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Regividerm, die tolle Wundersalbe wohl doch nicht so harmlos.

Andere und wir haben haben oft und ausführlich über diesen Fake berichtet, eine „Sternstunde“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sich in peinlichster Art über den Tisch ziehen zu lassen.

Inzwischen können selbst Vetrtreter des Lagers „hilft es nicht, macht es auch nichts“ dem tollen Wundermittel sicher nicht mehr zustimmen, das Zeug kann offenbar heftige Nebenwirkungen haben:

Im Juli 2010 wurde in der Fachzeitschrift “Aktuelle Dermatologie” ein Bericht über einen Psoriasis-Patienten veröffentlicht, der nach 4-5 Tagen Regividerm®-Anwendung wegen schwerster Nebenwirkungen stationär behandelt werden musste.

Lesen Sie hier weiter:

(der Deppenapostroph wird von WordPress offenbar ohne Rücksicht auf die deutsche Sprache hinzugefügt, der Artikel ist trotzdem sehr lesenswert)
  1. Toiletman
    5. Oktober 2010, 05:39 | #1

    Gibt es irgendwelche kausale Zusammenhänge, die gefunden wurden oder ist es eher das danach-also-deswegen argument?

  2. oneshot
    5. Oktober 2010, 08:53 | #2

    @Toiletman
    Ich bin zwar auf medizinischem Gebiet Laie, aber das Abstract klingt ganz vernünftig? Allerdings ist die Zeitschrift in der das erschienen ist nicht peer-reviewed.

  3. 5. Oktober 2010, 09:48 | #3

    @ Toiletman: „Ein 43-jähriger Patient mit chronischer Plaque-Psoriasis hatte über 4 – 5 Tage Regividerm-Creme zur Lokaltherapie angewendet und hierunter eine rasche Verschlechterung des Befundes bemerkt.“

    Das deutet schon sehr massiv auf eine Kausalität hin.

  4. M___K
    5. Oktober 2010, 10:07 | #4

    Ich finde euren Kampf gegen esoterisches Geschwurbel und pseudomedizinischen Unsinn sehr lobenswert. Allerdings solltet ihr aufpassen nicht in deren Denkmuster zu fallen.
    Was haben wir hier? Ein Patient, der nach der Anwendung der Creme eine Verschlechterung bemerkte. Woher kam diese Verschlechterung? Gerade bei diesem Krankheitsbild kann das die verschiedensten Ursachen haben. Angefangen bei der Ernährung bis hin zu diversen Umwelteinflüsse (Kontakt mit Reinigungsmitteln/anderen Substanzen?) oder, ganz profan, wurde die Creme evtl. unabsichtlich verunreinigt? Das heißt, war die Creme ordnungsgemäß gelagert und verschlossen oder ist es möglich, dass Keime hineingelangt sind?

    Aus diesem Einzelfall ohne weitergehende Ursachenuntersuchungen die Schuld direkt und alleine bei der Creme zu suchen halte ich für voreilig.

  5. C30
    5. Oktober 2010, 10:19 | #5

    So funktioniert allerdings das Sammeln von Nebenwirkungen bei Medikamenten/Medizinprodukten. Du nimmst Pille A und verspührst darauf Kopfschmerzen und meldest das, kommt das in den Beipackzettel bei Nebenwirkungen. Auch bei „richtigen“ Medikamenten“ wird (und kann auch nicht) auf Kausalität geprüft werden. Da aber der Verdacht besteht das Pille A Kopfschmerz auslösen kann ist das als Nebenwirkung aufgeführt.
    Deshalb sind die Zettel ja auch so lang 😉

  6. 5. Oktober 2010, 10:45 | #6

    Es wird ja nirgends behauptet, hier gäbe es eine unzweifelhafte 100%ige Kausalität. Geht ja in Einzelfällen nicht. Nur ist dieser Einzelfall doch so, dass man ihn nicht einfach unter den Tisch kehren sollte und berichtenswert. Alleine deswegen, ev. noch andere Fälle in diese Richtung zu finden und die Evidenz zu erhärten. Im Wesentlichen geht es ja um die angeblich behauptete völlige Nebenwirkungsfreiheit des Produktes. Die scheint, auch von diesem Fall abgesehen, durchaus nicht gegeben zu sein (B12).

  7. inga
    5. Oktober 2010, 13:00 | #7

    Naja, ich finde schon auch, dass sich der Text oben eher so liest, als sei die Reaktion eindeutig als Nebenwirkung zu deklarieren. Auf Kindersprechstunde steht dann, dass die Reaktion sich auch nach Absetzen nicht verbesserte, was entweder ein Hinweis sein könnte, dass die postulierte Nebenwirkung besonders schlimm war, aber eben auch darauf, dass es keinen ursächlichen Zusammenhang gibt. Aber es stimmt schon: Es ist ein Unterschied, ob ich klar sichtbare Beschwerden wie die schlimme Hautreaktion kausal auf eine unmittelbar vorher angewandte Salbe zurückführe (örtlich eingegrenzte Bereiche, zeitlicher Zusammenhang ec.) oder ob ich die „erfolgreiche Bekämpfung“ eines kaum objektiv messbaren Symptoms wie Schmerz oder Unruhe auf ein paar Kügelchen zurückführe. Im zweiten Fall kann ich ja noch nicht mal sicher sagen, ob tatsächlich eine Verbesserung stattgefunden hat. Dagegen ist der Befund, dass rel. viele (30 von 40 oder so) Hautreizungen nach der Anwendung bekamen, doch schon recht stichhaltig.

  8. mossmann
    12. Oktober 2010, 10:25 | #8

    Ich bin hier auch skeptisch. Und muss M_K zustimmen. Klar, die Symptome sind alarmierend, aber momentan (noch) ein Einzelfall. Gerade wir hier warnen immer vor der „Einzelfall-Falle“, wenn uns Esos damit zudröhnen, um Ihre angeblichen Wirkungen zu legitimieren. Also obacht und warten, was noch kommt. Und wie von mir schom mehrfach runtergebetet: Ich bin kein allzugroßer Fan von der kindersprechstunde, weil tendenziös und leicht fanatisch 😉

  1. 4. Oktober 2010, 22:09 | #1

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