf, Entspannung, Sauna, Vitamin D, Zink …)

  7. na klar
    27. Januar 2013, 16:49 | #7

    @ all

    interessant sind auch die neuesten Untersuchungen hinsichtlich eines Zusammenhangs von Meditation und Immunsystem

    http://meditation-wissenschaft.org/dokumentation-kongress-2010.html#Praesentationen

    http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/203377.html

  8. inci
    27. Januar 2013, 16:58 | #8

    na klar :@ allinteressant sind auch die neuesten Untersuchungen hinsichtlich eines Zusammenhangs von Meditation und Immunsystemhttp://meditation-wissenschaft.org/dokumentation-kongress-2010.html#Praesentationenhttp://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/203377.html

    Gibt es auch Untersuchungen, wie viele der meditierenden eine Grippe bekamen, verglichen mit denen, die nicht meditiert haben?

  9. Groucho
    27. Januar 2013, 18:19 | #9

    @Ronald: So einen Kommentar kann man eigentlich nur schreiben, wenn man den Artikel nicht gelesen oder verstanden hat.

  10. Ronald
    27. Januar 2013, 19:35 | #10

    @ Groucho

    den Artikel habe ich gelesen und finde ihn ziemlich schwach. Die Behauptung ein starkes Immunsystem würde Allergien begünstigen ist nun mal falsch.
    Sind Sie mit mir auch der Meinung, dass man sein Immunsystem auch schwächen kann?
    Und wenn ja, warum sollte es dann nicht zu stärken sein? Begründung.

  11. nurmalnachgefragt
    27. Januar 2013, 20:32 | #11

    @ Ronald

    Ich denke du liegst da ganz richtg!

    2011
    “Den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhalten drei Immunforscher: Bruce Beutler aus den USA, der Luxemburger Jules Hoffmann sowie der erst in der vergangenen Woche verstorbene Kanadier Ralph Steinman.
    Alle drei Wissenschaftler hätten entscheidend dazu beigetragen, das menschliche Immunsystem besser zu verstehen und Wege gefunden, es zu aktivieren, so die Erklärung des Karolinska Instituts in Stockholm.
    Neue Therapien ermöglicht
    Damit hätten sie unter anderem Möglichkeiten geschaffen, neue Therapien gegen Infektionskrankheiten wie Aids oder gegen Krebs zu entwickeln. Das Preisgeld von 1,1 Millionen Euro wird aufgeteilt.
    Die eine Hälfte erhalten Beutler und Hoffmann für ihre gemeinsamen Arbeiten zum angeborenen Immunsystem, die andere Hälfte bekommt Steinman für seine Entdeckung der sogenannten Dendritischen Zellen, die maßgeblich für die Aktivierung des menschlichen Immunsystem zuständig sind.”

    Diese dentritischen Zellen sollen maßgeblich das Immunsystem aktivieren- Das birgt aber angeblich auch eine grundsätzliche Gefahr in sich, wenn man o.a. Artikel G l a u b e n schenken will.
    Sind die Forscher denn für nada mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden?

    Wo liegt denn der Unterschied zwischen angeborenen Immunsystem und der adaptiven Immunabwehr?

  12. MagicGuitar
    27. Januar 2013, 20:47 | #12

    @ Ronald
    Das stimmt schon, was du da sagst. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Symptome stärker sind. Ebenso sind Erkältungssymptome bei mir immer sehr ausgeprägt.
    Jetzt bin ich natürlich selber höchstens nur ein besserer medizinischer Laie, der mit nichten das gesamte Immunsystem versteht. Zumindest für mich klingt der Vergleich mit der Waage logisch, auch wenn er nicht richtig sein muss.
    Wäre jetzt eine interessante Frage, ob Menschen mit einem vormals “starkem” Immunsystem häufiger an Autoimmunerkrankungen erkranken bzw. ob diese dann verheerender ausfallen.
    Aber auch wenn der Vergleich in der Realität nicht vollumgänglich zutreffen mag, so ist denke ich klar, was gemeint ist. Es bedarf keiner teuren Mittelchen, “probiotische Drinks” oder Schüsslersalze, etc. um das Immunsystem “im Gleichgewicht” zu halten und seine Funktion aufrecht zu erhalten.

  13. Gandalf
    27. Januar 2013, 21:04 | #13

    @ Groucho

    Der Artikel ist sicher einer der besseren.

    Es gilt soweit ich das hier beurteilen ein sowohl als auch.
    Der alte Brummbär Wiki gibt auch hier recht umfassend und kompetent seinen Senf dazu:

    “Bei einem intakten Immunsystem spricht man von Immunkompetenz. Die Abwehrfunktion kann auf verschiedene Weise positiv oder negativ beeinflusst werden:
    Allgemeine Stärkung des Immunsystems [Bearbeiten]

    Die Redewendungen “Stärkung des Immunsystems” und “Stärkung der Abwehrkräfte” werden häufig als Claim in der Werbung für Nahrungsergänzungsmittel, Functional Food und alternativmedizinische Heilmittel verwendet. Problematisch sind hierbei fehlende medizinische Definitionen dafür, was unter “Stärkung” zu verstehen ist. Solche Verweise auf allgemeine, nichtspezifische Vorteile eines Produkts sind nach EU-Recht laut Artikel 10 Absatz 3 der Health-Claims Verordnung verboten, sofern ihnen nicht eine durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit genehmigte spezielle gesundheitsbezogene Angabe beigefügt ist. Für eine Aufnahme in die entsprechende Positivliste genehmigter Angaben muss die Art und Weise, in der das Produkt auf das Immunsystem wirkt angegeben und die Wirksamkeit wissenschaftlich belegt werden.

    Ein gesundes und kräftiges Immunsystem kann Menschen dabei helfen, diverse Krankheitserreger zu bekämpfen und manchmal damit auch einen Krankheitsausbruch zu verhindern oder Krankheitssymptome zu mildern, beziehungsweise den Krankheitsverlauf zu verkürzen.

    Als Grundlage für ein gesundes Immunsystem gelten eine ausgewogene Ernährung des Menschen, die alle für den Organismus notwendigen Stoffe wie beispielsweise Mineralstoffe (besonders Eisen, Zink und Selen) und Vitamine enthält, und ausreichend Schlaf;[15] des Weiteren sollte lange andauernder (chronischer) Stress vermieden werden.[16]

    Als geeignete Maßnahmen zur Steigerung der Immunfunktion gelten regelmäßige Bewegung, insbesondere sportliches Ausdauertraining,[17] sowie regelmäßige Abhärtung, zum Beispiel durch Saunieren und Anwendung von Kneippschen Güssen.[18] Auch Heilfasten wird als Möglichkeit bezeichnet, das Immunsystem zu stärken, dies ist jedoch umstritten. Psychotherapeutische Verfahren, insbesondere Methoden zur Stressbewältigung können die Immunabwehr stärken. Die klinische Hypnotherapie hat suggestive Methoden zur Unterstützung des allgemeinen Immunsystems sowie zur Behandlung einzelner Immunerkrankungen entwickelt.[19]
    Sonnenlicht zur Stärkung des Immunsystems [Bearbeiten]

    Sonnenlicht kann ebenfalls das Immunsystem stärken. Bereits vor mehr als 100 Jahren war das tägliche Sonnenbad ein fester Bestandteil der Tuberkulosetherapie. Erst neuere Forschung konnte den zugrundeliegenden Mechanismus darstellen: Bestimmte Abwehrzellen besitzen auf ihrer Oberfläche einen so genannten Toll-like Receptor; dieser wird bei einer Bakterieninfektion aktiviert und veranlasst die Abwehrzelle, eine Vorstufe von Vitamin D (25-hydroxyvitamin D) zu produzieren. Gleichzeitig bildet dieselbe Zelle verstärkt einen weiteren Rezeptortyp aus, der auf die Erkennung von Vitamin D spezialisiert ist. Das Sonnenlicht wandelt die Vitamin-D-Vorstufe in das aktive Vitamin D um, welches sich nun an den Rezeptor heftet. Dadurch wird die Abwehrzelle dazu angeregt, das antibakteriell wirkende Cathelizidin zu bilden.

    Der Zusammenhang erklärt auch, warum Menschen mit dunkler Haut für Infektionen wie beispielsweise die Hauttuberkulose besonders empfänglich sind: In ihrem Blut finden sich in der Regel deutlich geringere Mengen der Vitamin D-Vorstufe, wobei zusätzlichen Einnahme von Vitamin D-Präparaten zur Stärkung des Immunsystems den Mangel leicht ausgleichen kann.
    Impfung [Bearbeiten]
    → Hauptartikel: Impfung

    Die Impfung ist eine Methode zur Stärkung des Immunsystems und eine vorbeugende Maßnahme gegen bestimmte Infektionskrankheiten. Bei der aktiven Immunisierung, der häufigsten Form der Impfung, wird das Immunsystem zur Bildung einer Immunkompetenz angeregt, ohne die Erkrankung selbst auszulösen. Hierzu werden abgeschwächte Erreger, tote Erreger oder bestimmte typische Eiweißstoffe (Proteine) und Zuckermoleküle, also Bruchstücke des Erregers, als Impfstoffe in den Körper eingebracht. Die Reaktion des Organismus auf diese Antigene führt zur Bildung spezifischer Antikörper und Gedächtniszellen, die weiterhin im Blut und den Lymphbahnen zirkulieren, wodurch der Schutz gegen diese Antigene lange erhalten bleibt. Falls der Körper erneut mit dem Erreger in Kontakt kommt, hat er durch die Gedächtniszellen eine sehr viel effizientere und schnellere Immunantwort zur Verfügung, die die Erreger bekämpft, bevor es zu einer Erkrankung kommt.”

    Also Neben Vitaminen und Mineralstoffen und Sonnenlicht 🙂 ggfs.( höhere Risikoigruppe) auch Impfen. Ist doch gar nicht so schwer…

  14. Ronald
    27. Januar 2013, 21:06 | #14

    Es bedarf keiner teuren Mittelchen, “probiotische Drinks” oder Schüsslersalze, etc. um das Immunsystem “im Gleichgewicht” zu halten und seine Funktion aufrecht zu erhalten.

    Zustimmung, das Immunsystem ist mit einfachen Mitteln bei Laune halten, z.B. ausreichender Schlaf. Trotzdem gibt es auch kostenpflichtige Ersatzideen (z.B. Sauna, Solarium) die durchaus in den Wintermonaten die Infektanfälligkeit herabsetzen können, ohne gleich Abzocke zu unterstellen.

  15. genervt
    28. Januar 2013, 10:22 | #15

    @ronald,
    ich habe vor 10jahren sauna und solarium verkauft, und bin seither von den grippalen infekten verschont, ganz im gegenteil zu vorher, und da habe ich über 40 jahre regelmäßig
    sauniert. sauna entspannt aber daß es gegen grippale infekte hilft oder diese verhindert ,
    da ist der wunsch der vater der idee.(mm)

  16. Oliver
    28. Januar 2013, 11:41 | #16

    “Tatsächlich trifft das Gegenteil zu. Fettleibige Menschen haben im Allgemeinen eine Entzündung, die eine Immunreaktion ist.”
    Bin ich der Einzige, dem diese Zeilen komisch vorkommen oder wird Fettleibigkeit wirklich durch Entzündungen verursacht? Ich stehe bei diesem Absatz etwas auf der Seife.

  17. Flaneur
    28. Januar 2013, 13:20 | #17

    Oliver : Bin ich der Einzige, dem diese Zeilen komisch vorkommen oder wird Fettleibigkeit wirklich durch Entzündungen verursacht? Ich stehe bei diesem Absatz etwas auf der Seife.

    Ich denke, es muss eher andersherum gesehen werden und vereinfacht gesagt: Die vermehrt angesammelten Fettzellen setzen u.a. zu hohe Menge an Stoffen frei, die Entzündungen auslösen oder verstärken.

    Hier ein Artikel im “Stern” dazu, der u.a. diesen Mechanismus beschreibt:
    http://www.stern.de/wissen/gesund_leben/medizin/uebergewicht-das-gift-grosser-fettzellen-550481.html

  18. genervt
    28. Januar 2013, 13:53 | #18

    eigentlich fehlt das wort “können” eine entzündung haben. zudem ist fettleibigkeit ein dehnbarer begriff. zumindest von der lebensdauer sind in grenzen üg menschen wohl besser dran, überstehen krankheiten besser. usw.
    aber der schluß von oliver ist leider nicht richtig , denn der og satz sagt das nicht aus sondern die reihenfolge fett, immunreaktion , entzündung.

  19. Statistiker
    28. Januar 2013, 23:39 | #19

    Hmmm, alles relativ. Mal ne persönliche Anekdote, natürlich nicht repräsentativ und nicht evidenzbasiert.

    Hab gewaltig abgespeckt, 45 Kilo verloren (meine Mutter würde sagen: “180 Stück Butter, klingt doch mehr….”)

    Seitdem frier ich mehr und hab deutlich mehr mit Erkältungen zu kämpfen. Nun, erstens anekdotisch und zweitens führ ich das auf die fehlende Wärmedämmung durch die fehlende Speckschicht zurück.

    Vielleicht kann dazu einer etwas mehr ausführen….

  20. geheim
    29. Januar 2013, 22:16 | #20

    “weiterhin erworbene Immundefizite, die üblicherweise durch Erkrankungen wie AIDS und einige Tumorarten und sogar Chemotherapie ausgelöst werden können.”

    AIDS ist ein Immunmangelsyndrom und Folge eines durch HIV verursachten Immundefekts. Also wenn der Autor nicht einmal das weiß…

  21. Stöber
    29. Januar 2013, 23:46 | #21

    Meiner Meinung nach startet der Artikel ziemlich stark und verpufft dann gegen Mitte/Ende.

    Das mit der Fettleibigkeit fand ich auch komisch (eventuell der Übersetzung geschuldet), die (grobe) Erklärung des Immunsystems – insbesondere der T-Killer – ist missverständlich bis falsch formuliert. Und zudem hochnäsig, zumindest das ‘aus 10000m Höhe erklärt’.

    Zudem setzt der Autor die Kausalkette ein paar Layer zu hoch an.
    Natürlich programmiert ein Multivitamindrink keine Immunantwort. Wie denn auch, zum Henker?
    Ich nehme Vitamine und Hormone zu mir, wenn ich der Meinung bin, entweder ein Defizit zu haben oder einen akut gesteigerten Verbrauch – also Fälle, so die normale Ernährung an Grenzen kommt. Und aus diesen Grundressourcen soll der Körper dann aus dem Vollen schöpfen, wenn er es braucht.
    Oder ganz banal: Wenn ich im Bücherwald für irgendwelche Klausuren, Doktorarbeiten, Dokumentationen etc. gefangen bin und weiß, dass Pizza und Kaffee nicht die beste Versorgung darstellen, lege ich nach.
    Genauso, wenn ich die ganze Zeit hinter Glas sitze-> D-Hormon. Auch nicht ganz unwichtig für Immunkrams.

    Wenn ichs nicht eh schon besser wüsste, hätte der Artikel mich nicht ansatzweise überzeugen können. Das wollte ich nur loswerden, bevor der Rant losging.. 🙂

  22. Dosis Day
    17. November 2017, 22:04 | #22

    Diabetes gibt es 1 und 2. Typ1 ist Autoimmunerkrankung, Typ2 ist z.Bsp. falsche Ernährung + zu wenig körperliche Bewegung. Typ2-Diabetes kann man evt. wieder in den Griff bekommen.

  1. 28. Januar 2013, 18:36 | #1
  2. 30. Januar 2013, 18:40 | #2
  3. 25. Februar 2018, 20:04 | #3

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