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„Religioten“

Nicht nur Anthroposophen und Playmates schaffen es, leicht verhinderbare, schwere Erkrankungen wieder zum Blühen zu bringen, sondern auch bestimmte religiöse Idioten. Wie der Spiegel hier berichtet, sind in Chilliwack in der Nähe Vancouvers seit Februar 119 Fälle von Mumps und 70 Verdachtsfälle aufgetreten. Religiöse Idioten sind dort der Ansicht, dass man Gott nicht mit Impfungen ins Handwerk pfuschen soll. Nun steht es jedem frei, auch auf dämlichste Art, sich zu schädigen oder umzubringen, solange er andere damit nicht reinzieht. Leider sind aber hier wieder mal hauptsächlich Kinder die Leidtragenden, denen man sicher nicht vorwerfen kann, idiotische Eltern zu haben. Mumps, oder auch Ziegenpeter, ist eine sehr schmerzhafte Entzündung der Speicheldrüsen. Es wird durch Viren ausgelöst. Ein spezifisches Medikament zur Behandlung der Krankheit existiert nicht. Da hilft nur noch Beten, anscheinend das Einzige, was diese kaltherzigen Kinderquäler können. Die möglichen Komplikationen sind grausam: Sie reichen von dauerhafter Unfruchtbarkeit über Verblödung durch Hirnentzündung bis zu Taubheit.

  1. thomas
    28. August 2008, 17:35 | #1

    Ich habe einen Fall von Unfruchtbarkeit in der Familie. Sehr traurig, aber damals gab es die Impfung noch nicht. Ich kann mich noch erinnern das Mumps fies weh tat. Wer seinen Kindern sowas zumutet gehört verhauen.

  2. 28. August 2008, 19:08 | #2

    Todesfälle durch fundamentalchristliche Eingriffe sind auch in unserem Wikiartikel ‚Geistheilen‘ aus den USA dokumentiert, und zwar im Abschnitt ‚Tote durch Gebet‘.

    Hier der Link:

    https://www.psiram.com/index.p

  3. 28. August 2008, 21:22 | #3

    Das besonders Perverse an dem Fall ist ja, das die die Wirksamkeit von Impfungen gar nicht abstreiten. Bei unsern Impfgegnern hier verweigert man sich wenigstens, weil man Angst um das Kind hat. Ist zwar völlig irreal, aber ethisch gesehen eine weniger große Sauerei. Wobei das natürlich betroffenen Kindern herzlich egal sein kann – obwohl: wenn man sowas als Strafe Gottes sieht, wird es von solchen Wahnsinnigen vermutlich noch zusätzlich bestraft.

  4. Roadrunner
    29. August 2008, 01:02 | #4

    Hallo rincewind,
    ich denke es ist ethisch gesehen eine weniger große Sauerei, wenn man offen sagt, dass man nicht impft, weil man darin ein mangelndes Vertrauen in Gott sehen würde. Da weiss man dann gleich Bescheid, woher der Wind weht. Unsere Impfgegner hier argumentieren in der Regel pseudowissenschaftlich, und verbreiten Angst vor Impfungen, anstatt mit ihrer Ideologie zu argumentieren. Wo argumentieren denn z.B. die Anthros mit ihrem Reinkarnations- und Karmairrsinn? Eine Vielzahl von Eltern fällt auf die wissenschaftlich verkleidete Angstmache der Impfgegner rein, und wissen nicht welche eigentlichen Motive die Impfgegner haben. Wenn die Anthros offen mit ihrer Karma- und Reinkarnationsüberzeugung vom Impfen abraten würden, dann würden sicher nicht so viele Eltern auf die Impfgegner hereinfallen.

  5. 29. August 2008, 07:15 | #5

    Ich kenne drei durch Mumps unfruchtbar gewordene Männer. Man könnte zynisch sagen, lasst die mal machen, die unfruchtbaren reproduzieren nicht, damit sirbt die Sekte aus.
    Aber warum immer auf die Kinder? Warum müssen die immer die Idiotie ihrer Eltern ausbaden.

  6. 29. August 2008, 13:26 | #6

    @roadrunner: Ich bezog das ja auf die Eltern, denen Athros etc. das Hirn vernebelt haben und glauben, aus "wissenschaftlichen" Gründen zu handeln. Bezüglich der Anthros selber hast Du sicher recht.

  7. andreas Lichte
    29. August 2008, 19:44 | #7

    „In der Dritten Welt kursiert der krasse Satz: Zähle deine Kinder erst, wenn sie Masern hatten.“

    sagt Chefarzt Dr. Schade …

    siehe: http://www.ksta.de/html/art

  8. 30. August 2008, 10:04 | #8

    Ein Erklärungsansatz: aus dem Auge, aus dem Sinn. Junge Eltern kennen die Masern nur noch vom Hörensagen – sie wurden ja dagegen geimpft. Ihrem Nachwuchs gönnen sie den Impfschutz aus Ahnungslosigkeit nicht mehr. Natur-Blödheit eben …

  9. andreas Lichte
    30. August 2008, 10:55 | #9

    Liebe "Chefarztfrau",

    womit wir wieder bei der Rolle der Mediziner wären …

    Sind sie nicht immer noch ein bisschen "Götter in Weiss"?

    Warum machen sie nicht ihren Einfluss geltend? Wieso kommt da nicht mehr Aufklärung, Widerstand gegen die Scharlatane und religiösen Fanatiker?

    Wie ist es möglich, dass religiöse Gemeinschaften mit ihren Kindern machen können, was sie wollen? Musste nicht längst gehandelt werden? Darf so etwas heute noch passieren:

    "Conclusions

    Recently, ultra-orthodox Jewish communities and travelling communities have been implicated in outbreak of measles [2,3]. The outbreak described here indicates that the anthroposophic community also is an at-risk group of measles spread, because many parents in this group choose not to vaccinate their children with the MMR vaccine [4]. Anthroposophy, based on the writings of the mystic and social philosopher Rudolf Steiner (1861-1925), combines human development with an investigation of the divine spark found in all of nature. The movement has marked education (Waldorf/Steiner schools) and medicine. Anthroposophical doctors emphasise nature-based therapies that support the body’s innate healing wisdom. Antibiotics, fever-reducing agents, and vaccinations are used at one’s own discretion only [5]."

    http://www.eurosurveillance

    Wieso wird anthroposophischen "Ärzten" nicht die Approbation entzogen?

  10. 30. August 2008, 13:15 | #10

    @Chefarztfrau: Es gibt den Spruch, dass das größte Problem der modernen Medizin ihr Erfolg wäre. Beim Impfen ist das ganz sicher so, weil man eben grausame Folgen von Kinderkrankheiten kaum mehr sieht und mitbekommt.

    Die Hemmschwelle, z.B. bei einem vereiterten Zahn Antibiotika und Schmerzmittel zu schlucken, ist selbst bei Homöopathen erstaunlich gering, wenn es sie selber betrifft.

    Beim Impfen hingegen "verletzt" man einen gesunden Menschen absichtlich. Um das trotzdem zu tun, ist halt nun mal ein minimales Abstraktionsvermögen von Nöten, ebenso die Fähigkeit, Risikoberechnungen und Wahrscheinlichkeiten zu begreifen. Da gibt es Leute, die ihren Kindern aus Angst vor schwerwiegenden Impfschäden das Impfen verweigern, andererseits Lotto spielen.

  11. 30. August 2008, 13:40 | #11

    @Andreas Lichte:

    "Wieso wird anthroposophischen "Ärzten" nicht die Approbation entzogen?"

    Sorry, ich musste bei dem Satz lachen. Allerdings zynisch. Ärztekammern tun sich meistens nur in einem hervor: Im Wegschauen. Wenn selbst offensichtlich schwer psychisch gestörte (keine Polemik) wie Gerhard Vogelsang

    https://www.psiram.com/ind
    munter weiter praktizieren dürfen, obwohl die Kammer von vielen Seiten seit Jahren darauf hingewiesen wird, braucht man sich bei anthoposophischen Ärzten nicht zu wundern. (Siehe auch neuester Eintrag zu Nikolaus Klehr)

    Eben so nicht, wenn es die Lobbies von Homöopathen und Antropo"sophen" schaffen, so einmalig absurde Dinge wie den "Binnenkonsens" im Gesetz eines Staates, der angeblich der Aufklärung verpflichtet ist zu verankern.

    Natürlich gehört denen die Approbation entzogen. Aber von den Zuständigen interessiert das halt keinen.

    Es gibt da den Anthro-"Arzt" Christoph Tautz, z.B. M.W. wollte der einen Studie mit 20.000 Kindern machen, die nicht gegen Masern geimpft werden sollten. Eine Studie also, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit tote und behinderte Kinder zur Folge gehabt hätte. So einer darf kein Arzt sein. Ist er aber. Nach wie vor.

  12. 30. August 2008, 15:34 | #12

    Hier ist das Ding:
    http://www.transgallaxys.co

    DER BLANKE WAHNSINN!
    Zum Glück wurde das abgeblasen.

  13. Schau-ma-amoi
    30. August 2008, 15:36 | #13

    @ roadrunner:

    ich denke es ist ethisch gesehen eine weniger große Sauerei, wenn man offen sagt, dass man nicht impft, weil man darin ein mangelndes Vertrauen in Gott sehen würde. … Unsere Impfgegner hier argumentieren in der Regel pseudowissenschaftlich, und verbreiten Angst vor Impfungen, anstatt mit ihrer Ideologie zu argumentieren.
    Exakt!

  14. Andreas Lichte
    30. August 2008, 16:40 | #14

    Ich dachte, ich stell mal ne naive Frage …:

    "Wieso wird anthroposophischen "Ärzten" nicht die Approbation entzogen?"

    Sind ja oft die richtigen Fragen, so wie bei "Des Kaisers neue Kleider" …

    Was ist eigentlich die Steigerung von "nackt"? Anthroposophie?

  15. 30. August 2008, 17:15 | #15

    Natürlich ist das eine absolut richtige Frage!

    Wer als Arzt meint, Krankheit, Leid und Tod nur als unabdingbares und gar wichtiges Zwischenspiel im Kreislauf der Wiedergeburt zu sehen, frühes Sterben gar als positiv interpretiert, dar hat als Arzt nun wirklich nichts verloren.

    Das es Kinderschänder gibt und dass man die wegsperrt, hat man zum Glück begriffen. Dass es die auf eine ganz andere, perfide Art auch gibt, nicht. Es gibt wohl eine Reihe antroposophischer "Ärzte", die vermutlich eine morbide Lust am Leiden anderer, speziell Kindern haben. Das dürfte weit in die Psychopathologie reinreichen.

    http://www.ariplex.com/ama/

  16. 30. August 2008, 17:18 | #16

    @cohen: Danke. War nicht der Tautz, sondern der Stefan Schmidt-Troschke.

  17. 30. August 2008, 17:33 | #17

    Hier noch ein Zitat aus meinem Link vorhin:

    Christoph Tautz zu Keuchhusten:

    Zitat:

    ——————————————————————————-
    Im Anschluß an einen Pertussis beobachtet man besonders
    bei Kindern, die vorher schlechte Esser waren, daß sie
    plötzlich einen außerordentlich guten Appetit entwickeln.
    ——————————————————————————-

    Bitte beachten Sie: Es gibt keinerlei Beweise, keinerlei Quellenangabe für diese Behauptung.

    Für besseren Appetit muß ein Kind bei Anthroposophen teuer bezahlen – unter Umständen mit dem Leben:

    Zitat:

    ——————————————————————————-
    Da das Kind zwischen den Hustenstößen meist
    keine Luft holt, schwillt das Gesicht an und verfärbt
    sich bläulich. Nach einigen Sekunden, die den besorgten
    Zuhörern immer viel zu lange werden, kommt dann
    eine lange, wegen der engverkrampften Stimmlippe
    ziehendjuchzend klingende Einatmung zustande.
    ——————————————————————————-

    Wer wird sich schon sorgen, wenn ein Kind blau anläuft? Das Kind bekommt schließlich keine Luft. Da wird es schon mal blau.

    Keine Luft zu bekommen ist ein besonders furchtbares Gefühl.

    Anthroposophen können da sicher genußvoll zuschauen, wie es sich entwickelt, das Kind. Das vergißt es bestimmt nie wieder.

    Und sofern es danach jemals wieder essen wird, ißt es vielleicht mehr.

    (Warum sollte ein Kind eigentlich mehr essen müssen? Bloß damit die Heilige Ordnung bei Tisch erfüllt wird und vom Mittagessen nichts übrig bleibt?)

    Christoph Tautz:

    Zitat:

    ——————————————————————————-
    Wir können den Keuchhusten somit als einen Prozeß
    begreifen, mit dem das seelisch-geistige Wesen des Kindes
    sich auch diesen Bereich seines Leibs umgestaltet und
    individuell organisiert.
    ——————————————————————————-

    Umgestaltet und individuell organisiert… Manchmal sogar blau angelaufen, und unter der Erde…

    Die fast schon voyeuristische Art, mit der ein Erstickungsanfall beschrieben wird, und dieser widerwärtige Seitenhieb gegen die Eltern, die dieser Quälerei eben nicht so ungerührt zuschauen können ("Nach einigen Sekunden, die den besorgten Zuhörern immer viel zu lange werden"), sind Ungeheuerlichkeiten, die mit einem normalen Verstand kaum fassbar sind.

    "Individuelle Impfentscheide" sind nicht individuell und schon gar keine Entscheidung. Sie trennen die Menschen in solche, die diese anthroposophische Lügen glauben, und solche die, das nicht tun.

    Wenn Lügen zu einer Entscheidung führen, kann man nicht mehr von einer Entscheidung sprechen. Dann ist man einfach betrogen worden. Man ist hereingefallen. Im Falle der Anthroposophie auf eine menschenverachtende Ideologie, die sich gut getarnt hinter vordergründiger Freundlichkeit und ganzheitlichem Getue verbirgt.

    Ziel anthroposophischer Ärzte ist es, an möglichst vielen Menschen Rudolf Steiners Wahnsinns-"Medizin" zu betreiben, indem man ihnen die Hucke vollügt. Und das auch noch je nach Bedarf. Im Fernsehen, beim WDR, ersinnt man Impfschäden, weil diese in der breiten Bevölkerung eher geglaubt werden. Ist man dann unter sich, gibt es plötzlich mystischen Wirrsinn, aus dessen Grund man die Impfungen unterlassen sollte. Fehlinformationen werden hier nicht ausgeräumt, sondern Fehlinformationen werden hier zu Ideologiezwecken zielgruppengerecht verbreitet.

    Was sind anthroposophische Ärzte?

    Es sind Erfüllungsgehilfen und Vollstrecker selbsterschaffener sadistischer Götter.

  18. 30. August 2008, 19:40 | #18

    Ein grundsätzliches Problem: Etikettenschwindel
    Der ganze Zauber- und Nepper-Zirkus bedient sich medizinischer bzw. wissenschaftlicher Fachterminologie. Früher sprachen diese Leute im Duktus ihres jeweiligen „“Fachgebietes. Worte wie Wunder, Geister, Glauben, Opfer, Magier usw. machten jedem klar, um was es sich handelt. Dazu bunte Gewänder statt Arztkittel und Stethoskop. Das war wenigstens ehrlich.
    Heute ist der Unterschied zwischen Hokuspokus und Naturwissenschaft für den unbedarften Menschen nur noch schlecht zu erkennen. Das ist so in arbeitsteiligen Gesellschaften. Wir sind alle auf Fachleute angewiesen und nur selten selbst die Spezialisten. Zauberer sollten per Gesetz bei der Ausübung ihres Berufs Zylinder tragen und Schamanen Trommeln.

  19. Seid Ihr ganz sicher?
    20. Januar 2009, 19:56 | #19

    Mumps nennt man die Symptome der Heilungsphase, wenn die Ohrspeicheldrüsengänge unter Schwellung "repariert" werden.

    Gibt ein schönes Heftchen für Kinder, was die Ursache der vorherigen Nekrose erklärt (etwas nicht bekommen haben, wörtlich "nicht einspeicheln können").

    http://www.new-focus.ch/pro

    Hier stehen auch noch schöne Beispiele für die Impf-Nebenwirkungen, leeeeecker.

    Bevor Ihr mich jetzt alle verhaut, tut mir einen Gefallen und informiert Euch vorher. Eine Diskussion macht ansonsten keinen Sinn, wenn keiner Bescheid weiß.

  20. 20. Januar 2009, 20:10 | #20

    ja, und Sterben nennt man die Heilung von allen Krankheiten.

  21. 20. Januar 2009, 20:20 | #21

    Ne echt, was wird denn konkret geheilt, wenn die Ohrspeicheldrüse anschwillt? *augenroll*

    Ich hoffe um Darwin Willen, dass sowas sich aus dem Genpool verabschiedet, denn Unfruchtbarkeit ist eben auch eine Folge von Mumps.

    Informieren sollen WIR uns, nee, …. rofl …. *prust!*

  22. Skrzypczajk
    20. Januar 2009, 20:27 | #22

    "Mumps nennt man die Symptome der Heilungsphase, wenn.."

    Heilige Scheiße.

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