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Goldener Reis – Fluch oder Segen? Ein Faktencheck

Vor kurzem hat uns jemand von „March against Monsanto“ auf einen Text hingewiesen, der uns über Goldenen Reis sozusagen aufklären soll. Eine österreichische Politikerin hat einen Text mit dem Titel Goldener Reis – Fluch oder Segen? geschrieben.

Nun, wir haben ihn gelesen und ein paar Anmerkungen. Leider sind gar keine Quellen angegeben, nicht einmal eine Jahreszahl, von wann der Text stammt. Wir zitieren im Folgenden einige Passagen in der im Text vorkommenden Reihenfolge.

Weltkarte mit farbiger Darstellung der betroffenen GebieteVitamin A ist essentiell für die menschliche Gesundheit, darunter für Wachstum, Sehschärfe und Immunsystem, aber Vitamin-A-Mangel betrifft laut WHO immerhin 190 Millionen Vorschulkinder weltweit.

Dank der Anstrengungen von Hilfsorganisationen wie UNICEF und der Helen-Keller-Foundation werden inzwischen jedes Jahr über 500 Millionen Vitamin-A-Kapseln verteilt (2005: 520 Millionen), um die Auswirkungen zu lindern.

Die Erfolge sind klar dokumentiert: laut einem Cochrane Review wurde durch die Supplementierung mit Vitamin A die Kindersterblichkeit um 24% gesenkt!

Golden Rice hat zum Ziel, Supplementierung unnötig zu machen und der erwähnte Text kritisiert ihn heftig. In der Einleitung wird dazu Folgendes angemerkt:

Arme Menschen sollen kostenlos Provitamin-A-hältigen Reis, der auch noch Eisen enthält, bekommen. Sicher ist das ein kleiner Beitrag zur Verbesserung ihrer Gesundheit. Und sie haben nicht einmal darum gebeten. Aber vielleicht hätten sie um ganz etwas anderes gebeten, wenn man sie gefragt hätte.

Die Frage erscheint uns zynisch. Arme Menschen haben zweifellos noch weitere, tägliche, brennende Sorgen, werden das oben verlinkte Cochrane Review nicht gelesen haben und sich daher wohl kaum Gedanken um den Vitamin-A-Gehalt ihrer Nahrung machen. Sie wissen nur, dass ihre Kinder Sehschwächen bekommen und oft krank werden.

Danach wird die Technologie erklärt; allerdings scheint der Text auf dem Prototyp zu basieren. Der erste für uns wichtige Punkt ist dieser:

Zwei Gene stammen von Narzissen. Narzissengene sind bereits durch ihr Allergierisiko bei ihrer Verwendung für die Genmanipulation von Nahrungsmitteln aufgefallen.

Das galt nur für den Prototyp. Die aktuelle Variante enthält keine Gene der Narzisse; ein Gen wurde durch ein Maisgen ersetzt, ein weiteres stammt von einem Bakterium und dient ebenfalls der Biosynthese von Carotinoiden.

Etwa zehn Jahre hat die Entwicklung des Golden Rice gedauert und ca. 100 Millionen Dollar verschlungen. Da ist aber die Entwicklung eines in Südostasien anbaubaren Reises nicht mitgerechnet.

Diese Zahl kursiert schon seit 15 Jahren, korrekt waren damals 2,6 Millionen für die Entwicklung des Prototyps, die zu 52% von ETH Zürich/Schweizer Mitten, 15% von der EU und 33% von der Rockefeller Stiftung stammten.

Mit Stand 2008 wurden tatsächliche Entwicklungskosten von etwa 10 Millionen US Dollar angegeben (Anmerkung: Angaben im Text sind anteilig für Indien) sowie weitere 2,5 Millionen Dollar für die spätere Zulassung in Indien geschätzt.

Kosten/Nutzenanalysen fielen auf dieser Basis wenig überraschend sehr positiv aus, wie man anhand der jährlichen Kosten von ca. 500 Millionen Dollar für Supplementierung wohl intuitiv folgern wird.

Nichtsdestotrotz verkauften die ForscherInnen 2001 die kommerziellen Rechte an ihrem Endprodukt, dem Golden Rice, an Syngenta, dem derzeit größten Agrokonzern der Welt. Syngenta will Profite machen und den Golden Rice an die BäuerInnen im Norden und die GroßbäuerInnen im Süden verkaufen und dort Patentgebühren kassieren, während arme BäuerInnen, die weniger als 10.000 Dollar pro Jahr verdienen, ihn gratis erhalten sollen.

Zur Erforschung von Goldenem Reis wurden diverse patentierte Technologien genutzt. 2001 wurde eine Vereinbarung mit Zeneca (wurde später durch Fusion zu Syngenta) ausgehandelt, um notwendige Unterstützung für das humanitäre Projekt „Goldener Reis“ in Entwicklungsländern zu bekommen. Die relevanten Patente wurden an Zeneca lizenziert, die wiederum die Freigabe der restlichen, notwendigen Patente von Firmen wie Bayer, Monsanto, Novartis, Orynova usw. erreichten.

Syngenta hält also zwar die kommerziellen Rechte, aber es gibt keine Pläne, ein kommerzielles Produkt zu schaffen und es wäre auch ein Mysterium, wie man damit Geld verdienen will. Das Problem des Vitamin-A-Mangels existiert nur in armen Ländern und diese sind durch die humanitäre Lizenz abgedeckt.

Die 10.000-Dollar-Grenze ist durchaus großzügig. Da der Goldene Reis zunächst auf den Philippinen zugelassen werden soll: Das Durchschnittseinkommen eines Bauern beträgt dort nur 450 US Dollar jährlich. Praktisch alle Bauern dürfen daher frei über den Reis verfügen, ihn aufbewahren, tauschen, verkaufen oder ihn im nächsten Jahr wieder anbauen. Er darf auch in lokale Sorten eingekreuzt werden (siehe Lizenzbedingungen).

Das Geschäftsmodell, an die reichen Bauern zu verkaufen, existiert einfach nicht.

Aber dann tritt nicht nur Vitamin A Mangel auf, sondern eine Reihe von Mängeln wie etwa Mangel an Vitamin C und D, Folsäure, Riboflavin, Kalzium, Selen, Eisen, Jod und Zink.

Dass auch andere Mangelerscheinungen auftreten, ist sicherlich richtig. Warum darf eine Maßnahme nicht nur ein Problem in Angriff nehmen, warum muss sie sofort alle Defizite beheben. Man könnte mit dem gleichen Argument auch die Supplementierung ablehnen oder Maßnahmen wie Impfungen. Die Masernimpfung hilft ja schließlich auch nicht gegen Malaria.

In Südostasien war die Mangelsituation nicht immer so trist wie heute. [… Grüne Revolution …]

In diesem Absatz wird erklärt, dass die Grüne Revolution am aktuellen Zustand „schuld“ sei. Obwohl die Diskussion der Grünen Revolution unseren Blog komplett sprengen würde, so ganz unwidersprochen wollen wir das nicht stehen lassen.

Vor der Grünen Revolution war einfach nicht genug Reis da, um den Hunger der Filipinos zu decken. (Der Einbruch im Diagramm 1973 wird in der Quelle durch Taifune, Überflutungen und Krankheiten erklärt; wir haben es nicht nachgeprüft.)

Die Philippinen hatten Probleme, ihren Bedarf zu decken; Mangelernährung war da kein Thema. Wenn man nichts zu Essen hat und verhungert, interessiert einen nur die rohe Kalorie. Man dachte damals, dass die Welt 4 Milliarden Menschen nicht ernähren könne (Stichwort Die Bevölkerungsbombe). Die Grüne Revolution bewies das Gegenteil (siehe auch IRRI and the Green Revolution in India).

Asien 2002 - 2014, Hunger (gelb), Bevölkerung (grün)

Asien 2002 – 2014, Hunger (gelb), Bevölkerung (grün)

Wir stehen heute bei 7 Milliarden und werden vermutlich 11 Milliarden erreichen. Hunger gibt es noch heute, es ist noch viel zu tun. Siehe International Food Security Assessment, 2014. Zumindest in Asien sieht man das Licht am Ende des Tunnels und heute denkt man neben den notwendigen Kalorien eben auch an das, was noch fehlt.

Wie eben an den Vitamin-A-Mangel. Natürlich war der prinzipiell lange bekannt, aber erst Sommer et al. wiesen 1986 nach, dass allein die Supplementierung von Vitamin A die Kindersterblichkeit um 34% senken kann. Die Studie stieß damit auf große Skepsis und Unglauben.

Hier sei das Buch von Dr. Semba (The Vitamin A Story, Lifting the Shadow of Death) erwähnt, das das Thema „Vitamin-A-Mangel“ historisch aufarbeitet.

Unabhängig davon, was man von der Grünen Revolution hält: der Ist-Zustand ist nun mal, dass Hunderte Millionen an Mangelernährung leiden. Und im Kampf gegen Hunger und Armut sollte jedes Werkzeug rational eingeschätzt und, wenn sinnvoll, genutzt werden!

Wir möchten auch betonen, dass es ja nicht die einzige Maßnahme ist, um die Lebensumstände der Farmer zu verbessern, auch die Vergrößerung der Anbau-Vielfalt ist ein wichtiges Ziel (lesenswert!).

GM Reis ist wie die Hochleistungssorten der Grünen Revolution auf Monokulturen, chemische Inputs und Bewässerung angewiesen und wird daher die damit verbundenen Problem der Grünen Revolution reproduzieren

Seit den 1960ern haben die Philippinen 75 Hochertragssorten in Einsatz gebracht. Laut Ricepedia sind nur mehr 3% traditionelle Sorten im Einsatz. Dieses Argument geht völlig an der Realität vorbei, da praktisch jede eingesetzte Sorte heute eine Hochertragssorte ist.

Die Technologie der Grünen Revolution, die von den öffentlichen internationalen Landwirtschaftsforschungszentren wie IRRI mit wahrlich hehren Zielen ausging, hat zur einer Verschlimmerung der Ernährungssituation der Armen in den Reisgegenden geführt.

Erste Studien zeigten, dass kleine Bauern kaum profitiert haben bzw. die Ungleichheit in der Gesellschaft wuchs.

Eine Meta-Analyse, Freebairn (1995), kommt zu einem eher durchwachsenen Ergebnis, langfristige Studien wie Hazell und Ramasamy (Indien 1991, allerdings nicht in der Meta-Analyse berücksichtigt), Hayami und Kikuchi (in China, 2000) sowie Jewitt und Baker (Indien, 2007) zeigen deutlich positive Auswirkungen.

Verkürzt kann man sagen: Großbauern haben zuerst die neuen Sorten genutzt und daher stärker und vor allem früher profitiert, was die Einkommensspanne vergrößert hat. Daher wurde aus vielen Studien gefolgert, dass sich die Situation von Kleinbauern verschlechtert hat (siehe dazu Hazell 1991).

Langfristig profitierten auch die Kleinbauern.

Wird Golden Rice Saatgut den armen BäuerInnen jährlich gratis zur Verfügung gestellt, oder nur einmal, wie das oft üblich ist, um BäuerInnen für den
Anbau von patentierten Saatgut zu gewinnen? Oder dürfen sie ihr Golden Rice Saatgut selbst nachbauen, mit NachbarInnen tauschen, regional vermarkten, was bei patentiertem Saatgut generell verboten, für KleinbäuerInnen aber lebensnotwendig ist? Wie sollen arme BäuerInnen die notwendigen Inputs auf Dauer finanzieren?

Wie schon oben erwähnt: Saatgut für Goldenen Reis darf nicht zu einem höheren Preis verkauft werden als konventionelles. Bauern dürfen Saatgut nachbauen, regional vermarkten, tauschen … (siehe FAQ Golden Rice).

Weil es zum Bereich Patente passt: Auch weitere, zukünftige Verbesserungen unterliegen dieser humanitären Lizenz.

Was ist mit ganz armen, landlosen Menschen? Wie soll verhindert werden, dass Frauen, die durch die Grüne Revolution stark marginalisiert wurden, nicht weiter ausgegrenzt und entwurzelt werden?

Es tut uns leid. Aber es ist Reis. Nur Reis. Er wird die Probleme der Welt nicht lösen. Es handelt sich um eine technische Lösung für ein sehr spezifisches Problem.

Uns ist aber klar, woher dieser Punkt kommt:
Durch den technologischen Wandel sank der Wert der Arbeitskraft der Frau in Ländern wie Bangladesh. Aber man darf nicht vergessen, dass es nicht die neuen Sorten waren, sondern Technologie wie die Einführung von Reismühlen, die diese Auswirkung hatte. Es ist keine Frage der Reissorten.

In die Umwelt freigesetzte GM-Pflanzen bedrohen die pflanzengenetische Vielfalt generell. Diverse Studien und Erkenntnisse der letzten Zeit deuten mit Nachdruck auf die Gefahren hin.

Dazu hätten wir gerne eine Quelle.
Generell: Nein. Siehe auch Keine Gesundheits- und Umweltrisiken durch Grüne Gentechnik (biosicherheit.de). Und European Commission: A decade of EU-funded GMO research

Was Goldenen Reis angeht, wird ein möglicher Einfluss auf die Biodiversität als sehr gering eingeschätzt.

Die inherente Instabilität von transgener DNA macht Kontamination der Pflanzen in der näheren und auch weiteren Nachbarschaft nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich

Mit diesem Satz haben wir unsere liebe Mühe. Mit Instabilität ist üblicherweise gemeint, dass der Herstellungsprozess fehlerhaft verlaufen kann. Die hergestellte Pflanze vererbt dann zum Beispiel ihre neue Eigenschaft nicht, es treten andere Mutationen auf oder die Eigenschaft wirkt nicht wie erwartet. Solche Linien sind natürlich unerwünscht und werden soweit möglich bereits im Labor aussortiert.

Damit eine Sorte dann zugelassen wird, muss die eingereichte Linie in mehrjährigen Tests ihre Stabilität beweisen. Prof. Potrykus hat dazu übrigens vor einigen Jahren eine etwas erboste Arbeit geschrieben: dass die Regulatorien, die eben unter anderem instabile Linien verhindern sollen, die Einführung von Goldenem Reis um 10 Jahre verzögert hätten: „Lessons from the ‘Humanitarian Golden Rice’ project: regulation prevents development of public good genetically engineered crop products“.

Goldener Reis hat übrigens in dieser Hinsicht einen besonderen Vorteil: Die eingefügten Gene bedingen nicht nur den β-Karotin Gehalt, sondern auch die gelbe Farbe. „Verschwindet“ diese, so wird das jedem Züchter/Konsumenten sofort auffallen.

Warum aus dem ersten Satzteil dann der zweite folgen soll, ist uns unklar. Zum Thema „Kontamination“ kommen wir gleich noch, wir möchten hier auch auf folgendes Interview verweisen: Horizontaler Gentransfer: Erklären wir die Friedhöfe zum Sperrgebiet!.

Bereits im November 2001 wurde die genetische Kontamination eines der Zentren der genetischen Vielfalt von Mais in Mexiko bekannt, obwohl seit 1998 ein Moratorium auf den Anbau von GM-Mais in Kraft ist. Die wissenschaftliche Gemeinschaft ist sich schon lange einig, dass in den Zentren der pflanzengenetischen Vielfalt der wichtigsten Nahrungspflanzen kein GM-Saatgut angebaut werden sollte. Golden Rice würde entgegen diesem dringenden Rat der WissenschafterInnen im Zentrum der Reisvielfalt in Südostasien angebaut werden. Mit Sicherheit ist dann mit einer Kontamination der noch vorhanden vielfältigen Reissorten zu rechnen, einem nicht wieder gut zu machenden Schaden an der biologischen Vielfalt. Die IRRIs Genbank mit der weltgrößten Sammlung an Reissorten ist dann ebenso wie derzeit die Maisgenbank in Mexiko gefährdet.

Worum geht es hier? Wir versuchen mal das Wesentliche zu erklären, was es mit Mexiko auf sich hat.

Bei uns ist Mais eine importierte Pflanze und eigentlich nicht heimisch, es gibt keine lokalen Sorten, er ist vor allem eine Futterpflanze.

In Mexiko ist das anders. Dort wächst Teosinte, der ursprüngliche Mais – die Form, die über Jahrtausende zum heutigen Mais domestiziert wurde. Maistortillas sind praktisch ein Nationalgericht, Mais hat einen ungleich höheren Stellenwert.

Man hat nun Sorge, dass sich GMO-Mais mit lokalen Sorten kreuzt und wild zu wachsen beginnt. Als dann in freier Wildbahn entsprechende GMO-Sorten entdeckt wurden, der Verdacht einer Einkreuzung aufkam, war die Aufregung groß.

Eine solche Sorte könnte, sofern sie einen evolutionären Vorteil hat, lokale Sorten verdrängen. Man hat in dieser Hinsicht vor allem bei Pflanzen mit „eingebauter“ Insektenabwehr wie BT-Mais Bedenken.

Insektenschutz ist offensichtlich ein evolutionärer Vorteil.

Aber es gibt in diesem Punkt im Gegensatz zur Behauptung keine Einigkeit; man kann die Frage des Einsatzes von GMO-Mais in Mexiko eher als umstritten bezeichnen. Sorten wie CIEA-9, die 20% weniger Wasser benötigen und besser mit Hitze zurechtkommen, wären sehr nützlich.

Man muss auch sagen, „Kontaminierung“ wird bei weitem nicht als das Riesenproblem gesehen, es ist ja im Grunde nur „Pflanzensex“. Der Begriff der Kontaminierung versucht irgendwie zu suggerieren, dass solcher Pflanzensex bei GMO-Pflanzen grundsätzlich schlimm sei.

Die Gentechnik ist aber keine Schwarze Magie, auch wenn oft so getan wird. Ihre Produkte sind keine „X-Men“; sie sind den gleichen Gesetzen unterworfen wie alle anderen Pflanzen.

Die Beurteilung in dieser Hinsicht sollte strikt auf der Basis erfolgen, ob die Pflanze einen evolutionären Vorteil mitbringt und eventuell an die Wildsorten weitergibt bzw. diese verdrängt.

So, zurück zum Reis.

Es gibt weltweit mehr als 100.000 Reissorten. Wäre bei Reis Pollenflug ein Problem, würde diese Vielfalt nicht existieren. Da Reis nahezu gänzlich Selbstbestäuber ist, können verschiedene Sorten auch problemlos nebeneinander existieren. Das ist eine prinzipielle Eigenschaft aller Reissorten.

Aber selbst wenn man annimmt, dass sich Goldener Reis mit einer lokalen Sorte kreuzt: wo liegt das Problem? Man hat einfach eine weitere, neue Sorte.

Und auch hier gilt, wenn eine neue Sorte auftritt, dann verbreitet sie sich, wenn sie einen evolutionären Vorteil hat. Vitamin-A-Gehalt stellt den wohl kaum dar. Wenn man also Sortenreinheit nicht als Ziel fordert, existiert das Problem einfach nicht.

Zusammengefasst: Laut IRRI ist durch Goldenen Reis kein „Schaden an der biologischen Vielfalt“ zu erwarten .

[Narzissengene noch einmal] So wurden etwa im Golden Rice unerwartete Substanzen gefunden, von denen man nicht wissen kann, wie sie sich langfristig auswirken. Klar ist jedenfalls, dass sich potentielle negative Effekte bei mangelernährten Menschen stärker auswirken werden als bei Menschen in gutem Gesundheitszustand.

Die nicht vorhandenen Narzissengene hatten wir ja schon, die „unerwarteten Substanzen“ sind uns unklar. Wir wissen nicht, was damit gemeint sein könnte.

Gibt es andere Lösungswege?
Sollte man sich nicht angesichts so vieler Probleme und Fragen um andere Lösungswege umschauen? Und sollte man nicht von vorne herein bei der Wurzel des gesamten Problems ansetzen und nicht nur bei einem Symptom? … Es waren vor allem Frauen, die traditionell für die Versorgung der Familien mit ausgewogener Nahrung zuständig waren – durch Mischanbau und Gemüseanbau in Gärten. Hausgartenprojekte mit Frauen in Thailand und Bangladesh haben eindrucksvolle Ergebnisse erzielt.

In diesem Absatz werden politische Maßnahmen beschrieben – Ideen, wie man das Problem der Mangelernährung angehen kann. Ohne im Detail darauf einzugehen: Was hindert irgendjemand daran, das zu tun? Warum gibt es den Anspruch, dass man nur Goldenen Reis einsetzen kann und deswegen, zum Beispiel, die Rolle der Frau nicht stärken darf?

Man geht ja tatsächlich schon heute viele Wege: Auf den Philippinen setzte sich in der Vergangenheit die Vorstellung durch, dass polierter Reis „modern“ und Brauner Reis „schmutzig“ sei. Polierter, weißer Reis zeichnet sich durch größere Haltbarkeit aus, beim Schälen gehen allerdings einige wertvolle Elemente verloren. Heute fördert die Regierung, dass wieder mehr Brauner Reis gegessen wird.

Ist diese Maßnahme nun auch gut oder schlecht für die Rolle der Frau?

Brauner Reis ist nahrhafter, das ist gut.
Brauner Reis erfordert höheren Aufwand beim Kochen, was vor allem den Frauen mehr Arbeit macht. Das ist wohl schlecht.
Aber es steigert wieder den Wert der Arbeitskraft der Frau. Das ist dann wohl (siehe oben) wieder gut, oder?

Wir wollen mit diesem Beispiel nur zeigen, dass man durch geeignete Interpretation einiges behaupten kann.

Unabhängig davon:
Die Beweislage ist eindeutig in der Frage, wie wichtig eine Stärkung der Position der Frau ist. Maßnahmen in diese Richtung sind zweifellos wünschenswert.

Aber warum folgert man daraus, dass man nur das tun darf? Warum sind andere Werkzeuge verboten, warum muss eine Reissorte auch dieses Problem lösen?

Täglich 200 g Gemüse (z.B.: 50 g Cassava-Blätter, 72 g grünes Blattgemüse, 78 g Süßkartoffel-Blätter) könnten den täglichen Provitamin A-Bedarf
eines erwachsenen Menschen decken. Hingegen könnte Golden Rice Schätzungen zufolge nur etwas mehr als 20 Prozent dieses Bedarfs decken. Warum also nur einen winzigen Teil
eines Problemkomplexes mit hohem Aufwand und vielen negativen Nebenwirkungen in Angriff nehmen, wenn das gesamte Problem relativ leicht zu lösen ist?

Wir spielen hier ja nur ungern Spielverderber, aber leicht zu lösen ist es, zumindest auf diese Weise, leider nicht. Wenn es einfach wäre, müssten Hilfsorganisationen nicht jedes Jahr 500 Millionen Dollar für die Versorgung mit Vitaminpillen ausgeben. Für dieses Geld sollten sich doch leicht andere Möglichkeiten finden/umsetzen lassen, oder?

Historisch, auf alten Annahmen basierend, ist die Logik mit dem Blattgemüse nicht falsch. Aber wie sich in Studien gezeigt hat, sind grüne Blätter leider sehr ineffektiv. Nahrung bzw. Goldener Reis enthält ja nicht direkt Vitamin A, sondern β-Karotin, eine Vorstufe. Der entscheidende Faktor ist, wie viel Karotin in Vitamin A umgewandelt wird. Bei Goldenem Reis ist dieser Faktor 3,8 bei Erwachsenen und bei Kindern sogar 2.3.

Dieser Wert ist sehr gut; Karotten haben zum Beispiel 15, das oben empfohlene Blattgemüse leider nur einen Faktor von 24-28. Vernünftiger wäre Spinat, der immerhin einen Faktor von 7 aufweist.

Ein Nahrungsmittel muss genug Vitamin A für den Körper bereitstellen, um den Mangel zu beseitigen. Man findet übrigens im Internet einige Behauptungen, dass unrealistisch hohe Mengen an Goldenem Reis nötig seien. Aber wie man vielleicht schon aufgrund der guten Bioverfügbarkeit erahnt, stimmen diese Zahlen nicht.

Eine Portion von etwa 50g Reis (ungekocht) deckt bei Kindern (4-8 Jahre) etwa 90% der notwendigen und 60% der empfohlenen Vitamin-A-Dosis. Auf den Philippinen isst eine Person im Schnitt pro Tag ca. 330 Gramm Reis.

Anmerkung: Mit β-Karotin besteht keine Gefahr einer Überdosis.

Der Vorwurf, den sich Goldener Reis anhören musste, dass er nicht genügend Vitamin A pro Mahlzeit liefere, konnte durch Messung also inzwischen entkräftet werden. Umgekehrt wurden alte Annahmen, dass Blattgemüse toll sei, leider – ja: leider – nicht bestätigt.

Tatsächlich gibt es übrigens ein Projekt, bei dem Cassava mit Vitamin A angereichert wurde, da diese Pflanze in manchen Gegenden eine sinnvolle Möglichkeit darstellt.

Abschließend:
Wir halten Goldenen Reis für ein sehr brauchbares Werkzeug. Wir verlangen nicht, dass er sämtliche Probleme der Welt löst und den Hunger an sich beseitigt. Wir hoffen allerdings, dass Goldener Reis einen Beitrag zur Versorgung mit Vitamin A leisten kann. Nicht mehr, nicht weniger!

Und wenn ein besserer, billigerer, klügerer Weg gefunden werden kann? Gerne! Ideologische Überlegungen sollten bei der Beurteilung keinen Raum finden.

  1. knorke
    22. Mai 2015, 14:46 | #1

    Vielen Dank für diese sehr sachliche, faktenbezogene und unaufgeregte Darstellung. Es ist schade, dass Menschen häufig glauben, ihre ablehnende Meinung damit begründen zu müssen, dass es ja noch ganz viele andere Probleme gibt.
    Als ob das die Lösung eines bestimmten Problems irgendwie entwerten würde.

  2. Cliff
    24. Mai 2015, 17:50 | #2

    Dass die Dame Politikerin bei den Grünen sein musste war beim Lesen irgendwie klar. Dass sie aber auch studierte Biochemikerin ist, hätte man sich anhand des äußerst mangelhaft recherchierten und geschriebenen Textes wohl eher nicht erwartet.

  3. Holperbald
    26. Mai 2015, 21:49 | #3

    Dass Sie bei den GrünInnen ist, hab ich beim ersten Binnen-I gemerkt, dass den Lesefluss gestört hat. Danach habe ich nicht mehr weitergelesen..

  4. Martin
    8. Juni 2015, 13:09 | #4

    @knorke
    Yep, das ist wirklich die absolut dümmste und fadenscheinigste Argumentation überhaupt.
    Wer so argumentiert ist entweder strunzdumm oder will absichtlich irreleiten.

    Man braucht dann ja eigentlich auch keine Vitaminpillen, denn das Problem des Verhungerns wird damit ja auch nicht gelöst.
    Und die Benutzern dieser Art der Argumentation braucht man eigentlich auch nicht aus dem Wasser zu ziehen, wenn sie ertrinken oder sonstige Nothilfe leisten, wenn sie einen Unfall erleiden. Denn das löst ja das Problem der Umweltverschmutzung oder von Vulkanausbrüchen oder Erdbeben auch nicht. Kann man also gleich lassen usw. usf.

  5. Thomas
    11. Juni 2015, 14:01 | #5

    Die gute Frau war/ist Gentechnik Sprecherin der Grünen in Oesterreich. Sie hat ihren eigenen Blog ,der von einer eigentümlichen Mischung an vollkommener Inkompetenz und totaler Selbstüberschätzung durchdrungen ist. Wirklich amüsant wird es wenn sie zum Beispiel den Kollegen von „Dialog Gentechnik“ jegliche Kompetenz abspricht, weil die nicht einer Meinung mit ihr sind.

  6. biobio
    29. Dezember 2015, 15:23 | #6

    Hello, could you write down source of this WHO map? I mean tittle of article, I need this for my batchelor work… thanks in advance:)

  7. biobio
    31. Dezember 2015, 02:03 | #8

    thanx, danke 🙂

  8. Herz und Verstand
    21. Juli 2018, 15:02 | #9

    Warum wird hier gänzlich ignoriert, dass gerade in Asien auch Algenprodukte aus ökologischer Aquakultur und ensprechende NEM-Produktion mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen können. Die Fixiertheit auf Gentechnik macht blind für die greifbar nachhaltigsten Alternativen. So kann man z.B. aus Spirulinaalgen Pulver und Presslinge erzeugen, welche ein breites Spektrum an Augenvitaminen enthalten und dazu noch vor Unterernährung schützt.

    https://www.ecosia.org/search?q=spirulina+malnutrition

    Ähnliches gilt für verschiedene essbare schnellwachsende Pilzarten, welche besonders in Asien verbreitet und bekannt sind.

    Dazu lässt sich die Alge auch noch zur nachhaltigen Energiegewinnung nutzen.

  9. pelacani
    21. Juli 2018, 15:29 | #10

    Herz und Verstand : Spirulinaalgen Pulver und Presslinge

    öhm, „Spirulina gemahlen, 100 g, BESTES SUPERFOOD, Nur € 7,99“, da kann man sich ja echt mal preiswert durchfuttern, schon mit 30 EUR/Tag ist der Kalorienbedarf so gut wie gedeckt. Total geeignet als Grundnahrungsmittel der ganzen Welt. Und großartig kann der Preis nicht sinken, denn er soll doch fair bleiben – industrielle Großproduktion verbietet sich wohl von selbst. Und da fällt mir noch ein, Umfrage: würdest Du freiwillig – Dein Leben lang – solche Algen konsumieren? Bzw. sogar Deinen Kindern oder Schwangeren zu essen geben?! LOL.

  10. pelacani
    21. Juli 2018, 18:18 | #11

    ‚Tschuldiung, ich war mit meiner Überschlagsrechnung doch ein wenig zu flott.

    Jetzt noch mal etwas langsamer, wenn auch immer noch Milchmädchenrechnung.
    Der Kaloriengehalt von Spirulina und von Reis beträgt jeweils etwa 350 kcal/100g. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Reis in Indonesien beträgt rund 117,8kg im Jahr 2018, das sind 320g/d; bei vollständigem „Ersatz“ müsste der Indonesier also 24 EUR/d aufwenden. Der Supermarkt-Preis für Reis in Indonesien beträgt aktuell 0.82 USD (0.63-1.00) je Kilogramm. 320 g kosten also weniger als 30 Cent. Das monatliche Durchschnittseinkommen beträgt 256 €. Der durchschnittliche Indonesier müsste demnach sein gesamtes Einkommen einsetzen (und sich noch ein bisschen was dazu borgen), um sich ausreichend mit Spirulina statt Reis zu versorgen. Vietnam: monatliches Durchschnittseinkommen 155 €.

    (Es ist schon faszinierend, was man heute mit ein paar Mausklicks an Daten zusammentragen kann.)

  11. 21. Juli 2018, 18:30 | #12

    Herz und Verstand :

    Die Fixiertheit auf Gentechnik macht blind für die greifbar nachhaltigsten Alternativen.

    Die Fixiertheit auf Gentechnik-Gegnerschaft macht blind für praktikable, einfache, sichere und günstige Lösungen. Dann kommt man auf die Idee, gewohnheitsmäßige Reisesser auf Gemüse umzuerziehen, anstatt ihnen einfach nahrhafteren Reis zu geben.

    Das ist pure, faktenfreie Ideologie und durch rationale Argumente nicht zu rechtfertigen.

  12. Herz und Verstand
    15. September 2018, 16:29 | #13

    celsus :

    Herz und Verstand :
    Die Fixiertheit auf Gentechnik macht blind für die greifbar nachhaltigsten Alternativen.

    Die Fixiertheit auf Gentechnik-Gegnerschaft macht blind für praktikable, einfache, sichere und günstige Lösungen. Dann kommt man auf die Idee, gewohnheitsmäßige Reisesser auf Gemüse umzuerziehen, anstatt ihnen einfach nahrhafteren Reis zu geben.
    Das ist pure, faktenfreie Ideologie und durch rationale Argumente nicht zu rechtfertigen.

    Nahrhaft? Wegen einem künstlich zugefügten Vitamin? Von natürlicher Einbindung kann hier keine Rede sein, was Goldenen Reis wirkungstechnisch betrachtet mit einem NEM gleichstellt.
    Man muss niemanden umerziehen, auch in Indien gibt es Gemüseanbau, den man fördernd projektieren kann. Was soll dieses Eindimensionale Denken?! Gentechnik greift, i.B. in der Landwirtschaft, einfach zu kurz und schafft langfristig mehr Probleme als sie am Anfang zu lösen scheint. Monsanto ist in Eurer Logik auch ein Held der Menschheit. Eure vermeintlichen Fakten beruhen in Teilen leider auch auf „Fake Science“ – erschreckend ähnlich dem Gebaren der Klimawandelleugner aus dem rechten Lager bzw. der Öllobby. Ihr solltet Eure Energie mal besser dafür einsetzen, hier richtig Klarschiff zu machen, anstatt die Ewiggestrigen noch weiter vehement (fahrlässig) zu verteidigen.

  13. Herz und Verstand
    15. September 2018, 16:38 | #14

    celsus :

    Herz und Verstand :
    Die Fixiertheit auf Gentechnik macht blind für die greifbar nachhaltigsten Alternativen.

    Die Fixiertheit auf Gentechnik-Gegnerschaft macht blind für praktikable, einfache, sichere und günstige Lösungen. Dann kommt man auf die Idee, gewohnheitsmäßige Reisesser auf Gemüse umzuerziehen, anstatt ihnen einfach nahrhafteren Reis zu geben.
    Das ist pure, faktenfreie Ideologie und durch rationale Argumente nicht zu rechtfertigen.

    celsus :

    Herz und Verstand :
    Die Fixiertheit auf Gentechnik macht blind für die greifbar nachhaltigsten Alternativen.

    Die Fixiertheit auf Gentechnik-Gegnerschaft macht blind für praktikable, einfache, sichere und günstige Lösungen. Dann kommt man auf die Idee, gewohnheitsmäßige Reisesser auf Gemüse umzuerziehen, anstatt ihnen einfach nahrhafteren Reis zu geben.
    Das ist pure, faktenfreie Ideologie und durch rationale Argumente nicht zu rechtfertigen.

    Nahrhaft? Wegen einem künstlich zugefügten Vitamin? Von natürlicher Einbindung kann hier keine Rede sein, was Goldenen Reis wirkungstechnisch betrachtet mit einem NEM gleichstellt.
    Man muss niemanden umerziehen, auch in Indien gibt es Gemüseanbau, welchen man weiterführend fördern kann. Was also soll dieses Eindimensionale Denken?! Gentechnik greift, i.B. in der Landwirtschaft, einfach zu kurz und schafft langfristig mehr Probleme als sie am Anfang zu lösen scheint. Monsanto ist in Eurer Logik auch ein Held der Menschheit. Eure vermeintlichen Fakten beruhen in Teilen leider auch auf „Fake Science“ – erschreckend ähnlich dem Gebaren der Klimalwandeleugner aus dem rechten Lager bzw. der Öllobby. Ihr solltet Eure Energie mal besser dafür einsetzen, hier richtig Klarschiff zu machen.

  14. Herz und Verstand
    15. September 2018, 16:48 | #15

    pelacani :

    Herz und Verstand : Spirulinaalgen Pulver und Presslinge

    öhm, “Spirulina gemahlen, 100 g, BESTES SUPERFOOD, Nur € 7,99”, da kann man sich ja echt mal preiswert durchfuttern, schon mit 30 EUR/Tag ist der Kalorienbedarf so gut wie gedeckt. Total geeignet als Grundnahrungsmittel der ganzen Welt. Und großartig kann der Preis nicht sinken, denn er soll doch fair bleiben – industrielle Großproduktion verbietet sich wohl von selbst. Und da fällt mir noch ein, Umfrage: würdest Du freiwillig – Dein Leben lang – solche Algen konsumieren? Bzw. sogar Deinen Kindern oder Schwangeren zu essen geben?! LOL.

    Und wieder einmal wird nicht der gasamte Kontext betrachtet. Hauptaugenmerk ist doch die Versorgung vieler Menschen mit komplexen Schutzstoffen für ihre Augen. Dazu reichen in der Regel schon relativ kleine Mengen Bio-Spirulina aus. Der hohe Eiweissgehalt sorgt zudem ergänzend für eine höhere/längere Sättigung. Was solche Algenprodukte, ähnlich wie Beta-Glucan-reiche Pilze als unverfälschte Urnahrung prädestinieren, welche sogar noch die Immunkompetenz günstig beeinflusst. Und dass alles völlig ohne aufwendige Gentechnik! Zumal sich aus Algen auch erneuerbare Energie erzeugen lässt. Also viele Aspekte, die dafür sprechen, die Urerzeugnisse der Natur weiter zu erforschen und kontextuell nachhaltige Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln bzw. zu verfolgen.

  15. 15. September 2018, 16:50 | #16

    Blablabla.

    Tatsache ist, dass es eine Lösung gibt und Leute wie du sie verhindern. Damit bist du mitschuldig am Leid und Tod von Menschen.

  16. Herz und Verstand
    15. September 2018, 17:23 | #17

    celsus :
    Blablabla.
    Tatsache ist, dass es eine Lösung gibt und Leute wie du sie verhindern. Damit bist du mitschuldig am Leid und Tod von Menschen.

    Eine eindimensionale Lösung, die dazu auch nicht nachhaltig ist und andere gesundheitliche Probleme provoziert. Denn Reis macht nicht wirklich anhaltend satt (vergleiche GLYX/GL und Diabetes) = ein ähnlicher Irrweg, wie “mehr Brot für die Welt” gegen den Welthunger durch verstärkten Turbo-Weizenexport nach, z.B. Afrika. In Indien gibt es übrigens auch Bio-Spirulina-Produzenten, leider noch zu wenige, weil die Industrielobby ganze Arbeit leistet und Leute wie ihr denen noch zuarbeiten. Somit auch die Politik gehemmt wird, sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen. Crowdfunding und Schwarmintelligenz werden aber hoffentlich langfristig neue nachhaltige Perspektiven global eröffnen…

  17. 15. September 2018, 18:52 | #18

    Du sollst doch nicht immer so viel Unsinn erzählen. Du sitzt da schön satt und trocken und erzählst hungernden Menschen, dass sie statt Reis Algen essen sollen. Und damit hast du ein gutes Gefühl, weil du was gegen den Hunger getan hast. Merkst du eigentlich, wie albern das ist?

    DU KANNST ANDEREN MENSCHEN NICHT VORSCHREIBEN WAS SIE ESSEN SOLLEN!

  18. pelacani
    15. September 2018, 20:33 | #19

    Herz und Verstand : Versorgung vieler Menschen mit komplexen Schutzstoffen für ihre Augen

    Das ist offenbar ein Wortbrei, den man sich in die Augen schmieren soll: es geht um Vitamin A. Wieviel Spirulina muss man essen, um seinen Tagesbedarf zu decken? Was würde das kosten?

    Herz und Verstand :

    Was solche Algenprodukte, ähnlich wie Beta-Glucan-reiche Pilze als unverfälschte Urnahrung prädestinieren, welche sogar noch die Immunkompetenz günstig beeinflusst.

    Inkohärente Ideologie. Das ist kein Satz, und gleich gar keine auch nur entfernt nachprüfbare Behauptung. In welcher Kultur waren „Spirulina“ oder „Beta-Glucan-reiche Pilze“ je Grundnahrungsmittel? Wie hoch war die Lebenserwartung des Urmenschen, ohne „Chemie“? Aber ich will nicht nur destruktiv sein, sondern mit gutem Beispiel vorangehen und einen Satz zitieren, der einen Fakt referiert (und der mit Gegenbeispielen widerlegt werden könnte):

    Ein gesundheitlicher Nutzen einer Einnahme von Spirulina ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
    Quelle

    Herz und Verstand :Schwarmintelligenz

    Ahnunglosigkeit × 10.000 = Ahnungslosigkeit

  19. Herz und Verstand
    15. Dezember 2018, 13:45 | #20

    pelacani :

    Herz und Verstand : Versorgung vieler Menschen mit komplexen Schutzstoffen für ihre Augen

    Das ist offenbar ein Wortbrei, den man sich in die Augen schmieren soll: es geht um Vitamin A. Wieviel Spirulina muss man essen, um seinen Tagesbedarf zu decken? Was würde das kosten?

    Herz und Verstand :
    Was solche Algenprodukte, ähnlich wie Beta-Glucan-reiche Pilze als unverfälschte Urnahrung prädestinieren, welche sogar noch die Immunkompetenz günstig beeinflusst.

    Inkohärente Ideologie. Das ist kein Satz, und gleich gar keine auch nur entfernt nachprüfbare Behauptung. In welcher Kultur waren “Spirulina” oder “Beta-Glucan-reiche Pilze” je Grundnahrungsmittel? Wie hoch war die Lebenserwartung des Urmenschen, ohne “Chemie”? Aber ich will nicht nur destruktiv sein, sondern mit gutem Beispiel vorangehen und einen Satz zitieren, der einen Fakt referiert (und der mit Gegenbeispielen widerlegt werden könnte):

    Ein gesundheitlicher Nutzen einer Einnahme von Spirulina ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
    Quelle

    Herz und Verstand :Schwarmintelligenz

    Ahnunglosigkeit × 10.000 = Ahnungslosigkeit

    Du scheinst hier leider nicht der optimale Diskutant zu sein. Ist Dir klar, dass dank der Chemie heutzutage viele alte Menschen quasi wie Zombies nur noch am Leben gehalten werden? Von Lebensqualität kann man da nicht mehr sprechen. Siehst Du nicht das Missverhältnis zw. Medikationswahn und mangelhafter Ernährungsmedizin bzw. -lehre?

    Und https://www.psiram.com/de/index.php/Spirulina reicht Dir als Quelle aus?! Der wissenschaftliche Horizont reicht aber zu diesem Thema viel weiter inkl. internationaler Anwendungsstudien und auch zur Versorgung von hungernden Kindern, z.B. in Afrika. Zumal es auch noch andere Algenarten gibt, wie z.B. die Kombu-Alge, welche sogar signifikante Mengen an Taurin enthält („Occurrence of Taurine in Plants“).

    Allein schon der Beta-Carotin-Anteil und der hohe Proteingehalt sind ernährungsmedizinisch bekannte Komponenten, welche gesundheitlichen Nutzen auch ohne extra klinische Studien nahelegen. Protein besteht bekanntlich aus Aminosäuren (die Urbausteine des Lebens), welche hochrelevante immunologische Bedeutung besitzen. Ganz zu schweigen von den synergistischen Effekten aller in den Algen enthaltenen Substanzen, von denen die Mainstream-Wissenschaft bislang gerade mal einen Bruchteil verstanden hat, weil sie sich lieber mit dem Isolieren und Patentieren einzelner Bausteine befasst, anstatt mit dem kreativen Chaos der synergistischen Natur, was eben mit den Standardroutinen nicht so einfach greifbar ist.

    Auch möchte ich Dich einmal darauf hinweisen, dass essbare Algen sowie diverse interessante Pilzarten in schadstoffkontrollierter Herstellung die nachhaltigsten und ökologisch zukunftsfähigsten Nahrungsquellen sind – Algen können sogar zur Energieerzeugung in autarken Algenproduktionsanlagen dienen = optimale energieeffiziente Kreislaufwirtschaft.

    Niemand muss dann allein Algen und Pilze essen, aber genauso wie eiweißreiche Insekten würden sie allein schon als Sättigungsbeilage eine wertvolle Ergänzung zur konv. Ernährung darstellen, weil man dann weniger klimakritische Ressourcen verbrauchen würde, wenn man eben dadurch weniger Fleisch und Turbogetreide benötigt, um die Welt zu ernähren. Gleichzeit würden die Menschen viel gesünder, bei einer entsprechend genetisch sinnvolleren Nahrungsaufnahme pro Mikrobiom und Bauch-Hirn-Achse.

    Es gibt genügend Hinweise aus Studien an verschiedenen Tieren, dass z.B. Spirulina auch in vivo beim Menschen günstige gesundheitliche Auswirkungen haben kann: https://www.researchgate.net/publication/23319570. Was man, wie gesagt, durch wachsende Erfahrungswerte auch mehr oder weniger indirekt nachverfolgen kann. Man muss es halt nur zulassen und es nicht scheuen, wie der Teufel das Weihwasser und allein dem klinischen Evidenz-Fetisch verfallen sein.

  20. Herz und Verstand
    15. Dezember 2018, 14:04 | #21

    celsus :
    Du sollst doch nicht immer so viel Unsinn erzählen. Du sitzt da schön satt und trocken und erzählst hungernden Menschen, dass sie statt Reis Algen essen sollen. Und damit hast du ein gutes Gefühl, weil du was gegen den Hunger getan hast. Merkst du eigentlich, wie albern das ist?
    DU KANNST ANDEREN MENSCHEN NICHT VORSCHREIBEN WAS SIE ESSEN SOLLEN!

    Besonders welterfahren klingt Deine Aussage aber nicht. Die Menschen essen die verrücktesten Sachen in verschiedenen Ländern inkl. Insekten. Da sind Algen noch das Harmloseste. Jedoch wohlgemerkt neben Pilzen eben auch die nachhaltigste Nahrungsquelle die es gibt, schnellwachsend mit hoher Nährstoffdichte, ohne intensive Landwirtschaft rel. einfach und schnell realisierbar!

    https://www.heise.de/tr/artikel/Algen-gegen-Lebensmittelknappheit-3813399.html

    Schmackhafte Rezepturen zu entwickeln sollte bei der Kreativität des Menschen auch kein Problem sein – in Afrika (http://www.hyes.eu/de/spirulina-2/) werden testweise auch schon u.a. Spirulina-Crepes gegessen. Die Aufnahme als Nahrungsergänzung in Form von Bio-Presslingen ist heute schon möglich. Es mangelt aber auch in Europa noch an einer eigenen Großproduktion, welche von China-Importen unabhängig macht.

  21. pelacani
    15. Dezember 2018, 14:12 | #22

    @Herz und Verstand
    Meine Frage war:

    Wie hoch war die Lebenserwartung des Urmenschen, ohne “Chemie”?

    Und Deine Antwort ist:

    Ist Dir klar, dass dank der Chemie heutzutage viele alte Menschen quasi wie Zombies nur noch am Leben gehalten werden?

    Sie sollen also jung sterben, aber wenigstens vorher viel Spirulina gefressen haben.

  22. Herz und Verstand
    15. Dezember 2018, 14:27 | #23

    J

    pelacani :
    @Herz und Verstand
    Meine Frage war:

    Wie hoch war die Lebenserwartung des Urmenschen, ohne “Chemie”?

    Und Deine Antwort ist:

    Ist Dir klar, dass dank der Chemie heutzutage viele alte Menschen quasi wie Zombies nur noch am Leben gehalten werden?

    Sie sollen also jung sterben, aber wenigstens vorher viel Spirulina gefressen haben.

    Frech kommt (immer) weiter? Mit Nichten, wie man an Deiner Denkweise sieht. Sätze aus dem Kontext zu reissen ist eine ziemlich nervige Verhaltensweise. Lies es einfach noch mal und versuche meine Argumentation in Gänze zu erfassen.

    Dann wird Dir vielleicht auffallen, dass der Subtext folgender ist: Weniger Medikation + mehr Bewegung und gesunde genetisch korrekte Ernährung = länger und vitaler leben = weniger Pflegefälle = kein Pflegenotstand = weniger Elend in Hospizen. Hippokrates: Eure Nahrung sei Euer Heilmittel. Und er war übrigens auch der Begründer der wissenschaftlichen Medizin und nicht die Nazis, welche nur die Weichen in Richtung einer pervertierten Anwendungsausrichtung der Schulmedizin gestellt haben (siehe meine oberen Kommentare).

  23. Herz und Verstand
    15. Dezember 2018, 14:37 | #24

    [den formal verunglückten Teil des Posts habe ich zur besseren Lesbarkeit gelöscht – P]

    Zumal auch eine Kalorienrestriktion sinnvoll in den Lebenswandel durch Intervallfasten eingepflegt werden kann und muss. Damit der natürliche lebenserhaltende Mechanismus der Autophagie seine Wirkung voll entfalten kann. Wer nur satt ist und ständig rastet, der ROStet (Reactive Oxygen Species). Andererseits gibt es auch Natursubstanzen, welche die Autophagie sogar über die Nahrungsaufnahme anregen können.

  24. pelacani
    15. Dezember 2018, 16:08 | #25

    Herz und Verstand: Frech kommt (immer) weiter? Mit Nichten, wie man an Deiner Denkweise sieht.

    Das sagt jemand, der auf die einfache Frage nach der Lebenserwartung des Urmenschen mit einem Wortschwall antwortet, der einen Haufen von Absurditäten mit ein paar wenigen Banalitäten verrührt. Es wäre einigermaßen langweilig, das richtigzustellen. Wenn Du einen einzelnen Satz aus Deinem Bewusstseinsstrom diskutiert haben möchtest, der Dir besonders am Herzen liegt, dann lasse ich mich vielleicht breitschlagen.

    Herz und Verstand: Sätze aus dem Kontext zu reissen […]

    Behauptungen mit empirischen Bezug können nicht durch andere genauso verquere Behauptungen gerettet werden.

  25. Herz und Verstand
    15. August 2019, 10:42 | #26

    Hier noch eine aufschlussreiche Ergänzung zur Inspiration 😉
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/unfairer-wettbewerb.950.de.html?dram:article_id=139398

  26. pelacani
    18. August 2019, 19:22 | #27
  27. Herz und Verstand
    22. August 2019, 17:20 | #28

    @pelacani

    zu #58

    Ein zusätzlicher Kritikpunkt, der Trump 2020 zum Verhängnis werden könnte.

    Jedenfalls gibt es auch noch ein weiteres quasi Superfood, welches gegen Malnutrition und zum Augenschutz genutzt werden kann, ganz ohne Genmanipulation…

    Vergleiche Kürbiskerne von „Cucurbita maxima“ und „Cucurbita pepo var. styriaca“ (schalenlose Kerne).

    Bangladesh:
    http://agris.fao.org/agris-search/search.do?recordID=US2016B00055

    Afrika:
    https://fortuneofafrica.com/ug/pumpkin-growing-in-uganda/
    https://medium.com/usaid-2030/from-pumpkins-to-profits-a-ugandan-cinderella-story-770af5393b9f

  28. Herz und Verstand
    2. September 2019, 12:17 | #29

    Besser die Ursache des übersteigerten Bevölkerungswachstums ganzheitlich angehen…

    https://www.sciencedaily.com/releases/2006/01/060103114116.htm

    „In einer wichtigen … Studie, die die demografischen Auswirkungen des Übergangs von der Nahrungssuche zur Landwirtschaft untersucht, belegen Anthropologen anhand von 60 vorgeschichtlichen amerikanischen Friedhöfen, dass die Erfindung der Landwirtschaft zu einem signifikanten weltweiten Anstieg der Geburtenrate geführt hat.“ von 2006 (!)

    Getreidekultur > Fertilitätssteigerung der Frau > Minderung der Fruchtbarkeit der Böden > Reduzierung/Verlust der Ketolysefähigkeit des Stoffwechsels = Störungen des natürlichen Kreislaufes/Gleichgewichts > …

    Ergo: Zurück zur Ur-Natur (ökologische Agarwende + Renaturierung) kontra Bevölkerungsexplosion pro Klimaschutz …

  29. pelacani
    3. September 2019, 06:42 | #30

    Herz und Verstand :

    Getreidekultur > Fertilitätssteigerung der Frau > Minderung der Fruchtbarkeit der Böden > Reduzierung/Verlust der Ketolysefähigkeit des Stoffwechsels = Störungen des natürlichen Kreislaufes/Gleichgewichts > …

    Und von Deinen ungebremsten Umdrehungen in der Gedankenspirale, in eine Plastiktastatur gehackt, wird der „natürliche Kreislauf“ nicht gestört? Sitzt Du unterernährt und in Felle gehüllt in einer Höhle, um Deine „Ketolysefähigkeit“ zu trainieren?

    Ergo: Zurück zur Ur-Natur (ökologische Agarwende + Renaturierung) kontra Bevölkerungsexplosion pro Klimaschutz …

    Reaktionäres, misanthropisches Gewäsch. Das hatte mal einen mehr oder weniger seriösen Anstrich, aber die Zeiten sind lange vorbei.
    Malthusianische Katastrophe

  30. Herz und Verstand
    3. September 2019, 23:44 | #31

    Misanthropisch? Das Gegenteil ist der Fall, wenn Du mal genau (holistisch) darüber nachdenken würdest.
    Fakt ist, dass man mit der Natur kooperieren und nicht konkurrieren oder gegen sie Krieg führen sollte…weil man sonst immer den Kürzeren zieht. Und das ist auch der Tenor meiner Darlegung (#29). So bin ich folglich kein Menschenfeind, sondern eher ein Unmenschenfeind und nur in diesem Zusammenhang auch zu Recht reaktionär. Und gehe an die Ursachen, anstatt mich nur an den Symptomen abzuarbeiten und verwerfliche von Unmenschen gemachte fragwürdige Notbehelfe unters Volk bringen zu wollen, wie z.B. genmanipuliertes Essen. Was nur ein Armutszeugnis und eine Sackgasse der „menschlichen“ Kreativität bzw. Evolution darstellt, die einem ökologisch resignativen, nicht nachhaltigen Gedankensumpf entsprungen ist.

    Tipp: Loren Cordain – Das Getreide: zweischneidiges Schwert der Menschheit (Seite 7 und 74)

    Ärzte, die bei Diabetes allein darauf bestehen Betroffenen Insulin zu spritzen und BE zu zählen – also allein resignativ symptomatisch schulmedizinisch zu handeln, anstatt über Empfehlungen zu einem angepassten naturgemäßen Lebenswandel an die Ursachen zu gehen und heilsam zu wirken, disqualifizieren sich als Menschenfreunde und qualifizieren sich nur als opportune Vertreter obsoleter etablierter inhumaner Systemstrukturen. Einfaches naturgemäßes Wissen, wie bei Zuckerkrankheit Kohlenhydrate zu reduzieren, setzt sich daher auch erst langsam im diabetologischen Mainstream durch, ist aber nebenher alternativ-ernährungsmedizinisch schon seit Jahrzehnten bekannt und der Natur selbst schon seit Jahrmillionen (Nahrungsevaluation). Die Landwirtschaft hat hier das von der Evolution erreichte quasi über Nacht zunichte gemacht. Daher auch eine Empfehlung, Dich mal mit Evolutionsbiologie und Mikrobiomforschung auseinander zusetzen, um Deine Perspektive zu erweitern und echten Fortschritt zuzulassen.

    > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/95007/Typ-1-Diabetes-Very-Low-Carb-Diaet-verbessert-HbA1c-Werte
    > https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/erfolgreich-gegen-typ-2-diabetes-ohne-tabletten.html

    FFF werden von Dir wahrscheinlich auch nur verspottet, anstatt Dich davon konstruktiv inspirieren zu lassen, nicht wahr?

  31. Herz und Verstand
    3. September 2019, 23:52 | #32
  32. pelacani
    4. September 2019, 07:27 | #33

    Herz und Verstand :
    verwerfliche von Unmenschen gemachte fragwürdige Notbehelfe

    Ich korrigiere: der Getreideanbau war ein nicht von Unmenschen, sondern von Urmenschen „gemachter“ Notbehelf, der beispiellos erfolgreich und äußerst nachhaltig gewesen ist. Er ist die Grundlage unter anderem dafür, dass wir in mehr oder weniger grammatisch korrekten Sätzen darüber schwadronieren können, wie schön es ohne ihn wäre, statt nicht artikulierte Gutturallaute auszustoßen.

    Herz und Verstand :
    Einfaches naturgemäßes Wissen, wie bei Zuckerkrankheit Kohlenhydrate zu reduzieren, setzt sich daher auch erst langsam im diabetologischen Mainstream durch, ist aber nebenher alternativ-ernährungsmedizinisch schon seit Jahrzehnten bekannt

    Das ist grotesk falsch. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Zuckerkrankheit war immer im Zentrum des „diabetologischen Mainstreams“, übrigens ein Misnomer für wissenschaftliche Medizin.

    Herz und Verstand :Typ-1-Diabetes: Very-Low-Carb-Diät verbessert HbA1c-Werte

    Zur Methode der Erhebung: sie haben eine Facebook-Gruppe online befragt. Das kann nur hochgradig selektiv sein, und prinzipbedingt sind die Möglichkeiten, die Angaben zu prüfen, null. Solche Ergebnisse sind nicht mal ansatzweise geeignet, Ernährungsempfehlungen zu begründen. Was sind da für Einflussfaktoren möglich? Nur als Beispiel, aus dem Link:

    Diese Zahlen beruhen allerdings sämtlich auf den Angaben der Patienten (oder ihrer Eltern), die bei ihrem (in den USA häufig von einem religiösen Sendungsbewusstsein geprägten) Enthusiasmus nicht unbedingt zutreffen müssen.

  33. Herz und Verstand
    4. September 2019, 10:29 | #34

    „Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Zuckerkrankheit war immer im Zentrum des „diabetologischen Mainstreams“, übrigens ein Misnomer für wissenschaftliche Medizin.“

    Ja, klar..aber eben nicht die Reduktion von KH bei gleichzeitiger Reduktion der Insulingabe zusammen mit Bewegungstraining, Muskelaufbau und Fastenintervallen (Revitalisierung der Insulinsensitivität), als eigentlich elementare epigenetische Einflussfaktoren, welche sich am Vorbild der Natur orientieren und die Ketolysefahigkeit des Stoffwechsels wieder herstellen bzw. optimieren, wobei Ketose von Ketoazidose abzugrenzen ist. Stattdessen wird das klinische Bild eines Prädiabetes geschaffen und noch mehr Menschen pathologisiert um diese leitlinienkonform medikamentös einzustellen. Ähnliches gilt für das Cholesterinthema und anhängiges Statin-Marketing. Mittlerweiles ist nämlich klar, dass erhöhtes Gesamtcholesterin i.B. LDL nicht pathologisch ist, sondern allein das erhöhte Lipoprotein a.

    Und Nahrung kann nur als Medizin wirken, wenn sie unmanipuliert/unverzüchtet ursprungsnah sowie weitestgehend schadstofffrei ist. Was in der Industriegesellschaft eben in der Breite gar nicht mehr der Fall ist. Aus diesen degenerativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zieht auch die medikamentöse Pharmakologie ihre Daseinsberechtigung. Könnte/sollte sich in ihrer dominanten Ausprägung jedoch besser gesundschrumpfen, wenn sie es schaffen würde auch im Zeitalter des Anthropozäns/Kapitalozäns (H. Lesch) sich auf humanistische hippokratische Werte zu besinnen.

    KH-reiche Nahrung (welche u.a. auch einen hohen Magnesiumverbrauch provoziert) ist evolutionsbiologisch nachweislich potentiell schädlich für den Hirn/Stoffwechsel, siehe Epilepsie, welche sich unter LowCarb bzw. in Ketose bessert, gleiches bei ADHS, Parkinson, MS, Tourette, etc. – begleitet vom prä/probiotischen Support der Darm-Hirn-Achse. Das Gute hieran ist, dass es kostengünstig jeder Betroffene selbst ausprobieren kann, wie sich sein Krankheitsbild bzw. Wohlbefinden verbessert, wenn er die genetisch vorteilhafte Ernährungsweise als eine wichtige Säule erkennt und nutzt und eher fastet (sich in Verzicht übt) anstatt im Überfluss zu baden und sich weiter High-Carb zu mästen.

    Siehe/vergleiche:
    https://www.google.com/search?q=diabetes+asian
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/147580/Diabetes-Mellitus-Therapieziele-werden-flexibler
    https://www.google.com/search?q=ketose+autismus+gaba
    https://de.wikipedia.org/wiki/Magnesiummangel#Ursachen_f%C3%BCr_Magnesiummangel
    https://de.wikipedia.org/wiki/Low-Carb#Kritik_an_Low-Carb
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1528-1167.2008.01831.x (Modifizierte Atkins Diät)

    ARTE Doku PLANET MENSCH (Sprungmarke bei 46:00 min ff – https://youtu.be/Ms9tGmm2Ziw?t=46m) > Immerhin wurde die Mundflora laut Evolutionsbiologen durch stärkereiche Nahrungsmittel so verändert, dass eine epidemiologische Karieszunahme parallel zum Aufkommen der Landwirtschaft zu erkennen ist (bis hin zu einer persistierenden Dysbiose parallel zum Aufkommen der Industrialisierung). Und die Mundflora stellt ja einen nicht unwichtigen Teil des gesamten Mikrobioms vom menschl. Organismus dar.

    Themenübergreifend / Cross topic:
    https://translate.google.com/translate?sl=en&tl=de&u=https://www.theage.com.au/national/our-high-sugar-diet-is-breeding-a-new-superbug-20190816-p52hwd.html

  34. pelacani
    4. September 2019, 11:49 | #35

    Herz und Verstand :
    Und Nahrung kann nur als Medizin wirken, wenn sie unmanipuliert/unverzüchtet ursprungsnah […] ist.

    Es gibt nicht den geringsten Grund für diese Annahme (s. den Haupttext des Blogs, unter dem diese holistische Sternschnuppe steht: genetisch modifizierter Goldener Reis kann als „Medizin“ wirken). Sie passt zur Annahme, dass Getreide das Verderben der Menscheit ist. Aber in Bezug auf die Realität ist sie verschroben bis lächerlich, wenn nicht gelegentlich gefährlich.

    Herz und Verstand :
    Stattdessen wird das klinische Bild eines Prädiabetes geschaffen und noch mehr Menschen pathologisiert um diese leitlinienkonform medikamentös einzustellen.

    Das genaue Gegenteil ist der Fall:

    Menschen mit gestörter Glukosetoleranz (Impaired Glucose Tolerance, IGT) sowie Menschen mit abnormer Nüchternglukose (Impaired Fasting Glucose, IFG) sind Risikopersonen für Diabetes mellitus und Makroangiopathie. Ihnen sollen lebensstilmodifizierende Maßnahmen angeboten werden.

    NVL Therapie des Typ-2-Diabetes
    Kurzfassung
    1. Auflage, Version 4

    Meine Hervorhebung. Medikamente werden mit keiner Silbe erwähnt.

  35. Herz und Verstand
    4. September 2019, 14:30 | #36

    Du scheinst persönlich kein gesundheitlich Betroffener zu sein. Falls es doch mal dazu kommen sollte, im Alter und auf Grund Deines leitlinienkonformen Lebenswandels, wirst Du vielleicht an diese vermeintlich verschrobene und lächerliche holistische Sternschnuppe denken, Dir Genesung wünschen und hoffen, dass es für eine (naturbewusste epigentisch wirksame) Intervention noch nicht zu spät ist 😉 Viele Menschen werden nun mal erst aus Schaden klug.

    Zumal Du hier Prädiabetes und manifesten Typ-2 zusammenwürfelst. Und in der „NVL Therapie des Typ-2-Diabetes“ sehr wohl medikamentöse (inkl. Insulin) Therapie vorgesehen ist, welche in der Breite sogar noch als Goldstandard gilt.

    „Und in Verbesserung der nichtmedikamentösen und medikamentösen Therapie der Menschen mit Typ-2-Diabetes durch eine auf den Betroffenen und seine individuelle Situation abgestimmten Stufenplan.“

    Insulintherapie des Typ-2-Diabetes – Goldstandard oder Auslaufmodell?
    https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-0836-1818.pdf

    Themenübergreifendes zur ganzheitlichen Prävention:
    https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0940-5452
    (Lebensstilfaktoren – Demenz – Prävention – Insulinresistenz – Ketonkörper/#Ketolysefähigkeit)

    Und Reis ist übrigens auch sehr stärkereich, ähnlich wie Getreide…
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49549/Reis-erhoeht-Risiko-fuer-Diabetes-mellitus-Typ-2

  36. pelacani
    5. September 2019, 08:42 | #37

    Herz und Verstand :

    Du scheinst persönlich kein gesundheitlich Betroffener zu sein. Falls es doch mal dazu kommen sollte, im Alter und auf Grund Deines leitlinienkonformen Lebenswandels, wirst Du vielleicht an diese vermeintlich verschrobene und lächerliche holistische Sternschnuppe denken

    Solche Bekehrungen auf dem Totenbett sind die seit Jahrhunderten gehätschelte Wunschfantasie der Gläubigen. Die zeitgenössische Variante in reiner Form geht so:

    Ich wünsche Ihnen eine Krankheit, die mit schulmedizinischen Methoden nicht mehr heilbar ist und das Krankenhaus Sie als unheilbar in die Palliativmedizin zum Sterben schickt. Spätesten dann werden Sie eine Metamorphose erleben, vom Saulus zum Paulus.
    Aus den Best of Wutlyrik

    Wir haben davon auch noch emotional geladenere Varianten am Lager.

    Herz und Verstand :Zumal Du hier Prädiabetes und manifesten Typ-2 zusammenwürfelst.

    Wer? Ich? Nein, eine solche Verwurstung ist bisher nur einmal vorgekommen, und zwar hier:

    Herz und Verstand :
    Und in der „NVL Therapie des Typ-2-Diabetes“ sehr wohl medikamentöse (inkl. Insulin) Therapie vorgesehen ist, welche in der Breite sogar noch als Goldstandard gilt.

    Das war der darauf folgende Satz, was gewisse Rückschlüsse auf Deine Sachkenntnis nahelegt. Zitiere doch einfach mal die „Leitlinie über den Prädiabetes“, die Medikamente für dessen Behandlung empfiehlt. Kleine Hilfestellung: Du solltest Dir zunächst Klarheit über die Definition des Prädiabetes verschaffen. Noch einfacher: sie ist in #35 schon vorgekommen.

  37. Herz und Verstand
    15. September 2019, 11:42 | #38

    pelacani,

    Deine Ablenkungsmanöver sind leider nur zum Gähnen. Es ist von meiner Seite alles gesagt. „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“

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