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Ein Bullshit-Diplom für den Grassaft – nur bei der IHK Pfalz

gras
Der Ärger über die Verbreitung obskurer Heils- und Heilungslehren in Volkshochschulen reißt nicht ab. Dabei sind das beileibe nicht die einzigen Körperschaften des öffentlichen Rechts, die ihre Ressourcen der Unterminierung des gesellschaftlichen Bewusstseins mit Bullshit zur Verfügung stellen. Und manchmal findet man die Mineure sogar dort, wo man sie am wenigsten erwartet: bei den ehrwürdigen Industrie- und Handelskammern. Stein des Anstoßes ist hier konkret die IHK Pfalz mit Sitz in Ludwigshafen.

Von einer Industrie- und Handelskammer in der Pfalz, dem Land so vorzüglicher regionaler Spezialitäten wie dem Saumagen (jawohl!), Zwiwwelkuche, Flääschknepp, Grumbeersupp, Kerscheplotzer, Riesling und Burgunder, würde man, wenn es um die Förderung beruflicher Qualifikationen geht, nicht unbedingt auf die Rohkostmasche tippen. In Ludwigshafen tut man genau das. Dort kann man, nachdem man einen Kurs bei der „kulinaRoh Schule für Rohkost“ der Firma „lifefood Rohkost AG“ aus Mitterteich (allerdings in der fränkischen bayerischen Oberpfalz gelegen) absolviert hat, ein „einzigartiges“ IHK-Zertifikat als „Fachberater/in für Rohkosternährung (IHK)“ erlangen.

Es ist nicht sicher, ob man sich bei der Kammer klar gemacht hat, dass hier nicht etwa über Rohkost als Ernährungsvariante unterrichtet werden soll, sondern offensichtlich Werbung füresel eine schwer ideologiebefrachtete Ernährungsheilslehre mit Wurzeln in ziemlich unappetitlichen Sümpfen getrieben wird. Mit anderen Worten: es werden dort keine Fachleute ausgebildet, die sich von einem objektiven Standpunkt dem Thema nähern und beraten, sondern Propagandisten einer Kostform mit grenzwertig eingeschränktem Produktangebot. Und, was sich davon offensichtlich gar nicht trennen lässt: Propagandisten von wissenschaftlich längst widerlegten Ernährungs- und Gesundheitsirrlehren bekommen ein Podium mit hochoffiziösem Ritterschlag geboten, von dem aus sie den Bullshit breittreten können.

Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Teilnehmer in der Lage, Menschen über Rohkosternährung zu beraten, im Bereich der Rohkost weiterzubilden, Zubereitungskurse durchzuführen oder in Lebensmittelherstellung und entsprechendem Fachhandel fundierte Kenntnisse einzubringen.

 

Das möchten wir bei der Auswahl der Dozenten dann doch bezweifeln. Es findet sich eine Reihe von Vertreibern von Rohkostprodukten sowie Köche mit Spezialisierung auf Rohkostzubereitung; selbst der Herr Diplom-Ökotrophologe verdient sein Geld in einer Firma „Rohschoko“. Keiner der Dozenten, die sich anheischig machen, Informationen über Rohkost als grundlegende Ernährungsform zu vermitteln, ist wirtschaftlich ohne Eigeninteresse an der Sache.

Und mehr noch: die Lehrgangsthemen reichen so weit in den ideologischen Überbau hinein, dass Einfallstore für weitere seltsame Steckenpferde der DozentInnen aufgetan werden:

Der Herr Hotelier und Küchenkünstler Stefan Walch lässt in seinem Hotel durch Ehefrau Doris Walch, die sich der Pseudoqualifikation einer Reiki-Lehrerin rühmt, Personaltrainingskurse abhalten.

Monika Blanz schiebt auf ihrer Homepage Reklame für Granderwasser.

Petra Birr, ausgebildete Heilpraktikerin, leitet in Berlin eine „Akademie für Ernährung“, auf deren Seite „germanygoesraw“ der sattsam bekannte Kopp-Verlag mit seinen seltsamen Autoren auftritt, zusammen mit Werbung für allerlei Wasserverwirbler, Wasserionisierer, Wasserbeleber und Wasserentstörer.

Giesela Beyer schwärmt von „more joy in life Re-gaining access to your natural intuition and expanding your spiritual horizon”.

“Ernährungscoach” Maria Kageaki“ promotet hauptsächlich Antioxidatien, Radikalenfänger und Chlorophyll, und das alles nicht ohne feinstofflich-spirituellen Überbau. Ihre besondere Marotte ist Grassaft.

grassaft

Volker Reinle-Carayon ist Veranstalter einer Rohkostmesse namens „Rohvolution“, auf deren Netzauftritt man auch keine Berührungsängste gegenüber Wasservitalisierern der Marke Leogant, Handtüchern und Bettwäsche mit Feng-Shui-Dekoren und Kristallfetischen mit Chakra-Motiven kennt.

Klemens Reif betätigt sich mit seiner Firma „lifefood“ im Vertreib so nützlicher Produkte wie Himalayasalz und allerlei Algenzeugs.

Und den Vogel schießt ab: „Haut-Cuisinier“ Urs Hochstrasser, der seinem Namen hier und dort ein „Maharaj“ anhängt und einen Doktortitel (erworben angeblich in „Alternativmedizin, Akupunktur usw.“) voranstellt. Er beliebt, sich über Dinge zu hochstrasserverbreiten wie „Rohkost im heilerischen und spirituellen Zusammenhang“, Chlorophyll, Kraftorte, Chi sowie, vorsichtig ausgedrückt, nicht mehrheitsfähige Theorien über Ursachen von Krankheiten. Nebenbei bewirbt er „bewusst.tv“, „alles-schall-und-rauch.blogspot.com“, „anti-zensur.info“ und noch eine ganze Reihe weiterer Obskurantisten-Plattformen, mit denen er sich, den dort gegebenen Interviews zufolge, offensichtlich gleichgesinnt fühlt; die Rubrik „Wissenswertes“ seiner Homepage bietet ein Kompendium praktisch aller alpenländischen Weltverschwörungstheoretiker. Wer möchte, findet ihn mit zahlreichen Videos auch auf Youtube, die einen offensichtlichen Fanatiker zeigen – wobei seine Themen und Verbindungen nahtlos bis hinab in die Tiefen der Chemtrail-Szene reichen. Und wer dann die Nase noch nicht voll hat, kann in seinem Buch über Rohkost für Kleinkinder blättern. Hochstrasser ist in diesem ganzen Panoptikum wahrscheinlich die schrägste und bedrohlichste Figur.

Das also ist das Dozentenkabinett, das mit dem Segen der IHK Pfalz unter anderem Themen abarbeiten soll wie

  • Philosophisches zur Rohkost
  • Wertigkeit von Lebensmitteln
  • Schadstoffe in Lebensmitteln
  • Alltagsgifte
  • Zerstörung von Lebensstoffen
  • Lebensführung
  • Beziehungen
  • Geist und Seele

Die Vorstellung, dass da Schulungen zu solchen Themen von einem Chemtrail-Anhänger mit Auftritten auf Plattformen wie „bewusst.tv“ oder „anti-zensur.Info“ durchgeführt werden, hat etwas Beklemmendes. Einer, der lecker kocht (kocht er überhaupt, oder raffelt er nur?), als Wegbereiter von Jo Conrads „bewusst.tv“; eine lustig anzuschauende Salatmamsell, die Kopp-Bücher promotet – das sind Horrorvisionen.

wurm

 

Was hier den Segen einer IHK erhält, ist mehr und schlimmer als das sprichwörtlich gewordene Jodeldiplom. Es ein Bullshit-Diplom mit offiziellem Siegel. Hier wird eine Ideologie gefördert, der es völlig egal ist, ob sie ihre Behauptungen belegen kann oder nicht – Hauptsache, sie setzt sich durch, es ist ja für einen guten Zweck. Solches Zeug, wie es hier „gelehrt“ wird, sollte da bleiben, wo es – unausrottbar – zuhause ist: in den randständigen Elendsquartieren des gesellschaftlichen Diskurses, in der Sektenszene. Nicht aber sollte es auf dem roten Teppich mitten hinein fahren können, wo es Sprache und Verständigung über die Dinge der realen Welt verdirbt.

 

Das, liebe Industrie- und Handelskammer, schreib Dir bitte ins Merkheft.

 

  1. Gästin
    22. Dezember 2014, 00:00 | #1

    Ist auch schon im Antiveganforum Thema, Psiram hat wohl vergessen was die Abzocke (3.950,00 €) kostet? Psiram sollte mal den Link der IHK senden.

    Referenten
    Nelly Reinle-Carayon, Dozententeam

    Abschluss IHK-Zertifikat

    Speyer 14.11.15 – 11.09.16 Kenn-Nr. BKL03R
    Blockunterricht (Samstag, Sonntag)
    ca. 238 Unterrichtsstunden

    Entgelt
    3.950,00 €

    https://antiveganforum.com/forum/viewtopic.php?f=7&t=11003

  2. G. Eckhard
    22. Dezember 2014, 10:58 | #2

    Kleine Anmerkung: Mitterteich liegt in der Oberpfalz, aber nicht in Franken. Mit „in der fränkischen Oberpfalz gelegen“ bringt man zuverlässig die Bewohner beider Landstriche gegeneinander auf – Franken und Oberpfälzer sind sich sicher, mit den jeweils anderen wenig gemein zu haben. 😉

  3. Andreas
    22. Dezember 2014, 12:04 | #3

    Vorsicht bei diesen Personen – sie könnten ihrer Gesundheit schaden!
    https://www.facebook.com/169788956413212/photos/a.238270702898370.56809.169788956413212/767888616603240/?type=1&relevant_count=1
    „So sehen frisch gebackene „Fachberater/in für Rohkosternährung (IHK)“ aus. “
    🙂

  4. Groucho
    23. Dezember 2014, 01:05 | #4

    G. Eckhard: Wir wollen keinesfalls schuld an einem regionalen Konflikt sein, das ist erstmal korrigiert 😉

  5. Küstennebel
    23. Dezember 2014, 01:46 | #5

    Was für eine Elend. Viele Menschen suchen halt immer verzweifelt nach etwas woran sie glauben können. Als alte neue Möglichkeit bietet sich die Ernährung mit ihrem hohen symbolischen Ausdruck an. Das verzehren, also verinnerlichen und die Projektion eigentlich menschlicher Eigenschaften und Verhaltensnormen, Wertevorstellungen in die Produkte des täglichen Bedarfs ritualisiert und ordnet den Menschen dann das Leben.

    Solange das nicht schwer schädigt sollen die Leute doch glauben was sie wollen aber gerade eben nicht mit öffentlichem Forum. Nur die Ernährungshysterie ist schon so markant weit gediegen. Vor paar Tagen erst wieder eine Ernährungspropagandaschau im ZDF „ZDF – Mach mich gesund! Der Ernährungscoach 10“, in dem wieder mal ADHS „geheilt“ werden sollte mit Ernährungsmaßnahmen. Selbiges gibts zu Hauf in allen möglichen Kontexten.

    Genauso perfide ist die krebsauslösende These durch Ernährung, die sich überall findet. Manche in verantwortlicher Stellung als Ärzte von um 30% oder in entsprechenden NGOs predigen, das es bis zu 60 Prozent der Krebsfälle durch Ernährung gäbe.

    Ist ja auch alles so schön einfach. Solange dem Bürger unterstellt wird, durch Ernährung und Lifestyle krank zu werden, dann sind diese es natürlich selbst schuld und nicht die Lebensumstände und der Druck, der heute auf dem Individuum lastet. Ausserdem ist der zweite Akt dann den Verursacher selbst zahlen zu lassen …

    http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Praeventionsratgeber/402_appetit.pdf

    Muss man sich vorstellen! Die Mutter geht voller Sorgen zum Arzt, der erzählt ihr erstmal durch die Blume das das Kind wegen des Essens krank geworden ist.

    Ekelt nur an dieser Unsinn. Rohkost ist dabei sehr grenzwertig und geht auch schon leicht in Richtung Aufforderung zur Körperverletzung, bleibt aber eine Randerscheinung. Der weichgespülte massentaugliche Dogmatismus, der pseudowissenschaftlich daher kommt, halte ich für viel schlimmer und – von Einzelfällen abgesehen – gefährlicher. Gerade weil es so harmlos verpackt und „kümmernd“ daher kommt.

    Gibt wohl keine Krankheit, die nicht schon „bewiesen“ wurde das sie durch Ernährung verursacht oder wahlweise geheilt wird :o)

    MFG

  6. Gisander
    23. Dezember 2014, 21:33 | #6

    Ja, ich frage mich auch immer, wie die Menschheit eine leidlich erfolgreiche Evolution hingelegt hat, ohne Gras auszuquetschen und den Saft dann zu trinken. In früheren Zeiten wäre ein Produkt aus rohem Gras ein ziemlich sicherer Weg gewesen, sich äußerst unangenehme Parasiten einzuhandeln.

  7. jcsjcs
    24. Dezember 2014, 09:52 | #7

    Gisander :Ja, ich frage mich auch immer, wie die Menschheit eine leidlich erfolgreiche Evolution hingelegt hat, ohne Gras auszuquetschen und den Saft dann zu trinken. In früheren Zeiten wäre ein Produkt aus rohem Gras ein ziemlich sicherer Weg gewesen, sich äußerst unangenehme Parasiten einzuhandeln.

    Du kannst Dir sicher sein, dass unsere Vorfahren so ziemlich alles gegessen haben, was einen Nährwert hatte. Diverse essbare Gräser und Kräuter zeugen davon.

    Gras ohne verwertbaren Nährwert war offensichtlich nicht dabei. Das konnten diverse Wiederkäuer besser. Die können wir dann schlachten und verspeisen und auf diese Weise indirekt die Nährwerte des Grases zu uns nehmen.

    HTB.

  8. Küstennebel
    4. Januar 2015, 23:46 | #8

    Ich habe jetzt hier und dort mal geschaut. Ich denke das man sich die Preisgestaltung nur indirekt als Kritikpunkt gelten kann.

    Immherhin ist das eine „Schulung“ die fast ein Jahr in Anspruch nimmt und 238 Stunden benötigen soll.

    Das ist sogar eher normal bis günstig. Fragen Sie die IHK. Eine einjährige Ausbildung kostet normalerweise zwischen 10.000-20.000 Euro.

    Kritik sollte sachlich korrekt bleiben, oder?

  9. Gast
    5. Januar 2015, 06:40 | #9

    @Küstennebel

    man darf aber nicht vergessen, hier zahlt man für eine menschenverachtende Ideologie, deshalb würde ich es als Abzocke bezeichnen. Wenn man sich die Referenten so anschaut, sind es alles missionierende Veganer.
    Hier wird ja nicht wissenschaftlicher Inhalt vermittelt, sondern für eine, meiner Meinung nach neuen „Sekte“ „Religion“ geworben Veganer halt.

    Menschenverachtend deshalb, weil Veganer die Würde eines Blindenhundes wichtiger ist, als die eines blinden Menschens.

  10. Pelacani
    5. Januar 2015, 08:20 | #10

    Küstennebel :Kritik sollte sachlich korrekt bleiben, oder?

    Dann, bitte, bemühe Dich.

  11. Küstennebel
    5. Januar 2015, 17:18 | #11

    Ich glaube derweil nicht das Veganer das Tier wirklich schätzen. Denn wer das Tier schätzt, muss das Tier als das was es ist erkennen können. Der Veganer vermenschlicht / projiziert jedoch in das Bild des Tieres und drückt dem Tier seine eigenen Gefühlswelten auf, schiebt dem Tier als Projektionsfläche die Gefühle unter, die der Veganer auf Grund eigener psycho-sozialer Defizite nicht mit seinen Mitmenschen ins Reine bringen kann und oder will.

    Kaum ein Tier hat ein so nützliches und schönes gedanktes Leben und soviel Würde wie ein Blindenhund, der von seinem Halter gebraucht und geliebt und versorgt wird. Schon der Preis durch die lange Ausbildung und die Nachfrage drückt aus, wie begehrt ein solches Tier ist: 20.000 +- 10.000 Euro. Je nach Ausbildungsgrad, staatlichen Prüfungsverfahren etc.

    Veganer haben eigene Probleme und benutzen die Tiere für ihre Zwecke, bewußt oder unbewußt. Am Ende ist es eine moralische Selbstermächtigung, wie es wohl ein Journalist mal irgendwo geschrieben hat.
    Der Tierrechtler wettert gegen die menschliche Sklavenkultur und versklavt Tiere selbst für seine Zwecke. Der „Selbsthass“ „Menschenhass“ eine Selbstentwertung und Selbst-Entwürdigung. Wenn Mensch Tiere höher oder nur als gleichwertig dem Menschen erachtet.

    Damit ist man schon bei dem Kernproblem vieler Veganer, das auf eine Identitätsstörung wegen fehlender Internalisierung der widersprüchlichen menschlichen Natur zurückzuführen ist.
    Ehrlich gesagt gibt der Mensch auch oft eine traurige widersprüchliche Figur ab, trotzdem ist der Mensch Mensch. Egal was er für Verbrechen begeht und diese Charakterisierung des Menschen im Anderen realisiert der Veganer nicht mehr. Sein Wunsch-Bild „Mensch“ wird in das Bild des Tieres projiziert, das durch diese Wunsch-Bild-Projektion moralisch so viel besser wird als der Mensch. Das Tier als Heiliger, als Götze.

    Also nichts da mit Würde beim Tier. Nene, Veganer / Tierrechtler töten metaphorisch gesehen das Tier als das was es wirklich ist und setzen an seine Stelle ihre Projektion. Mehr Verachtung geht gar nicht!

    MFG

  12. Fairtade
    16. Januar 2015, 12:45 | #12

    Leider wurde der Kommentarbereich beim Fairtrade Artikel geschlossen, deshalb packe ich es mal hier rein, vielleicht kann Prisma es verschieben. Es gab noch einen
    2. Artikel von Ross Minogue über Fairtrade und wie diese Organisation mit Kritik umgeht, warum wurde der Artikel von Prisma nicht aktualisiert?

    „Fairtrade: Abwehren, aussitzen, wegducken

    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001628
    […..]
    Fairtrades Umgang mit Kritik
    Die Ergebnisse der Studie wirkten sicherlich befremdlich auf Unterstützer von Fairtrade. Sie zeigen, dass Arbeiter in Fairtrade-Großbetrieben oft weniger als auf Nicht-Fairtrade-Farmen verdienen und viele Fairtrade-zertifizierte Kleinbauern in bitterer Armut leben müssen. Also nützt Fairtrade nun irgendwem in der Landwirtschaft der Dritten Welt? Cramer erzählt mir, dass sein Team während der vierjährigen Feldforschung begriff, dass die Fairtrade-Definition von „Kleinbauern“ alle landwirtschaftlichen Betriebe in der Größenordnung eines halben Hektars bis hin zu 130 Hektar umfasst. Die Besitzer der größeren Höfe seien auch die, die die meisten direkten Vorteile hätten. Sie stellten auch häufig die Führungsriege der Genossenschaften. Es scheint, als ob die größeren Farmen, also diejenigen, die vermutlich ohnehin ganz gut auskommen würden, die einzigen sind, die von Fairtrade profitieren – also von einer Organisation, deren vermeintliches Ziel darin besteht, den Ärmsten der Armen zu helfen.
    Cramers Studie ist eine durchaus belastende Anklageschrift gegen Fairtrade, daher tut die Organisation auch was sie kann, die Erkenntnisse in den Dreck zu ziehen. Nachdem ich vor ein paar Wochen über die Forschungsergebnisse geschrieben hatte [2], bekam ich mit, dass Menschen, die meinen Artikel auf Twitter verbreiteten, Tweets von Fairtrade UK [3] erhielten. Diese taten den Artikel als sensationsheischend und unwahr ab. Natürlich war es Cramer selbst, der am meisten angefeindet wurde. „Als Fairtrade-Funktionäre den ersten Entwurf unserer Pressemitteilung gesehen hatten, wurde uns mit juristischen Maßnahmen gedroht“, erzählt er. „Sie schickten mir auch feindselige Briefe.“
    […..]

  13. Kircher
    23. Januar 2015, 14:56 | #13

    Es ist interessant zu lesen wie aufgebracht und vulgär sich der verfasser äussert!
    Ich zweifle völlig durch seine übertriebene art an seiner sachlichen objektivität!
    Peinlich gar!
    Es ist so übertrieben dass man dran fühlen kann dass es nur wieder darum geht etwas zu diskreditieren . Psiram sollte sich selbst auf psiram beschreiben aber gaanz objektiv bitte mit allen email namen .
    Denn eins muss man sagen: keiner ist gezwungen kurse zu besuchen, keiner muss mich vor kursen schützen oder soooo pöööösen rohkostgedanken gut! Qui bono!!!
    Schützen würde ich micv gerne vor ttip und fracking!
    Da ist aber keiner laut bei psiram- komisch gibts dann kein geld?

    Mein post wird bestimmt nicht lange lesbar sein:-)

  14. Groucho
    23. Januar 2015, 15:29 | #14

    Mein post wird bestimmt nicht lange lesbar sein:-)

    Natürlich bleibt das stehen. Wir hätten viel zu tun, wollten wir Kommentatoren auch noch vor ihren eigenen Peinlichkeiten schützen.

  15. kircher
    26. Januar 2015, 19:22 | #15

    Groucho, danke für deine Zeit und deine Antwort.
    ich würde mich gar freuen wenn du gegen meine Ansichten auch tatsächlich polemisierst und nicht irgendwelche Andeutungen verfasst welche sich wiederum auch der Verfasser selbst zu Herzen nehmen sollte: Zitat:
    Natürlich bleibt das stehen. Wir hätten viel zu tun, wollten wir Kommentatoren auch noch vor ihren eigenen Peinlichkeiten schützen.

    Gar das Maß was eine Peinlichkeit definiert scheint hier verschwommen zu sein.

  16. Erich Zwenger
    28. Januar 2015, 00:24 | #16

    Kircher : keiner muss mich vor kursen schützen oder soooo pöööösen rohkostgedanken gut! Qui bono!!!

    Wer gehört den Fahrrad in dat Hof? psiram!
    Da hat der Kircher wohl geschnallt, dass diese cui bono – Frager Abschaum sind und versucht es jetzt mit „qui bono“. Pah, und dann noch fragen, was die Definition von Peinlichkeit ist.