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Die Scientabilität, die Homöopathie und die Wissenschaftsbasierte Medizin. 2. Was soll’s

In Anbetracht der eingangs Teil 1 formulierten Kritik könnte man die „Scientabilität“ wegen fehlender praktischer Folgerungen als irrelevant ad acta legen. Aber sie hat einen Kern, der eine nähere Betrachtung verdient. Bei der Bewertung von Studienergebnissen ist die Einbeziehung der a-priori-Wahrscheinlichkeit unverzichtbar, oder schlicht gesagt: außergewöhnliche Ansprüche erfordern außergewöhnlich gute Beweise. Faraday soll gesagt haben, wenn es gelänge, mit Gedankenkraft auch nur eine Feder anzuheben, müsste sich unsere Auffassung vom Weltall ändern. Das gleiche gilt für die Homöopathie: die Datenlage aus 200 Jahren Wissenschaftsgeschichte ist einfach überwältigend. Wohl kaum etwas in der Medizin ist besser und gründlicher untersucht worden als die Homöopathie. Diese Datenlage kann mit einer positiven kontrollierten Doppelblindstudie nicht ausgehebelt werden. Es wäre um Größenordnungen wahrscheinlicher, dass diese Studie fehlerhaft war; und wenn sie es nicht war, dann kann sie nur das methodisch bedingte, unausweichliche 5% Grundrauschen repräsentieren. Die weitere „Forschung“ auf diesem Gebiet wäre in der Tat sinnlose Vergeudung von Ressourcen. Es genügt vollständig, sich mit den bereits vorliegenden zusammenfassenden Berichten bekannt zu machen (z.B. dem Donner-Report 1966, dem Bericht an das House of Commons 2010, dem australischen NHMRC-Papier von 2014 oder unüberschaubar vielen anderen mehr).

Keine einfache Formel

Das Konzept der „Scientabilität“ berührt ein Problem, das bedeutsam, global aber schwierig zu lösen ist: die Suche nach einer einfachen Formel, mit der sich die Wissenschaft von Narretei und Scharlatanerie abgrenzen lässt. In vielen Fällen stellt sich die Frage eigentlich nicht, weil das offensichtlich ist – dennoch es ist unerwartet komplex, Regeln zu formulieren, die über den Einzelfall hinaus gültig sind. Für die Physik haben das beispielsweise Fred Gruenberger mit seinem „Measure for Crackpots“ oder John C. Baez mit seinem „Crackpot Index“ versucht. Das sind sozusagen Kataloge von Indikatoren für Unsinn, aber sie bieten keine übergreifende, theoretische Grundlegung. Auch Popper hat sich mehrfach mit diesem wichtigen Thema befasst, aber eine schlagende, griffige Formulierung ist uns nicht geläufig (überdies wird er in dieser Hinsicht gerne missverstanden).

Ad Fontes. Science Based Medicine

Eine in gewisser Weise kurzschlüssige Darstellung der Scientabilität hat also einer noch kurzschlüssigeren Kritik Vorschub geleistet. Es scheint deshalb erforderlich, auf die wesentliche Inspirationsquelle hinzuweisen: das Konzept der wissenschaftsbasierten Medizin, Science based Medicine (SBM). „Human trials are messy“ (Humanstudien sind fehleranfällig) und unterliegen allen Arten von möglichen Verzerrungen, sagt Kimball Atwood, und dies ist der Grund, weshalb das Konzept der „Science based Medicine“ in Abgrenzung von der evidenzbasierten Medizin (EBM), und eigentlich in Weiterentwicklung letzterer, erarbeitet wurde. Zu berücksichtigen ist, dass die Ausgangslage in den USA deutlich anders ist: während es in Deutschland nur eine geringe öffentliche Förderung der Untersuchung „alternativmedizinischer“ – sprich paramedizinischer – Therapien gibt, hat das Nationale Zentrum für die alternative und komplementäre Medizin (NCCAM) in den USA in den Jahren 2014 und 2015 ein Budget von je 124 Mio. Dollar.

Die Kritik an der evidenzbasierten Medizin i.e.S. bezieht sich auf die formal ausschließliche Akzeptanz von kontrollierten Doppelblindstudien in den höheren Evidenzlevels, unter Ausblendung grundlegender Erkenntnisse der (Natur-)Wissenschaften. Ein wenig ist das auch eine philosophische Frage – es ist eine Illusion zu glauben, eine positivistische, atheoretische, „rein faktenbasierte“ Forschung wäre möglich. Wenn eine enggeführte EBM dazu bringt, die Homöopathie „anzuerkennen“, dann ist eben wirklich das Konzept der EBM auf den Prüfstand zu stellen und die Methodologie der klinischen Forschung (genauer: ihre Bewertung) zu überdenken. Dies ist das Ziel der Science Based Medicine, die nicht eine „lex homoeopathica“, sondern eigentlich eine lex esoterica ist:

EBM + CT = SBM
[CT: Critical Thinking]

Natürlich wird es in der Realität auch ohne „Science Based Medicine“ kaum zu einer Anerkennung der Homöopathie kommen können, dazu ist die Theorie einfach zu absurd. Anders ist die Lage bei der Akupunktur, die eine weitgehende Akzeptanz erfahren hat, aber hier sind wenigstens theoretisch noch irgendwelche Wirkmechanismen (Counter-Irritation) denkbar, und niemand, der ernstgenommen werden will, wird die Meridian-These mit Chi und Yin und Yang etc. vertreten. Dumpf gefühlt wird das ja auch von den Homöopathen selber, die diesem Hindernis mit dem genial erfundenen Wort „Plausibilitäts-Bias“ beikommen wollen.

Letzlich ist die Science Based Medicine kein wirklicher Gegensatz zur evidenzbasierten Medizin, sondern eine weitere, explizite Ausformulierung bisher in der Realität zweifellos implizit wirksamer Prinzipien. Eine umfassende Darstellung findet sich hier:

Fazit

Das letzte Wort zum Unwort überlassen wir wieder unserer Speerspitze der Aufklärung:

„Klar, auf jeden Galileo kommen mindestens 100, wenn nicht mehr Spinner, und vielleicht bin ich einer von denen. Aber eines ist sicher: „Sichere Erkenntnisse“ ist eine Vokabelnkombination, die im Rahmen der Wissenschaft nicht fallen sollte, weil sie nicht nur falsch, sondern töricht ist.“

Er hat recht: es gibt in der Medizin keine absolute Sicherheit. So, wie man nicht sicher wissen kann, ob der Mond nicht doch aus Schweizer Käse ist, kann man auch nicht sicher wissen, ob die Homöopathie nicht doch irgendwie, irgendwann wirkt, vielleicht bei Ebola-Fieber.

Und noch eines ist gewiss: Wenn der Herr Professor kein Galilei ist, dann ist er einer von denen ;-).

  1. Christian Weymayr
    6. Oktober 2014, 10:55 | #1

    Wenn es töricht ist, zu meinen, es sei eine sichere Erkenntnis, dass jenseits physiologischer Plausibilität verdünnte Homöopathika nicht wirken können, dann lass mich der törichste von allen sein.

  2. TH
    6. Oktober 2014, 14:40 | #2

    Die Petition für die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Homöopathen ohne Grenzen läuft noch eine Woche:
    https://www.openpetition.de/petition/online/gemeinntzigkeit-der-homopathen-ohne-grenzen-ist-unmglich

  3. Haftelmacher
    10. Oktober 2014, 18:21 | #3

    „Das Konzept der „Scientabilität“ berührt ein Problem, … die Suche nach einer einfachen Formel, mit der sich die Wissenschaft von Narretei und Scharlatanerie abgrenzen lässt.“

    „Narretei“ und/oder „Scharlatanerie“ von Wissenschaft zu unterscheiden dürfte eine der leichteren Übungen sein, für die es eine Formel eigentlich nicht brauchen sollte. Aber geht’s bei „Scientabilität“ wirklich darum?

    „Da irrelevante Studien keinen Nutzen haben, sie jedoch schaden können, indem sie etwa die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft untergraben, sollen klinische Studien zur Wirksamkeit homöopathischer Arzneien unterbleiben.“

    Dem neutralen Beobachter fällt auf, daß einige der Einwände gegen die HP (homöopathische Arzneimittelforschung), mit denen das Konzept begründet wird, auf die „schulmedizinische“ (SM) klinische Forschung ganz genauso zutreffen. Mal abgesehen von der Schwierigkeit zu bestimmen, was „ir-relevant“ ist, ist es ja nun keineswegs so, daß die HP das Privileg auf Unsinn hätte. Tatsächlich dürfte es im Gegenteil im nicht-homöopathischen (NH)-Bereich sogar sehr viel mehr davon geben. Allein schon deswegen, weil der Anteil homöopathischer Untersuchungen an der Gesamtheit aller klinischen Studien sich vermutlich im einstelligen Prozentbereich bewegt. Ich lese jedenfalls auf Skeptiker-Internet-Seiten immer, es gäbe knappe 200 davon.

    „Als Risikofaktoren für Krebs wurden identifiziert:

    Elektrorasierer

    Gebrochene Arme (bei Frauen)

    Fluoreszierendes Licht

    Allergien

    Kellnerberuf

    Kleine Körpergröße

    Große Körpergröße

    Hot dogs

    Besitz eines (Haustier-)Vogels

    Besitz eines Kühlschranks!!“

    (Sehr frei übersetzt nach Goodman, bzw. nach Altman and Simon, JNCI, 1992)

    Nahezu täglich kann man ähnliche Nachrichten im „Wissenschaftsteil“ von Google-News bestaunen. Mit zwei oder drei Clicks eben erst gefunden:

    „People With Poor Smell More Likely To Die Within 5 Years” (CBS St. Louis bzw. Plos One)
    „Taller people may have lower risk of esophageal cancer”(Clinical Gastroenterology and Hepatology, news release, Sept. 25, 2014)

    Google News, Health, 05.10.2014

    “There is no obvious explanation for the link between height and the risk of esophageal cancer and Barrett’s esophagus, and further research is necessary to learn more about the connection, the researchers said.“

    Klingt vertraut? Und wie immer gibt es auch da jemanden, der darin einen Nutzen zu erkennen vermag:

    „The identification of risk factors, such as height, will allow us to create more sophisticated and accurate methods to quantify patient risk, which will hopefully be used in the future to decide who should undergo endoscopic screening for these conditions“

    Also ich weiß nicht – steht das „im Einklang mit den gesicherten Erkenntnissen der Naturwissenschaften“? Wie erklärt man sich solche Ergebnisse? Körpergröße als Krebsrisiko? Früherkennung? Auf der Grundlage? Bei einer so seltenen Krankheit? Extrem niedrige a-priori-Wahrscheinlichkeit! Relevant? Und? Stört das irgend jemanden? Solche Studien untergraben wohl nicht die „Glaubwürdigkeit“ der Wissenschaft?

    Nein – ich will nicht sagen, daß nicht gegen Homöopathie sein darf, wer nicht auch ansonsten was an der Wissenschaft auszusetzen findet. Aber ich meine schon, daß man doch nicht so tun möge, als würde man sich um Letztere sorgen, wenn man in Wirklichkeit einfach nur die homöopathische Arzneimittelforschung verhindern will, was ich übrigens für ein durchaus berechtigtes Anliegen halte.

    Ich glaube übrigens nicht, daß das zutrifft – und zwar weder für HP noch für SM. Solange so etwas auffällt, sauber auseinander genommen, widerlegt und entsprechend korrekt eingeordnet wird, dürfte sich der „Schaden für die Wissenschaft“ nicht nur in Grenzen halten. Im Gegenteil: genauso würde sie unter Beweis stellen, daß sie funktioniert.

    Auch „schlechter“ Wissenschaft – gleich welcher Disziplin oder Fachrichtung – ist wissenschaftlich zu begegnen statt mit Ge- und Verboten (im weitesten Sinn) auf Grundlage von fragwürdigen Kriterien, falsche Argumente mit richtigen zu entkräften würde völlig ausreichen.

    Wenn das nicht geschieht – und ich habe nicht unbedingt den Eindruck, daß es in der „etablierten“ Wissenschaftsszene oder bei Homöopathie-Kritikern/Skeptikern eine Selbstverständlichkeit wäre – dann gibt es allerdings ein Problem. Und zwar nicht nur mit der Glaubwürdigkeit.

    Man schaue sich nur mal die Kritik an der HP mit ihrer tragenden Säule Studienanalyse im Internet genauer an. Da sieht es nämlich ziemlich traurig aus. Artikel wie z.B. der von U. Berger von 2008(!) über die HP-Kritik an der Shang-Studie (durch Rutten etc.)(Neue Evidenz für Homöopathie? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!) sollten an sich selbstverständlich sein und nicht die Ausnahme.

    Was man ansonsten zur Shang-Studie liest und hört, entspricht schon eher dem hiesigen Standard und gibt Bergers Artikel-Überschrift recht – wenn auch in einem anderen Sinn, als er das wohl gemeint hat. Abgesehen von einem erschreckenden Mangel an Sachkenntnis hat man sich noch nicht einmal mit seinem Gegenstand vertraut gemacht oder gar mit den Argumenten, die dazu bereits gefallen sind. Man wiederholt die Fehler der HP(!), als hätte Berger die nicht bereits sehr korrekt und gut nachvollziehbar aufgedröselt.

    Dazu paßt wie die Faust aufs Auge, daß in den bekannteren Skeptikerblogs kritische Kommentare öfter mal nicht etwa diskutiert, sondern als „geistige Blähungen“ bezeichnet werden. Zwar wird der Kritiker aufgefordert, er möge „doch mal anfangen, … Fehler zu beweisen“ bzw. „konkret darlegen, was nicht stimmt“, „Dann können wir darüber diskutieren“. Nur wie? Wenn die Antwort im Blog gar nicht erst ankommt? Diese einfache Methode, „Mitkommentatoren“ den Eindruck zu vermitteln, da würde jemand ganz und gar unbegründet rummeckern und sich selber ganz ohne jedes Argument ins Recht zu setzen nennt die GWUP bezeichnenderweise „Qualitätskontrolle“.

    Im übrigen: geglaubt werden „Erkenntnisse“ wie die zuvor aufgelisteten ganz genauso wie diejenigen homöopathischer Studien. Auch das stimmt nicht: daß die Homöopathie die Gefahr darstelle, eigentlich ganz schlaue Leute zu „verdummen“. Vielmehr ist es umgekehrt: wäre das („Verdummung“) – aus welchen Gründen auch immer – nicht schon längst passiert, würden sie den „schulmedizinischen“ wie den „homöopathischen“ Unsinn auf einen Blick als solchen erkennen, ihn allenfalls amüsant finden und sich nicht weiter drum scheren. Und eine Rangfolge nach Unsinnigkeit oder „Falschheit“ – so nach dem Motto: aber HP ist doch viel schlimmer (noch falscher als falsch?)- würde ich für mein Teil da lieber nicht aufstellen wollen.

    Ich kann den Ärger nachvollziehen darüber, daß die Rezeption der HP so ganz anders ausfällt, als der Sache angemessen wäre. Daß trotz aller Bemühungen um Aufklärung falschen Informationen und Argumenten geglaubt wird.

    Aber das kann man doch nicht der Tatsache anlasten, daß es diese falschen Informationen gibt. Gerade so, als hätten die Rezepienten rein gar nichts damit zu schaffen, welche Information sie sich zu eigen machen und welche nicht. Aber genau von diesem Gedanken lebt Scientabilität: sie will verhindern, daß falsche Informationen überhaupt das Licht der Welt erblicken. Dann können sie auch nicht „mißbraucht“ werden.

    Diesem Zweck ordnet sich leider die Argumentation unter. Und geht dabei ziemlich weit:

    Sie sagt: Homöopathie kann gar nicht wirken, weil die naturwissenschaftlichen Grundlagen, auf die sie sich stützt, falsch sind. Also kann es auch keine Studien geben, die etwas anderes zeigen. Tun sie es doch, sind eben die Studien „scheinbar positiv“ oder nicht relevant.

    „Wenn eine enggeführte EBM dazu bringt, die Homöopathie „anzuerkennen“, dann ist eben wirklich das Konzept der EBM auf den Prüfstand zu stellen und die Methodologie der klinischen Forschung (genauer: ihre Bewertung) zu überdenken.”

    Vielleicht verstehe ich ja das mit der „enggeführten EBM“ und wer da wen zu was bringt nicht richtig – aber das soll doch wohl nicht heißen, daß das „Konzept der EBM“ deswegen „auf den Prüfstand zu stellen“ ist, weil es nicht die gewünschten Ergebnisse zeitigt? Es gibt durchaus gute Gründe, „die Methodologie der klinischen Forschung“ zu überdenken – „p-value fallacy“ z.B. – aber doch nicht den!

    Oh – soll es wohl doch. Denn wenn man genau hinsieht, sagt Weymayr – immerhin der „Erfinder“ des Begriffs – etwas wortreicher, indirekter und nicht gar so platt so ziemlich das gleiche.

    „Eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung ist unmöglich, weil sie mit den Naturgesetzen nicht vereinbar ist. Es gibt allerdings Studien – klinische Studien – die gut gemacht sind und die einen positiven Effekt zeigen. … Das heißt, es ist eigentlich nicht richtig zu sagen, wenn man sich an die derzeit gängige Methodik hält, dass es keine Evidenz für eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel gibt. Das ist nicht zuletzt der Grund, warum ich die Methodik in Frage stelle.” (Scientabilität – tut das weh?, Ruhrbarone 25. Juli 2013)

    Zu diesem Schluß kommt er – ebenso wie Psiram – ganz ohne die Methodik selber analysiert zu haben und ihr an ihr selber – unabhängig vom Ergebnis – Fehler nachzuweisen. So ist z.B. der Vorwurf einer „formal(?) ausschließliche(n) Akzeptanz von kontrollierten Doppelblindstudien in den höheren Evidenzlevels“ an die Adresse der EBM gerichtet ja gar nicht richtig.

    „… der Goldstandard der evidenzbasierten Medizin, die klinische Studie mit Doppelverblindung, mit Randomisierung, nicht geeignet ist, um … die Wirksamkeit homöopathischer Mittel zu beweisen.“ (ebd.)

    Und welche Eigenschaft von RCT’s ist es, was haben sie an sich, daß diese Eignung in Frage stellt? Muß ja wohl was sein, das außerhalb der homöopathischen Arzneimittelforschung kein Problem darstellt. Daß Globuli den Studienleitern das Schummeln erleichtern vielleicht?

    „ … Behauptung, die die Homöopathen aufstellen, … ist so ungeheuerlich und widerspricht so allem, was man an Erkenntnissen aus der Naturwissenschaft bekommen hat, dass ein RCT, eine randomisierte Kontrollstudie, nicht dazu geeignet ist.“

    Aha. Alles klar. Schwerer Mangel von RCT’s. Aber folgende Kritik verstehe ich dann gar nicht mehr:

    „… Ungleichbehandlung heißt ja nur, dass Homöopathie, Anthroposophie und Phytotherapie diese Wirksamkeitsbelege aus guten klinischen Studien nicht erbringen müssen. D.h. Die Politik fordert diesen Goldstandard, den sie von der chemischen Pharmaindustrie fordert, nicht von diesen drei besonderen Therapierichtungen.“

    Warum sollten sie? Wenn der für HP eh gar nicht taugt?

  4. Haftelmacher
    10. Oktober 2014, 18:44 | #4

    Tut mir leid – aber ich verstehe einfach nicht, wie das hier mit dem „Ändern“ geht. Ich kann gar nichts machen. Dann muß es eben erstmal so stehen bleiben.
    [Am besten, längere Kommentare immer erstmal extern schreiben. Nachträglich ändern ist nicht möglich. In der Moderation bleiben Kommentare hängen, wenn mehr als zwei Links drin sind. Hier steht noch einer, der mit dem freigeschalteten ähnlich ist, soll der noch raus? /G.]

  5. Haftelmacher
    11. Oktober 2014, 08:43 | #5

    Danke, nein. Er ist Folge des Kampfs mit der Technik.

  6. pelacani
    11. Oktober 2014, 18:23 | #6

    Haftelmacher :

    Anteil homöopathischer Untersuchungen an der Gesamtheit aller klinischen Studien sich vermutlich im einstelligen Prozentbereich

    Das dürfte eher noch viel zu hoch gegriffen sein. In der Tat handelt es sich hier, mit Blick auf die Gesamtheit der klinischen Forschung, um ein völlig marginales Problem. Aber die Homöopathie ist nur ein Beispiel; es geht, wie erwähnt, eher um eine „lex esoterica“ als um eine „lex homoeopathica“; gewiss hat die Homöopathie „kein Privileg auf Unsinn“.

    Also ich weiß nicht – steht das „im Einklang mit den gesicherten Erkenntnissen der Naturwissenschaften“? Wie erklärt man sich solche Ergebnisse? Körpergröße als Krebsrisiko? Früherkennung? Auf der Grundlage? Bei einer so seltenen Krankheit? Extrem niedrige a-priori-Wahrscheinlichkeit! Relevant? Und? Stört das irgend jemanden? Solche Studien untergraben wohl nicht die „Glaubwürdigkeit“ der Wissenschaft?

    Spielerischer Unsinn lässt sich mit jeder Methode treiben, das sagt noch wenig gegen die Methode. Zunächst scheint es sich bei allen genannten Beispielen nicht um Therapie-Studien, sondern um Korrelationen, mithin um reine Beobachtungen zu handeln. Wenn die eine oder andere dieser Beobachtungen reproduzierbar sein sollte (ich persönlich halte die Aussichten darauf für mäßig), dann wäre es allerdings Unfug, sie für „unwissenschaftlich“ zu halten, und dann könnte es sinnvoll sein, nach konfundierenden Variablen zu suchen oder gar zu versuchen, daraus Hypothesen zur Angemessenheit von Interventionen abzuleiten. Weitere Schlüsse lassen sich nicht ziehen. Ich wüsste auch nicht, welchen Naturgesetzen ein Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und Körpergröße widersprechen würde, auch wenn ein solcher Zusammenhang nicht offensichtlich ist.

    Man schaue sich nur mal die Kritik an der HP mit ihrer tragenden Säule Studienanalyse im Internet genauer an. Da sieht es nämlich ziemlich traurig aus.

    Das finde ich nun gar nicht. Natürlich lassen sich vielerlei globale, kurze Bemerkungen finden, aber, soweit das noch erforderlich ist, auch zahllose tiefergehende Analysen. Die wissenschaftliche Literatur zu diesen Fragen ist unübersehbar; im Allgemeinen wie im Konkreten. Für den Einstieg mag es genügen, auf der Website der SBM nach „homeopathy“ zu suchen.

    Auch „schlechter“ Wissenschaft – gleich welcher Disziplin oder Fachrichtung – ist wissenschaftlich zu begegnen statt mit Ge- und Verboten (im weitesten Sinn) auf Grundlage von fragwürdigen Kriterien, falsche Argumente mit richtigen zu entkräften würde völlig ausreichen.

    Völlig einverstanden. Ist die Forderung danach, Studienplanungen auf ihren voraussichtlichen Erfolg hin abzuklopfen, ein Gebot der Wissenschaftlichkeit wie auch des Verantwortungsbewusstseins der Öffentlichkeit gegenüber, oder ist sie ein „Verbot“? Worauf stützen sich die Erfolgsaussichten von Homöopathie-Versuchen? Auf die Simile-Regel? Auf die Potenzierung durch Klopfen auf Ledereinbände? Man sollte da nicht lachen; auch in jüngster Zeit werden solche religiösen Vorschriften beachtet.

    Wenn die Antwort im Blog gar nicht erst ankommt?

    Wir sind nicht die richtige Adresse für Kritik an anderen Blogs. Die Erfahrung lehrt aber, dass Diskussionen zu solchen Themen regelmäßig zur Unsachlichkeit (um einen milden Ausdruck zu verwenden) führen und es höchstens Krokodilstränen sind, mit denen dann die „Zensur“ beweint wird.

    Auch das stimmt nicht: daß die Homöopathie die Gefahr darstelle, eigentlich ganz schlaue Leute zu „verdummen“.

    Der Marktführer bei Medikamenten gegen Schwindel in Deutschland ist ein Homöopathikum. Dies mit Sicherheit nicht, weil die Patienten Klarheit über die Datenlage haben. Wird die Carl und Veronika Carstens-Stiftung sich berufen fühlen, diese Klarheit in der Öffentlichkeit herzustellen?

    aber das soll doch wohl nicht heißen, daß das „Konzept der EBM“ deswegen „auf den Prüfstand zu stellen“ ist, weil es nicht die gewünschten Ergebnisse zeitigt?

    Doch. Prinzipiell sollte natürlich ein Konzept überprüft bzw. weiterentwickelt werden, wenn es nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt. Die Methodik klinischer Studien ist im Grundsatz einfach, in der Praxis aber durchaus schwierig, vgl. noch hier. Solche Probleme lassen sich immer ausnutzen, um unter falscher Flagge zu segeln. Zur Frage der Gewünschtheit noch einmal, anders formuliert: klinische Studien zur Homöopathie sind Marketing-Instrumente, Alibiveranstaltungen, die das Thema irgendwie am Kochen halten sollen; valide Ergebnisse sind nicht gewünscht. Es geht realistischerweise bei der Szientabilität – zumindest m. E. – nur darum, wer solche Studien bezahlen soll, und vielleicht darum, den Homöopathen nicht zu gestatten, nun auch noch die Metaanalysen unter dem ehrlichen Namen Cochrane zu veranstalten.

    Damit ist auch die abschließende Bemerkung

    Aber folgende Kritik verstehe ich dann gar nicht mehr:

    „… Ungleichbehandlung heißt ja nur, dass Homöopathie, Anthroposophie und Phytotherapie diese Wirksamkeitsbelege aus guten klinischen Studien nicht erbringen müssen. D.h. Die Politik fordert diesen Goldstandard, den sie von der chemischen Pharmaindustrie fordert, nicht von diesen drei besonderen Therapierichtungen.“

    Warum sollten sie? Wenn der für HP eh gar nicht taugt?

    hinreichend kommentiert.

  7. 6. November 2014, 15:41 | #7

    „,Man schaue sich nur mal die Kritik an der HP mit ihrer tragenden Säule Studienanalyse im Internet genauer an. Da sieht es nämlich ziemlich traurig aus.‘

    Das finde ich nun gar nicht. Natürlich lassen sich vielerlei globale, kurze Bemerkungen finden, aber, soweit das noch erforderlich ist, auch zahllose tiefergehende Analysen. Die wissenschaftliche Literatur zu diesen Fragen ist unübersehbar; im Allgemeinen wie im Konkreten. Für den Einstieg mag es genügen, auf der Website der SBM nach ,homeopathy‘ zu suchen.“

    Ich meinte das deutschsprachige Internet. Daß als Beispiel ausgerechnet auf eine nicht-deutsche Seite verwiesen wird, würde ich als Bestätigung meiner Einschätzung auffassen. Was wären denn vergleichbare deutsche Seiten? Und wo finden sich sonst im Netz „zahllose tiefergehende Analysen“? Bei den englisch-sprachigen finde ich in aller Regel schon, was mich interessiert. Bei den deutschsprachigen tue ich mich da deutlich schwerer. Da wäre ich an genaueren (Quellen-)Angaben sehr interessiert. Wobei die Analysen vor allem richtig sein sollten.

    „Wir sind nicht die richtige Adresse für Kritik an anderen Blogs.“

    Wer sagt denn, daß ich nur die „anderen“ meine? So schwer ist es auch wieder nicht inhaltlich zu unterscheiden, ob da jemand rumpöbelt oder ob Kritik nicht zugelassen wird. Läßt sich übrigens leicht mit Screenshots nachweisen. Bei Aust und GWUP wird man schon seine Gründe haben, warum man Letzteres so macht, daß die Leser die Kritik noch nicht einmal zu sehen bekommen, so daß sie wenigstens selber entscheiden können, was sie davon halten. Hier könnte – wer will – sich übrigens sein eigenes Bild machen: Haftlmacher versus Norbert Aust: K.O. in der 1. Runde (Transgallaxys). Nicht nur das – es wird der Eindruck erweckt, als hätte es gar keine gegeben. Was weiß man als Leser, wie oft die sowas machen? Daß so etwas offenbar in der Skeptiker-Szene niemanden stört, solange es nicht an der Homöopathie-Front passiert – das gibt mir schon zu denken.

    Dazu paßt eine Gesprächs- und Diskussionskultur auf Seiten/Blogs (Psiram eingeschlossen), die sich mit deren Selbstverständnis als Keimzelle und Hort sachlich-wissenschaftlichen Argumentierens nur schwer zur Deckung bringen läßt. Und das stört mich fast noch mehr.

    „Spielerischer Unsinn lässt sich mit jeder Methode treiben (…) bei allen genannten Beispielen nicht um Therapie-Studien, sondern um Korrelationen, mithin um reine Beobachtungen zu handeln. (…) Ich wüsste auch nicht, welchen Naturgesetzen ein Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und Körpergröße widersprechen würde (…)“

    Hmmh. Was heißt das jetzt? Bei meinen Beispielen aus der Schulmedizin handelt es sich nicht um „Unsinn“ oder „irrelevante Studien“? Mag schon sein, daß ihre Plausibilität eher gering ist – besonders wahrscheinlich scheint auch Dir ein Zusammenhang zwischen Körpergröße und Krebsrisiko oder Geruchssinn und Sterberisiko nicht zu sein. Aber wer weiß? Ausschließen kann man’s jedenfalls nicht. Was den Naturgesetzen nicht widerspricht, ist grundsätzlich – mehr oder weniger – plausibel. „A-priori-Wahrscheinlichkeit größer Null“. Anders bei der Homöopathie. Die kann dann wohl – da im Widerspruch zu Naturgesetzen – nicht die Spur davon haben: „A-priori-Wahrscheinlichkeit gleich Null“. Sonst gäb’s ja keinen Unterschied zu den vorgenannten Beispielen.

    Scientabilität sagt, RCT’s seien grundsätzlich nicht geeignet, die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien zu beweisen. Weil da die A-priori-Wahrscheinlichkeit unberücksichtigt bleibt, die bei diesen Studien besonders niedrig sein dürfte. Beim Bayes-Ansatz dagegen fließt die in das Ergebnis ein (A-priori-Wahrscheinlichkeit x Bayes-Faktor = A-posteriori-Wahrscheinlichkeit).

    Nur wüßte ich zum einen nicht, warum dieses Argument nicht auf alle klinischen Studien mit gleich niedriger a-priori-Wahrscheinlichkeit gleichermaßen zutreffen sollte – egal ob homöopathisch oder nicht. Zum anderen kann der Bayes’sche Ansatz bei einer A-priori-Wahrscheinlichkeit von Null nicht wirklich weiterhelfen:

    „(…) dass eine Behauptung mit Wahrscheinlichkeit Null durch keinerlei Evidenz plausibilisiert werden kann, während jede andere Behauptung durch genügend starke Evidenz plausibel gemacht werden könnte.“ (Mattes J: Scientabilität – eine Antwort auf Homöopathie? Z Evid Fortbild Qual Gesundh wesen (ZEFQ) 2014;108:229—232)

    Das ist nicht etwa, wie Psiram (in Teil 1) diskret anzudeuten versucht, „nur“ die persönliche Ansicht von Josef Mattes, der

    „meint, die a-priori-Wahrscheinlichkeit der Wirksamkeit von Homöopathika sei wohl ,extrem gering‘, aber jedenfalls ,nicht exakt null‘, was er für ,entscheidend‘ hält, denn jede von Null verschiedene a-priori-Wahrscheinlichkeit könne durch ,genügend starke Evidenz‘ plausibel gemacht werden.“

    und damit offenbar nach Psiram’s Ansicht ein bißchen daneben liegt. Nein – so geht der Bayes’sche Ansatz:

    „if some value is assigned zero probability a priori, Bayes theorem (…) ensures that the posterior distribution also assigns it zero probability.“

    „A prior assumption of zero probability can never be changed. (…). I guess Bayesian statistics provides a mathematical definition of a closed mind. Anyone with a prior of zero about something can never learn from any amount of evidence, because anything multiplied by zero is still zero (Belief, bias and Bayes, Jon Butterworth, 28.09.2014 theguardian.com)“.

    Leuchtet ein: alles eine Frage der Evidenz. Wenn die (nicht) stark genug ist … Im übrigen unterstellt die Annahme einer a-priori-Wahrscheinlichkeit von Null einen Grad an Sicherheit des Wissens, wie man ihn in der Wissenschaft gemeinhin nicht als gegeben annimmt – so verstehe ich Mattes. Und bei Psiram hört man ja auch öfter mal, daß es „absolute Sicherheit“ in der Wissenschaft nicht gebe.

    Die Behauptung

    Das sei die Wissenschaft, und dass dem pragmatische Gründe entgegenstünden, wolle er unberührt lassen.“

    entspricht auch nicht so ganz dem, was er gesagt hat:

    „Damit kann der bayessche Ansatz aber nicht leisten, was der Scientabilitätsbegriff davon erhofft: er gibt keinen zwingenden wissenschaftlichen Grund klinische Studien abzulehnen. (Es mag durchaus pragmatische Gründe dafür geben, eine Diskussion dieser Frage würde allerdings den Rahmen dieser Arbeit sprengen.)“

    Dazu Psiram:

    „Klinische Forschung ist aber nicht Mathematik, sondern angewandte Naturwissenschaft; die Pragmatik lässt sich nicht aussperren.“

    Mal abgesehen davon, daß er das ja gar nicht behauptet: ist das denn ein Gegensatz? Schließen wissenschaftliche und pragmatische Gründe sich wechselseitig aus? Und Scientabilität will wohl gar nicht ein wissenschaftliches Konzept sein? Psiram findet noch ein paar Fehler in den Ausführungen von Mattes:

    „Weiter meint er, die (gebotene) Berücksichtigung der ,Gesamtevidenz‘ stehe der Scientabilität entgegen, …aber vorsichtigerweise beschränkt er sich bei der Illustration dieser Ansicht auf erfundene Beispiele.“

    Das bezieht sich wohl auf folgende Mattes-Passage:

    Gesamtevidenz
    Auch wenn die ,Seltsamkeit von Philosophie und Praxis der Homöopathie‘ vielleicht nicht hunderprozentig ausschließt, dass Teile davon wirken könnten, ist die A-priori-Wahrscheinlichkeit immer noch minimal. Wo wäre also das Problem, wenn im Sinne der ,Scientabilität‘ klinische Studien über Homöopathie ignoriert würden?
    Das Problem ist genau dort, wo es Weymayr auch für die Homöopathie sieht: im Untergraben des rationalen Denkens. Es ist ein grundlegendes Prinzip, die gesamte Evidenz zu berücksichtigen, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Aussage bewertet werden soll.“

    Ich habe nur die Beleg-Zitate weggelassen – leicht zu überprüfen. Also ich sehe hier gar keine Beispiele. Und was stimmt nicht an dem was er sagt? Werden Homöopathen nicht genau für diese Sorte „cherry picking“ von Skeptikern kritisiert? Dafür, daß sie sich gar so gern bevorzugt auf die „positiven“ Studien beziehen? Und die „negativen“ am liebsten unter den Tisch fallen lassen? Und wie steht’s in dem Zusammenhang mit sowas wie „Publication Bias“? Macht gar nichts, wenn die Öffentlichkeit nur „ausgewählte“ Studien zu sehen bekommt? Hauptsache, es sind die „richtigen“? Und wenn’s um Scientabilität geht, spielt dieses Prinzip eh keine Rolle?

    „Die zur Genüge real vorliegenden Homöopathie-Ergebnisse zeigen, dass die Berücksichtigung der Gesamtevidenz für die Scientabilität spricht.“

    Wow! Studien zur Scientabilität gibt’s auch schon? Oder ist die Evidenz „für Homöopathie“ gemeint? Nicht ganz dasselbe, würde ich meinen. Dann würde man ja gern genauer erfahren, wie dieser Zusammenhang geht. Und woher kennt man die Gesamtevidenz, wenn man keine weiteren Studien mehr zuläßt? Würde das nicht gerade sowas wie Gesamtevidenz verhindern?

    „Die Formulierung, dass ,Evidenzhierarchien Hilfsmittel zur Gewichtung, nicht zum Verwerfen von Evidenz’ seien, …“

    trifft den Nagel auf den Kopf. Es wird nur oft falsch verstanden: „… die formal ausschließliche Akzeptanz von kontrollierten Doppelblindstudien in den höheren Evidenzlevels …“ ist kein Konzept der EBM. Eher schon ist es deren Mißbrauch.

    „ … bedeutet in der Praxis sehr wohl ein Verwerfen von Evidenz, nämlich der höherwertigen zugunsten der nicht ausreichend validierten Ansprüche.“

    Ihr liegt da übrigens auf einer Linie mit Walach. Der sagt das auch immer. Eine von seinen Lieblingshypothesen scheint die Behauptung zu sein, die „Hierarchie der Evidenz“ sei überhaupt nur erfunden worden, um die Homöopathie als unwirksam hinstellen zu können.

    Und was soll hier „höherwertig“ sein? Studien von dem Typ, der in der Pyramide ganz oben steht? RCT’s? Stimmt das denn? Und wenn man zum Ergebnis kommt, daß eine Studie „Ansprüche“ belegt, während eine andere „die Ansprüche nicht ausreichend validiert“ – verwirft man da denn was? Ich würde meinen, da wird die „minderwertige“ Studie doch gerade in die Überlegungen mit einbezogen. Daß eine Studie keinen Beleg liefert für eine Behauptung – das ist wohl keine Evidenz?

    Oh je. Eigentlich wollte ich nur schnell nachsehen, wer „Mattes J“ ist.

  8. Pelacani
    6. November 2014, 23:57 | #8

    Haftelmacher :

    „,Man schaue sich nur mal die Kritik an der HP mit ihrer tragenden Säule Studienanalyse im Internet genauer an. Da sieht es nämlich ziemlich traurig aus.‘

    Das finde ich nun gar nicht. […]

    Ich meinte das deutschsprachige Internet.

    Wir entschuldigen uns im Namen des deutschsprachigen Internets für dieses Versagen.

    Wenn die Antwort im Blog gar nicht erst ankommt?

    „Wir sind nicht die richtige Adresse für Kritik an anderen Blogs.“

    Wer sagt denn, daß ich nur die „anderen“ meine?

    Möchtest Du behaupten, dass bei uns zensiert wird? [ironie off] Wir weisen das in aller Form zurück; [ironie] als Strafe lassen wir Deinen kompletten Post hier stehen.

    entspricht auch nicht so ganz dem, was er gesagt hat

    Doch, das entspricht ganz genau dem, was er gesagt hat. Dankenswerter Weise hast Du ja seine Sätze zitiert und den Text verlinkt, es kann nun jeder selbst nachprüfen.

    Weiter meint er, die (gebotene) Berücksichtigung der ,Gesamtevidenz‘ stehe der Scientabilität entgegen, …aber vorsichtigerweise beschränkt er sich bei der Illustration dieser Ansicht auf erfundene Beispiele

    Das bezieht sich wohl auf folgende Mattes-Passage:

    Nein, das bezieht sich auf diesen Abschnitt:

    Betrachten wir ein (zugegebenermaßen konstruiertes) Beispiel: Zu einer Frage bestehe die gesamte vorhandene Evidenz aus zwei großen und hochwertigen Studien, die entgegengesetzte Ergebnisse brachten. Die Studien sind gleich ausgeführt worden, nur war in Studie 2 ein Teilnehmer weniger […]

    Oder ist die Evidenz „für Homöopathie“ gemeint?

    Nein, mit Gesamtevidenz ist genau das gemeint, was das Wort besagt: die gesamte Evidenz „für“ oder gegen die Homöopathie, einschließlich der Naturgesetze, der Logik, der gesamten Studienlage, der quasi-religiösen Entstehung und Verbreitung der Homöopathie, der verlogenen Aussagen ihrer Proponenten, whatever you want.

    Ihr liegt da übrigens auf einer Linie mit Walach.

    Das wird er aber gerne hören! 😉

  9. 26. Juli 2015, 21:42 | #9

    Bin seit fast 30 Jahren Fan von der Homöopathie. Bin fast Rentner, nehme nichts an Medikamenten außer durch OP bedingte Schilddrüsenhormone regelmäßig ein. Ausnahmen, Paracetamol, wenn mal starke Schmerzen vorhanden sind und die Arbeit ruft. Habe schon vieles bei mir behandelt, wo die Ärzte erst meinten, dass ich damit leben muss, was ich aber letztlich doch nicht brauchte. Kürzlich stellte man bei einer zweiten Darmspieglung fest, dass zwei maligne Polypen sich in nichts aufgelöst haben.

  10. pelacani
    26. Juli 2015, 21:46 | #10

    Schön für Dich!

  11. Groucho
    26. Juli 2015, 21:58 | #11

    Klärchen :

    Bin seit fast 30 Jahren Fan von der Homöopathie.

    Ja schön. Aber wozu dann Paracetamol und Schilddrüsenhormone? Insofern bin ich auch Fan der Homöopathie. Solange es mir gut geht und ich kein Medikament brauche.

  12. Maxi
    26. Juli 2015, 22:40 | #12

    Wieso gehst du überhaupt zur Damspiegelung? Du bist doch bestimmt supigesund.

  13. 27. Juli 2015, 11:16 | #13

    @Klärchen
    Schön, dass Du so weit gesund zu sein scheinst, aber Dein ganzer Beitrag ist rein anektdotisch. Empirisch sieht die Sache für die Homöopathie aber ganze anders aus. Also wem sollen wir vertrauen, wenn es um unsere Gesundheit geht, Deiner Geschichte oder aussagekräftigen klinischen Studien?

  1. 28. November 2014, 12:42 | #1
  2. 8. Dezember 2014, 18:40 | #2