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„Staatenbündler“ als Hochverräter: Schluss mit der Folklore!

26. Januar 2019 5 Kommentare

Landesgericht Graz

Deutschland hat seine Reichsbürger, Österreich seine Staatenbündler. Was sie eint, ist die absurde Theorie, das Gemeinwesen, das für jeden sichtbar Staatsgewalt ausübt, sei kein Staat, sondern eine Handelsgesellschaft, sowie die Übersteigerung dieser Schnapsidee in einen Allmachtswahn, an dessen Ende Gewaltbereitschaft bis zum Totschlag steht. Höchste Zeit, dass der wehrhafte, demokratische Rechtsstaat nicht nur beschworen wird, sondern endlich zeigt, dass er auch anders kann, wenn es darauf ankommt. Das hat das Landesgericht in Graz in einem am 25. Januar 2019 verkündeten Urteil nunmehr getan: Die 42jährige Chefin des „Staatenbunds Österreich“ rückt für 14 Jahre (!) ein, und ein weiterer Mitangeklagter, pensionierter Polizist, atmet für 10 Jahre gesiebte Luft.

Der Strafausspruch erscheint enorm; das hat seinen Grund darin, dass das Landesgericht Graz in den selbsternannten Staatenbundlenkern keine verirrte Folkloretruppe sieht, sondern diese beim Wort genommen hat. Wer „Haftbefehle“ gegen Regierungsmitglieder verfasst und diese mit dem Ersuchen um Vollzug an das Bundesheer schickt, stiftet zu einer Tat an, die in § 242 des Österreichischen Strafgesetzbuchs so beschrieben wird:

Wer es unternimmt, mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt die Verfassung der Republik Österreich oder eines ihrer Bundesländer zu ändern oder ein zur Republik Österreich gehörendes Gebiet abzutrennen, ist mit Freiheitsstrafe von zehn bis zu zwanzig Jahren zu bestrafen.

„Unternehmen“ heißt: Bei solchen Delikten stehen Versuch und Vollendung in strafrechtlicher Hinsicht gleich. Was im Falle des Hochverrats auch nur natürlich ist, denn im Falle einer erfolgreichen Vollendung der Tat wäre niemand mehr da, der diese bestrafen könnte.

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Die Bundesregierung und die wilde 13

25. Januar 2019 2 Kommentare

Psiram ist grundsätzlich kein politisches Forum, auch wenn das eine oder andere Mal politische Fragen anstehen – zum Beispiel bei Höflichkeitsadressen städtischer Gesundheitsdezernenten an Schamanenkongresse oder parlamentarischen Anfragen zur Gefährdungslage durch Chemtrails. Im Grunde sind das kleine Ärgernisse des skeptischen Alltags. Mit ungläubigem Staunen haben wir neulich aber einen Ausschlag des Quackographen wegen eines Ereignisses registriert, dessen Epizentrum im Berliner Spreebogen lag: Die Bundesregierung fürchtet sich vor der Zahl 13, und das ist kein Witz, sondern eine Ausgeburt der Bürokratie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Es geht um den Entwurf eines Gesetzes zur Opferentschädigung, das unter dem Eindruck der Gefährdung durch Terrorakte geschaffen wurde und als Leistungsgesetz in den Rahmen des Sozialgesetzbuchs eingegliedert werden soll. Das „Sozialgesetzbuch“ (SGB) ist eigentlich kein in sich geschlossenes Gesetz, sondern eine Ansammlung von Gesetzen, welche die Verteilung von Sozialleistungen und ihre Begleitregelungen betreffen. Es geht in der Sache um die Arbeitslosenunterstützung (SGB II), die Arbeitsförderung (SGB III), die gesetzliche Krankenversicherung (SGB V), die gesetzliche Rentenversicherung (SGB VI), die gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII), die Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII), die Rehabilitation Behinderter (SGB IX), die Pflegeversicherung (SBG XI) und die Sozialhilfe (SGB XII), ergänzt durch Gesetze über allgemeine Grundsätze und das Verwaltungsverfahren. Der aufsteigenden Nummernfolge entsprechend wäre die Opferentschädigung jetzt als Nummer XIII dran – wäre da nicht das böse Omen.
Bundesminister Hubertus Heil – ein Sozialdemokrat (!) – nimmt Rücksicht auf Empfindlichkeiten gegenüber der Unglückszahl und springt sogleich zur XIV. Hat man da noch Worte? Mehr…

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Artgerecht ist nur: das Gegessenwerden

20. Februar 2018 41 Kommentare

 

Sucht man in der Bildersuche einer bekannten Internet-Suchmaschine (die mit G beginnt und mit oogle aufhört) unter dem Stichwort „Gnadenhof“, so findet man eine ganze Menge mehr oder minder putziger Tierchen, die behütet im Kreise ihrer engsten Wahlverwandten ihren Lebensabend zubringen. Auch Frau Hilal Sezgin, Schriftstellerin, Journalistin und Autorin, unterhält so eine Einrichtung, die sie allerdings aus emotionaler Rücksichtnahme nicht Gnadenhof, sondern „Lebenshof“ nennen mag. Sie kennen Frau Sezgin nicht zuletzt als Urheberin der Sentenz:

„Artgerecht ist nur die Freiheit“

die bekanntlich auch der Titel ihres bestverkauften Buches ist.

Gnadenhof Kreuzwertheim

Das mag sein, aber es verträgt sich nicht mit den visuellen Informationen, die der Betrachter aus der Bilderrecherche erlangt. Denn dort wimmelt es von: Zäunen.  Mal sind es Maschendrahtzäune, mal sieht man zusammengeschnürte Bauzäune aus gewöhnlichen Doppelstabmatten, ein andermal sind es Jägerzäune, Bretterzäune, und so geht das immer weiter. Stimmt etwas mit der Selbstwahrnehmung der Hofbetreiber nicht? Vielleicht. Aber was da jedenfalls nicht stimmt, ist die Vorstellung von „Freiheit“ und von dem, was Freiheit eben auch bedeutet.
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#WeToo: Psiram ist dabei

25. Januar 2018 7 Kommentare

Plötzlich lesen alle Gedichte; ein bestimmtes Gedicht jedenfalls. Es heißt „avenidas y flores“, wurde 1951 von dem Schweizer Eugen Gomringer in spanischer Sprache verfasst und ziert (noch) eine Fassade der Alice Salomon Hochschule in Berlin, die ihn dafür, ganz nebenbei, mit einem Literaturpreis auszeichnete. Es geht um Alleen, Blumen, Frauen und einen Bewunderer; und der Akademische Rat der Hochschule will es entfernen lassen.

Denn: nach langer Beratung kam das Gremium zu dem Schluss, es (das Gedicht) sei sexistisch – oder so etwas ähnliches, denn um dieses Wort wird im Text der Entschließung ein Riesenbogen gemacht. Lieber spricht man von einer Renovierung mit Neuanstrich der Fassade, gerade sechs Jahre nach der Applikation der acht bejahrten dichterischen Zeilen und nachdem der örtliche Asta volle vier Jahre zum Anstoßnehmen brauchte.

Der arme Poet! Jetzt barmt er über einen „Eingriff in die Freiheit der Kunst und Poesie“ und erwägt „rechtliche Schritte“. Aber was will er denn eigentlich noch? Abgesehen von der Uncoolness: mehr öffentliche Wahrnehmung wird einem Lyriker in den nächsten hundert Jahren nicht mehr zuteilwerden. Eine bequeme Position eigentlich, der undankbaren Hochschule gegenüber mit dem im Kunstbetrieb üblichen Aplomb  ein unmoralisches, aber spaßiges Angebot zur geringfügigen Umschaffung des ungeliebten Wandschmucks zu machen, zum Beispiel so:

Statt Blumen und Frauen: Autos und Bier, das hätte ohnehin bestechende Vorzüge. Männern erspart es Prioritätskonflikte, und Frauen dürfen sich ihrer Vorurteile gegenüber Männern versichern. So haben alle, was sie brauchen (und verdienen). Und die Hochschule spart sich einen Haufen Knete für Malerarbeiten und womöglich sogar Honorare an die Lyrikerin Barbara Köhler, die nun stattdessen die nämliche Wand bedichten soll.

Das Elend der Selbsthilfeorganisationen – ein Fallbeispiel

2. Januar 2018 7 Kommentare

Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfevereine genießen weitverbreitet ein hohes gesellschaftliches Ansehen; auch wenn hier und da gelegentlich unangenehme Fragen auftauchen und die Effektivität der gewährten Hilfe durchaus in Frage stehen kann. Dass die Bedenken zuweilen nicht ganz unbegründet sind, liegt zu einem guten Teil an der Kritiklosigkeit, mit der solche Organisationen ihre Hilfsangebote zusammenklauben. Hier und da wäre ein fundierter fachlicher Rat besser als der schiere gute Wille. Kehrt sich dieses Verhältnis um, rollen die redlichen Ansätze geradewegs den roten Teppich aus für die Verbreitung pseudomedizinischer Heilsversprechen, über deren Validität sich erkennbar niemand dort ein fundiertes Urteil geschaffen hat. Ein Beispiel? Bitte sehr:

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Nur (Erfahrungs-)Fliegen ist schöner – mit dem Flugpraktiker

20. Oktober 2017 39 Kommentare

Die Debatte um eine möglicherweise bevorstehende Reform des Berufsrechts der Heilpraktiker schlägt Wellen. Berufsverbände des Heilpraktikerwesens sehen die Volksgesundheit in Gefahr, sollten verschärfte Kompetenz- und Prüfungsanforderungen in verbindliches Recht erwachsen; denn, so folgert der Vorsitzende der Freien Heilpraktiker, Dieter Siewertsen, so messerscharf wie decouvrierend: die in der Diskussion befindliche Kompetenzlösung käme „einer Abschaffung im Ergebnis gleich“.

Kompetenz, das wäre ja auch noch schöner – wo käme der Heilpraktiker da hin!

Oder, wie es der Vorsitzende des Bremer Heilpraktikerverbandes, Klaus Wischmann kürzlich so griffig formulierte:

 

 

„Wir wollen ja nicht wissenschaftlich arbeiten, das ist Empirie, also Erfahrungsheilkunde. Das haben wir von unseren Vätern, Urvätern, und wenn Sie wollen von den Indianern. Also das sind uralte Heilmethoden, die wir anwenden, und wir nehmen nicht für uns in Anspruch, dass wir sagen: wir arbeiten wissenschaftlich. Das wollen wir gar nicht.“

Das wollen Sie nicht? Na wenn das so ist, dann hätten wir für Ihre nächsten Urlaubsreisen, Herr Siewertsen und Herr Wischmann, einen Vorschlag, der Ihnen entgegenkommen dürfte: Mehr…

Ulrich Kutschera: ein Mann sieht rosa

1. August 2017 41 Kommentare

Man kennt das: ein Mensch redet sich in Rage und vertritt am Ende einer Diskussion, in der er sich entweder bedrängt oder bejubelt fühlt, Positionen, die er, hätte er klaren Kopf und einen Rest an Selbstreflektion behalten, zu Anfang niemals vertreten hätte. Selbst ein Jörg Meuthen soll ja einmal ein – konservativer, aber durchaus raisonabler – Nationalökonom gewesen sein.

Ein weiteres Beispiel lässt sich an dem an der Gesamtuniversität Kassel lehrenden Botaniker und Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera studieren. Mit seinen kritischen Anmerkungen zu den um sich greifenden Gender-Theorien und Gender-Ideologien erlangte er eine gewisse Popularität. In der Tat sind viele seiner Bemerkungen in diesem Zusammenhang bedenkenswert, nicht obwohl, sondern gerade weil sie die Objektivität biologischer Fakten gegen die Subjektivität gesellschaftlicher Urteile und Zuschreibungen verteidigen. So weit, so gut – wäre da nicht die Verlockung der falschen Gefolgschaft, die unverhoffte Schützenhilfe wittert; der Reiz, die Dosis der Provokation, die schon einmal für frenetischen Beifall sorgte, noch einmal zu erhöhen. Und so musste es wohl kommen, dass der widerborstige Hochschullehrer der Verlockung, einmal als Tribun des gesunden Volksempfindens aufzutrumpfen, nicht widerstehen konnte. Die sogenannte „Homo-Ehe“ war der Aufhänger, das ultrareligiöse Medium „kath.net“ das Sprachrohr.

Es war dem habilitierten Biologen erklärtermaßen wichtig, seine prinzipiell atheistische und naturwissenschaftlich-materialistische Ausgangsposition in dem Interview vom 3. Juli 2017 klarzustellen:

Als atheistischer Evolutionsforscher bin ich dem christlichen Glauben gegenüber offen und tolerant eingestellt, ohne jedoch Schöpfungsmythen, über Adam und Eva als das erste Menschenpaar, in mein naturalistisches Weltbild aufnehmen zu können. Die offensichtliche Ablehnung der sogenannten „Ehe für alle“, eine Weiterführung des Begriffs „Homo-Ehe“, teile ich.

Weshalb dieses Medium, das Kutscheras Ausgangsposition sonst völlig ablehnt, trotzdem die Chance ergriff, gerade ihn zum Plausch zu bitten, war ihm anscheinend keine Überlegung wert. Und so warf er auf der Woge wohlfeiler Anfeuerungsrufe alle eigentlich angebrachten Bedenklichkeiten auch in sachlicher Hinsicht über Bord. Das Interview geriet genau zu dem Desaster, als das es wahrgenommen wurde.

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Über den Unsinn populärer Ernährungstipps am Beispiel des Speisepilzes

16. Juni 2017 29 Kommentare

 

Die Welt ist voll von guten Ratschlägen. Das gilt in hervorgehobenem Maße für das Thema „Ernährung“, was an sich nichts anderes bedeutet als Essen und Trinken, aber den Vorzug hat, irgendwie dietätisch-asketisch zu klingen und damit voll im Geist der Zeit zu liegen. Leider bleibt es allzu oft nicht beim frommen Klang, der Ton macht stattdessen gleich die ganze Musik, und so hebt sich immer wieder der Zeigefinger, um dem nach Rat hungernden und dürstenden Volke zu bedeuten, was bei den Höllenstrafen ungesunder Lebensweisen unbedingt – genau so und nicht anders! – zu tun oder zu lassen ist.

Und so kommt es, dass sage und schreibe unter der Rubrik „Genuss“ eines großen deutschen Nachrichtenmagazins eine Schlagzeile erscheint, die da lautet:

 

Nur so sollten Sie Pilze zubereiten

 

ergänzt durch den irgendwie frivol klingenden Zusatz

 

eine Mikrowelle ist hilfreich

 

In dem dazu gehörenden Artikel geht es um verschiedene Arten, Pilze zuzubereiten. Anders als es der Titel vermuten lässt, geht es aber keineswegs um eine Methode, die kleinen Dinger möglichst schmackhaft zuzubereiten. Es geht stattdessen darum,

wie man Pilze zubereiten sollte – sodass alle Nährstoffe erhalten bleiben

also um etwas, was zumindest mit „Genuss“ nur in zweiter Linie zu tun hat. Stattdessen geht es in irgendeinem nicht ganz offengelegten Zusammenhang um Gesundheit, wie man vermuten darf, und dies mit erheblichem Autoritätsgehabe, denn

Wissenschaftler haben herausgefunden…

 

Pilze, unten links

…dass es da irgendetwas mit den üblichen Verdächtigen, also Proteinen und – das vor allem – Ballaststoffen zu tun habe. Nun gut, wir wollen der Internationalen der Orthorektiker den Spaß nicht verderben, aber zwei Anmerkungen seien doch erlaubt, um den Gestus der Aufgeklärtheit, mit dem solche Berichte auftreten, auf das rechte Maß zurecht zu stutzen.

 

 

Erstens:

Vielleicht ist es ja gar nicht so sinnvoll, ausnahmslos alle Inhaltsstoffe bestmöglich zu erhalten. Das, was wir essen und trinken, hat die Natur nicht erschaffen, um uns eine Wohltat zu gewähren. Es ist eher so, dass das nutzbare Nahrungsangebot aus Dingen besteht, denen sich ein Organismus in langen und sich ständig fortentwickelnden Evolutionszyklen so gut anpasst, wie es eben gerade geht – aber niemals perfekt;  dafür enthalten diese Dinge auch die eine oder andere eher ungute Substanz, die allenfalls in Maßen den Esser nicht gerade um die Ecke bringt. Einige andere Substanzen sollte man lieber erst gar nicht anrühren – gerade Pilze können da ziemlich unangenehme Eigenschaften entfalten. Welche Garmethode solche gerade eben noch oder gar nicht mehr tolerierbaren Inhaltsstoffe am effektivsten ausschaltet, war entweder erst gar nicht Gegenstand der zitierten Studie, oder die Information fiel bei der Formulierung des Artikels unter den Tisch. Ein typisches Beispiel für den Unterschied zwischen realen (Gesundheit) und Surrogat-(Inhaltsstoffe)Endpunkten ernährungswissenschaftlicher Behauptungen…

Zweitens:

Wozu eigentlich müssen ausgerechnet die Bestandteile von Pilzen „bestmöglich“ erhalten werden? Eine einfache Tatsache lautet: niemand braucht Pilze. Es gibt nicht einen einzigen Inhaltsstoff gängiger Speisepilze, für dessen bedarfsdeckenden Verzehr der Mensch auf den Genuss von Pilzen angewiesen wäre. Kein Mensch muss seinen Bedarf an

Ballaststoffen, Vitaminen und auch Proteinen

aus Champignon, Schwammerl oder Steinpilz decken. Es ist von allem genug da – selbst wenn man ein Leben lang keinen einzigen Speisepilz verzehrt. Das mag anders gewesen sein, als der Jäger und Sammler alles zusammenklauben musste, was Landschaft und Jahreszeit gerade hergaben. Es ist sicher nicht mehr so in Zeiten, in denen es auf Grund des umfassenden Angebots praktisch kein einzelnes unentbehrliches Produkt mehr gibt.

Darum unser Rat: vergessen Sie, weshalb Sie Pilze so und nicht anders zubereiten sollen, wie es der „Stern“ (nun ist es doch herausgerutscht…!) rät. Es gibt keinen Grund, es anders zu tun, als es Ihnen bisher am besten schmeckte. Ältere oder überhaupt unerschrockene Leser finden vielleicht sogar bei diesem Herrn noch die eine oder andere Anregung:

 

Clemens Wilmenrod (1906-1967), Erfinder des Toast Hawaii und der gefüllten Erdbeere

 

Ach, und übrigens: den Tipp mit der Mikrowelle vergessen Sie besser. In der Rubrik „Genuss“ ist er deplaziert.

Was unterscheidet einen Wolf vom Genmais?

14. Februar 2017 25 Kommentare

Eine Antwort lautet kurz und bündig: für Genmais soll das Vorsorgeprinzip gelten, für den Wolf nicht. 

Das Vorsorgeprinzip ist, folgt man der Definition der Wikipedia, ein „wesentlicher Bestandteil der aktuellen Umweltpolitik und Gesundheitspolitik in Europa, nach dem Belastungen bzw. Schäden für die Umwelt bzw. die menschliche Gesundheit im Voraus (trotz unvollständiger Wissensbasis) vermieden oder weitestgehend verringert werden sollen“. Standard der aktuellen umweltpolitischen Diskussion ist dabei seit einigen Jahren sogar die Vermeidung „unbekannter Risiken“, einer extremen Interpretation des „Vorsorgeprinzips“.  

Prinzip ist immer gut, wer lebt schon gerne ohne Grundsätze, und Vorsorge ist mindestens so positiv besetzt, wissen doch alle – zumindest die Älteren – noch aus der Zahnpasta-Reklame, dass Vorsorge besser ist als Bohren. Also meidet der aufrechte Bürger entschlossen die Risiken von Genmais, von denen niemand weiß, worin sie eigentlich bestehen, und zwar genau deshalb, weil niemand es weiß. Es könnte ja trotzdem irgendetwas sein. Mehr…

Measles? Whose Measles?

1. Oktober 2016 4 Kommentare

Im „Juno Magazine – a natural approach for family life“, einem in Bristol (UK) erscheinenden Magazin, schildert in der 28-cover-web-300x300Ausgabe vom 3. August 2016 eine gewisse Emma Hiwaizi, ansonsten befasst mit „Laughing Yoga Sessions„, in einem bemerkenswerten Beitrag ihre Erfahrungen während der Masernerkrankung ihrer bewusst ungeimpft gelassenen Töchter im vergangenen Frühjahr. Der Text ist bemerkenswert deshalb, weil er nicht nur (eher unbeabsichtigt) geeignet ist, Werbung für ein konsequentes Durchimpfen zu machen – wenn man sich die Einzelheiten der Krankengeschichte und das durchaus begrenzte Amüsement der Kinder über ihr Befinden durchliest. Nein, bemerkenswert ist er auch, weil dem Leser die Triebfeder für das bewusste Absehen mancher Eltern von einem Impfschutz ihrer Kinder im letzten Absatz dieses Textes geradezu ins Gesicht springt. Man muss der englischen Sprache auch gar nicht weiter mächtig sein, man muss nur hier und da die richtigen Stellen unterstreichen; etwa so:

I am still glad I chose not to vaccinate. I think all three of my girls have been strengthened by the measles and I am grateful that I was able to stay at home and look after them. It was a surreal spring. Outside was glorious and sunny and for over a month we were at home in the dark. It was a challenging and sometimes lonely experience. I now have much more respect for families who do choose to vaccinate. I think I was very naive about what measles involved, just how ill children can get and how easy it is for secondary complications to set in. In our house the girls had whooping cough, mumps and chicken pox without a murmur, but measles was in a different league. It was hard to find useful information about how to best care for them and it was utterly exhausting. My eldest daughter was angry that she was ill and missed crucial revision time. I think she will probably vaccinate her children. But I would do it all again, though I would give them Vitamin A and I would probably not let them use their laptops when they were meant to be resting in complete darkness. I think it is a shame that we have lost the art of nursing; I certainly felt I was making it up as I went along

 

Noch Fragen? Ja, eine:

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Und zum Weiterlesen empfehlen wir diesen früheren Beitrag in unserem Blog.

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