Home > Religion > 95 mal daneben

95 mal daneben

Kreationisten sind ein seltsames Völkchen: Was sie nicht verstehen, gibt es nicht, 2 mal 3 sind 4 und im Zweifelsfall steht alles in der Bibel. Die hat natürlich immer recht und wenn es nicht passt, wird es passend gemacht. Dafür, dass sie es mit Belegen, Beweisbarkeit und auch Widerspruchsfreiheit ihrer eigenen Überzeugungen nicht sehr genau nehmen, sind sie überaus kritisch, wenn es um das naturalistische Weltbild und insbesondere die Evolutionstheorie geht. Um es rund heraus zu sagen: Es gefällt ihnen nicht, ein Produkt der Natur zu sein. Sie wollen gern Gottes eingeborene Kinder sein, denen zuliebe die ganze Schöpfung erschaffen wurde. Das ganze große All für sie und sie selbst als Krone der Schöpfung.

Nun kann jeder seinem persönlichen Größenwahn frönen wie er mag. Man gönnt sich ja sonst nichts. Das Fatale an Gläubigen ist aber, dass es sie stört, wenn sie sich für die Krone der Schöpfung halten, aber der Nachbar, der nicht ihrem oder irgendeinem Glauben anhängt, sie für nicht annähernd so wichtig hält, wie sie sich nehmen. Sie nehmen es dem Nachbarn übel, dass, wenn er sie ansieht, er nicht das Gotteskind sieht, sondern nur den Menschen als Produkt seiner (Stammes-)geschichte.

Das geht natürlich nicht.

Kreationisten sind vor allem aus den USA bekannt, wo sie erhebliche Anteile der Christen im „Bible Belt“ ausmachen. Dort wird immer wieder versucht, die finale Schlappe, die die Erzählung der Schöpfungsgeschichte, wie sie in der Bibel zu finden ist, längst erlitten hat, dadurch ungeschehen zu machen, indem sogar im naturwissenschaftlichen Schulunterricht die Evolutionstheorie nur neben die biblische Geschichte gestellt wird. Aber auch in Europa gibt es Menschen, die die narzisstische Kränkung, die sie meinen durch die Evolutionstheorie erlitten zu haben, nicht ertragen können. Kreationisten und Evangelikale, die viele Positionen teilen, missionieren intensiv in Europa. Ganz fundamentalistische Kreise versuchen gar, ihre Kinder völlig dem Schulunterricht zu entziehen, weil dieser sie frei vom Wahn ihrer Eltern machen könnte. 1,2,3

Freiheit geht natürlich gar nicht.

Das jüngste Elaborat aus dieser Ecke sind „95 Thesen“. Nicht eine Neuauflage der lutherschen Thesen gegen den Ablasshandel, sondern eine angeblich „wissenschaftliche Kritik am naturalistischen Weltbild“. Acht Autoren zeichnen für das Büchlein, darunter drei Ingenieure, ein Jurist, ein Chemiker, ein Pfarrer, ein Mediziner und ein Bürger, dessen Profession nicht näher benannt wird. Kein Biologe oder Biochemiker. Alle sehr (von sich) überzeugte Christen, die zumindest teilweise auch schon zu dem Themenkomplex an die Öffentlichkeit gegangen sind. Auf der Seite zu den 95 Thesen wird auf einen Verein „Pro Genesis“ verwiesen, über den eine ganze Bandbreite an Missionstätigkeiten abgerufen werden kann. Diese Verknüpfung führt wiederum zu genesisnet, wo man sich auch mit der Kritik am naturalistischen Weltbild und der kritiklosen Herleitung aus der Bibel beschäftigt. Der Verein „Pro Genesis“ stammt aus der Schweiz.

Dampft man die Überzeugungen der 95-mal-Danebengreifer ein, bietet sich folgendes Bild:
– Erde und Kosmos sind jung (erst vor tausenden Jahren entstanden)
– (Makro-)Evolution existiert nicht, die Vielfalt entstand innerhalb weniger Tage
– Der Tod ist die Strafe für die Abwendung von Gott
– Ein Leben ohne Gott ist sinnlos
– Die Bibel hat recht, weil die Bibel recht hat

Die Ausführungen, die sehr oft einfach von amerikanischen Autoren übernommen wurden, strotzen nur so von falschem Verständnis. Grundlegende Mechanismen der Evolution oder Naturgesetze und Fakten wurden schlicht nicht verstanden oder werden so verdreht, dass der „kritische“, d.h. hier bibeltreue, „Forscher“ einen Hebel für seine Kritik findet. In nicht wenigen Fällen wird einfach die Unwahrheit geschrieben. Ob den Autoren bewusst ist, dass sie fälschen, verdrehen und täuschen, damit sie ihre Überzeugung retten können, sei der Wahrnehmung des Lesers überlassen. In weiten Teilen wird dankenswerterweise direkt aus der Bibel argumentiert.

Die Autoren schreiben auch noch das hier auf ihrer Seite:

„Da wir bestrebt sind, Fehler zu korrigieren, bitten wir Sie, uns nach dem aktuellen Stand der Wissenschaften Feedbacks und Änderungsvorschläge zukommen zu lassen. Kontaktieren Sie uns hier.“

Wir empfehlen: Einstampfen.
Da ist so viel falsch, da müsste man ihnen eine ganze Bibliothek senden. Und als Dreingabe den Verstand, das nicht alles nur an der Bibel zu messen.

(zum Weiterlesen auf „mehr“ klicken)

Ein Zitat aus einer Pressemitteilung des Vereins von dem Juristen des Autorenteams bringt die Diskrepanz zwischen Anspruch an andere, dem Anspruch an sich, der Eigeneinschätzung der eigenen Geisteskraft und der Fremdeinschätzung, die der Leser vornehmen kann, besonders schön zum Ausdruck:

„Mathematisch – die Evolutionisten beanspruchen ja die Solidität der Mathematik für ihre Theorie – ausgedrückt ist die Aussage Zufall mal Notwendigkeit vom Gehalt her: 0 x 1. Und das Ergebnis: 0! D.h., jede Aussage, welche mit Zufall verknüpft wird, ist im Ergebnis leer, gehaltlos, substanzlos, so auch die Evolutionstheorie (vgl. dazu Dieter Aebi, Prozessakte Evolution, Evolution contra Kreation aus juristischer Sicht, CV Dillenburg, S. 54 ff.).“

http://www.progenesis.ch/presse/replik_schule.pdf

Dafür sollte es eigentlich den Orden wider den tierischen Ernst geben. Aber Aebi meint das ernst. 15-Jährige, die so denken, senken den Pisa-Schnitt ganz erheblich.

Was die Autoren sich wünschen, beschreibt einer der Autoren, Werner Gitt, der bis 2002 Professor bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig war, in seinem Vorwort:

„Sinn und Ziel dieses Buches
Das Konzept der hier vorgelegten 95 Thesen ist unverkennbar an die 95 Thesen Martin Luthers angelehnt. Damals löste dieser eine Revolution aus, die eine weltweite Wirkung zur Folge hatte. Luther stellte die Bibel als einzige göttliche Quelle heraus und konnte mit diesem Massstab zahlreiche Missstände und Irrlehren der damaligen römisch-katholischen Kirche entlarven. Eine ähnliche Durchschlagskraft wünsche ich auch diesen 95 Thesen.“

http://www.0095.info/de/index_buchde.html

Man will also eine „Revolution“ mit weltweiter Durchschlagskraft und man meint im naturalistischen Weltbild Irrlehren erkannt zu haben. Gitt führt weiter aus:

„In Bezug auf die Glaubwürdigkeit kommen nur die beiden Alternativen A1 und A2 infrage:

A1: Es stimmt, dass die Herkunft und unermessliche Vielfalt des Lebens sich ausschliesslich durch chemische und physikalische Gesetzmässigkeiten und die viel zitierten Evolutionsfaktoren Mutation, Rekombination, Selektion, Isolation, lange Zeiträume, Zufall und Notwendigkeit sowie Tod erklären lässt. Konsequenterweise braucht man dann keinen Gott, und auch die Bibel beruht dann auf keinerlei göttlicher Quelle. Sie ist ein von Menschen erdachtes Buch, und Begriffe wie Himmel und Hölle oder Auferstehung und ewiges Gericht entstammen der menschlichen Fantasie und haben für uns Menschen keinerlei Relevanz.

Oder A2: Es stimmt, was Gott uns in der Bibel gesagt hat. Dann ist der Gott der Bibel der einzige lebendige Gott und die Evolution ein folgenschwerer Wissenschaftsirrtum. Der Tod ist kein Leben schaffender „Evolutionsfaktor“, sondern eine Konsequenz der Trennung von Gott (1). Wir können der ganzen Bibel glauben – so wie Jesus zu Gott, dem Vater, gebetet hat: „Dein Wort ist die Wahrheit“ (2), und wie der Apostel Paulus bekannt hat: „Ich glaube allem, was geschrieben steht“ (3). Wir werden nach unserem physischen Tod auferstehen und uns im Gericht vor Gott zu verantworten haben; und es gibt wirklich einen Himmel und auch eine Hölle.“ a.a.O.

Spätestens hier wird die Denkhemmung Gitts überdeutlich: Dass es A3 (Koran), A4 (Thora), A5 (die Lehren Buddhas), … An gibt, unterschlägt er einfach. Aus seiner Sicht gibt es nur die Konkurrenz zwischen SEINEM Gottesglauben und dem Naturalismus. Das ist dann nach seiner Vorstellung von allgemeiner Gültigkeit. Da hat sich jemand nicht nur mit Natur, sondern auch mit Wissenschaft UND Religion(en) nicht auseinandergesetzt. Durchdringung der Materie und Missionsdrang verhalten sich umgekehrt proportional. Eine solch primitive und wenig reflektierende Darstellung würde man keinem Abiturienten durchgehen lassen.

Indes die Befähigung der eigenen Person, zum Diskussionsstand überhaupt etwas Gehaltvolles beitragen zu können, überprüfen auch die anderen Autoren nicht. In den Thesen mischt sich Unverstandenes mit Überholtem, Scheinargumente werden widerlegt, Ahnungsfreiheit wird ungeniert demonstriert, gesicherte Forschungsergebnisse ignoriert oder verdreht. Man zitiert oft und gerne amerikanische Kreationisten und Vertreter des „intelligent design“, von denen man auch teilweise die Argumente direkt übernommen hat (bis hin zur falschen Übersetzung „billion“ in „Billionen“, was ja „nur“ der Faktor 1.000 ist…).

So ist denn auch nichts so richtig neu an den Thesen oder an dem Buch. Vieles ist zudem aus Bibelstellen zusammengeschustert, damit man auch ja auf die aufmerksamkeitsheischende Zahl von 95 kommt. Nur der Verlag, aus dem das Traktätchen stammt, kann auf diese Beschreibung kommen:

„Die den Thesen zugrunde liegenden Fakten und Argumente wurden nach dem heutigen Stand der Erkenntnis erhoben und werden aus dem Blickwinkel der Schöpfungstheorie diskutiert. […] Aktualität, Quellenangaben, Genauigkeit und Nachvollziehbarkeit der Argumentation halten wissenschaftlichen Kriterien stand.“

Fragt sich nur welcher Wissenschaft. Wahrscheinlich die der Bibelforscher.
Der Verlag heißt Christliche Literatur-Verbreitung.

Aus der „Schlusserklärung“:

„Leider ist es in der öffentlichen Evolutionsdebatte so, dass über noch ungeklärte Detailfragen diskutiert, aber die Evolution im Sinne der Höherentwicklung nicht grundsätzlich infrage gestellt werden darf. Leuten, die das trotzdem tun, droht der Ausschluss aus dem Wissenschaftsbetrieb und dem Bildungswesen. Hier können Verfechter der Evolutionstheorie, oft unbewusst, einen totalitären, dogmatischen und ideologischen Standpunkt einnehmen.“

http://www.0095.info/de/index_schlusserklaerung.html

Dass ausgerechnet bibeltreue Christen sich in der Pose als Opfer von Dogmatismus darstellen und gefallen, entbehrt nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik.
Man versucht in völliger Umkehrung der Geschichte sich sogar als Märtyrer gegen Irrlehren dazustellen, indem man Wissenschaftler als verbohrte, hasserfüllte und gefährliche Gläubige darstellt:

http://www.0095.info/resources/index_aktionende_1.jpg

Diese Manipulation durch Bild und Wort zieht sich über die ganze Internetseite. Immer wieder werden im Zusammenhang mit der Wissenschaft Verben wie „predigen“, „glauben“ verwendet, Adjektive wie „dogmatisch“ und „ideologisch“. Man selber ist natürlich „objektiv“ und arbeitet „wissenschaftlich“.

In einer Pressemitteilung des Vereins „Pro Genesis“, die von einem der Autoren, dem bereits oben erwähnten Juristen Dieter Aebi, stammt, wird diese Umkehrung noch einmal verdeutlicht:

„Kreationisten dienen der Aufklärung, während die fundamentalistisch eingestellten Evolutionisten diese mit allen Mitteln verhindern wollen. Kreationisten haben kein Problem, wenn Evolution und Schöpfung nebeneinander gelehrt werden, da sich letztere bei vernünftigen Menschen durchsetzen wird. Evolutionisten geraten dagegen offensichtlich in Panik, sobald eine Alternative zu ihrem Dogma in den Lehranstalten nur schon erwähnt werden soll. Damit offenbaren sie allerdings eine sich selbst nicht eingestandene Verunsicherung. Auch ihre persönliche Erfahrung im Alltag weist auf einen Schöpfer hin. Sie können sich das aber nicht eingestehen.
Und sie erweisen sich als unwissenschaftlich. Wahre Wissenschafter wollen ihre Theorie mit anderen Theorien messen, damit sie sich profiliert. Das wagen die Evolutionswissenschafter nicht.
Die verkrampfte Einstellung hängt möglicherweise mit einem sektenartigen Gruppenzwang zusammen. Wer unter Biologen eine Schöpfung in Betracht zieht, dürfte von der Gemeinschaft der Naturwissenschafter ausgeschlossen werden.“

http://www.progenesis.ch/presse/replik_schule.pdf

Man will die biblische Schöpfungslehre verbreiten und ihr wieder Geltung verschaffen. Man will im Grunde, dass die biblische Schöpfungslehre mindestens im gleichen Rang steht wie die Evolutionslehre. 2×3=6 soll gleichberechtigt stehen neben 2×3=4. Man will, dass an Schulen die biblische Schöpfungsgeschichte im naturwissenschaftlichen Unterricht gelehrt wird. In der Schweiz hat man sogar eigene Schulbücher an die Schulen versandt, es wird versucht, Einfluss auf die Bildungspolitik zu nehmen. Eine Darstellung der Vorkommnisse in der Schweiz findet sich bei kath.net. SPON berichtete auch schon über den Kreationismus im europäischen Kontext.

Aber bei der Gleichrangigkeit soll es nicht bleiben. Und auch nicht beim Schulunterricht. Denn Kreationisten ist der Säkularismus zuwider. Da trifft es sich gut, dass das auch andere so sehen. Zum Beispiel der hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Harun_Yahya

http://www.kath.ch/index.php?PHPSESSID=4d1tno1i6td1j1h1fvecijo760&pw=k76m&na=12,0,211,0,d,20522

http://www.blick.ch/news/schweiz/artikel61772

Der Geist von „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ schwebt über der Denkweise nicht weniger Fundamentalisten gleich welcher Religion. Freiheit ist Kreationisten zuwider, denn dann könnte man den eigenen Verstand benutzen und sie als das sehen was sie sind: Dummköpfe und Wahnbehaftete, mit denen man Mitleid haben könnte, wären sie nicht so militant und antidemokratisch.

Wie es aussehen könnte, gewänne diese Strömung weiter an Boden, mag man sich gar nicht ausmalen. Ein friedliches Takka-Tukka-Land würde das nicht, sondern ein Ort, an dem der freie Gedanke als gottlos gilt, das, was gelehrt wird, sich an der Bibel orientiert und das, was nicht mit der Bibel übereinstimmt, dem Vergessen anheim gegeben wird. DAS ist „die Revolution“, die man mit diesen 95 Thesen bewirken will. Man will die Macht, dem Andersdenkenden seinen Wahn aufzuzwingen, weil man die Realität nicht erträgt. Damit aber machten diese Menschen ihr persönliches Problem zu dem der Gesellschaft. Das kann man nicht hinnehmen. Wehret den Anfängen!

1 Genau diese Ängste verdeutlicht sehr intensiv diese Pressemitteilung des Vereins „Pro genesis“:
http://www.progenesis.ch/presse/ppd77.htm

2 Wie sich das darstellt, zeigt zum Beispiel die „Philadelphia Schule“ auf:
http://www.philadelphia-schule.de/html/geschichte.html

3 Über die Gründe:
http://www.hausunterricht.org/html/grunde.html

  1. Scardanelli
    20. Oktober 2009, 16:35 | #1

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    was mich bei solchen Sachen immer so fuchtig macht (zumindest am Rande), ist, wie wenig aufrichtig die Diskutanden pro Kreationismus sind. Wenn es dem Festigen des eigenen Standpunktes dient, wird mit falschen Behauptungen, Strohmann-Argumenten und logischen Zirkelschlüssen gearbeitet. Täte die Gegenseite das, dann wäre das Geheule groß (im Übrigen unterscheiden sie sich darin kaum von Impfgegnern, Aids-Leugnern, Hamer-Jüngern und anderen – wenn es keine Belege für ihre Ansichten gibt, dann darf man auch schon mal etwas kreativ mit der Wahrheit umgehen).

    Aber das ist nur schlechter Stil – und nicht das Hauptproblem.

    Was mich als Katholik ebenfalls fuchtig macht ist, dass diese Menschen offenbar nicht begreifen wollen, dass die Evolutionslehre (besser wäre wohl: Das Naturgesetz Evolution – schließlich ist dieses Konzept so ergreifend einfach und einleuchtend wie das Dogma von Ursache und Wirkung) in keinem Fall die metaphysische Ebene betrifft. Man kann wunderbar auch an einen Schöpfergott glauben und Dinge wie Evolution et.al. als wahr begreifen. Das eine hat mit dem anderen nix zu tun (da gibt es nicht einmal eine Schnittmenge).

    Das Problem ist – höchstwahrscheinlich – dass Menschen, die Dinge wie den Kreationismus und das Intelligent Design (eigentlich ein Oxymoron) vertreten, einen äußerst einfach gestrickten Kinderglauben pflegen, der darauf angewiesen ist, dass die Bibel wortwörtlich richtig ist (das ist sie natürlich nicht, und das sollte sie auch nie sein).

    Das schlimme ist nur, dass solche Mitmenschen – im Gegensatz zu Kindern – unter anderem das Wahlrecht besitzen, und zwar passiv wie aktiv. Außerdem können sie besser mit Computern umgehen und Verlage gründen.

    Untertänigst

  2. Daniel Elstner
    20. Oktober 2009, 21:08 | #2

    Hmm, die Argumentation über Freiheit und Demokratie finde ich eher unpassend. Denn genau in diese Bresche schlägt ja auch die Kampagne in den USA, Intelligent Design gleichberechtigt neben der Evolution an öffentlichen Schulen zu unterrichten. Aber über wissenschaftliche Erkenntnisse wird nicht per Abstimmung entschieden, sondern über deren Nachweis.

    Wenn, dann ist es die Freiheit der Lehre, die hier in Gefahr ist. Es geht darum, belegte wissenschaftliche Erkenntnisse in einem naturwissenschaftlichen Unterrichtsfach vermitteln zu dürfen, auch wenn ein Teil der Bevölkerung dem ablehnend gegenüber steht.

  3. JOhannes9126
    21. Oktober 2009, 06:45 | #3

    Zitat der Cretards:
    "Kreationisten haben kein Problem, wenn Evolution und Schöpfung nebeneinander gelehrt werden, da sich letztere bei vernünftigen Menschen durchsetzen wird."

    Da kann man nur kotzen. Ansonsten: *Applaus* für diesen sehr gut geschriebenen Artikel.

  4. 21. Oktober 2009, 08:18 | #4

    @ Daniel Elstner:

    Nach meiner Meinung ist diese Strömung nicht nur eine Gefahr für die Freiheit der Lehre, sondern auch für Presse- und Meinungsfreiheit. Kreationisten ist die Säkularisation ein Dorn im Auge. Demokratie ist ohne eine saubere Trennung von Religion/Kirche und Staat sowie Lehre und Presse und Staat in dauernder Gefahr. Ihre Vorstellung von Gesellschaft zeigt sich ja u.a. darin, dass sie ihren Kindern eine Wahlfreiheit (die ja bedingt, dass sie beide Seiten kennen) nicht zubilligen wollen. Der Ansatz über den Schulunterricht zeigt, dass man nicht nur den eigenen, sondern auch fremden Kindern diese und andere Freiheiten im Grunde nicht zugestehen will. Nicht umsonst fallen insbesondere religiöse Gruppen dadurch auf, dass sie gegen alle möglichen freiheitlichen Erziehungsansätze auftreten: gemeinsamer Unterricht, Sexualkunde etc.

    Die Gleichberechtigung von Mann und Frau wird abgelehnt, Frauen wird in Familie und Gemeinschaft eine bestimmte Rolle vorgeschrieben bis hin dazu, dass Frauen in der Gemeinschaft zu schweigen haben. Verhütung und Schwangerschaftsabbruch werden deutlich abgelehnt.

    Man will Einfluss, über die Gesellschaft dem Einzelnen, auch dem Nicht- und Andersgläubigen die Vorschriften machen zu können, die diese Menschen für sich aus der Bibel ableiten. Das alles sind Punkte, bei denen man durchaus die demokratische Befähigung und Willen dieser Menschen und die Vereinbarkeit ihrer Ziele mit einer freiheitlichen Demokratie betrachten kann und vielleicht auch muss.

    http://en.wikipedia.org/wik

    Dazu auch ein Arbeitspapier des Europarats:
    http://assembly.coe.int/Mai

    Interessant ist, dass die Europäische [url=http://de.wikipedia.org/wik…]Evangelische Allianz[/url] gegen das Papier Stimmung gemacht hatte. Weiterhin ist interessant, dass die EKD wohl die Allianz gegen kritische Medienberichte in jüngster Zeit verteidigt hat:

    http://www.ead.de/nachricht…[backPid]=94&cHash=98670d42f0

  5. 21. Oktober 2009, 09:18 | #5

    Vielen Dank für die Zusammenfassung, ich hätte mir die 95 Anschläge der "Cretards" (JOhannes9126 – danke) nicht reinziehen wollen. Scardanelli: JA! Dass die Schnittmenge leer ist (und leer sein muss), kann man gar nicht oft genug wiederholen. Deswegen tue ich das hier.

    Übrigens gibt es zur Information auch
    https://www.psiram.com/index.p… sowie in der Kategorie der Überzeugungssysteme:
    https://www.psiram.com/index.p… .

  6. 21. Oktober 2009, 13:19 | #6

    Wenn sich jeder um seinen eigenen Scheiß kümmern würde, dann gäbe es auch Frieden. Warum müßt ihr euch damit beschäftigen? Welch "persönlicher Größenwahn", welche Eitelkeit euererseits wurde denn von den Kreationisten verletzt, daß ihr euch hier so echauffiert?

    Wenn ich sowas lese: "Nach meiner Meinung ist diese Strömung nicht nur eine Gefahr für die Freiheit der Lehre, sondern auch für Presse- und Meinungsfreiheit." dann braucht ich nichtmal Argumente finden, um mit oder gegen euch zu diskutieren.

    Ihr erzählt was von Freiheit und wollt etwas verbieten – he – ihr seid ganz schön clever… wohl die Weisheit mit Löffeln gefressen?

    … und ich bin weder Kreationist noch Evolutionist.

  7. 21. Oktober 2009, 13:41 | #7

    @Oliver:

    Ich bin auch weder Kreationist noch "Evolutionist". Das ganze hat mit -ismus nichts zu tun. Es geht um folgendes:

    Die Evolutionstheorie ist eine umfassende, sehr gut belegte wissenschaftliche Theorie, welche die Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten sehr gut erklärt. In der Naturwissenschaft ist nichts unumstößlich, aber die Evolution ist die mit Abstand beste Erklärung für unsere Beobachtungen, die wir haben.

    Kreationismus ist der Versuch, eine fantastische Geschichte aus vergangenen Zeiten, die mangels Alternative zur Erklärung des Lebens herangezogen wurde, auf eine Stufe mit dem heutigen Erkenntnisstand der Naturwissenschaft zu stellen.

    Biologie ist per Definition eine Naturwissenschaft. Was sollte Deiner Meinung nach denn im Biologieunterricht gelehrt werden?

  8. 21. Oktober 2009, 14:02 | #8

    @ Oliver:

    "Wenn sich jeder um seinen eigenen Scheiß kümmern würde, dann gäbe es auch Frieden. Warum müßt ihr euch damit beschäftigen? Welch "persönlicher Größenwahn", welche Eitelkeit euererseits wurde denn von den Kreationisten verletzt, daß ihr euch hier so echauffiert?

    Wenn ich sowas lese: "Nach meiner Meinung ist diese Strömung nicht nur eine Gefahr für die Freiheit der Lehre, sondern auch für Presse- und Meinungsfreiheit." dann braucht ich nichtmal Argumente finden, um mit oder gegen euch zu diskutieren.

    Ihr erzählt was von Freiheit und wollt etwas verbieten – he – ihr seid ganz schön clever… wohl die Weisheit mit Löffeln gefressen?

    … und ich bin weder Kreationist noch Evolutionist."

    Aber leider auch jemand, der nicht sieht, dass eine tolerante Gesellschaft nur bestehen kann, wenn sie Intoleranz NICHT toleriert.

    Kreationisten wollen an den BIOLOGIE-Unterricht, weil das die erste Linie ist.

    Genau das machen Kreationisten nicht, sich nur "um ihren Scheiß zu kümmern". Sie nehmen nicht nur ihren eigenen Kindern oft genug jede Chance auf gesellschaftliche Einbindung, was schlimm genug ist, sondern sie wollen der Gesellschaft ihren Stempel aufdrücken. Die Beschäftigung mit den Kreationisten, die Dich ja anscheinend schon massiv stört, ist notwendig, weil Kreationisten nicht nur missionieren, sondern auch versuchen, politischen Einfluss zu nehmen. Die dürfen das aber? Aber hallo…

    Hart erkämpfte Persönlichkeitsrechte wie u.a. die von mir bereits genannten werden von diesen Strömungen massiv bekämpft. Ich sehe diese nicht nur als religiöse Strömungen (die blieben im Privatleben), sondern auch als politische Interessenvertretungen.

    Nein, Eitelkeiten verletzen die Kreationisten nicht. Sie beleidigen höchstens den Verstand.

  9. 21. Oktober 2009, 14:07 | #9

    @Hema:

    Vielleicht reden wir etwas aneinander vorbei. Denn letztendlich sehe ich selbst auch so, dass die Verbreitung von Irrationalismus — und Kreationismus ist zweifellos irrational in der heutigen Zeit — unserer Kultur schadet. Mir fällt nicht ein einziges Beispiel von Willkür und Gewaltherrschaft in der Geschichte ein, das nicht untrennbar mit irrationalen Lehren und Verhaltensweisen einherging.

    Somit sehe ich es genau wie Du, dass die mit dem Kreationismus einhergehende Kultur, sobald sie etabliert wäre, eine Kultur der Unterdrückung wäre. Denn schlichte Gewalt ist das einzige Überzeugungsmittel das übrigbleibt, wenn Rationalität nicht mehr zählt. Und rechtfertigen lässt sich dann sowieso alles.

    Das ganze ist aber ein Weltbild, und unter der Voraussetzung eines Weltbildes zu argumentieren, finde ich immer etwas problematisch, selbst wenn ich die Ansicht teile. Ein Weltbild sollte eher am Ende herauskommen.

    Meine Kritik zielt nicht darauf ab, den Beitrag zu widerlegen. Ich habe halt mittlerweile regelrecht den Reflex entwickelt, jede Äußerung danach zu beurteilen, wie wohl ein Anhänger der Gegenseite oder ein Unbeteiligter darauf reagieren würden. Vielleicht sollte ich Politiker werden — *schüttel* 🙂

  10. 21. Oktober 2009, 14:33 | #10

    @ Daniel:

    Politiker suchen den Interessenausgleich. In einer Meinungsäußerung muss/sollte man das eher nicht, sondern seine eigenen Argumente vorbringen, sonst gehen sie verschütt´. 😉

    Um es konkreter zu fassen, müsste man jede der "Thesen" einzeln betrachten. Dafür ist aber n.m.M. ein Blog-Beitrag nicht das rechte Format. Zu lang, zu sperrig, zu unübersichtlich. Wenn man zu jeder These nur einen Satz schriebe (und das geht nicht, weil man aufbauen muss), würde das schon zu lang für einen solchen Beitrag.

    Insofern halte ich die Frage: "Was wollen die mit diesem Irrsinn und warum?" nicht nur für zentral, sondern auch im vorliegenden Format für kurz darstellbar. Es steht ja jedem frei, sich anhand einer Sichtung der Einzel-Thesen genauer zu informieren.

  11. Kurt
    21. Oktober 2009, 14:40 | #11

    @Oliver

    du solltest dich vielleicht mal näher mit der Thematik "evangelikale Strömungen" speziell auch in Deutschland beschäftigen. So wie schon Hema sagte, geht der absolute Wahrheitsanspruch gerade von fundamentalistischen Christen aus, zu deren Aufgabe es gehört die gesamte Welt missionieren zu wollen. Dies beinhaltet auch das Streben nach uneingeschränkter politischer Macht und natürlich jegliche Abschaffung von einer Trennung Kirche – Staat.

    Hier kann man dazu viel lesen:

    http://brightsblog.wordpres

  12. nihil jie
    21. Oktober 2009, 17:41 | #12

    @Oliver

    ich mach es nicht so kompliziert und auch eher sehr pragmatisch;

    keion biologe hatte sich jemals erdreistet im religionsunterricht die evolutionslehre zu etablieren. denn da gehört sie auch nicht hin. die biologie ist schon da angesiedelt wo sie hingehört. warum sollte es bei religionen anders sein ? die biologen "kämpfen" also praktisch auf "eigenem boden" wenn sie den biologieunterricht verteidigen. ich versuche mir gerade vor zu stellen was los wäre wenn tatsächlich jemand aus der wissenschaft kommt und versuchen würde die evolutionstheorie im religionsunterricht durch zu drücken ?
    jedenfalls ist ein teilbild der ganzen geschichte für mich schon sehr eindeutig, wenn es da drum geht wer hier wem zu unterdrücken versucht oder anders gesagt… wer nach einer machtstellung greift.
    in einem öffentlichen raum sind mir irgend welche behauptungen eigentlich ziemlich egal… da können von mir aus die menschen glauben dass der mensch von einer teekanne erschafen worden ist, aber nicht wenn diese dinge auf dem boden "der wissenschaft" ausgetragen werden um sie zu unterwandern. dann ist klarr dass sie da leute auch zur wehr setzen… wie auch ich. ich verteidige das konzept der wissenschaft wie ich mir den rationalen vorgang der durch genau dieses konzept ermöglicht wird, sehr schätze.
    ich mag es nicht wenn man etwas betreibt, was schon von vorn hinein ein festgelegtes ziel oder ergebnis vorsieht, und man es dann noch wissenschaft nennt. denn das erfüllt nicht die kriterien einer wissenschaft. und das machen kreationisten…. die setzen sich ein ziel, nämlich einen schöpfer der die welt mit allen drum und dran erschaffen hat, und dann wird einfach drumherum "geforscht" so dass zum schluss das bild auch ERFÜLLT wird… so wie man wünsche und träume erfüllt, soll an der stelle eine erwartungshaltung erfüllt werden. und das gefällt mir ganz und gar nicht und es erfüllt nicht die vorraussetzung von dem konzept einer reinen wissenschaft oder im speziellen der grundlagenforschung.
    und wenn es so etwas wie eine "wahrheit" gibt (auf die ich selbst gar nicht bestehe), dann ist es das was man verfollgen kann ohne es zu wissen wohin es einen hinbringt…

  13. nihil jie
    21. Oktober 2009, 17:55 | #13

    noch mal zu korrekur:

    ich zitiere mich noch mal selbst 🙂
    "…. "wahrheit" gibt (auf die ich selbst gar nicht bestehe), dann…."

    das müsste eigentlich korrekter weise stehen… dass ich auf keine absoluten "wahrheiten" bestehe… es geht eher um "wahrheiten" die zu gegebenen sachverhalten passen. ich nehme das wort "wahrheit" auch in (""), weil es für mich eigentlich so etwas nicht gibt. es gibt nur rationale erklärungen die entweder entkräftet werden können oder bestätigt… mit dem restrisiko dass sie dabei neue fragen aufwerfen die sich dabei stellen könnten. aber das macht es gerade ja auch so spannend *gg

  14. Johannes9126
    21. Oktober 2009, 20:10 | #14

    Wenn die Kreationisten in die Öffentlichkeit und die Schulen vordringen wollen, dann sollen sie gefälligst auch hinnehmen, daß in jedem ihrer Gottesdienste 20-30 Minuten lang ein Experte zu Evolution und (Astro-)Physik referiert. So von wegen beide Seiten gleichberechtigt behandeln.

  15. Scardanelli
    21. Oktober 2009, 20:56 | #15

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    dem Vorschlag von Johannes kann ich mich vollumfänglich anschließen.

  16. Kira
    22. Oktober 2009, 16:16 | #16

    Sorry OT:

    James Arthur Ray ist einer der bekanntesten New-Age-Gurus der USA, sogar bei Oprah Winfrey warb er für seine obskure Bewegung – jetzt droht ihm eine Anklage wegen eines todbringenden Rituals. Nach einem Massen-Saunagang in der Wüste Arizonas mussten 21 Menschen ins Krankenhaus, drei starben.

    http://www.spiegel.de/panor

  17. Axel
    22. Oktober 2009, 20:08 | #17

    Die Diskussion hier geht schon in die richtige Richtung, denn sie hebt sich von dem konkreten Betrieb der Naturwissenschaften ab. Es ist nicht möglich, mit konkreten, naturwissenschaftlichen Argumenten einen Kreationisten zu überzeugen. Ebenso wie ein Kreationist keinen Biologen überzeugen kann. Vielmehr ist diese Frage, oder vielmehr der Konflikt, dieser beiden Weltsichten soziologisch zu erörtern.

    In der Soziologie gibt es die Tendenz, unsere Gesellschaft als funktional differenziert zu betrachten. Das bedeutet, dass jeweils ein Teil der Gesellschaft eine bestimmte Funktion für das Ganze übernimmt (natürlich ganz vereinfach ausgedrückt) und dafür auch seine eigene Weltsicht und seine eigenen Kriterien aufstellt.

    Nun sehen fundermentale Christen die Welt primär durch Brille ihres niedergeschriebenen Glaubens. Daran ist zunächst nicht verkehrt. Zu dieser Sicht gehört auch die Schöpfungsgeschichte und mit dieser lässt sich abschließend die Entstehung der Welt erklären.

    Anders arbeiten Wissenschaftler und besonders die aus den Naturwissenschaften. Diese haben sich ein Erkenntnisgewinn nach Popitz auf die Fahnen geschrieben, wonach jede Aussage falsifizierbar sein muss. Also ich muss prinzipiell in der Lage sein, das Gegenteil zu beweisen. Bei jedem Versuch, den die Chemiker machen und jede Beobachtung, die von Biologen durchgeführt wird, kann ein anderer Wissenschaftler daher kommen und zeigen, dass dem doch nicht so ist. Er kann das Gegenteil herausfinden. Die gesichtern, aber dennoch umstößlichen Erkenntnisse werden zu einer Theorie zusammengefügt, die wiederum entkräftet wird, sobald es Funde oder Beobachtungen gibt, die nicht dazu passen.

    Die Funktion einer Theorie ist für die Wissenschaft aber nicht in erster Linie die er Erklärung, sondern die der Generierung und Sortierung von Fragen. Man möchte mehr herausfinden. An jede wissenschaftliche Arbeit, die eine Frage klärt schließen sich mehrere neue an. Und so kommt die Wissenschaft zu immer neuen Fragen und immer neuen Ergebnissen. Überspitzt formuliert hat die Wissenschaft gar nicht das Ziel eine umfassenden Erklärung der Welt, sondern das Ziel ist es, weitere Fragen stellen zu können.

    Hier zeigt sich, dass sich die beiden Anstätze der Kreationisten und der "Evolutionisten" diametral gegenüberstehen. Und es ist klar, dass die Wissenschaft nichts mit der Schöpfungsgeschichte anfangen kann. Es passt vom Grundsatz her nicht in das eigene Weltbild und den eigenen Forschungsprozess. Ebenso ist es nicht möglich beide in der Forschung zu kombinieren. Man stelle sich den Genetiker vor, der morgens ins Labor geht um seine wissenschaftliche Arbeit abzuschließen und unter seinen Artikel schreibt: "Und warum ist das so? Gott hat es gemacht. Weitere Fragen stellen sich nicht, denn Gott hat es gemacht." Natürlich kann der betreffende Wissenschaftler ein frommer Mann sein und das ist seinem Charakter in keinster Weise abträglich, aber in der Wissenschaft lässt sich nicht mit einer endgültigen Klärung alle Fragen arbeiten, denn es gäbe keine Arbeit mehr.

  18. tischl
    25. Oktober 2009, 16:59 | #18

    Sehr guter Beitrag, Gratuliere!

    Wer sich das Thema noch genauer "reinziehen" will, empfehle ich das Buch:

    Entzauberte Welt: Über den Sinn des Lebens in uns selbst. Eine Streitschrift
    von Bernulf Kanitscheider

  19. ofl
    26. Oktober 2009, 10:10 | #19

    Schade nur, dass auch in diesem Beitrag keine der scheinbar vorhandenen Wahrheiten die für die Evolution sprechen aufgeführt werden. So ist einfach keine Diskussion möglich…
    Etwas, was einem selber nicht entspricht, was man selber nicht glauben kann, einfach schlecht zu machen, ist in meinen Augen keine Diskussionsgrundlage…
    Echt schade!

  20. 27. Oktober 2009, 10:32 | #20

    Diskussion gibts im Forum.
    Man kann in einem BLOG-Beitrag doch nicht auf jede These einzeln eingehen.

  21. Matze
    30. Oktober 2009, 02:23 | #21

    "scheinbar vorhandenen Wahrheiten"? Einfach mal ein Buch "Biologie für Anfänger" ausleihen und lesen. Mehr braucht es nicht.

    Oder hier kucken (englisch):
    http://evolution.berkeley.e

  22. EN.KI666
    7. Oktober 2010, 14:29 | #22

    @Daniel Elstner
    […]
    Die Evolutionstheorie ist eine umfassende, sehr gut belegte wissenschaftliche Theorie,…
    […]
    Genau!!! Eine Theorie, die man unter anderem mit protschen am Leben hält.
    Oder der Dino-Vogel- Bastler Xu Xing.
    […]
    Mir fällt nicht ein einziges Beispiel von Willkür und Gewaltherrschaft in der Geschichte ein, das nicht untrennbar mit irrationalen Lehren und Verhaltensweisen einherging.
    […]
    So, so…
    Hat da nicht ein gewisser Hr. Adolf H. die Evolutions-Theorie zur Stützung seiner Rassetheorien herangezogen?

  23. 7. Oktober 2010, 22:29 | #23

    @EN.KI666
    Was willst Du eigentlich genau ausdrücken?

    Und egal was ein Herr A. H. gemacht hat, das ändert nichts an der Korrektheit der Evolutionstheorie. Der A. H. ist auch in Autos gefahren und hat in Betten geschlafen. Macht das Autos und Betten jetzt schlecht?

  24. Skepsis
    8. Oktober 2010, 07:29 | #24

    Klasse! Das hier ist ja schon Thread-Leichenschändung auf höchstem Niveau :-D. Darf ich mitmachen?

    @EN.KI666:
    Ich kann mich der Argumentation von EsoTypo nur anschließen. Allerdings ist seine Argumentation eine hypothetische. Warum? Hitler war kein Anhänger der Evolutionstheorie, sondern glaubte an ein ‚höheres Wesen‘, das er mal Gott, mal Vorsehung nannte.

    Kleine Beispiele gefällig?

    Of course, one doesn’t discuss such a question with the Jews, because they are the modern inventors of this cultural perfume. Their very existence is an incarnate denial of the
    beauty of God’s image in His creation.

    But if for reasons of indolence or cowardice this fight is not fought to a finish we may imagine what conditions will be like 500 years hence. Little of God’s image will be left in human nature, except to mock the Creator.

    Sogar seinen Antisemitismus begründet er so:

    The
    Jew himself is the best example of the kind of product which this religious training evolves. His life is of this world only and his mentality is as foreign to the true spirit of Christianity as his character was foreign to the great Founder of this new creed two thousand years ago. And the Founder of Christianity made no secret indeed of His estimation of the Jewish people

    Das sind nur die ersten paar Zitate, die ich durch eine Suche mit dem Begriff ‚God‘ gefunden habe. Die Suche nach ‚Darwin‘ und ‚Haeckel‘ lieferte übrigens 0 (in Worten: Null) Treffer. Ach ja, das Werk, in dem ich gesucht habe, ist (die englische Übersetzung von) ‚Mein Kampf‘. Sie müssen mein Wort nicht für bare Münze nehmen, wenn ihnen die Begriffe ‚Projekt Gutenberg‘ und ‚Australien‘ was sagen dann sollten Sie in der Lage sein, diese Zitate (und viele mehr) selbst zu finden.

    Und wenn Sie sich das Ganze noch einfacher machen wollen: Hier finden Sie eine schöne Übersicht und hier noch viel mehr schöne Zitate.

    Gruß

  25. Dr. Jens Nähring
    26. Dezember 2013, 16:36 | #25

    Sehr geehrter Autor,
    der Informationsgehalt Ihres Artikels über 95 Thesen gegen die Evolution ist leider antiproportional zum Informationsgehalt der DNA.
    Der Artikel nennt leider kein wissenschaftliches Argument, mit dem man sich auseinandersetzen könnte, sondern beschreibt auf fundamentalistische Weise die Anschauung seines Verfassers. Diese Art der Arguimentation war im sogenannten finsteren Mittelalter, von Fundamentalisten jeder Couleur beliebt getreu dem Grundsatz: Was nicht sein darf, kann nicht sein.
    Wir können zwar mit der vorhandenen Erbinformation „spielen“, indem wir verschiedene Bruchstücke kombinieren oder ineinander einfügen (Genetik), aber niemand hat bis jetzt eine Zelle oder etwas Lebendiges geschaffen oder diesen Vorgang beobachtet, z.B. in einem Laborexperiment (Evolution). Wer hierzu einen entsprechenden Artikel kennt, poste bitte hier einen Link.
    Mit freundlichen Grüßen zur Weihnachtszeit
    Dr. rer. nat/Frankreich Jens Nähring

  26. 26. Dezember 2013, 18:41 | #26

    Die Astronomen erforschen ganze Sterne, ohne sie im Labor nachbauen zu können.

  27. pelacani
    27. Dezember 2013, 09:26 | #27

    Dr. Jens Nähring :

    Der Artikel nennt leider kein wissenschaftliches Argument

    Doch, doch:

    2×3=6

    Dr. Jens Nähring :

    aber niemand hat bis jetzt eine Zelle oder etwas Lebendiges geschaffen

    Der Gott der Lücke. Und dies ist der Beweis für die wörtliche Wahrheit der Bibel? Sonne, stehe still (Jos 10.12).

  28. 28. Juli 2017, 16:29 | #28

    Wenn aller Ursprung Evolution ist, dann ist auch jede Religion ein evolutionäres Produkt.

    Ich kann verstehen, dass es Kreationisten gibt, wie ich auch verstehen kann, dass es Evolutionisten gibt (gemäß der o.a. Annahme).

    Daraus folgend kann ich verstehen, dass Kreationisten andere Weltanschauungen ablehnen (als Ergebnis ihrer evolutionären Entwicklung).

    Was ich dann aber nicht verstehen kann, ist dass es Evolutionisten gibt, die teilweise aggressiv gegen diese Art der evolutionären Entwicklung zu Felde ziehen.

  29. pelacani
    29. Juli 2017, 21:45 | #29

    Eckhard Sluiter :

    Wenn aller Ursprung Evolution ist, dann ist auch jede Religion ein evolutionäres Produkt.

    Ein Nebenprodukt, wie ein Bauchnabel. Das sagt noch nichts über einen Selektionsvorteil, der mit ihr verbunden wäre.

  1. Bisher keine Trackbacks