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Scharlatanwarnung: Wolf-Dieter Storl

15. März 2008 66 Kommentare

Mit seinem Buch „Borreliose natürlich heilen“ ist der Autor gerade auf großem Werbefeldzug. Der Autor behauptet, mit der Karde – eine zweijährige Pflanze, die auch in Deutschland wild wächst – Borreliose heilen zu können. Es ist dringend davor zu warnen, dieses dem Autor zu glauben. Es gibt keine Hinweise, dass seine Behauptungen auch nur ansatzweise stimmen.

Norbert Satz, Züricher Spezialist für Zeckenkrankheiten, wirft dem Autor in der NZZ vor, er mache „chronisch Kranken falsche Hoffnungen.“ Er bezeichnet die Tipps von Storl als reine Scharlatanerie. Die Behauptung, man könne die Borreliose mit solchen Mitteln heilen, sei „purer Zynismus“.

Untersuchungen von Prof. Sievers an der Hochschule Wädenswil (Schweiz) zeigen zudem:
Kardenextrakt reduziert das Wachstum von Borreliose-Erregern nicht. Das berichtet die „NZZ am Sonntag“ vom 26. 8. 2007. Im Gegenteil: In Einzelfällen wuchsen die Borrelien mit den Extrakten sogar ein bisschen besser. Das neue Buch von Wolf-Dieter Storl enthält aber noch eine ganze Reihe von weiteren hoch fragwürdigen und gefährlichen Ratschlägen.

Äußerst gefährlich sind seine Ratschläge auch deswegen, weil sich Borreliose gerade im Anfangsstadium mit Antibiotika gut behandeln lässt. Wer das nicht tut, riskiert dauerhafte Langzeitschäden bis hin zur Invalidität.

Wie unreflektiert und dumm Storls Ratschläge sind, kann man auch an der Aussage erkennen, dass er eine „Überhitzungstherapie bei 42°“ empfiehlt, weil da die Borrelien abstürben. Wer nur geringstes medizinisches Wissen hat weiß, dass die Gefahr, da „abzusterben“ nicht nur für die Borrelien zutrifft …

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