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UNICEF: Jährlicher Report zur Kindersterblichkeit

Letzte Woche hat die UNICEF den jährlichen Bericht zur Kindersterblichkeit veröffentlicht. Leider ist sie weniger gesunken als erhofft, von 7,76 Millionen 2009 auf 7,61 Millionen 2010.

40% der Todesfälle betreffen Kinder im ersten Lebensmonat, 70% im erste Lebensjahr, die großen „Killer“ sind Lungenentzündung (18%), Durchfallerkrankungen (15%), Frühgeburtskomplikationen (12%) und Erstickungstod bei Geburt (9%).

Wenn sich die Situation nicht bessert, wird das Millennium-Entwicklungsziel, eine Senkung der Kindersterblichkeit um 2/3 bis 2015 (von 10,6% 1990 auf 3,5%) wohl nicht erreicht werden. Viele Länder sind auf einem guten Weg, Tanzania zum Beispiel, andere, wie Somalia weit davon entfernt.

Ein schwerer Schlag für Afrika war dabei HIV/AIDS und der Wahnsinn der durch Aids-Leugner in Südafrika betrieben wurde. In Afrika wurde es durch AIDS in den 1990ern schlimmer, nicht besser. Aber seitdem ging es wieder aufwärts.

Man muss dabei aber vor allem an eines denken: Weltweit ist die Kindersterblichkeit seit 1990 um 30% zurückgegangen! Auf Gapminder findet man dazu eine Übersicht, die von Hans Rosling zusammengestellt wurde (siehe auch andere Blogeinträge mit Hans Rosling). 16 Länder haben die angestrebte Reduktion um 2/3 bereits 2008 erreicht, weitere 43 sind auf einem guten Weg. Leider haben 10 Länder noch immer dieselbe oder sogar eine schlechtere Kindersterblichkeitsrate.

Die Hilfe, die Arbeit die durch Organisationen wie Unicef, Ärzte ohne Grenzen und vielen anderen geleistet wird, ist nicht umsonst. Bei all den Berichten von Katastrophen, von Kriegen, Bürgerkriegen, Hungersnöten und ähnlichem darf man nicht vergessen, dass Fortschritte erzielt werden.

Wenn man zurückblickt, im Jahr 1900 hatte Deutschland eine Kindersterblichkeit von 372(!) pro 1.000. 1950, kurz nach dem Krieg, nur noch 65 pro 1.000. Im letzten Jahr war es nur noch 4,1 pro 1.000. Subsaharisches Afrika ist von 174 (1990) auf 121 (2010) pro 1.000 heruntergegangen. Noch 1900 hatte Deutschland eine doppelt so hohe Kindersterblichkeit wie die heute schlimmsten Regionen der Welt. Und auch wir hatten in der ersten Hälfte des Jahrhunderts mit Krieg zu kämpfen.

Wenn man zurückblickt und die Entwicklung Europas betrachtet, warum sollten die Länder Afrikas nicht ähnliches erreichen können?

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