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Homöopathie: Abgesang auf einen kollektiven Wahn

Homöopathie : Abgesang auf einen kollektiven Wahn

Es sind jetzt gerade einmal zwei Wochen vergangen, seit der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, fast zeitgleich mit dem „Spiegel“, eine Diskussion um die Homöopathie anstieß, und mit einigen  wenigen Sätzen die Nation mehr in Aufruhr versetzt wurde, als jede der zahlreichen Zumutungen der gegenwärtigen Politik es auch nur annähernd gekonnt hätte.

Fast jede größere Zeitung hat den Spiegel-Essay und/oder Lauterbachs Vorstoß mehr oder weniger –  in den  meisten Fällen weniger – kompetent kommentiert (1), und in den Redaktionen sind bundesweit abertausende von Leserkommentaren eingegangen, die unmißverständlich zeigen:

Deutschland steht kurz vor einem Bürgerkrieg.

Ein hervorragendes Essay von excanwahn zur Homöopathie und deren Geschichte: Lesebefehl!

Weiter geht es hier.

  1. 1. August 2010, 14:08 | #1

    es ist soooooooo quälend – eben saß ich im bus zum bahnhof und hinter mir zwei homöopathische ökoschlunzen die ihr halbwissen laberten. ich habe mich lange zusammen gerissen um nicht in das gespräch über hochpotenzen und homöopathische anwendungsmöglichkeiten hineinzuplatzen. das päärchen philosophierte sich quer durch die alternativmedizin, ich saß nur ohrenschmalz triefend einen platz davor. plötzlich DIE inovation in deren wissenschaftsresistenten gehirnwindungen (haben die überhaupt welche oder lagert da nur n´ einzelner synapsenlops?)– man könne doch sicher auch penicillin homöopathisch verdünnen, man nimmt ja dabei die information des penicillins mit auf das zuckerkügelchen, und dieses dann beim patienten anwenden. BINGO!!!
    auf dem restlichen fussweg zum bahnhof standen wir an einer ampel nebeneinander – ich hab´s nicht mehr ausgehalten. Ich sprach den männlichen homöopathenschlunzerich an und empfahl im das rudolf-steiner-bistro im untergeschoss des bahnhofsgebäudes, dort gäbe es eine hervorragende homöopathische kartoffelsuppe. treffer, versenkt – mit hochrotem kopf und der schrittfrequenz einer ameise schoss er noch bei roter ampel über die straße gen bahnhof, seine partnerin klapperte ca. fünf meter in zehenstegsandalen hektisch hinterher.
    ob das päärchen nun, gschamig über seinen eigenen unfug, flüchtete oder ob sie auf der suche nach dem von mir fiktiven erwähnten rudolf-steiner-bistro waren, ich werde es sicher nie erfahren. sollte dennoch jemand dieses päärchen getroffen haben, so möge er dies hier irgendwo posten.
    danke

  2. 1. August 2010, 14:12 | #2

    sorry – ich meinte einen synapsenklops – also jenes ding was lediglich für fressen und sch… zuständig ist.
    ach du sch……., hab ich hier wieder tippselfehler reingehauen, sorry. man wird´s aber hoffentlich verstehen.

  3. Dr. Mabuse
    1. August 2010, 14:37 | #3

    @ BSR

    … Befürwortern der Homöopathie würde ich – wenn’s denn mal wirklich ernst wird – Morphin in Potenzierung geben.

  4. nihil jie
    1. August 2010, 14:49 | #4

    @Dr. Mabuse

    die würden Dich dann prompt wegen schwerer körperverletzung und unterlassene hilfeleistung verklagen… sie oder zumindest die angehörigen *gg

  5. nihil jie
    1. August 2010, 14:50 | #5

    und wegen betrug auch… weil die kein arzt bist 😉

  6. herzlich
    1. August 2010, 15:52 | #6

    @BSR
    Hallo BSR, hast du vielleicht mitbekommen ob es auch schon „Viagraglobulis“ gibt? Wäre dir sehr dankbar, ….. du triffst ja so interessante Menschen, würde dir auch 50% des Gewinns anweisen!

  7. 1. August 2010, 15:55 | #7

    @Dr. Mabuse
    oder ne homöopathische zugreise, also einfach nur so zum spass auf die schienen setzen,

    aber mal ehrlich, wieviele amtsinhaber oder volksvertreter übernehmen überhaupt die schirmherrschaft für solchen oder auch esoterischen hokuspokus – hierfür wurde eigentlich den esodeppenaward ins leben gerufen, leider aus zeitmangel bisher noch nie vergeben. ihn zu materialisieren ist sicher einfach.
    http://www.esoulk.de/index.php?option=com_content&view=article&id=68&Itemid=55

  8. 1. August 2010, 17:09 | #8

    @herzlich
    klar doch – habe ich in kritischen selbsttest ausprobiert, ist in etwa so, als wolltest du auf nem „halbleiter“ in kirschbaum krabbeln – wortwitzalarm!!!
    oder frei nach goethe: „willst erigieren wie der stromboli, nimm´ viagra nicht als globuli“ 🙂
    aber wir hatten hier schon irgendwann mal ne homöopathische antibabypille, nach erstverschlimmerung (anschwellen des weiblichen bauches) konnte keine schwangerschaft festgestellt werden, die homöopathische wirkung war aber so erst nach ca. 9monaten nachweisbar.
    wie nennt man einen vw t2 ohne karosserie, motor und fehlender bereifung? „globul(l)i“ 😀

  9. 71hAhmed
    1. August 2010, 17:26 | #9

    BSR :
    – man könne doch sicher auch penicillin homöopathisch verdünnen, man nimmt ja dabei die information des penicillins mit auf das zuckerkügelchen, und dieses dann beim patienten anwenden. BINGO!!!

    Die Idee war leider nicht neu, das entsprechende Glaubuli-Fläschchen gibts hier:
    http://www.homeda.de/HOMEDA_PENICILLIN_C12.3078.0.html

    Viagra haben sie aber noch nicht, oder ich habs noch nicht gefunden, weils unter einem anderen Namen läuft. Oder weil die Lizenzgebühren für der Grundstoff zu hoch sind?

  10. 1. August 2010, 21:02 | #10

    BSR :
    es ist soooooooo quälend – eben saß ich im bus zum bahnhof und hinter mir zwei homöopathische ökoschlunzen die ihr halbwissen laberten. ich habe mich lange zusammen gerissen um nicht in das gespräch über hochpotenzen und homöopathische anwendungsmöglichkeiten hineinzuplatzen. das päärchen philosophierte sich quer durch die alternativmedizin, ich saß nur ohrenschmalz triefend einen platz davor. plötzlich DIE inovation in deren wissenschaftsresistenten gehirnwindungen (haben die überhaupt welche oder lagert da nur n´ einzelner synapsenlops?)– man könne doch sicher auch penicillin homöopathisch verdünnen, man nimmt ja dabei die information des penicillins mit auf das zuckerkügelchen, und dieses dann beim patienten anwenden. BINGO!!!
    auf dem restlichen fussweg zum bahnhof standen wir an einer ampel nebeneinander – ich hab´s nicht mehr ausgehalten. Ich sprach den männlichen homöopathenschlunzerich an und empfahl im das rudolf-steiner-bistro im untergeschoss des bahnhofsgebäudes, dort gäbe es eine hervorragende homöopathische kartoffelsuppe. treffer, versenkt – mit hochrotem kopf und der schrittfrequenz einer ameise schoss er noch bei roter ampel über die straße gen bahnhof, seine partnerin klapperte ca. fünf meter in zehenstegsandalen hektisch hinterher.
    ob das päärchen nun, gschamig über seinen eigenen unfug, flüchtete oder ob sie auf der suche nach dem von mir fiktiven erwähnten rudolf-steiner-bistro waren, ich werde es sicher nie erfahren. sollte dennoch jemand dieses päärchen getroffen haben, so möge er dies hier irgendwo posten.
    danke

    ich bin doch völlig gaga – bei dem ganzen esozeug die übersicht zu behalten ist aber auch schwer
    das hätte doch samuel – hahnemann – bistro heißen sollen

    ich brauch n´ globuli auf den schreck – ich bin verwirrt und unterzuckert 😀

  11. 2. August 2010, 00:10 | #11

    @ BSR
    Aber Rudolf-Steiner-Bistro kommt schon auch irgendwie hin: Erstens ist es nur auf dem Schulungsweg zu erreichen, der zwar ein wenig abseits der üblichen Fußgängerwege liegt, aber doch erreichbar, wenn man sich nur traut, geistige Wesenheiten nach Straße und Hausnummer zu fragen. Zweitens muss man mit einem hartnäckigen Türsteher rechnen: Der „Hüter der Schwelle“ lässt nun wirklich nur die vorbei, die bereit sind, für einen kleinen, aber ungenießbaren Imbiss konsequent auf weitere Lebenszeit zu verzichten. Und drittens ist das Steiner-Bistro eigentlich längst Fast-Food-Kult: So viele überzeugte Gäste, aber weit und breit niemand, der ernsthaft belegen könnte, wozu das eigentlich gut sein soll…

  12. Skepsis
    2. August 2010, 07:15 | #12

    @BSR: Die Penicillin-Idee zeugt aber nicht davon, dass diese beide Helden alternativer Behandlungen die Homöopathie wirklich verstanden haben :D. Nach dem Simile-Prinzip sollte potenziertes Penicillin nämlich helfen gegen (aus der Nebenwirkung-Abschnitt der Wikipedia):
    * Allergische Reaktionen (Hautrötung bis zum Anaphylaktischen Schock)
    * zerstörte Darmflora ( siehe Antibiotikaassoziierten Kolitis)

    Naja, hätte man immerhin was für die Allergiker. Ist ja schon ein recht großer Bevölkerungsanteil ;-).

    Gruß

  13. 2. August 2010, 15:43 | #13

    Alle so ketzerisch hier 😉

    Mich stört nicht das Anpreisen und Verkaufen von homöopathischen Produkten. Mich stört der Verkaufspreis. Ansonsten ist gegen den Einsatz von Plazebos noch gar nichts einzuwenden, sofern bei schweren Krankheiten der behandelnde Arzt von deren Einsatz absieht.

  14. Rheinlaender
    2. August 2010, 16:01 | #14

    Dr. Mabuse :
    @ BSR
    … Befürwortern der Homöopathie würde ich – wenn’s denn mal wirklich ernst wird – Morphin in Potenzierung geben.

    Nicht ganz – laut Homoeopathen-„Logik“ muss Aehnliches mit Aehnlichem behandelt werden. Im Falle von Schmerzen also kein Schmerzunterdruecker, wie Morphium, sondern ein Schmerzerzeuger, wie z.B. Capsaicin – in etwa der Konzentration von 1/10^6 Chilischotte auf ein paar Mio. Weltmeere …

  15. 71hAhmed
    2. August 2010, 20:33 | #15

    BSR :
    )– man könne doch sicher auch penicillin homöopathisch verdünnen, man nimmt ja dabei die information des penicillins mit auf das zuckerkügelchen, und dieses dann beim patienten anwenden. BINGO!!!

    Gibts schon, siehe hier:
    /http://www.homeda.de/HOMEDA_PENICILLIN_C12.3078.0.html
    Viagra habe ich noch nicht gefunden, aber demnächst (2013) läuft ja der Patentschutz in Deutschland aus, dann wird der Grundstoff auch billiger.
    Allerdings wird das nach der Strengen Leere Hahnemanns dann eher kontraproduktiv.

  16. 2. August 2010, 21:22 | #16
  17. Halbmond
    2. August 2010, 23:17 | #17

    71hAhmed :

    Viagra habe ich noch nicht gefunden, aber demnächst (2013) läuft ja der Patentschutz in Deutschland aus, dann wird der Grundstoff auch billiger.

    Wenn ich jetzt richtig verstanden habe, wie das mit der Homöopathie läuft, brauchen die den Viagra-Grundstoff doch überhaupt nicht für ein Homöo-Viagra – sondern aus der nächsten Plastikfabrik ein paar ordentliche Weichmacher und die kräftig schütteln…. Oder das gute, altbekannte „Hängolin“ im Glaubuli.

  18. herzlich
    3. August 2010, 07:53 | #18

    @Halbmond
    Stimmt Halbmond,
    doch die Gefahr dabei ist, wenn Weichmacher verarbeitet werden, dass du dann auch eine harte Leber bekommen kannst, und das ohne Alkoholkonsum. Auch ein „hartes“ Gehirn kann entstehen, doch die, die das nehmen haben ohnehin eine weiche Birne mit einem „harten“ Hirn, für die spielt das keine Rolle.
    Mit „Hängolin“ besteht dann die Gefahr von steifen Gelenken und so….!
    Homöopathie bedarf einer genauen Wissenschaft, daher ist es möglich diese zu studieren! Manche studieren auch Parawissenschaften, was das auch sein mag, bringt eine kurzfristige Entlastung des Arbeitsmarktes, ist doch auch etwas!

  19. Halbmond
    3. August 2010, 14:45 | #19

    @herzlich:

    Harte Leber? – Hoppsa. Da sind dann aber die leichteren Fälle mit den niedrigen Potenzen (sorry for the pun) ärger gefährdet. In den höheren Potenzen, also so ein Teil Weichmacher aufs Mittelmeer, oder alle Weltmeere – das sollte doch Verhärtungen verhindern (wahrscheinlich komplett). Es funzt doch ohnehin nur nach der „biblischen Methode“: Geh hin, dein Glaube – äh: deine Glaubuli haben geholfen.

    Und re Hängolin gilt dann der ebenfalls gute alte Rat: schnell schlucken, sonst wird der Hals steif.

  20. Igor
    10. April 2011, 22:14 | #20

    Hallo und Entschuldigung, falls ich hiermit hier falsch bin,
    komme an den Artikel von Excanwahn auf wordpress.com nicht dran,
    kann mir jemand helfen bzw. Einladung schicken?
    Danke!
    /Igor

  21. 11. April 2011, 08:42 | #21

    Der ist leider zur Zeit dicht. Ev. liest Excanwahn mit und hat einen Tipp, ob der sonst noch wo steht.

  1. 1. August 2010, 11:26 | #1
  2. 1. August 2010, 14:29 | #2

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