Home > Pseudomedizin, Verschwörungstheorie > Tolzin empfiehlt: Esst mehr rohes Gemüse

Tolzin empfiehlt: Esst mehr rohes Gemüse

Dass die EHEC-Epidemie sich vorzüglich dazu eignet, Verschwörungstheorien und krude Meinungen zu deren Ursache in Umlauf zu bringen, hat uns bereits der KOPP-Verlag bewiesen. Auch ein alter Bekannter, Hans Tolzin, konnte zum Thema EHEC einfach nicht schweigen. Seine Weisheiten in Sachen Bakteriologie, Pathologie und Epidemiologie sonderte er in dem für ihn typischen Muster aus Infragestellung der Krankheitsursache und Aufbau einer Verschwörungstheorie über Ärzte, Labors und die Pharmaindustrie ab. Es ist eigentlich nichts Neues: Bakterien sind allesamt nützlich, Krankheiten sind die Folge von Umweltgiften, falscher Ernährung und Medikamenten, Ärzte und Wissenschaftler haben alle keine Ahnung, sind macht- und geldgierig, allein Tolzin weiß alles ganz genau und die böse Pharmaindustrie ist Nutznießer dieser angeblich erfundenen Epidemie. Eigentlich schon langweilig, denn in solchen Tolzin-Pamphleten braucht man einfach nur den Namen der Krankheit und des Erregers auszutauschen, dann passt es auf beinahe fast alles, was Tolzin zu sagen hat. Nur einen Satz müssen wir explizit erwähnen: Tolzin schlussfolgert zielsicher:

Essen sie mehr rohes Gemüse!
Wir empfehlen: Er soll es uns doch bitte vormachen.

  1. 3. Juni 2011, 11:26 | #1

    Ich esse auch viel rohes Gemüse, allerdings erst dann, wenn es durch ein Tier in Fleisch gewandelt wurde.

  2. Baustelle
    3. Juni 2011, 12:25 | #2

    …ich hab´ s gestern auch gelesen. Bin schon gespannt wann das in den entsprechenden Idiotenforen landet. Die EHEC-Infizierten sind lt. Tolzins Ferndiagnose alle an Antibiotika gestorben…

  3. C
    4. Juni 2011, 18:18 | #3

    Ein Frankfurter Labor hat die Quelle mit ziemlicher Sicherheit gefunden:
    http://bit.ly/jsb1Gn

  4. Shrimp
    5. Juni 2011, 10:36 | #4

    Oh ja, er soll ganz ganz viel rohes Gemüse essen und sich auf keinen Fall „schulmedizinisch“ behandeln lassen!

    Das erhöht unsere Chancen.

  5. Propolis
    5. Juni 2011, 17:46 | #5

    Also ich habe mehr Angst vor resistenten Krankenhauskeimen als vor diesem Terrorbakterium. Aber es ist immer wieder interessant zu sehen wie viele Leute auf diesen Zug aufspringen und mitschmarotzen wollen.

  6. Ano Nym
    7. Juni 2011, 16:24 | #6

    also Toxin sollte gar nichts mehr essen- nur Lichtnahrung, dann gibts in kurzer zeit ein Problem weniger.

  7. downhillschrott
    9. Juni 2011, 23:15 | #7

    Naja.. der erste Absatz des Herrn Tolzin ist so unrichtig nicht, der Rest natürlich irgendwas zwischen haarsträubender Verschwörungstheorie und Nichtwissen.

    E. coli sind ja wirklich nicht von Haus aus schlecht, aber alle hauen immer gleich auf die armen Bakkis drauf. ;o)

    Die Sache mit dem Antibiotikum hat einen wahren Kern: Es kann durchaus zu einem toxischen Schock kommen, durch den der Patient auch sterben kann. Die Behandlung ist also nicht so trivial. Der Informationsstand und die Schlußfolgerungen des Herrn T. allerdings zumindest merkwürdig.

    Auch der Hinweis auf die Panikmache ist grundsätzlich richtig. Mehr als zwei Drittel der Gurkenernte muß vernichtet werden weil die Leute durch die Medien und auch die fragwürdige Informationspolitik so verunsichert und in Panik sind, dass Gemüse unverkäuflich ist. Das ist tatsächlich unverantwortlich. Die Frage ob die Leute zu dumm sind, die Medien zu sensationsgeil oder die Politiker zu unfähig lasse ich mal im Raum stehen.
    :o)

  1. 13. Juni 2011, 15:15 | #1