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Herzlichen Glückwunsch, Mr. Singh!

Simon Singh gewinnt das Revisionsverfahren einer Verleumdungsklage der britischen Chiropraktikervereinigung

Dies war gestern den englischen Medien zu entnehmen. Und nein, es ist zum Glück kein April-Scherz.

Was war geschehen? Singh ist Wissenschaftler und setzt sich kritisch unter anderem mit alternativen Heilverfahren auseinander. Zusammen mit Edzard Ernst schrieb er z.B. das sehr lesenswerte Buch „Gesund ohne Pillen – was kann die Alternativmedizin„. Vor zwei Jahren wurde im Guardian ein Artikel von ihm veröffentlicht, in dem er sich kritisch zur Chiropraktik äußerte. Daraufhin wurde er von der britischen Vereinigung der Chiropraktiker verklagt.  An sich keine große Sache, würde man meinen, gäbe es da nicht das sehr umstrittene britische „Libel Law“, eine Art Verleumdungs-Paragraph.

Mit Hilfe dieses Gesetzes war es Firmen und Institutionen in einigen Fällen möglich, Kritiker de fakto zum Schweigen zu bringen. Man stellte einfach eine Verleumdungsklage inklusive hoher Schadenersatzforderung. Kritiker, die nicht über ein hohes Vermögen verfügten (also die meisten), konnten damit mundtot gemacht werden, da sie in der Regel die finanziellen Vorleistungen zur Prozessführung nicht aufbringen konnten. Auch bei Singh war das fast der Fall. Bis er jetzt endlich Recht bekommen hat, sind ca. 200.000 Britische Pfund in juristischen Abgründen verschwunden. Zum Glück hat Singh sehr viel Solidarität erfahren. Dieser Sieg war nicht nur ein persönlicher, sondern einer für Meinungsfreiheit und Wissenschaft. Er ist ein weiterer Schritt in die Richtung, dieses umstrittene Gesetz endlich abzuschaffen.

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  1. 2. April 2010, 18:17 | #1

    Auch von meiner Seite aus einen herzlichen Glückwunsch an Mr.Singh. Das „Libel Law“ gehört definitif abgeschafft. Es ist der Tod für jede kritische Auseinandersetzung.

  2. nihil jie
    2. April 2010, 19:26 | #2

    schliesse mich den glückwünschen an 🙂

  3. Rheinlaender
    3. April 2010, 06:24 | #3

    Gunnar :
    Das “Libel Law” gehört definitif abgeschafft.

    Nicht Abschaffung – das hiesse dass sich keiner mehr gegen ungerechtfertige Behauptungen in der Oeffentlichkeit vor Gericht schuetzen koennte, es geht aber um eine tiefgreifende Reform, die seit Jahren in der Diskussion ist, aber bis jetzt war das Parlament mit „wichtigeren“ beschaeftigt.

    Wie so haeufig im UK haben jetzt Richter Gesetzgeber gespielt und wenn das Urteil so bestehen bleibt, d.h. dass der Supreme Court (frueher Law Lords) keine Revision annehmen, rueckt das Urteil wohl den Massstab wieder etwas zurecht.

  1. 2. April 2010, 23:59 | #1

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