Magnesium in der Diaspora

Kürzlich beim Ausmisten des Medikamentenschranks schreit eine Packung entgegen: Diaspora! Na gut, nicht ganz. War noch ein „l“ dran. Man fragt sich dann doch, wie betriebsblind ein Produktmanagement sein muss, dass denen das nicht aufgefallen ist. Dass entsprechende Werbeagenturen bei der Namensfindung machmal zu etwas seltsamen Ergebnissen kommen – wenig Schlaf und weißes Pulver schränken Kritikfähigkeit ein –  ist ja ok. Aber wie kann sowas von der Geschäftsführung abgesegnet werden?

Nun gut, Mitsubishi ist das auch schon gelungen, wie manch Anderen auch. Haben sich gewundert, dass ihr Geländewagen Pajero in Spanien eher wenig Absatz fand, bis sie gemerkt haben, dass Pajero auf Spanisch Wichser heißt.

Lustig ist, dass wohl bei dieser Firma auf sprachliche Korrektheit besonderen Wert gelegt wird: So ist der Hersteller plötzlich eine Herstellerin – klar, ist ja eine Gesellschaft (mbH) und das ist eine Die.

Es gäbe noch einige Vorschläge für ähnlich schöne Präparatenamen:

Holokaustex

Inkontinental

Unseren Kommentatorinnen und Kommentatoren wird bestimmt noch mehr einfallen.

13 Gedanken zu „Magnesium in der Diaspora“

  1. Naja, den real existierenden Medinamen DOGMtil finde isch ziemlich heftig, wenn man bedenkt, daß es ein Psychopharmakon ist 😀

    Wie wäre es noch mit Priapismal oder Potenzol?

  2. Hl. Strohsack. Und die haben sogar eine Webseite für das Zeug: diasporal.de. Mit diaspora.de landet man dagegen beim Bonifatiuswerk, muss jetzt nicht jeder ausprobieren 😉

  3. @Murifex: Wir sind ja nach verschiedenen Behauptungen von der Pharmafia finanziert, also muss auch marketingtechnische Beratung mal drinn sein.

  4. @Rincewind:

    :D.
    Und da wird noch von der ‚Servicewüste Deutschland‘ gesprochen! Allen diesen Miesmachern sollte man Esowatch als Gegenbeispiel nennen! Und denjenigen, die sich wirklich nciht mit de Servicegedanken vertraut machen können sollte man Esowatch als motivierendes Beispiel zeigen!

    Gruß

  5. Ist die Aufregung nicht ein bisschen künstlich? Diaspora ist jedenfalls keineswegs ein so negativer Begriff wie Holocaust. Sogar der freie Facebook-Klon gleichen Namens hatte anscheinend keine Probleme damit (http://www.joindiaspora.com/). Oder übersehe ich hier etwas?

  6. Gibt doch keine Aufregung, der Beitrag läuft auch unter Satire. Es ist nicht wirklich wichtig. Nur witzig, was sich manche Leute für Gedanken nicht machen, obwohl sie genau das sollten.

  7. Ich finde den Namen „Diasporal“ doch ganz gut gewählt: Die Tablette soll nicht im Magen-Darm-Trakt bleiben, sondern sich im ganzen Körper verteilen. Und „diaspora“ heißt doch Verstreuung.
    Und an der sprachlichen Korrektheit ist doch auch nichts auszusetzen? Juristen – und solche dürften für die Herstellerangabe verantwortlich sein – legen bei solchen Bezeichnungen auch Wert auf den richtigen Genus. Bsp.: Die Staatsanwaltschaft wird als „Herrin des Ermittlungsverfahrens“ bezeichnet, auch wenn man als Otto Normalbürger sowas nie sagen würde … aber übermäßig lustig ist das nicht. Fachsprachlich halt.

  8. Wenn ihr schwachsinninge Promozettel von solchen Produkten wollt, müsst ihr mich fragen – ich sitze an der Quelle & habe pro tag ein ganzes Postfach voll davon. Momentan besonders beliebt: Erkältungsvitamine

  9. In der USA gibt es seit Jahren einen nasalen Influenza Impfstoff namens Flumist, für deutschsprachige Länder werden die das wohl umbenennen müssen.

    und da gibt es ganze Armeen von Präparaten die man nuznix oder nuznix forte taufen könnte, leider kann ein Markenname nur einmal vergeben werden- aber so als eine Sammelbezeichnung wär doch nicht schlecht.

  10. Wenn man Nahrungsmittel anbietet – sogar Delikatessen aus aller Welt! -, dann sollte man vielleicht nicht unbedingt einen Namenszusatz wie diesen haben:
    hxxp://www.dunekacke.com/

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