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Wiederholte Schleichwerbung für rosa Wundermittel bei der ARD

„In Deutschland leiden über 5 Millionen an Neurodermitis und Schuppenflechte. Kerstin Nietschke ist eine davon. Ihnen allen könnte mit einem Medikament geholfen werden, das schon vor zwanzig Jahren erfunden wurde. Doch das Medikament gibt es nicht zu kaufen.“

Die ARD sendete am 19.10.2009 die vom WDR produzierte Reportage „die story: Heilung unerwünscht“. Hier kann man sich das in der Mediathek ansehen.

Kurzform. Ein Medizinstudent und ein Chemiker rühren in einer Wohnung eine Salbe mit Vitamin B12 zusammen und probieren sie an der Freundin des Studenten aus. Dann will niemand das Patent haben, die Salbe produzieren und deswegen haben wir seit 20 Jahren arme gequälte Kinder mit Neurodermitis, die wie Mumien eingepackt werden müssen.
HALLO!

Verdacht auf Scharlatanerie bzw. Quacksalberei wird umso wahrscheinlicher, je mehr der folgenden Beschreibungen zutreffen:

Eine Methode bzw. ein Produkt:

1. wird durch eine Anekdote mit der Freundin des Bastlers interessant gemacht,
2. soll Heilung bringen, während die Schulmedizin kleine Kinder mit hochtoxischem KORTISON! und anderem Zeug, welches total krebserregend ist, vollpumpt
3. soll durch umfangreiche Erfahrungen „untermauert“ sein, in diesem Fall unkontrollierte, unverblindete Studien mit einer Handvoll Patienten über einen kurzen Zeitraum
4. soll gegen Psoriasis und Neurodermitis so gut helfen, dass der Markt für alle anderen Präparate sofort zusammenbrechen würde,
5. wurde nur deswegen nicht an „Big Pharma“ verkauft, weil die das sonst in der mysteriösen Schublade hätten verschwinden lassen,
6. ist an einzelne Personen (hauptsächlich einen Mann mit abgebrochenem Medizinstudium) gebunden, der die Therapie entwickelt hat und daran verdienen will (schön teuer: 28,85 Euro für 100g und die scharlatantypische Warnung vor Nachahmern gibt´s auch schon),
7. soll keine Nebenwirkungen haben oder die Nebenwirkung von Verfahren der Schulmedizin reduzieren oder aufheben,
8. das Mittel ist rosa und kann deswegen nicht gegen Plazebo getestet werden, obwohl man doch weiß, dass rosa Plazebos stärker sind,
9. soll pharmakologisch wirken, wird aber als Medizinprodukt auf den Markt geworfen,
10. wird vom WDR mehrfach redaktionell beworben, andere Medien springen drauf an und extrem zeitnah erscheint ein Buch mit der Wunderrezeptur und die Salbe wird auf einmal doch in den Handel gebracht.
(Die echte Liste steht hier.)

Wie blöd sind eigentlich Redakteure, Filmemacher und leider auch die Patienten, die die absurde Geschichte über die preiswerte Heilung von Neurodermitis aus dem Hobbylabor sofort glauben, sobald nur laut jemand die Pharmalobby als Schuldigen hinstellt. Haben die alle zu viele Hollywoodthriller geschaut? Die Realität ist kein Märchen. In der Realität müssen Medikamente auf Verträglichkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft werden, BEVOR man kleine Kinder damit einschmiert. Die Feigenblattstudien, die hier großkotzig präsentiert wurden, sind belanglos. Das ist alles ein schlechter Scherz.
Die Kinder, die jetzt unnötig durch diese sinnlose Behandlung leiden werden, weil ihnen eine wirksame Behandlung vorenthalten wird, bekommt man nicht im Fernsehen zu sehen.
Auch die Fernsehleute werden sich nicht mehr darum kümmern, da die bis dahin schon wieder irgendeine andere halbtote Sau durchs Dorf treiben werden. Ausbaden dürfen es die Eltern, die Kinder und die seriösen Ärzte, deren ehrliche Arbeit durch so eine Berichterstattung in den Schmutz gezogen wird. Kortisonangst zu bedienen, kommt immer gut. Das kennt der Zuschauer, das frisst er. Mit wishful thinking und gut gemeint, dem Gegenteil von gut gemacht, dreht man keine kritischen Dokus, damit fällt man auf Betrüger rein.

Hier gibt’s bisher die aktuellsten Neuigkeiten zum Thema:
http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1255978539/all
http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299/

Ach so, das Zeug heißt Regividerm und 100 g Pflegesalbe sind im Schub in zwei Tagen alle.
Update 20.07.2009:
Der Fernsehblog: Aufklärung unerwünscht? Frank Plasberg und das Wundermittel gegen Neurodermitis
und
Pressemeldung vom Deutschen Neurodermitisbund
noch ein Fund:

Im Windschatten der ganzen Aufregung um das „patientenverachtende“ Verhalten der Pharmaindustrie ist allerdings jetzt zu erfahren, dass das Schweizer Unternehmen Mavena Health Care schon Mitte November die Vitamin-B12-Salbe unter dem Namen Regividerm® auf den Markt bringen wird. Passend dazu bietet eine Agentur „just in time“ neben einem Interviewtermin mit dem Geschäftsführer die ARD-Sendung auf CD an. PR-Unterlagen zur neuen Salbe können ebenso geordert werden wie ein Muster der Salbe. Die Salbe selber wird in der Apotheke für rund 30 Euro pro 100 g erhältlich sein. Ein stolzer Preis. Eine adäquate Rezeptur in der Apotheke würde unter 20 Euro pro 100 g kosten.

DAZ: „Heilung unerwünscht!“ – alles Zufall oder nur Profitgier?
weiter geht´s:
„Falsche Hoffnungen bei Schuppenflechtekranken geweckt – gebotene Sorgfall verletzt?“ Deutscher Psoriasis Bund e. V.

  1. Vier
    22. Oktober 2009, 19:44 | #1

    Ich stimme ja vielem zu, was hier im Blog erscheint. Aber eine Salbe gegen Neurodermitis, die andere oder gar praktisch keine Nebenwirkungen hat und WIRKT (?), das kann nicht schaden und da spreche ich als Betroffener.

  2. 22. Oktober 2009, 19:49 | #2

    Wirken ohne nebenwirkungen gibt es nicht, Vier.
    Schau mal hier:
    http://www.pressrelations.d
    ________________________________
    Pressemitteilung vom 22.10.2009 | 17:33
    Pressefach: Deutscher Neurodermitis Bund
    "Die ARD sendete am 19.10.2009 um 21:00 Uhr, immerhin zur Primetime, einen Bericht unter dem Motto: ?Heilung nicht gewollt". Es geht hierbei um eine Reportage des Autors Klaus Martens, in der versucht wird zu schildern, wie die Pharmaindustrie die Einführung eines angeblich wirksamen Mittels gegen Neurodermitis über viele Jahre lang verhinderte, um so eigene Präparate in Schutz zu nehmen.
    ?Schade, dass sich jetzt auch schon eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt völlig kritiklos für solche PR-Aktionen hergibt, so Thomas Schwennesen, 1. Vorsitzender des Deutschen Neurodermitis Bundes e.V., Hamburg, – ?
    Es ist eine Schande und blanker Zynismus, dass die PR-Einführung eines normalen Hautpflege-Produktes sich der Pharmaschelte als Aufhänger für eigene Geschäfte bedient."
    Der Autor vergleicht in seiner Reportage sog. Calicineurininhibitoren ( Wirkstoffe: Pimecolimus und Tacrolimus) die nach 10-jähriger Forschungsarbeit und nach allen erforderlichen Studiendurchläufen weltweit als Medikament, auch für Kinder einsetzbar, anerkannt sind mit einem Gemisch aus B12 und Avocado-Öl.
    Dazu soll das Produkt noch für Neurodermitis und Psoriasis gleichermaßen erfolgreich eingesetzt werden können.
    Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die mit entzündlichen Hautvorgängen und gestörtem Immunsystem einhergeht. Umwelteinflüsse können eine große Rolle spielen. Die Schuppenflechte ist eine ebenso schwere und chronische Hauterkrankung, deren Ursache leider auch noch nicht wissenschaftlich erforscht wurde. Beide Erkrankungen haben verschiedene medizinische Therapieansätze sind aber nicht heilbar. Die dargestellte Produktmischung soll nun das alles auch noch ohne Nebenwirkungen schaffen.
    Pharmakologisch ist die Äußerung unhaltbar, dass ein Produkt wirkt ohne jegliche Nebenwirkung.
    Die ARD hat mit diesem Beitrag den etwa fünf Millionen Neurodermitikern einen Bärendienst erwiesen und sich selbst journalistisch ins Abseits gestellt."
    _______________________________

    Wir hauen nicht grundlos drauf. Das sind schlimme chronische Krankheiten und hier will jemand mit falscher Hoffnung reich werden. Die haben´s wirklich verdient.

  3. hmmmmmm´mer
    22. Oktober 2009, 19:50 | #3

    nunja…ich glaube auch nich wirklich, dass es besser hilf als schon vorhandene möglichkeiten(wenn doch,wärs natürlich hammer geil(!) für betroffenene(hab auch n cousin der neurodermistis hat) ).

    aber so übel es auch klingen mag : in einem jahr sind wir alle schlauer ^^ und dann können wir alle mit gutem gewissen die redaktion bashen 😉
    also kurz: ne kurze bewährungszeit würde ich dieser creme einräumen…unter strengen auflagen

    mfg

  4. 22. Oktober 2009, 20:01 | #4

    Ich selbst habe Bekannte, die mit Neurodermitis kämpfen, und das Kortison ist nunmal nicht besonders toll auf dauer. In diesem Punkt muss ich dir teilweise widersprechen, da zwar übertrieben wird, aber nicht vom Gegenteil ausgegangen werden kann.
    Aus deineim Blickwinkel habe ich das sonst noch nicht betrachtet, würde aber jetzt sagen, dass wir wohl auf erste Ergebnisse warten müssen um Schlussfolgerungen zu ziehen.

    Ich würde nicht sagen, dass Redakteure blöd sind, das ist in der Branche so üblich, auch bei der ARD und ZDF und bestimmt auch beim Spiegel, Focus, n-vt und n24. Auch das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

    Also insgesamt: Ich kann dir nicht zustimmen, finde deine Meinung allerdings interessant!

  5. 22. Oktober 2009, 20:23 | #5

    @Betroffene: Wir sind seriös, auch wenns im Blog manchmal nicht so aussieht 😉

    Wir wissen um die schlimmen Leiden der Betroffenen. Umso schlimmer, wenn Quacksalber, die genauso wissen, wie hoch der Leidensdruck bei ND ist, versuchen damit ein Geschäft zu machen. Nebenbei ist gerade ND ein ideales Zielobjekt für solche Aktionen, sie verläuft in Schüben und wenn da was korreliert (Also ND plus neue Salbe mit Wunderversprechen und es wird besser), ist es für den Betroffenen fast unmöglich, da keinen Zusammenhang zu sehen. Alleine damit kommt man als Anbieter sehr weit, absatztechnisch gesehen.

    Die Salbe wird nicht schaden, und sie wird dem einen oder anderen vielleicht sogar gut tun. Aber solche Produkte gibt es bereits sehr viele. Worum es geht ist, dass hier eine geschickte PR-Kampagne mit Heilsversprechungen aufgezogen wurde. Angesichts der teilweise verzweifelten Hoffnungen der Betroffenen ein sehr perfides Spiel, und die ARD macht Kuhäugig mit.
    Ich hoffe sehr, dass das einen anständigen Skandal gibt.

  6. 22. Oktober 2009, 21:10 | #6

    hmmmmmm´mer: Hoffen kann man immer. Wir sind der Sache ja nicht erst seit Gestern hinterher. Das Perverse: Wenn nur jeder 10. Betroffene das ausprobiert, hat sich die Aktion für die Jungs finanziell gelohnt, auch wenn die Salbe keinen Deut besser ist, als bisherige Salben. Aber sie wird unter der Werbung "Endlich, ein Heilmittel" beworben.

    Wir würden uns ja so gerne irren. Alleine, es wird nicht der Fall sein.

  7. GeMa
    22. Oktober 2009, 22:38 | #7

    Was mich sehr stark wundert, ist, dass die großartige Wirkung (es wird ja ausdrücklich von Therapeutikum gesprochen) sowohl für Neurodermitis, als auch Psoriasis gesprochen wird. 2 völlig unterschiedliche Paar Schuhe – eben auch hinsichtlich der Therapie und nicht nur der Ursachen. Die für Psoriasis auch noch nicht einmal gänzlich geklärt sind.

    Die Studien haben mal noch weniger Teilnehmer und noch unspezifischere, unkonkretere Ergebnisse als jeder Faltencremetest von L´Oreal mit Claudi Schiffer als Werbeträger. Und da wird hier in der ARD so ein Verkaufsspektakel losgetreten?! Das soll doch wohl ein Witz sein?

    Wobei Lóreal ja noch in Schwierigkeiten kommen würde, wenn sie sich öffentlich so aufführen würden. Für diese Salbe (Zulassung als Medizinprodukt der Klasse IIa) muß gar kein Nachweis, kein Beleg für eine Wirksamkeit vorgelegt werden. Es muß nur nichtinvasiv und bei kurzfristiger (!!) Anwendung keine Schäden hervorrufen. Das ist schon alles. Die reden hier aber zusätzlich auch noch von Daueranwendung.
    Die Kosmetikindustrie hat es da – jetzt – bedeutend schwerer, die müssen seit neuestem den Nachweis für jede ihrer Behauptungen vorlegen.

    Der entscheidende Punkt um den es sich dreht sind die Cobalamine. Nicht ohne Absicht, wird da aber verkürzend von Vitamin B 12 gefaselt. Der Patient/Konsument kennt Vit. 12 und der eine oder andere hat bei innerlicher Einnahme von B12 auch schon Verbesserungen/Linderungen erleben können.
    Darüber hinaus weiß jeder, dass Lebensmittel mit Vit. B (diversen) gerade bei Hauterkrankungen und eben auch ND & Co. empfohlen werden.
    Auf diesen Wiedererkennungseffekt setzen diese Hersteller, um ihre vollmundigen Heilsversprechen schön auszumalen.

    Das eine (Cobalamine) hat mit _dem_ B12 oder auch B Komplex einen Feuchten zu tun. Cobalamine kann man einnehmen (wird auch gemacht, weil es stabiler ist) und wandelt sich im Körper erst in B12 um.
    Um die gleichen Effekte haben zu können, wie B12 (innerlich), und wie sie den meisten Zuschauern der ARD einigermaßen bekannt sind, muß die Salbe aber gaaaaanz schön weit eindringen können. Kann sie aber nicht – sieht man schon an der Rezeptur. Da ist _nichts_ drin, was man als Enhancer (Einzieher/Einschleuser) kennt und das Avocadoöl, das diese Funktion noch so einigermaßen (!) erfüllen könnte, auf Grund seiner sehr speziellen Zusammensetzung der Fettsäuren und deren Kohlenstoffkettenlängen, wird "totgepampt" von dem verwendeten Emulgator.

    Auf die Haut gebracht, können Cobalamine lediglich Stickstoff neutralisieren. Stickstoff entsteht bspw. bei entzündlichen Hautreaktionen. Es kann aber nur oben drauf etwas tun. Die Salbe selber verhindert nämlich, dass sich da auch nur irgendetwas weiter nach unten in die Haut bewegen kann.

    Und wenn ich mir diese wirklich bescheuerte Zusammensetzung ansehe, mit diesem Emulgator und auch noch in dieser Menge (jahaa, so spart man wertvolle und pflegende Konsistenzgeber), dann frage ich mich, wie das laufen soll. Der zunächst durchaus gut nachvollziehbare Gedanke mit dem Cobalamin, wird durch dieses Rezept abrupt beendet. Übrigens : Ähnlichkeiten der Rezeptur selber und der verwendeten Stoffe bestehen nicht rein zufällig mit _ur_alten_ Hobbythekrezepten, die heute kaum einer mehr freiwillig (privat) hernimmt.

    Ich habe die Salbe heute nachgemacht – ohne Cobalamin, das wäre mir für dieses grobschlächtige Zeug nämlich zu schade gewesen – und bin schwer "begeistert". Die Haut beginnt sofort zu schwitzen darunter – bei dem Emulgator und in dieser Menge nicht anders zu erwarten.

    Wer sich ein wenig damit auskennt : probiert es einfach selbst nach! Wir wollen Euch hier ja nichts vormachen 😉 Die Salbe ist so "kompliziert", die macht Omma in 10 Minuten am Herdfeuer.

    Wer es wirklich in der Apotheke nachrühren lassen will : bittet wenigstens darum, den Emulgator auf das eigentlich übliche und erträgliche Maß zu reduzieren. Das liegt sonst wie Wachsfilm auf der Haut und ich kann mir kaum was ätzenderes bei ohnehin juckender oder verrückt spielender Haut vorstellen. Zu Jean Pütz´Zeiten war das mal modern, denn das Zeug ist wirklich hautverträglich. 2009 geht das aber längst besser.

    Das Cobalaminzeugs ist bislang nichts als heiße Luft im warmen Wind – ein unbelegtes und noch unbegründetes Versprechen für gar nix. Und für so eine Prise wird hier so ein Wirbel veranstaltet. *gg*
    Wenn man jetzt noch weniger von diesem gräuslichen Emulgator drin hätte, statt dessen lieber irgendeine Pflanzenbutter als Konsistenzgeber (sollte ein Apotheker auch hinbekommen 😉 – dann hätte man wirklich eine sehr nette und hautfreundliche Pflege.

  8. 22. Oktober 2009, 22:57 | #8

    Jetzt wo Du´s sagst. Da war doch was mit intrinsic factor. Der kommt aber aus dem Magen.
    http://de.wikipedia.org/wik
    Zur Belustigung die Liste der bisherigen Preise des engagierten und kritischen Autors Klaus Martens:
    http://www01.wdr.de/tv/dies

    Für diesen Knieschuss kriegt er sicher keinen.

  9. GeMa
    22. Oktober 2009, 23:22 | #9

    Man kann die Salbe zur Not auch essen. Die Zutaten sind dafür absolut o.k.
    Kalbsleberwurstbrot schmeckt aber besser 😉

  10. IboGain
    23. Oktober 2009, 00:13 | #10

    Hmm war zunächst auch total begeistert, da auf den Pharmakonzernen rumgehackt wurde, aber die Begeisterung hat sich sehr schnell wieder gelegt nachdem ich mir die Sendung ein zweites Mal mit Kritischer Sichtweise angeschaut habe.
    Das hinkt alles gewaltig! Habe eben die beiden "Studien" überflogen, die auf der Hompage des WDRs zur Verfügung gestellt wurden. 13 Testpatienten (habe ich dabei rausgelesen) finde ich dann doch sehr dürftig.

    Bin auf den weiteren Verlauf der Debatte gespannt und hoffe das sich mein Urvertrauen an die öffentlich Rechtlichen halbwegs wiederherstellt!

  11. Hans E
    23. Oktober 2009, 00:23 | #11

    …war zunächst auch total begeistert, da auf den Pharmakonzernen rumgehackt wurde…

    wieso das denn ? Das war doch eine perfekt inszenierte Schleichwerbung FÜR ein Pharmaunternehmen, in diesem Falle
    die Mavena Health Care AG.

  12. IboGain
    23. Oktober 2009, 00:29 | #12

    Das stimmt, aber der Grundtenor ist ja schon "einer allein gegen das Kartell".

  13. 23. Oktober 2009, 00:55 | #13
  14. GeMa
    23. Oktober 2009, 01:39 | #14

    @Ibo Gain
    Von den 13 Testpatienten sind 2 rausgeflogen. Da waren´s nur noch 11.
    Damit könnte man heute nicht mal mehr ´ne Nasenrückencreme als "dermatologisch getestet" oder "von 95 Anwenderinnen berichteten 18% nach 8 Wochen von einer verminderten Faltentiefe" bewerben, ohne vom Verbraucher zu Recht einen Vogel gezeigt zu bekommen.

    Und so allein gegen die Mafia war der Herr Erfinder auch nicht, wie er und Investigativ-Martens herumerzählen. Daniel Salbentrieb hat die wohl schon mal verkauft : APU Red-Creme für 39, nochwas DM. Insolvenz, ne. Scheint also nicht _der_ Brüller gewesen zu sein. Die Verbesserung zur jetzigen Salbe besteht im Weglassen von D-Panthenol. Ganz großes Damentennis.
    Man hat ja wirklich schon viel gesehen, aber so eine miese Schleichwerbung für eine Pharmafirma wie der Mevana AG gab´s lange nicht. Da zeigt die ARD mit dem Martens, äh dem Finger auf Mevana AGs _eigene_ Branche als angebliche Patientenkaputtbetrüger, nur damit die das eigene Konkurrenzprodukt in den Markt zu drücken können. (wohlgemerkt 1 Monat nachdem die die Zulassung für die Markteinführung hatten)

    Wenn das nicht mal noch ein dickes Unlauterer Wettbewerbs-Nachspiel hat 😎

  15. Populus
    23. Oktober 2009, 09:13 | #15

    Geschäftstüchtig ist er ja. Das da die Pharmaindustrie nicht schon längst zugegriffen hat muss andere Gründe haben. Vielleicht unsympathisch?

    Wie dem auch sei, danke für die Info. 🙂

  16. Gnirk
    23. Oktober 2009, 10:10 | #16

    Mittel OHNE Nebenwirkung haben auch keine Hauptwirkung, denn was dem einen seine Wirkung ist des anderen Nebenwirkung. Da hätte man wirklich stutzig werden müssen. Zudem hätten sich die bösen Pharmakonzerne drum gerissen, daß vertreiben zu können, wenn es die versprochene Wirkung hätte. Als dann einziger Anbieter eines nebenwirkungsfreien, effektiven Medikamentes hätte man Milliarden gescheffelt und die Konkurrenz erledigt. Das ist der Stoff, aus dem Pharmaträume sind.
    Interessant finde ich auch das Avocadoöl. Mein Kind reagiert auf diesen Inhaltsstoff nämlich mit Hautausschlag. Wenn das bei einem ND-Kind passiert, ist das wirklich nicht schön.

    Gnirk

  17. HT
    23. Oktober 2009, 10:48 | #17

    naja… Ich kenne mich in der Materie nicht so aus, aber die Salbe hat eine offizielle Zulassung durch die EU-Behörden bekommen. Also müssen die Studien ja den Standards entsprochen haben.

    Zudem finde ich den Ton Ihrer Argumentation deutlich zu unsachlich. Die verlinkten Artikel bei Google Docs sind ohne jegliche Quellenangaben. Das kann ja kaum seriös genannt werden.

    Das Argument die Salbe sei teuer ist, wie schon mehrfach kommentiert, völlig unhaltbar. Eine solche Behauptung zu formulieren ohne einen Vergleich zu den üblichen, schon auf dem Markt erhältlichen und Ihrer Meinung nach billigeren Produkten zu ziehen macht es dann endgültig unglaubwürdig!

  18. 23. Oktober 2009, 11:01 | #18

    Hallo HT.
    Die Salbe würde als Rezeptur in Handarbeit hergestellt in der Apotheke unter 20 Euro kosten.

    Hast du einen besseren Link zu "farbige Plazebos wirken besser, als weiße Plazebos"?
    Ich änder das dan gern im Blog.
    Außerdem ist das ein völliger Nebenschauplatz.

  19. Edgar Pauli
    23. Oktober 2009, 11:32 | #19

    In der Realität müssen Medikamente auf Verträglichkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft werden, ….. !

    Frage : Wie gut wurde denn das Serum gegen die Schweinegrippe getestet , mit dem man nun die ganze BRD ´´beglücken ´´will???

  20. 23. Oktober 2009, 11:46 | #20

    @ Edgar:

    Mit ein paar tausend Menschen, nicht mit 13.
    Grundsätzlich wurde der Impfstoff sogar schon millionenfach verimpft (als Fluad seit mehreren Jahren).

  21. junirio
    23. Oktober 2009, 12:30 | #21

    Bin von Bildblog hierhergekommen. In der Annahme, auf belegte Einwände zu stoßen. Ich hab nur keine gefunden.
    OK, Blogs sind kein Journalismus. Kritisch wird es nur, wenn ein Blog-Schreiber pure Polemik gegen eine möglicherweise unabhängige journalistische Leistung verbreitet, so dass die Vermutung der Lohnschreiberei naheliegt.
    Ich hätte mir ja gern das Impressum dieser Seite angeschaut, war aber möglicherweise zu blöd, es zu finden.

  22. Caminho
    23. Oktober 2009, 12:59 | #22

    Ich hatte den Bericht nebenbei gesehen und eigentlich so verstanden, dass es das Zeug nicht zu kaufen gibt. Hab ich was verpasst?

  23. 23. Oktober 2009, 13:00 | #23
  24. Augusta vindelicorum
    23. Oktober 2009, 13:17 | #24

    @rincewind

    Also bei allem Respekt, aber dieses "ich habe mir die Salbe mal eben nachgemacht…."
    "macht die Oma in 10 Minuten am Herdfeuer…."

    Vitamin B12 ist äußerst Lichtempfindlich und sollte nur unter UV Licht verarbeitet werden, da sonst nicht mehr viel Wirkstoffe im Produkt sind.

    Ich bezweifle auch das Du den Emulgator von Thego gerade zur Hand hattest (60 Euro für 1 kg) nur direkt vom Hersteller, da kann man auch nicht irgendeinen nehmen, da dieser ja für die Löslichkeit des Wirkstoffs zuständig ist, laut meiner Apothekerin.

    B12 ist nicht gerade billig womit der Preis für die Salbe schon ok sein sollte, vergleiche mal mit Vitasprint, und den dortigen Anteil von B12.

    Seis drum, letztlich werden die Salbe sehr viele Leute ausprobieren und dann wird sich zeigen was Sache ist.

  25. Augusta vindelicorum
    23. Oktober 2009, 13:47 | #25

    Sorry,

    meine Antwort sollte natürlich GeMa gelten und nicht rincewind, war mir nicht ersichtlich das der Autor nach dem Kommentar steht.

  26. Andreas Dmytrowicz
    23. Oktober 2009, 15:01 | #26

    Nun sind wohl etwa 5 Millionen – allein in Deutschland – von der Krankheit betroffen. Wie man liest, sei aber auch reges Interesse aus dem Ausland.
    Man hat sich also eine Krankheit ausgesucht, die – aufgrund der extrem hohehn Fallzahlen – guten Profit verspricht, bei Buch und Medikament.

    Bisher war ich davon ausgegangen das Dauerwerbesendungen den "Privaten" Sendern vorbehalten sind. Da sind sie allerdings auch als solche gekennzeichnet.

    Hier gibt es aber auch noch ein schönes Zusammenspiel bekannter Formate "Hart aber fair", "die Story", – wobei aber schon hingewiesen wurde das weitere Auftritte des Autoren zu erwarten sind.

    Hier wird mit den Gefühlen, Hoffnungen und Erwartungen schwer leidender gespielt, die sich an wirklich jeden Strohhalm klammern (müssen).

    Das Schlimme zudem: Wir alle bezahlen diese Exzesse auch noch, mit unseren Gebühren. Allein die Produktionskosten, vermeintlich 1 Jahr " Recherche", dürften hübsche Summen gekostet haben.

    Deratiges dann – direkt – nach dem ARD – Tatort Skandal !

    Vorliegendes steht exemplarisch für den Zustand eines zu BeRDigenden Systemes!!

  27. 23. Oktober 2009, 15:24 | #27

    Unser Wikiartikel zum Thema wurde heute stark überarbeitet und wird dann weiter aktualisiert und (falls notwendig) korrigiert werden.

    Einige der Fragen die hier im blog aufkamen, lassen sich durch die Quellenangaben des Artikels klären:

    https://www.psiram.com/index.p

    Das Buch des Autors Klaus Martens ‚Heilung unerwünscht‘ ist aufgrund des ARD-Rummels zu der Kosmetiksalbe zwischenzeitlich in der Amazon-Bestselleliste auf Platz drei gewesen, noch vor Literatur Nobelpreisträgerin Müller ! Glückwunsch kann man da nur zu der perfekten Werbestrategie sagen.

    Weitere Hinweise zum Thema sind erwünscht: info ät psiram.com

  28. GeMa
    23. Oktober 2009, 15:35 | #28

    Meine liebe Augusta,

    um Dir Deine Sorgen zu nehmen :
    1) hätte ich niemals teuren Cobalaminkomplex verschwendet, um in an so einen grobschlächtigen Emulgator zu pappen – derzeit kostet das Gramm dieses Stoffes um die 40,- € inklusive MwSt und _Mindermengen_zuschlag beim Händler (wer mehr kauft oder direkt vom Großhändler oder vom Hersteller landet bei ca. 25,- € das Gramm)
    2) kann den jeder ! käuflich erweben, auch als Privatperson
    3) hast Du sehr nett anrecherchiert, nur ist Dir nicht aufgefallen, dass man Cobalamine nimmt und eben nicht B12, wie Du Dir das vlt. vorstellst, _eben_ weil B12 zu lichtempfindlich ist.
    Hättest Du ein wenig Ahnung von der Materie (oder einfach nur gefragt, statt mit dem Füßchen zu stampfen), wäre Dir aufgefallen, dass in der jetzt neuen Rezeptur der alten APU Red Creme nicht nur das Panthenol verschwunden, sondern auch Säure hinzugekommen ist. Weil nämlich auch Cobalamine extrem zackig zerfallen, wenn der pH Wert nicht sauer ist. Da kann regelrecht man zuhören, wie´s bröselt 😉

    4) ist es schade, wenn sich Deine Apothekerin soviel Mühe gibt, wenn Du ihr nichtmals zuhörst. Cobalamine sind WASSERLÖSLICH. Sie lösen sich also auch unter einem Teelöffel Wasser, einem Fingerhut voll Himmbeerbrause etc. pp. und unter völliger Abwesenheit _irgendeines_ x-beliebigen Emulgators.

    5) Einen Emulgator "von Thego" gibt es nicht. Thego überhaupt gibt es nicht. Der Emulgator heißt INCI : Methyl Sesquistearate, vulgo: Emulsan II, Handelsname: Tego Care 90 (damit man ihn sehr hübsch von Tego Care PS oder Tego Care CG 90 usw. usf. unterscheiden kann. Gell, so einfach ist das.)
    "Von Thego" kann ich daher sowieso nichts haben. Allenfalls von Goldschmidt oder Frankenchemie, die u.a. den genannten Emulgator herstellen.

    Ansonsten ist dieser Emulgator (erst als Emulsan I, dann Emulsan II, weil die Produktion von E I eingestellt wurde) seit den 80gern und seit Jean Pütz, der immer mal was für Sie vorbereitet hat, in jeder gut sortierten Küche zu finden.
    Käuflich zu erwerben – auch für Privatpersonen ! – vom Händler um die Ecke, wo (halt Dich fest) die 100g 4,08 € kosten. In Deutschland, in der Schweiz, in Östereich.
    Dein Kilo 60 ist also nur lustig – soll bestimmt Durchblick signalisieren, um zufällige Mitleser vom tatsächlichen Problem mit der miesen Schleichwerbung und den nichtvorhandenen Wirksamkeitsnachweisen abzulenken.

    Für das Nachbauen habe ich auch nur 8 g gebraucht (also echt irrsinnige 33 Cent und 10 Minuten, inklusive Wasserbad für das Aufschmelzen des Emulgators). Denn Nachbauen bedeutet : sich an eine vorgegebene Rezeptur und an die üblichen ! Herstellungsschritte zu halten.

    6) kannst Du uns ja vielleicht die Frage beantworten, wie eine solche oben auf der Haut (=tote Hornzellenschicht) liegende Salbe, von ganz alleine so _tief_ penetrieren kann, um die Cobalamine zu den Mastocycten (wo noch "lebendig" was in der Haut passiert) zu bringen, um dort bspw. am NO zu fummeln?

  29. 23. Oktober 2009, 16:53 | #29

    Dein Blogeintrag ist aber auch voll von Rhetorik…

  30. GeMa
    23. Oktober 2009, 17:53 | #30

    Ja, stimmt Gunther. Das hab ich auch schon mehrfach kritisiert. Daneben, unzulässigerweise, auch voll von Wörtern und sogar ganzen Sätzen.

    Ständig kommt der Blogger hier mit "wirkungsvoll gestalteten Reden", anstatt schriftlichen Einträgen daher und dann sind ihm dabei auch noch eine gewisse _Rede-_ (statt für einen Blog eigentlich erforderlichen Schreib-)kunst nicht ganz abzusprechen. Kein Wunder, dass es hier so lärmt am Lautsprecher.

    Oder Du solltest Dir einfach mal ein Fremdwörterbuch zulegen und nachschauen, was das Wort Rhetorik bedeutet, bevor Du es benutzt.

  31. Liberty Valence
    23. Oktober 2009, 17:55 | #31

    im EsoWatch Artikel steht ATU Red-Creme, muss es nicht APU heissen?

  32. treberT ottO
    23. Oktober 2009, 18:18 | #32

    ATU ist anscheinend richtig:

    http://web.archive.org/web/

  33. Liberty Valence
    23. Oktober 2009, 18:53 | #33

    Phoenix zeigt ja heute abend und morgen früh die um 15 Minuten verlängerte Fassung des Skandalfilms.

    Warum hat der Sender keine Live-Diskussion ins Programm genommen, wo man den Autor mit den Skandal-Vorwürfen direkt hätte konfrontieren können?

    Oder gerne auch im WDR Fernsehen!

  34. 23. Oktober 2009, 19:00 | #34

    Im Wikiartikel (https://www.psiram.com/index.p…) haben wir gerade die Screenshots der alten Webseite von 1999 reingesetzt. Somit kann gesehen werden unter welchen Bezeichnungen das B12-Mittel damals angeboten wurde.

  35. Liberty Valence
    23. Oktober 2009, 19:19 | #35

    Weitere Hintergrund-Info zur "Recherche" von Herrn Martens

    http://www.mittelbayerische

  36. hmmmmmm´mer
    23. Oktober 2009, 20:20 | #36

    "Hinweis: Ihre EMail wird im Blog angezeigt. Wenn Sie das nicht wollen, lassen Sie das Feld einfach frei."

    wäre vielleicht besser,wenn man das direkt unter den artikel setzt ^^

    könnt ihr bitte meine email-adresse nachträglich löschen?wenn dazu miene beiträge gelöscht werden müssen…kein ding.

    danke im vorraus.

    mfg

  37. Sissi
    23. Oktober 2009, 21:57 | #37

    Also, ich brauche dringend Hilfe, in diesem B12 Creme Chaos. Ich habe gerade mal wieder einen üblen Neurod. Schub und hätte die Creme gerne ausprobiert (wer würde nicht alles ausprobieren bei diesen Schmerzen). Also, ich ab in die Apotheke mit dem Rezept und alles was man in 5 versch. Apo´s mir sagte war, dass niemand den Emulgator Tegocare PS bekommen kann. Meine Frage, ob man nicht einfach einen anderen nehmen kann, wurde verneint. Da komme ich mich echt vereimert vor. Da gibt man das Rezept öffentlich frei um dann den angeblich so wichtigen Emulgator nicht zugänglich zu machen. Ich würde mir das Zeug auch selbst mischen, aber ich habe gar keine Ahnung davon. Kann mir jemand Tips geben, was man stattdessen reingeben kann- und ist es nicht möglich eher eine Art Lotion (besser für Neurod.haut) mit den Zutaten herzustellen? Vielen Dank schon mal für eure Hilfe

  38. 23. Oktober 2009, 22:38 | #38

    @ hmmmmmm´mer:
    Done.
    Aber nur, weil Du auf Sixtus, der nicht dumm ist und uns verlinkt hat, hörst. 🙂

  39. GeMa
    23. Oktober 2009, 23:02 | #39

    @Sissi
    Traust Du Dir zu, diese Creme selbst herzustellen, wenn ich Dir die detaillierte Anleitung + notwendigen Gerätschaften poste und dazu Links von Händlern, die Dir innerhalb 2 – 3 Tagen die Zutaten nach Hause schicken?

    Wahlweise frage in Deiner Apotheke, ob Du den Emulgator ausnahmsweise selbst mitbringen kannst. Das der nicht beschaffbar ist, ist Unfug!

    Alles andere aber bitte mit dem Arzt klar machen und das hier bitte nicht als Empfehlung, irgendwas abzusetzen o.ä. verstehen. Keine Gesundheitsberatung hier 😉 OK.?

  40. Sissi
    23. Oktober 2009, 23:42 | #40

    @GeMa wenn du mir einen Emulgator nennen würdest, den man alternativ nehmen kann, bin ich morgen früh die Erste in der Apotheke (brauche aber Bezugsquelle) Bitte
    DANKE!!!!

  41. Sissi
    23. Oktober 2009, 23:46 | #41

    Zur Not mische ich sie wirklich selbst- wo ein Wille, da ein Weg und mein Wille ist dank Neurod.Schub mehr als groß!!!

  42. 23. Oktober 2009, 23:55 | #42

    Äh, Sissi.
    du hast aber auch ein bisschen gelesen oder nur die Sendung gesehen?
    Die Salbe hilft nicht. Das ist Schmuh.
    http://www.pressrelations.d
    "Schade, dass sich jetzt auch schon eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt völlig kritiklos für solche PR-Aktionen hergibt, so Thomas Schwennesen, 1. Vorsitzender des Deutschen Neurodermitis Bundes e.V., Hamburg, – ?
    Es ist eine Schande und blanker Zynismus, dass die PR-Einführung eines normalen Hautpflege-Produktes sich der Pharmaschelte als Aufhänger für eigene Geschäfte bedient."
    Der Autor vergleicht in seiner Reportage sog. Calicineurininhibitoren ( Wirkstoffe: Pimecolimus und Tacrolimus) die nach 10-jähriger Forschungsarbeit und nach allen erforderlichen Studiendurchläufen weltweit als Medikament, auch für Kinder einsetzbar, anerkannt sind mit einem Gemisch aus B12 und Avocado-Öl."

  43. C4ella
    24. Oktober 2009, 00:00 | #43

    @ GeMa
    Ich les‘ raus, dass du Ahnung von der Sache hast. Prima, so jemanden hier anzutreffen. Und die Sache mit dem schwierig zu beschaffenden Emulgator ist vielleicht damit zu erklären, dass Apotheker selten von der Hobbythek gehört haben und wenn doch, dass sie diese nicht wirklich ernst genommen haben. Deshalb haben sie ja auch keinen Kontakt zu den Rohstofflieferanten aufbauen können, wie die Hobbythek-Zutaten-Vertreiber es tun mussten. Deshalb kennen sie ja auch Tegomuls und Emulsan nicht. Und was sie nicht kennen ist wahrscheinlich nur sehr schwer bis unmöglich zu beschaffen.

  44. Sissi
    24. Oktober 2009, 00:05 | #44

    @cohen Natürlich habe ich mich belesen und ich muss dir sagen: ES INTERESSIERT MICH NICHT- das ist nicht böse gemeint, aber ich bin 32 Jahre alt und habe seit meiner Geburt Neurod. Ich war in unzähligen Kliniken und Fakt ist, dass Neurod. nicht heilbar ist. Darum geht es aber nicht, und es geht auch nicht darum, ob die Creme nun als Medikament oder Kosmetik Pflegemittel verkauft wird. Es soll vorübergehend den Juckreiz lindern, allein das ist Gold wert- Sorry

  45. 24. Oktober 2009, 00:06 | #45

    Apotheker können sehr gut beschaffen. Der Emulgator wird seit Jahren nicht mehr in pharmazeutischer Qualität gehandelt.
    http://www.pharmazeutische-

  46. GeMa
    24. Oktober 2009, 00:08 | #46

    @C4ella
    Das muß nicht mal was mit nicht hören oder nicht kennen zu tun haben. Apotheker haben Großhändler und dort sind eben jeweils Dinge gelistet. Es ist sehr gut möglich, dass Tego Care (egal welches) dort gar nicht auftaucht.

    @Sissi
    Das sag ich gerne auch noch ganz deutlich : das wird nicht viel mehr, als ein Pflege ! mittel ! und dazu noch ein eben nicht mal tolles. Dafür würde ich nicht so einen Haufen Kohle hinblättern.

    Bitte mal zu "behawe" googeln und dort auf "Schnellsuche" und dort "Emulsan" eingeben. Das ist der Originale.
    Sag Deinem Apotheker, er soll damit auf 6 g runtergehen. 8g sind einfach nur ätzend schwitzig und unnötig.

    Und nur rein vorsorglich, falls hier ein paar völlig Versprengte aufschlagen : von denen bekomme ich keine Prozente und bin mit denen auch nicht verlobt, verwandt, verschwägert oder sonst irgendwie verbandelt.

  47. Sissi
    24. Oktober 2009, 00:14 | #47

    Okay, ich werde es versuchen und euch wissen lassen, ob ich es überlebt habe- ich weiß nicht, ob man hier Marken nennen darf, aber falls jemand noch Vorschläge hat, für Produkte die gut sind, oder Lotionen, die man selbst mischen kann und hilfreich sind- bin ich offen dafür.
    Wohl gemerkt bin ich aber nicht offen für alles, denn sonst wäre ich wohl nicht ganz dicht ;o)))

  48. C4ella
    24. Oktober 2009, 00:17 | #48

    @cohen
    Habe heute nur den Film gesehen und bin in diesen Blog reingerutscht und sehr fasziniert hängengeblieben. Selbst wenn deiner Meinung nach die rote Creme nicht helfen können sollte, so hat sie mit ihrer auf pflanzlichen Ölen basierenden Rezeptur m.E. doch eine positivere Wirkung auf die Haut als eine auf Erdölabkömmlingen basierende. Öle auf Mineralölbasis trocknen die obere Hautschicht stärker aus als Pflanzenöle. Cremes auf Pflanzenölbasis halten die oberste Hautschicht mit den absterbenden Schüppchen länger elastisch und geschmeidig. Hinzu kommen noch die unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Pflanzenöle in Bezug auf z.B. Nährstoffversorgung der Haut, Eindringtiefe, Spreitbarkeit etc. Bei den cortisonhaltigen Cremes kenn ich mich nich so aus, kann mir aber nicht vorstellen, dass die auf Pflanzenölbasis hergestellt sind. Wenn also eine Mineralölkomponente drin ist, dann trocknet diese die Haut schneller aus und macht sie weniger elastisch und das Cortison macht die Haut dünner – dann würde ich bei entsprechendem Leidensdruck mir auch eine Creme / Salbe / Lotion auf Pflanzenölbasis selber mischen und ausprobieren. Im eigenen Test. Links die eigene und rechts die mit Cortison. Was würdest du tun?

  49. GeMa
    24. Oktober 2009, 00:30 | #49

    Genau, Emulsan läuft ausschließlich über "kosmetischer Rohstoff". Pharmaqualität ist wesentlich höher und strengeren Qualitätskriterien untergeordnet.

    Daran sieht man schon, was mit der angeblichen Medikamentenzulassung und den Therapieversprechen faul ist. Daher diese muschelige Zwitterzulassung. Als Kosmetikum hätten die nach novelliertem EU Recht Wirksamkeitsnachweise (oder wenigstens satt Studien als Referenz) zur Zulassung vorlegen müssen, um auf der "wirkt"Schiene fahren zu dürfen. Gleichzeitig wären sie ganz automatisch unter Arzneimittelrecht gefallen und hätten durch die wirkt-Schiene die Kosmetikzulassung nicht bekommen. Immerhin geht es um atopische Dermatitis und nicht um Krähenfüße.
    Also nimmt man den bequemsten Weg – Medizinprodukte IIa. Ohne Wirksamkeitsnachweis.

    @C4ella
    Nicht jedes Pflanzenöl ist automatisch für NDler und schon gar nicht für Psoriatiker geeignet. Haben wir oben schon mal angemerkt : unterschiedliche Ursachen, unterschiedliche Therapieansätze.
    Manche fahren _gerade_ mit den Mineralölen sehr gut, gerade weil es inaktiver ist. Manche Haut braucht einfach nicht noch zusätzlichen Terz. Also bitte nicht generalisiert verbannen 😉
    Ansonsten stimme ich Dir weitestgehend zu – und wundere mich weiterhin, wieso die so einen Bratzenpappemulgator hypen.

  50. 24. Oktober 2009, 00:31 | #50

    Ich würde versuchen, vernünftig zu bleiben.
    Der Film war schlecht, aber wirksam und reißerisch gemacht.

    Im Schub müssen wirksame Medikamente ran. Es geht nun mal nicht anders. Bei der Pflege würde ich rumprobieren, was ich vertrage, ganz einfach.

    Die Selbsthilfeverbände sind nicht grundlos stinkesauer.
    http://www.pressrelations.d
    http://www.psoriasis-bund.d

  51. Sissi
    24. Oktober 2009, 00:37 | #51

    WIRKSAME MEDIKAMENTE wirksame…. ich fall von der Couch- es gibt keine wirksamen Medikamente!!! Es gibt unzähliges Cortison Sch… da bedankt sich nicht nur die zerstörte Haut sondern gleich noch die Nieren mit. Zwischen Theorie und Praxis liegen "Fachwissen" und "Schmerzen"

  52. 24. Oktober 2009, 00:42 | #52

    Werd erwachsen, Sissi. Die Krankheit ist nicht heilbar.
    Du musst Dich damit arrangieren.
    http://www.uni-duesseldorf….

    Sei froh, dass Du jetzt lebst und nicht vor hundert Jahren.

  53. C4ella
    24. Oktober 2009, 00:46 | #53

    @Sissi
    Habe gerade mal "Avocadoöl" gegooglet. Kann ich nur empfehlen. Ist sehr aufschlussreich was man dort findet, z.B. dass Vit. B in Avocadoöl enthalten ist, etc. Es gibt ja auch noch viele andere gute Pflanzenöle, die in der Naturkosmetik eingesetzt werden. Viel Erfolg weiterhin. Ich kann mich gut einfühlen in das Problem, da ich, wenn ich was falsches zum ungünstigen Zeitpunkt gegessen habe auch einen Juckreiz an den Unterschenkeln verspüre der mich das Bein aufkratzen lassen könnte. Ich tu dann ein selbstgemischtes Öl drauf und will dann nicht mehr weiterkratzen und nicht mehr dran denken. Meistens hilft es, aber ich bin mir bewusst, dass es nicht mit Neurod. oder Psoriasis vergleichbar ist. (Hoffe ich)

  54. Sissi
    24. Oktober 2009, 00:47 | #54

    Ich glaube ICH bin wohl derjenige, der WEISS, dass Neurod. nicht heilbar ist, also was soll die Bemerkung ich solle erwachsen werden. Ich BIN erwachsen. Urteile nicht über Dinge und Menschen von denen du keine Ahnung hast, oder du kannst gleich Kurt Tepperwein lesen

  55. Sissi
    24. Oktober 2009, 00:50 | #55

    @C4ella Danke für den Rat, vielleicht ist es besser erst mal reines Avocadoöl auszuprobieren, mal schauen, ob ich das überhaupt vertrage.

  56. C4ella
    24. Oktober 2009, 00:52 | #56

    @GeMa
    Danke für die Aufklärung wg. dem Öl, so hab ich das noch nich bedacht. D.h. selbst wenn das Pflanzenöl besser wäre für die Haut, könnte sie vielleicht nur Neutralöl vertragen? Das würde aber bedeuten, dass jeder Neurodermtiker oder Psoriatiker einer individuellen Behandlung bedarf, um sein Leiden zu lindern?

  57. C4ella
    24. Oktober 2009, 00:59 | #57

    @Sissi
    Nach dem was GeMa gerade noch geschrieben hat, kann das eine gute Idee sein, allerdings nur mit der nötigen Vorsicht und Sorgfalt und auf eng begrenztem Raum.
    @GeMa
    Vielleicht weil Tegomuls damals soweit ich mich noch erinnere in der Lebensmittelindustrie verwendet wurde und man ihn essen kann. Biskuit geht damit besonders fluffig auf. Und was man essen kann, kann man ja auch auf die Haut tun. Natürlich ausser Chili etc.
    Aber das war ja auch ein Spruch bei der Hobbythek: Cremes die man auch essen kann.

  58. C4ella
    24. Oktober 2009, 01:09 | #58

    Noch was zu Avocadoöl: es gibt kaltgepresstes, raffiniertes und kosmetisches Avocadoöl. Empfehlenswert für diesen Zweck ist das kaltgepresste (richtig grünes Öl, im Prinzip das, was herausläuft, wenn man eine Avocado mit einer Gabel zermatscht), oder das raffinierte, weil es neutraler ist. Da ist allerdings das Problem, dass bei der Raffination, die mit einer starken Erhitzung einhergeht, auch der Großteil der Vitamine verlorengegangen ist und auch noch Lösungsmittel enthalten sein können. Bei dem kosmetischen (oft auch über Apotheken vertrieben) handelt es sich nicht um ein 100% Avocadoöl, sondern es wird bis zu 50 % mit einem anderen gemischt. Das kann gutes Sonnenblumenöl sein, kann aber auch genmanipuliertes Sojaöl sein.
    @gnirk
    welches Avocaoöl hast du bei deinem Kind angewendet ?
    Ich würde es auf jeden Fall mal mit Nachtkerzenöl versuchen

  59. GeMa
    24. Oktober 2009, 01:43 | #59

    @C4ella
    " D.h. selbst wenn das Pflanzenöl besser wäre für die Haut, könnte sie vielleicht nur Neutralöl vertragen? Das würde aber bedeuten, dass jeder Neurodermtiker oder Psoriatiker einer individuellen Behandlung bedarf, um sein Leiden zu lindern? 2
    1) stimmt, manche Häute drehen da erst richtig durch
    Für Salben als Medikament nimmt man deswegen recht gut begründet Standardformulierungen mit Neutralölen und passende, "friedliche" Enhancer (für den Wirkstofftransport in tiefere Hautschichten)
    2) individuell soll die _Pflege_ sein, also zwischen den Schüben und nur nach Schema F werden die Wirkstoffpräparate ja nun auch nicht eingesetzt. Nur ein gewisser Standard muß eben sein, es soll ja auch eine Sicherheit herrschen, gerade was Indikation (und die ist individuell) und Wirkstoffart, – menge, aber auch die Transportfähigkeit der Präparate zu den Örtlichkeiten, wo es auch wirken soll betrifft. Und _leider_ ist es nun so – ohne Nebenwirkung ist keine Wirkung zu haben. Denn wir reden hier nicht von Krähenfüßen, sondern Erkrankungen.

    Ach ja, dieses Tegomuls hat nichts mit den Tego Care xyz zu tun. Das ist wieder was ganz anderes und der fliegt Dir mit Kaliumsorbat schon um die Ohren + Zitronensäure hätte man etwas, was wie Muttermilchkacke ausschaut 😉 – auch insgesamt sollte der besser im Bisquit oder der Eiscreme bleiben.

    Zum Avocadoöl – gerade für Psoriatiker sind unraffinierte Öle recht häufig "Gift" Ich würde da keine Empfehlungen abgeben wollen. Darüber hinaus kommt es wesentlicher auf die Fettsäuren an.
    Das als Kosmetikqualität gelabelte Öle nicht 100% sind, stimmt so auch nicht. Wo Öl x draufsteht ist auch Öl x drin – wo gemischt wird, stehen alle an der Mischung Beteiligten der Menge nach in absteigender Reihenfolge drauf.

  60. Liberty Valence
    24. Oktober 2009, 09:58 | #60

    Update: Der Spiegel schwenkt um und bringt heute einen ausführlichen kritischen Artikel zum PR-Film des Herrn Martens:
    http://www.spiegel.de/wisse

    Beda Stadler erklärt seinen Wutausbruch bei "Hart aber Fair" und bringt neue Hintergrundinfos.
    http://hpd.de/node/8050

  61. Ralli
    24. Oktober 2009, 10:23 | #61

    hi , als verblüffter neuling hier denke ich : wenn diese salbe auch nur EINER EINZIGEN betroffenen person geholfen hat,ihr leiden zu LINDERN, hätte sie eine EXISTENZBERECHTIGUNG und müßte offiziell produziert werden ! mfg ralli

  62. Populus
    24. Oktober 2009, 11:50 | #62

    Kein Mensch kennt die genaue Zusammensetzung b.z.w. Wirkmechanismen in diesen Ölen. Ich wäre sehr vorsichtig bei Selbstversuchen. Nicht alles was aus den Natur kommt muss auch automatische gesund sein. Meistens ist eher das Gegenteil der Fall 🙂

    Nur mal so…

  63. Augusta vindelicorum
    24. Oktober 2009, 11:51 | #63

    Lieber Gema,

    vielen Dank für Deine ausführliche und lehrreiche Antwort. Es verhält sich sicherlich so das Du wohl mehr Ahnung von der Materie hast wie meine Apothekerin und mein kleines in der Eile zusammengesammeltes Wissen. Ich habe hier nur meine Infos wiedergegeben, die eben nicht mit Deiner *mal eben zusammgerührten* Version zusammenpaßten.

    Das Thego Zeug war von Frankenchemie, die das aber nur kiloweise rausrücken. Meine Apothekerin konnte kein Vitamin B12 auftreiben, und ich habe bisher auch noch keine Person im Netz gefunden, die diese Salbe bis jetzt nachbasteln konnte, mit den angegebenen Komponenten.

    Ich finde das ja ok, wenn Du die Wirkung der Salbe mit Deinem Fachwissen kritisch hinterfragst und Deine Meinung kund tust. Sollte die Salbe Ihre Wirkung nicht einhalten, darfst Du dir selbstzufrieden auf die Schenkel klopfen, und ich werde über diese Volksverar***ung mehr als fassungslos sein.

    Noch ganz kurz, sei Dir bitte versichert das ich in meinem Eingangsposting nicht wütend mit den Füßen gestampft habe, dann würde nämlich Dein Monitor noch immer wackeln 😉

    Falls es dann doch noch jemand mal schafft sich alle Komponenten zu besorgen und sich das anzumischen, bei Omi am Herd in 10 Min. oder sonstwo. Wäre es schön zu erfahren wo er die Zutaten her hatte.

  64. 24. Oktober 2009, 12:14 | #64

    @ Ralli:

    "hi , als verblüffter neuling hier denke ich : wenn diese salbe auch nur EINER EINZIGEN betroffenen person geholfen hat,ihr leiden zu LINDERN, hätte sie eine EXISTENZBERECHTIGUNG und müßte offiziell produziert werden ! mfg ralli"

    Ralli, diese einzelne Person könnte sich das in der Apotheke um die Ecke anmischen lassen. Man kann sich auch das "Therapielexikon Dermatologie und Allergologie" anschaffen/ausleihen/kopieren und alle Rezepturen ausprobieren… Alleine für ND sind da 23 Rezepte drin (wenn auch keines mit dieser Zusammensetzung).

    Die Hautärzte, die die Veröffentlichungen gemacht haben, waren anscheinend nicht so beeindruckt, dass sie das weiterverfolgt hätten… Wenn es überzeugend gewesen WÄRE, hätten sie das sicher weiter betrachtet, hm?

    Schau mal hier, für seltene Erkrankungen gibt es für die Pharma-Firmen Anreize, sich darum zu bemühen:
    http://de.wikipedia.org/wik

  65. Chartinael
    24. Oktober 2009, 12:48 | #65

    @SISSI

    Hast du die Macrolide schon durch? Bei uns hat Protopic hervorragend gewirkt.

    kristin

  66. Monika
    24. Oktober 2009, 13:28 | #66

    Oh wie ich dieses Geschäft mit der Hoffnung hasse… ich habe selbst Psoriasis, natürlich habe ich mir den Beitrag angesehen, bei Phönix.

    Da ließ mich einiges sofort skeptisch werden.
    1. Es soll bei Neurodermitis und Psoriasis helfen. Hmmm 2 völlig unterschiedliche Hautkrankheiten, die völlig andere Ursachen haben, deren Betroffene völlig andere Bedürfnisse für die Hautpflege haben. Ich kenne einige Neurodermitiker und weiß, dass deren Haut auf alles Mögliche negativ reagieren kann. Auch meine Haut findet nicht jede Salbe gut. Eine einzige Salbe für alle Betroffenen kann es also nicht geben.

    2. Es soll keine Nebenwirkungen haben. Da fällt mir doch der olle Witz ein: Sagt der Arzt zum Patienten: "Dieses Mittel hat keine Nebenwirkungen, es hat aber auch keine Wirkung…"
    Und wenn es nur eine allergische Reaktion auf einen einzigen Inhaltsstoff ist.

    3. Die böse Pharmaindustrie hat die Schuld. Undifferenzierte Verschwörungstheorie.

    4. Cortison ist der große Buhmann. Das Zeug wirkt, und hat Nebenwirkung, die aber durch entsprechende Anwendung minimiert werden können. Pauschale Ablehnung wirksamer Medikamente ist immer wieder beliebt.

    Ich bin sehr dafür, dass die Salbe hergestellt wird, oder ich mir das Zeug selbst anrühren kann. Aber bitte ohne falsche Heil(ung)sversprechen und ordentlich mit wissenschaftlichen Studien untermauert.

  67. GeMa
    24. Oktober 2009, 14:32 | #67

    @Ralli
    Die Salbe darf und durfte jederzeit ! auch großstückig produziert werden. Das Zulassungsverfahren für die Rezeptur ist denkbar einfach und insgesamt für ca. 2500,- € gegessen.
    Nur ist es dann nur als Kosmetikum zugelassen. Wäre die Sache erfolgreich, i.S. von wirksam und Käufer hätten weiterhin danach gefragt, bzw. entsprechend eindeutige Rückmeldung gegeben (hat mir geholfen/meine ND ist besser geworden etc.), wäre es Klingelhöller wegen der Übergangsfrist in der EU Novelle sogar noch die nächste Zeit erlaubt gewesen, "besonders geeignet für" / "wird empfohlen bei" / "unterstützt bei" auf seine Verpackung zu drucken. Was nie erlaubt war, solche Marktschreierei als Therapeutikum – denn dafür hätte er echte Belege vorweisen müssen. Aber nur mit Marktschreierei glaubt er, gut zu verdienen.
    Jetzt wird das Zeug also – neben mtw. Weleda, Freiöl und Vichy im Apothekenregal stehen. Mit einem Zulassungsstatus, der sogar noch weniger "wert" ist, als für Öl das "Schwangerschaftsstreifen vorbeugt". Das Öl muß für seien Behauptung nämlich echte Belege mitbringen, für die Zulassung als Kosmetikum mit dieser Werbung auf der Verpackung. Ein echtes Therapeutikum müsste Belege mitbringen und eine Zulassung nach Arzneimittelrecht.
    Die rosa Hühnerkacke muß nichts dergleichen – wie eine Packung Einlegesohlen z.B.

    Genau deshalb sollte man fragen dürfen, warum der Journalist und sein Erfinder die Leute so anlügen. Zumal die Zauberkombination A-Öl + Cobalamine nicht verändert ist, zur der Salbe, die er schon 1994 produziert hat. Wohlgemerkt – er war selbst ein Pharmahersteller !
    Er hätte einfach sein Zeug weiter nehmen können, samt Verpackung und in jede Apotheke platzieren lassen können.
    Nur : das ist nicht so einfach, dort sind schon jede Menge Pflegemittel vertreten und ich hab mir mal sagen lassen, dass es gar nicht so einfach war, bspw. die Olivenölpflegeserie landesweit unterzubringen. Da mußten viele Vertreter viel laufen und reden und anschließend mußten die Kunden auch zufrieden sein – sonst wäre die wieder weg.

    Den Streß, mit einem Produkt zu überzeugen und so die Platzierung zu erlangen, hat die Salbe nicht – dafür haben Martens, Plasberg und der öffentlich rechtliche gesorgt. In einer wirklich noch nie dagewesenen PR Aktion.

    Die Wirksamkeitsbelege läßt er sich jetzt kostenlos von wer weiß wie vielen hoffenden Menschen hinterhertragen.

    Man soll und MUß den Herrn Martens auch fragen, warum er 2008 das Angebot von Betroffenen, die Salbe zu testen ausgeschlagen hat – deren Heilung im Kampf gegen die Pharma er sich ja so heroisch auf die Fahnen geschrieben hat. Der Bundesverband Neurodermitis wollte nur eine einfache Laborkontrolle der Salbe (was sinnvoll und absolut üblich ist) und hätte dann 100 Neurodermitiker als Testpersonen gefunden. Gute Frage, warum Martens, der ja von sich aus nach Testwilligen gefragt hatte, plötzlich weggeblieben ist.
    Ich nehme an, weil es ihm scheißegal ist um die Betroffenen – dem geht es nur um sein Buch (meine Meinung). Hätte sich beim Test nicht wirklich die _versprochene_ Heilung ergeben, hätte der sein Manuskript mal eben ins Klo spülen können.
    http://www.augsburger-allge

    Und noch was : das Kind, das Martens so reißerisch vorgeführt hat – weil nämlich Mitleid besonders mit Kindern extrem gut zieht bei Vermarktungen – wurde nicht von der Pharma allein gelassen. Es wurde in einer Klinik behandelt ohne Kortisol. In der Klinik (Neukirchen), die einem privaten Investor gehört, der auch noch selbst Pharmahersteller _und_ Kosmetikhersteller ist ! wird mit genau solchen B12 Eigenkrations-Salben, die allerdings noch einige andere Vitamine etc enthalten, gearbeitet.

    Sieht noch jemand keine Unterdrückung der Erfindung durch die Pharma?

    Und dafür soll man seine Medikamente wegwerfen??

  68. GeMa
    24. Oktober 2009, 14:42 | #68

    @Augusta
    Die Apotheker haben längst reagiert und eine gute Salbengrundlage – sogar Pharmaqualität – nach DAC + Avocadoöl und Cyanocobalamin. Das ganze Trara ist also überflüssig.

    Den Kommentar "selbstzufrieden" kannst Du Dir klemmen. Scheinbar hast Du auch wenig Ahnung davon, dass man mit Patienten auch mitfühlt und es einem eben nicht grunzegal ist, was mit denen passiert. Die Wundermittel kommen und gehen. Bleiben, das tut nur der Betroffene.

    Und hör doch bitte auf zu unken und mich dafür verantwortlich zu machen, dass Du im Netzt nichts findest. Für die Bestellung aller Zutaten brauchste nur 2 Shops anklicken und 15 Minuten Zeit. Es kursieren sogar schon die ersten Rezepte (und wie nicht anders zu erwarten, statt mit Tego Care 90 – mit Tegomuls; das Netz ist voller Leute, die nicht mal ein Chemiebuch der 8. Klasse unfallfrei aufschlagen können, oder INCI geradeaus lesen, aber am Leid anderer mit abkassieren möchten).
    Also nochmal : behawe – dort Emulsan, Avocadoöl, Kaliumsorbat
    oder : omikron – Emulsan, Avocado, Kaliumsorbat, Cyanocobalamin

    Wer schlau ist, nimmt einen besseren Emulgator 😉 – einfach mal stöbern gehen. Emulmetik hab ich zum Beispiel gesehen – der liest sich gut, oder Lecithine.

    Kosmetisches Basiswasser oder Isopropylalkohol NICHT vergessen! Es muß alles gründlich desinfiziert werden! Nicht durch Unachtsamkeit oder Schlamperei extra Keime aufhucken. Die vermehren sich explosionsartig in so einem Salbentopf. Das wäre die ganze Aufregung um den Kram nicht wert, sich zusätzlich noch zu schaden!

    Wer selbst rührt, könnte auf die Zitronensäure auch verzichten. Weil er die Salbe ja nicht lagert. Kleinmengen 100g oder 50 g sind in 2-3 Tagen alle, da verschwindet kein Cobalamin komplett. Außerdem könnte es Probleme geben, denn pH Teststreifen sind dafür zu ungenau und man braucht auch eine gute Feinwaage mit sehr geringer Meßtoleranz. Sonst trennt sich das Zeug – sieht aus wie Hühnerkacke. Im Notfall mit einer winzigen Spur Natron puffern und die Hühnerkacke wieder zusammenrühren.
    Das Kaliumsorbat im Wasser lösen – nicht im Öl, das ist Unsinn. Das Wasser soll konserviert werden.

    Mal schauen, wann der Hype vorbei ist. Bei Lebertransalbe (B12 😉 hat es sich ja nicht so lange gehalten. Dann kommt wieder Avocadocreme mit B6 oder Q10 und E und dann kommt wieder Olivenölcreme mit B5 … und immer so weiter.

  69. Sissi
    25. Oktober 2009, 01:05 | #69

    @GeMa Leider hat meine Apotheke sich geweigert mir die Creme mit einem selbst mitgebrachten Emulgator zu mischen. Nun habe ich mir alle Zutaten im Netz bestellt samt Präzisionswaage. Es wäre mir eine sehr große Hilfe, wenn du mir eine Anleitung per mail schicken könntest. Vielleicht kann ich mich irgendwie revanchieren?!

  70. Augusta vindelicorum
    25. Oktober 2009, 09:47 | #70

    @Sissi

    hier gibt es erste Versuche zu betrachten:
    richhab.wordpress.com

    Sowie eine Bastelanleitung:

    heise.de/tp/foren/S-Selbsthilfe-als-adaequate-Antwort-Regividerm/forum-168038/msg-17540762/read/

    Also ich habe jetzt mit einem zweiten Apotheker privat gesprochen und er riet mir auch davon ab die Salbe selbst anzumischen, bzw. bei Ihm anmischen zu lassen. Bei dem ersten richhab-Blog sieht man ja auch das dann eine Paste rausgekommen ist und keine Creme, hat mein Apotheker auch gemeint, schon alleine die Viskosität ist problematisch. Ist halt dann die Frage ob sich die Wirkstoffe überhaupt aus dem Träger korrekt lösen. Bei eh schon problematischer Haut ist das dann sicher nicht von Vorteil.

    @GeMa,

    das mit dem selbstzufrieden klemm ich mir – wollte Dir in keinster Weise zu nahe treten. Ganz sicher aber wollte ich Dich nicht für irgendwas verantwortlich machen – in keinster Weise.

    Vielen Dank für die Angaben zur Beschaffung der Inhaltsstoffe.

  71. GeMa
    25. Oktober 2009, 12:33 | #71

    @Sissi
    Hab ich mir fast gedacht, aber so eine Apotheke ist ja auch kein Basar (na gut, teilweise schon – wenn man die ganzen Milchzuckerkügelchen sieht, aber egal) und der Emulgator ist das Problem. Der hat keine Zulassung als Bestandteil für Arzneimittel. Die Salbe in der Apotheke damit anrühren bedeutet, dass der Apotheker eine Anmeldung für die Herstellung eines Medinzinproduktes Klasse II oder für ein kosmetisches Mittel nach KVO machen müsste. Ist also verständlich, dass sie das nicht machen möchten.
    Die Reaktion, eine Salbengrundlage nach Arzneimittelbuch zu nehmen, ist also eine gute Idee. Die "Warnungen" vom Erfinder, das könnte zu schweren Nebenwirkungen führen, wenn man nicht exakt die originalen Zutaten nimmt, sind einfach nur lächerlich. a) ist in den Apothekerzubereitungen Avocadoöl in merkbarer Menge eingearbeitet, b) hat der Erfinder noch kein Konzept erklärt, welcher Stoff im Avocadoöl in Verbindung mit Cobalamin die Wirkung hervorruft – aber nicht in Verbindung mit anderen Ölen
    c) ist es egal, welcher Emulgator – der muß nur einen gewissen Grad an Säure (niedrigen pH) aushalten, ohne dass die Emulsion auseinanderfällt.
    Man kann also ganz gut andere Emulgatoren nehmen (oder die Rezeptur der Apotheke) und wird garantiert weder daran versterben, noch irgendeine durch den Austausch bedingte "Nebenwirkung" haben. Ganz im Gegenteil – gerade weil Emulsan so ein bekanntes Ding ist, von hunderten Hobbytheklern über wesentlich längere Zeiträume ausprobiert wurde (Langzeittests, eben das was Hr. Klingelhöller noch schuldig bleibt und hierfür einfach mal Fernsehzuschauer benutzt), weiß man längst, dass _nicht_ jeder_ den verträgt. Lame, Walratersatz, Lanolin geht genauso, falls Emulsan nicht vertragen wird. Emulmetik müsstet Ihr selbst mal nach der pH Toleranz schauen – bin ich jetzt zu faul.

    Nee, laß mal, ohne Revanch ;-). Ich stelle die Anleitung nachher hier rein. Open source ist Ehrensache. Und wenn Hr. Martens dadurch nur 1 Buch weniger verkauft an die Gutgläubigen und Hoffenden, die er hier so schamlos benutzt – freue ich mich.

    Augusta
    Der Apotheker hat insoweit recht, als für die Herstellung schon bestimmte sog. Scherkräfte wirken müssen, um eine vernünftige Emulsion entstehen zu lassen. Mit einer Kuchengabel soll man da vielleicht nicht gerade anrücken.
    Aber: um die Tröpfchen ausreichend klein genug und verteilt zu bekommen, kann man entweder auf einen simplen Pürierstab zurückgreifen, oder auf den guten alten Porzellanmörser (oder die sog. Fanta-Schale der Apotheker – ein Salbenmörser, den man ins Wasserbad stellen kann)
    Viel problematischer bei problematischer Haut, finde ich den zu hoch dosierten Emulgator. Keine Ahnung, ob der Erfinder das ursprünglich falsch bei Jean Pütz abgekupfert hat – er setzt in seinem älteren Rezept schon die Dosierung für Emulsan 1:1 mit Lame gleich. Anfängerfehler. Leider unverändert geblieben im neuen Rezept 😉

  72. GeMa
    25. Oktober 2009, 13:56 | #72

    Avocado Pflege ! creme mit Vitaminzusatz

    2 normale Kochtöpfe – für Wasserbad
    2 höherwandige Gefäße mit kleinem Durchmesser – so um die max. 15 cm – (Edelstahl, hitzestabiles Plastik o. Glas, für die Wasserphase eignen sich Babyflaschen)
    1 kleines Gläschen (Schnapsglasgröße, so in der Richtung)
    1 normaler Pürierstab (oder Mörser)
    1 Löffel
    1 Messer (zum Entnehmen der Zutaten fürs abwiegen)
    1 Kaffeetasse
    Küchenkrepp
    Isopropylalkohol / kosmetisches Basiswasser (zur Desinfektion – kann anschliessend wieder zurück in die Flasche – mit Trichter o.ä.)
    1 verschließbares Gefäß für 100g – lichtundurchlässig

    – in die Kaffeetasse Alkohol rein, Pürierteil + Löffel + Messer dort einstellen (Messer nach 5 Min. raus + trocknen lassen)
    -kleines Gläschen und die 3 Gefäße (+ 1 Deckel) gründlich mit Alkohol ausspülen – nicht austrocknen, sondern kopfüber auf das Küchenkrepp – danach nicht mehr innen reinfassen
    – Zutaten abwiegen :

    – Öl im 1 zu erhitzendes Gefäß abwiegen (Tara auf 0 kalibrieren nicht vergessen = Gewicht des Gefäßes abziehen)
    – Wasser ins andere Gefäß (kalibrieren wie vor)

    0,07 g Cobalamine
    46,00 g Avocadoöl
    45,42 g aqua dest.
    8 oder 6 g Emulsan II
    0,26 g Kaliumsorbat (0,2 reicht auch)
    0,25 g Zitronensäure

    – vom Wasser ca. 1 g abnehmen -> in das Schnapsglas rein, Cobalamine dort rein – die sind hitzeempfindlich, dürfen also nicht einfach mit erhitzt werden
    – Ölgefäß im Wasserbad erhitzen
    – Emulgator ins Öl dazu – aufschmelzen lassen
    – Wasser zeitgleich im anderen Wasserbad erhitzen (aber wirklich heiß!)
    – wenn aufsteigende Bläschen im Öl/Emulgator am Boden zu sehen sind, raus aus dem Wasserbad und :
    – ins heiße Wasser das Kaliumsorbat + Zitronensäure geben, raus aus dem Wasserbad und :
    – langsam in Öl/Emulgator geben + mit dem Pürierstab gründlich einarbeiten (ruhig 1 Minute, umso feiner die Tröpfchen)
    – man kann auch umgekehrt ÖL/Emulgator ins Wasser geben – ist bei der Rezeptur aber völlig wurscht
    – wer mörsert : Emulsion 1 vorlegen (Öl+ 1/2 Wassermenge) mischen mit Rührstab, dann in den Mörser löffeln und heißes Restwasser in die Vorlage einmörsern
    – in die fertige Creme – leicht abkühlen lassen – zuletzt das aufgelöste Cobalamin einrühren mit Löffel + nochmal durchpürieren/mörsern
    – ab in Dose – fertig

    Der Emulgator kann problemlos von 8 g auf 6 g verringert werden. Den Rest vom Rezept muß man deshalb nicht anpassen – sinds eben nur 98 g.
    Übliche Einsatzkonzentration ist lt. Datenblatt sogar nur 2-4%. (evt. hat Hr. Klingelhöller verwechselt, dass der Emulgator 8% auf die Fettphase berechnet, dann eben mit Faktor 2 zu teilen ist, wenn er auf das Gesamtprodukt und Fett-Wasseranteile ca. 50:50 berechnet wird = 4%)
    Kaliumsorbat wirkt als Konservierer nur gegen Hefen und Schimmelpilze (Blockade von Stoffwechselenzymen) nicht gegen Bakterien. Also alle Geräte gründlich ! desinfizieren, nirgendwo mit den Fingern rein. Salbe nur ! mit sauberem Spatel und nie mit den Fingern aus der Dose entnehmen. Haltbarkeit max. 3 Monate.

    Viel Spaß – und vergesst das Buch von Martens. Erwartet keine Wunder.

  73. 25. Oktober 2009, 16:49 | #73

    "Warnung vor Neurodermitis-Salbe

    Deutsche Apotheker warnen vor der an-
    geblichen fast nebenwirkungsfreien Sal-
    be Regividerm, die gegen die Hautkrank-
    heiten Neurodermitis und Schuppenflech-
    te helfen soll. “Bei diesem Präparat
    sind noch viele Fragen offen. Bislang
    sind nur wenige Daten veröffentlicht,
    es besteht weiterer Forschungsbedarf”,
    sagte ein Mitglied der Bundesvereini-
    gung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)

    Man sollte die Creme nicht ohne Rück-
    sprache mit einem Experten ausprobie-
    ren. Patienten, die an Hautkrankheiten
    leiden, sollten ihre Therapie nun nicht
    ohne Rücksprache mit dem Arzt ändern."
    Steht jetz bei der ARD im Videotxt S.539.

  74. Sissi
    25. Oktober 2009, 17:47 | #74

    @GeMa Vielen vielen Dank! Ich habe mir noch als "Auswechselpräparat" Olivenöl bestellt, falls ich Avocado nicht vertragen sollte- meinst du das kann man problemlos als Ersatz nehmen oder braucht man dann von den anderen Zutaten veränderte Maßeinheiten. Und ich habe noch Lecithine (aus Soja) wahlweise mitbestellt. Kann ich diesen Emulgator einfach event. gegen Emulsan austauschen? Außerdem verstehe ich nicht, wo das Problem mit der Creme liegt- ich denke sie soll keine Nebenwirkungen haben, oder ist Cobalamine ein doch so fragwürdiger Stoff? In meinem nächsten Leben werde ich jedenfalls Chemiker, so viel steht fest ;o)

  75. GeMa
    25. Oktober 2009, 18:56 | #75

    @Sissi
    Zu den Cobalaminen liegen einfach noch keine ausreichend langen Beobachtungen vor für Hautpräparate. Meiner bescheidenen Meinung nach und den vielen Pferden, die ich vor der Apotheke schon hab kotzen sehen – wer eine Cobalt- (sehr selten), Cobalt-Nickel-Kontaktallergie hat, sollte sich das WDR-Experiment ohnehin 3x ganz scharf überlegen. Lieber abwarten.

    Die von @cohen gepostete Warnung sollte man nicht unter der Rubrik Spielverderberei oder irgendwelche Interessensverbandhuberei einfach überlesen.

    Ein Produkt, dass wirklich von allen Anwendern ohne jede Ausnahme vertragen wird, gibt es schon bei nur empfindlicher Haut NUR im Märchenland. Irgendwas ist immer bei irgendwem 😉
    Tego Care -egal welche Nummer – verträgt auch nicht jeder Mensch auf dieser Welt. Nicht der ist das Problem, denn davor ist kein Emulgator (oder -kombination) gefeiht. Sondern das Versprechen von Martens & Co ist das Problem. Von Emulsan kann man leider auch Hautirritationen bekommen, er ist kein einzigartiges Wunderzeug für alle. Selbst von Kaliumsorbat kann man in – seltenen – Fällen erwischt werden.

    Olivenöl kannst Du problemlos austauschen – da muß nicht weiter dran rumgeschraubt werden. Wenn beides nicht vertragen wird, dann Neutralöl nehmen. Mir ist jedenfalls nichts in der Zusammensetzung eines raffinierten Avocadoöles bekannt, was mit B12 tut und nur dort drin zu finden wäre.
    Welches Lecithin hast Du? Reinlecithin, Fluidlecithin S, Lysolecithin? Unterschiedliche Verarbeitung, verstehst Du. Lysolecithin nur als Kombi mit anderen Emulgatoren.

  76. Augusta vindelicorum
    25. Oktober 2009, 23:19 | #76

    @GeMa,

    vielen Dank für Deine Anleitung zur Herstellung, und überhaupt für Deine fundamentierten Aussagen, es steht soviel im Netz und man weiß ja auch nicht welcher Quelle man wirklich glauben schenken darf.

    Weshalb ich mich gerne über eine Apotheke versorgt hätte (Materialbeschaffung – Herstellung), da ich mit Shops wie Omikron nicht wirklich viel anfangen kann, und eine Herstellung gerne unter proffesionellen Bedingungen vorgezogen hätte – Wenn schon dann richtig….., dachte ich.

    Ich möchte Dir trotzdem meinen aufrichtigen Respekt aussprechen, du gibst keinen Pfifferling auf die Salbe und versucht trotzdem den betroffenen Menschen in Ihren Bedürfnissen mit Deinem Fachwissen zu helfen – Vielen Dank.

    @Sissi, wäre schön wenn Du Deine Erfahrungen hier posten würdest.

  77. Droid
    26. Oktober 2009, 00:50 | #77

    "hi , als verblüffter neuling hier denke ich : wenn diese salbe auch nur EINER EINZIGEN betroffenen person geholfen hat,ihr leiden zu LINDERN, hätte sie eine EXISTENZBERECHTIGUNG und müßte offiziell produziert werden ! mfg ralli"

    Hi, das ist ein immer wieder genanntes Argument. Und immer wieder falsch. Denn dann müsste genauso gelten, dass sie, sollte sie auch nur einer Person schaden (und das kann jede Creme), direkt vom Markt genommen gehört. Da das alles aber nicht schwarz-weiß ist und man das eine gegen das andere abwägen muss, werden Studien gemacht, die die Wirksamkeit des Wirkstoffes und seine Nebenwirkungen erforschen, die Dosis festlegen usw. Und die insbesondere auch noch nach Markteinführung (Phase 4) einen Blick auf seltene Nebenwirkungen haben. So manches Medikament ist erst durch die strengen Auflagen zur Rückmeldung wieder vom Markt verschwunden.

    Regividerm umgeht das alles mit einer Zulassung nach einem Standard weit unterhalb dem von Kosmetika.

  78. Monika
    26. Oktober 2009, 13:29 | #78

    @Sissi @Augusta
    Ich rühre viel Creme selbst an. Das ist echt einfach und solange du aufpasst und sehr auf Sauberkeit achtest, kann nicht viel schief gehen. Bei Öl und Wasser musst du auch nicht unbedingt auf’s (Milli)gramm achten. Ich persönlich mag’s einfach lieber, wenn die Creme einen etwas höheren Wasseranteil hat. Beim Öl nehme ich meistens eine Mischung aus Sonnenblumen und Avokadoöl. Hab ich grade nichts anderes da, benutze ich auch schon mal das gute Olivenöl aus der Küche. Das was ich ohne Probleme essen kann, macht meistens auch auf der Haut keine Schwierigkeiten.

    Probier’s einfach aus, erstmal ohne das teure Cobalamine. So kannst du testen, ob du die Salbe selbst verträgst. Die "Fehlversuche" gehen nicht wirklich ins Geld. Pflegesalben aus der Apotheke sind meistens teurer. Wenn du dann die richtige Mischung für eine reine Pflegesalbe hast, kannst du das Cobalamine dazu geben und feststellen, ob’s was bringt. Wenn’s nicht hilft, hast du zumindest eine gute und günstige Pflegesalbe, die wir "Schuppies" und "Juckies" nun mal in größeren Mengen brauchen. (Und die Kasse hat nicht einen Pfennig errr Cent dazubezahlt…)

    Ich werde meine Standard-Selbstmachsalbe auf den entsprechenden pH-Wert anpassen und mir Cobalamine besorgen, mal sehen was meine Psoriasis dazu sagt. Das Kostenrisiko ist jedenfalls gering. Meine Versuche die richtige Pflege in der Apotheke zu finden, waren teurer.

  79. GeMa
    26. Oktober 2009, 14:13 | #79

    "Probier’s einfach aus, erstmal ohne das teure Cobalamine."

    Das würde ich auch gern vorschlagen. Ob es nämlich das Mittelchen welches ist und nicht einfach nur das Weglassen diverser Inhaltsstoffe in der Klingelöllerpaste gegenüber anderen Präparaten die gute Pflegewirkung erzielt hat, darf man getrost auch mal in den Raum werfen 😉

    Bei SO großen Versprechungen sollte man immer skeptisch sein und an die vielen großen Versprechungen denken, die sich in der Vergangenheit auch nicht erfüllt haben. Das Netz ist voll von Cremes u. Salben gegen ND _und_ Pso, die auch alle viieel besser als kortisolhaltige Salben sind und alle keine Nebenwirkungen haben. Die werden komischerweise alle nicht von der Pharma unterdrückt ;-P
    Man sollte echt nicht jedem alles glauben. Auch nicht, wenn er sich als Retter der Witwen und Weisen in Szene setzt (und damit noch ordentlich einen finanziellen Schnitt machen will), wie der Martens. Gerade dann sollte man immer sehr hellhörig werden.

  80. Günter K.
    26. Oktober 2009, 14:54 | #80

    Hallo an alle die hier einen Eintrag geschrieben haben.

    Es gibt nur 2 Gruppen die die neuen Salbe schlecht beurteilen:
    1. Personen die mit ND nichts zu tun haben,
    2. große Pharmaindustrien die ihre eigenen Produkte teurer verkaufen wollen.

    Ich slebst habe in der Familie 3 Neurodermitiker die damit betroffen sind. Meine Ehefrau, meine Tochter und mein 2 1/2-jähriger Enkel, der beinahe so aussieht wie das Kind in der ARD-Sendung! Ich weiss also wovon ich spreche.
    Jeder der mit ND so stark behaftet ist klammert sich an jeden kleinsten Strohhalm.
    Ob nun er eine Großkonzern oder ein kleiner Pharmahersteller an der Salbe verdient ist doch egal. Also lasst dem kleinen Unternehmer seinen Umsatz.

    Wenn die Salbe nicht heilt sonder nur eine Linderung bringt ist doch schon viel geholfen.
    Ich lade gerne jeden ein um nur einen einzigen Tag mit meinem Enkel zu verbringen dann würdet Ihr auch sagen: "ob 28,85 oder 60,00 Euro ist egal!"

    Also, höt auf mit dem ganzen "Gefasel." Lasst die Salbe auf den Markt kommen und schlagt euch die Köpfe danach ein.

    Mein richtiger Name ist übrigens (ich habe nichts zu verbergen)
    Günter K.

  81. 26. Oktober 2009, 15:00 | #81

    Ja Günther, dann kannste gleich Deine Familie einpacken und in die kortisonfreie Klinik fahren, wo die Bilder mit dem eingewickelten Kind gedreht wurden. Dort behandeln sie schon seit Jahren mit B12-Rezepturen:
    http://www.openpr.de/news/3

    Mit spektakulärem Misserfolg, wie man im Film von Herrn Martens sehen konnte.
    Herr schmeiß Hirn vom Himmel, aber triff!

  82. Michael
    26. Oktober 2009, 15:25 | #82

    Zitat Günter K.: "Jeder der mit ND so stark behaftet ist klammert sich an jeden kleinsten Strohhalm." Nein Günter, das tun nur die, die geistig eher schlicht gestrickt sind. Ich als Betroffener seit 40 Jahren klammere mich seit der Pubertät, genauer als die Vernetzung im Hirn abgeschlossen war, nicht mehr an Strohhälme. Ich sah übrigens als Kleinkind auch so aus, wie das gezeigte Kind im Film.

  83. mein_Name_ist_egal
    27. Oktober 2009, 11:26 | #83

    http://www.zeit.de/newstick
    Wahrscheinlich verschwindet die Salbe wieder in der Schublade.

  84. Acchino
    27. Oktober 2009, 13:09 | #84

    Na Leute… 🙂 Ich bin zufällig auf diesen Blog gestossen, hab im Net nach Neuigkeiten gesuch über diese Wundersalbe. Ich hab nicht mal Fernsehen weil ich den ganzen Tag auf 4 Schirme guck, und habe den Beitrag auf Phoenix bei einem Kollegen gesehen.
    Keine Ahnung habe ich über Medizin oder Kosmetik, ich backe meine Brötchen im Finanzgeschäft.
    Wenn ich mir dann so anschau, wie ALLE Pharmakonzerne das Ding abgelehnt haben, dann komme ich zum Schluss, es iss was faul an der Sache. Keine Pharmafirma dieser Welt lässt Milliardengewinne sausen…..
    Aber aber aber: Wie kann jemand von "Patent" reden, wenn das Produkt längst bekannt ist? Jeder Dussel wie ich selber könnte das in der Küche herstellen, wie gesagt wurde, Omi macht das in 10 Minuten am Holzofenherd.
    Warum, so frage ich mich, hat der "Erfinder" nicht einfach and simpel die Produktion gestartet? Wäre doch gelacht, wenn eine Kleinproduktionseinrichtung mehr als 50.000 € kosten würde, ach was sag ich, 10.000€…… Ich habe mehrere Firmen aufgebaut, mit kleinstem Kapitaleinsatz (Kohle war einfach keine da um "gross" einzusteigen) und gutem Produkt – und früher oder später haste dann eine anständige Kapazität wenn du re-investierst. Die Pharmakonzerne haben sich das genau angeschaut, seit euch dessen versichert. Aber wenn da die Anwälte das "Patent" (das wohl eher ein simples Rezept ist) durchleuchten, sind sie mit Sicherheit draufgekommen, dass da wirklich KEIN Patentschutz verteidigt werden könnte – und damit fällt alles flach. Kein Unternehmen investiert Dutzende von Millionen in ein solches Projekt, schon gar nicht, wenn Oma das Ding selber herstellen kann……
    …da war der "Erfinder" wohl auf dem Holzweg, als er versuchte, die Grossfirmen abzuzocken. Da müsste er schon früh aufstehn und ein ausgeschlafener Junge sein, um das hinzukriegen.

  85. 27. Oktober 2009, 15:25 | #85

    @ Acchino:

    Ich vermute (ich hab keine Belege dafür), dass schon was mit der PWC-Schätzung nicht ganz koscher ist, mit der dann wohl bei Oppenheim Geld locker gemacht (und verbraten) wurde. 936 Mio irgendwas für eine Patentanmeldung? Kommt mir sehr seltsam vor.

  86. Chartinael
    28. Oktober 2009, 09:32 | #86

    "Es gibt nur 2 Gruppen die die neuen Salbe schlecht beurteilen:
    1. Personen die mit ND nichts zu tun haben,
    2. große Pharmaindustrien die ihre eigenen Produkte teurer verkaufen wollen."

    Das ist Quatsch, der Bund der NDler ist sicher nicht nicht-betroffen. Argh.

    Als von der Bedan-Kollektion die Sprache war – auch über einen Fernsehbeitrag damals, gab es diesen Aufschrei nicht. Verschreiben ließ sich das Zeug auch nicht. Weiß nicht ob es funktioniert, aber ist seither die einzige Plfegelotion die wir nehmen, in Verbindung mit Wofacutan-Waschlotion für alles.

    Jeder versucht irgendwie mit Hautproblemen klarzukommen. was aber gar nicht geht, ist der Pharmaindustrie Zeug vorzuwerfen, deren man selbst schuldig ist – so als Pharmafirma und so.

    Was auch nicht geht ist, leidende Kinder zu zeigen, die mit B-Präperaten voll ganzheitlich leiden – völlig unabhängig von der Schulmedizin.

  87. Acchino
    28. Oktober 2009, 13:08 | #87

    Ich kann ja nicht gut über etwas reden, von dem ich keine Ahnung habe, also lasse ich Kommentare über die Heilwirkung und die Salbe mal aussen vor.
    Ich versteh was von Produktion und Finanzen, und damit auch von Investments und Banken. Dass Sal Oppenheim so reagiert hat, haben die aus Imagegründen gemacht. Die wollten NICHT eingestehen, dass sie abgezockt wurden, simpel und einfach jemandem auf den Leim gekrochen sind. Die haben auf alle Rechtsschritte verzichtet, den Schaden abgeschrieben, und mit den dann getroffenen Massnahmen einfach verhindert, dass noch andere übers Bett gerissen werden. Die wollten ihren eigenen Schaden begrenzen und haben wohl die "Rechte" dann für einen symbolischen Betrag verkauft, wenn überhaupt, womöglich einfach abgegeben. So machen das Banken.
    Ich bin nach wie vor überzeugt: Wenn jemand diese Wundersalbe tatsächlich kleinbetrieblich herstellen würde, so müssten weniger als 10.000€ investiert werden – das stösst bei mir auf. Eine Misch- und Abfüllanlage mit dem ganzen Kram drumherum könnte man leicht in Eigenregie bauen. Immer wieder frage ich mich: Warum hat das niemand gemacht? Wenn die Salbe denn tatsächlich wirkt, wäre es der Renner des Jahres und es würde sich von alleine verkaufen. Ich habe in der weiteren Verwandtschaft zwei Leute die unwahrscheinlich unter ND leiden und ich glaube jeder hier der davon betroffen ist, wünscht sich eine Heilung – oder zumindest eine Linderung und würd wohl Hallelujah singen, gäbe es eine Lösung.
    Ich teile die Meinung von Chartinael: Leidende Kinder zu präsentieren in reisserischer Absicht ist ekelhaft, herggottnochmal, dann mach doch die Salbe selbst, ein Arzt der herkommt und bestätigt, dass es wirkt, kann das doch in seinem kleinen Labor in ein paar Minuten machen…. geht mir alles auf den Keks.
    Wir sind alle einem billigen Versuch uns zu vergackeiern ausgesetzt worden mit diesem Beitrag auf Phoenix.

  88. GeMa
    28. Oktober 2009, 14:28 | #88

    "Eine Misch- und Abfüllanlage mit dem ganzen Kram drumherum könnte man leicht in Eigenregie bauen."
    Muß man nicht mal. Dafür gibt es jede Menge Lohnabfüller. Einfach nur mit der Rezeptur und ggfs. auf Wunsch mit bevorzugten Lieferanten auf der Liste vorbeirutschen und schon kanns losgehen.

  89. 29. Oktober 2009, 01:49 | #89

    "Ja Günther, dann kannste gleich Deine Familie einpacken und in die kortisonfreie Klinik fahren, wo die Bilder mit dem eingewickelten Kind gedreht wurden. Dort behandeln sie schon seit Jahren mit B12-Rezepturen: Mit spektakulärem Misserfolg, wie man im Film von Herrn Martens sehen konnte."

    @cohen.
    ich hab den beitrag nur in ausschnitten gesehen und jetzt nur das bild vom mumienkind vor augen. – ich weiß nicht, ob da mehr dazu kam?!
    falls es nur das mumienkind war, dann würde ich dies nicht gleich als beweis für misserfolg des konzepts darstellen.
    für ausdrucksvolle bilder nimmt man eben krankheitsbilder mit aussagekraft – da eignet sich das kind nicht, wenn die mitelchen wirkung gezeigt haben…
    *my 2 cents*

  90. 29. Oktober 2009, 03:21 | #90

    @Acchino

    Mit dem Aufbauen von Firmen kenne ich mich zwar nicht so aus, aber doch ein wenig mit Kalkulation, kaufmännischem Rechnen usw.

    Deswegen finde ich viel erstaunlicher an dem Film, dass zwar behauptet wurde die Pharmaindustrie hätte das Patent kaufen wollen um es in die Schublade zu legen und nicht zu produzieren, wegen der Investitionskosten ihrer eigenen Präparate. Das finde ich aber extrem unlogisch, weil wenn es nur annähernd so toll wäre, wie im Film behauptet würde es in kurzer Zeit den eigenen Marktanteil vergrößern und alle Konkurrenten hätten die finanziellen Einbußen, weil deren Entwicklung kostet auch Geld und die würden nichts daran verdienen. Aus kaufmännischer Sicht wäre es also eine tolle Idee das Zeug zu vermarkten, selbst wenn es teuer ist. Außer es wäre so absurd teuer, dass die Kosten für die Rechte höher wären als der zu erwartende Gewinn. Aber die Vermarktungsgesellschaft war insolvent und laut Film lagen die sämtlichen Rechte bei dieser Firma. Warum also hat die Pharmaindustrie die Rechte nicht aus der Konkursmasse erworben? Das ist üblicherweise billig. Aber weder zum produzieren, noch zum in die Schublade legen hat es die Pharmaindustrie gekauft. Selbst wenn es nur etwa so gut wäre, wie die bisherigen Präparate hätte man ja Geld für die Entwicklung der nächsten Produktgeneration gespart man hätte also ein Schnäppchen machen können. Das wollte aber keiner. Es kann also durchaus der Eindruck entstehen, dass die Pharmaindustrie das Zeug für nicht so gut, wie die Produkte hält, die sie derzeit auf dem Markt haben.

    Und noch ein paar Fragen an alle, die es evtl. wissen:

    1. Im Film war ständig von einem Patent die Rede, hat das jemand gefunden, damit man kucken kann, was genau da eigentlich patentiert ist/war (nach 20 Jahren läuft sowas ja aus), weil mich schon interessiert, wie man zu dieser irrsinnig hohen Einschätzung des Wertes dieses Patents kam.

    2. Bei den Begründungen, warum man jeweils nicht doppelt verblindet hat, ist mir eine besonders unangenehm aufgefallen, nämlich die, dass das Zeug ja rosa ist. Dazu ist meine doofe Frage, kann man nicht theoretisch in eine handelsübliche Cortisonsalbe, unter hygienischen Bedingungen, einen roten Farbstoff einrühren, damit das auch so aussieht?

  91. 29. Oktober 2009, 07:39 | #91

    Zu 1.

    https://www.psiram.com/index.p

    Damit kann man in die Suchmaschine des EPA gehen und findet z.B. dieses hier:

    http://v3.espacenet.com/sea…(num+%3D+EP)+and+(num+%3D+1401454)&compact=false&DB=EPODOC&submitted=true

    2. Wenn ich Altmeyer wäre, hätte ich gebeten, diesen Lapsus herauszuschneiden. Ist ja kein Thema, die Creme farblich anzupassen.

    Ich nehme an, dass PWC unter dem Vorbehalt geschätzt hat, dass

    1. die Patente auch erteilt werden (können) und
    2. das Mittel wirksam wäre.

    Die Sache mit dem Nutzen-Risiko-Verhältnis kann man wegen mangelnder Daten nicht wirklich beurteilen; erst recht nicht die von PWC. Ich weiß nicht, ob die es als ihre Aufgabe sehen, den Kunden darüber aufzuklären, dass er sich auf einem Holzweg befindet. Die schätzen wohl nur. Zur Not auch den potentiellen Wert von rosa Einhörnern. Die gesehene Mini-Wirkung in den Mini-Studien macht aber auch nicht DEN überzeugenden Eindruck, dass man das nun weiterbringen sollte. So haben das wohl auch die Entwicklungs-Abteilungen gesehen, bei denen Klingelhöller hausieren war. Die ganzen Anwender haben es ja – obwohl ihnen die Rezeptur sicher bekannt war – NICHT weiter verwendet. Dito die Studienautoren. Was diejenigen, die sich im Film positiv geäußert haben, geritten haben mag, kann man nur spekulieren. Nicht wenige von denen haben aber ganz großes Kino geboten, z.B. der angebliche Hautarzt Dr. Dr. M. Kroll.

    Das Ganze ist sehr seltsam und bei mir herrscht der Eindruck vor, dass der Herr Klingelhöller hoch gepokert hat (und sichs in der Zwischenzeit von dem geliehenen Geld gut gehen ließ). Da gibt es sehr viele Unstimmigkeiten.

  92. Holgi
    29. Oktober 2009, 15:32 | #92

    Und heute legt der Hessische Rundfunk noch ein <a href=" http://tinyurl.com/yhrepnp">Schippchen</a> drauf.

  93. Holgi
    29. Oktober 2009, 15:32 | #93

    Oh, äh… das ist hässlich. Verzeihung!

  94. GeMa
    4. November 2009, 18:51 | #94

    http://www.deutsche-apothek

    *lol* Haben wir es nicht oben schon gesagt?

    "Apotheker Dr. Gerd Wolf aus Grafschaft-Ringen hat sich die Rezeptur näher angeschaut und gravierende Mängel festgestellt. So erfordert die Licht- und damit Oxidationsempfindlichkeit des Wirkstoffs Vitamin B12 gerade in wässriger Lösung einen Oxidationsschutz, der jedoch in der Rezeptur fehlt. Zudem enthält die Rezeptur ungewöhnlich viel Avocado-Öl, eine Emulgator-Konzentration des Zuckertensids TegoCare PS, die mit 8% deutlich über den Empfehlungen des Herstellers liegt sowie zu hohe Kaliumsorbat- und Citronensäure-Konzentrationen."

    Oder immer schön die kleine Prise Natron bei Fuß halten – Herr Martens ! Oder das nächste Mal vor dem Buch schreiben einfach bei den Hobbytheklern nachfragen, wie es geht. Da werden Sie geholfen.
    (ich schmeiß mich weg)

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