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Jürgen und Rosemarie Dudek, bibeltreue „Homeschooler“ bei Maischberger

Gestern mal wieder Maischberger. Thema:“Halt’s Maul, Alter! Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs?“

Eine Mutter, ein Familientherapeut, ein Pädagoge und der umstrittene und in seinen Texten „jugendgefährdende“ Rapper Bushido unterhielten sich über die Jugend heute und Erziehung.

„Meine Mutter ist die höchste Instanz“, sagt der umstrittenste, aber auch erfolgreichste Rapper Deutschlands. Den Vorwurf, mit seinen aggressiven Texten trage er zur Verrohung der Jugend bei, lässt Bushido nicht gelten. „Die Jugend ist schon so krass verkorkst, ich glaube, ich kann da nicht mehr viel kaputt machen“, meint der 31-jährige Berliner …“

Bushido gab in der Sendung den Ton an, er ließ jegliche Kritik an seinen Liedertexten in arroganter Weise an sich abprallen und betonte immer wieder seine private menschliche und konservative Seite und natürlich seine Höflichkeit und Intelligenz. Niemand der anderen Gäste traute sich ihm richtig die Meinung zu sagen, auch nicht Maischberger. Auf jeglichen Versuch in diese Richtung konterte Bushido damit, dass man in ihm eben zu gerne den abgebrühten Bösewicht sehen möchte, der er jedoch nicht sei.

Außer viel Blablabla gab es den einheitlichen Konsens, dass Zuwendung und Dialog die wichtigsten Faktoren in der Erziehung seien, wenn man diese so früh wie möglich beherzigt, würde schon alles gut werden. Auf Einzelheiten der Diskussion möchten wir gar nicht weiter eingehen, die Sendung kann jeder selbst im Netz über die Mediathek abrufen.

Jetzt kommt aber unser Hauptanliegen. Wie so oft, holte Maischberger im letzten Teil der Sendung noch weitere Gäste dazu.:

„Jürgen und Rosemarie Dudek (Schulverweigerer-Ehepaar) Staatliche Schulen sind für die streng gläubigen Christen Orte der Versuchung und des Lasters. Deshalb entschieden sich Jürgen und Rosemarie Dudek, ihre sieben Kinder, die zwischen zwei und siebzehn Jahre alt sind, selbst zu unterrichten. Leitfaden ihrer Erziehung sei die Bibel. Der Prozess gegen das hessische Schulverweigerer-Ehepaar sorgte im letzten Herbst für Aufsehen. Die Dudeks wurden bereits zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt. Falls die beiden Akademiker ihre Kinder auch weiterhin keiner staatlichen Schule anvertrauen, droht ihnen jedoch die Haft.“

So, so, streng gläubige Christen also. Als solche wurde das Ehepaar im weiteren Verlauf der Sendung auch freundlich und tolerant behandelt. Christen eben, die Nächstenliebe leben, fürsorglich mit ihren Kindern umgehen, ihnen viel Zuwendung und Liebe schenken und natürlich selbstlos handeln, weil sie ihre Kinder selbst unterrichten, statt eigenen Interessen nachzugehen und somit ja auch noch auf viel Geld verzichten, da der Unterricht von sieben Kindern nur noch einen geringen Nebenerwerb des Vaters zulässt.

Auf die Frage, welche Qualifikationen sie denn hätten, um Bildung zu vermitteln, kam von der Mutter ganz selbstbewusst, dass man kein gebildeter Mensch sein müsse, um das zu tun, was sie seit Jahren leicht und mit großem Erfolg meistern, denn für alle Fächer gäbe es Bücher und wenn man den Stoff gemeinsam mit den Kindern durchginge, würde man selbst mitlernen. Oft würden die Kinder auch schneller verstehen und dann bräuchte man weniger zu erklären. Außerdem hätten sie zur generellen Erziehung der Kinder sowieso einen Lehrer, nämlich Jesus Christus. Erziehungsratgeber sei die Bibel, Zitate daraus folgten.

Ein perfekt funktionierendes System, ganz klar. Kein Schulsystem der Welt könnte dieses jemals ersetzen. Die Kinder würden in einem solchen psychisch und physisch leiden, unvorstellbar. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie zu Hause ganz schnell und konzentriert lernen, Mutter muss dafür angeblich weniger Zeit aufwenden, als damals vor vielen Jahren, als das erste Kind eine christliche Privatschule besuchte und die häusliche Nach- und Hausaufgabenbetreuung länger dauerte, nein auch ganz klar, weil in jeder Art von Schule ihr eigener Glaube weder vermittelt noch gelebt werde. Schließlich sei ein Kind eine sensible Pflanze, die man gegen Gott manipulieren könne, solange das Kind noch nicht gefestigt sei. Es sei ihre Pflicht und Schuldigkeit diesen Schaden zu verhindern, als Eltern hätten sie dafür die Verantwortung, koste es was es wolle. Fernseher, Radio und Internet gäbe es bei ihnen ja auch nicht.

Nun gut, selbst diese oberflächlichen Äußerungen lassen jemanden, der sich nur etwas mit „streng gläubigen Christen“ auskennt die Zehennägel hochrollen. Selbst die christliche Privatschule war noch zu ungläubig, toll. In der Sendung weit gefehlt. Andächtiges Zuhören und ersichtliche Bewunderung und Respekt ausgerechnet von Rapper Bushido für so viel Aufopferungsbereitschaft, mehr gab es dazu nicht.

Niemand hielt es für nötig unbequeme Fragen zu stellen. Die Gäste kann man da gerade noch in Schutz nehmen, aber Frau Maischberger und die Redaktion sind entweder mit der Thematik total überfordert oder man muss ihnen unterstellen, dass sie absichtlich Leuten eine Werbeplattform für die abartige fundamentalistische christliche Mission bieten.

Dudeks sind bibeltreue Christen, Evangelikale in höchster Ausprägung, auch wenn sie keiner Kirche angehören. Fundis, die ihre Kinder indoktrinieren, mental vergewaltigen und alles dafür tun, dass die Kids nur keinen Kontakt mit der bösen Welt außerhalb der eigenen Parallelwelt erhalten, bevor sie glaubensfest sind und keine Gefahr mehr besteht, dass sie irgendjemand vom einzig rechten Weg abbringen könnte.

Um so schlimmer ist es, wenn in einer solchen Sendung Leute wie die Dudeks Anerkennung finden und kein Wort darüber verloren wird, dass sie ganz konkret die Evolutionslehre und den Sexualkundeunterricht strikt ablehnen, Homosexualität und Abtreibung als Todsünden betrachten und dass sie es als ihre Verpflichtung empfinden, Menschen von ihrem sektiererischen Glauben zu überzeugen, weil alles andere Teufelswerk sei.

Der große Sohn, der mittlerweile eine Tischlerlehre macht, wurde in einem Spiegelartikel genannt und befragt , unter anderem auch, warum er denn nicht ein Gymnasium besuche. Was dabei zu Tage kam verwundert uns nicht:

„Jonathan beendete das Schuljahr als Klassenbester, seine Note: 1,1. Ohne den Sportunterricht wäre sie noch besser gewesen. Zurzeit absolviert Jonathan sein Berufsgrundbildungsjahr, eine Lehrstelle hat er sicher, in einer Tischlerei. Seine Lehrer sagen, er sei ein problemloser, intelligenter, ruhiger Schüler. Auch im Wohnzimmer seiner Eltern sagt Jonathan nicht mehr als nötig. Er sitzt auf einem Stuhl, vorn auf der Kante, ein ernster blonder Junge. Sein Vater, der während des Gesprächs nicht dabei ist, sagt später, Jonathan beantworte nur ungern persönliche Fragen. Schon, ja, sagt Jonathan dann, er habe Freunde, aber nicht viele. Nein, er trinke keinen Alkohol, auch nicht auf Partys, aber das störe ihn nicht, er werde nicht oft auf Partys eingeladen. Er sei halt anders, und darauf sei er auch stolz, irgendwie. Warum er nicht das Gymnasium besuche? Er wolle erst einmal etwas Praktisches lernen. Außerdem sei er sich nicht sicher, dass das Gymnasium so eine gute Sache sei. Da müsse man zum Beispiel Goethes „Faust“ lesen. Sein Vater sei ja der Meinung, mit so einem Buch, in dem der Teufel eine wichtige Rolle spiele, beschäftige man sich besser nicht eingehend“

Alles klar?

Im Internet lässt sich in kürzester Zeit einiges über die Familie Dudek nachlesen, selbst das Plädoyer von Herrn Dudek, das er vor Gericht zur Verteidigung seines Anliegens hielt, ist voll einsehbar. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen, es fehlen jedoch jegliche Hinweise darauf, dass der weitere Gerichtsverlauf dazu führen würde, dass seine Kinder von der Schulpflicht befreit werden. Bei Maischberger schien dies jedoch auch niemanden zu interessieren, was die Eltern Dudek dann tun. Man hatte schon eher den Eindruck, dass der Verlauf der Sendung eigentlich dafür sorgen könnte, dass sich in Zukunft immer mehr Menschen für das Projekt Heimschule einsetzen und engagieren, auch wenn sie selbst nicht persönlich davon betroffen sind. Ganz einfach nur deswegen, weil sich das Ehepaar Dudek so nett präsentieren konnte und man doch dadurch auf den Plan gerufen wird sein Gutmenschentum und seine uneingeschränkte Toleranz zu demonstrieren.

Wahre Hintergründe von Heimbeschulern und welche Konsequenzen eine Aufhebung der Schulpflicht in Deutschland hätte, muss man natürlich nicht kennen, bzw. man muss sich damit auch weiter nicht auseinandersetzen, nein, es reicht doch so, um sich eine Meinung zu bilden, anhand der präsentierten Oberflächlichkeiten. Ganz zu schweigen von dem Aspekt, dass die Familie Dudek ohne die 1500 Euro Kindergeld gar nicht überleben könnte, bzw. nur damit können sie in ihrem Wahnsystem überhaupt existieren. Ansonsten wird jedoch aus politischen Reihen gefordert, dass das Kindergeld den Kindern zukommen müsse und welcher Satz dafür heute erforderlich sei, um nicht als asozial zu gelten. Dass das wiederum anscheinend für Dudek Kinder irrelevant sein soll, ist schon an sich pervers. Ach ja, sie haben ja dafür Jesus. Vielleicht gibt es demnächst Geld für religiöse Indoktrination als Ersatz für materielle Zuwendung.

  1. editor
    10. Februar 2010, 21:36 | #1

    Warum hat den Maischberger oder andere nicht die Kinderrechtskonvention bemüht? Oder ein gutes Pädiatrie Lehrbuch (z Lissauer Pediatrics). Oder www. kindesmisshandlung.de
    Da wäre man unter dem Kapitel Kindesmisshandlung Subgruppe Vernachlässigung rasch fündig geworden.

  2. spacefox
    11. Februar 2010, 00:16 | #2

    Bushido, Bushido, Bushido,
    der Typ ist nur Pressegeil, leer wie Flache hohl.

  3. Tina
    11. Februar 2010, 09:58 | #3

    Im äußerstenNotfall können die Dudeks Asyl im den USA beantragen – erst vor wenigen Wochen wurde in einem ähnlich gearteten Fall einer wegen ihres Glaubens verfolgten deutschen Familie dort Asyl gewährt (gleiches Spiel – die wollten die Kinder nicht einer öffentlichen Schule aussetzen, die Kinder wurden zwangsweise von Polizisten in die Schule gebracht, Elternheulen im Fernsehen rum…)

  4. 11. Februar 2010, 10:18 | #4

    Von Alice Schwarzer:

    8.2.2010
    Antwort an den deutschen
    Rapper Nr. 1!
    Hey Bushido,

    als ich dich vor drei Jahren in meine Talkshow einlud, um mit dir über deine kruden und menschenverachtenden Songs zu reden, da hast du gekniffen. Jetzt sehe ich im Internet, dass du davon träumst, mit mir zu sprechen. Und in deiner Phantasie stellst du dir vor, dass ich zu dir sage: „Hey, Bushido, wie waren denn die Titten damals von deiner Mutter? Als du als kleiner Junge daran gesaugt hast.“ Und du würdest mir antworten: „Ey, Fotze! Fick dich ins Knie!“

    Hallo?

    Seit wann habe ich pornografische Phantasien mit stillenden Müttern? Die hast du! Und genau das ist dein Problem.

    Das Fass mit mir machst du jetzt auf, weil dein Film läuft. Und da kannst du jede Werbung gebrauchen. Was läge da näher, als ein öffentlicher Fight mit Alice Schwarzer?

    Ich tu dir den Gefallen aber nicht. Denn, ganz ehrlich: Ich kann dich nicht ernst nehmen. Du redest viel von Ehre und Respekt, aber du redest davon, wie der Blinde von der Farbe.

    Und jetzt ist es dir noch nicht einmal zu blöd, für deinen PR-Gag auch noch obszön über deine eigene Mutter zu labern. Dabei liebst du sie doch angeblich so. Nicht zuletzt, weil sie ein Leben lang bedingungslos – zu bedingungslos? – zu dir gehalten hat.

    Ja, schon klar, Bushido: Du bist irgendwie zerrissen. Zwischen dieser deutschen, ergebenen Mutter und diesem tunesischen, abwesenden Vater. Der war schwach – aber stark genug, deine Mutter regelmäßig zu verprügeln.

    Und welche Lehren hast du Muttersohn daraus gezogen? Die, gewalttätige Männer zu verachten? Nein, im Gegenteil: Du identifizierst dich mit dem Täter! Auch du verachtest die Frauen. Wir sind für dich nur Fotzen, die man von hinten fickt.
    Deine Idole sind gewalttätige, „echte“ Männer. Männer, wie Arafat Abou Chaker, nach deiner eigenen Aussage „einer der mächtigsten und berüchtigtsten Männer Berlins“. Das sieht die Polizei genauso….

    http://www.aliceschwarzer.de/blog_bushido_2010_02_08.html

    Geil!

  5. Katrin
    11. Februar 2010, 12:36 | #5

    Ich fand den Auftritt der Dudeks sehr gut. Selbst wenn man befürchtet, dass ihre Kinder isoliert aufwachsen darf man nicht vergessen, dass sie spätestens mit 16 in die Bildungs-und Ausbildungslandschaft „entlassen“ werden.

    Hinzuzufügen bleibt, dass Homeschooling in allen demokratischen Ländern anerkannt und zunehmend beliebt ist. Nur in Deutschland fehlt der Glaube daran, dass sich Freiheit und Eigenverantwortung immer lohnen und dass staatliche Gängelei nur Verantwortungslosigkeit fördert. Liegt wohl an der anerzogenen Feigheit und Obrigkeitshörigkeit. Und das ist dank der Schulbesuchspflicht den staatlichen Schulen anzulasten.

  6. Katrin
    11. Februar 2010, 12:46 | #6

    @Tina

    Die Eltern „heulten“ nicht herum, sondern haben Tatsachen geschafft. Wir haben es auch auf ähnliche Weise getan – allerdings ohne Asyl zu beantragen. Es reicht einfach, in ein europäisches Land der Wahl zu gehen – auch wenn der neue Wohnort nur 10 meter von der deutschen Grenze ist. Deutschland ist eine Insel, wenn es um Bildungsfreiheit geht….
    Heute können wir und unsere Kinder das Recht auf freie Bildung auskosten – ohne die ständigen Vorwürfe derer, die in der staatlichen Monopolisierung des Denkens und der Bildung die Rettung des Abendlandes sehen 😀

  7. 11. Februar 2010, 13:07 | #7

    Katrin :

    Ich fand den Auftritt der Dudeks sehr gut. Selbst wenn man befürchtet, dass ihre Kinder isoliert aufwachsen darf man nicht vergessen, dass sie spätestens mit 16 in die Bildungs-und Ausbildungslandschaft “entlassen” werden.

    Hinzuzufügen bleibt, dass Homeschooling in allen demokratischen Ländern anerkannt und zunehmend beliebt ist. Nur in Deutschland fehlt der Glaube daran, dass sich Freiheit und Eigenverantwortung immer lohnen und dass staatliche Gängelei nur Verantwortungslosigkeit fördert. Liegt wohl an der anerzogenen Feigheit und Obrigkeitshörigkeit. Und das ist dank der Schulbesuchspflicht den staatlichen Schulen anzulasten.

    Na, Katrin, wo bleiben denn die Bibelzitate oder gehören Sie vielleicht zu den „Unschoolern“?

  8. Katrin
    11. Februar 2010, 13:39 | #8

    welche Zitate hätten Sie denn gerne?
    Abgesehen davon, dass es nicht um Zitate geht, sondern darum, dass die Dudeks und co nur in Deutschland als Kriminelle behandelt werden. Meinen Sie denn, dass Deutschland in dieser Hinsicht die Demokratie-Trutzburg der zivilisierten Welt – oder,was einem täglich ins Gesicht schreit, ein Land voller Denkverbote und Sprachtabus ist?
    Ich kenne Deutschland seit 22 Jahren – kenne aber auch andere Länder und kann sehr wohl Vergleiche ziehen. Und deshalb lernen unsere Kinder zu Hause – nicht bis zum Abschluss, aber doch mindestens bis zur 7-8 Klasse. Hätten wir mehr Zeit und Kraft, würden wir ihnen die Tretmühle der Staatsschule auch ganz ersparen, aber auch so ist es schon ein Gewinn 😀

    PS: man muss nicht gleich Unschooler sein, um mehr Freiheit und Flexibilität im Lernen zu haben. Wir lernen nach Plan, ziehen aber viel Zusatzliteratur heran. Einige Bücher ersetzen wir, wenn uns der Inhalt oder die didaktische Aufmachung nicht gefällt.
    @Kurt

  9. Scardanelli
    11. Februar 2010, 13:42 | #9

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    liebe Katrin. Sie schrieben:

    „Liegt wohl an der anerzogenen Feigheit und Obrigkeitshörigkeit. “

    Nein, liebe Katrin, das hat einerseits historische Gründe, zum anderen liegt es daran, dass wir in Deutschland soetwas wie ein Grundgesetz haben und auch soetwas wie eine Gesellschaft. Und genauso, wie sich Politiker, Soziologen und andere bemühen, keine islamischen oder andere Parallelgesellschaften entstehen zu lassen, bemühen sie sich, keine ultrakonservativ-christliche Parallelgesellschaften entstehen zu lassen. Die Schule hat nicht nur eine wichtige Funktion zur Vermittlung von Wissen – sondern auch zur Vermittlung von demokratischen, ja, nennen wir es ruhig einmal, bürgerlichen Grundwerten, von Grundwerten, auf denen unsere Verfassung, unser Gemeinwesen aufgebaut ist. Homeschooling ist der Beritt von all denen, die sich aus dieser Gemeinschaft verabschiedet haben. Es ist gut und richtig, dass es eine allgemeine Schulpflicht gibt. Genauso wie es richtig und gut ist, dass wir alle Steuern zahlen müssen und uns an Gesetze halten. Zum Leben in einem Gemeinwesen (ob nun Kommune, Land oder Staat) gehören Rechte und Pflichten. Man kann nicht Rechte in Anspruch nehmen (Infrastruktur, Polizei etc.) ohne seine Pflichten wahrzunehmen. Homeschooler versuchen aber genau das.

    Der Satz von der „Obrigkeitshörigkeit“ ist ein typisches Strohmannargument und hat überhaupt nichts damit zu tun.

    Untertänigst

    Scardanelli

  10. 11. Februar 2010, 15:12 | #10

    Mensch Scarda, jetzt kommt doch das „Argument“, dass das doch in allen anderen Ländern erlaubt sei. Wozu noch argumentieren, frage ich mich jetzt schon.

    Niemand von den Befürwortern des Homeschoolings gibt zu, dass es sich hier ausschließlich um Macht dreht. Es geht keinesfalls darum, den Kindern irgendetwas Gutes zu tun, sondern die Erziehungshoheit so weit wie nur irgend möglich auszudehnen.

    Es geht beim Thema Homeschooling nur um machtgeile Eltern.

    Dieses Gieren nach unumschränkter Macht über die eigenen Kinder kommt ja nicht aus dem Selbstbewußtsein, dass die eigene weltanschauliche Erziehung richtig und überlegen sei. Sondern aus der Einsicht, dass sie in einer Konkurrenz unterlegen ist.

    Wie oft wird eigentlich in den tollen Ländern, in die die Homeschooling-Befürworter bitte auswandern wollen, über Missbräuche an Schutzbefohlenen berichtet? Oder sind die so arm im Geiste, dass die glauben, dass es psychische und physische Mißhandlung nur bei katholischen Institutionen gibt?

  11. Scardanelli
    11. Februar 2010, 15:36 | #11

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    lieber hic fuit.

    hasse natürlisch rescht – ich hoff‘ halt immer noch, dass mal ein Argument hängen bleibt.

  12. Katrin
    11. Februar 2010, 15:37 | #12

    @Scardanelli
    Nun, ich frage Sie, ob Sie der Meinung sind, dass es in Norwegen, Österreich oder Kanad weder Grundgesetz noch Gesellschaft gibt. Und erwarte von Ihnen den beleg, dass es in diesen Ländern eine weniger stabile Demokratie, als die deutsche gibt.

    Nun zu Rechten und Pflichten. Es ist an sich schon krank, wenn man das Recht auf Bildung (und das wird in Deutschland aufgrund der zum Teil grottenschlechten Schulverhältnisse nämlich nicht mehr gewährleistet) als Schulbesuchspflicht deklaríert. Es geht um die Ergebnisse, um die erhaltene Bildung und nicht darum, in einem bestimmten Gebäude seine Zeit abzusitzen.
    Wit kennen das deutsche Schulsystem sehr gut und unsere älteren Kinder haben es durchlaufen. Wir sind nicht nur mit der Verrohung der Sitten und der emanzipatorischen Pädagogik unglücklich, sondern auch mit dem Bildungsniveau. Und wenn wir schon als von ellen Instanzen gerittene Mittelständler unsere Steuern zahlen, dann erwarten wir auch etwas dafür – und sind mit dem Gebotenen nicht zufrieden.
    Wenn ich als Bürger dazu gezwungen werde, meine Kinder einem Schulsystem auszuliefern was noch nicht einmal Klasse und Niveau hat, dann wehre ich mich dagegen. Und das ist mein gutes Recht.
    Wir sind in ein europäisches Land ausgewandert, wo Homeschooling akzeptiert ist und staatlich flankierend überwacht wird. So ist gewährleistet, dass die Kinder ihr Recht auf Bildung verwirklichen – und die Eltern ihr Recht darauf, die Bildung für ihre Kinder zu wählen.
    Aus welchem Grund wer homeschoolt ist dabei absolut egal – auf die Ergebniss kommt es an.
    Indem wir unseren Kindern eine alternative und sehr gute Bildung zukommen lassen, erfüllen wir unsere Pflichten dem Staat gegenüber besser, als jemand, der seine Kinder nur am Abend sieht, weil sie in einer Ganztagsschule „untergebracht“ sind, ihre kognitive Fähigkeiten aber nur im besonderen Glücksfall individuell gefördert werden.

    Ihre Ihnen sehr verbundene
    Katrin 😀

  13. Katrin
    11. Februar 2010, 15:47 | #13

    Das mit dem „Strohargument“ der anderen Länder ist doch ein Argument, auf das Ihnen keine Antwort einfällt. Argumentieren Sie dagegen, versuchen Sie es wenigstens.

    Und die Passagen wo Sie sich über der Verschwörungstheorie über die Machtgeilheit der Eltern hingeben, die überlese ich einfach. In den USA wird jedes 20 Kind zu Hause beschult – alles Irre?

    Und was Berichte über Missbrauch von Schutzbefohlenen angeht – woher nehmen Sie das Wissen, dass z.B. in Kanada oder Schweden darüber weniger berichtet wird, als in Deutschland? Haben Sie Belege darüber, dass zu Hause unterrichtete Kinder in Österreich oder Frankreich öfter geistig missbraucht werden?
    Worte, nur Worte…haben Sie überhaupt Kinder und Erfahrungen mit dem heutigen Schulsystem? Wenn ja, dann sind Sie einer der Glücklichen, die es gut getroffen haben. Wir gehören zu einer anderen Sparte – und nehmen es nicht mehr hin, egal was Leute wie Sie uns dabei unterstellen. Je wütender das Gebell von Menschen wie Sie, umso sicherer sind wir uns darin, den richtigen Weg gewählt zu haben – wenn außer Polemik nichts kommt, dann fehlen triftige Argumente. Gäbe es die, hätten Sie sie angeführt….
    Das hindert mich allerdings nicht daran zu hoffen, dass Sie Ihr argumentatives Niveau anheben könnten 🙂

    Lieben Gruß
    Katrin

  14. 11. Februar 2010, 15:57 | #14

    kennen das deutsche Schulsystem sehr gut und unsere älteren Kinder haben es durchlaufen. Wir sind nicht nur mit der Verrohung der Sitten und der emanzipatorischen Pädagogik unglücklich, sondern auch mit dem Bildungsniveau. Und wenn wir schon als von ellen Instanzen gerittene Mittelständler unsere Steuern zahlen, dann erwarten wir auch etwas dafür – und sind mit dem Gebotenen nicht zufrieden.
    Wenn ich als Bürger dazu gezwungen werde, meine Kinder einem Schulsystem auszuliefern was noch nicht einmal Klasse und Niveau hat, dann wehre ich mich dagegen. Und das ist mein gutes Recht.

    Och Katrin, sie sind aber ganz schön anspruchsvoll 😀 Dabei gibt es in Deutschland unzählige Privatschulen, darunter natürlich auch welche für ganz elitäre Ansprüche. Man kann sich bei Ihnen jedoch sicher sein, dass Ihnen kein Lehrer der Welt, trotz langem Studium und pädagogischer Ausbildung, das Wasser reichen kann. Außerdem haben sie ganz klar die Fähigkeit 10 Fachlehrer in einer Person zu vereinigen, toll. Ihr Thema ist nicht Bildung, sondern Einbildung.

  15. Kristin
    11. Februar 2010, 15:59 | #15

    Die USA würd ich ja nicht als Beispiel anführen. Die Universitäten versuchen nämlich in den biblischen Unfug, der den Kindern von den Eltern eingetrichtert wird, durch universitäre Pflichtkurse auszumerzen. Es geht wirklich nichts über einen Homeschooler, der in World History 101 den Professor entgeistert anguckt und meint: „Sie wollen hier ernsthaft behaupten, daß es schon Menschen vor Adam und Eva gab?“, wenn der über fossile Funde und die Entstehung der Menschen von den Hominiden über Homo erectus zu den Homo sapiens sapiens berichtet. Die sind total entgeistert, daß es Menschen gibt, die nicht an die Genese und das Wort Gottes 1:1 glauben. Jaja, homeschooling, yeah.

  16. Scardanelli
    11. Februar 2010, 16:59 | #16

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    liebe Katrin. Sie gaben als Beispiele für Länder, in denen HS erlaubt ist, unter anderem Norwegen, Kanada, Österreich an. Ich darf das noch ergänzen um Dänemark und die Schweiz. Natürlich sind dies alles Länder mit demokratischer Verfassung und einer funktionierenden Gesellschaft. Allerdings muss man sich deren Geschichte anschauen: In Dänemark gibt es seit 1855 keine Schulpflicht, sondern eine Bildungspflicht. Ähnlich ist es in Norwegen oder Kanada. Alle drei Länder sind bei weitem nicht so dicht besiedelt wie die Bundesrepublik – eine allgemeine Schulpflicht hätte in der Zeit, in der die Idee der Bildung für alle Schichten aufgekommen ist, keinen Sinn ergeben. Gut, Österreich fällt da aus dem Rahmen. Trotzdem gibt es keinen Grund, nur weil die Nachbarn das anders handeln, in Deutschland die Schulpflicht abzuschaffen.

    BTW: Ich nehme Ihnen das Argument „die Unterrichtsversorgung an den deutschen Schulen ist sooooo schlecht, das kann ich zuhause besser“ einfach nicht ab. Es gibt genügend private Schulen (ich hatte das Privileg, an einer solchen mein Abitur machen zu dürfen).
    Ich fürchte hingegen, dass der wahre Grund für die immer wieder aufkommende Forderung nach der Einführung von HS ist, dass deren Verfechter Angst davor haben, ihre Kinder mit der Realität der uns umgebenden Gesellschaft zu konfrontieren.

    Und, ganz ehrlich: Wenn man so sehr Angst hat, dass die eigenen Kinder von dem von den Eltern vertretenen Glauben abfallen, dann kann dieser Glaube nicht so wahnsinnig stichhaltig sein. Werden’s doch einfach Katholikin – ich darf mich mit Evolution auseinandersetzen und sie gut finden, ohne dass ich Angst vor der Hölle haben muss 😉

  17. C30
    11. Februar 2010, 17:11 | #17

    Leider wird es bei HS nie möglich sein alle Aspekte der Lehre und Ausbildung, wie sie eine Schule bietet, anzubieten.
    Ich kenne niemanden der in der Lage ist Musik, Biologie, Geschichte, Deutsch, Englisch, Physik ,Mathe,etc gleichzeitig gut zu unterrichten. Die Kinder die von ihren Eltern unterrichtet werden werden massive Defizite aufweisen. Ganz zu schweigen von der sozialen Kompetenz. Ein HS-Kind wird immer abgeschottet sein, lernt den normalen Umgang mit Gleichaltrigen nie so intensiv. Unabhängig vom Lernstoff selbst ist Schule DER Ort wo Konfliktlösung, Umgang miteinander erfahren und gelebt wird.
    Niemand bezweifelt dass dabei negative Erfahrungen gemacht werden, aber die gehören nunmal genauso zum Leben dazu.
    Ich bin der Meinung man tut den Kinder nichts gutes wenn man sie zuhause „abschottet“.

  18. Johannes9126
    11. Februar 2010, 17:59 | #18

    @ Katrin

    Mathe, Deutsch, Chemie, Physik, Biologie, Geschichte, Geographie, Englisch, 2. Fremdsprache, Kunst, Musik, Sport, Gemeinschaftskunde, Informatik/Astronomie/Heimatkunde (zeitweise).

    Wer zu Hause seine Kinder in allen diesen Fächern unterrichtet, und dann noch glaubt er könnte das auf dem selben (oder besseren) Niveau als ein studierter Lehrer, der 2-3 Fächer unterrichtet, der hat nicht mehr alle Steine auf der Schleuder.

    Und in den angeführten Länder mit Recht auf HS gibt es oft eine geringere Bevölkerungsdichte, einen geringeren Lebensstandard als in D. oder die Eltern versagen bei dieser Aufgabe zu 90% kläglich, siehe Kreationisten in den USA.

    Die Qualität der Schule ist extrem unterschiedlich, zugegeben. In den neuen Bundesländern war ich mit meinem Leipziger Gymnasium wohl sehr gut bedient. In vielen Hauptschulen wird man ja wohl mit dem Messer um sein Essensgeld und seine Turnschuhe erleichtert oder ist der einzige deutschsprachige Schüler mit einem überforderten Lehrer. Das ist aber kein Argument gegen Schulpflicht, sondern ein Armutszeugnis der Regierung, die schon in den letzten Jahren Infrastruktur und (Hoch-)Schulbildung massiv hat verkommen lassen. Das wird sicher mit dem neoliberalen und egoistischen Einfluß der FDP nicht besser werden, eher wird die gigantische Geldumschichtungsmaschinerie noch weiter befeuert ohne daß von Individualförderung auf Gemeinschaftsförderung (Schule, Infrastruktur) umgelenkt wird.

  19. Garrett
    11. Februar 2010, 18:35 | #19

    Imho ist hier nicht Homeschooling an sich das Problem – ich denke, dass das (vielleicht nicht bis zum Abitur, aber zumindest für Grundschulkinder) durchaus funktionieren kann und auch nicht automatisch soziale Isolation für die Kinder bedeuten muss. Insofern ist es durchaus diskutabel, die Schulpflicht durch eine Bildungspflicht zu ersetzen.

    Zum Problem wird es allerdings dann, wenn Eltern (wie hier die christlichen Fundamentalisten) das nutzen, um ihren Kindern ein irrationales, gefährliches und asoziales Weltbild einzutrichtern. Demokratie ist nur möglich, wenn Menschen lernen, mit anderen Meinungen und Ansichten konfrontiert trotzdem friedlich miteinander umgehen zu können.

  20. 11. Februar 2010, 18:45 | #20

    Den Länderpunkt habe ich schon mal sicher. Ein Gesetz ist nicht deswegen gut oder schlecht, weil es in anderen Ländern mit anderen oder ähnlichen geschichtlichen und kulturellen Hintergründen genauso oder anders verfasst ist.

    Ein Argument PRO Homeschooling ist außer der Möglichkeit zu konzentrierterem Lernen und friedvollerem Dasein kaum zu erkennen (die bereits erwähnten Contra-Argumente wiegen schwerer). Da müssen schon peinliche Rufe nach Freiheit in der Wahl Bildungswegs erschallen, um wenigstens ein bißchen Stimmung zu machen. In den USA gibts auch Steuerverweigerer, die sich auf „Freiheit“ berufen.

  21. Rydiger
    11. Februar 2010, 19:52 | #21

    Es sollte ein Grundrecht von Kindern sein, zumindest zeitweise den Egotrips von bekloppten Eltern entzogen zu werden. In ungefähr 10 von 10 Fällen ist diese Homeschooling-Nummer nämlich nichts anderes.

  22. 11. Februar 2010, 20:09 | #22

    Garrett :

    Imho ist hier nicht Homeschooling an sich das Problem – ich denke, dass das (vielleicht nicht bis zum Abitur, aber zumindest für Grundschulkinder) durchaus funktionieren kann und auch nicht automatisch soziale Isolation für die Kinder bedeuten muss. Insofern ist es durchaus diskutabel, die Schulpflicht durch eine Bildungspflicht zu ersetzen.

    Zum Problem wird es allerdings dann, wenn Eltern (wie hier die christlichen Fundamentalisten) das nutzen, um ihren Kindern ein irrationales, gefährliches und asoziales Weltbild einzutrichtern. Demokratie ist nur möglich, wenn Menschen lernen, mit anderen Meinungen und Ansichten konfrontiert trotzdem friedlich miteinander umgehen zu können.

    Das Problem daran ist doch offensichtlich. Die Abschaffung der Schulpflicht würde immer bedeuten, jedem Tür und Tor zu öffnen, der seine Kinder indoktrinieren will. Ich würde auch ganz ehrlich davon ausgehen, dass Leute die Mehrheit darstellen, die ihr eigenes Ego-Anliegen an den Kindern ausleben wollen und dazu „Homeschooling“ versuchen durchzusetzen.

  23. Pat
    11. Februar 2010, 21:08 | #23

    Man sollte bei der Diskussion aber eins nicht vergessen: Amokläufer werden in den Schulen gemacht. Das sind zum Glück Einzelfälle. Keine Einzelfälle sind jedoch die vielen psychisch Kranken, deren Krankheiten ausschließlich dadurch verursacht werden, dass sie durch Mitschüler und/oder Lehrer fertig gemacht werden. Ja, es gibt Argumente, die gegen Homeschooling sprechen. Schulpflicht ist aber nicht nur positiv – die Opfer von Erfurt oder Winnenden sind da stumme Zeugen.

  24. Katrin
    11. Februar 2010, 21:18 | #24

    @Kurt
    Es gibt Privatschulen, keine Frage. Aber erstens ist das Lernen zu Hause effizienter, weil man auf die Besonderheiten des Kindes besser eingehen kann, die Schulwege fallen weg und es arbeitet sich einfach besser. Zweitens müssen Eltern nicht bedingt alles Fächer selber abdecken. Bei uns funktioniert es so, dass ich die Grundschüler unterrichte (und jetzt erzählen Sie mir bitte nicht, ein normaler Mensch beherrsche das Pensum der Grundschule nicht :-P) und die großen Kinder mit einer Fernschule lernen (vom Auswärtigen Amt empfohlen). Diese Schule vergibt reguläre Zeugnisse und die Betreuung ist gut.
    Sprachen werden bei uns von Privatlehrern abgedeckt. Und wollen Sie mir sagen, dass unsere Kinder eine schlechteren Schüler-Lehrer-Schlüssel haben, als die Schüler einer Privatschule?
    Und was das Studium angeht – mir brauchen Sie nicht erzählen, wie wichtig ein Pädagogik-Studium ist, ich komme aus einer Familie, wo es viele Lehrer ist, u.a. meine Mutter, Großmutter und Schwester. Pädagogik fängt erst an, wenn man mit Schülern zusammentrifft…Eine gute Allgemeinbildung ist mehr als ausreichend, um Kinder bis zur 7-8 Klasse zu unterrichten und da mein Mann Ingenieur ist gab es nie Probleme mit den naturwissenschaftlichen Fächern.
    Wenn wir aber bewiesene Fakten haben wollen – haben denn nicht die Dudeks ihren Sohn bis zum Realschulabschluss allein unterrichtet und war der Junge nicht Klassenbester?
    Also bitte, sehen Sie der wahrheit ins Auge – es ist nicht nur theoretisch möglich, sondern auch praktisch durchführbar.
    Lieben Gruß
    Katrin

  25. Katrin
    11. Februar 2010, 21:22 | #25

    @Rydiger

    Rydiger :Es sollte ein Grundrecht von Kindern sein, zumindest zeitweise den Egotrips von bekloppten Eltern entzogen zu werden. In ungefähr 10 von 10 Fällen ist diese Homeschooling-Nummer nämlich nichts anderes.

    Das ist eine bloße Behauptung von Ihnen, die weder bewiesen noch widerlegt werden kann. Für eine Diskussion taugen solche Aussagen wenig – sie taugen nur für Ihren Monolog. Ich kenne (wahrscheinlich im Unterschied zu Ihnen) viele Homeschoolfamilien. Einige sind religiös motiviert, andere weniger. Einige arbeiten streng nach Lehrplan, andere sind Freeschooler. Ich behaupte einmal, Sie haben einfach keine Ahnung von der Materie, denn Ihre Polemik lässt sich nicht anders erklären…

  26. Kristin
    11. Februar 2010, 21:34 | #26

    Na, Pat, das sollteste nochmal überdenken, ob da wirklich ein Zusammenhang besteht.

    Ansonsten, auch in den USA ist nicht jedermann mit der Situation zufrieden, wie sie sich derzeit darstellt. Ursprünglich war homeschooling nämlich nicht dazu gedacht, Kinder von ihren Eltern indoktrinieren zu lassen, sondern der Größe und Besiedelungsdichte des Landes geschuldet.

    The explosion in homeschooling of the last quarter century, however, is a different phenomenon altogether. The majority of homeschoolers today, and by quite a margin, are devout, fundamentalist Protestants. And, of the hundreds of thousands of fundamentalist Protestant parents who in the past two decades have pulled their children from public schooling, the majority have done so not because their kids have special needs, or because they live too far from a schoolhouse, but rather because they do not approve of the public schools’ secularity, their liberalism, their humanism, their feminist modes of socialization, and in some cases, of the schools’ very existence. Because they disapprove, they choose to educate their children at home, in accordance with their own traditions and by their own religious lights.

    Because of lax or no regulation, in most of the country parents who homeschool now have virtually unfettered authority to decide what subjects to teach, what curriculum materials to use, and how much, or how little, of each day will be devoted to education. In most (but not all) states, testing is optional, and in almost all states, the parent-teachers need not be certified or otherwise qualified to teach. In other words, in much of the country, if you want to keep your kids home from school, or just never send them in the first place, you can. If you want to teach them from nothing but the Bible, you can.

    Gründe gegen unreguliertes homeschooling werden genannt:

    1.) unreported, unnoticed physical abuse
    2.) public health risk as there is no regulation for those children to be immunized
    3.) appreciation of childrens ability is strictly genetically conditioned
    4.) religious fundamentalism and the mobilizing army of brainwashed fodder
    5.) ethical: total dependence of children upon educators doubling as parents
    6.) educational: limited exposure to variety of subjects and different cultures
    7.) economic: undereducated children, families of fundies with traditional roles, no education, no income.

    Also, Kritik existiert sehr wohl in Ländern mit homeschooling.

  27. Katrin
    11. Februar 2010, 21:34 | #27

    hic fuit :Den Länderpunkt habe ich schon mal sicher. Ein Gesetz ist nicht deswegen gut oder schlecht, weil es in anderen Ländern mit anderen oder ähnlichen geschichtlichen und kulturellen Hintergründen genauso oder anders verfasst ist.
    Ein Argument PRO Homeschooling ist außer der Möglichkeit zu konzentrierterem Lernen und friedvollerem Dasein kaum zu erkennen (die bereits erwähnten Contra-Argumente wiegen schwerer). Da müssen schon peinliche Rufe nach Freiheit in der Wahl Bildungswegs erschallen, um wenigstens ein bißchen Stimmung zu machen. In den USA gibts auch Steuerverweigerer, die sich auf “Freiheit” berufen.

    @hic fuit

    Den Länderpunkt würde ich Ihnen nicht unbedingt kampflos abtreten wollen 😀
    Es handelt sich bei allen angesprochenen Staaten um demokratische Länder, die einen großen Wert darauf legen, dem Elternrecht Geltung zu verschaffen, die Art der Bildung für die Kinder zu wählen. Diesen Passus kennt das deutsche Recht auch – nur existiert hier diese Freiheit nicht, bzw sehr eingeschränkt. Es ist keine wirkliche Freiheit, wenn ich nur unter verschiedenen Schulen wählen darf, dabei aber Privatunterricht bevorzuge.
    Diese Rufe sind beileibe nicht peinlich – ich will auch meine Nahrungsmittel nicht unbedingt bei Aldi einkaufen MÜSSEN, wenn ich sie lieber selber anbauen möchte.

    Hinzu kommt das unsägliche Monopol des Staates auf Bildung und Erziehung – anstatt des vom Grundgesetz vorgeschriebenen Wächteramtes. Ein Staat darf nie das Monopol über die Köpfe gewinnen, das hat sich schon zu viele Male in der Geschichte als verhängnisvoll erwiesen.
    Und die Argumente pro Homeschooling, die Sie angeführt haben sind in vielen Fällen eben ausschlaggebend. Wenn kein friedvolles Dasein und besseres Lernen möglich ist, dann verläuft die Schulzeit im Sande, Peer-Group hin oder her.
    Homeschooler sind weder isoliert noch zurückgeblieben, man muss sich nur ein wenig mit der Thematik ohne ideologische Brille befassen. Bei uns hat das vor Jahren ein Umdenken bewirkt – wir waren auch nicht immer „pro“ eingestellt. Erst die Erfahrungen im Schulsystem und die ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema haben uns umgestimmt.

    LG Katrin

  28. Katrin
    11. Februar 2010, 21:47 | #28

    Johannes9126 :@ Katrin
    Mathe, Deutsch, Chemie, Physik, Biologie, Geschichte, Geographie, Englisch, 2. Fremdsprache, Kunst, Musik, Sport, Gemeinschaftskunde, Informatik/Astronomie/Heimatkunde (zeitweise).
    Wer zu Hause seine Kinder in allen diesen Fächern unterrichtet, und dann noch glaubt er könnte das auf dem selben (oder besseren) Niveau als ein studierter Lehrer, der 2-3 Fächer unterrichtet, der hat nicht mehr alle Steine auf der Schleuder.
    Und in den angeführten Länder mit Recht auf HS gibt es oft eine geringere Bevölkerungsdichte, einen geringeren Lebensstandard als in D. oder die Eltern versagen bei dieser Aufgabe zu 90% kläglich, siehe Kreationisten in den USA.
    Die Qualität der Schule ist extrem unterschiedlich, zugegeben. In den neuen Bundesländern war ich mit meinem Leipziger Gymnasium wohl sehr gut bedient. In vielen Hauptschulen wird man ja wohl mit dem Messer um sein Essensgeld und seine Turnschuhe erleichtert oder ist der einzige deutschsprachige Schüler mit einem überforderten Lehrer. Das ist aber kein Argument gegen Schulpflicht, sondern ein Armutszeugnis der Regierung, die schon in den letzten Jahren Infrastruktur und (Hoch-)Schulbildung massiv hat verkommen lassen. Das wird sicher mit dem neoliberalen und egoistischen Einfluß der FDP nicht besser werden, eher wird die gigantische Geldumschichtungsmaschinerie noch weiter befeuert ohne daß von Individualförderung auf Gemeinschaftsförderung (Schule, Infrastruktur) umgelenkt wird.

    @Johannes9126

    Erklären Sie mir bitte, wie Familie Dudek es geschafft hat, ihren Sohn zehn Jahre zu Hause zu bilden und diese mangelhafte Vorbereitung es dem Jungen ermöglicht hat, den besten Abschluss der Klasse zu machen?
    Ich kenne mindestens 6-7 Jugendliche, deren Eltern ähnliches gelungen ist. Meine eigenen Kinder führe ich hier nicht an, denn sie sind noch nicht in dem Alter. Die älteste Tochter allerdings schon – von der Schule genommen, anderthalb Jahre zu Hause „lernen“ gelernt, dann in die 10 Klasse eingeschult und einen 1,2 Abschluss erhalten. Sie wollte kein Abi machen, denn ihr Berufswunsch stand fest – so durfte sie ihre Lehrstelle (Krankenschwester) aussuchen, denn die Vorstellungsgespräche hatten die Ausbilder restlos überzeugt. Heute ist sie im zweiten Jahr – als jüngste ihres Kurses und eine der Besten.
    Was IHre Vergleiche zu anderen Ländern angeht – Österreich ist kein Dritte-Welt -Land. extrerner Unterricht ist zugelassen – die Kinder schreiben einmal im Jahr eine Prüfung. Wenn die Resultate nicht stimmen, müssen sie eingeschult werden. Bisher habe ich von sochen Fällen nicht gehört (was aber nicht ausschließt, dass es welche gibt)
    Wir leben in Belgien – und werden vom Bildungsministerium betreut, die Kommissarin hat Einblick in den Lernprozess, extrene Prüfungen sind auch problemlos möglich. Wir reden hier nicht von Brasilien oder Uruguay, sondern von hoch entwickelten Ländern – glauben Sie mir, die Qualität der Bildung ist in vielen Fächern hier um einiges höher, als in Deutschland.

    Können Sie mir erklären, wie die nicht alle Steine auf der Schleuder habende Dudeks ihre Kinder auf diesem Niveau unterrichten konnten?

    Und warum dies kein Argument pro Homeschooling sein darf, wenn unsere regierung die Bildungslandschaft verkommen lässt?
    Es ist Ihnen sichrlich klar, dass auch die Gymnasien in Leipzig und Dresden nur so lange gut sind, so lange die alten Lehrer leben;-) ? Und von denen gibt es immer weniger…

  29. Katrin
    11. Februar 2010, 22:03 | #29

    Scardanelli :Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Katrin. Sie gaben als Beispiele für Länder, in denen HS erlaubt ist, unter anderem Norwegen, Kanada, Österreich an. Ich darf das noch ergänzen um Dänemark und die Schweiz. Natürlich sind dies alles Länder mit demokratischer Verfassung und einer funktionierenden Gesellschaft. Allerdings muss man sich deren Geschichte anschauen: In Dänemark gibt es seit 1855 keine Schulpflicht, sondern eine Bildungspflicht. Ähnlich ist es in Norwegen oder Kanada. Alle drei Länder sind bei weitem nicht so dicht besiedelt wie die Bundesrepublik – eine allgemeine Schulpflicht hätte in der Zeit, in der die Idee der Bildung für alle Schichten aufgekommen ist, keinen Sinn ergeben. Gut, Österreich fällt da aus dem Rahmen. Trotzdem gibt es keinen Grund, nur weil die Nachbarn das anders handeln, in Deutschland die Schulpflicht abzuschaffen.
    BTW: Ich nehme Ihnen das Argument “die Unterrichtsversorgung an den deutschen Schulen ist sooooo schlecht, das kann ich zuhause besser” einfach nicht ab. Es gibt genügend private Schulen (ich hatte das Privileg, an einer solchen mein Abitur machen zu dürfen).Ich fürchte hingegen, dass der wahre Grund für die immer wieder aufkommende Forderung nach der Einführung von HS ist, dass deren Verfechter Angst davor haben, ihre Kinder mit der Realität der uns umgebenden Gesellschaft zu konfrontieren.
    Und, ganz ehrlich: Wenn man so sehr Angst hat, dass die eigenen Kinder von dem von den Eltern vertretenen Glauben abfallen, dann kann dieser Glaube nicht so wahnsinnig stichhaltig sein. Werden’s doch einfach Katholikin – ich darf mich mit Evolution auseinandersetzen und sie gut finden, ohne dass ich Angst vor der Hölle haben muss

    @Scardanelli

    Die Liste der Länder mit Bildungspfllicht lässt sich noch erweitern 😀
    Wir leben z.B. in Belgien (die Niederlande und Frankreich lassen Homeschooling übrigens auch zu, auch Spanien, Italien und Portugal)
    Belgien ist ein hoch besiedeltes land (wie auch NL und Frankreich)
    Externer Unterricht ist hier gesetzlich abgesichert und wird wohlwollend begleitet. Die Gründe für Homeschooling interessieren niemanden.
    Da unsere Kinder auch musikalisch unterrichtet werden, sind sie mehrmals in der Woche mit vielen anderen Kindern zusammen – übrigens, die Qualität der Bildung hier ist um einiges besser, als in Deutschland, auch die der musikalsichen Bildung.

    Zur Geschichte der deutschen Schulpflicht – sie wurde bis in die 30 jare als Bildungspfllicht ausgelebt. Gräfin Dönhoff (und Geschwister) , Bonhoeffer (und Geschwister), sogar Adenauer wurden zeitweilig zu Hause von ihren Eltern oder Privatlehrern unterrichtet.
    Es würde niemandem einfallen, diese Kinder mit Polizeigewalt in die Schule zu schleppen, denn die Schulpflicht hatte einen bestimmten Grund – sie war dazu da, Kinder von den feldern in die Klassenräume zu bringen. Wer besser oder gleichwertig unterrichten konnte durfte es auch tun.
    es ist ja auch nicht so, dass deutsche Homeschooler gegen Kontrollen sind. Sie sind sogar sehr dafür – bekommen aber die Gelegenheit nicht, ihre Kinder prüfen zu lassen.

    Was die Qualität diverser Privatschulen angeht – es kann sich nicht jeder Salem leisten. Und selbst wenn wir es könnten – wir bekommen keine Kinder, um sie in Internate zu schicken – wir sind eine Familie. Es ist ein anderer lebensstil, ein anderes Zusammensein. Wir möchten es nicht mehr missen 🙂

    Angst? Vor wem?
    Glauben kann man nicht einimpfen, wenn man mehrere Tausend Bücher zu Hause stehen hat, wenn man ein Verwandschaft hat, wo von Katholik ( :-D) über Atheist bis Esoteriker und Buddist so ziemllich alles vertreten ist, muss man keine Angst vor mangelnder Vielfalt haben…
    Unsere Kinder sind frei zu glauben oder es zu lassen – mir hat es auch keine beigebracht, denn ich bin atheistisch aufgewachsen. Gott hat keine Enkel, nur Kinder.
    Ihnen einen Gruß
    Katrin

  30. Kristin
    11. Februar 2010, 22:05 | #30

    Können Sie mir erklären, wie die nicht alle Steine auf der Schleuder habende Dudeks ihre Kinder auf diesem Niveau unterrichten konnten?
    —–
    möglicherweise weil die guten das normale bildungssystem unseres landes durchlaufen haben? Übrigens, als normal würde ich jonathan dudek nicht einstufen. sozial verarmt trifft es wohl eher.

  31. itz
    11. Februar 2010, 22:44 | #31

    @Hic fuit
    Niemand von den Befürwortern der Schulpflicht gibt zu, dass es sich hier ausschließlich um Bevormundung dreht. Es geht keinesfalls darum, den Kindern irgendetwas Gutes zu tun, sondern die Erziehungshoheit so weit wie nur irgend möglich auszudehnen.
    Es geht beim Thema Schulpflicht nur um staatliche Bevormundung.
    Dieses Gieren nach unumschränkter Macht über die Kinder seiner Bürger kommt ja nicht aus dem Selbstbewusstsein, dass die staatliche weltanschauliche Erziehung richtig und überlegen sei. Sondern aus der Einsicht, dass sie in einer Konkurrenz unterlegen ist.

    Ich kann für diese Behauptung ebenso wenig Beweise liefern wie Sie für Ihre gegenteilige Ansicht. Die wenigen Studien die es dazu gibt (meistens aus angloamerikanischen Ländern) legen aber zumindest die Vermutung nahe, dass Homeschooler der staatlichen Konkurrenz in keiner weise unterlegen sind. Und auch die wenigen Fallbeispiele aus Deutschland sind „insofern interessant, als sie die Falsifikation der These ermöglichen, dass Homeschooling zwangsläufig zu Bildungsdefiziten führt und nur der Besuch einer Schule erfolgreichen Wissenserwerb ermöglicht.“

    Wie oft wird eigentlich in Deutschland, wo die Schulpflicht-Befürworter leben, über Missbräuche an Schutzbefohlenen berichtet? Oder sind die so arm im Geiste, dass die glauben, dass es psychische und physische Misshandlung nur im Elternhaus gibt?

    Ich nehme an Sie kennen die Berichte über Gewalt und Mobbing an Schulen.
    Genauso wie der Staat das Recht und die Pflicht hat Kinder vor Misshandlungen in der Familie zu schützen, möchte ich als Bürger das Recht haben meine Kinder vor Misshandlungen an staatlichen Einrichtungen zu schützen.

    @Scardanelli
    „Die Schule hat nicht nur eine wichtige Funktion zur Vermittlung von Wissen – sondern auch zur Vermittlung von demokratischen, ja, nennen wir es ruhig einmal, bürgerlichen Grundwerten, von Grundwerten, auf denen unsere Verfassung, unser Gemeinwesen aufgebaut ist.“
    Sie sollten noch die christlichen Werte erwähnen! Auch diese sollen laut Schulgesetz einiger Länder vermittelt werden.
    Was ist nun bedenklicher? Ein paar wenige Familien die nur ihren eigenen Kindern ein christliches (islamisches, esoterisches, atheistisches, etc) Weltbild vermitteln wollen, oder ein Staat der allen Kindern die „Ehrfurcht vor Gott“ als oberstes Bildungsziel vorgibt?

    @editor
    Die Kinderrechtskonvention oder die Menschenrechte werden auch von den Homeschoolern gerne bemüht.
    Tatsächlich hat die UNO die deutsche Position zum Hausunterricht schon angeprangert:
    „That the necessary measures should be adopted to ensure that the home schooling system is properly supervised by the State, thereby upholding the right of parents to employ this form of education when necessary and appropriate, bearing in mind the best interests of the child”

  32. 11. Februar 2010, 23:13 | #32

    So Leute wie Bushido kann ich einfach nicht ernst nehmen. (http://weblog.hundeiker.de/item-1518.html) – Dieses seltsame Ehepaar kommt mir da schon gefährlicher vor.

  33. Garrett
    12. Februar 2010, 11:08 | #33

    Kurt :

    Garrett :
    Imho ist hier nicht Homeschooling an sich das Problem – ich denke, dass das (vielleicht nicht bis zum Abitur, aber zumindest für Grundschulkinder) durchaus funktionieren kann und auch nicht automatisch soziale Isolation für die Kinder bedeuten muss. Insofern ist es durchaus diskutabel, die Schulpflicht durch eine Bildungspflicht zu ersetzen.
    Zum Problem wird es allerdings dann, wenn Eltern (wie hier die christlichen Fundamentalisten) das nutzen, um ihren Kindern ein irrationales, gefährliches und asoziales Weltbild einzutrichtern. Demokratie ist nur möglich, wenn Menschen lernen, mit anderen Meinungen und Ansichten konfrontiert trotzdem friedlich miteinander umgehen zu können.

    Das Problem daran ist doch offensichtlich. Die Abschaffung der Schulpflicht würde immer bedeuten, jedem Tür und Tor zu öffnen, der seine Kinder indoktrinieren will. Ich würde auch ganz ehrlich davon ausgehen, dass Leute die Mehrheit darstellen, die ihr eigenes Ego-Anliegen an den Kindern ausleben wollen und dazu “Homeschooling” versuchen durchzusetzen.

    Mag sein, dass das die Mehrheit ist (ich kenne diesbezüglich keine Statistiken) – das ist aber kein Argument dafür, irgendetwas generell zu verbieten. Die Mehrheit der Menschen kann ja auch nicht schreiben, darf hier aber trotzdem kommentieren 😉

  34. Katrin
    12. Februar 2010, 12:25 | #34

    @Kristin

    Aus welchen Gründen bezeichnen Sie Jonathan Dudek als sozial verarmt?
    Seine Mitschüler, Lehrer und jetzt sein Ausbilder – alla bescheinigen dem Jungen eine hohe soziale Kompetenz. Auch die Freunde aus seinem Pfadfinderverein und im Schwimmverein sehen es anders, ais Sie.
    Man muss einfach einsehen können, dass Homeschooler nicht in Ihre Schubladen passen 😀
    LG Katrin

  35. Kristin
    12. Februar 2010, 12:25 | #35

    http://www.youtube.com/user/ibreuer#p/u/32/ERHMKEWcyJw

    Ingo Breuer ist kein Freund der Schulpflicht. Er hält das für Verblendung und Zwang und vergleicht das mit dem Reichsschulgesetzt von 1938 ;-).

    Schön auch das Bild auf der Staffelei „The judgments of the lord are true“ und der hat keine guten Erinnerungen an die Schule, wo der Jesus diffamiert wurde und satanische Bücher von Stephen King gelesen wurden und seine Biolehrerin war ja ne ganz böse, die war für Abtreibung.

    Naja, und linke sind sowieso schuld an allem … er will seine Kinder „in der Zucht und Vermahnung des Herrn“ aufziehen, denn er liebt die Bibel und seine Kinder werden die Bibel auch lieben (was aber wohl halt nicht klappen wird, wenn sie in der realen Welt leben).

  36. Kristin
    12. Februar 2010, 12:30 | #36

    @ Katrin … ja, die wenigen, die Jonathan hat … viele sind das ja seinen Aussagen zufolge nicht. Außerdem sieht man die Indoktrination durch seine Eltern, er will lieber nicht aufs Gymnasium, weil man da Teufelsbücher lesen muß. Er hat gelernt, die Auseinandersetzung mit abweichenden Themen zu vermeiden. Ist auch besser so, denn so müßte er nämlich erst einmal argumentieren lernen. Auch das mit dem 1er Zeugnis wundert mich nicht. Der Junge ist sicher nicht doof und hat in den 9 Jahren seiner Heimbeschulung mit Sicherheit eines gelernt: Alles was ihm beigebracht wird, für die Wahrheit zu halten und nicht zu hinterfragen.

    Deswegen geht er auch lieber dem Gymnasium aus dem Wege. Hat er Angst, er könnte doch andere Gedanken entwickeln? Ich hoffe, er wacht irgendwann auf, bezweifel aber, daß das passieren wird und selbst wenn, wird der durch die frühkindliche Erziehung nachhaltig gestört sein.

  37. 12. Februar 2010, 13:03 | #37

    Erklären Sie mir bitte, wie Familie Dudek es geschafft hat, ihren Sohn zehn Jahre zu Hause zu bilden und diese mangelhafte Vorbereitung es dem Jungen ermöglicht hat, den besten Abschluss der Klasse zu machen?

    Dass der Junge jedoch eindeutige Defizite hat, lässt sich ja im Artikel lesen. Wenn bei der Thematik nur der Wissensstand entscheidend ist, der überprüft werden soll, darf indoktriniert werden auf Teufel komm raus oder wie? Das hat dann nicht zu interessieren?

    Ferner kann keiner behaupten, dass die guten Noten des Jungen nur zustande kamen, weil die Eltern ihn unterrichtet haben. Er kann besonders begabt sein und könnte wahrscheinlich locker ein gutes Abitur machen plus Studium, wenn man ihm das nicht mental verbaut hätte. Faust ist des Teufels, damit beschäftigt man sich lieber nicht, deswegen ist das Gymnasium nicht so gut.

    Welchen psychischen Schaden diese Kinder ihr Leben lang mit sich herumtragen, die ständige Angst zu sündigen, selbst wenn sie sich mal später aus diesem Gefängnis befreien möchten, daran sollte man schon denken.

    Der Ansatz, dass es auch Nicht-Fundis gibt, die zu Hause unterrichten wollen und die es gut und richtig machen und dies deswegen dürfen müssten, ist mir zu oberflächlich gedacht.

    Dass es solche Leute geben mag, bezweifelt niemand. Wir leben jedoch in einem Gemeinwesen, das darauf angewiesen ist Parallelgesellschaften so gut wie möglich zu vermeiden und dazu gehört, dass nicht jedes Einzelinteresse Berücksichtigung finden kann. Hier überwiegt m.E. die Gefahr eindeutig. Unabdingbare Freiheit gibt es nicht , es gibt immer Grenzen und wer das nicht akzeptiert, der soll mal erklären, wie man ein Zusammenleben organisiert, wenn jeder bedingungslos machen darf, was er will. Wer darüber wirklich nachdenkt, wird schnell feststellen, dass es viele Grenzen gibt, die man nicht missen möchte, die man sehr gerne in Kauf nimmt.

  38. NuEM
    12. Februar 2010, 13:46 | #38

    Homeschooling sehe ich als zweischneidiges Schwert. Grundsätzlich bin ich für eine Abschaffung der Schulpflicht und stattdessen für eine Bildungspflicht. Das öffnet theoretisch dem Homeschooling die Tür.

    Ehrlich gesagt bin ich nicht der Meinung, dass Homeschooling an sich schlechter oder böser ist als der reguläre Schulbesuch. Allerdings nur, solange die Bildung der Kinder gewährleistet ist. Das heißt der Unterricht muss von qualifizierten Personen (das heißt ausgebildeten Lehrern) anhand eines anerkannten Curriculums in allen notwendigen Fächern entsprechend den Regelungen des jeweiligen Landes stattfinden. Solange das gewährleistet ist, sehe ich nichts, dass prinzipiell gegen das Homeschooling spricht.

    Die fundamentalen Christen würden demnach das von ihnen gewünschte Homeschooling immer noch nicht bekommen, aber wenigstens wird ihnen das dann „sauber“ ausgehend vom verfassungsmäßig garantiertem Recht der Kinder auf Bildung verwehrt, und nicht aufgrund einer zumindest diskussionswürdig legitimierten Schulpflicht.

  39. 12. Februar 2010, 14:01 | #39

    Kurt: „Wer darüber wirklich nachdenkt, wird schnell feststellen, dass es viele Grenzen gibt, die man nicht missen möchte, die man sehr gerne in Kauf nimmt.“
    Eben.
    Darum ist der Staat auch nicht machtgeil, wenn er Schulpflicht, Steuerpflicht, Gewaltmonopol und das Rechtsfahrgebot durchsetzt. Es besteht hier völlig zu Recht ein Machtungleichgewicht. Vielleicht erkennt jetzt sogar itz, warum die Argumentation mit Freiheit unsinnig ist.

    Dass das Erziehungswesen in Deutschland vollständig unter demokratisch legitimierte Kontrolle gehört, lehnen die Homeschooler ab. Tatsächlich ist aber, wie Waldorf- und andere Privatschulen zeigen, die Kontrolle nicht einmal jetzt ausreichend.
    Sobald der Staat die Kontrolle vernachlässigt und Treiben hinter verschlossenen Türen ermöglicht, haben Kinder schlechte Karten. Schlechtere als jetzt schon.

  40. 12. Februar 2010, 14:35 | #40

    NuEM:

    Ehrlich gesagt bin ich nicht der Meinung, dass Homeschooling an sich schlechter oder böser ist als der reguläre Schulbesuch. Allerdings nur, solange die Bildung der Kinder gewährleistet ist. Das heißt der Unterricht muss von qualifizierten Personen (das heißt ausgebildeten Lehrern) anhand eines anerkannten Curriculums in allen notwendigen Fächern entsprechend den Regelungen des jeweiligen Landes stattfinden. Solange das gewährleistet ist, sehe ich nichts, dass prinzipiell gegen das Homeschooling spricht.

    Dein Vorschlag in Ehren, nur hast du dir mal überlegt, was das kosten würde? Welche Eltern sollten sich so viele Privatlehrer leisten können. Bestimmt nicht die, die sich momentan für das „Homeschooling“ stark machen. Ferner ist es ja eben nicht ihr Wille in Bezug auf die Bildung ihrer Kinder diktiert zu werden, sie wollen ja die Freiheit haben eigene Bildungsziele festsetzen zu dürfen und sie wollen selbst unterrichten, die Kinder nicht nur Lehrern anvertrauen. Das würde dann ja immer für eine Privatschule sprechen und dass jemand nur ein einziges Argument hat, warum die Kinder zu Hause unterrichtet werden sollten, eben dass sie nicht aus dem Haus gehen müssten und der Schulweg weg fällt, das bezweifle ich absolut.

  41. Denny
    12. Februar 2010, 14:39 | #41

    Besuchen Sie doch mal die Dudeks und machen sich ein eigenes Bild davon? ;o)

    Die Dudeks beziehen sich auf die Bibel als ihren Leitfaden und ziehen dies, zumindest ging es so aus der letzten Fernsehsendung hervor, auch konsequent durch. Aus meiner Sicht machen sich die Dudeks wesentlich mehr Gedanken über die richtige Erziehung, Vermittlung von Lehrinhalten, Glaube etc. als viele „Nicht-home-schooler“.

    Und wer bestimmt bitteschön, wann ein Kind „normal“ ist oder eben nicht. Wer bestimmt, wann jemand dick ist und wann nicht?

    Ich finde es schade, dass hier einige Stimmen die ach so gefährlichen fundamentalen Christen als dumme, ignorante, unfähige Leute abstempeln wollen. Wenn Sie sich eingehend und offen mit der Bibel auseinandersetzen, werden Sie feststellen, dass dieses Fundament nicht zuschanden für die Kinder (und deren Eltern) ist.

    Und warum hat niemand der Familie Dudek bei Maischberger (letzten Dienstag) an den Karren fahren können? Richtig, weil Herr Dudek sachlich und vernünftig anhand der biblischen Aussagen argumentiert hat.

    Meine Meinung zum Thema homeschooling? Es kommt sicher auch auf die Umstände in der Familie an (Beruf der Eltern, Glaubensüberzeugung, soziales Umfeld, etc.). Letztlich sollten die Eltern als Erziehungsberechtigte entscheiden dürfen, WER ihre Kinder nicht nur unterrichtet, sondern auch erzieht.

  42. 12. Februar 2010, 14:54 | #42

    Die Dudeks beziehen sich auf die Bibel als ihren Leitfaden und ziehen dies, zumindest ging es so aus der letzten Fernsehsendung hervor, auch konsequent durch. Aus meiner Sicht machen sich die Dudeks wesentlich mehr Gedanken über die richtige Erziehung, Vermittlung von Lehrinhalten, Glaube etc. als viele „Nicht-home-schooler“.

    Dass sie sich viel mehr Gedanken machen, bzw. auch machen müssen, ist absolut klar. Es erfordert schon sehr viel Aufmerksamkeit, wenn man seine Kinder in Deutschland von allem teuflischen Übel fern halten will, der überall in der Realität hinter jeder Ecke lauert. Mann, welches naive Geschwätz. Wer Ahnung von Evangelikalen hat, der weiß, dass das bestimmt nicht der richtige Weg ist, um Kinder zu erziehen. Die Dudeks haben sich als Erwachsene zu diesem Fanatismus bekannt, sie wurden nicht von ihren Eltern indoktriniert, die können überhaupt nicht beurteilen, was das bedeutet.

  43. Denny
    12. Februar 2010, 15:07 | #43

    @Kurt
    Was heisst „von allem teuflischen Übel fern halten“? Wie wärs mit „schützen“ statt „fern halten“? Klingt dann gleich nicht mehr ganz so fanatisch, wie Sie das gerne hinstellen.

    Wissen Sie denn, ob die Dudeks ihren Kindern den Umgang mit der Aussenwelt generell verbieten?! Ich glaube nicht, denn schließlich „entlassen“ sie ihre Kinder auch zur Ausbildung in diese Welt, oder etwa nicht?

    Und haben Ihre Eltern Sie nicht indoktriniert? Ich meine, letzten Endes ist doch alles, was ich im Laufe meines Lebens mitbekomme, eine gewisse Indoktrination.

  44. NuEM
    12. Februar 2010, 15:17 | #44

    Dein Vorschlag in Ehren, nur hast du dir mal überlegt, was das kosten würde? Welche Eltern sollten sich so viele Privatlehrer leisten können. Bestimmt nicht die, die sich momentan für das “Homeschooling” stark machen. Ferner ist es ja eben nicht ihr Wille in Bezug auf die Bildung ihrer Kinder diktiert zu werden, sie wollen ja die Freiheit haben eigene Bildungsziele festsetzen zu dürfen und sie wollen selbst unterrichten, die Kinder nicht nur Lehrern anvertrauen. Das würde dann ja immer für eine Privatschule sprechen und dass jemand nur ein einziges Argument hat, warum die Kinder zu Hause unterrichtet werden sollten, eben dass sie nicht aus dem Haus gehen müssten und der Schulweg weg fällt, das bezweifle ich absolut.

    Was das kostet? Wen? Die Eltern die Homeschooling betreiben wollen? Ist doch deren Problem was das kostet. Wenn sie es sich leisten können, die Kinder entsprechend der offiziellen Vorgaben selbst oder auch durch Dritte zu unterrichten, warum sollen sie das nicht tun, solange die Kinder nachprüfbar hinreichend unterrichtet werden.

    Etwas nicht zu verbieten ist nicht das gleiche wie für etwas einen Rechtsanspruch zuzugestehn.

    Zu dem zweiten Punkt kann man den Eltern klipp und klar sagen „Pech gehabt“, und steht dabei rechtlich und ethisch auf der sicheren Seite, da das Recht der Kinder auf Bildung gegenüber dem Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder das höhere Rechtsgut ist. Die Freiheit der Eltern endet da, wo sie die Freiheit und das Recht der Kinder berührt. Und da die Kinder das Recht haben, Bildung entsprechend dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu erhalten, und nicht etwa Indoktrinierung durch Kreationismus und bronzezeitliche Moralvorstellungen erdulden müssen, bleibt den Eltern nur sich zu fügen oder auszuwandern.

    Im Grunde also genau wie jetzt auch, mit dem Unterschied, dass wir uns nicht vorwerfen lassen müssen, an einer eher zweifelhaft begründeten Schulpflicht festzuhalten.

  45. 12. Februar 2010, 15:31 | #45

    Denny :

    @Kurt
    Was heisst “von allem teuflischen Übel fern halten”? Wie wärs mit “schützen” statt “fern halten”? Klingt dann gleich nicht mehr ganz so fanatisch, wie Sie das gerne hinstellen.

    Wissen Sie denn, ob die Dudeks ihren Kindern den Umgang mit der Aussenwelt generell verbieten?! Ich glaube nicht, denn schließlich “entlassen” sie ihre Kinder auch zur Ausbildung in diese Welt, oder etwa nicht?

    Und haben Ihre Eltern Sie nicht indoktriniert? Ich meine, letzten Endes ist doch alles, was ich im Laufe meines Lebens mitbekomme, eine gewisse Indoktrination.

    Machen Sie sich doch bitte erst mal schlau, was bibeltreue Christen als einzige Wahrheit akzeptieren.

    Soll man seine Kinder vor der bösen Evolutionslehre schützen, vor dem bösen Sexualkundeunterricht und vor allen Menschen, die nicht dem eigenen Funditum angehören und deswegen ohne Ausnahme den Weg des Teufels gehen?

    Die Dudeks sorgen so gut wie möglich dafür, dass ihre Kinder erst mit der bösen Außenwelt in Kontakt treten, wenn sie der Meinung sind, dass die Kinder im Glauben gefestigt seien. Das wurde in der Sendung auch deutlich. Und gerade weil es unumgänglich ist, dass die Kinder mal erwachsen werden und für sich selbst sorgen müssen, geht kein Weg auf ewig an der Außenwelt vorbei. Die Konfrontation kann dann schon schockierend sein.

    Verwenden Sie bitte das Wort Indoktrination nicht so leichtfertig, jeder Mensch ist geprägt, jedoch nicht indoktriniert. Der Unterschied ist immens, denn eine Prägung beinhaltet keinen einzig gültigen Wahrheitsanspruch mit schrecklichen Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Wer die Möglichkeit hat viele verschiedene Lebensanschauungen, Lebensmodelle und Sichtweisen kennen lernen zu dürfen, ist eindeutig im Vorteil, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

  46. 12. Februar 2010, 15:36 | #46

    NuEM:

    Im Grunde also genau wie jetzt auch, mit dem Unterschied, dass wir uns nicht vorwerfen lassen müssen, an einer eher zweifelhaft begründeten Schulpflicht festzuhalten.

    Soweit d’accord, nur die Debatte wäre damit nie beendet. Es ginge dann eben nicht mehr um das Unterrichten zu Hause, sondern um die Einzelheiten, die nur in Deutschland verwehrt werden.

  47. Kristin
    12. Februar 2010, 15:38 | #47

    Wenn Sie sich eingehend und offen mit der Bibel auseinandersetzen, werden Sie feststellen, dass dieses Fundament nicht zuschanden für die Kinder (und deren Eltern) ist.
    ———–
    Damit haben Sie leider nicht recht – also, weder mit der Schande als auch dem vermutlich gemeinten Schaden. Das biblische Fundament ist mitnichten ein gutes. Stöbern Sie doch mal wieder in der Heilgen Mär.

  48. Katrin
    12. Februar 2010, 21:19 | #48

    Kristin :@ Katrin … ja, die wenigen, die Jonathan hat … viele sind das ja seinen Aussagen zufolge nicht. Außerdem sieht man die Indoktrination durch seine Eltern, er will lieber nicht aufs Gymnasium, weil man da Teufelsbücher lesen muß. Er hat gelernt, die Auseinandersetzung mit abweichenden Themen zu vermeiden. Ist auch besser so, denn so müßte er nämlich erst einmal argumentieren lernen. Auch das mit dem 1er Zeugnis wundert mich nicht. Der Junge ist sicher nicht doof und hat in den 9 Jahren seiner Heimbeschulung mit Sicherheit eines gelernt: Alles was ihm beigebracht wird, für die Wahrheit zu halten und nicht zu hinterfragen.
    Deswegen geht er auch lieber dem Gymnasium aus dem Wege. Hat er Angst, er könnte doch andere Gedanken entwickeln? Ich hoffe, er wacht irgendwann auf, bezweifel aber, daß das passieren wird und selbst wenn, wird der durch die frühkindliche Erziehung nachhaltig gestört sein.

    @Kristin

    Kann man „viele“ Freunde haben? Oder kommt es auf die Qualität an?

    Wenn jemand „nicht doof“ ist – zumindest dieses scheinen Sie dem Jungen ja zu bescheinigen – wird er aufgrund ganz normaler Ablösungs-und Reifeprozesse sehr wohl seinen eigenen Weg gehen. Wenn dieser Weg aber aufgrund der Strahlkraft des Glaubens, den ihm seine Eltern vorgelebt haben, auch ein Weg mit diesem Glauben sein wird- wen stört es?

    Glauben wird, gerade wenn es um kognitiv begabte Menschen geht, denen man das „Denken“ einfach nicht verbieten kann, niemals einfach so weiterverpflanzt. Wäre unsere häusliche Erziehung alles, wäre Herr Dudek, seine Frau und auch meine Wenigkeit nie Christen geworden. Wir haben nämlich eines gemeinsam – wir sind in säkulären Elternhäusern aufgewachsen, mein Elternhaus hatte sich Aufklärung und Humanismus auf die Fahnen geschrieben – hinzu kommt auch noch, dass ich in der vor-Perestroika-SU aufgewachsen bin und dementsprechend sozialisiert war – Religion als Opium fürs Volk und als Stütze für Schwache zu sehen…
    Es gibt keinerlei Automatismen, auch nicht für Jonathan Dudek oder für unsere Kinder, die jeweils auch einen eigenen Weg gehen (und gehen werden) was den Glauben an Gott und die eigene Weltsicht angeht.

    Und argumentieren lernt man auch zu Hause – ich denke, dass Jonathan Dudek sehr viele Gelegenheiten hatte, an dieser Fähigkeit in seiner Schulzeit mit Lehrern und Schülern zu feilen….
    Ich will Ihnen Ihre Meinung nicht ausreden – ich kann das gar nicht, denn viele Menschen brauchen eben ihre Feindbilder, sonst stürzen ihre Weltbilder in sich zusammen 😀
    Leben und leben lassen – das gilt auch für Menschen mit einer anderen Meinung 🙂
    Lieben Gruß
    Katrin

  49. Katrin
    12. Februar 2010, 21:29 | #49

    Kurt :NuEM:

    Ehrlich gesagt bin ich nicht der Meinung, dass Homeschooling an sich schlechter oder böser ist als der reguläre Schulbesuch. Allerdings nur, solange die Bildung der Kinder gewährleistet ist. Das heißt der Unterricht muss von qualifizierten Personen (das heißt ausgebildeten Lehrern) anhand eines anerkannten Curriculums in allen notwendigen Fächern entsprechend den Regelungen des jeweiligen Landes stattfinden. Solange das gewährleistet ist, sehe ich nichts, dass prinzipiell gegen das Homeschooling spricht.

    Dein Vorschlag in Ehren, nur hast du dir mal überlegt, was das kosten würde? Welche Eltern sollten sich so viele Privatlehrer leisten können. Bestimmt nicht die, die sich momentan für das “Homeschooling” stark machen. Ferner ist es ja eben nicht ihr Wille in Bezug auf die Bildung ihrer Kinder diktiert zu werden, sie wollen ja die Freiheit haben eigene Bildungsziele festsetzen zu dürfen und sie wollen selbst unterrichten, die Kinder nicht nur Lehrern anvertrauen. Das würde dann ja immer für eine Privatschule sprechen und dass jemand nur ein einziges Argument hat, warum die Kinder zu Hause unterrichtet werden sollten, eben dass sie nicht aus dem Haus gehen müssten und der Schulweg weg fällt, das bezweifle ich absolut.

    @Kurt

    Versuchen Sie doch die Frage zu beantworten, wieso Familie Dudek ohne Privatlehrer ihre Kinder gut bilden kann? Eine Ironie des ganzen – Herr Dudek verdient das Einkommen seiner Familie mit Nachhilfe 😀 Einfacher ausgedrückt, lebt die Familie zusätzlich zum Kindergeld davon, dass die staatliche Schulen versagen…
    Unsere familie hat auch nur zwei Privatlehrer – für Französisch. Alle anderen Fächer haben wir bis zum letzten Jahr in Eigenregie abgedeckt – und unsere Kinder lernen gut, sie nutzen normale Schulbücher (auch das Bio-Buch :-P, allerdings nutzen wir auch andere, kritischere Bücher) und haben keine Probleme den Stoff zu verstehen. Seit einem Jahr lernen wir mit der Auslandschule (Fernschule), die mit Lehrbriefen arbeitet. Auch die nfachlehrer sind immer per Telefon oder Mail erreichbar.
    Das was Sie sich nicht vorstellen können, ist vielerorts Realität – gute Bildung außerhalb der Schulmauern.

  50. 13. Februar 2010, 00:44 | #50

    @Katrin: Im Gegensatz zu Ihnen bin ich in einem sehr religiösen Elternhaus aufgewachsen. Die Art, wie Sie hier gerade ihr virtuelles, menschenfeindliches Gift verspritzen, ist mir wohlvertraut. Ich nehme Ihnen nicht ab, dass Sie je begriffen haben, was Aufklärung und Humanismus bedeutet.
    Wie man ihren Beiträgen entnehmen kann, geht ihnen das Wohl anderer locker am A. vorbei und Sie haben in der Religion offenbar endlich das gefunden, was man mit Aufklärung und Humanismus tatsächlich nicht schafft, nämlich sich Allmachts- und Überlegenheitsphantasien aus tiefstem Herzen hinzugeben.
    Kindern bis in ihr Tiefstes hinein vorzuschreiben, was sie zu Denken haben, ist schlimmer als jede Tracht Prügel. Von bigotten Eltern, die sich für den Mittelpunkt der Welt und die Auserwählten halten groß gezogen zu werden, ist die schlimmste Qual, die einem Kind widerfahren kann.

  51. Hagen
    13. Februar 2010, 01:06 | #51

    > allerdings nutzen wir auch andere, kritischere Bücher

    Beispielsweise welche?

  52. Kristin
    13. Februar 2010, 01:19 | #52

    Glauben wird, gerade wenn es um kognitiv begabte Menschen geht, denen man das “Denken” einfach nicht verbieten kann, niemals einfach so weiterverpflanzt.
    ———————
    das ist wohl wahr und deswegen haben die dudeks ja auch angst davor, ihre kinder mit der realen welt in interaktion treten zu lassen.

  53. 13. Februar 2010, 01:45 | #53

    Hardcore-Religiöse wie die Dudeks sehen in ihren Kindern nichts anderes als Klone von sich selbst. Sie müssen exakt so denken, handeln reagieren, wie sie es tun würden. Eine eigene Persönlichkeit ist nicht vorgesehen.
    Solche Leute zerstören Menschen, indem sie ihnen als Alternative zu einer anderen Meinung nur die Aussicht auf Höllenqual lassen.
    Solche Leute sind in der Tat gottgleich, ihnen fehlt jedes menschliche Gefühl.

  54. 13. Februar 2010, 01:48 | #54

    @Katrin

    Neben der Bildung interessiert mich eben die „Wertevermittlung“ ungemein. Deswegen sagen Sie mir doch, was Sie von dieser Kinderpredigt halten:
    http://www.youtube.com/watch?v=GX-sHP9Ricg
    und wie Ihnen „Jesus Camp“ gefällt:
    http://www.youtube.com/watch?v=1tmeRwhVwXI

    Tun Sie sich bitte keinen Zwang an, immer raus damit, frei von der Seele.

  55. Berti24
    13. Februar 2010, 01:49 | #55

    Rincewind :

    Kindern bis in ihr Tiefstes hinein vorzuschreiben, was sie zu Denken haben, ist schlimmer als jede Tracht Prügel.

    Es ist darüber hinaus auch totalitär. Eltern sollten ihre Kinder lieber zu rationalem, kritischen Denken erziehen. Im entsprechenden Alter werden sie ganz von selbst beginnen, sich mit Themen wie Religion (oder z. B. auch Politik) zu beschäftigen. Wenn sie das Denken ordentlich erlernt haben, werden sie dann in der Lage sein, sich eine eigene Meinung dazu zu bilden.

  56. 13. Februar 2010, 02:18 | #56

    @Berti24: Genau so ist das. Ich bin Atheist. Meine Kinder haben aber Religionsunterricht. Ich habe nichts dagegen. Wenn sie mich fragen, sage ich, was ich denke. Das eine Kind ist meiner Meinung, das andere nicht. Sie müssen es selber rausfinden. Man kann seinen Kindern nur eine Hilfestellung geben, mit der möglichen Freiheit des Denkens etwas anzufangen.
    Religioten wie Dudeks un Co würden es als Scheitern auffassen, sollte eines der Kinder nicht exakt in der gleichen Spur denken. Für Religioten dieser Art ist die theoretische Fähigkeit des Menschen, frei zu denken ein Fluch.

  57. Bad Robot
    13. Februar 2010, 09:29 | #57

    @Kurt: Dein obiger Link auf den Messias von Röhrnbach ist ja Hardcore.

    Der Junge ist ja kpl. ferngesteuert, so etwas kannte ich in dieser Ausprägung bisher nur aus den Staaten

  58. Papavera
    13. Februar 2010, 10:04 | #58

    Das Homeschooling dient auch der Abschottung der Kinder gegen andere Ansichten, aus Angst, sie könnten unangenehme Fragen stellen oder gar andere Meinungen etwickeln. Insofern sehe ich das als psychische Geiselhaft an, eine Art intellektueller Freiheitsberaubung, die der körperlichen in nichts nachsteht. Oder um es auf den Punkt zu bringen: (psychische) Kindesmisshandlung.

  59. Johannes9126
    13. Februar 2010, 18:26 | #59

    @Katrin
    „Erklären Sie mir bitte, wie Familie Dudek es geschafft hat, ihren Sohn zehn Jahre zu Hause zu bilden und diese mangelhafte Vorbereitung es dem Jungen ermöglicht hat, den besten Abschluss der Klasse zu machen?“

    Nun, hat ja auch keiner gesagt, dass sie blöd wären oder so, der Junge schon gar nicht. Aber gerade dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es den Eltern nur um Indoktrination ging, denn der schlaue Bub macht jetzt eine Lehre statt nach 2 zusätzlichen Jahren was zu studieren. Schule ist eben böse und unchristlich…

    „Ich kenne mindestens 6-7 Jugendliche, deren Eltern ähnliches gelungen ist. Meine eigenen Kinder führe ich hier nicht an, denn sie sind noch nicht in dem Alter. Die älteste Tochter allerdings schon – von der Schule genommen, anderthalb Jahre zu Hause “lernen” gelernt, dann in die 10 Klasse eingeschult und einen 1,2 Abschluss erhalten.“

    Es gibt viele Beispiele von Homeschoolern, die es geschafft haben. Sogar sehr gut geschafft haben. Auch gibt es Kinder, für die Schule nichts ist oder die sogar Schaden nehmen, klar. Aber es steht trotzdem fest, dass in vielen Fällen die Eltern nicht so qualifiziert lehren können, wie die Lehrer, sondern eher ein oberflächliches Lehrplanabarbeiten stattfindet. Außerdem geht bei den Dudeks die Arbeitskraft zweier gesunder und gebildeter Erwachsener für die Ausbildung einer Handvoll Kinder drauf. Tolle Wurst. Und dann sieht man, was dabei rumkommt. Beispiel USA: Kreationismus.

    „glauben Sie mir, die Qualität der Bildung ist in vielen Fächern hier um einiges höher, als in Deutschland. Können Sie mir erklären, wie die nicht alle Steine auf der Schleuder habende Dudeks ihre Kinder auf diesem Niveau unterrichten konnten?“

    Das ist wieder das Problem der großen Klassen, der überforderten Lehrer und der mangelnden Finanzierung. Wer normal ist, kann auch in einer normalen Klasse lernen. Wenn sich Kinder in der Schule nicht konzentrieren können, muß der Lehrer eben für Ruhe sorgen. Wenn Kinder sich langweilen, wechselt man eben die Schule, geht aufs Gymnasium statt auf die Realschule oder gar auf ein alternatives, selbständigeres Schulsystem. Und die Dudeks sind als glänzendes Beispiel wirklich schlecht gewählt. Die halten ihre Kinder doch nun wirklich dumm. In der Reportage konnte man leider keinen Blick in ihr Biologielehrbuch werfen, aber das schreit nach Wort und Wissen…

    „Und warum dies kein Argument pro Homeschooling sein darf, wenn unsere regierung die Bildungslandschaft verkommen lässt?
    Es ist Ihnen sichrlich klar, dass auch die Gymnasien in Leipzig und Dresden nur so lange gut sind, so lange die alten Lehrer leben;-) ? Und von denen gibt es immer weniger“

    Schulflucht ist wie Steuerflucht ins Ausland. Statt sich als Eltern für bessere Lern- und Lehrbedingungen zu engagieren, weil andere Eltern nämlich arbeiten gehen und ihre Kinder notgedrungen in die Schule schicken müssen, zieht man den Schwanz ein.
    Und ich kenne einen ganzen Haufen frisch ausgebildeter Lehrer und Lehramtsstudenten, die es drauf haben. Aber wenn es bei denen im Unterricht nicht klappen sollte, dann liegt das meist an den Wänstern, die die Grundlagen der Höflichkeit zu Hause nicht vermittelt bekommen haben.

  60. strohfelder
    13. Februar 2010, 18:50 | #60

    DANKE!!! Habe die Sendung gerade angeschaut, mir wurde richtig schlecht, es ist ein Skandal, dass in dieser Runde niemand das Wort erhoben hat und diese Form der Indoktrination, die mit der Würde des Menschen unvereinbar ist, gegeißelt hat. Diese Form der „Erziehung“ stellt eine Beraubung der elementaren Freiheiten eines Menschen dar, wie kann ein solches Vorgehen auch nur halbwegs toleriert werden. In so einem Fall muss schnellstmöglich das Jugendamt eingeschaltet werden, keine Eltern haben das Recht ihre Kinder derart zu bevormunden. In Afghanistan kämpfen die Soldaten anscheinend für das Schulrecht von Kindern und in Deutschland kommt im öffentlich-rechtlichen eine Evangelikalen-Werbeshow, warum?

    Um es zu konkretisieren, ich habe nichts dagegen, diese Dudeks einzuladen und zu Wort kommen zu lassen, wir leben schließlich in einer Demokratie, aber darauf nicht einzugehen und zumindest eine Gegendarstellung zu eröffnen ist grob fahrlässig. Anstatt sich auf Bushido zu fixieren, der in dieser Debatte meiner Meinung nach nichts verloren hatte, hätte sie sich den Dudeks widmen müssen.

    Ich wünschte ein sonst von mir verschmähter Herr H. M. Broder wäre anwesend gewesen, der hätte seine Meinung wenigstens kundgetan. Was hat sich eigentlich die Redaktion dabei gedacht? Eine Welle der Empörung sei auch eine Form von Eigenwerbung?

  61. Kristin
    13. Februar 2010, 19:21 | #61

    Und ich habe mich der Kinderpredigt „erfreut“. Das Kind ist total gehirngewaschen, ist der Meinung, in Tschechien wird jeder sofort erschossen, der an einen anderen Gott glaubt?!!!!? Ach ja?!!!! Aber wenn man stark im Glauben wäre, so wäre man ja von dem Schutzschild Gottes umgeben, …. ah soo. Das Kind ist indoktriniert. Das ist ziemlich furchtbar und traurig und es schmerzt mich, von solch Dasein zu erfahren. Kinder werden nicht religiös, weil das jedem Menschen innewohnt, sondern weil sie ihre Eltern nicht enttäuschen wollen.

  62. 13. Februar 2010, 19:33 | #62

    Leute, hier geht es zum Thema weiter:

    “Homeschooling” bibeltreuer Christen als Mittel der Evangelisation:

    https://blog.psiram.com/?p=802#more-802

  63. strohfelder
    13. Februar 2010, 20:26 | #63

    @Katrin

    Ja, eine Pauschalisierung von „Homeschooling“ ist falsch, in selbem Maße auch eine Pauschalisierung unseres öffentlichen Bildungssystems. Ich verstehe deine Argumentation und sehe die Vehemenz deinen selbstgewählten Weg schlagkräftig zu verteidigen.

    Dennoch liegst du in zentralen Punkten falsch.

    1.

    Natürlich ist es möglich seinen Kindern zuhause ein hohes Maß an Bildung zu vermitteln, bestimmt auch auf einem vergleichbaren Niveau wie in einer staatlichen Schule, deiner Meinung nach bestimmt sogar auf einem besseren. Sehr viel wahrscheinlicher erfährt man durch „Homeschooling“ schlicht aufgrund der Überforderung der Eltern ein geringeres Maß an Bildung. Im Falle eines Scheiterns kann das Kind den staatlichen Abschluss nicht erreichen oder seine individuellen Fähigkeiten nicht vollkommen ausschöpfen. Negativbeispiele hast du bisher nicht genannt, wenn man schlechte staatliche Schulen nennt, dann muss man auch intellektuell überforderte Eltern nennen, die das Schulwissen nicht qualifiziert vermitteln können.

    2.

    Das erreichen eines staatlichen Abschlusses hängt primär von erlernten Fähigkeiten und Wissen ab. Jemand der nicht rechnen kann, wird eine Matheklausur nicht bestehen und jemand der keine Geschichtskenntnisse hat wird nur schwerlich eine Geschichtsprüfung bestehen. Neben diesen Primäraufgaben der Schule, die vom Homeschooling am leichtesten ersetzt werden können gibt es jedoch noch eine ganze Reihe erweiterter „Leistungen“ die in einer Abschlussprüfung nicht gefordert, aber unweigerlich in der Schulkarriere erlernt werden. Es wird somit nie überprüft und kann somit auch nicht gewährleistet werden, dass das Kind, welches den Abschluss durch Heimunterricht erlangt auch über diese Fähigkeiten verfügt. Zu diesen Fähigkeiten gehört zu einem Großteil „Gruppenfähigkeiten“ (social skills): Kompromissbereitschaft, Diskussionbereitschaft, Toleranz, Umgang mit Scheitern, Umgang mit Stress, partielle Überforderung, Anerkennung der Leistungen anderer, Solidarität mit anderen etc. diese Liste liese sich noch weiter fortführen. Homeschooling kann diese „Schule für’s Leben“ nur sehr schwer nachbilden, der Mensch lebt nun mal in Gruppen (Beziehung, Familie, Gemeinde, Staat). Natürlich bedeutet dies nicht automatisch, dass ein Homeschooling-Kind dadurch nicht für’s Leben gewappnet ist, aber es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass es dort über Mängel verfügt. Dies ist so unbestreitbar, wie die Tatsache, dass ein Einzelkind im Durchschnitt größere Probleme im sozialen Umgang hat als Kinder mit Geschwistern.

    3.

    Das Prinzip des Homeschooling wird größtenteils von Leuten benutzt, die in der Schule eine Bedrohung für ihre Kinder sehen. Die Bedrohung stellt zum einen die Gruppe dar, das Kind ist gezwungen sich mit „den anderen“ auseinanderzusetzen (im Falle von Rassisten sind es andere Ethnien, im Falle von Fundamentalisten sind es Andersgläubige etc.). Das Kind muss sich aber nicht nur mit anderen auseinandersetzen, es wird auch dazu gezwungen alle Prinzipien zu hinterfragen. Unser staatliches Schulsystem steht in der Tradition der Aufklärung, es zielt auf freie und unabhängige Menschen ab. Die Schule ist keine Kaderschmiede. Darin sehen viele eine Bedrohung für ihre Kinder, sie könnten vom „richtigen Wege“ abkommen. Genau hier setzt auch die Kritik an den Dudeks an. Hier geht es nicht darum, den Kindern eine bessere Bildung zu vermitteln, hier geht es darum den Kindern eine begrenzte Bildung zu vermitteln, für die Dudeks ist es die „wahre Lehre“. Dagegen muss der Staat vorgehen, weil ein demokratisches System ohne den freien Bürger nicht funktioniert. Staatliche Schulbildung ist wie kein anderes System ständigen Anpassungen und Änderungen unterworfen, da in ihm der Schlüssel zu einer besseren Gesellschaft liegt. Das staatliche Bildungssystem ist weltweit ein Erfolg und muss sich durch diese von dir genannten Beispiele nur noch weiter ermutigt sehen.

    Auch wenn im Einzelfall der Heimunterricht ideologiefrei und qualitativ hochwertig erfolgt, die Gefahr einer Fehlleitung von Kindern ist zu groß. Ich wünsche deinen Kindern die Möglichkeit die Welt mit den Augen der anderen zu sehen und sich daraus ein Bild von ihr zu machen, die Fülle an Erfahrungen bildet uns und auch die Anzahl unserer Lehrer, sowohl die schlechten als auch die guten.

    Natürlich ist das Handeln der Dudeks nachvollziehbar, sie sind auf den Irrweg des Besitzes der absoluten Wahrheit gelangt, von dort führt nur schwer ein Weg zurück und ich muss gestehen, dass dies trotz staatlicher Schulbildung erfolgt ist, leider!

  64. itz
    13. Februar 2010, 20:57 | #64

    Ich mach jetzt mal den Westerwelle: „Die Diskussion über die Schulpflicht hat sozialistische Züge. Wenn man in Deutschland schon dafür angegriffen wird, dass derjenige, der seine Kinder selbst besser ausbildet, als Krimineller abgestempelt wird, dann ist das geistiger Sozialismus.“ 😉

    @hicfuit, Kurt
    Wie Sie sehen: ich halte „die Argumentation mit Freiheit“ noch immer nicht für unsinnig. Doch ich plädiere weder dafür, dass „jeder bedingungslos machen darf was er will“, noch lehne ich es ab, „das Erziehungswesen in Deutschland vollständig unter demokratisch legitimierte Kontrolle“ zu stellen.
    Ich möchte lediglich darauf Hinweisen, dass auch Staaten zur Indoktrination fähig sind. Schon vergessen? Und auch hinter den verschlossenen Türen staatlicher Schulen werden „Kontrollen vernachlässigt und Treiben ermöglicht“.

    Ich wiederhole hier gerne welche Hausaufgaben der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung Deutschland aufgegeben hat:
    „It is also recommended: That the necessary measures should be adopted to ensure that the home schooling system is properly supervised by the State, thereby upholding the right of parents to employ this form of education when necessary and appropriate, bearing in mind the best interests of the child.“

    @Johannes91
    „Schulflucht ist wie Steuerflucht ins Ausland. Statt sich als Eltern für bessere Lern- und Lehrbedingungen zu engagieren, weil andere Eltern nämlich arbeiten gehen und ihre Kinder notgedrungen in die Schule schicken müssen, zieht man den Schwanz ein.“

    In Bayern haben sich diese Woche Eltern und Schüler für bessere Lern- und Lehrbedingungen engagiert. Das Ergebnis: Disziplinarverfahren und Strafandrohungen gegen Schüler! …weil sie die Schulpflicht verletzt haben.

    @Strohfelder
    Haben Sie Belege für Ihre Behauptungen? Es gibt durchaus Studien, die Ihre Thesen in Frage stellen.

    „Jeder Mensch ist etwas Persönliches und Einmaliges, und an Stelle des persönlichen Gewissens ein kollektives setzen zu wollen, das heißt schon Vergewaltigung und ist der erste Schritt zu allem Totalitären.” (Hermann Hesse)

  65. strohfelder
    13. Februar 2010, 21:41 | #65

    @itz

    Wie Sie anhand meiner Argumentation gesehen haben, gestehe ich ein, dass das Prinzip Homeschooling erfolgreich sein kann. Diese kanadische Studie unterstützt ebenfalls die schon von anderen formulierte These, dass in Kanada „Homeschooling“ ein pragmatischer Ersatz nicht vorhandener Schulen ist, schlicht aufgrund der geographischen Ausdehnung dieses Landes. Wie stehen Sie jedoch zu Punkt 3 und den Dudeks? Sehen Sie hier keine Indoktrination? Wie kann man diesen offensichtlichen Missbrauch verhindern? Statt Kanada hier als Beispiel zu nennen, sollte man eher amerikanische Staaten des „Bibelgürtels“ heranziehen, dort sieht die Situation gänzlich anders aus. Die Empörung bezieht sich nicht auf das Homeschooling an sich, sondern diese extremen Auswüchse, wie sie bei Maischberger zu sehen waren.

    Westerwelle hier anzubringen greift ebenfalls viel zu kurz, Ihre genanntes UN-Zitat betont ebenfalls die herausragende Rolle des Staates. Bildung ist ein öffentliches Gut und kann auch nach liberaler Auffassung nicht dem Liberalismus unterstellt werden, genausowenig wie Sie das Gewaltrecht veräußerlichen! Meiner Meinung nach müsste der Staat (welche Alternativen sehen Sie?) auch in Homeschooling-Ländern im Falle der Familie Dudek eingreifen, da wie ich es schon erwähnt habe die Freiheitsrechte der Kinder in nicht vertretbarem Maße eingeschrenkt sind.

    Gerade der Liberalismus muss die Freiheitsrechte gewährleisten. Was Ihre Einstellung zu Homeschooling generell anbelangt, so kann ich diese Position nachvollziehen, aber zu den Dudeks schweigen Sie.

  66. migue
    14. Februar 2010, 01:32 | #66

    Wie tendenziös hier berichtet wird… Das ist ja mindestens so religiös, wie die Dudeks sind. Herzlichen Glückwunsch.

    1500 € Kindergeld bekommen die Dudeks? Ist das auch gut recherchiert? Denn selbst wenn sie das bekommen: Was würde es eigentlich kosten, ihre 7 (derzeit scheinbar noch 5) Kinder zu beschulen?

    Das ist dann ja schon etwas weniger.

    Und wenn man sich Gedanken über den volkswirtschaftlichen Schaden macht, der dadurch entsteht, dass diese Familie „angepasste und der christlichen Lehre verpflichtete“ Kinder erzieht. Der SCHADEN dürfte NEGATIV sein, d.h. unsere Volkswirtschaft profitiert sicher davon.

    Dagegen sehe ich viele zerstörte Familien, die ihre Kinder nicht mit Werten zu erziehen imstande sind. Vorprogrammiert ist dann in vielen Fällen Hartz IV, was mit gravierendem volkswirtschaftlichem Schaden abgeht.

    Das ist schon ein arger Schnellschuss in diesem Blog!

  67. strohfelder
    14. Februar 2010, 11:54 | #67

    @migue

    Sorry, aber der Großteil der Kritik bezieht sich auf die Tatsache, dass diese Kinder in einer abgeschotteten Parallelwelt leben und groß werden, Indoktrination pur. Alles andere ist sekundär, es geht auch nicht um eine Generalkritik an Homeschooling etc., natürlich ist „keine“ Wertevermittlung auch kein Ideal, aber das eine zu kritisieren heißt nicht das andere zu fördern!

  68. itz
    14. Februar 2010, 14:26 | #68

    Was soll ich zu den Dudeks sagen? Ich habe keine Ahnung ob Jonathan Dudek und seine Geschwister glücklich sind, oder ob sie sich missbraucht fühlen. Eine Kindeswohlgefährdung liegt nach einem richterlichen Urteil nicht vor. Jonathan Dudek hat ein hervorragendes Schulzeugnis und macht eine solide Ausbildung.
    Die jährlich rund 100000 Opfer körperlicher Gewalt an öffentlichen Schulen, oder die 75000 Schulabgänger ohne Abschluss machen mir mehr Sorgen!

    Natürlich sehe ich die religiöse Indoktrination. Wo allerdings die Grenzen zum Kindesmissbrauch liegen, und ob Familie Dudek diese Grenzen überschritten hat, mag ich nicht beurteilen. Dies muss, der Staat entscheiden (…to ensure that the home schooling system is properly supervised by the State).
    Dazu der Homeschool-Kritiker Rob Reich:
    „Während Eltern in der Tat eine sehr umfassende Autorität über die Ausbildung ihrer Kinder haben sollten, Homeschooling als Bildungsoption also erlaubt sein sollte, muss der Staat sicherstellen, dass Kinder zu verantwortungsvollen Staatsbürgern heranwachsen und die gleichen Freiheitsrechte genießen können wie ihre Eltern. Der Staat muss also überwachen, dass Kinder über ihre Bürger- und Grundrechte informiert sind, sowie die Grundfertigkeiten in Rechnen und Lesen erlangen, um selbständig und unabhängig leben zu können. (…)Wir müssen verhindern, dass Eltern und der Staat willkürlich über Kinder herrschen können, auch wenn es aus den besten Motiven heraus geschieht.“

    Wer also nachweisen kann, dass er seine Kinder genauso gut ausbilden und erziehen kann wie der Staat (oder besser), der sollte diese Freiheit bekommen! Mehr Liberalität fordere ich gar nicht.

  69. Katrin
    15. Februar 2010, 23:04 | #69

    strohfelder :@Katrin
    Ja, eine Pauschalisierung von “Homeschooling” ist falsch, in selbem Maße auch eine Pauschalisierung unseres öffentlichen Bildungssystems. Ich verstehe deine Argumentation und sehe die Vehemenz deinen selbstgewählten Weg schlagkräftig zu verteidigen.
    Dennoch liegst du in zentralen Punkten falsch.
    1.
    Natürlich ist es möglich seinen Kindern zuhause ein hohes Maß an Bildung zu vermitteln, bestimmt auch auf einem vergleichbaren Niveau wie in einer staatlichen Schule, deiner Meinung nach bestimmt sogar auf einem besseren. Sehr viel wahrscheinlicher erfährt man durch “Homeschooling” schlicht aufgrund der Überforderung der Eltern ein geringeres Maß an Bildung. Im Falle eines Scheiterns kann das Kind den staatlichen Abschluss nicht erreichen oder seine individuellen Fähigkeiten nicht vollkommen ausschöpfen. Negativbeispiele hast du bisher nicht genannt, wenn man schlechte staatliche Schulen nennt, dann muss man auch intellektuell überforderte Eltern nennen, die das Schulwissen nicht qualifiziert vermitteln können.
    2.
    Das erreichen eines staatlichen Abschlusses hängt primär von erlernten Fähigkeiten und Wissen ab. Jemand der nicht rechnen kann, wird eine Matheklausur nicht bestehen und jemand der keine Geschichtskenntnisse hat wird nur schwerlich eine Geschichtsprüfung bestehen. Neben diesen Primäraufgaben der Schule, die vom Homeschooling am leichtesten ersetzt werden können gibt es jedoch noch eine ganze Reihe erweiterter “Leistungen” die in einer Abschlussprüfung nicht gefordert, aber unweigerlich in der Schulkarriere erlernt werden. Es wird somit nie überprüft und kann somit auch nicht gewährleistet werden, dass das Kind, welches den Abschluss durch Heimunterricht erlangt auch über diese Fähigkeiten verfügt. Zu diesen Fähigkeiten gehört zu einem Großteil “Gruppenfähigkeiten” (social skills): Kompromissbereitschaft, Diskussionbereitschaft, Toleranz, Umgang mit Scheitern, Umgang mit Stress, partielle Überforderung, Anerkennung der Leistungen anderer, Solidarität mit anderen etc. diese Liste liese sich noch weiter fortführen. Homeschooling kann diese “Schule für’s Leben” nur sehr schwer nachbilden, der Mensch lebt nun mal in Gruppen (Beziehung, Familie, Gemeinde, Staat). Natürlich bedeutet dies nicht automatisch, dass ein Homeschooling-Kind dadurch nicht für’s Leben gewappnet ist, aber es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass es dort über Mängel verfügt. Dies ist so unbestreitbar, wie die Tatsache, dass ein Einzelkind im Durchschnitt größere Probleme im sozialen Umgang hat als Kinder mit Geschwistern.
    3.
    Das Prinzip des Homeschooling wird größtenteils von Leuten benutzt, die in der Schule eine Bedrohung für ihre Kinder sehen. Die Bedrohung stellt zum einen die Gruppe dar, das Kind ist gezwungen sich mit “den anderen” auseinanderzusetzen (im Falle von Rassisten sind es andere Ethnien, im Falle von Fundamentalisten sind es Andersgläubige etc.). Das Kind muss sich aber nicht nur mit anderen auseinandersetzen, es wird auch dazu gezwungen alle Prinzipien zu hinterfragen. Unser staatliches Schulsystem steht in der Tradition der Aufklärung, es zielt auf freie und unabhängige Menschen ab. Die Schule ist keine Kaderschmiede. Darin sehen viele eine Bedrohung für ihre Kinder, sie könnten vom “richtigen Wege” abkommen. Genau hier setzt auch die Kritik an den Dudeks an. Hier geht es nicht darum, den Kindern eine bessere Bildung zu vermitteln, hier geht es darum den Kindern eine begrenzte Bildung zu vermitteln, für die Dudeks ist es die “wahre Lehre”. Dagegen muss der Staat vorgehen, weil ein demokratisches System ohne den freien Bürger nicht funktioniert. Staatliche Schulbildung ist wie kein anderes System ständigen Anpassungen und Änderungen unterworfen, da in ihm der Schlüssel zu einer besseren Gesellschaft liegt. Das staatliche Bildungssystem ist weltweit ein Erfolg und muss sich durch diese von dir genannten Beispiele nur noch weiter ermutigt sehen.
    Auch wenn im Einzelfall der Heimunterricht ideologiefrei und qualitativ hochwertig erfolgt, die Gefahr einer Fehlleitung von Kindern ist zu groß. Ich wünsche deinen Kindern die Möglichkeit die Welt mit den Augen der anderen zu sehen und sich daraus ein Bild von ihr zu machen, die Fülle an Erfahrungen bildet uns und auch die Anzahl unserer Lehrer, sowohl die schlechten als auch die guten.
    Natürlich ist das Handeln der Dudeks nachvollziehbar, sie sind auf den Irrweg des Besitzes der absoluten Wahrheit gelangt, von dort führt nur schwer ein Weg zurück und ich muss gestehen, dass dies trotz staatlicher Schulbildung erfolgt ist, leider!

    @strohfelder

    Zu Punkt 1
    um die gefahr zu minimieren, dass kinder durch intellektuell überforderte Eltern Schaden erleiden genügt es tatsächlich, den Lernfortschritt in regelmäßigen Abständen zu prüfen – indem staatliche Curricula als Maßstab genommen werden. Funktioniert z.B. in Österreich ausgezeichnet.

    Zu Punkt zwei
    es ist ein Vorurteil, dass Kinder, die zu Hause beschult werden keine sozialen Kontakte erleben. Auf der anderen Seite ist es ein Vorurteil, dass in der Schule erlebte Kontakte einschlägig positiv auf die Psyche des Kindes wirken. Tatsache ist, dass es heute mehr psychisch kranke und suizidgefährdete Kinder gibt, als man sich das vorstellen kann – bei fast allen wird der Druck der Peer-Group, Leistungsdruck oder Mobbing als Grund angegeben.

    Zu Punkt drei

    Ich sehe es nicht so, dass unser Schulsystem „keine Kaderschmiede“ ist. Es strotzt nur so von Denktabus, und atmet den Zwang, sich der Mehrheit anzupassen.
    Auf der anderen Seite aber existieren einfache Werte nicht mehr, die Jahrhunderte lang die Pfeiler einer funktionierenden Gesellschaft waren – allein die Maxime, es gäbe keine absolute Wahrheit reicht eben hinten und vorne nicht, um denkende und gleichzeitig philantropische Menschen zu erziehen…

  70. Katrin
    15. Februar 2010, 23:12 | #70

    @Rincewind

    Es tut mir ehrlich leid um Sie – aber aus den eigenen Erfahrungen (wie schlimm sie auch sein mögen) auf alle Menschen zu schließen ist ein genau so großer Fehler, wie nichts daraus zu lernen.
    Ich habe weder Allmachts – noch Überlegenenheitsphantasien und ich versuche, unseren Kindern das zu geben, was Kinder brauchen – Liebe, Geduld, Verständnis und eine sichere basis für ihr Leben. und ich schreibe ihnen nicht vor, was sie denken sollen – allerdings habe ich das Recht, sie im Glauben zu erziehen -bis zum Zeitpunkt ihrer Religionsmündigkeit.

  71. 16. Februar 2010, 03:28 | #71

    Katrin:“Es tut mir ehrlich leid um Sie“

    Ja, den Satz kenne ich. Es ist die typisch bigott-heuchlerische Art, einem anderen zu sagen, dass man ihn für ein Arschloch hält. Aber halt in einem Ton, dass Gott es nicht merkt, gell? Kann man für die größe Abrechnung noch ein paar Punkte sammeln.

    Zu hart? Möglich, aber dann folgt gleich:

    „aber aus den eigenen Erfahrungen (wie schlimm sie auch sein mögen) auf alle Menschen zu schließen ist ein genau so großer Fehler, wie nichts daraus zu lernen.“

    Also die Unterstellung, ein lern- und erkenntnisunfähiger Mensch mit schlimmen Traumas zu sein.

    dass Sie keine Allmachtsphantasien haben, nehme ich ihnen ab, denn was man lebt und ist, davon braucht man nicht zu phantasieren.

    Meine Kinder bekommen auch Liebe, Geduld und Verständnis, nur im Gegensatz zu Ihnen ohne die Einschränkung, sie mit einem Glauben zu indoktrinieren. Weil sowas „Liebe, Geduld, und Verständnis“ ad absurdum führt.

    In der Diktion bestimmter Christen hat „Liebe, Geduld und Verständnis“ exakt nur eine Bedeutung: Denke und tue, was ich dir sage, sonst ist es schnell vorbei mit „Liebe, Geduld und Verständnis.“

  72. 16. Februar 2010, 04:03 | #72

    Katrin:“Auf der anderen Seite aber existieren einfache Werte nicht mehr, die Jahrhunderte lang die Pfeiler einer funktionierenden Gesellschaft waren – allein die Maxime, es gäbe keine absolute Wahrheit reicht eben hinten und vorne nicht, um denkende und gleichzeitig philantropische Menschen zu erziehen…“

    Ja, sie haben recht, absolute Wahrheiten sind ganz wichtig, das hat Jahrhunderte lang für ausdauernde Kriege gesorgt, immer im Auftrag der absoluten Wahrheit.

    Was ist das nur für ein elendes Menschenbild, zu glauben, man könne nur unter Strafandrohung ein guter und hilfsbereiter Mensch sein. Und dazu noch eine absolute Wahrheit brauchen.

    Es macht genau den menschlichen Menschen aus, einzusehen, eben nicht alles wissen zu können. Wer die absolute Wahrheit hat, schnallt sich auch Bombengürtel um.

  73. 16. Februar 2010, 12:05 | #73

    Die Frauenzeitschrift Brigitte berichtet Mitte Februar 2010 über eine Frau, die sich als junge Erwachsene aus einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde gelöst hat. Sie war in die strenggläubige Gemeinschaft hineingeboren worden, doch als Jugendliche begann sie zu zweifeln.

    Gott wolle keinen Sex vor der Ehe, sagten ihr zum Beispiel laut Brigitte die Erwachsenen. Parties, Alkohol, bestimmte Musik und Kleidung – alles galt als böse nach den Glaubensregeln der Gemeinschaft. Aus Sicht der jungen Frau bestand ihr Leben aus “Verbotsschildern”, die sie jedoch heimlich umging. “Eigentlich habe ich mich immer geschämt, meine ganze Jugend war vergiftet von Scham”, erzählte sie der Frauenzeitschrift.

    Eines Tages fragte sie ihr Pastor, ob sie mit ihrem Freund schlafe. Da war sie 19 Jahre alt. Nachdem sie “Ja” gesagt hatte, erklärte der Prediger, dass das Sünde sei. Sie musste die Gemeinde verlassen. Doch sie empfand den Rauswurf als Schritt in die “Freiheit”. Brigitte zitiert die Frau: “Wenn Gott wirklich so groß, so stark und so mächtig ist, wie man es mich von klein auf gelehrt hat, dann kommt er auch ohne mich und meinen Glauben zurecht.”

    Quelle: “Endlich ungläubig” In: Brigitte Nr. 5, 10.02.2010, S. 106 – 108

    So sieht „Liebe, Geduld und Verständnis“ aus, gell Katrin. Sie haben es nicht mal für nötig gehalten uns zu sagen, wie Ihnen die Kinderpredigt und „Jesus Camp“ gefallen. Keine Antwort ist in Ihrem Fall eben auch eine Antwort.

  74. Snorri
    16. Februar 2010, 13:23 | #74

    @katrin

    Zu Punkt zwei
    es ist ein Vorurteil, dass Kinder, die zu Hause beschult werden keine sozialen Kontakte erleben. Auf der anderen Seite ist es ein Vorurteil, dass in der Schule erlebte Kontakte einschlägig positiv auf die Psyche des Kindes wirken. Tatsache ist, dass es heute mehr psychisch kranke und suizidgefährdete Kinder gibt, als man sich das vorstellen kann – bei fast allen wird der Druck der Peer-Group, Leistungsdruck oder Mobbing als Grund angegeben…

    Der Kern deiner Aussage lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass sich soziale Verkrüppelungen von Kindern durch die Vermeidung von Sozialkontakten ebendieser Kinder mit anderen Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen, seien es Mitschüler, Lehrer oder wer auch immer heilen und verhindern ließen. Sehen wir einmal von der banalen Tatsache ab, dass sich ein Einsiedler keinem Mobbing auszusetzen hat, also ein Soziopath vielleicht unter seiner eigenen Wesensart, aber nicht unter den potentiell konfliktbeladenen Kontakten mit anderen zu leiden hat…
    Aber hier geht es doch um ein geschlossenes System einer verkrusteten Familienstruktur, die ihre Kinder in das Gefängnis einer familiären ideologischen Inzucht einsperren will, weil man diese um keinen Preis in die Freiheit ihrer eigenen Selbstbestimmung entlassen will. Ein solches System betrachtet seine Kinder als ideologische Verfügungsmasse, als persönliches Eigentum und verleugnet damit das eigentliche Ziel jeder Erziehung: den Kindern eine Gehhilfe zu geben, bis sie diese nicht mehr brauchen und selbstständig laufen können. Interessanterweise vermeiden es die Vertreter des „Home-schooling“ aber, das offen auszusprechen und verschanzen sich hinter der Behauptung, die feindliche Umwelt, die Regelschule, wolle ihre Kinder verderben. Deshalb baut man sich einen wahnhaften Popanz auf, macht das staatliche Schulsystem zu einem Werkzeug des Satans. Muss man nun noch ernsthaft argumentieren, dass solche Eltern unter einem grotesken Realitätsverlust leiden?Soll man Kinder wirklich einem solchen ideologischen Wahnsystem aussetzen? Grenzt ein solches System nicht an geistigen Kindsmissbrauch? Muss der Staat nicht seine Fürsorgepflicht ausüben, um den Kindern diesen ideologischen Burkazwang zu ersparen? Müssten wir dann nicht auch ähnliche Argumentationsweisen einer Familie von Neonazis akzeptieren, die ihren Kindern vermitteln wollen, dass Hitler ein großer Mann war, und die es beklagen, dass ihnen diese „Wahrheit“ in der entarteten Regelschule nicht nahe gebracht wird? Das ist totalitäres Denken und Widerstand dagegen ist PFLICHT.

    ”Auf der anderen Seite aber existieren einfache Werte nicht mehr, die Jahrhunderte lang die Pfeiler einer funktionierenden Gesellschaft waren – allein die Maxime, es gäbe keine absolute Wahrheit reicht eben hinten und vorne nicht, um denkende und gleichzeitig philantropische Menschen zu erziehen…

    Ich kenne eine solche Argumentation bis zum Überdruss aus der 68er Zeit. Die pseudosozialistischen Betonköpfe behaupteten immer, der Pluralismus unserer Gesellschaft sei selbst ein ideologisches Modell, weil es die EINZIGE WAHRHEIT des „wissenschaftlichen Sozialismus“ zu relativieren versuche. Die Behauptung einer EINZIGEN WAHRHEIT lässt in seiner Beurteilung des Leugners (selbst des Relativierers dieser Wahrheit) nur zwei Beurteilungen zu: a) der Gegner ist ein Dummkopf (deshalb kann ich ihn auslachen, ihn im besten Fall ignorieren); b) der Gegner ist ein Verbrecher (deshalb kann ich ihn vernichten).
    das haben ALLE Ideologeme gemeinsam, egal ob faschistischer, kommunistischer, evangelikaler, scientologischer… (die Liste lässt sich fortsetzen) Provenienz. Die Behauptung einer absoluten Wahrheit ist ein Terroranschlag auf Meinungsvielfalt und freies Denken. Versteh mich nicht falsch; jeder kann so denken, wenn er privat damit glücklich wird. Aber jeder, der einen Versuch macht, andere, vor allem unmündige Kinder, mit in sein eigenes Gefängnis einzusperren, MUSS wegen Freiheitsberaubung belangt werden.

  75. Kristin
    16. Februar 2010, 16:16 | #75

    Katrin :
    @Rincewind

    und ich schreibe ihnen [den Kindern] nicht vor, was sie denken sollen – allerdings habe ich das Recht, sie im Glauben zu erziehen – bis zum Zeitpunkt ihrer Religionsmündigkeit.

    Oh ha, ich würde ja sagen, sie haben das Glück und die Pflicht, ihren Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen und den Kindern auch Hilfestellung bei der Betrachtung der Welt zu geben … aber wenn mir jemand mit „ich habe das Recht, meine Kinder so zu erziehen, wie ich das für richtig halte“ … naja, dann fühle ich mich immer so in dem Film: ich habe das recht, dir vorzuschreiben was du für richtig halten mußt, solange du deine füße unter meinen tisch steckst. Wir als eltern haben nur die pflicht vorbild zu sein und liebe zu geben. Egal ob die kinder das dann annehmen oder nicht, denn im endeffekt sind die kinder eigenständige individuen.

  76. Snorri
    17. Februar 2010, 19:46 | #76

    @Katrin.

    Eigentlich wollte ich hier noch einige praktische Anmerkungen zum Home-schooling machen, aber bei genauerem Nachdenken komme ich zu dem Schluss, dass ich sie mir absolut sparen kann, denn die Philadelphia Schule z. B. sagt auf ihrer Startseite ausdrücklich:

    Viele Eltern sorgen sich um die geistige, seelische und charakterliche Entwicklung ihrer Schulkinder, weil die staatlichen Schulen durch die pluralistische Gesellschaft in ihrem Bildungsauftrag eingeengt worden sind. Daher beschränken sie sich einerseits auf reine Wissensvermittlung und ersetzen andererseits Normen und Werte durch Ideologien.

    oder:

    erzieherische Verantwortung wahrzunehmen brauchen Eltern zwar eine feste Überzeugung, jedoch nicht, wie allgemein angenommen, eine besondere Ausbildung

    Also geht es überhaupt nicht um Effizienz oder Praktikabilität oder Kompetenz des Hausunterrichts; es geht nicht um saachkundige oder kompetente Politiker, Juristen, Banker, Lehrer; es geht auch nicht um unsere demokratische Rechtsordnung, um die Verfassung, um die Straßenverkehrsordnung, denn wichtig ist nur, dass diese Berufsgruppen und Regelwerke entsorgt oder auf den Müllhaufen geworfen werden zugunsten einer wortwörtlichen Auslegung der Bibel (welcher Auslegung eigentlich??) und einer Gesinnungsschnüffelei bei allen Mitbürgern, die nur darauf untersucht werden, ob sie auf dem Prüfstand einer evangelikalen Inquisition bestehen können. Es geht schlicht und einfach um die Errichtung eines Gottesstaates, diesmal, anders als im Iran, mit christlichen Vorzeichen. Was soll dann die zutiefst verlogene Einforderung von demokratischen Freiheiten, die den Homeschoolern angeblich verwehrt werden? Steht in eurer Bibel nichts von Ehrlichkeit? Dort steht: “Eure Rede sei ‘Ja, ja’ oder ‘nein, nein; alles andere ist des Satans”(sinngemäß). Dort steht nichts von verlogener Taktiererei, die keine Farbe bekennt. Ihr Homeschooler seid kompetente Lehrer, Juristen, Automechaniker in Christus, auch wenn ihr von all den dafür nötigen Fertigkeiten keinen Schimmer habt, denn für das Unterrichten und den Ölwechsel braucht man nur das richtige Bewusstsein, aber kein Fachwissen.
    Aber das zu sagen wagt ihr nicht, weil ihr naive Fellow-traveller sucht, die sich vor euren verlogenen Freiheitskarren spannen lassen, denen aber sofort der Mund verboten würde, wenn ihr das Sagen hättet. Vertraut ihr so wenig auf eure eigene Erziehung zu Hause? Das tun normale Eltern auch und dieser Einfluss steht auch allen Eltern zu. Ist “der Weg und die Wahrheit” nicht von alleine attraktiv genug? Auch Jesus wurde nach der Bibel vom Satan versucht. Traut ihr dem Jesus in euren Kindern nicht genug, dass ihr glaubt, sie unter Homeschooling-Quarantäne halten zu müssen???
    Oh ihr Kleingläubigen mit dem totalitären Anspruch!!!

  77. Katrin
    18. Februar 2010, 22:29 | #77

    Kristin :

    Katrin :@Rincewind
    und ich schreibe ihnen [den Kindern] nicht vor, was sie denken sollen – allerdings habe ich das Recht, sie im Glauben zu erziehen – bis zum Zeitpunkt ihrer Religionsmündigkeit.

    Oh ha, ich würde ja sagen, sie haben das Glück und die Pflicht, ihren Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen und den Kindern auch Hilfestellung bei der Betrachtung der Welt zu geben … aber wenn mir jemand mit “ich habe das Recht, meine Kinder so zu erziehen, wie ich das für richtig halte” … naja, dann fühle ich mich immer so in dem Film: ich habe das recht, dir vorzuschreiben was du für richtig halten mußt, solange du deine füße unter meinen tisch steckst. Wir als eltern haben nur die pflicht vorbild zu sein und liebe zu geben. Egal ob die kinder das dann annehmen oder nicht, denn im endeffekt sind die kinder eigenständige individuen.

    @Kristin

    Ich widerspreche Ihnen nicht, dass Eltern ihren Kindern Liebe geben sollen ud Vorbilder sein sollen. Nur im Hiblick darauf, dass Erziehung im Glauben in dieser Diskussionsrunde als geistige Missbrauchshandlung bezeichnet wird hatte ich darauf hingewiesen, dass dieses Elternrecht als extentiell wichtiges sogar in unserer Gesetzgebung erwähnt und festgehalten wird. Dass Sie damit nicht einverstanden sind ist die eine Seite der Medallie – dass dieses Recht in unserer demokratischen Gesetzgebung gewährt wird ist aber eine Tatsache.

    LG Katrin

  78. Katrin
    18. Februar 2010, 22:52 | #78

    Kurt :

    Die Frauenzeitschrift Brigitte berichtet Mitte Februar 2010 über eine Frau, die sich als junge Erwachsene aus einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde gelöst hat. Sie war in die strenggläubige Gemeinschaft hineingeboren worden, doch als Jugendliche begann sie zu zweifeln.
    Gott wolle keinen Sex vor der Ehe, sagten ihr zum Beispiel laut Brigitte die Erwachsenen. Parties, Alkohol, bestimmte Musik und Kleidung – alles galt als böse nach den Glaubensregeln der Gemeinschaft. Aus Sicht der jungen Frau bestand ihr Leben aus “Verbotsschildern”, die sie jedoch heimlich umging. “Eigentlich habe ich mich immer geschämt, meine ganze Jugend war vergiftet von Scham”, erzählte sie der Frauenzeitschrift.
    Eines Tages fragte sie ihr Pastor, ob sie mit ihrem Freund schlafe. Da war sie 19 Jahre alt. Nachdem sie “Ja” gesagt hatte, erklärte der Prediger, dass das Sünde sei. Sie musste die Gemeinde verlassen. Doch sie empfand den Rauswurf als Schritt in die “Freiheit”. Brigitte zitiert die Frau: “Wenn Gott wirklich so groß, so stark und so mächtig ist, wie man es mich von klein auf gelehrt hat, dann kommt er auch ohne mich und meinen Glauben zurecht.”
    Quelle: “Endlich ungläubig” In: Brigitte Nr. 5, 10.02.2010, S. 106 – 108

    So sieht “Liebe, Geduld und Verständnis” aus, gell Katrin. Sie haben es nicht mal für nötig gehalten uns zu sagen, wie Ihnen die Kinderpredigt und “Jesus Camp” gefallen. Keine Antwort ist in Ihrem Fall eben auch eine Antwort.

    @Kurt

    Was soll ich zu Ihrer Brigitte-Kolumne denn sagen? Sie hätten auch die „Bild“ zitieren können – solche Zeitungen/Zeitschriften lese weder ich noch (ich hoffe es jedenfalls in Ihrem Interesse) Sie, der Wahrheitsgehalt liegt bei 0, der Propagandafaktor bei Lieschen-Müller-gefühlten 200%
    Wenn es diese Brigitte-bezahlte Aussteigerin wirklich gibt und die Geschichte sich tatsächlich so zugetragen hat – wo ist das problem? Die junge Frau hat ihre Freiheit gefunden, die Zwänge abgeschüttelt. Andere Frauen und männer entscheiden sich bewusst und freiwillg dafür, bestimmte Regeln einzuhalten, die sie für sich aus ihrem Glauben ableiten. Wo ist ihr Problem? Jeder Mensch hat die Freiheit zu wählen – Sie auch.

    Zu den Beiträgen…was soll ich dazu sagen. Der Jesus-Camp ist sowas von abgegriffen, der wird in jedem Thread in so ziemlich jedem religionskritischen Forum zerfleddert…
    aber wenn Sie Nägel mit Köpfen haben wollen – ich lehne jede Vermischung von Glauben und Politik (siehe Dominionismus) für mich persönlich strikt ab und würde meine Kinder niemals in eine solche Veranstaltung schicken.
    Und zu der Predigt – sorry, wenn sie aus solchen Verirrungen sich ein Bild für Christen gezimmert haben, verstehe ich ihre Einwände dagegen.
    Aber um es mit einem Vergleich zu vedeutlichen – dieses beiträge sagen ungefähr genau so viel über Christentum aus, wie die Eltern von dem verhungerten Mädchen Jessika aus Hamburg ein Bild für liebende Eltern abgeben können.

  79. Katrin
    18. Februar 2010, 23:06 | #79

    Rincewind :Katrin:”Es tut mir ehrlich leid um Sie”
    Ja, den Satz kenne ich. Es ist die typisch bigott-heuchlerische Art, einem anderen zu sagen, dass man ihn für ein Arschloch hält. Aber halt in einem Ton, dass Gott es nicht merkt, gell? Kann man für die größe Abrechnung noch ein paar Punkte sammeln.
    Zu hart? Möglich, aber dann folgt gleich:
    “aber aus den eigenen Erfahrungen (wie schlimm sie auch sein mögen) auf alle Menschen zu schließen ist ein genau so großer Fehler, wie nichts daraus zu lernen.”
    Also die Unterstellung, ein lern- und erkenntnisunfähiger Mensch mit schlimmen Traumas zu sein.
    dass Sie keine Allmachtsphantasien haben, nehme ich ihnen ab, denn was man lebt und ist, davon braucht man nicht zu phantasieren.
    Meine Kinder bekommen auch Liebe, Geduld und Verständnis, nur im Gegensatz zu Ihnen ohne die Einschränkung, sie mit einem Glauben zu indoktrinieren. Weil sowas “Liebe, Geduld, und Verständnis” ad absurdum führt.
    In der Diktion bestimmter Christen hat “Liebe, Geduld und Verständnis” exakt nur eine Bedeutung: Denke und tue, was ich dir sage, sonst ist es schnell vorbei mit “Liebe, Geduld und Verständnis.”

    @Rincewind

    Ich kenne Sie nicht und kann deshalb nicht beurteilen, wie Ihr Charakter ist. Und genau so wenig, wie ich Sie kenne habe ich es nötig zu heucheln.

    Ich halte Ihre Art zu diskutieren für absolut niveaulos, die Art sofort auf die persönliche Schiene zu rutschen empfinde ich als geplanten Versuch die Unterhaltung zu destruktivieren. Ich glaube nicht wirklich, dass sie sich aufgrund Ihrer Kindheitserfahrungen nicht in der Lage fühlen entspannt und konstruktiv über das Thema „Homeschooling aus religiösen Gründen“ zu diskutieren. Und da für mich nur eine solche Art des Austausches in Frage kommt werde ich ihre Beiträge, wenn sie weiterhin auf ähnliche Art und Weise präsentiert werden, einfach ignorieren. Das verbietet mir mein Gott nicht und gebietet meine Selbstachtung.
    Auf sachliche Beiträge werde ich natürlich versuchen im Rahmen meiner Zeit und Möglichkeiten einzugehen.

    Ich hoffe nun alle Missverständnisse geklärt zu haben – wenn nicht, bin ich allerdings nicht bereit noch deutlicher zu werden.

    LG Katrin

  80. Katrin
    18. Februar 2010, 23:14 | #80

    @Snorri

    Ich kann Sie auf meine Antwort an Rincewind hinweisen – ich bin ausschließlich für eine sachliche Unterhaltung offen – für Niveaulosigkeiten wie diese:
    „Gefängnis einer familiären ideologischen Inzucht “
    „Errichtung eines Gottesstaates, diesmal, anders als im Iran, mit christlichen Vorzeichen
    „weil ihr naive Fellow-traveller sucht, die sich vor euren verlogenen Freiheitskarren spannen lassen“
    „betrachtet seine Kinder als ideologische Verfügungsmasse, als persönliches Eigentum“
    „egal ob faschistischer, kommunistischer, evangelikaler, scientologischer“

    habe ich weder Zeit noch Lust.
    Nutzen Sie die Zeit, um Ihre Phobien loszuwerden.
    LG Katrin

  81. Snorri
    19. Februar 2010, 12:11 | #81

    @ Katrin
    Noch ein letzter Versuch, weil ich vielleicht naiverweise der Meinung bin, man könne sachlich und in einem zivilisierten Stil, aber hart in der Sache Meinungen auch kontroverser Art austauschen und sich (freundlich) auch mal fetzen.
    Also noch einmal meine Thesen und ich versuche jede Polemik (die mir sonst durchaus Spaß macht) zu vermeiden:
    1. Homeschooler nennen ihre wahren Argumente nicht und rechtfertigen sich damit, dass sie ihren Kindern das „miserable“ öffentliche Schulsystem nicht zumuten könnten.
    2. In Wahrheit interessiert sie die Qualität dieses Schulsystems überhaupt nicht, weil sie einen anderen „Qualitäts“begriff haben.
    3. In Wahrheit ist ihnen jede Art des Unterrichts recht, die sich immer und überall auf fundamentale christliche Werte (die sie auf ihre eigene enge Art interpretieren) bezieht.
    4. Deshalb ist das einzige Qualitätsmerkmal eine wie oben definierte christliche Grundüberzeugung; fundamental-christlicher Unterrichtender, eventuell sogar Lehrer = guter Lehrer;
    unchristlicher, agnostischer, atheistische oder liberal-christlicher Lehrer = schlechter Lehrer.
    5. Methodisch-didaktische, pädagogische, fachwissenschaftliche Kompetenz ist irrelevant.
    6. Ziel der Erziehung ist ein fundamental-christlich orientiertes Kind; Wissen und Ausbildung ist im besten Fall sekundär, im Extremfall irrelevant.
    7. Das Elternrecht ist absolut und wird über die kindliche Phase hinaus bis zum frühen Erwachsenenalter (oder darüber hinaus??) ausgedehnt.
    8. Der im Grundgesetz verankerte Pluralismus des Denkens drückt einen totalitären Anspruch des Staates aus, weil er die einzig existierende und erlaubte Wahrheit verleugnet oder relativiert.
    9. Deshalb müssen wir die Verfassung ablehnen, müssen die Gesetze (Schulpflicht) nicht respektieren, weil es für uns nur EIN Gesetz gibt.
    10. Erst wenn der Staat die Erziehung nach unseren Vorstellungen gestaltet, würden wir ihm unsere Kinder anvertrauen.

    Zum Schluss noch eine Frage: Liebe ich mein Kind noch, wenn es meine fundamental-christliche Erziehung nicht annehmen sollte oder gehört es dann auch zu der bösen Außenwelt und ich muss als Eltern den Kontakt mit ihm abbrechen???

    All das sind Thesen, die aus den einschlägigen Veröffentlichungen der Homeschooler sauber argumentativ abzuleiten sind. Oder: Man weise mir Widersprüche nach!!

    In deiner Antwort finde ich keinen einzigen Einwand, kein einziges Relativieren, nicht einmal eine Gegenpolemik. Wenn jede abweichende Meinung nur noch mit dem Attribut „niveaulos“ abgetan wird, dann ist Niveaulosigkeit in der Tat meine demokratische Bürgerpflicht.

    Niemand macht dir deine private Wahrheit streitig, solange du anderen ihre Überzeugungen (pluralistisch-demokratisches Denken) nicht streitig machst. Du schreibst ja an Rincewind, dass du zwischen Glaube und Politik trenntest. Nach welcher Maxime???
    Glaube, uneingeschränktes Elternrecht = gut; pluralistisches Denken, öffentliches Schulsystem, Jugendamt etc. = schlecht???
    Deine Kinder sind gläubige Menschen (nehme ich mal an) UND Staatsbürger – und dazu gehört die soziale Interaktion mit anderen, auch mit Andersdenkenden. Den ersten Status will, kann und soll ihnen niemand nehmen. Den zweiten sollst DU aber IHNEN nicht nehmen DÜRFEN.
    Gruß
    Snorri

  82. 19. Februar 2010, 17:41 | #82

    itz: „Wer also nachweisen kann, dass er seine Kinder genauso gut ausbilden und erziehen kann wie der Staat (oder besser), der sollte diese Freiheit bekommen! Mehr Liberalität fordere ich gar nicht.“
    Das ist zumindest ein diskutabler Standpunkt. Ich sehe es anders:
    – Der Nachweis ist praktisch nicht erbringbar, denn wie können Eltern allein für eine pluralistische Erziehung sorgen? Vormittags Bibelkunde, nachmittags Kirchenchor, das wäre nicht plural, wurde aber in SternTV so dargestellt.
    – Der Staat müsste für den Nachweis offenbar aufkommen und entsprechend Personen vorhalten, die dies beurteilen können.
    – Der Staat müsste einen verbindlichen Regelkatalog aufstellen, nach dem die Nachweise der Eltern beurteilt werden.
    – Der Staat müsste sich auf Klagen von verhinderten Homeschoolern einrichten.
    – Der Staat müsste regelmäßige Besuche und Kontrollen vereinbaren, bei denen dann hoffentlich jemand zu Hause ist.

    Tatsächlich ist es doch so, dass dieses Stückchen Liberalität von einer Gemeinschaft finanziert und kontrolliert werden müsste, die nichts, aber auch gar nichts davon hat. Denn erfolgreiche Absolventen des Homeschoolings werden keinen Begriff von der Notwenidgkeit der staatlichen Gemeinschaft und ihrer Gemeinnützigkeit haben (das werden die Eltern niemals vermitteln), und erfolglose Absolventen werden den Staat verfluchen, warum er sie ihren Eltern ausgeliefert hat.

  83. 19. Februar 2010, 22:15 | #83

    Katrin: „Es tut mir ehrlich leid um Sie.“

    Katrin: „Ich kann Sie auf meine Antwort an Rincewind hinweisen – ich bin ausschließlich für eine sachliche Unterhaltung offen“

    So sind Religiöse dieser Art, hintenrum treten und dann jaulen, wenn man sie dabei erwischt.
    Alles alt bekannt.

  84. Katrin
    20. Februar 2010, 23:19 | #84

    Snorri :@ KatrinNoch ein letzter Versuch, weil ich vielleicht naiverweise der Meinung bin, man könne sachlich und in einem zivilisierten Stil, aber hart in der Sache Meinungen auch kontroverser Art austauschen und sich (freundlich) auch mal fetzen.Also noch einmal meine Thesen und ich versuche jede Polemik (die mir sonst durchaus Spaß macht) zu vermeiden:1. Homeschooler nennen ihre wahren Argumente nicht und rechtfertigen sich damit, dass sie ihren Kindern das “miserable” öffentliche Schulsystem nicht zumuten könnten.2. In Wahrheit interessiert sie die Qualität dieses Schulsystems überhaupt nicht, weil sie einen anderen “Qualitäts”begriff haben.3. In Wahrheit ist ihnen jede Art des Unterrichts recht, die sich immer und überall auf fundamentale christliche Werte (die sie auf ihre eigene enge Art interpretieren) bezieht.4. Deshalb ist das einzige Qualitätsmerkmal eine wie oben definierte christliche Grundüberzeugung; fundamental-christlicher Unterrichtender, eventuell sogar Lehrer = guter Lehrer;unchristlicher, agnostischer, atheistische oder liberal-christlicher Lehrer = schlechter Lehrer.5. Methodisch-didaktische, pädagogische, fachwissenschaftliche Kompetenz ist irrelevant.6. Ziel der Erziehung ist ein fundamental-christlich orientiertes Kind; Wissen und Ausbildung ist im besten Fall sekundär, im Extremfall irrelevant.7. Das Elternrecht ist absolut und wird über die kindliche Phase hinaus bis zum frühen Erwachsenenalter (oder darüber hinaus??) ausgedehnt.8. Der im Grundgesetz verankerte Pluralismus des Denkens drückt einen totalitären Anspruch des Staates aus, weil er die einzig existierende und erlaubte Wahrheit verleugnet oder relativiert.9. Deshalb müssen wir die Verfassung ablehnen, müssen die Gesetze (Schulpflicht) nicht respektieren, weil es für uns nur EIN Gesetz gibt.10. Erst wenn der Staat die Erziehung nach unseren Vorstellungen gestaltet, würden wir ihm unsere Kinder anvertrauen.
    Zum Schluss noch eine Frage: Liebe ich mein Kind noch, wenn es meine fundamental-christliche Erziehung nicht annehmen sollte oder gehört es dann auch zu der bösen Außenwelt und ich muss als Eltern den Kontakt mit ihm abbrechen???
    All das sind Thesen, die aus den einschlägigen Veröffentlichungen der Homeschooler sauber argumentativ abzuleiten sind. Oder: Man weise mir Widersprüche nach!!
    In deiner Antwort finde ich keinen einzigen Einwand, kein einziges Relativieren, nicht einmal eine Gegenpolemik. Wenn jede abweichende Meinung nur noch mit dem Attribut “niveaulos” abgetan wird, dann ist Niveaulosigkeit in der Tat meine demokratische Bürgerpflicht.
    Niemand macht dir deine private Wahrheit streitig, solange du anderen ihre Überzeugungen (pluralistisch-demokratisches Denken) nicht streitig machst. Du schreibst ja an Rincewind, dass du zwischen Glaube und Politik trenntest. Nach welcher Maxime???Glaube, uneingeschränktes Elternrecht = gut; pluralistisches Denken, öffentliches Schulsystem, Jugendamt etc. = schlecht???Deine Kinder sind gläubige Menschen (nehme ich mal an) UND Staatsbürger – und dazu gehört die soziale Interaktion mit anderen, auch mit Andersdenkenden. Den ersten Status will, kann und soll ihnen niemand nehmen. Den zweiten sollst DU aber IHNEN nicht nehmen DÜRFEN.GrußSnorri

    @Snorri

    Es ist durchaus vorstellbar, dass beides seinen Platz hat – die Unzufriedenheit mit dem schulsystem und religiöse Gründe. Bei uns persönlich trifft genau diese Mischung zu – und bei vielen und bekannten Familien, bei denen zum Teil die älteren Kinder noch in staatlichen Schulen gelernt hatten, die aber ihre jüngere Kinder lieber zu Hause unterrichten.
    Es stimmt nicht, dass Lehrer oder Schule fundamental-chriuístlich zu haben müssen. Das waren sie früher auch nicht – trotzdem brachten die Leute, auch die Fundamental-Christen ihre Kinder brav dahin. Es geht um den Wertewandel an sich.
    Vor 15-20 Jahren wurden Kinder in der Schule ja auch aufgeklärt – aber die Art und Weise war eine andere. Es gab auch damals Lehrer, die atheistisch oder liberal-christlich eingestellt waren – aber man kam miteinander aus. Werte wie Ordnung, Gewissenhaftigkeit, Höflichkeit und Ehrerbietung Älteren gegenüber waren allen wichtig – und gehörten zum Erziehungskanon. Die Achtung vor den Eltern, vor der Mutterschaft an sich, vor dem Wert der Familie – sie war ein erklärtes Erziehungsziel.
    Heute geht die Gesellschaft den Bach runter und unsere Kinder, die zu Hause weder vor der Glotze aufgewachsen sind, noch wissen, wie es ist, wenn einem das Essensgeld im Schulhof weggenommen wird, müssen mit dabei sein? Nein, uns reicht es – und das ist nun wirklich keine Polemik.
    Hier im Forum wird wutentbrannt psychischer Kindesmissbrauch gebrandmarkt, und dabei übersieht man geflissentlich, dass es den Leuten, die den Weg aus den Schulen in die Halblegalität oder in Asylgesuche in den Usa gewählt haben nicht um irgendwelche besonderen kruden religiösen Vorstellungen geht, sondern um in allen Zeiten obligatorische Rechte – die eigenen Kinder in Ruhe und Frieden zu erziehen, ihnen die Chance zu geben, einfach nur zu leben – ohne Gewalt, ohne Mobbing, ohne inneren Zerriss.

    Zur pädagogischen und didaktischen Qualifikation: ich selbst komme aus einer Lehrerfamilie und weiß aus Erfahrung und aus den Äußerungen meiner Mutter, meiner Großmutter und meiner Schwester (alles Lehrerinnen) dass es nicht auf das Lehramtsstudium ankommt. Es kommt daraiúf an, den Stoff selber verstanden zu haben und darauf, den Zugang zum Kind zu haben. In den allermeisten Fällen hat man das als Mutter oder Vater.
    Eineseits gibt es haufenweise Belege dafür, das Kinder, die zu Hause gelernt haben, sehr gute bis mindestens durchschnittliche Lernergebnisse vorweisen. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Berufsfremde, die in Schulen und Berufsschulen unterrichten – Förster, Ingenieure u.s.w Berufsfremde werden sogar in Zeitungen dazu aufgerufen, sich zu bewerben. Wo ist denn der Unterschied zwischen meinem mann, der als Bauingenieur seinen Sohn zu Hause unterrichtet oder dreißig zwölfjährige in einer Schule?
    Oder warum kann ich als Legasthenietrainerin Kinder nach der Schule unterrichten und ihnen etwas beibringen, was sie in der Schule nicht bekommen ahben – aber meinen eigenen Kinder darf ich weder Lesen noch Schreiben beibringen?

    Zum Elternrecht:
    Wenn mein Kind eine staatliche Schule besucht, habe ich das theoretische Recht, seine Laufbahn zu bestimmen – wenn es eine Gymnasialempfehlung bekommt, habe ich das Recht, mein Kind auf die Hauptschule zu schicken. Das Recht gilt bis zur Volljährigkeit, nicht länger, als es im Falle einer Hausbeschulung gelten würde.
    Zur Vefassung – mir ist nicht bekannt, dass Homeschooler die Verfassung (ist übrigens ein Grundgesetz) ablehnen würden. Verfasusngsrechtlich ist übrigens nicht festgelegt, dass es eine Schulbesuchspflicht gibt. Da steht nur etwas vom staatlichen Wächteramt über die Erziehung und Bildung – und gegen dieses spricht sich keiner aus.

    Zu der Frage, ob ein Kind geliebt wird, wenn es seinen Eltern bzw deren Überzeugungen nicht folgt. Natürlich wird es geliebt und bleibt auch Kind. Unsere ältesten Kinder sind mit uns absolut nicht in allen Dingen einer Meinung – auch in Glaubensfragen. Na und? KInder sind sie und bleiben sie. Ich weiß ehrlich gesagt, nicht woher Sie diese Vorstellung nehmen, dass man ein Kind, dass sich anders entwickelt, als seine Elter es sich wünschen (tun das nicht alle Kinder 😀 ) einfach vergisst oder den Kontakt abbricht. Mir sind solche Beispiele nicht bekannt – eher so, dass Kinder nichts mehr mit ihren Eltern zu tun haben wollen.

    Ich lasse jedem Menschen seinen Glauben, bzw Unglauben. Was aber die eigenen Kinder angeht, bzw deren erziehung, so gibt es das Alter der Religionsmündigkeit – vor dem Erreichen dieses Alters verbitte ich mir jede Einmischung in die Erziehung, besonders wenn sie darauf abzielt, diese Erziehung zu unterminieren.

    Kinder, die zu Hause unterrichtet werden haben Interaktionen mit Anderdenkenden – es geht allerdings um das Alter, ab dem sie diesen Interaktionen ungefiltert ausgesetzt werden sollen. Für mich ist das Grundschulalter eindeutig zu früh, dafür ist die Grundschule einfach nicht mehr das, was sie mal war.
    Wir sind ausgewandert, weil wir uns den Stress nicht mehr länger antun wollten. Und siehe da – weder sind wir hier in einem Anarcho-Staat gelandet, noch ist hier die Demokratie unbekannt. Gut, dass die Frankophonen Europas nicht allzu gerne etwas von Deutschland annehmen :-P…..sonst könnte es uns hier auch zu eng werden, wenn sich herumsprechen sollte, dass Homeschooling ein demokratiegefährdendes und missbrauchendes Bildungsmodell ist.
    Eine einfach Frage – warum funktioniert es überall? Warum fällt dadurch die freiheitliche Ordnung nicht zusammen? Warum gibt es hier gesetzliche Externistenprüfungen, besondere Mitarbeiter, die uns zu Hause besuchen und freundich und unterstützend zur Seite stehen? Warum bekommen wir Achtug dafür, was wir tun, nach dem wir in Deutschland vor Gericht gehen mussten? Stimmt etwas in Deutschland nicht, oder eher im Rest der Welt?
    LG Katrin

  85. Katrin
    20. Februar 2010, 23:27 | #85

    Rincewind :Katrin: “Es tut mir ehrlich leid um Sie.”
    Katrin: “Ich kann Sie auf meine Antwort an Rincewind hinweisen – ich bin ausschließlich für eine sachliche Unterhaltung offen”
    So sind Religiöse dieser Art, hintenrum treten und dann jaulen, wenn man sie dabei erwischt.Alles alt bekannt.

    Nun, ich glaube nicht, dass ich Sie hinten herum getreten habe – ich habe sehr wohl klar und deutlich meine Meinung über Ihren Diskussionsstil geäußert – und zwar persönlich Ihnen gegenüber. 🙂
    Ich hoffe immer noch, dass wir uns ohne Schaum vor dem Mund unterhalten können – geben Sie sich einen Ruck 😛
    Einen schönen Sonntag
    Katrin

  86. Sebastian
    21. Februar 2010, 01:21 | #86

    Also ich kann schon verstehen, dass Eltern ihre Kinder nicht unbedingt in staatliche Schulen geben wollen…Drogen, MulitiKulit-Terror, Markenklamottenwahn, Gewalt, Mobbing, Amokläufe, Egoismus, unfähige Lehrer, Gender-Mainstream-Quatsch, Einimpfung eines Schuldkomplex durch einseitigen Geschichtsunterricht…

    Laut lachen musste ich vor allem, als hier jemand behauptete, in der Schule würden Kinder zu selbstdenkenden und kritischen Menschen erzogen…genau das Gegenteil ist der Fall. Man lernt in der Schule gerade soviel um als Arbeitssklave dienen zu können, kritisches Denken…Fehlanzeige.

    Ich würde meine Kinder niemals in so einen Verein geben, vorher würde ich Asyl in den USA beantragen, was ja jetzt möglich ist…gut so.

    Ich pflichte den Dudeks bei, ich würde es nicht anders machen, auch wenn aus anderen Gründen…meine Kinder lass ich von diesem Staat nicht versauen.

  87. Katrin
  88. Kristin
    23. Februar 2010, 11:16 | #88

    @Sebastian

    Sebastian … also, ganz ehrlich … Markenwahn? Multikulti-TERROR? Mobbing? Unfähige Lehrer? Dein Bild einer Ausbildungstätte ist schon arg vorbelastet, möchte ich meinen. Ich kann Dir sagen, daß dieses Bild nicht der Realität entspricht. Gender-Mainstreaming prangerst Du auch an? Ich finde, Du hast noch vergessen zu erwähnen, daß dort auch Sexualkunde stattfindet. Einimpfung eines Schuldkomplexes infolge von Einseitigem Geschichtsunterricht? Ey, was bistn Du für einer? Ich glaube, für Deine Kinder ist es das beste, auf eine staatliche Schule zu gehen und nicht von Dir den Bildungsunterricht zu erlagen.
    ——
    Ich finde ja den Religionsunterricht an staatlichen Schulen total deplaziert.

    An der Schule meiner Kinder, interessieren Marken nicht die Bohne. Religionsunterricht gibt es auch nur außerhalb der Unterrichtszeit. Und dazu ist die noch voll-multikulti. Was mich stört ist jedoch, daß sie keine Impfpflicht für alle Kinder haben.

  89. Katrin
    23. Februar 2010, 13:27 | #89

    @Kristin

    Nach ca 30 Jahren Schulerfahrung mit 5 Kindern an sieben Schulen gebe ich Sebastian uneingeschränkt Recht – sein Bild ist weder überzeichnet noch falsch, auch was den Geschichtsunterricht angeht – wenn Kinder mit 17 nur etwas vom dritten Reich gelernt haben, aber weder mit dem Begriff Reformation etwas anfangen können noch wissen, welche positiven Auswirkungen die deutsche Kultur und Bildung (früher 🙁 ) auf die Welt hatten, dann ist etwas schief gelaufen. Um das zu verstehen muss man kein Revisionist sein, beileibe nicht.
    Was die Impfpflicht angeht, so behaupte ich als Tochter eines Arztes und Krankenschwester, die ihre Kinder (fast) nicht impft, dass Ihre „staatlliche Programmierung“ gelungen ist – wie in der Frage der Gesundheitspflege so auch in der der freiheitlichen Gesinnung. Impfungen sind sehr wohl differenziert zu betrachten und zum Teil als Körperverletzung einzustufen – aber das lernt man an der Schule eben nicht. Auch Zwang auszuüben um jemanden zu seinem „Glück“ zu zwingen ist zutiefst demokratisch 😀
    Wie dem auch sei, in der Frage des Religionsunterrichtes sind wir mit Ihnen einer Meinung – der hat an eines staatllichen Schule nichts zu suchen
    Lieben Gruß
    Katrin

  90. Kristin
    23. Februar 2010, 13:59 | #90

    Möglicherweise haben dann die Kinder zum Zeitpunkt der Reformation gefehlt, denn diese ist mit Sicherheit Gegenstand des Lehrplans. Und … oh, früher war alles besser, ist stets eine kontemporäre Sichtweise, welcher immer und immer wieder reiteriert wird.

    Und hören Sie mir auf mit staatlicher Programmierung. Das hat nichts mit dem Staat, sondern mit Sachverstand zu tun – und den haben Sie mit Sicherheit nicht einfach so von ihren Eltern mit den Genen mitbekommen.

    Ansonsten, viel Spaß in der Gesinnungsumgebung eines Sebastians. Da wird aus ihren Kindern sicher was Reines und Deutschtümelndes. Der Rest von uns ist dann noch da, um geradezubiegen, was die Erziehungsberechtigten verbockt haben.

  91. Katrin
    23. Februar 2010, 21:27 | #91

    @Kristin
    Nein, die Kinder haben nicht gefehlt – man kann Themen eben auf unterschiedlich gewissenhafte Art behandeln, ihnen weniger Zeit widmen, als anderen u.s.w. Und da habe ich eben auch wie Sebastian die Erfahrungen gemacht, dass Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt werden – und nicht immer ihrer Bedeutung entsprechend. Nicht das ich meinte, man sollte die Zeit zwischen 1918 und 1945 nich schwerpunktmäßig behandeln – aber so wie es in der Praxis aussieht werden die Kinder und Jugendliche doch eher abgestumpft, als wachgerüttelt. Das ist so, als wenn man Gehörbildung in einem Rock-Konzert fördern würde.
    Mag sein, dass es nur unsere Einzelerfahrungen waren – aber diese Erfahrungen wegzureden hilft auch nicht weiter.

    Zur Programmierung und Sachverstand. Natürlich habe ich meinen Sachverstand (der mich eher dazu führte, meine Kinder sehr sparsam zu impfen) nicht geerbt, sondern durch Bildung erworben. Aber es war weder schulische Bildung noch kamen die (zusätzlichen) Informationen aus den Mainstream-Medien.
    Es mag ja sein, dass es reine Not war, die uns als Familie dazu getrieben hatte andere Wege zu suchen, denn unsere Kinder sind allesamt Allergiker – bis auf diejenigen, die nicht geimpft sind. Und wer sich über ein Kind Sorgen machen muss, dass an Asthma leidet und nach neuen Wegen suchen muss, damit die Therapie nicht nur aus Cortison und Karenz besteht, der kommt auch schon mal auf andere Gedanken….
    Gesinnunsumgebung eines Sebastians…ich kenne den Herrn nicht, sie vielleicht? Und etwas Arisch-reines kann aus unseren Kindern nicht werden – zuviel Migrationshintergrund 😀
    Aber wir beobachten die deutsche Gesellschaft lange genug um zu sehen, dass die Probleme mittlerweile woanders zu finden sind. Dadurch, dass Kinder einen ausgewogenen Geschichtsunterricht bekommen, werden sie sicherlich nicht zu kleinen Nazis – aber vielleicht bleiben sie keine Geschichtsanalphabeten…einen Versuch wäre es wert.
    Der Rest von „Euch“ wird sicherlich nichts geradebiegen können – was krumm aufwächst bleibt krumm…deshalb werden unsere Kinder eben zu Hause erzogen und gebildet. Zu groß ist mittlerweile die Gefahr, durch staatliche Experimentierfreudigkeit krummgebogen zu werden.
    Einen schönen Abend.
    Katrin

  92. Andreas
    15. April 2010, 00:40 | #92

    Der Bericht strotzt nur so voll von Polemik, kein Wort davon das der Sohn seinen Realschulabschluss mit 1,1 gemacht hat.

    1:0 für Homeschooling. Sicher, nicht jede Eltern können oder wollen diese aber die, die dazu in der Lage sind soll man gewähren lassen, es reicht wenn die Kinder zu den Prüfungen in die Schule gehen.

    Wenn der zweitälteste Sohn seinen Abschluss auch mit einem Notendurchschnitt unter 2 schafft, dann ist das ein Armustzeugniss für staatliche Schulen.

    Gender Mainstreaming, Geschichtsfälschung, Multi Kulti (nix gegen Migranten), Gewalt, Drogen, pädophile und unfähige Lehrer, Porno und asoziales Verhalten..NEIN DANKE.

  93. Andreas
    15. April 2010, 00:43 | #93

    Oh Verzeihung, es wurde doch erwähnt, also das der Junge einen guten Notendurchschnitt hatte.

  94. Andreas
    15. April 2010, 00:53 | #94

    Kristin :
    @Sebastian
    Sebastian … also, ganz ehrlich … Markenwahn? Multikulti-TERROR? Mobbing? Unfähige Lehrer? Dein Bild einer Ausbildungstätte ist schon arg vorbelastet, möchte ich meinen. Ich kann Dir sagen, daß dieses Bild nicht der Realität entspricht. Gender-Mainstreaming prangerst Du auch an? Ich finde, Du hast noch vergessen zu erwähnen, daß dort auch Sexualkunde stattfindet. Einimpfung eines Schuldkomplexes infolge von Einseitigem Geschichtsunterricht? Ey, was bistn Du für einer? Ich glaube, für Deine Kinder ist es das beste, auf eine staatliche Schule zu gehen und nicht von Dir den Bildungsunterricht zu erlagen.
    ——
    Ich finde ja den Religionsunterricht an staatlichen Schulen total deplaziert.
    An der Schule meiner Kinder, interessieren Marken nicht die Bohne. Religionsunterricht gibt es auch nur außerhalb der Unterrichtszeit. Und dazu ist die noch voll-multikulti. Was mich stört ist jedoch, daß sie keine Impfpflicht für alle Kinder haben.

    Mit einseitigem Geschichtsunterricht mein ich z.B.

    In meinem Geschichtsbuch stande z.B., das die Lusitania, die damals im ersten Weltkrieg versenkt wurde, ein harmloser Passagierdampfer war der von den bösen bösen Deutschen (Hunnen) versenkt wurde. tatsache ist jedoch (und das ist seit 1915 bekannt), dass die Lusitania ein bewaffneter Hilfskreuzer war, der zudem noch mit Munition beladen war und die Passagiere (viele Frauen und Kinder) von den Engländern als menschliche Schutzschilde mißbraucht wurden.

    Ein anderes Beispiel: Es wird so getan, als das Hitler eine „deutsche Erfindung war“. KEIN WORT davon, dass die NSDAP, die Wehrmacht und Hitler erst durch die Wall-street finanziert und aufgerüstet wurde. Die folgen des versailer Dikats kommen auch nicht voll zr Geltung.

    Außerdem wird so getan als das Deutschland das arme unschuldige Polen so mir nichts dir nichts einfach so „überfallen“ hat. Kein wort davon das die Polen schon nach dem ersten Weltkrieg Deutsche in KZ gesteckt haben, (Volks)-Deutsche grausam ermordet und Deutsche vertrieben haben, und das ging bis 1939, bis Hitler eingegriffen hat. Es war kein Überfall, sondern ein Kampf gegen Terroristen bzw. eine Friedensmission, so würde man das heutzutage jedenfalls nennen.

    Ich bin kein Nazi, aber gewisse Dinge „fehlen“ einfach im Geschichtsbuch.

    MFG Sebastian aka Andreas

  95. Andreas
    15. April 2010, 01:00 | #95

    PS:

    Nochwas ich bin kein „reinrassiger“ Deutscher, sondern Halbgrieche, und Deutschland hat auch in Griechenland gewütet, ich versuche nicht die VErbrechen der Deutschan damals zu rechtfertigen, aber Russen, Polen, Engländer und Amerikaner waren auch keine Engel, siehe Dresden, Vertreibung und Hiroshima oder die in der Geschichte einmalige Massenvergewaltigung von 3 Millionen Frauen und Mädchen. Diese Verbrechen sind nicht etwas aus Rache passiert, denn es wird manchmal wohlwissend verschwiegen, dass nicht nur Deutsche Frauen, sondern auch polnische, tschechische, ungarische und sogar jüdische Frauen geschändet wurden.

    Gearde in Deutschland sollte man ausgewogen im Geschichtsuntericht sein, sonst wird man unglaubwürdig. Wie kann man sich als Volk nur so selbst niedermachen, dass will mir nicht in den Kopf?

    Die Deutschen haben alle Gründe stolz auf sich zu sein, denn heute lebt eine andere Generation die friedlich (naja fast) in der Mitte in Europa lebt.

  96. Rheinlaender
    15. April 2010, 02:07 | #96

    Mit einseitigem Geschichtsunterricht mein ich z.B.
    In meinem Geschichtsbuch stande z.B., das die Lusitania, die damals im ersten Weltkrieg versenkt wurde, ein harmloser Passagierdampfer war der von den bösen bösen Deutschen (Hunnen) versenkt wurde. tatsache ist jedoch (und das ist seit 1915 bekannt), dass die Lusitania ein bewaffneter Hilfskreuzer war, der zudem noch mit Munition beladen war und die Passagiere (viele Frauen und Kinder) von den Engländern als menschliche Schutzschilde mißbraucht wurden.

    Nun zunaechst: „England“ verschwand als Staat im Jahre 1707 (Ann 6, c.11). Wer also von „den Englaendern“ spricht, hat offensichtlich runde 300 Jahre Geschichte verpennt – sollte also das Maul halten.

    Ein anderes Beispiel: Es wird so getan, als das Hitler eine “deutsche Erfindung war”. KEIN WORT davon, dass die NSDAP, die Wehrmacht und Hitler erst durch die Wall-street finanziert und aufgerüstet wurde.

    Diesen Stuss zum zigten Male gelesen macht nicht ihn auch nicht wahr.

    Außerdem wird so getan als das Deutschland das arme unschuldige Polen so mir nichts dir nichts einfach so “überfallen” hat. Kein wort davon das die Polen schon nach dem ersten Weltkrieg Deutsche in KZ gesteckt haben, (Volks)-Deutsche grausam ermordet und Deutsche vertrieben haben, und das ging bis 1939, bis Hitler eingegriffen hat. Es war kein Überfall, sondern ein Kampf gegen Terroristen bzw. eine Friedensmission, so würde man das heutzutage jedenfalls nennen.

    Deutschland hatte einen Grenzvertrag und eine Schiedsordnung mit Polen 1925 vereinbart: Wenn Hitler gemeint haette, dass Polen diese verletzt haette, dann haette er sich an den Gerichthof in Den Haag wenden koennen. Er zog es vor Panzer zu schicken.

    Was bedeutet der Begriff „Volks-Deutsche“: Die Vetraege von Locarno gaben hier ein klares Reglement – Hitler missachtete es bewusst und massive. Wenn den anderen europaeischen Maechten etwas vorzuwerfen ist, dann dass sie diese zu lange billigten.

    Pacta sunt servanda.

    Ich bin kein Nazi, aber gewisse Dinge “fehlen” einfach im Geschichtsbuch.

    In Deinem offenscihtlich auch!!!!

  97. Rheinlaender
    15. April 2010, 02:19 | #97

    Gender Mainstreaming, Geschichtsfälschung, Multi Kulti (nix gegen Migranten), Gewalt, Drogen, pädophile und unfähige Lehrer, Porno und asoziales Verhalten..NEIN DANKE.

    Welcher Lehrer in einer oeffentlichen Schule wurde der Paedophilie in letzter Zeit beschuldigt? Drogen: Nun – die meisten Schueler lernen Alkohol im Familienkreis kennen – siehe auch Gewalt.

    Wenn man die Statisken genau sich anschaut, dann pasiieren die meisten Uebergriffe auf Kinder innerhalb der Familie. Wenn man also hier Ihrer Argumentation folgen wuerde, waere es wohl das Beste, Kinder den Eltern vollstaendig zu entziehen.

    Nicht ganz was wollen – Oder?

  98. Rebecca
    21. Dezember 2010, 14:07 | #98

    Das ist mir auch völlig neu, dass Kinder auf deutschen Schulen zu eigenständigem Denken erzogen werden. Sie werden eher dazu erzogen, mit der verblödeten Meute mitzujaulen, möglichst früh mit möglichst vielen möglichst unverbindlichen Sex zu haben (Zerstörung der langfristigen Bindungsfähigkeit, Vormarsch von Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien) und ansonsten den Konsum durch Klingeltonabos anzutreiben. Und peinliche oder gar pornographische Videos von ihren Mitschülern auf Youtube zu stellen. So eine tolle Sozialisation entgeht also den Homeschoolern.

    Die Schule ist nichts weiter als das Indoktrinationsinstrument eines jeglichen totalitären Staates, sei es ein nationalsozialistischer oder kommunistischer bzw. von Freimaurern geleiteter Staat. Unser Staat macht es so wie das alte Rom: Brot und Spiele für die tumben Massen. Im Gleischschritt Marsch. Wehe 3 bibeltreue Elternpaare wollen ihren Kindern Werte wie sexuelle Reinheit, Gottesfurcht etc. beibringen, da könnte man ja Nachfolger Jesu Christi mit produzieren, denen es egal ist, was die Mehrheit sagt und die für ihre Werte möglicherweise sogar in den Tod gehen. Nee, lieber noch nen Klingelton runterladen und ein Kondom über ne Banane ziehen.

    @Kristin: Impfpflicht für alle? Das ist ja wohl das Allerletzte! Wo es nicht mal Langzeitstudien über die möglichen negativen Auswirkungen von Impfungen gibt. Und was in einer solchen Impfung alles an Schadstoffen drin ist, z. B. Quecksilber! (http://www.impfkritik.de/)

  99. Rebecca
    21. Dezember 2010, 14:15 | #99

    Für alle Befürworter von Zwangsimpfungen und Schulpflicht: Wenn man euer Argumentation folgt, vielleicht sollte man einfach allen Menschen RFID Chips (http://www.youtube.com/watch?v=NDTlHq36kVM) einpflanzen und die Weltbevölkerung drastisch reduzieren. Dann haben die Mächtigen es in Zukunft einfacher mit der totalen Überwachung ihrer Arbeitssklaven.

  100. Rebecca
  101. Johannes9126
    21. Dezember 2010, 15:12 | #101

    Hey, Rebecca: Gegen das was Du hast gibt es heute schon Tabletten. Die helfen ganz dolle gut, die Stimmen die in Deinem Kopf zu Dir sprechen sind danach weg…

  102. Skepsis
    21. Dezember 2010, 16:11 | #102

    Oh jemine, da ist aber eine(r) engagiert. Da kommt soviel zusammen, ich befürchte, entweder helfen da keine Tabletten (@Johannes9126: Du immer mit deinen einfachen Lösungen ;-)). Oder ein sehr billiger Trollversuch. Beides rechtfertigt keine große Antwort, verkneifen kann ich es mir aber trotzdem nicht (ist wohl vorweihnachtliche Nachsicht):

    Rebecca :
    …Sie werden eher dazu erzogen, mit der verblödeten Meute mitzujaulen, möglichst früh mit möglichst vielen möglichst unverbindlichen Sex zu haben (Zerstörung der langfristigen Bindungsfähigkeit, Vormarsch von Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien) und ansonsten den Konsum durch Klingeltonabos anzutreiben.

    Oh ja: Das ist das Ziel der Schule: Alle zu willigen Sexobjekten zu machen. Dazu eine kleine Anekdote: Als ich in der Mittelstufe Sexualkund hatte sagte der Biologielehrer: „Das beste Verhütungsmittel ist eine Erbse. Die Frau muss sie nur zwischen den Knien halten.“ Ich frage mich heute noch, was uns nach diesem Satz davon abgehalten hat, uns gegenseitig die Kleider vom Leib zu reißen und übereinander herzufallen.

    Ach ja, deine Chlamydien: Mach dir doch mal den Spaß und schau an, wer alles an Syphilis gestorben ist in der guten, alten, schulpflichtfreien Zeit…

    …Die Schule ist nichts weiter als das Indoktrinationsinstrument eines jeglichen totalitären Staates, sei es ein nationalsozialistischer oder kommunistischer bzw. von Freimaurern geleiteter Staat.

    Hm, warum wurde dann die Schulpflicht vor Existenz der Roten und der Braunen eingeführt? Ach ja, das waren die Freimaurer. Wo sind denn die Freimaurer heute in Europa? Oder sind das noch alles Rote und Braune?

    Unser Staat macht es so wie das alte Rom: Brot und Spiele für die tumben Massen. Im Gleischschritt Marsch.

    Das mit dem ‚Gleichschritt marsch‘ funktioniert ja wunderbar. Insbesondere, wenn man sich das Verhalten der verdummten Massen in DE, UK und ES auf den Afghanistan-/Irakkrieg anschaut. Ach ja: Was stand nochmal vor gar nicht allzu langer Zeit mal auf den Koppelschlössern? Und wer hat die herausmarschierenden Truppen gesegnet?

    Wehe 3 bibeltreue Elternpaare wollen ihren Kindern Werte wie sexuelle Reinheit, Gottesfurcht etc. beibringen, da könnte man ja Nachfolger Jesu Christi mit produzieren, denen es egal ist, was die Mehrheit sagt und die für ihre Werte möglicherweise sogar in den Tod gehen. Nee, lieber noch nen Klingelton runterladen und ein Kondom über ne Banane ziehen.

    Deine Rechtschreibung lässt zu wünschen übrig: Das schreibt sich GottesFURCHT. Und darin sind die sehr gut.

    @Kristin: Impfpflicht für alle? Das ist ja wohl das Allerletzte! Wo es nicht mal Langzeitstudien über die möglichen negativen Auswirkungen von Impfungen gibt. Und was in einer solchen Impfung alles an Schadstoffen drin ist, z. B. Quecksilber!..

    Boah, hier kommt geballte Fachkenntnis zum Vorschein! Polio und Pocken verschwanden, weil Gott der Herr es so wollte, nicht wahr? Genauso wie er es vorher in seiner unermesslichen Güte und weisen Ratschlüssen über Jahrtausende wollte, dass die Menschen damit gezüchtigt werden?
    Auf das lächerliche Quecksilber-Argument einzugehen lohnt nicht. Weder willst noch kannst Du es verstehen. Falls doch: Schau mal bei den Antiveganern, da wurde kürzlich diese Diskussion (unter meiner Beteiligung) bis zum Erbrechen durchexerziert….

    Rebecca :
    Für alle Befürworter von Zwangsimpfungen und Schulpflicht: Wenn man euer Argumentation folgt, vielleicht sollte man einfach allen Menschen RFID Chips …einpflanzen und die Weltbevölkerung drastisch reduzieren. Dann haben die Mächtigen es in Zukunft einfacher mit der totalen Überwachung ihrer Arbeitssklaven.

    Eh, sorry, dieser Sprung ist mir zu weit: Von Impfen zu RFID-Überwachung….Klar, das war die ursprüngliche Idee hinter der Impfung, vor 150 Jahren….Leider war Charles Babbage eine lausige Niete, wenn es um Miniaturisierung ging, sonst wären schon unsere Urgroßeltern getagged gewesen. Übrigens, die Logik, warum die ‚Mächtigen‘ ihr Herr der Arbeitssklaven verringern wollen musst du mir mal erklären…Ach ne, besser doch nicht

  103. retiree
    21. Dezember 2010, 18:12 | #103

    @Rebecca
    Darf frau wirklich so blöd sein wie du? Ja frau darf!
    Frau darf das auch publizieren!
    Offensichtlich bist du mit einem absolut verwirrten Bazillus infiziert worden, ziemlich sicher unheilbar.
    Beruf dich auf Jesus, der ja so gütig ist! Die Bibel beweist seine Grausamkeit!
    Das hat alles mit Impung nichts, aber schon gar nichts zutun! Gegen Irre sein und Verefolgungswahn gibt es keine Impfung!

  104. Kurt
    21. Dezember 2010, 20:01 | #104

    @Rebecca

    wenn man deine Kommentare liest, weiß man wie wichtig die Schulpflicht ist. Kinder gehören staatlich mit Sicherheit vor Müttern wie dir geschützt

  105. Bernstein
    24. Januar 2011, 04:23 | #105

    Kurt :
    @Rebecca
    wenn man deine Kommentare liest, weiß man wie wichtig die Schulpflicht ist. Kinder gehören staatlich mit Sicherheit vor Müttern wie dir geschützt

    Thats it. Schon ziemlich bedrohlich, wie sich die Diskussion (und die Diskutanten!) entwickelt hat/haben.

  106. Rebecca
    25. Januar 2011, 19:35 | #106

    Ich halte diese Website für eine Desinformationsseite.

    @Kurt: Als wenn der Staat ein besserer Erzieher wäre als die leiblichen Eltern. Praktisch jedes Kind das im Heim aufgewachsen ist, wurde sexuell missbraucht, grundlos verprügelt etc. Euch gehört echt das Hirn durchgepustet. Aber eigentlich ist das alles auch keine wirkliche Überraschung. Wenn ich mir euer Logo, die Eule so anschaue. Die Freimaurer sind anscheinend quicklebendig. Verfluchte Kinderschänder & Satanisten!

  107. 25. Januar 2011, 20:28 | #107

    Rebecca :

    Ich halte diese Website für eine Desinformationsseite.

    Ich nicht.

    P.S.: Definieren Sie Information.

  108. shitforall
    25. Januar 2011, 20:33 | #108

    @Rebecca
    Ja, Rebecca, ein Rückgrat hast du, wie das Kreuz auf Golgotha!

    Von wegen Desinformation:
    Die Religionen beherrschen das Metier seit schon immer!

    Noch was, ich war in einem katholischen Heim, zur faglichen Zeit und wurde NICHT sexuell missbraucht, grundlos verprügelt etc!

    Genau der Ausdruck:“..grundlos verprügelt“, zeigt wessen Geisteskind du bist!

  109. Kurt
    26. Januar 2011, 00:34 | #109

    Ach, Rebecca, gerade habe ich dies gelesen:

    http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2011/01/25/homeschooling-hintergrunde-beispiel-i-new-age-und-familie-neubronner/

    Und da will noch jemand behaupten, dass es bei dem gesamten Thema um die Kinder geht???

  110. Shade
    26. Januar 2011, 02:17 | #110

    @Rebecca: Also soweit ich informiert bin finden die weit aus meisten Missbrauchsfälle noch immer im familiären Umfeld statt…

  1. 11. Februar 2010, 13:17 | #1
  2. 13. Februar 2010, 00:42 | #2

Spamschutz: Setzen Sie einen Haken im vierten Kästchen

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